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Zitate

Medien-Zitate ab 1. Jänner 2019

(Ausgewählt und kommentiert von Gerhard Riegler - Ältere Zitate siehe Archiv!)

Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Dänemark:

„In general, immigrant students perform less well than their native peers. In the Danish case, the share of immigrant students has an additional negative effect on student performance, when the share of immigrants exceeds a tipping point estimated to be around 50 per cent.“
Dr. Kurt Houlberg u. a., „Country Background Report – Denmark” (2016), S. 118

Grenzen des Machbaren:

„The empirical evidence to date, both from the US and Europe, indicates that having a high share of immigrants in the class has detrimental effects on children with an immigrant background.“
Dr. Maria de Paolo u. a., „Education as a tool for the economic integration of migrants“ (2016)

Österreich im europäischen Spitzenfeld:

„In only a few education systems do 10 % or more students attend schools where less than a quarter of students speak the language of instruction at home (Belgium – Flemish Community, Bulgaria, Germany, Latvia, Austria and the United Kingdom – England).“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 47

Frühe Intervention in Holland:

„In the Netherlands, young children, especially those from disadvantaged backgrounds, are entitled to receive language-development support. These children can participate in early childhood and education targeted programmes that provide support before and during the first years of school. All toddlers (2.5 to 4 years old) who are part of this programme receive 10 hours of language development per week. For the rest of the day, targeted toddlers attend the same early childhood and education programme as their non-targeted peers.“
OECD (Hrsg.), „The Resilience of Students with an Immigrant Background“ (2018), S. 271

Österreichs spezielles Problem:

„Austria faces challenges in increasing the participation of children from certain backgrounds in Early Childhood Education and Care (ECEC) (such as immigrant children), facilitating a smoother transition between ECEC and primary education, and reducing the achievement gaps between students from disadvantaged or immigrant backgrounds and their peers.“
OECD (Hrsg.), „Education Policy Outlook. Austria“ (2017), S. 4

Sozioökonomische Herausforderung:

„2017 hatten nur noch knapp 15% der österreichischen Frauen ausschließlich einen Pflichtschulabschluss, der Wert bei Frauen ausländischer Staatsangehörigkeit lag noch bei 28%. […] Knapp 66% der türkischen und fast 40% der ex-jugoslawischen Migrantinnen verfügten nur über einen Pflichtschulabschluss.“
ÖIF (Hrsg.), „Frauen. Zahlen, Daten und Fakten zu Migration & Integration 2018“ (2019), S. 30

Von Österreichs Politik jahrzehntelang ignoriert:

„On average across OECD countries, immigrant students who do not speak the language of assessment at home are around eight percentage points less likely to be academically resilient (defined as scoring at least Level 2 in PISA in reading, science and mathematics) than native-speaking immigrant students.“
Mag. Dr. Neda Forghani-Arani u.a., „The lives of teachers in diverse classrooms“ (2019), S. 12

Im OECD-Mittel beträgt dieser Rückstand 8,3 Prozentpunkte, in Österreich sogar 13,7 Prozentpunkte. (Quelle: OECD (Hrsg.), „The Resilience of Students with an Immigrant Background“ (2018), Fig. 5.5a)

Finnlands Schulwesen scheitert schon an seinen wenigen MigrantInnen:

„The literacy disparity between the native-born children of the foreign-born and those with native-born parents is the largest among surveyed countries.“
OECD (Hrsg.), „Finding the way: A discussion of the Finnish migrant integration system“ (2017), S. 18

Hunderte bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration nachzulesen.


Sinnlose Namensschildpolitik:

„Wenn das Namensschild der Schule ausgetauscht würde: Glauben Sie nicht, dass es dann keine Differenzierung der Schulen mehr gibt. Es gibt dann halt private und öffentliche Schulen, oder Meinungen, wonach eine Schule besonders gut ist, eine andere weniger. Ich persönlich habe das amerikanische High-School-System kennengelernt, so gesehen eine gemeinsame Schule für Zehn bis 18-Jährige. Und wenn man da ein bisschen genauer hinschaut, sieht man eine Menge von Differenzen in diesem System.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Vorarlberger Nachrichten online am 27. Februar 2019

„Gesamtschulstaat“ Dänemark:

