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Zitate

 Medien-Zitate ab 1. September 2018
(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Der Zwang zur Gleichheit und seine Konsequenzen:

„Der Druck, Inhalte und Ergebnisse durch detaillierte Verschränkung unter Kontrolle zu bringen, nimmt den Lehrkräften den notwendigen Spielraum, Unterricht den Gegebenheiten am Standort anzupassen. Das schadet unweigerlich den Schwächsten, die der Unterrichtsbeschneidung nicht genug eigene Ressourcen entgegensetzen können. Große Leistungsunterschiede und soziale Schieflage sind die historisch und empirisch gut belegte Folge. Das nutzt vor allem jenen, deren Lebenschancen nicht allein von der Qualität der öffentlichen Schule abhängen.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Die Furche online am 31. Oktober 2018

Druck erdrückt Qualität:

„In the United States, accountability trickles down: federal leaders pressure states, states pressure local school districts, districts pressure principals, and principals pressure teachers.“
Kim Farris-Berg u. a., „Teacher-Powered Schools“ in Jelmer Evers u. a., „Flip the System“ (2015), S. 178

Unpassende Steuerräder:

„Diane Ravitch erkannte schnell, dass die aus der Wirtschaft übernommenen Maßnahmen des Qualitätsmanagements mit der Schaffung von Anreizen durch Fördergelder auf der einen und Sanktionen auf der anderen Seite im Bildungswesen keinerlei Erfolg haben würde. ‚I realized that incentives and sanctions were not the right levers to improve education; incentives and sanctions may be right for business organizations, where the bottom line – profit – is the highest priority, but they are not right for schools.‘“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, „Vom Streifenhörnchen zum Nadelstreifen“ (2016), S. 243

Aus internationaler Erfahrung lernen:

„Der Glaube an die Wirkmacht externer Evaluierungsmaßnahmen zur Qualitätssicherung im Schulsystem hat viele Anhänger. Dennoch sind internationale Erfahrungen, die bisher mit standardisierten Tests, mit öffentlichen Schulrankings und einer ‚leistungs- und ergebnisorientierten‘ Bezahlung von Lehrkräften gemacht wurden, dazu angetan, vor Auswüchsen zu warnen.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Mai/Juni 2018, S. 20

„We need to change“:

„The introduction of quality-control systems and feedback mechanisms, as developed in the private sector, and the persistent 'culture of measurement' that has come along with it, has caused education – or 'learning'– to become essentially 'worth-less': it serves no other purpose than itself. That, we need to change.“
Alderik Visser, „Testing towards Utopia“. In: Jelmer Evers u. a., „Flip the System“ (2015), S. 19

Wie wahr:

„If teachers are judged largely on results from standardised student tests, they may 'teach to the test', focusing solely on skills that are tested and giving less attention to students’ wider developmental and educational needs.“
OECD (Hrsg.), „Synergies for Better Learning“ (2013), S. 14f

Das Plus des finnischen Schulwesens:

„The Finnish system has not been infected by market-based education reform models, such as tougher competition between schools over enrollment, standardization of teaching and learning in schools, and high-stakes testing policies.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Finnish Lessons 2.0“ (2015), S. 48f

Lehrerleistung nicht an der Schülerleistung zu bemessen:

„Student achievement is the product of many factors, most of which teachers have little or no control over, such a students’ home and family contexts, their health and other personal factors, their other prior and current teachers, and school resources ranging from books, class size, and curriculum, to the availability of reading specialists. Indeed, researchers have found that teachers account for only about 7-10 % of the variance in student learning.“
Univ.-Prof. Dr. Linda Darling-Hammond u. a., „Teaching in the Flat World“ (2015), S. 22

Das große Geschäft im Schatten von Rankings:

„Der multinationale Konzern Pearson mit weltweit 40.000 Mitarbeiter/innen, der die Verlage Addison-Wesley und Penguin-Random-House, Zeitungen wie der Financial Times, Vergnügungsparks und Madame-Tussaud-Wachsfigurenkabinette besitzt, hat sich in weiten Teilen der USA eine Monopolstellung gesichert. Er verkauft den US-Bundesstaaten nicht nur Tests, sondern bietet auch darauf abgestimmte Lehrbücher sowie Lern- und Lehrsoftware an.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Franz Rauch u. a., „Auswirkungen von Schulrankings auf Unterricht, Schulorganisation und Bildungssystem“ (2016), S. 22

„Nicht gerade das Edelste“:

„Das Teaching to the test, das Lehren mit dem Fokus auf Prüfung, ist nicht gerade das Edelste.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 2. November 2018

Zahlreiche bildungswissenschaftliche Zitate zum Testen, Vermessen und Evaluieren auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/testen-vermessen-und-evaluieren


Politblasen:

„Die Politik redet davon, die Besten für den Lehrberuf gewinnen zu wollen, hat aber im letzten Jahrzehnt wenig dazu beigetragen, den Beruf in den Augen junger Leute attraktiv zu machen.“
Mag. Peter Friebel, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 14

Ergebnis des „Global Teacher Status Index 2018“:

„In Deutschland würde nur jeder Fünfte seinem Kind empfehlen, Lehrer zu werden. […] Das schlechte Ansehen der Lehrkräfte in Deutschland liegt vermutlich vor allem daran, dass weniger als ein Viertel der Deutschen – gerade mal 22 Prozent – glauben, dass Schüler ihre Lehrer respektieren.“
Handelsblatt online am 9. November 2018

Österreich nahm an dieser weltweit in 35 Staaten durchgeführten Studie leider nicht teil.

Politischer Weitblick im Interesse der Zukunft unseres Landes:

„Es kommt darauf an, möglichst viele für diesen Beruf begabte junge Menschen für ihn zu faszinieren. Und dazu trägt neben den beruflichen Rahmenbedingungen in sehr hohem Ausmaß auch die Wertschätzung bei, die unser Beruf in der Öffentlichkeit erfährt.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 4f

Politische Agitation gefährdet Qualität:

„Es gehört leider zum Standardrepertoire mancher Parteien, einen Bildungsnotstand zu konstatieren. Wir haben aber keinen Bildungsnotstand.“
Mag. Christine Haberlander, Bildungslandesrätin Oberösterreichs, Neues Volksblatt online am 29. November 2017

Eine der Wurzeln für Singapurs Höhenflug:

„Teachers in Singapore enjoy high respect from society. This is not only due to the cultural context but also to policies that have underscored the importance of education in society and promoted the status of teaching as a career.“
Univ.-Prof. Dr. Linda Darling-Hammond u. a., „Empowered Educators“ (2017), S. 45f

Schonungsloser, leider zutreffender Befund:

„Ein wichtiger Bestandteil der Diskurskultur sind die Medien, die leider umfassend in die politischen Abwertungs- und Skandalisierungspraktiken verstrickt sind und diese auch noch verstärken.“
Dr. Lorenz Lassnigg, „Faktenbasierte Anregungen für eine neue Kultur in der Bildungspolitik und Bildungsreform“,
IHS – POLICY BRIEF vom 15. September 2016, S. 3

Politik und Medien zur Reflexion empfohlen:

„Over time, education systems perform best when their teachers are respected, prepared, selected based on merit, and supported in their work.“
The World Bank (Hrsg.), „Learning to Realize Education's Promise“ (2018), S. 139

LehrerInnen und ErzieherInnen, das „Herzstück guter, professioneller Bildung“:

„Die Fach- und Lehrkräfte tragen hohe Verantwortung für die Kinder und somit auch für die weitere Entwicklung eines Landes. Diesen besonderen Wert für den Einzelnen und die Gesellschaft sollten alle im Sinn haben, die sich an bildungspolitischen Entscheidungsprozessen beteiligen. Dies gilt umso mehr, da die Anforderungen an die pädagogischen Berufe stetig wachsen.“
Univ.-Prof. DDr. Wassilios Fthenakis, news4teachers.de am 17. Februar 2018

Wovon Österreich leider meilenweit entfernt ist:

„School systems will only be able to recruit the skilled and motivated people they need to build a highquality teaching force if they can offer similar salaries and working conditions as other professionals enjoy and/or grant teachers greater autonomy and raise the status of the teaching profession.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 58“ (Dezember 2015), S. 4

Bildung Österreichs Kapital:

„Es muss ja irgendeine Ursache haben, dass Österreich als armes Land nach dem Zweiten Weltkrieg einen solchen Aufstieg erlebt hat. Fünftreichstes Land der EU, zehntreichstes weltweit – und unsere Ölvorkommen sind mehr als bescheiden. Also ist es das humane Kapital, das den Reichtum dieses Landes ausmacht.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, NEWS online am 14. April 2018

Dutzende bildungswissenschaftliche Aussagen zum Image von Lehrerinnen und Lehrern und dessen Auswirkung sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/image nachzulesen.


Das Bessere zählt, nicht das Neue:

„Eine Änderung um der Änderung Willen bedeutet nicht automatisch etwas Besseres als das, was wir haben. Wir haben ein hervorragendes Schulsystem, das wir verbessern können. Es hat mir aber noch nie jemand erklären können, warum Österreich zu einem der besten, sichersten, sozialsten Ländern der Erde geworden ist. Dafür sind nicht die Wirtschaftskapitäne verantwortlich, sondern die Menschen, die alle durch unsere Schulen gegangen sind.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 1. Juli 2018

Bildungsreformen ohne ersichtliche Notwendigkeit:

„An allen Ecken und Enden wird erneuert, umgestaltet und verändert, zumeist wenig koordiniert und nicht selten ohne ersichtliche Notwendigkeit.“
Univ.-Prof. Dr. Walter Herzog, „Gymnasium Heleveticum“, 3/2015, S. 6

Kontinuität statt Reformitis:

„Bildung braucht Kontinuität und die zerstört man mit dem Reformfuror mutwillig.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Reformschäden unübersehbar:

„Nicht das System ist schlecht, sondern die großteils ideologisch motivierten oder dem Spardiktat folgenden, meist wenig durchdachten und gegen den ausdrücklichen Willen der Betroffenen durchgezogenen Reformen haben nicht das gebracht, was man im Vorfeld propagiert hat.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 3

„Aus guten Gründen selbstbewusst“:

„Lehrer sind bei aller Bereitschaft zur Selbstkritik aus guten Gründen selbstbewusst, wenn es um die Beurteilung von anstehenden Reformen geht. Sie haben in der Regel eine gute Ausbildung genossen, verfügen über langjährige Berufserfahrungen und sind gestandene Persönlichkeiten.“
Dr. Matthias Burchardt, „Wer sich nicht verändert, wird verändert“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 75

„Rerum novarum cupido barbarorum est“:

„Reif ist nicht eine Pädagogik, die den Wellen der Mode folgt. Reif ist nur eine Pädagogik, die verwurzelt ist im Kindeswohl und im Wohl des Gemeinwesens.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „30 Jahre Bildungspolitik –
eine kleine Geschichte wiederkehrender und neuer Dogmen“, Berlin am 16. Mai 2017

Perpetuierter Reformstress verzehrt wertvolle Kräfte:

„Programme für die Schulentwicklung mutieren im Alltag der Schule zu stilistischen Pflichtübungen und verkümmern in der Wissenschaft zu aussageschwachen Modellierungen. Zugleich perpetuieren sie den Reformstress und verzehren wertvolle Kräfte, die dadurch dem Unterricht entzogen werden.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer u. a., „Die pädagogische Mitte“ (2016), S. 9

Reformpädagogisches Küchenlatein:

„Neben den Bildungsökonomen, die glauben, alles in Zahlen und Kennziffern punktgenau darstellen zu können, treten aber noch diverse andere Köche auf: aus den verschiedenen reformpädagogischen Küchen. Im Zuge des unkontrollierten Reformeifers sehen sie ihre Chance gekommen, um endlich ihre pädagogischen Glaubensvorstellungen realisieren zu können.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, „Vom Streifenhörnchen zum Nadelstreifen“ (2016), S. 10

Bildungsfremdheit:

„Der Gedanke, dass Schulen auch Schutzräume darstellen können, die sich bewusst auf wesentliche Fragen, Probleme und Inhalte konzentrieren und sich gegenüber den Zumutungen einer hysterisierten Öffentlichkeit auch abschotten könnten, ist uns sehr, sehr fremd geworden.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 24

Langfristige Perspektiven statt Reformitis:

„Ich plädiere für Entschleunigung und Relaxtheit. Es muss nicht jeden Tag eine neue Nachricht geben. Politiker müssten sagen: Ich habe eine langfristige Perspektive und da muss nicht gleich morgen alles realisiert sein. Da braucht es eine vernünftige Analyse und eine breite Diskussion mit Tiefgang. Wir lassen die Dinge reifen und brechen sie nicht übers Knie.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Die Presse vom 11. November 2018

Das Elternhaus als erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Die erste Entscheidung über die zukünftigen Bildungschancen fällt im Elternhaus, und es wird nicht veränderbar sein, dass sich Eltern mit höherer Bildung intensiver und ‚besser‘ um die Entwicklung ihrer Kinder kümmern. Damit starten Kinder aus höherer Bildungsschicht schon mit einem Vorsprung in den Kindergarten und die Schere geht immer weiter auseinander. Das System ermöglicht allen die gleiche Bildung, die Eltern und Kinder entscheiden aber, was sie daraus machen. Das kann das beste System nicht ändern.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 7

„Primäre Sozialisationsinstanz“:

„Die Leistungsentwicklung in Mathematik beginnt bereits vor dem Grundschulalter und dem Elternhaus als primärer Sozialisationsinstanz kommt hier eine zentrale Schlüsselrolle zu.“
BIFIE (Hrsg.), „PIRLS & TIMSS 2011“ (2015), S. 87

Keine Frage des Geldes:

„Eine qualitative, am Kind orientierte Förderung braucht nicht unbedingt viel und teures Spiel- und Beschäftigungsmaterial oder aufwendige Freizeitaktivitäten. Vielmehr braucht es Eltern, die sich auf ihre Kinder einlassen und gemeinsam mit ihnen die Welt (immer wieder neu) erkunden.“
Mag. Florian Schmid. In: özbf (Hrsg.), „begabt & exzellent“, Ausgabe 2, 2018, S. 3

Elternbildung:

„A useful approach would be to raise awareness of the lifelong impact of pre-school education, and to offer parents or caregivers opportunities to learn how to be more responsive to their children’s needs. Included here would be teaching parents or caregivers how to listen, understand and communicate more effectively with their children.“
IEA (Hrsg.), „Preparing the ground: The importance of early learning activities at home for fourth grade student achievement” (2018), S. 8

„Caressed, kissed, or hugged“:

„Economically disadvantaged and wealthy parents exhibit large and systematic differences in parenting practices. From birth to age two, non-poor children are more likely than poor children to be caressed, kissed, or hugged by their mother, and they are less likely to be spanked. Non-poor birth-to-two-year-olds also have greater access to children’s books and are more likely to be read to than their poor counterparts. These disparities have significant consequences, as children who experience responsive and stimulating parental care tend to score higher on assessments of motor, social, emotional, literacy, and numeracy skills than those who do not.“
Dr. Benjamin York, „One step at the time: The effects of an early literacy text messaging program for parents of preschoolers“ (2014), S. 3

Ergebnis der „Vorlesestudie 2015“:

„Vorlesen stärkt Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung. 93 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, werden als fröhlich beschrieben, 75 Prozent als selbstbewusst. Dies gilt für Kinder, denen selten oder nie vorgelesen wurde, nur in 59 bzw. 44 Prozent der Fälle.“
Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln“ (2015), S. 40

Zeit für die Kinder:

„Psychologists and economists agree that one of the most valuable inputs for child development is the time the child spends with the mother.“
Ylenia Brilli, „Mother’s Time Allocation, Child Care and Child Cognitive Development“ (2015), S. 2

Elternhaus stärken:

„Policies that support families with school-aged children can help reduce future poverty risks and inequalities.“
OECD (Hrsg.), „In It Together: Why Less Inequality Benefits All“ (2015), S. 16f

Und das seit Jahrzehnten:

„While family inputs to education are indeed extremely important, the differential impacts of schools and teachers receive more attention when viewed from a policy viewpoint. This reflects simply that the characteristics of schools are generally more easily manipulated than what goes on in the family.“
Univ.-Prof. Dr. Eric Hanushek, „The Trade-off between Child Quantity and Quality“. In: „Journal of Political Economy“, 1992, 100(1), S. 106

Eltern Schlüsselpersonen für Bildungserfolg

„Ziel muss es sein, die Wertschätzung der Eltern für eine gute Bildung und Ausbildung ihrer Kinder zu steigern und sie viel stärker als Partner der Schulen in die Verantwortung zu nehmen.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des familiären Umfelds auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld.


