Neue Wege wagen
Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.

Neue Wege wagen

Es ist 06:22, Mittwoch, 20.5.2026. Gemeinsam mit vier lieben Kolleg:innen aus Salzburg bin ich auf dem Weg zum 19. Bundestag der AHS-Gewerkschaft.

Meine Mitreisenden erzählen von der letzten Erweiterten Bundesleitungssitzung in Tirol, von schulrechtlichen Anfragen aus ihren Schulen und unserem erfolgreichen gewerkschaftlichen Schulungskurs in Gastein.

Service, Beratung, Schulung und Einzelbetreuung sind das Kleeblatt der Arbeit in der Standesvertretung und während meiner letzten 13 Jahre als Dienstrechts- und Besoldungsreferent der AHS-Gewerkschaft mein Aufgabenbereich 24/7. Wobei ich das Besoldungsrecht immer als etwas „starr“ empfunden habe – alles, was hier passiert, braucht eine konkrete Rechtsgrundlage und bietet wenig Spielräume. Im Dienstrecht eröffnen sich hingegen überall dort, wo die Personalvertretung zur Mitwirkung berufen ist und gute Schulleiter:innen die Vorteile der Zusammenarbeit mit kompetenten und konstruktiven Personalvertreter:innen sehen, Win-win-Situationen, die es „nur zu nutzen“ gilt. Die Gewerkschaft darf diese Prozesse begleiten – durch valide Informationen, Einzelgespräche, hochwertige Schulungskurse, Veröffentlichungen und rechtzeitige Beratung.

Und dann ist da noch die andere Seite der Gewerkschaftsarbeit. Nennen wir sie die „standespolitische“ Seite, die ich als „Besoldungsrechtler“ zuletzt immer deutlicher wahrgenommen habe und als Stellvertreter des Vorsitzenden natürlich auch aktiv „bespielen“ musste und durfte. Es ist unsere Aufgabe, uns konstruktiv überall dort nachdrücklich zu Wort zu melden, wo geltendes Recht gute Lösungen für die Schulen verhindert. Das hat mit Fingerspitzengefühl und im ständigen Interessenabgleich zwischen Personen und Institutionen zu erfolgen, in Verantwortung für unser Bildungswesen und die Menschen in unserem Land. Dieser Aufgabenbereich ist allen voran von den Vorsitzenden der fünf Lehrergewerkschaften wahrzunehmen. Im Gegensatz zum „Service-Bereich“, der zwar ebenso anspruchsvoll und herausfordernd ist, zugleich aber unendlich viele positive Rückmeldungen von den Kolleg:innen bringt, denen in ihrer konkreten Situation geholfen werden konnte, ist das im „standespolitischen“ Bereich unserer Arbeit meist anders. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Kolleg:innen, die von Erreichtem profitieren, die Erfolge meist nicht mehr mit konkreten Personen verknüpfen, zumal man in diesem Bereich über Erfolge oft auch weniger offen sprechen kann, um sie nicht zu gefährden. 

Ich freue mich daher von Herzen für unseren scheidenden Bundesvorsitzenden Herbert Weiß, dass ihm an seinem letzten Arbeitstag mit minutenlangem Applaus und Standing Ovations Danke gesagt wurde. Die große Wertschätzung für seine langjährige Tätigkeit in der AHS-Gewerkschaft, die hier spürbar wurde, macht mir Mut für meinen eigenen neuen Weg.

Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie die Seite weiterhin nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Bitte klicken Sie auf „Akzeptieren“, wenn Sie zustimmen.