Mein Neujahrsvorsatz für 2025 war, dass ich Kraulschwimmen lerne, da ich das in der Schule nie gelernt hatte.
Also schrieb ich mich in einen Anfängerkurs ein, der acht Wochen dauern sollte, und war felsenfest überzeugt, das Kraulen nach dieser Zeit zu beherrschen.
Für mich – jemanden, dem vieles normalerweise leicht von der Hand geht und der auch andere Sportarten ausübt – war diese Erfahrung ein echtes AHA-Erlebnis. Mehr als einmal fand ich mich in der Rolle meiner Schüler:innen wieder, wenn ich die Anweisungen des Schwimmlehrers einfach nicht umsetzen konnte und trotz allen Bemühens nicht wusste, wie ich meine Bewegungen koordinieren sollte.
Nach einem Jahr im Anfängerkurs wechselte ich schließlich in den Fortgeschrittenenkurs. Auch dort machte ich eine Erfahrung, die viele Schüler:innen nur zu gut kennen: Ich war die Schwächste. Während die anderen ihre 100 Meter bereits absolviert hatten, kämpfte ich noch immer darum, hinterherzukommen. Es erfordert nach wie vor viel Motivation und Überwindung, dranzubleiben und mich nicht von Frustration entmutigen zu lassen.
Diese Erfahrung hat mir die Augen geöffnet und mir gut getan. Seitdem blicke ich mit mehr Verständnis, Geduld und Empathie auf meine Schüler:innen – und erinnere mich immer wieder daran, wie es sich anfühlt, selbst zu denjenigen zu gehören, denen nicht alles sofort gelingt.