Es wird für JungakademikerInnen eng auf dem Arbeitsmarkt:

„In the near future, the challenge will be to provide students with transferable skills, both across borders and across fields, in order to balance the labour supply and demand across countries and enhance students’ and workers’ mobility.“
OECD (Hrsg.), „Education Indicators in Focus 61“ (Mai 2018), S. 4

Akademikerquote mehr als verdoppelt:

„Zwischen 2007 und 2017 erhöhte sich in Österreich die Akademikerquote unter den 25- bis 29-Jährigen von 16,4 % auf 39,8 % – deutlich mehr als eine Verdoppelung binnen eines einzigen Jahrzehnts. Laut AMS sind in Wien inzwischen 11,6 % der AbsolventInnen einer tertiären Bildungseinrichtung arbeitslos.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, quintessenzen.at am 12. Mai 2018

Fetisch Akademikerquote:

„Mehr Abschlüsse bei sinkendem Niveau – das hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun. […] Wir provozieren tatsächlich eine Inflation bei den akademischen Abschlüssen.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Neue Zürcher Zeitung online am 14. Juli 2014

Diktat des Quotendenkens:

„Eine zentrale Ursache des Akademisierungswahns der letzten Jahre ist der internationale Vergleich. Es lässt sich allerdings rasch feststellen, dass dieser regelmäßig in die Irre führt.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Der Akademisierungswahn“ (2014), S. 17

Fataler Akademisierungswahn:

„In China hat 2013 ein Drittel der Hochschulabsolventen keine Stelle bekommen – aber von den Abgängern der Berufsschulen wurden nur 2,25 Prozent arbeitslos.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Brügelmann, „Vermessene Schulen – standardisierte Schüler“ (2015), S. 86

Warnende Beispiele:

„Fast growing East Asian economies have rapidly increased the numbers of students attending university in recent years. Now the pool of unemployed graduates is rising to worrying levels in the region generally – and even in some high-growth economies.“
University World News online am 14. Februar 2014

Südkorea:

„In 2011, 24 % of youth with tertiary education were ‚neither in employment nor in education or training‘.“
OECD (Hrsg.), „OECD Economic Surveys – Korea“ (2014), S. 17

Quotendenken kostet Qualität:

„Dass immer mehr junge Menschen studierten, sei angesichts der Abbrecherquoten von bis zu 40 Prozent ‚eine schlimme bildungspolitische Fehlentwicklung. Wer immer höhere Abiturienten-Quoten erreichen will, muss das Niveau im Unterricht und bei Prüfungsleistungen immer weiter absenken.‘“
Bernd Busemann, Präsident des Niedersächsischen Landtags, Die Welt online am 7. November 2017

„Abitur ohne Verkehrswert“:

„Weil immer mehr junge Menschen das Abitur ablegen sollten, seien die Anforderungen mittlerweile so weit gesunken, dass die Reifeprüfung vielfach zu einem ‚Abitur ohne Verkehrswert‘ geworden sei. ‚Was nutzen jungen Menschen Abschlüsse, die ihnen die Studierfähigkeit bescheinigen, über die sie jedoch gar nicht verfügen?‘ Die hohen Studienabbrecher-Zahlen seien ein alarmierendes Zeichen.“
Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes Niedersachsen, Die Welt online am 7. November 2017

Auf Uniformierung folgt Arbeitslosigkeit:

„Fakt ist jedenfalls, dass das von der OECD entfachte Quotendenken in vielen Ländern zu einer Uniformierung des Schulwesens beigetragen und dadurch jungen Menschen Chancen geraubt hat. Fakt ist weiters, dass dadurch in vielen Staaten die Jugendarbeitslosigkeit in die Höhe getrieben wurde – auch die junger AkademikerInnen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, quintessenzen.at am 16. Juni 2018

Bildungswissenschaftliche Zitate dazu auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-a-bis-c/akademikerquote.


Internationales Interesse an Österreichs dualer Bildung wächst:

„Aktuelle Daten zeigen, dass 79 % der österreichischen Betriebe unter Fachkräftemangel leiden. […] Seit 2014 konnten in 7 Ländern (Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Slowenien, Tschechien, Kroatien) Pilotprojektpartnerschaften mit aktiver Umsetzungsbeteiligung von über 30 österreichischen Firmenniederlassungen und 50 lokalen Firmenpartnern etabliert werden. Mittlerweile sind über 1200 Jugendliche in insgesamt 17 national angepassten Lehrberufen in Ausbildung. In Serbien und der Slowakei wird die duale Berufsausbildung, basierend auf den Erfahrungen der Pilotprojekte flächendeckend systemisch eingeführt.“
ibw+öibf (Hrsg.), „Bericht zur Situation der Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung, 2016-2017“ (2018), S. 99

Ähnliches gilt für Österreich:

„Wer eine Berufsausbildung macht, findet in Deutschland inzwischen fast genauso leicht einen Job wie ein Akademiker. […] 25- bis 34-Jährige mit einer abgeschlossenen betrieblichen Ausbildung kommen in Deutschland auf eine fast genauso hohe Beschäftigungsquote (83 Prozent) wie ihre Altersgenossen mit einem Hochschulstudium (87 Prozent).“
Der Spiegel online am 11. September 2018

Schwachsinnige OECD-Definitionen:

„Absolviert ein Akademikerkind in Deutschland eine duale Ausbildung mit besten Berufschancen, ist es nach dem Verständnis der OECD ein ‚Bildungsabsteiger’. Das ist angesichts der hervorragenden Beschäftigungsperspektiven und Aufstiegschancen nach Abschluss einer Ausbildung völlig unverständlich.”
Dr. Eric Schweitzer, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Deutsche Mittelstands Nachrichten vom 10. September 2014

Eine Fülle bildungswissenschaftlicher Evidenz:

„There is ample evidence suggesting that highquality vocational education pathways in upper secondary education can help engage youth who have become disaffected with academic education, improve graduation rates and ensure smooth transitions from school to work.“
Dr. Glenda Quintini u. a., „Same Same but Different: School-to-work Transitions in Emerging and Advanced Economies“ (2014), S. 26

Österreich und Deutschland internationale Vorbilder:

„Workplace-oriented training can help youth attain development goals such as personal autonomy, efficacy, motivation, realism, optimism, and knowledge of vocations. It facilitates matching between workers and firms, and motivates adolescents to acquire relevant academic and noncognitive skills.“
Dr. Tim Kautz u. a., „Fostering and Measuring Skills: Improving Cognitive and Non-Cognitive Skills to Promote Lifetime Success“ (2014), S. 54

Fokus auf die unterschiedliche Zielsetzung der verschiedenen Schularten:

„Among those who decided not to continue to tertiary education, vocational programmes appear to grant better employability prospects compared to general ones.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education And Youth Labour Market Outcomes: The Added Value Of VET“ (2015), S. 13

Politische Irreführung:

„Wir bekennen uns aus guten Gründen zum dualen Ausbildungssystem, also auch zur Lehre, und vermitteln dennoch: ‚Wer keine Matura hat, ist nicht richtig gebildet und gehört zu den Abgehängten.‘ Ein falsches Signal.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Bildungspolitik sollte ihrer Verantwortung für die Jugend gerecht werden:

„Die Ansicht, wonach bestimmte Berufswege wie Mechatroniker im nationalen und internationalen Vergleich wenig wert sind, ist Unsinn. Diese Botschaften müssen korrigiert werden und da ist die Bildungspolitik in der Verantwortung.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, www.deutsche-handwerks-zeitung.de am 26. März 2014

Den Schaden der „Schulpolitik“ von gestern beheben!

„Wir müssen auf jeden Fall wieder mehr junge Menschen in die duale Ausbildung bringen. Es gibt 20.000 offene Lehrstellen und 10.000 Lehrsuchende.“
BM Dr. Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, Vorarlberger Nachrichten online am 4. Juli 2018

„Matura für alle“-Denken als überholt erkannt?

„Wir wollen jungen Menschen bestmögliche Zukunftsperspektiven bieten, niemanden zurücklassen und auf kein Talent verzichten. Es ist daher unser erklärtes Ziel, die duale Ausbildung als attraktiven und zukunftsorientierten Ausbildungsweg auszubauen und zu stärken.“
Dr. Barbara Schöbi-Fink, Bildungslandesrätin Vorarlbergs, regionews.at am 17. September 2018

Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand 31. Oktober 2018)



Deutschland:
Tschechien:
Niederlande:
Österreich:
Großbritannien
EU-Mittelwert:
Estland:
Schweden
Finnland:
Frankreich: 
Italien:

 
6,3 %
8,3 %
7,5 %
9,1 %
11,0 %
14,9 %
16,7 %
16,8 %
17,5 %
20,4 %
31,6 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
10
11
12
10
16

16
16
16
15
14
AMS, „Übersicht über den Arbeitsmarkt“ (Oktober 2018), S. 6

Österreichs Arbeitslosenquote 20- bis 29-Jähriger nach Geburtsort (Stand 2017)

Inland:
EU-Ausland:
Drittland:
7,3 %
9,0 %
16,1 %
Eurostat, Abfrage vom 5. November 2018

Am Ende der Volksschule fast zwei Jahre (!) Rückstand:

„Warum zeigen alle internationalen Studien, dass Kinder, die eine andere Umgangssprache als die Unterrichtssprache sprechen, in Österreich in der vierten Klasse Volksschule fast zwei Lernjahre im Rückstand sind, während dieser Abstand in fast allen anderen Ländern nicht einmal halb so hoch ist? […] In den letzten Jahren wurden Ungleichheiten oder mögliche Defizite allzu oft kaschiert, im Sinne der Betroffenen nicht gelöst und somit unter den Teppich gekehrt.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Profil online am 11. Oktober 2018

OECD-weit eine um 60 % erhöhte Wahrscheinlichkeit, „RisikoschülerIn“ zu sein:

„On average across OECD countries with sufficient data, immigrant students were 1.6 times more likely to be low performers in mathematics in PISA 2012 than students without an immigrant background who are similar in all other background characteristics.“
OECD (Hrsg.), „Low-Performing Students“ (2016), S. 73

Frühkindliche Offensive für Kinder „from a Minority Ethnic Group“:

„In Denmark and Estonia, the enrollment level of these children is very high: in Denmark, 97% for PPE (Anm.: Pre-Primary education zwischen dem 3. Geburtstag und dem Schuleintritt) and, in Estonia, 100% for both (Anm.: PPE und ECE, also alle Unter-6-Jährige).“
IEA (Hrsg.), „Early Childhood Policies and Systems in Eight Countries“ (2016), S. 68

Passendes Anforderungsniveau wichtig:

„It is very important that language courses are tailored – in terms of speed and teaching methods – to the characteristics of their students.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 107

Es entstehen Parallelgesellschaften:

„Es gibt viele Migranten-Kinder aus bildungsfernen Schichten, die in Österreich geboren sind, aber nur schlechtes Deutsch sprechen. Weil sie zuhause und mit Freunden eben nur in ihrer Muttersprache kommunizieren. Es entstehen also Parallelgesellschaften.“
„SchuleAktiv!“, Ausgabe 2.18, S. 13

Abgehängt, bevor die Schullaufbahn beginnt:

„Sehr viele Kinder mit türkischem Migrationshintergrund sind auf ihrem Bildungsweg schon abgehängt, bevor sie ihren ersten Schritt in die Schule gesetzt haben. Vor Schuleintritt weisen in Österreich 14 Prozent der Kinder, deren Erstsprache Deutsch ist, besonderen Sprachförderbedarf auf, von den Kindern mit türkischer Erstsprache sind es hingegen 79 Prozent.“
Mag. Gerhard Riegler, Vorsitzender der ÖPU, VCLnews vom Oktober 2018, S. 10

Bilanz des schul- und integrationspolitischen Versagens:

„Jeder dritte Jugendliche mit Migrationshintergrund konnte 2017 nicht mit Routineaufgaben der Mathematik umgehen – bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund war es jeder zehnte.“
ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 16

Mehr als ein Viertel ohne Abschluss der Sekundarstufe II:

„Unter den 20-24-Jährigen ohne Migrationshintergrund befanden sich im Jahr 2015 7,8 % an Personen, die lediglich über (maximal) einen Pflichtschulabschluss verfügen, unter den 20-24-Jährigen mit Migrationshintergrund waren dies 26,7%.“
ibw und öibf (Hrsg.), „Bericht zur Situation der Jugendbeschäftigung und Lehrlingsausbildung in Österreich 2014-2015“ (2016), S. 166

Kapitulationserklärung einer gescheiterten Schulpolitik:

„Dass viele Eltern öffentliche Schulen meiden, kann Heinrich Himmer, der Wiener Stadtschulratspräsident, sogar verstehen: ‚Eltern wollen schließlich das Beste für ihr Kind‘.“
„SchuleAktiv!“, Ausgabe 2.18, S. 11

Österreichs Schule dramatisch gefordert:

„Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg eines Kindes. Umso dramatischer ist es, wenn der Anteil der Kinder, die eine andere Umgangssprache als Deutsch haben, in Wien bei über 50 % und in Österreich bei mehr als 25 % liegt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft,
VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Auch besonders Begabte verdienen Förderung:

„Curricular and extracurricular activities targeting the needs of gifted children are commonly believed to be a viable means to support gifted children in their academic and socioemotional development.“
Univ.-Prof. Dr. Jessika Golle u. a., „Effectiveness of a “Grass Roots” Statewide Enrichment Program for Gifted Elementary School Children“. In: „Journal of Research on Educational Effectiveness“, 2018, Vol. 0, No. 0, S. 1

Gilt für Österreich noch weit mehr:

„In der Bildungspolitik gilt das Interesse vor allem den Schwachen, Langsamen und Benachteiligten. Das ist legitim und notwendig, aber es sollte nicht das ganze Interesse sein. Denn auch hochbegabte Kinder und Jugendliche haben einen Anspruch und ein Recht auf Entfaltung ihrer Möglichkeiten.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Die Tagespost online am 2. Dezember 2016

Singapur:

„Singapore considered the identification and special education of talented and gifted children a priority goal, a pedagogical activity which, instead of meeting with the resistance of the state or with hindrances due to the professional ambivalences of education-policy experts, has been given strong and even intensifying support. One could say that Singapore is a talent-friendly society.“
Dr. János Gordon Győri, „Talent Support in Southeast Asia: The Singapore Example“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 147

Vietnam:

„Recently Vietnam has dedicated much effort and resources to foster and develop young talents in the first decades of the twenty-first century.“
Nguyen Van Tuan u. a., „Talent Support in Vietnamese Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support II. Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 213

Ungarn:

„In Hungary, the development of gifted children is an important element in educational discourse, so it is not surprising that more teachers learn how to identify giftedness.“
Kristina Sonmark, MSc, u. a., „Understanding teachers' pedagogical knowledge“ (2017), S. 72

Israel:

„Talent development in Israel is very rich and multi-focused. The existence and operation of the pull-out centres deserves special attention internationally.“
Dr. János Gordon Győri u. a., „Centres for talent development in Israel“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 138

Spanien:

„The Spanish Public Education Act acknowledges the right of students to have the highest-level public education matching their talents/gifts, and it makes special reference to obligations related to those with outstanding abilities. […] There are numberless new programmes in this area, and Spain has joined the international and European systems of talent development.“
Istvan Benyhe, „Links between of Spanish Public Education and Gifted Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 191

PIRLS 2016 bestätigt frühere Befunde:

„Wie es sich auch schon in früheren Durchgängen von PIRLS und TIMSS gezeigt hat, ist in Österreich die Gruppe der 10-Jährigen, die Spitzenleistungen erzielen, im internationalen Vergleich sehr klein. Dies ist kein Wunder, wenn man bedenkt, welch Schattendasein in Österreich die Förderung besonderer Begabungen fristet.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Jänner/Februar 2018, S. 15

Demotivation Begabter:

„Fördert man Begabte nicht, können ihre Begabungen verkümmern. Ihre Motivation kann in Desinteresse umschlagen – es besteht sogar die Gefahr, dass sie zu Risikoschülerinnen und –schülern werden.“
MMag. Dr. Claudia Resch, Geschäftsführerin des Österreichischen Zentrums für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF), „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom November 2016, S. 17

Dringender Handlungsbedarf:

„Bei den 10-Jährigen liegt der Anteil derer, die bei PIRLS und TIMSS in allen drei Bereichen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) sehr gute Leistungen („Advanced Benchmark“) erreichen, bei nur 2,7 %, womit Österreichs 10-Jährige im internationalen Schlussfeld liegen. Zum Vergleich dazu ist dieser Anteil in Finnland fast fünf Mal (13,1 %) und im internationalen Mittel immerhin fast doppelt (5,1 %) so groß. Am Ende der Sekundarstufe I betragen die Anteile derer, die in allen drei Kategorien Spitzenwerte erzielen, in Österreich 3,2 %, in Finnland 7,4 % und im OECD-Mittel 4,4 %. Aus diesen Ergebnissen wird wohl niemand ableiten können, die Förderung von Begabungen und Begabten in Österreich funktioniere.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2016, S. 6

Bildung jenseits der Messbarkeit:

„Dass es eine Form der Bildung gibt, die sich dem Zugriff der qualitätssichernden Behörden entzieht, weil sie sich aus einer informellen Beziehung zwischen Schüler und Lehrer entspinnen mag, kratzt an all jenen Quantifizierungs- und Messbarkeitschimären, ohne die die gegenwärtige Bildungsforschung ebenso wenig auszukommen glaubt wie die Bildungsorganisation.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Bildung als Provokation“ (2017), S. 21

Auch auf die Freude am Lernen kommt es an:

„Too much testing could lead to much pressure on students and teachers to learn and teach for a test, something that would take the joy out of the learning process.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 79“ (Dezember 2017), S. 2

Inadäquate Vermessung:

„Achievement tests do not adequately capture non-cognitive skills such as perseverance ('grit'), conscientiousness, self-control, trust, attentiveness, self-esteem and self-efficacy, resilience to adversity, openness to experience, empathy, humility, tolerance of diverse opinions and the ability to engage productively in society, which are valued in the labour market, in school, and in society at large.“
Dr. Tim Kautz u. a., „Fostering and Measuring Skills: Improving Cognitive and Non-Cognitive Skills to Promote Lifetime Success“ (2014), S. 9