„The share of students attending private schools, including continuation schools, increased from 16.9 per cent in 2008 to 19.1 per cent in 2013. Thus, the Folkeskole faces increased competition from private schools.“
Dr. Kurt Houlberg u. a., „Country Background Report – Denmark” (2016), S. 36

„Gesamtschulstaat“ England:

„National sources point to significant inequalities based on gender, ethnicity and socioeconomic background in the English education system.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 290

England:

„Children from most disadvantaged backgrounds who attained high cognitive test scores at age 7 performed worse than their lower achieving counterparts from the least disadvantaged families by age 14-16.“
UNICEF (Hrsg.), „Poverty and Children’s Cognitive Trajectories: Evidence from the United Kingdom Millennium Cohort Study“ (2016), S. 7

Frankreich:

„Pupils’ performance is strongly linked to their socioeconomic background. Too many young people leave education with few or no qualifications.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 99

Großbritannien:

„Some 15 % of disadvantaged students in the United Kingdom are 'socially and emotionally resilient', meaning that they are satisfied with their life, feel socially integrated at school and do not suffer from test anxiety.“
OECD (Hrsg.), „Equity in Education: Breaking Down Barriers to Social Mobility. Country Note United Kingdom“ (2018), S. 2

Im OECD-Durchschnitt sind es 26 %, in Österreich 28 %.

Vielfalt statt staatlicher Monokultur:

„Ich habe die Vorstellung eines sich verzweigenden Strauchs: Am Anfang steht die Grundschule, in der es vor allem – aber nicht nur – um die Vermittlung von gemeinsamen Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben oder Rechnen geht, und danach differenziert sich das immer mehr aus, bis dieser individuelle Bildungsweg gediehen ist.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 101

Hoffentlich nicht!

„Letztlich bewegen wir uns auf ein angloamerikanisches System der Zweiteilung der Bevölkerung auch im Bildungswesen zu: Ein Billigabitur für fast alle und Eliteschulen und -unis für die gut Betuchten, wie man das in Frankreich, England und den USA schon lange kennt.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Bayern weiß um die Stärke seines Schulwesens:

„Unser differenziertes Bildungssystem eröffnet vielfältige Optionen und Perspektiven, die dem einzelnen Menschen und seinen Talenten bestmögliche Entfaltung ermöglichen. Die allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bieten passgenaue Angebote für jeden jungen Menschen und seine persönliche Berufs- und Lebensplanung.“
Herbert Püls, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus.
In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 19

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

Hunderte bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen „Gesamtschule/Differenzierung“ und „Chancengerechtigkeit sind auf www.bildungswissenschaft.at nachzulesen


Reformitis lässt LehrerInnen rotieren:

„Das permanente Rotieren entfremdet von der eigenen pädagogischen Professionalität und soll bereit machen, unbegründete Vorgaben nicht nur auszuführen, sondern selbst zu wollen. Der hechelnde Lehrer-Hamster soll auch selbst wollen, was er soll.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, Präsident der Gesellschaft für Bildung und Wissen (GBW), „lehrer nrw“, 2/2019, S. 18

Qualität statt Hektik!

„Kaum eine der Reformen der letzten Jahre hat das Evaluierungsstadium erreicht. […] Ist der Grund dafür vielleicht, dass man sich nicht den negativen Folgen der eigenen Reformen stellen will? Sind die Gründe für viele Reformen der letzten Jahre eher im ideologischen oder wirtschaftlichen Bereich zu suchen als im tatsächlichen Verbesserungswillen, oder geht es eventuell darum, nach außen hin Innovationsbereitschaft zu zeigen?“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 23

„All diese guten Ideen“:

„Niemandem fällt auf, dass es bei all diesen guten Ideen um alles Mögliche gehen mag – um Interessen der Internetkonzerne, um geschönte Statistiken, um sozialromantische Utopien und um beeindruckende Abiturnoten – aber nicht um Bildung.“ 
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Der Weg, der Baden-Württembergs Schulwesen abstürzen ließ:

„Im Vergleich mit anderen Bundesländern hatten wir in Baden-Württemberg in den vergangenen 15 Jahren eine Reformwut, bei der auf eine systematische Begleitung und Evaluation der Reformergebnisse verzichtet wurde.
Univ.-Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Stuttgarter Nachrichten online am 28. August 2017

