Die jüngste Ausgabe der alljährlichen Statistik-Austria-Publikation „Bildung in Zahlen“ belegt leider einmal mehr,
dass die vor Jahrzehnten aus ideologischen Gründen entstandene Diskriminierung der AHS trotz unserer ständigen Bemühungen nach wie vor nicht beseitigt wurde.
Es ist für mich völlig unverständlich, dass keine nachfolgende Regierung daran je etwas geändert hat, wo die AHS doch ohnehin die billigste Schulform ist.Die Kosten pro Schüler:in in der (Neuen) Mittelschule betragen laut Nationalem Bildungsbericht um 42,7 % mehr als in der AHS-Unterstufe. (1)
Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich will niemandem etwas wegnehmen. Es geht mir um faire Ressourcen für die AHS, um zusätzliche Mittel für das gesamte Schulwesen und keinesfalls um Umverteilung. Das Argument, dass man in Zeiten akuter Budgetknappheit dafür kein Geld hätte, ist für mich nicht nachvollziehbar. Denn sollten wir uns in Österreich zusätzliche Investitionen in das Bildungswesen und speziell in den Schulbereich wirklich nicht leisten können, wäre die von mir schon mehrfach geforderte Initiative in Richtung EU endlich zu unternehmen. Denn die misslungene Migrations- und Integrationspolitik der EU ist ja einer der Hauptgründe für die Probleme unseres Bildungswesens.
Wie zusätzliche Mittel sinnvoll eingesetzt werden könnten, wissen wir AHS-Lehrer:innen sehr genau. Allein die explizit im Schulorganisationsgesetz verankerte Aufgabe der AHS, die Absolvent:innen zur Universitätsreife zu führen, erfordert dringend verstärkte Maßnahmen: einen Ausbau der Schüler:innenberatung, die individuelle Förderung der Stärken unserer Schüler:innen und die Vorbereitung auf die von ihnen angestrebten Studien durch spezielle Freigegenstände. Es kann doch nicht sein, dass Österreich auf Dauer eine Quotenregelung braucht, damit unsere Absolvent:innen z. B. einen Studienplatz für Medizin ergattern.
Derzeit entsteht der Eindruck, dass die Politik eher bereit ist, junge Menschen in den Abgrund stürzen zu lassen, als ihnen eine Brücke in eine gute Zukunft zu bauen. An Österreichs Universitäten bricht mehr als ein Drittel der Bachelor-Studierenden ihr Studium innerhalb der ersten drei Semester ab. (2)
Ich fordere die Politik einmal mehr dazu auf, unserer Jugend Brücken in eine gute Zukunft zu bauen, indem sie vermehrt in die Bildung investiert. Die ideologisch motivierte Diskriminierung der AHS und ihrer Schüler:innen muss endlich beendet werden.
[1] Quelle: Siehe BMBWF (Hrsg.), Nationaler Bildungsbericht Österreich 2024 (2024), S. 223.
[2] Quelle: Statistik Austria (Hrsg.), Bildung in Zahlen 2023/24. Schlüsselindikatoren und Analysen (2025), S. 63.