Von den USA lernen:

„Seit Jahrzehnten werden dort die SchülerInnen flächendeckend und jährlich getestet, die Ergebnisse veröffentlicht, sind Schulrankings gängige Praxis und unterwirft man Brennpunktschulen rigorosen budgetären und personellen Maßnahmen, um ‚kein Kind zurückzulassen‘. Lehrkräfte setzt man regelmäßig Evaluierungsprozessen aus und sanktioniert sie für von ihren SchülerInnen verfehlte Bildungsziele. Weder hat sich jedoch das durchschnittliche Leistungsniveau verbessert, noch haben sich die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen demographischen Gruppen verringert, wie zahlreiche Studien inzwischen beweisen.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Mai/Juni 2018, S. 21

„Strong negative repercussions“:

„Policy makers should rely on a broad range of information instead of any one measure. When a single metric becomes the sole basis for big policy triggers, the corresponding stakes may become dangerously high. A striking example is the U.S. No Child Left Behind policy enacted in 2001. This policy had strong negative repercussions for schools that performed poorly on annual statewide standardized tests.“
The World Bank (Hrsg.), „Learning to Realize Education's Promise“ (2018), S. 93

Leistungsschwache SchülerInnen besonders gefährdet:

„If teacher pay depends on students’ test scores, they may be induced to teach-to-the-test by shifting their attention away from those who are lagging behind to those who are more skilled.“
Nina Jalava u. a., „Grades and rank: Impacts of non-financial incentives on test performance“. In: „Journal of Economic Behavior & Organization“ 115 (2015), S. 194

Selbst von der OECD schon längst erkannt:

„The use of student surveys is not recommended for high-stakes accountability purposes in teacher appraisal.“
OECD (Hrsg.), „Synergies for Better Learning“ (2013), S. 337

„Outputsteuerung“:

„So als hätten Schülerinnen und Schüler gar keine Eigenschaften, sondern sind irgendwie so ein Rohmaterial, das, wenn es korrekt bearbeitet wird, die Form annimmt, die gefordert ist. So wie ein Töpfereibetrieb oder so. Ich finde es beleidigend den Schülerinnen und Schülern gegenüber. […] Wir brauchen eine Schule, die wieder dazu steht, dass sie primär Schule ist und nur sekundär Produzent höchst spezifizierter Teilleistung in einzelnen Domänen.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Bundeslehrertag 2014 der ÖPU Oberösterreich, Linz am 19. März 2014

„Veritable Praxis der Unbildung“:

„Nur auf Vergleichstabellen und Ranglisten zu starren ist Ausdruck einer veritablen Praxis der Unbildung.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 22

Die Wege zu Qualität sind verschieden und individuell:

„So wie verschiedene Gemälde auf verschiedene Weise eine bestimmte Qualität erreichen oder verfehlen können und so wie man diese zwar beschreiben, aber nicht durch Standardisierung garantieren kann, so kann Unterricht auf verschiedene Weise Qualität erreichen oder verfehlen. Die Wege zu Qualität in Kunst wie Unterricht sind also verschieden und individuell, ohne dass damit Qualität nicht benennbar oder gar beliebig wäre.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Keine Alternative? Schule und Unterricht ohne Formatierung“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 231

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zum Testen, Vermessen und Evaluieren befinden sich auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/testen-vermessen-und-evaluieren.


Ifo-Bildungsbarometer:

„Jeder zweite 14- bis 17-Jährige gab seiner Schule die Note 1 oder 2. […] Hingegen vergab nur jeder dritte Erwachsene die Note 1 und 2 für die Schulen im Einzugsgebiet. […] Studienleiter Ludger Wößmann glaubt, die Wertschätzung der Jugendlichen gehe darauf zurück, dass ‚sie sehen, dass sich in der Schule viele Menschen richtig um sie bemühen‘. Erwachsene seien hingegen stärker von kritischen Studien und Medienberichten beeinflusst.“
„Das Gymnasium in Bayern“ vom Oktober 2018, S. 5

„Dank und vorbehaltlose Unterstützung“:

„Österreichs Lehrerinnen und Lehrer erbringen unter immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen großartige Leistungen. Sie fördern durch ihren Einsatz auch den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und tragen entscheidend zur Erhaltung des Wohlstands bei. Dafür gebühren ihnen Dank und vorbehaltlose Unterstützung.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at),
Presseaussendung vom 4. Oktober 2018

Viel zu lang trauriges Ergebnis österreichischer „Schulpolitik“:

„In some countries, teaching is seen as a second-class job for those who do not do well enough academically to enter more prestigious careers, such as medicine or engineering.“
UNESCO (Hrsg.), „Teaching and learning – Achieving quality for all“ (2014), S. 25

Österreichs Lehrerinnen und Lehrer haben jeden Grund, stolz zu sein:

„Österreich gehört zu den erfolgreichsten, wohlhabendsten, sozialsten und sichersten Ländern dieser Erde. Das ist nicht das Verdienst einiger Wirtschaftskapitäne, sondern vielmehr Leistung und Können von Menschen, die in unseren Schulen ausgebildet wurden und werden.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom März 2018, S. 12

„Ich bin Lehrer!“

„Wir sollten Freude empfinden an unserem Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft. Wir müssen gegen Ungerechtigkeiten von außen und innen gemeinsam aufstehen, um stolz in einer Diskussion sagen zu können: Ich bin Lehrer!“
Mag. Paul Pogats, Bundeskoordinator von oepu4u, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 10

Wertschätzung und Vertrauen Basis für Erfolg:

„Die Wertschätzung für LehrerInnen und das, was sie leisten, ist nicht nur hochverdient, sondern auch von eminenter Bedeutung für das Gelingen von Schule. Denn unser Wirken hat ungleich größere Chancen auf Erfolg, wenn uns die Eltern der jungen Menschen, die wir fördern und fordern und dadurch zu ihrer größtmöglichen Entfaltung bringen wollen, VERTRAUEN. Wie aber soll dieses Vertrauen gegeben sein, wenn unsere Arbeit von der Politik via Medien systematisch schlechtgeredet wird, wie wir es leider allzu lang erleben mussten?“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 4

„Ingenieure der Menschenseele“:

„Lehrer seien die Ingenieure der Menschenseele, deshalb sei es äußerst wichtig, das gesellschaftliche Bewusstsein für die Hochachtung der Bildung und der Lehrer zu sensibilisieren. Es gelte, den politischen, gesellschaftlichen und professionellen Status des Lehrerberufes gänzlich zu erhöhen.“
Xi Jinping, Chinas Staatspräsident, China Radio International online am 10. September 2018

„Teaching profession is valued in society”:

„In Finland, Korea and Singapore, more than 50 % of lower secondary teachers agreed, or strongly agreed, with the statement 'I think that the teaching profession is valued in society'.“
OECD (Hrsg.), „Effective Teacher Policies“ (2018), S. 44

„So gut ist unser Schulsystem schon lange“:

„Für Faßmann ist Österreichs Bildungssystem international weit vorne, anders als dies etwa die PISA-Tests seit Jahren ausweisen. ‚Bei PISA ist etwa Singapur ganz vorn an der Spitze, aber so gut ist unser Schulsystem schon lange.‘“
Tiroler Tageszeitung online am 14. Oktober 2018

Dort möge Österreichs zum Glück neue Schulpolitik hinführen:

„Teaching is consistently rated as one of the most admired professions, ahead of medical doctors, architects, and lawyers, typically thought to be dream professions.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Finnish Lessons 2.0“ (2015), S. 101

Zahlreiche bildungswissenschaftliche Zitate zum Image des Schulwesens und der LehrerInnen auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/image.


Äußere Ordnung zur Bewältigung des inneren Chaos:

„Wenn Regeln, Routinen, Rituale und Reviere eine äußere Ordnung schaffen, kann sich das eventuell noch vorhandene innere Chaos verlieren. Insofern sind Vereinbarungen, Abmachungen, Verträge interpersonell wichtig und ein akzeptabler Disziplinierungsrahmen (Ordnungen, Strukturen, feste Abläufe).“
Univ.-Prof. Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 20. Juli 2018

Den Unterricht bieten können, den SchülerInnen verdienen:

„Verhaltensvereinbarungen ohne Sanktionsmöglichkeiten sind kontraproduktiv. U. a. bräuchten wir die Möglichkeit, SchülerInnen, die den Unterricht permanent stören, zeitweise in Timeoutklassen betreuen zu lassen. Es geht dabei nicht nur darum, diese SchülerInnen wieder so weit zu bringen, dass sie dem Unterricht folgen wollen, es geht auch darum, den anderen SchülerInnen den Unterricht bieten zu können, den sie verdienen.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ vom Mai/Juni 2018, S. 3

„Patience and self-control“:

„Individuals who displayed patience and self-control as a child or adolescent have better outcomes in terms of health, performance in school, labor market success, social competence, and lifetime income.“
Univ.-Prof. Dr. Sule Alan, „Good Things Come to Those Who (Are Taught How to) Wait“ (2014), S. 2

Erfolgsfaktor Geduld:

„Wir wissen […], dass sich die Fähigkeit zur Geduld sehr früh entwickelt, etwa im Alter von drei bis sechs Jahren. In dieser Zeit lernen Kinder, was das Wort ‚Morgen‘ bedeutet.“
Univ.-Prof. Dr. Matthias Sutter, Verhaltensökonom, Die Zeit online am 1. März 2014

Erziehungsnotstand in vielen Elternhäusern:

„Eltern wollen ‚das Beste‘ für ihr Kind. Doch unter den gängigen Idealen größtmöglicher Freiheit und zwanghafter Potenzialfahndung herrscht größtenteils Erziehungsnotstand. Um nicht unter den Verdacht autoritärer ‚Verzopftheit‘ zu geraten, retten sich Eltern in die Rolle des Freundes, Kumpels, Begleiters, Moderators oder Steigbügelhalters ihres Kindes und vertrauen auf Selbstregulation.“
Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „gymnasium“ vom März/April 2018, S. 20

Sekundärtugenden gefragt:

„Heute schauen die Personalchefs bei den Bewerbern um einen Arbeitsplatz nicht nur nach einem guten Abschlusszeugnis, sondern auch nach Anzeichen von Gewissenhaftigkeit und Durchhaltevermögen.“
Univ.-Prof. Dr. Terrie E. Moffitt u. a., „Ein besseres Leben dank früher Selbstbeherrschung“. In: „Spektrum der Wissenschaft“ vom Dezember 2014, S. 41

Wenig überraschende Erkenntnis:

„Classrooms and schools with more disciplinary problems are less conducive to learning, since teachers have to spend more time creating an orderly environment before instruction can begin.“
OECD (Hrsg.), „Education Indicators in Focus 29“ (Februar 2015), S. 3

„Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus“:

„In der Erziehung und in der Bildung kommt man ohne liebevolle Konsequenz und auch spürbare Konsequenzen nicht aus. In Erziehungsfragen gibt hier zum Beispiel Haim Omer mit der neuen Autorität eine eindeutige Antwort: Ob man es Wiedergutmachung, Konsequenz oder Nachholen von versäumter Arbeit nennt ist letztlich egal, am Ende ist es ein anderes Wort für Strafe. Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 7

Wie wahr!

„Ein Leitungs- und Wissenschaftspersonal, das die dunklen Seiten des Lehrerberufs genau und aktuell kennt, weil es selbst regelmäßig eigenverantwortlich in dieser schwierigen Praxis steckt, erfindet nicht nur Brave-Kinder-Pädagogik – sondern auch eine realistische Pädagogik. Illusionäre Konzepte aus Reform- und Alt-68er-Pädagogik verschwinden da schnell. Gemeinsames Lernen wird keine Erlösungsformel sein, Disziplin kein ‚No Go‘ sein, sondern die erste Pflicht für Schüler und Lehrkräfte.“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Dollase. In: ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 19

Seit vielen Jahren bildungswissenschaftlich evident, aber politisch ignoriert:

„An Österreichs Schulen kommt es im internationalen Vergleich zu sehr viel physischer und psychischer Gewalt, sehr viel Unterrichtszeit fällt Disziplinlosigkeit zum Opfer.“
Mag. Gerhard Riegler, Vorsitzender der ÖPU, quintessenzen.at am 23. März 2018

Kompetenzorientierung auf Kosten der Bildung:

„Viele Lehrerinnen und Lehrer bedauern, dass die Kompetenzorientierung die konkreten Inhalte verdrängt hat.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Die Furche vom 6. September 2018

Kritikfähigkeit gefährdet:

„Wenn die Schule von heute dazu übergeht, sich im Zuge der Kompetenzorientierung als reines Ankreuzinstrument zu verstehen, kann dies wohl nicht die erwünschte Richtung sein. Was wir brauchen sind Menschen, die Verhaltensweisen, Rituale und gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch hinterfragen, ganz im Sinn von Univ.-Prof. Liessmann, wenn er meint ‚Gebildet ist nicht derjenige, der eine Lesekompetenz aufweist, sondern derjenige, der ganz bestimmte Bücher gelesen hat und durch sie geprägt wurde.‘“
Mag. Alexander Keil, Organisationsreferent der AHS-Gewerkschaft, FCG, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 16

„Verzwecklichung von Bildung“:

„Meiner Auffassung nach wird man mit dieser Instrumentalisierung und Verzwecklichung von Bildung genau das Gegenteil von dem erreichen, was man beabsichtigt hatte. Die Menschen werden es auf dem Arbeitsmarkt schwerer haben, weil sie nicht die Distanz, die Übersicht, die Urteilsfähigkeit sowie die Fähigkeit, selbstverantwortlich zu handeln, mit sich bringen.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a., „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 33

Wissen würde Wertschätzung verdienen:

„Mitunter hat man überhaupt den Eindruck, dass in der angeblichen Wissensgesellschaft nichts so sehr verachtet wird wie der Erwerb von Wissen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 55

Die Bildungsferne der Kompetenzorientierung:

„Man kann mit Kompetenz zu allem fähig werden. Bildung bringt nicht zuletzt das zu Bewusstsein.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, „Der Bildungs-Rat der Gesellschaft für Bildung und Wissen“ (2015), S. 40

„Orientierung auf Friede, Freiheit und Gerechtigkeit“:

„Bildung an öffentlichen Schulen dient […] der Personwerdung des Einzelnen im Horizont des Gemeinwohls, also in der Orientierung auf Friede, Freiheit und Gerechtigkeit. Dem widerspricht schon grundsätzlich jede Verkürzung von aufklärerischer Bildung auf das Training vordergründig anwendungsorientierter, funktionaler Kompetenzen.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“.
In: „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 104f

„Bildende Vorbilder“:

„Durch die Herrschaft der standardisierten Verfahren wird das Leitbild eines Lehrertypus stillschweigend entsorgt, der nach Fachsystematik unterrichtete und im persönlichen Einstehen für Dinge und Menschen als bildendes Vorbild gelten konnte, der den sozialen Handlungsraum des Unterrichts und des Schullebens nach pädagogischen Gesichtspunkten frei (mit)gestalten konnte. Ersetzt wird diese persönliche Verantwortung durch vorgefertigte Sozialtechnologien, die Schülerinnen und Schüler in ihre Normerfüllung einweisen statt ihr Interesse an der Sache zu wecken und ihr Verhalten wie Regelsysteme steuern statt den Respekt vor dem Anderssein des Anderen durch Vorbild und allmähliche Einsicht aufzubauen.“
Univ.-Prof. Dr. Ursula Frost, Der Standard online am 23. Mai 2018

Schweden zog im Jahr 2011 die Konsequenzen:

„The 2011 curriculum spells out more clearly goals for knowledge to be acquired generally as well as by subject at the end of each cycle.“
OECD (Hrsg.), „Improving Schools in Sweden: An OECD Perspective“ (2015), S. 74

„Wer nichts weiß, muss alles glauben“ (Marie von Ebner-Eschenbach):

„In Zeiten, in denen angeblich alle vermeintlich alles wissen (können), hat derjenige die Nase vorn, der das ihm vorgesetzte ‚Wissen‘ überprüfen und einordnen kann. Mit der ‚kompetenten‘ Anwendung des Wissens allein ist es nicht getan.“
Neue Zürcher Zeitung online am 8. Juni 2018

„Betrug an jungen Menschen“:

„Kompetenzorientierung tötet systematisch jede Neugier, sie erlaubt es nicht, sich mit Fragen inhaltlich auseinanderzusetzen, sondern trainiert nur isolierte formale Fähigkeiten. Wer nur Lesekompetenz erwerben soll, ohne dass ihm je überzeugend klargemacht wird, welche lesenswerten Bücher es gibt, wird wenig Freude am Lesen haben und diese Kompetenz bald wieder verlieren. Das ist eigentlich Betrug an jungen Menschen, denen das Beste unserer Kultur vorenthalten wird.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Der Standard online am 4. Juni 2018

Bildungserfolg lässt sich fördern, aber nicht erzwingen:

„Praktische und wissenschaftliche Pädagogik wissen, dass man Bildungsprozesse – wenn man sie denn vollwertig versteht – eben nicht outputorientiert mit Standards und Test, nicht mit unterrichtsmethodischer Gleichschaltung und Überwachung durch Schulinspektionen erzwingen kann.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Imperative des ‚Wandels‘: Schulreform in der Postdemokratie“. In: Krautz u. a. (Hrsg.), „Time for Change?“ (2018), S. 21

Professionalität statt Rasterdenken:

„Evaluating teachers by the test scores of their students undermines professionalism and encourages teaching to the test.“
Univ.-Prof. Dr. Diane Ravitch, „Reign of Error – The Hoax of the Privatization Movement and the Danger to America’s Public Schools“ (2013), S. 22f

Nicht alles, was wichtig ist, ist messbar:

„The goal of the school activities is not simply that children should produce outstanding results in their major subjects. It is equally important that they develop a liking for learning; that they dare undertake risks; that their imagination, self-confidence, management skills, self-discipline should be enhanced; that they become open and successful, satisfied adults acting in an efficient way. These effects of the school cannot be quantified, but that does not mean it is less important than measurable performance.“
Dr. Andrea Frank u. a., „Freedom and Creativity – Programmes of the Israel Center for Excellence through Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support II. Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 83

Finnlands LehrerInnen genießen Vertrauen:

„In Finland, half of surveyed teachers responded that they would consider leaving their job if their performance would be determined by their student’s standardized test results.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, Washington Post vom 15. Mai 2013

Inhalte und Werte, die in keinen Raster passen:

„Ein Feedback-System, das sich eine Verbesserung des Schulsystems auf seine Fahnen heftet und sich dabei auf messbare Lernergebnisse beruft, läuft Gefahr, das Gegenteil zu bewirken, ist doch die Versuchung groß, genau das zu unterrichten und zu forcieren, was getestet wird und was sich leicht messen lässt, und Inhalte zu vernachlässigen, deren Lernfortschritte sich schwer evaluieren lassen. Kreativität, Kunstverständnis, Musisches und vieles andere mehr passen in keinen Testraster. Die Frage nach der Nützlichkeit solchen Unterrichts wird in Folge rasch gestellt, und ‚teaching to the test‘ verdrängt in kürzester Zeit sämtliche noch verbliebene pädagogische Freiräume.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied des ZA-AHS, ÖPU, „gymnasium“ vom Mai/Juni 2018, S. 22

In einer OECD-Publikation(!) zu lesen:

„The monitoring of student outcomes must extend beyond knowledge skills in key subject areas and include broader learning outcomes, including students’ critical thinking skills, social competencies, engagement with learning and overall well-being.“
OECD (Hrsg.), „Synergies for Better Learning“ (2013), S. 25

Teaching to the test:

„If teachers are judged largely on results from standardised student tests, they may 'teach to the test', focusing only on skills that are tested and giving less attention to students’ wider developmental and educational needs.“
OECD (Hrsg.), „Improving Schools in Wales“ (2014), S. 31

„Permanente Kontrolle“:

„Der grundsätzliche Fehler dürfte wohl darin bestehen, dass man einerseits der Schule zu viel zumutet und andererseits auf permanente Kontrolle – oft euphemistisch mit den Unwörtern ‚Testkultur‘ und ‚Feedback-Kultur‘ umschrieben – nicht verzichten will.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, seit Dezember 2017 Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 9. April 2014

„Zutiefst kontraproduktiv“:

„Das ständige Vergleichen, Reihen und Werten im Bildungssystem führt zweifellos zu einer permanenten Verunsicherung und Nervosität und einem – um es mit Hegel zu sagen – ‚unglücklichen Bewusstsein‘, das den entscheidenden Intentionen von Bildung gegenüber zutiefst kontraproduktiv ist.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 22

Pädagogik braucht Freiheit:

„Es wäre ein Fehler, würde die heutige Bildungspolitik dazu führen, dass Schulen und Lehrkräfte das eigenständige Denken, Erkennen und Urteilen nicht mehr schulen und fördern könnten – zum Beispiel, weil sie immer weniger Freiheiten geniessen, mit sogenannten ‚Bildungsreformen‘ überhäuft werden und von bürokratischem Unsinn zugedeckt werden.“
Neue Zürcher Zeitung online am 8. Juni 2018

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Testen, Vermessen und Evaluieren auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/testen-vermessen-und-evaluieren.


Bücher und Zeit zum Lesen:

„Two of the most influencing factors with regard to home characteristics are the number of books at home and the amount of time students spent on reading outside school.“
Dr. Sonja Nonte u. a., „Promoting reading attitudes of girls and boys“ (2018), S. 17

„An enormously important role“:

„Parents play an enormously important role in supporting their children in their literacy development throughout their school years. When children enter primary school, many parents reduce the amount of reading they do with their children, seeing literacy as the school’s responsibility.“
EU-Kommission (Hrsg.), „EU High Level Group of Experts on Literacy. Final Report“ (2012), S. 64

Die frühkindliche Diskriminierung findet im Elternhaus statt:

„28 % der Kinder zwischen 3 Monaten und 3 Jahren wird (fast) nie vorgelesen. In bildungsfernen Familien ist der Anteil der Eltern, die (noch) nicht vorlesen, besonders hoch. Dass Eltern Lesen und Vorlesen für bedeutsam halten, reicht nicht aus, um dies von Beginn an zu tun.“
Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – aber ab wann?“ (2017), S. 17

„Parents’ enjoyment of reading”:

„From an early age, a significant contributor to children’s motivation to read and reading achievement is their parents’ attitudes and behaviors toward reading. For example, studies have shown that parents’ enjoyment of reading and their reading for pleasure are related to children’s motivation to read, children’s own recreational reading, and children’s reading achievement.“
IEA (Hrsg.), „Policy Brief 9“ (Dezember 2015), S. 2

Die Differenz der ersten drei Lebensjahre:

„At age three, children from professional families speak 50 % more words than children from working-class families and more than twice as many compared to children from welfare families.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman u. a., „The economics of human development and social mobility“ (2014), S. 8

„Gute Zukunft braucht eine andere Gesellschaft“:

„Solang man […] nicht die Eltern dazu bringt, ihren Kleinkindern wieder regelmäßig vorzulesen und wir als Gesellschaft weiterhin nur das Nötigste in die Kinder investieren, so lang wird die Schule in der Rolle des Sündenbocks verharren müssen. Gute Zukunft braucht eine andere Gesellschaft.“
Univ.-Prof. Dr. Kurt Kotrschal, Die Presse online am 9. Oktober 2018

Gerechte Bildungs- und Entwicklungschancen für möglichst viele Kinder schaffen:

„Wenn Leseförderung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begriffen wird, können wir bis 2020 den Anteil der Eltern, die zu selten vorlesen, auf 20 Prozent senken, bis 2030 auf 10 Prozent. Dann verfügen neun von zehn Kindern über die Bildungs- und Entwicklungschancen, die ihnen gerechterweise zustehen.“
Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der „Stiftung Lesen“, bildungsklick.de am 14. Oktober 2016

„Guidance and advice for parents“:

„Getting books and other reading materials into every family’s home – especially to provide reading materials for parents and children who cannot afford to buy them – is a monumental and necessary task, but it is not enough on its own. Successful book-gifting schemes do not just provide books and information; they also provide practical, hands-on support, guidance and advice for parents.“
EU-Kommission (Hrsg.), „EU High Level Group of Experts on Literacy. Final Report“ (2012), S. 59

„Kinder, die am Ende der Pflichtschule nicht sinnerfassend lesen können“:

„Bleibt das Vorlesen im Kleinkindalter aus, müssen die Kinder grundlegende Sprachkenntnisse später mühevoll nachholen, und dafür reicht die Schulzeit oft nicht aus. Deshalb haben wir viele Kinder, die am Ende der Pflichtschule nicht sinnerfassend lesen können.“
Andrea Walach, Direktorin einer NMS in Wien Margareten. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 19

Keine Frage des Geldes:

„The Programme for International Student Assessment (PISA) and many other studies show that children whose parents engage in activities such as reading, writing words, telling stories and singing songs not only tend to achieve better reading and numeracy skills, but are also more motivated to learn.“
OECD (Hrsg.), „Engaging Young Children“ (2018), S. 23

Hunderte bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des familiären Umfelds befinden sich auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld.


Wie wahr!

„Sonderproblem des heimischen Schulwesens ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Bis 40 Prozent sind bewältigbar, sagt der OECD-Experte Andreas Schleicher im KURIER. Darüber wird es schwierig. Doch in Österreich gibt es nicht wenige Klassen, in denen 100 Prozent der Schüler eine andere Umgangssprache haben als Deutsch.“
Dr. Martina Salomon, Chefredakteurin, Kurier online am 6. Oktober 2018

Anzahl der „Brennpunktschulen“ steigt rasant:

„Im Durchschnitt hat ein Viertel aller SchülerInnen in Österreich eine andere Umgangssprache als Deutsch, mit starken regionalen Unterschieden (beispielsweise beträgt der Anteil der SchülerInnen mit nicht-deutscher Umgangssprache in Neuen Mittelschulen im bundesweiten Durchschnitt 31,2 %, beispielsweise in Kärnten 16,4 % und in Wien 72,8 %). […] Im Integrationsdiskurs präsent sind seit einiger Zeit auch Schulen, die vor besonderen Herausforderungen stehen – Stichwort ‚Brennpunktschulen‘. Untersuchungen zeigen, dass alle SchülerInnen, die eine solche Schule besuchen, schlechtere Schulleistungen aufweisen – unabhängig davon, ob sie Deutsch als Umgangssprache verwenden oder nicht. Bei SchülerInnen mit einer nicht-deutschen Umgangssprache ist die negative Korrelation jedoch um ein Vielfaches höher.“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 46

Verdreifachtes Risiko:

„Die letzte PISA-Testung stellte unseren 15-Jährigen mit Migrationshintergrund im Ländervergleich ein miserables Zeugnis aus. […] SchülerInnen mit Migrationshintergrund tragen in Österreich ein dreifach so hohes Risiko, sehr schwache Schüler zu sein, wie ihre KollegInnen, die ausschließlich Deutsch sprechen.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 8

Bundesweit jedes fünfte Kind nicht schulreif:

„Fast jedes fünfte der 83.000 Kinder, die heuer aus dem Kindergarten gekommen sind und mit der Schule begonnen haben, starte als ‚außerordentlicher Schüler‘ oder in einer Vorschule. Zwar finden sich darunter auch Kinder ohne Migrationshintergrund, der Hauptgrund ist aber die Sprachbarriere.“
Kurier online am 6. September 2018

Sprache Schlüssel zur Integration:

„Ohne die deutsche Sprache kann in Österreich nichts bewerkstelligt werden. Sie ist die Basis für kulturelle und gesellschaftliche Integration.“
Prof. Mag. Ilan Knapp. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 12

Herausforderung enormen Ausmaßes:

„Die Schule allein wird das nicht lösen können. Es ist nicht nur ein bildungspolitisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. September 2018

Folge jahrzehntelangen politischen Versagens:

„Österreichs Schulwesen ist mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert, deren enorme Dimension Folge jahrzehntelangen politischen Versagens ist. Diese Zusatzaufgaben zu bewältigen, ist für Frieden und Wohlstand in unserem Land unverzichtbar.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 5

„Integrationsmotoren“:

„Ich bin […] überzeugt, dass das Bildungssystem und der Arbeitsmarkt die wichtigsten Integrationsmotoren sind. Die Schule ist zudem ein Ort des sozialen Lernens. Dafür sind Offenheit für Begegnungen und die Beherrschung der Unterrichtssprache Deutsch notwendig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 14

Hoffentlich „gerade noch rechtzeitig“:

„Der Unterrichtsminister zieht die bildungspolitische Notbremse, gerade noch rechtzeitig für die zahlreichen Schüler, die derzeit ohne ausreichende Kenntnisse in der Unterrichtsprache und in Mathematik kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt vorfinden.“
Mag. Harald Pennitz, stv. Vorsitzender des FA Steiermark, ÖPU, Leserbrief an die Kleine Zeitung vom 2. Oktober 2018

ERSTE wichtige Maßnahmen:

„Ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr, Deutschklassen für Kinder und Jugendliche, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, verstärkte Aufklärung über den Wert der Bildung und die im Regierungsprogramm festgehaltene Bildungspflicht sind erste wichtige Maßnahmen.“
Mag. (FH) Franz Wolf, Direktor des ÖIF. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 17

„Konsumverwahrlosung“:

„Wir haben auch eine Konsumverwahrlosung, bei der kein in sich gefügtes ethisches und moralisches Werte-Set vorgelebt wird. Das sind dann Kinder, die auf einem Samtpolster als bestauntes, monumentales Ereignis durch ihre frühe Kindheit kutschiert werden.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, news4teachers.de am 16. Juni 2018

„Helikoptereltern“:

„Waren es bislang die an Bildungsfragen weitgehend desinteressierten Eltern, die den Schulen zu schaffen machten, so gesellt sich neben diese Problemgruppe in wachsender Stärke eine Gruppe, die das totale Gegenstück darstellt: Eltern, die schier obsessiv entschlossen sind, alles und noch mehr für ihr Kind zu tun.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Helikoptereltern – Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung“, Referat an der KPH Wien/Krems am 27. Oktober 2014

„Überförderte PrinzessInnen“:

„In den frühen Kindheitsjahren überförderte PrinzessInnen fallen in der Gruppe von 25 Kindern in der Schule aus allen Wolken, wenn sie erstmals erleben, dass sie doch nicht die ‚Größten und Besten‘ auf weiter Flur sind, wie es ihnen ihre Eltern immer wieder vorgegaukelt haben.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
VCL news vom Dezember 2017

Narzissmus:

„Children seem to acquire narcissism, in part, by internalizing parents’ inflated views of them (e.g., 'I am superior to others' and 'I am entitled to privileges'). […] Self-esteem was predicted by parental warmth, not by parental overvaluation.“
Eddie Brummelman u. a., „Origins of narcissism in children“ (2015), S. 1

Hyperaktive Eltern und ihre Schnecken:

„Pädagogisch hyperaktive Eltern würden genau das Gegenteil als Nachwuchs bekommen – nämlich ganz langsame ‚Schnecken‘, die geduldig darauf warten, dass die Mama als ‚Rotkreuz-Schwester‘ herbeiflitze und ihrem Schätzchen den O-Saft bringe.“
Dr. Jan-Uwe Rogge, Familienberater und vielfacher Buchautor, http://www.kreiszeitung.de am 14. November 2014

Der unverzichtbare Wert des Elternhauses:

„The best recent evidence is that on average the highest-quality child care, especially in the early years, comes from a child’s own parents.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 248

„Family is of crucial importance“:

„Investment in early childhood interventions brings the biggest returns in terms of securing higher levels of skills and positive adult outcomes. In those years, family is of crucial importance and the patterns of interaction between parents and children have a significant impact on cognitive, social and emotional skills.“
OECD (Hrsg.), „Skills for Social Progress“ (2015), S. 38

Elternhaus schützen!

„Es gibt immer noch Eltern, die in sich ruhen und intuitiv ihren Kindern eine gesunde Entwicklung ihrer Psyche ermöglichen. Doch der Widerstand gegen ein Umfeld, in dem Kinder wie kleine Erwachsene behandelt werden, wird immer schwieriger.“
Dr. Michael Winterhoff, „Die Wiederentdeckung der Kindheit – Wie wir unsere Kinder glücklich und lebenstüchtig machen“ (2017), S. 54

Gegenseitige Wertschätzung unverzichtbar:

„Schule funktioniert nur mit gegenseitiger Wertschätzung – der Schule den Eltern gegenüber, der Eltern der Schule gegenüber, innerhalb der Familien.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Der Spiegel vom 4. November 2017

Mehr Investitionen, mehr Miteinander, mehr Ernsthaftigkeit:

„Wir müssen mehr in die Qualität investieren. Und es müssen Eltern und Schule an einem Strang ziehen, um die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft klarzumachen. Die Ernsthaftigkeit dem Schulsystem gegenüber möchte ich schon einmahnen. Das ist woanders viel klarer. In Singapur ist die Meinung: Bildung ist das einzig Entscheidende.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Niederösterreichische Nachrichten online am 2. Oktober 2018

Vertauschte Rollen:

„Die moderne Didaktik betont, Unterricht müsse vor allem anregend sein, Spaß machen. Die Eigenanstrengung beim Lernen blendet sie gerne aus. Wenn Spaß die höchste pädagogische Kategorie ist, drängt man die Lehrkraft in die Rolle des Entertainers und gibt letztlich ihm die Schuld, wenn der Schüler bei der Klassenarbeit oder Prüfung versagt.“
guteschuleblog.wordpress.com am 4. September 2018

Die Angst vor der Wahrheit:

„Fast scheint es, als wollten wir uns verbieten, ehrlich von besseren und schlechteren Leistungen zu sprechen, weil wir eigentlich ganz genau wissen: Alle können nicht gut sein.“
Deutschlandfunkkultur online am 5. April 2018

Berlin, seit vielen Jahren Träger von Deutschlands roter Laterne:

„Mit Zusatzressourcen für Brennpunktschulen ändert man nicht die Ermäßigungspädagogik, die in vielen Berliner Schulen vorherrscht und in der Bundeshauptstadt nicht einmal kritisiert, geschweige denn geändert wird.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 11. August 2018

Der Druck, sachlich falsche Leistungsbeurteilungen zu erteilen:

„Der setzt oft ein, sobald es etliche negative Noten gibt. Daran ist für viele Vorgesetzte immer der Lehrer schuld. Deshalb haben viele Lehrer innerlich resigniert und verschenken halt die Noten, damit sie ihre Ruhe haben.
Dr. Andreas Unterberger, Online-Journalist des Jahres 2010, www.andreas-unterberger.at am 4. März 2015

Gestörtes Verhältnis zur Leistung:

„Statt zu fragen: ‚Was hätte ich besser machen können?‘, heißt es ‚Wieso hat der Mitschüler eine bessere Note als ich?‘ Man ist häufig nicht einmal bereit anzuerkennen, dass der andere mehr getan hat als man selbst.“
Univ.-Prof. Dr. Evi Hartmann, Die Presse online am 27. Mai 2018

Leistungsbereitschaft:

„‚Schule soll zur Anstrengung anhalten, um die Schüler auf das spätere Berufsleben vorzubereiten.‘ Zu Erfolgsaussichten würden Chancen schließlich erst durch Anstrengung. Und schließlich bereite Leistung gerade jungen Menschen auch Freude, weil sie etwas sehr Individuelles sei.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, www.dtoday.de am 15. Mai 2014

Schwindel statt Schulpolitik:

„Damit auch wirklich jeder Schüler seine persönlichen Erfolgserfahrungen machen kann, wird dann eben das Niveau diesem Schüler angepasst. […] Da wird – egal, wie erfüllend und produktiv das Lernen für den Schüler ist – so weit heruminterpretiert an den Lernergebnissen und Erfahrungen, dass es am Ende als Erfolg wahrgenommen werden kann.“
Univ.-Doz. Dr. Detlef Zöllner, Der Standard vom 16. Juni 2014

Entwertung von Noten und Zeugnissen:

„Wenn heute die Gymnasien ständig steigende Schülerzahlen und sinkende Wiederholerquoten melden, dann liegt der Verdacht nicht fern, dass nicht vorrangig die Leistungen, sondern eher die Bewertungen besser geworden sind.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Oktober 2014, S. 21

Eine Schule, die den Talenten und Bildungserwartungen gerecht wird:

„Schule soll leistungsorientiert sein, vielleicht leistungsorientierter werden. Sie soll eine Differenziertheit aufweisen von Schultypen und Arten, um auf differenzierte Talente und Bildungserwartungen eingehen zu können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, NEWS online am 14. April 2018

Die Motivation dosierter Überforderung:

„Vielleicht müssen wir erkennen, dass es für bestimmte junge Menschen reizvoll sein kann, vor schwierigen Aufgaben zu stehen. Eine bestimmte Form von dosierter Überforderung kann motivierend sein, wenn es richtig gemacht wird und es nicht zu Leistungsterror führt – das brauchen wir nicht mehr.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Umdenken der OECD:

„Das Wiederholen einer Klassenstufe, d. h. die Praxis, Schüler in derselben Klassenstufe zu behalten, wird dazu genutzt, Schülern mit Problemen mehr Zeit zu geben, die für die jeweilige Klassenstufe angemessenen Inhalte zu beherrschen, bevor sie in die nächste Klassenstufe versetzt werden (und so zu verhindern, dass sie die Schule frühzeitig verlassen).“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 190

Kein Stigma, sondern Weg zum Bildungserfolg:

„Das Wiederholen einer Klasse dürfe kein Stigma sein; viele Kinder bringe es sogar voran. Und wer etwa sitzenbleibe, weil er ‚allzu cool‘ sei, dem helfe mitunter eine ‚leidvolle Erfahrung‘.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Die Tagespost online am 13. März 2017

Erfolge wie Misserfolge Teil des Lernprozesses:

„Motivation gelingt nur dann, wenn Erfolge wie Misserfolge als Teil des Lernprozesses zugelassen werden – ohne dass das emotionale Verhältnis zum Lehrer dadurch erschüttert wird.“
Dr. Christine Eichel, „Deutschland, deine Lehrer - Warum sich die Zukunft unserer Kinder im Klassenzimmer entscheidet“ (2014), S. 67

„Das Wiederholer-Jahr ist ein staatlich finanzierter Nachhilfeunterricht“:

„Oft ist Sitzenbleiben der Startschuss für eine doch noch erfolgreiche Schulkarriere, man findet Anschluss, hat wieder Erfolgserlebnisse. Das stärkt auch das Selbstbewusstsein.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Süddeutsche Zeitung online am 21. Juni 2015

Keine Einsparungen auf Kosten derer, die mehr Zeit brauchen!

„Es darf einer hochentwickelten Gesellschaft […] nicht zu teuer sein, Kindern mit Großdefiziten ein weiteres Schuljahr zu finanzieren.“
Michael Felten, „Nur Lernbegleiter? Unsinn, Lehrer! Lob der Unterrichtslenkung“ (2016), S. 22

PISA 2012:

„In Portugal gaben 22,4 Prozent der 15-Jährigen bei Pisa an, während der Primarstufe wiederholt zu haben. In Frankreich waren es 17,8 Prozent, in Spanien 12,2 Prozent.“
Die Welt online am 20. Februar 2013

In Österreich waren es 4,7 %, in Deutschland 8,8 %.

Defizite beheben statt übersehen!

„Gerade in der ersten Klasse ist der Stoff so wichtig und umfangreich und der Alltag in der Schule so neu für die Kinder, dass Defizite aus der ersten Klasse nie wieder aufgeholt werden. Daher sollte gerade hier eine Wiederholung der Klasse nicht nur möglich, sondern zwingend notwendig sein, wenn man den Stoff nicht beherrscht. In der ersten Klasse wird der Grundstock für das weitere Lernen gelegt.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 11

Zufall?

„Bayern, das Bundesland mit den meisten Sitzenbleibern, schneidet bei Bildungstests besonders gut ab. Berlin, fast ohne Sitzenbleiber, am schlechtesten.“
Tagesspiegel online am 2. April 2017

Bisherige Versuche gescheitert:

„Es gibt noch keine Methode, Sitzenbleiben überflüssig zu machen.“
Univ.-Prof. Dr. Dieter Neumann, Rheinische Post vom 19. Februar 2013

Auf das Interesse der SchülerInnen fokussieren!

„Es macht wenig Sinn, Schüler mitzunehmen, die die Bildungsziele nicht erreicht haben. Es vergrößern sich eher die Unterschiede zwischen jenen, die es können, und jenen, die es nicht können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Österreich online am 2. Oktober 2018

Zahlreiche bildungswissenschaftliche Zitate zum Repetieren auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/repetieren.


Durchschnittsniveau über- und unterfordert:

„Studien zeigen, dass für einen überdurchschnittlich intelligenten Schüler Unterricht, in dem die Lehrkraft sich am Durchschnittsniveau orientiert, nicht fördernd und anregend genug ist. Je heterogener die Schüler sind, umso schwieriger wird es, die einzelnen möglichst gut zu fördern.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2018, S. 5

Schwedens Gesamtschule am Ende:

„The PISA 2012 report, published in late 2013, has come as a shock to a number of countries. Sweden scored particularly low and the call for change is very loud there. More focus on differentiation and the development of excellence programs could be a way forward.“
Univ.-Prof. Dr. Marca Wolfensberger, „Talent Development in European Higher Education“ (2015), S. 255

Ideologisch bedingtes Ignorieren empirischer Realität:

„Für jedes Kind soll das Gleiche gleich gut sein, auch wenn das Gegenteil hinreichend belegt ist.“
Univ.-Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 14. Juni 2018

England:

„7 % of the British children aged between 4 and 18 years attend independent schools […] There is fierce competition for admission, as for many parents it is important to send their children to an independent school, and they are willing to pay even a high price.“
Dr. Judit Pásku u. a., „Talent Development Traditions and New Endeavours in Great Britain in the 21st Century“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 101

„Da muss man gegensteuern“:

„Wenn nur Kinder von Arbeitern und Immigranten im Gymnasium – das dann auch noch Gesamtschule heißt – sitzen, und die Kinder der Generaldirektoren vom Kindergarten bis zur Uni durch Privatinstitutionen laufen, ist dieses gemeinschaftliche Element verloren gegangen. Das ist ein zu hoher Preis für eine gemeinsame Schule, die dann eben keine gemeinsame Schule mehr ist. Da muss man gegensteuern.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Bayerns Schulwesen, Europas Nr. 1:

„Unser Ziel ist, dass nicht jeder Schüler das Gleiche bekommt, sondern das, was er wirklich braucht.“
Dr. Markus Söder, Ministerpräsident Bayerns, „Das Gymnasium in Bayern“ vom Mai 2018, S. 9

Bayerns vielfältiges Schulwesen:

„Das bayerische Bildungssystem erhält bei Untersuchungen immer wieder Bestnoten. In den großen nationalen Leistungsvergleichen und unabhängigen Studien belegen Bayerns Schüler regelmäßig den ersten Platz. Kein anderes Bundesland kann eine so kontinuierliche Spitzenstellung aufweisen, die Erfahrungen der Bürger bestätigen dies.“
Focus online am 5. April 2018

Bestmögliche Bedingungen für bestmögliche Leistungen:

„Das differenzierte Schulwesen ist eine zentrale und wichtige Säule unseres Schulsystems. Wir müssen unseren Kindern die bestmöglichen Bedingungen für ihre Entwicklung bieten. Nur in einem Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen, werden sie ihre bestmöglichen Leistungen abrufen können. Die Schüler sollen nach ihren Begabungen und Fähigkeiten gefördert und gefordert werden.“
Dir. Mag. Norbert Santner, Kärntner Landessprecher von Pro Gymnasium, meinbezirk.at am 29. August 2018

Klares Bekenntnis zur Vielfalt:

„Um die Kinder für die Zukunft vorzubereiten, ist die Vielfalt in einem differenzierten Schulsystem ein ganz wesentlicher Baustein.“
Rudolf Mair, seit 1. Juli 2018 Bildungsdirektor Salzburgs, Salzburger Nachrichten online am 27. Juni 2018

Erfreuliches Umdenken in der IV:

„Eine Stärke des österreichischen Bildungssystems liegt ja gerade in seiner Differenziertheit.“
Mag. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Presseaussendung vom 11. September 2018

Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand 28. September 2018)



Deutschland::
Österreich:
Großbritannien
EU-Mittelwert:
Finnland:
Schweden:
Frankreich:

 
6,1 %
8,4 %
11,0 %
14,8 %
17,4 %
17,9 %
20,4 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
10
10
16

16
16
15
AMS, „Übersicht über den Arbeitsmarkt“ (September 2018), S. 6

Arbeitslosenquote 20- bis 29-Jähriger nach Geburtsort (Stand 2017)

Österreich:
anderer EU-Staat:
Drittstaat:
6,1 %
9,0 %
16,1 %
Eurostat, Abfrage vom 1. Oktober 2018

Österreich im „Spitzenfeld“:

„Unemployment rates of first-generation immigrants exceed unemployment rates of natives by 50 to 100 percent in Croatia, France, Finland and Germany. The relative gap between people with and without immigrant background is especially high in Luxemburg (127 %), Sweden (188 %), Austria (203 %) and Belgium (221 %).“
Prof. Dr. Holger Bonin, „The Potential Economic Benefits of Education of Migrants in the EU“ ( 2017), S. 27

Sprache Schlüssel zur Bildung:

„Nur wer Deutsch beherrscht, kann sich in Österreich bilden. Oberstes Ziel ist es daher, Schülerinnen und Schüler mit anderen Umgangssprachen rasch und direkt an das nötige Sprachniveau heranzuführen.“
Prof. Mag. Ilan Knapp. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 12

Wo Integration nicht stattfindet:

„Oft kommen Kinder in die Schule, die hier geboren sind und trotzdem kaum Deutsch sprechen.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 8

Faire Chancen setzen Kenntnis der Unterrichtssprache voraus:

„Oft sind es mangelnde oder schlechte Deutschkenntnisse, die die schulische Laufbahn von Kindern, die aus dem Ausland zu uns kommen, begleiten. Umso wichtiger ist es, genau hier anzusetzen und gezielt jene Kinder und Jugendlichen zu fördern, die unzureichende Kenntnisse der Unterrichtssprache aufweisen. Nur so können wir eine gleichberechtigte Teilhabe von allen Kindern und Jugendlichen fördern und eine gute Integration junger Menschen in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt sicherstellen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Presseaussendung vom 11. September 2018

Chancen vor dem Schuleintritt:

„Without pre-school education, the children of labour migrants start off with an enormous language development delay. […] Attending pre-school, or getting off to an early start at nursery school, prepares them for primary school by improving their second language skills.“
Univ.-Prof. Dr. Maurice Crul u. a., „super diversity“ (2013), S. 52

Um ein ganzes Jahr voraus:

„According to PISA, native-born children of immigrants who attended pre-primary school are a full year ahead of their peers who stayed at home, in terms of reading skills.“
OECD (Hrsg.), „OECD Skills Outlook 2015“ (2015), S. 57

Estlands Offensive für Kinder, deren Umgangssprache nicht die Sprache des Landes ist:

„In Estonia, where there is publicly-funded universal ECE (Anm.: Early Childhood Education), the enrollment level of these children is very high: 100 % for ECED (Anm.: Early Childhood Education für die ersten drei Lebensjahre) and PPE (Anm.: Pre-Primary education zwischen dem 3. Geburtstag und dem Schuleintritt).“
IEA (Hrsg.), „Early Childhood Policies and Systems in Eight Countries“ (2016), S. 68

Schule allein kann nicht alles lösen:

„Es brauche jetzt dringend ein ganzes Bündel an Maßnahmen – aber dabei dürfe man die Schule auf keinen Fall alleine lassen. Denn die Schule allein könne nicht alles lösen. Es gehe auch um die Wohn-, Sicherheits- und Familienpolitik. […] Man sei jetzt an einem Punkt angelangt, wo man nur mit pädagogischen Mitteln nichts mehr ausrichten könne.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 17. September 2018

Die traurige Wirklichkeit dessen, was der Bevölkerung als „Inklusion“ verkauft wird:

„TALIS 2013 results show that, across all participating systems, teachers who teach a larger number of students with special needs are employed in less supportive and collaborative, as well as low-resourced, school environments. Students in high-need classrooms are more likely to be taught by less-experienced teachers and by those who have received less training than teachers in other classrooms.“
OECD (Hrsg.), „Teaching in Focus 23“ (September 2018), S. 3

UN-Behindertenrechtskonvention politisch missbraucht:

„Die UN-Behindertenrechtskonvention verbietet weder die Beschulung in Spezialeinrichtungen, wenn sie der Förderung des betroffenen Kindes am besten dienen, noch lässt sich auf ihrer Grundlage das Ende einer eigenständigen sonderpädagogischen Ausbildung fordern.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 14. Juni 2018

Abschaffung der Sonderschulen im Widerspruch zur UN-Konvention:

„Weiterhin so zu tun, als sei das Wohl aller Kinder von dem Besuch einer sog. Regelschule abhängig, ist absurd und steht der tatsächlichen Zielsetzung der UN, eine bestmögliche Förderung und Unterstützung im Falle einer Behinderung zu leisten, sogar unversöhnlich entgegen.“
Horst Audritz, Vorsitzender des Philologenverbandes Niedersachsens, bildungsklick.de am 25. Juli 2018

Sowohl als auch, nicht entweder oder:

„Wer über Inklusion redet, muss auch über Förderschulen sprechen. Für mich sind das zwei Seiten einer Medaille, wenn es darum geht, alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern und für sie den bestmöglichen Förderort zu finden.“
Yvonne Gebauer, Bildungsministerin Nordrhein-Westfalens, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 12. Juli 2018

Auflösung spezieller Einrichtungen „keine vertretbare Lösung“:

„Als besonders schwierig erweist sich die gemeinsame Beschulung von Schülern, die schwere Verhaltensstörungen aufweisen. Häufig sind sie massiven Ablehnungen ausgesetzt, geraten in Außenseiterrollen, die sie nur schwer ertragen können, und bleiben in der Klasse ohne innere Anbindung. In überschaubaren pädagogischen Settings mit einer intensivpädagogischen Betreuung geht es ihnen zwar nicht immer, aber häufig besser. Erst dort finden sie einen Raum, in dem sie sich mit ihren Schwierigkeiten angenommen fühlen. Die Erfahrung zeigt, was die empirische Forschung bestätigt: Die Auflösung spezieller Einrichtungen stellt für diese Schüler keine vertretbare Lösung dar. Denn dann bahnen sich andere institutionelle Lösungen den Weg, psychiatrische Einrichtungen und Klinikschulen werden umso häufiger frequentiert.“
Univ.-Prof. Dr. Bernd Ahrbeck, „Das Gleiche ist nicht immer gleich gut“.  In: „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Juli/August 2014, S. 15

Kinder mit besonderen Bedürfnissen vor Missbrauch schützen:

„Es muss vermieden werden, dass Schüler mit Anforderungen konfrontiert werden, denen sie nicht gewachsen sind. Inklusion ist insofern nur dann im Sinne des Kindeswohls, wenn begründete Aussichten bestehen, dass ein Schüler das Bildungsziel der betreffenden Schulform – durchaus mittels Nachteilsausgleich – erreichen kann und auch die Regelklasse durch die Inklusion nicht über Gebühr beeinträchtigt wird. […] Wer all diese Argumente über Bord wirft und auf Zwangsinklusion macht, der instrumentalisiert (vulgo: missbraucht) junge Menschen für seinen marxistischen Egalisierungswahn.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, www.tichyseinblick.de am 18. Mai 2018

Etikettenschwindel:

„Inklusion ist oft ein Etikettenschwindel. Kinder können im Unterricht dabei sein, aber sie werden nicht spezifisch gefördert.“
Univ.-Prof. Dr. Rainer Dollase, „Die Vision des Machbaren“. In: „Die politische Meinung“ Nr. 525, März/April 2014, S. 65

Sonderpädagogik braucht ein eigenes Lehramtsstudium, nicht nur Schnellsiederkurse:

„One of the most striking observations from TALIS is that only a small percentage (27 %) of teachers who participated in special needs education training felt that such programmes had a large positive impact on their teaching practice.“
OECD (Hrsg.), „Teaching in Focus 23“ (September 2018), S. 4

Politik auf dem Rücken der Schwächsten:

„The shortage of special education teachers combined with the greater inclusion of children with disabilities into mainstream classrooms has forced schools in many countries to employ teachers without the appropriate qualifications.“
North Cook, „Who Needs Special Education Professional Development?“ (2018), S. 9

Gelebte Ahnungslosigkeit?