„Unheilige Allianz“:

„Die unheilige Allianz zwischen den neoliberalen Apologeten des Wettbewerbs und den menschenfreundlichen Illusionspädagogen gehört […] zu den impliziten Voraussetzungen der deshalb oft widersprüchlichen Reformanstrengungen im Bildungsbereich.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 23

Auf dem Rücken der Schwächsten:

„Dass die allermeisten Reformen gerade denen schaden, denen sie zugutekommen sollten, nämlich den sozial Schwächsten, wird verdrängt. Die Kinder aus ‚gutem‘ Hause bekommen die Verirrungen der Schulpolitik durch elterliches Zutun kompensiert, die Kinder aus ‚bildungsfernen‘ Häusern aber bleiben in ihren Herkunftsmilieus eingekerkert.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, „30 Jahre Bildungspolitik –
eine kleine Geschichte wiederkehrender und neuer Dogmen“, Berlin am 16. Mai 2017

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Widerstand gegen Unfug von oben!

„Wir müssen nicht akzeptieren, was von oben kommt, sondern wir gestalten mit und wir werden im besten Fall davon überzeugt. Und wenn wir nicht davon überzeugt sind, müssen unsere Argumente gehört werden.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“,
Bundeslehrertag 2015 der ÖPU/FCG, Linz am 12. März 2015

Wie wahr!

„In some countries, innovative change has been implemented without the care and diligence needed or appropriate prior testing, experimentation and evaluation.“
OECD (Hrsg.), „Schools at the crossroads of innovation in cities and regions“ (2017), S. 14

„Pseudoakademisierung“:

„Was hier als höherer Grad an Akademisierung daherkommt, ist eine Pseudoakademisierung zulasten der beruflichen Bildung und des Fachkräftenachwuchses.“
Josef Kraus, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, Cicero online am 11. Jänner 2019

Tendenz stark steigend:

„Im Durchschnitt der OECD-Länder sind in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen 50 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer Absolventen des Tertiärbereichs.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 59

Anteil 25- bis 29-Jähriger mit tertiärem Bildungsabschluss (Stand 2017)

Großbriannien:
Schweden:
Österreich:
EU-Mittelwert:
Finnland:
Deutschland:
46,4 %
43,9 %
39,8 %
38,0 %
35,9 %
28,6 %
Eurostat-Datenbank, Abfrage vom 18. März 2019

Kritischer Wert überschritten:

„In den Vereinigten Staaten hat die Akademisierung längst einen kritischen Wert überschritten. Von den etwa 70 Prozent eines Jahrgangs, die ein Studium am College beginnen, hat im Alter von 25 Jahren nur etwa die Hälfte tatsächlich einen Abschluss erreicht. Und von diesen Absolventen sind wiederum etwa die Hälfte arbeitslos, oder sie arbeiten in Jobs, die nicht ihrem formalen Ausbildungsstand entsprechen.“
Dr. Rainer Bölling, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 4. Dezember 2014

OECD-Irrweg:

„Der generelle Trend, immer mehr Berufsausbildungsgänge zu Hochschulstudiengängen umzubilden, ist falsch.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Der Akademisierungswahn“ (2014), S. 16

Chinas „Ameisenvölker“:

„Das Phänomen der arbeitslosen Akademiker ist in China mittlerweile so weit verbreitet, dass es einen eigenen Namen bekommen hat: Man nennt sie die sogenannten Ameisenvölker (yizu). Diese Studienabgänger arbeiten – ohne Sozial- und Krankenversicherung – im Dienstleistungssektor, im Verkauf, der IT-Branche oder in der Werbung. Aufgrund ihres niedrigen Einkommens sind sie mehrheitlich gezwungen, in engen und improvisierten Unterkünften zu leben. Sie sind zwar gut ausgebildet, aber gesellschaftlich marginalisiert.“
Univ.-Prof. Dr. Barbara Schulte, „Chinas Bildungssystem im Wandel: Elitenbildung, Ungleichheiten, Reformversuche“ (2014), S. 11

Armutsgefährdete AkademikerInnen:

