Servus!
(C) Herbert Weiß

Servus!

Herbert Weiß sagt bei seinem Abschied von der Spitze der AHS-Gewerkschaft „Servus“, denn sein Wirken als Gewerkschafter hat er stets als Dienst an seinen Kolleginnen und Kollegen verstanden.

Von der Arbeit eines Gewerkschaftsvorsitzenden nimmt man in der Öffentlichkeit oft nur Aussendungen oder Medienberichte wahr. Die tatsächliche Arbeit besteht aber viel mehr in Gesprächen mit Mitgliedern, Mitarbeiter:innen des Bildungsministeriums und der Bildungsdirektionen, im Bearbeiten von Mails, Videokonferenzen, Verhandlungen etc. Dabei darf man um Worte nicht verlegen sein. Wenn man den Rückmeldungen verschiedener Seiten vertrauen darf, ist es mir meist gelungen, die richtigen Worte zur rechten Zeit bzw. am rechten Ort zu wählen.

Heute, am Tag nach meinem Abgang von der Spitze der AHS-Gewerkschaft, fällt es mir aber schwer, die richtigen Worte zu finden. Offensichtlich ist mein Abtreten von der Bühne für mich doch emotionaler, als ich das bisher wahrhaben wollte. Geholfen hat mir ein alter Schlagertitel, den ich mit meiner Kindheit verbinde: „Sag‘ beim Abschied leise Servus“. Denn die Bedeutung des Wortes „Servus“ passt zu meinem Verständnis von einem Gewerkschafter. „Ich bin dein Diener“ ist für mich zwar zu provokant, „zu Diensten“ passt jedoch gut. Wir sehen uns als das Sprachrohr der Kollegenschaft. Wir bauen unsere Arbeit auf unseren eigenen Erfahrungen in den Schulen und den Rückmeldungen aus dem Kreis der Kolleg:innen auf. Wir sind keine Apparatschiks oder selbsternannte „Expert:innen“. Im Gegensatz zu vielen, die uns gegenüberstehen, wissen wir, wie es tatsächlich in den Schulen aussieht und wo die wirklichen Probleme liegen. Große Auftritte habe ich nie wirklich gemocht. Ich habe mich, zumindest nach meiner Wahrnehmung, auch nie in den Vordergrund gedrängt.

Mein Dank gebührt allen, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Denen, die mir den Weg geebnet und mich für die Entscheidung, die Herausforderung anzunehmen, ermutigt haben. Ohne sie wäre ich nie an der Spitze der AHS-Gewerkschaft gelandet. Noch größerer Dank gebührt den vielen, die mich auch bei der Arbeit selbst unterstützt haben. Ohne das großartige Team im Hintergrund hätte ich meine Aufgaben nicht erfüllen können. Dankbar bin ich aber auch für die vielen positiven Rückmeldungen, die mich aus dem Kreis der Kolleg:innen auf verschiedenen Wegen erreicht haben.

Dem neu gewählten Team rund um Georg Stockinger wünsche ich alles Gute. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie gute Arbeit leisten werden – und die wird ihnen sicherlich nicht ausgehen.

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