„Die Vorstellung, man könne sie ein paar Stunden an dieser und danach an einer anderen Schule wirken und somit den Kontakt zu den einzelnen Förderschülern immer wieder unterbrechen und abbrechen lassen, ist so absurd, dass man sich ernsthaft fragen muss, ob die politischen und administrativen Autoren solcher Pläne wirklich wissen, was sie da tun.“
Univ.-Prof. Dr. Hermann Giesecke, „Inklusion. Ein pädagogisch-politischer Irrtum“ (2015), S. 17

Notenwahrheit:

„Vieles spricht für, nichts gegen das klassische Notensystem. Menschen werden letztlich ihr ganzes Leben lang nach ihren Leistungen beurteilt und das ist auch in Ordnung.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 13

Klare und verlässliche Rückmeldungen

„Das Ziffernnoten-System hat sich bewährt und ist extrem wichtig, um klare und verlässliche Rückmeldungen zu erhalten.“
Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes, Mannheimer Morgen online am 8. Jänner 2018

Mut zur Wahrheit:

„Lernen heißt auch - wenn auch nicht nur - aus Fehlern lernen. […] Dazu gehört aber auch der Mut, zuerst einmal zu sagen: Das ist falsch! […] Niemand macht gerne Fehler - es ist meines Erachtens aber nicht richtig, Kindern und jungen Menschen diese Erfahrung, dass sie eben auch Fehler machen, aus falsch verstandener Empathie zu nehmen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Der Standard vom 14. April 2014

Keine „Vollkasko-Erfolgsgarantie-Erziehung“!

„Kinder müssen die Chance auf Erfolg und das Recht auf Irrtum haben. Sind aber die Erfolgsaussichten nahe bei hundert Prozent, dann ist man unterfordert und langweilt sich. Sind die Erfolgsaussichten zu gering, so resigniert man und steckt zurück.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Helikoptereltern – Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung“,
Referat an der KPH Wien/Krems am 27. Oktober 2014

Wichtiges Element des Lernprozesses:

„Die Schule hat die Aufgabe, die Leistungen der Schüler zu beurteilen, das gehört zum Lernprozess.“
Univ.-Prof. Dr. Walter Herzog, derbund.ch am 5. Jänner 2015

Ehrliche Gutachten!

„Ein Lehrer, der, damit er keine Konflikte mit den Schülern hat, alles, was von den Schülern kommt, positiv beantwortet und gute Noten verteilt, korrumpiert die pädagogische Tätigkeit. Schüler erkennen das. Sie wissen, dass sie betrogen werden.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, bildungsklick.de am 5. März 2018

„Schule hat die Pflicht zur Bewertung“:

„Wenn es nicht die Schule tut, dann tun es andere; und dann greifen knallharte Mechanismen, wenn es um die Zukunft der jungen Leute geht und um Chancen: klassischer gesellschaftlicher Konkurrenzkampf. Mit gerechter Bewertung und Pädagogik hat das nichts mehr zu tun.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Süddeutsche Zeitung online am 21. Juni 2015

Menschenverachtend:

„Es ist geradezu menschenverachtend, Neunjährige im Glauben leben zu lassen, ohnehin den schulischen Anforderungen zu entsprechen, und sie dann plötzlich mit der harschen Realität zu konfrontieren.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Presseaussendung vom 19. Februar 2016

Klassisches Notensystem optimal:

„Das klassische Notensystem mit fünf Noten halte ich für optimal, weil es klar und eindeutig ist, eine lange Tradition in Österreich hat und auch für alle Lehrbetriebe und Firmen nachvollziehbar ist.“
Andrea Walach, Direktorin einer NMS in Wien Margareten. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 21

Schulpolitisches Paradoxon:

„Es ist eigenartig: Eine Gesellschaft, in der inzwischen alle ständig aufgefordert werden, irgendetwas zu ‚bewerten‘ – vom Zeitungsartikel über das zuletzt besuchte Restaurant bis zum Tantra-Yoga-Studio – traut sich im Kernbereich des Lernens und des Lernerfolgs keine ernsthafte Bewertung mehr zu.“
Deutschlandfunkkultur online am 5. April 2018

Ein Befund, der sehr nachdenklich stimmt:

„Psychische und Verhaltensstörungen zählen mit einer Prävalenz von 26 % zu den vier häufigsten Krankheitsbildern bei Kindern und Jugendlichen.“
DAK (Hrsg.), „Kinder- und Jugendreport 2018“ (2018), S. XXII

Überforderung:

„Kinder sind heute nicht durch schulische Inhalte, sondern durch die außerschulischen überfordert! Feststellungen, dass es vielen jungen Menschen von heute an sozialen Grundfertigkeiten und Benehmen fehlt und diese Kulturtechniken in den Familien zu wenig vermittelt werden, müssen endlich dazu führen, die Ursachen ‚an der Wurzel zu packen‘. Nicht die Schule und wir Lehrerinnen und Lehrer versagen, wenn immer mehr Eltern an der Entwicklung ihrer Kinder nicht mehr teilnehmen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom September 2018, S. 3

Die ersten drei Lebensjahre:

„Forschungen in der Neurowissenschaft haben gezeigt, dass die Empfindlichkeit wichtiger Areale im Gehirn, wie Bereiche der emotionalen Kontrolle, Sozialverhalten und sprachliche sowie rechnerische Fähigkeiten in den ersten drei Lebensjahren ihren Höhepunkt erreichen.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2018“ (2018), S. 39

Finnlands „Neuvola-System“:

„Ein flächendeckendes Beratungsangebot für alle werdenden Eltern und Familien mit Babys und Kleinkindern. Finnland unterstützt Eltern und ihren Nachwuchs damit früher als andere Länder. Ein Netz aus Ärzten, Hebammen, Logopäden, Psychotherapeuten und Sozialarbeitern berät sie hier bis zum Schuleintritt der Kinder. […] Nahezu 100 Prozent der Eltern nehmen die Beratung in Anspruch und verbessern damit auch langfristig die Lernvoraussetzungen ihrer Kinder. […] Es ist notwendig, frühkindliche Entwicklung und Bildung stärker zusammenzudenken und entsprechend integrierte Förderungsprogramme, wie etwa das finnische Neuvola-System, bereitzustellen. Vor allem sozial benachteiligte Kinder können von verbesserten Entwicklungsbedingungen zu Beginn ihres Lebens profitieren.“
Adrián Carrasco Heiermann, M.Sc., u. a., „Mehr Humankapital wagen!“ (2018), S. 9

Frühe Prägung:

„Intellectual, social, and emotional development early in life all affect how well children perform academically in primary school and get along with their peers and teachers.“
World Bank Group (Hrsg.), „Growing Smarter“ (2018), S. 20

Bildungswissenschaftliche Evidenz:

„Zusammenfassend lässt sich sagen, dass anregungsreichere familiäre Lernumwelten, in denen z. B. häufiger vorgelesen und gelesen, Lesen und Schreiben gelehrt und eher weniger ferngesehen wird und die auch eine größere Bücher- und Kinderbücheranzahl aufweisen, zu besseren schriftsprachlichen Leistungen bei den in diesen Lernumwelten lebenden Kindern beitragen.“
Dr. Frank Niklas, „Die familiäre Lernumwelt und ihre Bedeutung für die kindliche Kompetenzentwicklung“. In: „Psychologie in Erziehung und Unterricht“, 2015, 62, S. 114f

The importance of out-of-school factors:

„The importance of out-of-school factors, including students' socio-economic background and the educational level of parents or the language spoken at home cannot be overstated. Significantly reducing the proportion of low achievers, therefore, would require a combined approach that simultaneously targets a range of factors both in and out of school.“
EU-Kommission (Hrs.), „Structural Indicators for Monitoring Education and Training Systems in Europe 2015“ (2015), S. 23

Geborgenheit Basis für Beweglichkeit:

„Kinder, die unbeschwert von Erwachsenen-Problemen, frei von zu früher Verantwortung und getragen von liebevoller Fürsorge aufwachsen dürfen, zeichnen sich durch besondere Beweglichkeit im Denken aus.“
Dr. Michael Winterhoff, „Die Wiederentdeckung der Kindheit – Wie wir unsere Kinder glücklich und lebenstüchtig machen“ (2017), S. 40

Auf das Elternhaus kommt es mit Abstand am meisten an:

„Several studies investigate how much of the variation in educational attainment can be attributed to schools versus families and peers. They all suggest that families are much more important.“
Dr. Jo Blanden u. a., „Reducing Inequality in Education and Skills: Implications for Economic Growth“ (2015), S. 30

„Konstanz, Konsequenz, Konsistenz und Zuverlässigkeit“:

„Für das Gelingen der Eltern-Kind-Beziehung haben wir Geborgenheit und ein sicheres Angenommenwerden als Grundvoraussetzungen identifiziert. […] Konstanz, Konsequenz, Konsistenz und Zuverlässigkeit bilden hier die Blätter eines Glückskleeblatts, wobei der liebevolle Grundumgang die erdende Verbindung bildet, die die Anlieferung der Seelengrundbausteine erst ermöglicht.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“ (2018), S. 204f

Talente entwickeln:

„Viel zu lang haben wir uns schon damit beschäftigt, unseren Fokus fast ausschließlich auf Schwächen zu richten. Wir sollten uns wieder stärker auch auf das Fördern der Talente und Fähigkeiten unserer Schüler konzentrieren und sie dort stark machen, wo sie Fähigkeiten mitbringen, anstatt Durchschnittsschüler anzustreben. Begabungsförderung macht Sinn, für das Individuum und für die Gesellschaft, die ihre geistigen Potentiale bestmöglich nutzen möchte.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2018, S. 5

ALLE optimal fördern:

„Wenn man alle optimal fördern will, stellt sich natürlich die Frage, warum wir es bei den Hochleistenden nicht dürfen. Das heißt, es spricht nichts gegen soziales Lernen, es spricht auch nichts gegen Unterrichtssituationen, in denen die Leistungsstärkeren den Leistungsschwächeren helfen. Das schließt aber nicht aus, dass man dann auch für diese Gruppe der Leistungsstarken zusätzliche Angebote macht, die letztendlich ihren Bedürfnissen, ihren Möglichkeiten gerecht werden.“
Univ.-Prof. Dr. Olaf Köller, www.deutschlandfunkkultur.de am 29. Jänner 2018

Versteckte Talente:

„In einer Schulklasse, die von einem durchschnittlichen Leistungsniveau geprägt ist, läuft ein Schüler, der sich durch besonders gute Noten vom Rest der Gruppe abhebt, Gefahr, gemobbt zu werden. Ist derselbe Schüler in eine Klasse eingebettet, in der Leistung großgeschrieben wird, besteht dieses Risiko nicht.“
MMag. Nicole Trummer, Psychotherapeutin, NEWS online am 14. Dezember 2017

In Österreich wie in Deutschland:

„Während Franzosen oder US-Amerikaner mit ‚Elite‘ sowie mit Eliten keinerlei Probleme haben, ist ‚Elite‘ bei uns immer noch ein Reizwort – ganz in der Nähe von ‚Privileg‘, ‚Arroganz‘, gerne assoziiert mit reaktionär-repressiver, gar kryptofaschistischer Haltung.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „Wir brauchen gebildete Eliten“,
58. Internationales Bodenseetreffen, Bregenz am 30. September 2017

Bei den 10-Jährigen im letzten Drittel:

„Im Vergleich zu anderen teilnehmenden EU-Staaten gibt es in Österreich signifikant weniger leistungsstarke Leser/innen. Unter den 24 EU-Vergleichsländern befindet sich Österreich im unteren Drittel.“
MMag. Dr. Claudia Resch, Geschäftsführerin des Österreichischen Zentrums für Begabtenförderung und Begabungsforschung (ÖZBF),
Pressemitteilung vom 6. Dezember 2017

Finnland:

„At secondary level, 37 of the 463 general secondary schools of the country provide special education. These could also be defined as talent support institutions, for it is very difficult to be admitted there. Selection is based on the marks of the student, while most places organise their own an admission exam as well.“
Balázs Hornyák, „Pillars of Talent Support in Finland“. In: „Győri, „International horizons of talent support.
Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 56

Singapur:

„In the first four years of secondary education, the subsequent level, students are distributed in several streams. There is a 'Special Stream' which gathers the top 10 % best-performing students. Children in this stream learn English and their mother tongue (Malay, Chinese etc.) at the highest linguistic level. The Special Stream is followed by the 'Express', the 'Normal Academic' and the 'Normal Vocational' streams, respectively, the academic quality of which decreases in that order.“
Dr. János Gordon Győri, „Talent Support in Southeast Asia: The Singapore Example“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 148

Schulpolitisches Umdenken in Schweden:

„Historically, Sweden has had an ideology, with a social activist’s agenda, to reduce the hierarchic structure in our society. The main goal for defining and identifying gifted mathematics students in this ideology is to help all students to gain access to mathematical knowledge and career opportunities. However, there is now an emphasis on the interest of the gifted students as well as on the development of the abilities of the gifted students in Swedish schools.“
Linda Mattsson, „Tracking mathematical giftedness in an egalitarian context” (2013), S. 67

Fast „all over the world“:

„Talent support is a key educational and economic-policy topic all over the world.“
Dr. Andrea Frank u. a., „Freedom and Creativity – Programmes of the Israel Center for Excellence through Education“.
In: Győri, „International horizons of talent support II. Best practices within and without the European Union II“ (2012), S. 86

Blockaden von oben und außen:

„Wer das Mittelmaß zum Maßstab macht, wird eben immer nur Mittelmaß produzieren. Das zeigt auch, dass die wahren Bildungsverweigerer mitunter in den Zentren der Bildungsbürokratie und in den Reformkommissionen sitzen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Der Standard online am 4. Juni 2018

„Es herrscht Dschungelkrieg. Täglich“:

„Der Unterricht ist von vielfachen Störungen begleitet. Wir haben auf der einen Seite die sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Schüler, auf der anderen Seite die zunehmende Zahl der Schüler mit Autismus-assoziierten Syndromen, die durch nichts zur Mitarbeit zu bewegen sind. In der Schule herrschen hoch erschwerte Arbeitsbedingungen.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, news4teachers.de am 16. Juni 2018

Selbstdisziplin üben:

„Zwischenmenschliche Beziehungen, die nicht von Respekt und Rücksichtnahme gekennzeichnet sind, stellen eine Belastung dar. Ein Gemeinwesen ohne akzeptierte Regularien führt zu chaotischen Egotrips. Und Lernen ohne Disziplin führt nicht weit. Leistung ist mit Mühe und Arbeit verbunden und das heißt, Selbstdisziplin zu üben.“
Univ.-Prof.  Dr. Manfred Bönsch, news4teachers.de am 20. Juli 2018

Folgenreiche Quasigleichsetzung:

„Dass Autoritäten es heute schwer haben, ist längst eine Binsenwahrheit. […] ‚Autorität‘ wird heute gerne mit ‚autoritär‘ gleichgesetzt. Und wer will schon autoritär sein? Doch für die Lehrer und ihren Lehr- und Erziehungsauftrag war diese im Zuge der 68er-Bewegung erfolgte Quasigleichsetzung der beiden Begriffe folgenreich.“
Dr. Mario Andreotti, Lehrbeauftragter an der Universität St. Gallen, Tagblatt online am 2. Juli 2018

Von der veröffentlichten Meinung entmutigt:

„‚Moderne Eltern‘ trauen sich einfach nicht, ihre Kinder zu erziehen.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 225

Wachsende Anforderungen:

„Dass die Stimmung vor allem in Grundschulen aggressiver ist, hat auch mit der immer heterogeneren Schülerschaft zu tun. Es gibt mehr Schülerinnen und Schüler mit Lern- oder Aufmerksamkeitsstörungen und mit unterschiedlichen sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Prägungen und Herausforderungen, die aufeinanderstoßen – aber nicht unbedingt mehr Lehrkräfte, die sich individuell um sie kümmern könnten.“
Univ.-Prof. Dr. Jan Pfetsch, Die Zeit online am 7. Mai 2018

Österreichs letzter Platz betreff Supportpersonal an Schulen mit und seine Folgen:

„The lack of pedagogical support staff is also of concern considering the apparent problem of bullying in schools. According to data from the World Health Organization’s (WHO) Health Behaviour in School-aged Children survey for 2009/10, 40 % of children aged 11, 13 and 15 reported having been bullied at school at least once in the past couple of months.“
OECD (Hrsg.), „OECD Reviews of School Resources – Austria“ (2016), S. 176

Aufbegehren gegen den Druck von oben:

„Das abgelaufene Schuljahr hat teilweise das beendet, was als Realitätsverweigerung bezeichnet werden könnte. Gewalt an Schulen wird offener angesprochen.“
Univ.-Doz. Mag. Dr. Georg Cavallar, Der Standard online am 28. Juni 2018