„Laut Statistik Austria ist die Wahrscheinlichkeit, in Österreich zu den Armutsgefährdeten zu gehören, für AbsolventInnen von Hochschulen oder Akademien bereits größer als für die einer Lehre oder mittleren Schule; für MaturantInnen, die der Matura keinen tertiären Bildungsabschluss folgen ließen, ist das Armutsgefährdungsrisiko sogar um die Hälfte größer als für AbsolventInnen einer Lehre oder mittleren Schule.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, quintessenzen.at am 12. Mai 2018

„Das ist Unsinn“:

„Alle sollen studieren. Weil wir in einer sogenannten Wissensgesellschaft leben. Aber das ist Unsinn. Der Arbeitsmarkt hat gar nicht genug Platz für so viele Akademiker. Zehn Prozent der Uni-Abgänger arbeiten mittlerweile in Jobs im Niedriglohnsektor.“
Univ.-Prof. Dr. Felix Rauner, Die Zeit online am 2. August 2014

Handlungsbedarf für Politik:

„Was wir brauchen, ist ein Zugangsmanagement, das insgesamt zur Kenntnis nimmt, dass die derzeitigen Ressourcen nicht ausreichend sind für einen vollkommen freien und zahlenmäßig ungesteuerten Zugang von Studierenden.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, „Academia“ vom Mai 2018, S. 16

Menschen als Menschen behandeln!

„Wann immer es um Pädagogik geht, ist - solange wir Menschen als Menschen behandeln und nicht als Maschinen - die Investition in Menschen einer technisch zwar interessanten, pädagogisch aber wenig sinnvollen Investition vorzuziehen. Technik hat dem Menschen zu dienen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Süddeutsche Zeitung online am 28. Jänner 2019

„Digitaler Fetischismus“:

„Die aktuelle bildungspolitische Situation scheint […] von einem digitalen Fetischismus geprägt zu sein, vom Glauben, dass Geräte und Software das Problem der Bildung von selbst und besser zu lösen in der Lage wären als es die traditionelle Pädagogik konnte.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“,
„Digitalisierung in der beruflichen Bildung“, bbw 5/2017, S. 5

Finnland:

„Only 18.2 % of Finnish students use ICT for projects or class work, far below the average of the participating EU (34 %) and OECD countries (37.5 %). The weekly usage of desktop and laptop computers at grade 8 and 11 is among the lowest in the EU.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2015 - Country analysis“ (2015), S. 91

Ergebnis einer Metastudie über den Einsatz digitaler Medien in der Sekundarstufe:

„Je länger mit den eingesetzten Medien im Unterricht gearbeitet wurde, desto weniger profitieren Schülerinnen und Schüler von den digitalen Lernumgebungen.“
Delia Hillmayr M.Sc. u. a., „Digitale Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe“ (2017), S. 11

Bemerkenswert, aber selten erwähnt:

„Man achte auf die Chefs von Apple, Yahoo und Amazon, die ihre Kinder alle auf Schulen geben, die vom Internet völlig entkoppelt sind.“
Dr. Alain Finkielkraut, Philosoph und Mitglied der Académie française, Die Zeit vom 21. Mai 2015

„Schüler für den Lernstoff entflammen“!

„Schüler für den Lernstoff zu entflammen, ist das Erfolgsrezept eines guten Unterrichts. […] Deshalb ist es bedauerlich, dass das formale Prinzip der Kompetenzorientierung dazu beiträgt, die Spannungsmomente im Unterricht, die durch den Lehrstoff gegeben sein könnten, abzutöten.“
Rainer Werner, Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. Jänner 2016

Vernunft statt Heilslehren:

„Wer glaubt: ‚Kauft Hardware, und die Welt wird eine bessere werden‘, irrt mit Sicherheit. Man muss das einbetten in ein pädagogisches Konzept und die Lehrenden motivieren, das sinnvoll, aber dosiert einzusetzen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 3. September 2018

Medien sind Hilfsmittel, nie Ersatz für Pädagogik:

„Es haben in der Vergangenheit viele mediale Neuerungen Eingang in die Schule gefunden, ohne sie im Kern wirklich verändert zu haben. Ich wüsste nicht, warum es bei der Digitalisierung anders sein soll.“
Mag. Wilfried Göttlicher, Bildungshistoriker, Die Presse online am 25. November 2015

„Ganze Menschen“ als Gegenüber:

„Schüler brauchen nicht ‚Moderatoren selbstgesteuerter Lernprozesse‘, die sich aus dem Unterrichtsgeschehen weitgehend zurückziehen, sondern Lehrer, die als ganze Menschen den Schülern ein Gegenüber sind.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „ÖkologiePolitik“, Nr. 168 (November 2015), S. 33

Qualität vor Quantität:

„Es ist beim Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Unterricht […] ganz besonders darauf zu achten, dass diese Technologien bewährte und effektive Lehr- und Lernmethoden nicht verdrängen, sondern da implementiert werden, wo ihr Einsatz effektiver ist als traditionelle Lernmethoden.“
Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.), „Bildungsmonitor 2018“ (2018), S. 119

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

VCL-Position des Jahres 2000:

„‚Werterziehung‘ ist im SchOG § 2, im allgemeinen Teil der Lehrpläne und auch in Fachlehrplänen grundgelegt und Aufgabe aller Unterrichtsgegenstände. Trotzdem scheint die Zeit reif, den Schülerinnen und Schülern zwischen 15 und 19 Jahren, die – aus welchen Gründen auch immer – keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen, einen Pflichtgegenstand zu bieten, der systematisch und zusammenfassend ‚Werteorientierung‘ als Bildungsziel hat.“
Mag. Wolfgang Rank, Bundesobmann der VCL, „Thesen zum Unterrichtsgegenstand ‚Werteorientierung‘“, 11. Dezember 2000

Schluss mit Kaffeehaus statt Religionsunterricht!

„Ich wünsche mir dringend die Einführung des Ethikunterrichts als alternativen Pflichtgegenstand, damit die ‚Alternative‘ zum konfessionellen Reli¬gionsunterricht nicht weiterhin Kaffeehaus heißt.“
Mag. Isabella Zins als Bundesobfrau der VCL, parlamentarische Enquete „Werteerziehung durch Religions-
und Ethikunterricht in einer offenen, pluralistischen Gesellschaft“ vom 4. Mai 2011

Die ÖPU erinnert an ihre Forderung:

Dem vielfachen Bekenntnis zur Wertevermittlung müssen Taten folgen.

Die ÖPU fordert einen verpflöichtenden Ethik-Unterricht für alle SchülerInnen, die aus welchem Grund auch immer keinen konfessionellen Religonsunterricht besuchen

Es ist für die Schulen unzumutbar, den Ethik-Untericht noch länger aus eigenen Mitteln und auf Kosten anderer Bildungsangebote zu finanzieren.
ÖPU-Rundschreiben vom 8. Mai 2011

Mahnende Worte vor drei Jahren:

„Trotz der vielen befürwortenden Stimmen aus unterschiedlicher institutioneller Richtung ist eine Überführung in das Regelschulwesen für jene SchülerInnen, die keinen Religionsunterricht besuchen, bisher nicht erfolgt. Auch in diesem Bereich wurde die Bildungsreform nicht zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit Werten des Zusammenlebens im Bildungsbereich genutzt.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2016“ (2016), S. 58

Verpflichtender Ethikunterricht für all jene, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen!

„Es kann doch nicht so sein, dass junge Leute ihre Schule abschließen, ohne sich philosophischen Fragen, ethischen Fragen und den Fragen der Weltreligionen gestellt zu haben.“
Mag. Johann Heuras, Bildungsdirektor Niederösterreichs, Niederösterreichische Nachrichten online am 13. Jänner 2017

Baden-Württemberg weitet den Ethik-Unterricht als Alternative zum Religionsunterricht auf die gesamte Sekundarstufe I aus:

„Die wachsende Zahl von Kindern und Jugendlichen ohne religiöse bzw. kirchliche Bindungen erfordert zusätzliche, vom konfessionsgebundenen Religionsunterricht unabhängige Zugänge der Wertevermittlung in der Schule.“
Mag. Dr. Susanne Eisenmann, Kultusministerin Baden-Württembergs, Südwest Presse online am 11. Mai 2018

Kein Dispens von Wertefragen mehr!

„‚Alle Schüler ab einem gewissen Alter sollten sich mit ethischen, moralischen und Wertefragen auseinandersetzen.‘ Im Religionsunterricht würde diese Wertevermittlung jetzt schon erfolgen, künftig könne man sich auch durch Abmeldung nicht mehr ‚davon dispensieren lassen‘.“
Fritz Enzenhofer, Obmann der Christlichen Lehrerschaft Österreich (CLÖ), ORF online am 5. März 2019

Wunsch der ÖPU endlich verwirklicht:

„Bildungsminister Faßmann erfüllt mit seinem Vorstoß für den verpflichtenden Ethikunterricht für alle, die an keinem Religionsunterricht teilnehmen, einen Wunsch der ÖPU, die seit Jahrzehnten für diesen Schritt eintritt.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, quintessenzen.at am 25. Jänner 2019

Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens:

„Ich möchte jedenfalls, dass sich alle SchülerInnen im Rahmen des Schulunterrichts fundiert mit den Grundfragen des Lebens beschäftigen. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen philosophischen, weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Traditionen und Menschenbildern muss gefördert werden, um so einen Beitrag zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung und selbstständigen Reflexion zu leisten.“
Mag. Dr. Eckehard Quin, stv. ÖPU-Vorsitzender und GÖD-Bereichsleiter für Dienstrecht, quintessenzen.at am 9. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

OECD erkennt Anlass zur Sorge:

„Die NEETs unter den jungen Menschen geben aktuell Anlass zur Sorge, es können sich aber auch in der Zukunft schwerwiegende Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft ergeben, wenn keine geeigneten Maßnahmen zur Lösung dieses Problems ergriffen werden.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 72

OECD-weit 40 Millionen NEET:

„Across OECD countries, there are around 40 million young people who are NEET.“
Viktória Kis, „Work-based Learning for Youth at Risk“ (2016), S. 6

Kanada:

„In Canada, the proportion of NEET individuals aged 20–24 has increased over the past decade, approaching 15 per cent in 2016 (up from 13 per cent in 2006).“
ILO (Hrsg.), „World Employment and Social Outlook: Trends 2019“ (2019), S. 37

Europa:

„In 2017, 14.3 % of 18 to 24 year olds were neither in employment nor in education (NEET), exposing themselves to the risk of labour market exclusion and dependence on social security.“
Eurostat (Hrsg), „Smarter, greener, more inclusive? 2018 edition“ (2018), S. 36

In Österreich waren es mit 8,1 % wenig mehr als die Hälfte. (Quelle: Eurostat-Datenbank)

Spanien:

„Youth in Spain face difficulty making smooth transitions from school to work. The share of youth neither in employment, education nor training (NEET) has risen steadily and ranks near the top of the OECD.“
OECD (Hrsg.), „OECD Skills Strategy Diagnostic Report Spain 2015“ (2015), S. 36

Italien:

„With a NEET rate that has risen to 32 percent, Italy brings up an unhappy rear in this regard. […] By contrast, the Netherlands, Denmark, Germany and Austria take the first four places in the comparison, showing the lowest NEET rates.“
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.), „Social Justice in the EU – Index Report 2015“ (2015), S. 52

„Einzigartiges System“:

„Wir haben ein einzigartiges System in Österreich, in dem über 200 Lehrberufe mit dem dualen System erlernen kann und so eine praktische und theoretische Ausbildung auf höchstem Niveau erhält.“
Timo Steyer, Bundesschulsprecher, Presseaussendung vom 1. Dezember 2018

Den Unterschied von Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit endlich verstehen!

„Die berufliche Ausbildung sollte in den Medien anders dargestellt werden und eine Gleichwertigkeit – das heißt nicht Gleichartigkeit! – unterstrichen werden.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

„A major global challenge“:

„A major global challenge is the phenomenon of young people who are not in education, employment or training (NEET). Worldwide, 30 per cent of young women and 13 per cent of young men were classified as NEET in 2018.“
ILO (Hrsg.), „World Employment and Social Outlook: Trends 2019“ (2019), S. 20

Österreichs spezielle Situation:

„Im Durchschnitt der OECD-Länder gehören 18 Prozent der im Ausland geborenen 15- bis 29-Jährigen zur Gruppe der NEETs, verglichen mit 13 Prozent der im Inland geborenen.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 71

In Österreich gehören nur 7,7 Prozent der im Inland geborenen 15- bis 29-Jährigen zur Gruppe der NEET, aber nicht weniger als 23,9 Prozent der im Ausland geborenen.