„No-go-Areas“ entschlossen verhindern:

„In der Rütli-Schule flogen die Stühle und Papierkörbe aus dem Fenster. […] Wichtig ist unsere klare Ansage, was geht und was nicht. Der Satz ‚Musste nicht machen, es passiert ja nichts‘ darf nicht mehr zu hören sein.“
Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Berlin-Neukölln a. D., SPD, Die Zeit online am 11. Dezember 2015

Banal, aber von der politischen Diskussion ausgeblendet:

„Positive classroom climate, with minimal interference, gives teachers more time to spend on teaching, and makes those great teaching days possible. Teachers don’t have to spend time addressing disruptions, and the classroom becomes an environment in which learning can take place.“
OECD (Hrsg.), „Ten Questions for Mathematics Teachers“ (2016), S. 27

Mut zur Wahrheit:

„Manchmal ist sanfter Zwang nötig. Gerade in schwierigen Lebensphasen kann man nicht davon ausgehen, dass Menschen immer für sich selbst wissen, was sie tun sollen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Bedeutung der Familie erkennen:

„Vergleicht man […] das Gelingen und das Scheitern der Familien in Europa, die Wertehaltungen unserer Gesellschaft und das Funktionieren unseres Schulsystems, dann drängt sich eine Frage geradezu auf: Stellen wir viel zu sehr die Schulen ins Scheinwerferlicht und suchen dort Probleme zu lösen, die möglicherweise ganz woanders ihren Ursprung haben?“
Andreas Gjecaj, „Christliche Soziallehre“ (2018), S. 54

Elternhaus prägt:

„Wir haben […] leider den Trend, dass immer mehr Eltern Erziehungsverantwortung an die Schule delegieren. Das zeigt sich in so seltsamen Forderungen wie: Die Schule muss auch Medien-, Freizeit-, Konsum-, Umwelt- und Ernährungserziehung leisten. Das zeigt doch eigentlich, dass ein zunehmender Teil der Eltern sich nicht bewusst ist, dass die entscheidenden Prägungen in diesem Bereich zu Hause immer seltener stattfinden.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Focus online am 12. März 2018

Familie braucht und verdient Unterstützung:

„Eine Familie zu gründen und die damit verbundene Kindererziehung sind enorm wichtige gesellschaftliche Leistungen, die durch begleitende Maßnahmen bestmöglich unterstützt werden müssen.“
Dr. Norbert Schnedl, Vorsitzender der GÖD, Presseaussendung vom 12. September 2018

Interesse der Eltern:

„Students who reported that their parents are interested in their school activities perform better in PISA than students who reported a lack of interest from their parents.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015. Students’ Well-Being“ (2017), S. 164

Bildschirm als Belohnung:

„Eltern mit einer niedrigen Bildung setzen Medien auffällig häufiger zur Belohnung und Bestrafung ihrer Kinder ein als Eltern mit hoher Bildung.“
AOK (Hrsg.), „AOK-Familienstudie 2014“ (2014), S. 46

Eltern statt Bildschirm:

„Technische Geräte können die Eltern nicht ersetzen. Die Zeit mit den Eltern (z. B. Vorlesen oder Gespräche über den Tag) sollte zeitlich immer überwiegen.“
Dr. Michael Winterhoff, Kinder- und Jugendpsychiater, Bild online am 26. September 2013

Überforderung der Schule:

„Den Schulen die Erziehungsverantwortung zu übertragen, das ist doch längst passiert. Den Schulen ist durch die Hintertür eine riesige Verantwortung zugeschoben worden.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, news4teachers.de am 16. Juni 2018

„Verantwortung der Eltern bleibt erhalten“:

„Wir dürfen die Schule auch nicht überfordern, mit all den Themen, die in der Gesellschaft vielleicht nicht ganz so funktionieren. Die Verantwortung der Eltern bleibt erhalten. Die kann man nicht an eine Institution abgeben.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 3. August 2018

„Fatale Verkennung der Lage“:

„Man muss aufpassen, dass man nicht in einer fatalen Verkennung der Lage jenen Eltern, die selbst noch lesen und diese Lust an ihre Kinder weitergeben, daraus nun einen Vorwurf macht.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 122

Ergebnis einer Erhebung im Auftrag des Familienbunds:

„Für 80 Prozent der Befragten stellt die Familie die erste Bildungseinrichtung dar. Mit Elternbildung soll das Bewusstsein hierfür auch noch gestärkt werden, erklärte Baier (Anm.: Mag. Bernhard Baier, Präsident des Österreichischen Familienbunds). Er fordert daher, dass Elternbildung im Mutter-Kind-Pass verankert wird.“
Kurier online am 28. August 2018

Österreich eines der führenden Einwanderungsländer der OECD:

„Zu Jahresbeginn 2018 lebten in Österreich 1.697.000 Personen mit ausländischem Geburtsort (19,2 % der Gesamtbevölkerung).“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 20

Fast ein Drittel der 15-Jährigen Österreichs:

„In 2015, 23 % of 15-year-old students in OECD countries were either foreign-born or had at least one foreign-born parent, on average across OECD countries.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 82“ (März 2018), S. 2

In Österreich waren es 31 %. (Stand 2015)

PISA auf den zweiten Blick:

„Während knapp drei Viertel aller SchülerInnen ohne Migrationshintergrund Grundkenntnisse in den drei PISA-Kategorien (Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften) vorweisen können (Anm.: in Wirklichkeit mit 76,3 % knapp mehr als drei Viertel; OECD-Schnitt: 72,0 %), sind es bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund nur etwas weniger als die Hälfte (Anm.: 47,3 %).“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 37

Österreichs Schule in besonderer Situation:

„Auf migrationsbedingte Probleme sei zu spät reagiert worden, österreichische Lehrer hätten viel mehr abzudecken als Lehrer in den meisten vergleichbaren Ländern. ‚Und irgendwann geht das an die Substanz.‘“
Mag. Heidi Schrodt, Schuldirektorin i. R., NEWS online am 4. Juni 2018

Offen gesagt:

„Ich finde es nicht hinnehmbar, wenn Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, sich nicht auf Deutsch unterhalten können, keine Elternabende ihrer Kinder besuchen oder diese sogar vom Unterricht oder vom Sport fernhalten.“
Joachim Gauck, Bundespräsident Deutschlands a. D., Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 7. Juni 2018

Die Mehrheit der SchülerInnen Wiens spricht eine andere Umgangssprache als Deutsch:

„In Favoriten (10. Bezirk) findet sich der höchste Anteil (fast 70 Prozent) an Schulkindern mit einer anderen Umgangssprache als Deutsch.“
Agenda Austria online am 8. Mai 2018

„Eine schlichte Notwendigkeit“:

„Wenn Integration in Zukunft nicht besser gelingt, steuern wir auf Zustände wie in Paris oder Stockholm zu. Integration ist daher in Wahrheit nicht ‚nur‘ eine weltanschauliche Frage, sondern eine schlichte Notwendigkeit – für die integrierenden und die zu integrierenden Menschen.“
Mag. Dr. Eckehard Quin, GÖD-Bereichsleiter für Dienstrecht, quintessenzen.at am 24. Februar 2018

Nur ein Schritt, aber ein essentieller Schritt:

„Die Einführung der Deutschförderklassen ist ein essentieller Schritt zur Verbesserung der Sprachkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, BMBWF-Journal, 1.2018, S. 5

Eine besondere Chance für Kleinkinder, in deren Elternhaus eine andere Sprache gesprochen wird:

„Although all children can be expected to benefit from attendance in pre-primary education, attendance can be especially beneficial for children of immigrants, in particular those who do not speak the host-country language at home.“
OECD (Hrsg.), „Settling In - OECD Indicators of Immigrant Integration 2012“ (2012), S. 78

Die Chance der frühen Kindheit:

„Children exposed to a new language during the critical period become fluent relatively easily, whereas those exposed later have much less certainty regarding attaining fluency.“
Prof. Dr. Arthur Sweetman u. a., „Immigration: What About the Children and Grandchildren?“ (2014), S. 18

Folgen der in Österreich verabsäumten Integrationspolitik:

„Im Vergleich mit dem OECD-Schnitt ist der Anteil der SchülerInnen, die zu Hause eine andere Sprache als die Unterrichtssprache sprechen, in Österreich überproportional hoch. Besonders interessant ist dabei, dass es OECD-weit deutliche Unterschiede bei der Umgangssprache der ersten und zweiten Generation gibt. Während sich der Anteil der SchülerInnen mit anderer Umgangssprache im OECD-Schnitt innerhalb von einer Generation von 60 % auf knapp 40 % verringert (also um ein Drittel), bleibt dieser Wert in Österreich mit rund 75 % konstant.“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 36

Generationenwechsel kommt auf Österreichs Schulen zu:

„Austria has one of the oldest teaching forces among OECD countries, after Italy. In 2016, 39 % of primary school teachers, 49 % of lower secondary school teachers and 45 % of upper secondary school teachers were 50 years old or older. Across the OECD, the averages were 32 % for primary teachers, 36 % for lower secondary teachers and 39 % for upper secondary teachers.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2018. Country Note Austria“ (2018), S. 6f

Finnland, Südkorea, Singapur, …

„Several top-performing countries, such as Finland, Korea and Singapore, build high-quality education workforces by recruiting the best high school graduates into teacher-education institutions and then channelling them into the teaching profession.“
OECD (Hrsg.), „Effective Teacher Policies“ (2018), S. 136

PISA-Top-Performer Kanada:

„Teaching has historically been a respected profession in Canada, one that continues to draw its candidates from the top one-third of secondary school graduates.“
OECD (Hrsg.), „Lessons from PISA for Korea“ (2014), S. 159

Vertrauen und Respekt:

„As long as teachers’ practice is not trusted and they are not respected as professionals, talented young people are unlikely to consider teaching as their lifelong career.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Finnish Lessons 2.0“ (2015), S. 190

Investition in die Zukunft:

„Educational systems perform best when they have teachers who are respected, prepared, selected on merit, and supported in their work. East Asia and Pacific systems provide many lessons for developing such high-performing systems. A foundational aspect is attracting high-quality candidates into the profession by offering not only competitive compensation but also an appealing professional environment founded on respect and support.“
World Bank Group (Hrsg.), „Growing Smarter“ (2018), S. 159

Job satisfaction and self-efficacy:

„If serving teachers report higher levels of job satisfaction and self-efficacy this is not only a good indicator that fewer of them may drop out prematurely, but it can also boost the perception of an attractive profession which in turn will help countries recruit the best candidates for teaching jobs.“
Europäische Kommission (Hrsg.), „The Teaching and Learning International Survey (TALIS) 2013“ (2014), S. 13

Eine Frage der Wertschätzung für Bildung:

„In Austria, teachers’ statutory salaries are below salaries of other tertiary-educated workers. Primary and lower secondary teachers in general programmes with 15 years experience and typical qualifications earned about 30 % less than other full-time, full-year workers with tertiary education in 2017, and upper secondary teachers earned 23 % less.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2018. Country Note Austria“ (2018), S. 6

Höchste Zeit für eine zukunftsorientierte Schulpolitik:

„‚Wir werden bald einen enormen Lehrerbedarf haben.‘ Man müsse sich daher vor allem überlegen, ‚wie ich die Richtigen in den Beruf hineinbringe‘. Es brauche Maßnahmen, mit denen die Attraktivität und das gesellschaftliche Ansehen des Berufes und vor allem die Motivation der Lehrer gehoben werden.“
HR Fritz Enzenhofer, LSR-Präsident Oberösterreichs a. D., Kurier online am 29. Juni 2018

Ebenso banal wie wahr:

„Wenn der Berufsstand nicht hoch erstrebenswert ist, werden wir nicht die Besten für ihn bekommen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Markus Hengstschläger, „Pro und Contra“, PULS 4 am 15. September 2014

Österreichs Politik ist gefordert:

„Eine Möglichkeit, das Schulwesen dabei zu unterstützen, die besten Kandidaten als Lehrkräfte zu gewinnen, besteht im Angebot höherer Gehälter für die Lehrkräfte. Bei der Notwendigkeit, gute Kandidaten als Lehrkräfte zu gewinnen und die kompetenten Lehrkräfte zu halten, geht es jedoch nicht nur um die Erhöhung der Gehälter. Dazu gehört u. a. auch die Qualität der Ausbildung vor und während der Berufsausübung und die Beziehung zwischen Lehrkräften und Gesellschaft.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 417

Elternhaus Basis für Bildungserfolg:

„Der Grundstein für Bildung wird im familiären Umfeld gelegt und kann von der Schule als Institution gut gefördert und weiterentwickelt werden. Wenn Eltern allerdings ihre Kinder in ihrer Entwicklung behindern, wird auch der Bildungserfolg nur mäßig ausfallen.“
Andrea Walach, Direktorin einer NMS in Wien Margareten. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 21

„Kindergarten als Bildungseinrichtung begreifen“:

„Schon bei der Einschulung zeigen sich riesige Entwicklungsunterschiede zwischen den Kindern. Bildungspsychologin Spiel fordert deshalb: ‚Wir müssen den Kindergarten als Bildungseinrichtung begreifen und massiv in die Qualität investieren.‘“
Kurier online am 27. Juni 2018

Auf die Familie kommt es an:

„Wenn ein Kind zu Hause genügend Anregungen hat, wird ein Kindergartenbesuch eine Ergänzung sein. Wenn ein Kind zuhause vor dem Fernseher oder Computer geparkt wird, die Eltern überfordert sind, keine aktive Förderung stattfindet, dann ist ein früher Kindergartenbesuch besser.“
Mag. Bernhard Baier, Präsident des österreichischen Familienbundes, Aussendung vom 22. September 2016

SCHOLASTIK-Grundschulstudie:

„Weinert und Helmke konnten in der SCHOLASTIK-Grundschulstudie zeigen, dass Kinder ihren Leistungsrückstand zu Beginn der Grundschulzeit während der Grundschulzeit nicht mehr aufholen konnten, d. h. Leistungspositionen bleiben im Grundschulalter relativ stabil, weshalb die mathematische Frühförderung im Elternhaus und/oder auch die externe Frühförderung, z. B. in Kindergärten, wesentlich für die Leistungsentwicklung ist.“
BIFIE (Hrsg.), „PIRLS & TIMSS 2011“ (2015), S. 87

„Mostly present at age six”:

„The gaps in cognitive achievement by level of maternal education that we observe at age eighteen – powerful predictors of who goes to college and who does not – are mostly present at age six, when children enter school.“
Univ.-Prof. Dr. James Heckman, Nobelpreisträger des Jahres 2000 für Wirtschaftswissenschaften, bostonreview.net am 1. September 2012

Besondere Chance:

„Kinder aus Familien mit einem niedrigen sozioökonomischen Status oder mit Migrationshintergrund profitieren in besonderem Maße von vorschulischer Bildung.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2016“ (2016), S. 56

Schulpolitik der Illusionen beenden:

„Ob wir es wollen oder nicht, wir finden Ungleichheit vor, die mit pädagogischen Mitteln allein nicht aus der Welt geschafft werden kann. Daher ist die Aufforderung an die Schule, sie solle Chancengleichheit herstellen, ähnlich illusorisch wie die Aufforderung an den Arzt eines Armenviertels, er möge seinen Patienten die gleiche Lebenserwartung schaffen wie der besseren Gesellschaft in Luxuswohngegenden.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom Juni 2018, S. 3

Früh verspielte Bildungschancen:

„Der Bildungsweg eines jeden Menschen beginnt mit dem ersten Tag seines Lebens. Schon vor dem Schuleintritt werden mehr Bildungschancen verspielt, als nach dem Schuleintritt eröffnet werden können. Es ist höchste Zeit dafür, dass dies auch in unserem Land verstanden wird.“
Mag. Gerhard Riegler, Vorsitzender der ÖPU, quintessenzen.at am 3. März 2018

Soziale Schranken vor der Schule überwinden:

„Die vorschulische Erziehung ist der entscheidende Baustein zur Überwindung sozialer Schranken. Dort, wo Eltern, warum auch immer, zu einer zielgerichteten vorschulischen Erziehung nicht in der Lage sind, dort muss der Kindergarten an ihre Stelle treten.“
Heinz Buschkowsky, „Die andere Gesellschaft“ (2014), S. 287f

Bewusstseinsbildung erforderlich:

„Wir brauchen auch die Elternarbeit, das gemeinsame Bestreben, Schülerinnen und Schüler weiterzubringen. Das kann die Schule letztlich nur gemeinsam mit den Eltern leisten. […] Die Vorstellung, dass man einen Sohn oder eine Tochter abgibt und sagt: ‚Bringt uns den perfekt qualifizierten Absolventen zurück‘, das ist eine ganz naive Vorstellung.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 3. August 201

Allerhöchste Zeit!

„Österreich habe ‚eine Zuwanderungsgeschichte, die gut und gern 50 Jahre lang ist, wenn man ab der Gastarbeiterwanderung rechnet‘. Man habe viele Jahrzehnte lang eine konzeptive Integrationspolitik vernachlässigt, weil immer gedacht wurde, die Zuwanderer kämen nur auf Zeit: ‚Wir müssen jetzt etwas tun.‘“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 2. August 2018

Ernüchterung bei denen, die die Wirklichkeit erleben:

„Flüchtlingskindern, Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen früher eingewanderter Eltern sowie Kindern mit unterschiedlichen Behinderungen gleichermaßen gerecht zu werden erweist sich im Schulalltag zunehmend als Illusion. Nach der anfänglichen Euphorie ist inzwischen eine große Ernüchterung eingetreten.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 14. Juni 2018

Überholte Blockadepolitik der Vergangenheit:

„Manche parteipolitischen Diskussionen, die in der Vergangenheit integrationspolitische Forderungen begleitet haben, sind angesichts der Brisanz der Situation vollkommen unangebracht und haben sich auch selbst überholt. Die manchmal als Ghettoklassen diskreditierten Maßnahmen der konzentrierten und zeitlich begrenzten Sprachförderung werden inzwischen in vielen Bundesländern Österreichs und Deutschlands, unabhängig von parteipolitischen Zugehörigkeiten der Landesregierungen realisiert.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2016“ (2016), S. 20

Pragmatismus löst ideologische Knoten:

„Die geplanten Deutschförderklassen sind ein einschlägiges Beispiel dafür, wie die Diskussionen teilweise nach dem bekannten Links-rechts-Muster ablaufen. Diese Diskursebene wird jedoch durch einen vermehrten Pragmatismus – im Sinne der Anpassung an Gegebenheiten – überlagert.“
Univ.-Doz. Mag. Dr. Georg Cavallar, Der Standard online am 28. Juni 2018

In Österreich jahrzehntelang übersehen:

„Developing receiving country language skills is an extremely important part of intergenerational immigrant integration.“
Prof. Dr. Arthur Sweetman u. a., „Immigration: What About the Children and Grandchildren?“ (2014), S. 17

Wien:

„Von den 17.456 Kindern, die derzeit eine erste Klasse Volksschule besuchen, sind 4934 als außerordentlich eingestuft. Dazu kommen weitere 1505 außerordentliche Schüler, die eine Vorschulklasse besuchen. Ergibt: Rund ein Drittel aller ‚Taferlklassler‘ im Schuljahr 2017/18 wurden als ‚außerordentlich‘ geführt.“
Der Standard online am 21. Juni 2018

„An essential prerequisite“:

„Language skills are an essential prerequisite in the ability of the foreign-born to form networks with the native-born population and search for a job.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 105

Hotspot Wien:

„Mit Leugnen und Wegschauen kommen wir in der Bildungspolitik nicht weiter, so verspielt Rot-Grün die Zukunft einer ganzen Generation.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 17. Juni 2018

Gilt für Österreich leider in noch höherem Ausmaß:

„Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund weisen im Schnitt signifikant geringere Deutschkompetenzen auf. Diese Disparitäten lassen sich bereits im Kindergartenalter feststellen und bestehen über die Sekundarstufe I bis in die Hochschule fort.”
Dr. Melanie Olczyk u. a., „Migranten und ihre Nachkommen im deutschen Bildungssystem“. In: Diehl u. a., „Ethnische Ungleichheiten im Bildungsverlauf“ (2016), S. 54

Finnlands Schulpolitik braucht kein halbes Jahrhundert, um auf das Scheitern von Kindern mit Migrationshintergrund zu reagieren:

„Across the OECD, knowledge of the host-country language is a key factor in determining the speed and success of integration. The Finnish language, in particular, is both highly complex and rarely spoken outside Finland. In this context, Finland has placed much emphasis on language training and taken the unusual step of publicly financing language courses for all new migrants who are outside employment.“
OECD (Hrsg.), „Finland must focus on integrating migrant women and their children to boost their contribution to the economy and society“, OECD online am 5. September 2018

Dringender Handlungsbedarf:

„Nur die Hälfte (51 %) der innerhalb der letzten zehn Jahre aus dem nichteuropäischen Ausland zugezogenen Jugendlichen hat bisher einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Statistics Brief“ vom August 2018, S. 3

Ein Zuwanderungsland, das sich nicht als Zuwanderungsland begriff:

„Österreich war durch Jahrzehnte ein Zuwanderungsland, ohne als solches verwaltet zu werden. […] Natürlich hätten wir heute einen Bruchteil unserer Schulprobleme, wenn wir die ganze Zeit über, wie etwa Kanada, Wert darauf gelegt hätten, dass z. B. zuwandernde Türken aus qualifizierten Berufen kommen.“
Peter Michael Lingens, Falter vom 5. September 2018

Eine Zukunftsfrage Österreichs:

„Integration durch Bildung ist ein zentrales Thema. Die Zuwanderung nach Österreich in den letzten Jahren war quantitativ sehr beachtlich und sie brachte viele mäßig oder gar nicht qualifizierte Menschen in das Land. Österreich ist nicht Kanada. Wir haben daher durch das Bildungssystem einen ordentlichen Aufholbedarf zu leisten. Das ist eine Herausforderung.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 3. August 2018

Weitere Maßnahmen notwendig:

„Der Bedarf betrifft nicht nur Kinder, die als Flüchtlinge kommen, sondern auch viele aus Familien, die schon in zweiter, dritter Generation hier leben. Man müsste da schon früher ansetzen, zum Beispiel im Vorschul-Bereich.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 3. September 2018

Schönreden ad absurdum geführt:

„Niemand kann behaupten, das System habe ‚eh ganz gut funktioniert‘, wenn am Ende der Schulpflicht ein viel zu hoher Prozentsatz an Jugendlichen Texte nicht sinnerfassend lesen kann. […] Die bildungsnahen Eltern haben schon längst mit den Füßen abgestimmt und ihre Kinder in jene Schulen geschickt, in denen nicht die bunte sprachliche und kulturelle Vielfalt angesagt ist.“
Univ.-Doz. Mag. Dr. Georg Cavallar, Der Standard online am 28. Juni 2018

Zentralmatura 2018:

„An den Schulen mit dem schlechtesten Notendurchschnitt liegt der Anteil der Kinder, die nicht Deutsch als Umgangssprache haben, in den AHS bei 40 Prozent und in den BHS bei 22 Prozent. An den Standorten mit dem besten Notendurchschnitt beträgt dieser Anteil jeweils unter 10 Prozent.“
Morgenjournal, Ö1 am 27. Juni 2018

Ein ERSTER Schritt:

„Das Vorhaben Minister Faßmanns mit der Schaffung von Deutschförderklassen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht worden, dem aber sicher weitere folgen müssen. Die Sprache, das weisen alle namhaften Studien aus, ist der Schlüssel für die Bildung.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2018, S. 4

„Ohne Deutschkenntnisse gibt es definitiv keine gleichen Chancen für alle“:

„Die bisherigen Maßnahmen dieser Stadtregierung haben nicht dazu geführt, dass die Kinder ordentlich und ausreichend Deutsch lernen. Ganz im Gegenteil, alle Tests zeigen, die bisherigen Maßnahmen versagen. Andere und wirksamere Maßnahmen sind deshalb jetzt gefordert, um tatsächlich allen Kindern einen gleichen Start in der Bildungslaufbahn zu ermöglichen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 29. August 2018

Sprachförderklassen brauchen und verdienen Ressourcen:

„Ich hoffe, dass die Ergebnisse bei den Sprachstandserhebungen die Dimension der Probleme verdeutlichen werden und dass man im nächsten Schritt, der hoffentlich nicht lang auf sich warten lässt, die Mittel für die Fördermaßnahmen deutlich erhöhen wird.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ vom Mai/Juni 2018, S. 5

In Finnland und Mexiko bleiben SchülerInnen mit Migrationshintergrund am weitesten zurück:

„As in many OECD countries, the children of immigrants do worse in school in Finland than children with native-born parents. In Finland, however, these differences are particularly striking. According to the OECD Programme for International Student Assessment, mathematics performance among native-born children with foreign-born parents lags that among those with native-born parents by equivalent to close to two years of schooling. Alongside Mexico, this is the largest gap of all surveyed countries.“
OECD (Hrsg.), „Finland must focus on integrating migrant women and their children to boost their contribution to the economy and society“, OECD online am 5. September 2018

Die drei Unterrichtsministerinnen der letzten zehn Jahre aber glaubten, von Finnland lernen zu müssen …
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Wichtige Websites

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Aktuelle Zitate

 

 

 

„Nicht gerade das Edelste“:

„Das Teaching to the test, das Lehren mit dem Fokus auf Prüfung, ist nicht gerade das Edelste.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 2. November 2018

Kontinuität statt Reformitis:

„Bildung braucht Kontinuität und die zerstört man mit dem Reformfuror mutwillig.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Langfristige Perspektiven statt Reformitis:

„Ich plädiere für Entschleunigung und Relaxtheit. Es muss nicht jeden Tag eine neue Nachricht geben. Politiker müssten sagen: Ich habe eine langfristige Perspektive und da muss nicht gleich morgen alles realisiert sein. Da braucht es eine vernünftige Analyse und eine breite Diskussion mit Tiefgang. Wir lassen die Dinge reifen und brechen sie nicht übers Knie.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Die Presse vom 11. November 2018

Eltern Schlüsselpersonen für Bildungserfolg

„Ziel muss es sein, die Wertschätzung der Eltern für eine gute Bildung und Ausbildung ihrer Kinder zu steigern und sie viel stärker als Partner der Schulen in die Verantwortung zu nehmen.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Am Ende der Volksschule fast zwei Jahre (!) Rückstand:

„Warum zeigen alle internationalen Studien, dass Kinder, die eine andere Umgangssprache als die Unterrichtssprache sprechen, in Österreich in der vierten Klasse Volksschule fast zwei Lernjahre im Rückstand sind, während dieser Abstand in fast allen anderen Ländern nicht einmal halb so hoch ist? […] In den letzten Jahren wurden Ungleichheiten oder mögliche Defizite allzu oft kaschiert, im Sinne der Betroffenen nicht gelöst und somit unter den Teppich gekehrt.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Profil online am 11. Oktober 2018

Österreichs Schule dramatisch gefordert:

„Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg eines Kindes. Umso dramatischer ist es, wenn der Anteil der Kinder, die eine andere Umgangssprache als Deutsch haben, in Wien bei über 50 % und in Österreich bei mehr als 25 % liegt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Wertschätzung und Vertrauen Basis für Erfolg:

„Die Wertschätzung für LehrerInnen und das, was sie leisten, ist nicht nur hochverdient, sondern auch von eminenter Bedeutung für das Gelingen von Schule. Denn unser Wirken hat ungleich größere Chancen auf Erfolg, wenn uns die Eltern der jungen Menschen, die wir fördern und fordern und dadurch zu ihrer größtmöglichen Entfaltung bringen wollen, VERTRAUEN. Wie aber soll dieses Vertrauen gegeben sein, wenn unsere Arbeit von der Politik via Medien systematisch schlechtgeredet wird, wie wir es leider allzu lang erleben mussten?“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 4

„Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus“:

„In der Erziehung und in der Bildung kommt man ohne liebevolle Konsequenz und auch spürbare Konsequenzen nicht aus. In Erziehungsfragen gibt hier zum Beispiel Haim Omer mit der neuen Autorität eine eindeutige Antwort: Ob man es Wiedergutmachung, Konsequenz oder Nachholen von versäumter Arbeit nennt ist letztlich egal, am Ende ist es ein anderes Wort für Strafe. Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 7

Kompetenzorientierung auf Kosten der Bildung:

„Viele Lehrerinnen und Lehrer bedauern, dass die Kompetenzorientierung die konkreten Inhalte verdrängt hat.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Die Furche vom 6. September 2018

Pädagogik braucht Freiheit:

„Es wäre ein Fehler, würde die heutige Bildungspolitik dazu führen, dass Schulen und Lehrkräfte das eigenständige Denken, Erkennen und Urteilen nicht mehr schulen und fördern könnten – zum Beispiel, weil sie immer weniger Freiheiten geniessen, mit sogenannten ‚Bildungsreformen‘ überhäuft werden und von bürokratischem Unsinn zugedeckt werden.“
Neue Zürcher Zeitung online am 8. Juni 2018

Wie wahr!

„Sonderproblem des heimischen Schulwesens ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Bis 40 Prozent sind bewältigbar, sagt der OECD-Experte Andreas Schleicher im KURIER. Darüber wird es schwierig. Doch in Österreich gibt es nicht wenige Klassen, in denen 100 Prozent der Schüler eine andere Umgangssprache haben als Deutsch.“
Dr. Martina Salomon, Chefredakteurin, Kurier online am 6. Oktober 2018

Mehr Investitionen, mehr Miteinander, mehr Ernsthaftigkeit:

„Wir müssen mehr in die Qualität investieren. Und es müssen Eltern und Schule an einem Strang ziehen, um die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft klarzumachen. Die Ernsthaftigkeit dem Schulsystem gegenüber möchte ich schon einmahnen. Das ist woanders viel klarer. In Singapur ist die Meinung: Bildung ist das einzig Entscheidende.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Niederösterreichische Nachrichten online am 2. Oktober 2018

Vertauschte Rollen:

„Die moderne Didaktik betont, Unterricht müsse vor allem anregend sein, Spaß machen. Die Eigenanstrengung beim Lernen blendet sie gerne aus. Wenn Spaß die höchste pädagogische Kategorie ist, drängt man die Lehrkraft in die Rolle des Entertainers und gibt letztlich ihm die Schuld, wenn der Schüler bei der Klassenarbeit oder Prüfung versagt.“
guteschuleblog.wordpress.com am 4. September 2018

Auf das Interesse der SchülerInnen fokussieren!

„Es macht wenig Sinn, Schüler mitzunehmen, die die Bildungsziele nicht erreicht haben. Es vergrößern sich eher die Unterschiede zwischen jenen, die es können, und jenen, die es nicht können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Österreich online am 2. Oktober 2018

„Da muss man gegensteuern“:

„Wenn nur Kinder von Arbeitern und Immigranten im Gymnasium – das dann auch noch Gesamtschule heißt – sitzen, und die Kinder der Generaldirektoren vom Kindergarten bis zur Uni durch Privatinstitutionen laufen, ist dieses gemeinschaftliche Element verloren gegangen. Das ist ein zu hoher Preis für eine gemeinsame Schule, die dann eben keine gemeinsame Schule mehr ist. Da muss man gegensteuern.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Durchschnittsniveau über- und unterfordert:

„Studien zeigen, dass für einen überdurchschnittlich intelligenten Schüler Unterricht, in dem die Lehrkraft sich am Durchschnittsniveau orientiert, nicht fördernd und anregend genug ist. Je heterogener die Schüler sind, umso schwieriger wird es, die einzelnen möglichst gut zu fördern.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2018, S. 5

Schule allein kann nicht alles lösen:

„Es brauche jetzt dringend ein ganzes Bündel an Maßnahmen – aber dabei dürfe man die Schule auf keinen Fall alleine lassen. Denn die Schule allein könne nicht alles lösen. Es gehe auch um die Wohn-, Sicherheits- und Familienpolitik. […] Man sei jetzt an einem Punkt angelangt, wo man nur mit pädagogischen Mitteln nichts mehr ausrichten könne.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 17. September 2018

Überforderung:

„Kinder sind heute nicht durch schulische Inhalte, sondern durch die außerschulischen überfordert! Feststellungen, dass es vielen jungen Menschen von heute an sozialen Grundfertigkeiten und Benehmen fehlt und diese Kulturtechniken in den Familien zu wenig vermittelt werden, müssen endlich dazu führen, die Ursachen ‚an der Wurzel zu packen‘. Nicht die Schule und wir Lehrerinnen und Lehrer versagen, wenn immer mehr Eltern an der Entwicklung ihrer Kinder nicht mehr teilnehmen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom September 2018, S. 3

Mut zur Wahrheit:

„Manchmal ist sanfter Zwang nötig. Gerade in schwierigen Lebensphasen kann man nicht davon ausgehen, dass Menschen immer für sich selbst wissen, was sie tun sollen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Ergebnis einer Erhebung im Auftrag des Familienbunds:

„Für 80 Prozent der Befragten stellt die Familie die erste Bildungseinrichtung dar. Mit Elternbildung soll das Bewusstsein hierfür auch noch gestärkt werden, erklärte Baier (Anm.: Mag. Bernhard Baier, Präsident des Österreichischen Familienbunds). Er fordert daher, dass Elternbildung im Mutter-Kind-Pass verankert wird.“
Kurier online am 28. August 2

PISA auf den zweiten Blick:

„Während knapp drei Viertel aller SchülerInnen ohne Migrationshintergrund Grundkenntnisse in den drei PISA-Kategorien (Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften) vorweisen können (Anm.: in Wirklichkeit mit 76,3 % knapp mehr als drei Viertel; OECD-Schnitt: 72,0 %), sind es bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund nur etwas weniger als die Hälfte (Anm.: 47,3 %).“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 37

Weitere Maßnahmen notwendig:

„Der Bedarf betrifft nicht nur Kinder, die als Flüchtlinge kommen, sondern auch viele aus Familien, die schon in zweiter, dritter Generation hier leben. Man müsste da schon früher ansetzen, zum Beispiel im Vorschul-Bereich.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 3. September 2018

„Ohne Deutschkenntnisse gibt es definitiv keine gleichen Chancen für alle“:

„Die bisherigen Maßnahmen dieser Stadtregierung haben nicht dazu geführt, dass die Kinder ordentlich und ausreichend Deutsch lernen. Ganz im Gegenteil, alle Tests zeigen, die bisherigen Maßnahmen versagen. Andere und wirksamere Maßnahmen sind deshalb jetzt gefordert, um tatsächlich allen Kindern einen gleichen Start in der Bildungslaufbahn zu ermöglichen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 29. August 2018