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu NEET auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/neet.


Humboldt’sches Bildungsideal verkauft:

„Wir gehen dem Humboldtʼschen Bildungsideal immer seltener nach, sondern zielen stattdessen auf die Verwertbarkeit sowie die Drittmittelfähigkeit von Bildungsaktivitäten. Das führt leider auch dazu, dass vielfach ‚Stifter und Schenker‘ in Anspruch genommen werden, denen man nicht immer ein redliches Interesse nachsagen kann.“
Univ.-Prof. Dr. Tim Engartner, bildungsklick.de am 31. Oktober 2018

Rückbesinnung auf Bildung:

„Bildung ist eine leere Begriffshülle geworden, die von jedem nach Belieben und je nach politischer oder ökonomischer Interessenlage gefüllt werden kann. Eine Besinnung auf die grundlegenden Bedeutungen von Bildung, ihre Ansprüche, aber auch ihre Grenzen täte dringend not.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Neue Zürcher Zeitung online am 16. Oktober 2017

Die OECD-„Bildungspolitik“ und ihre Folgen:

„Vieles, was einmal zur Bildung gehörte und zur Humanisierung der Gesellschaft beitragen sollte, verkümmert heute: fundierte Sachkenntnisse, ein Können im Sinne des Sich-auf-etwas-Verstehens, Urteilskraft, Selbsterkenntnis, Gemeinschaftssinn …“
Dr. Matthias Burchardt, www.nachdenkseiten.de am 14. März 2016

Gymnasiale Bildung:

„In Leitungspositionen erwartet man, dass jemand umfassend gebildet ist. […] Ich finde den Einwand, dass das Gymnasium nicht auf die Praxis vorbereitet, nicht richtig.“
Univ.-Prof. Dr. Dorit Bosse, Die Welt online am 7. Juni 2015

Ware Bildung:

„Wenn wir Bildungsanstrengungen damit begründen, dass sie sich wirtschaftlich lohnen – heißt das nicht im Umkehrschluss, dass wir Bildung unterlassen sollten, wenn sie sich nicht ‚lohnt‘? Dass diejenige Bildung, die nicht zu mehr Wachstum führt, wertlos ist?“
Dr. Herbert Renz-Polster, „Die Kindheit ist unantastbar (2014), S. 80

Die „Heilsbotschaften“ der OECD:

„Die OECD, Testkonsortien und die Bertelsmann-Stiftung erscheinen als Bildungskirchen, deren Vertreter und Adepten als Priester und Propheten predigend durch die Lande ziehen, um ihre Heilsbotschaft zu verkünden. Denn in der Welt des real existierenden Bildungsgeschehens leben und arbeiten noch viel zu viele Sünder, die vom falschen Weg abgebracht werden müssen. Es gibt ja immer noch Menschen, die ein differenziertes Schulsystem für sinnvoll, geistig-kulturelle Inhalte und Wissen für notwendig, Kompetenzen für eine Chimäre, Leistung für wichtig, Inklusion für problematisch, Individualisierung für einen Trick und Tablets für verzichtbar halten.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Bildung als Provokation“ (2017), S. 38

Bildungspolitik am Gängelband der OECD:

„Die Politik verzichtet auf ihren Gestaltungsfreiraum zugunsten einer übernationalen Organisation, die nach eigener Aussage eine bestimmte Wirtschaftsordnung und damit Wirtschaftspolitik vertritt. […] Die von der OECD finanzierten und in Auftrag gegebenen Studien entmachten de facto nationale Bildungspolitik.“
Univ.-Prof. Dr. Volker Ladenthin, „Zur Praxis pädagogischer empirischer Forschung“
in „COICIDENTIA – Zeitschrift für europäische Zeitgeschichte“, Beiheft 4/2014, S. 105f

Fundament der Demokratie:

„In einem Staat, der sich ‚Republik‘ nennt und als Demokratie definiert, spielen […] Bildung und Bildungswesen eine fundamentale Rolle für die Möglichkeit der Selbstbestimmung der Bürger.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“.
In: „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 102f

Emanzipation des Geistes:

„Ich bin der Auffassung, dass die Allgemeinbildung eine größere Rolle spielen muss, damit die Menschen flexibler sind.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, bildungsklick.de am 27. Jänner 2016

„Intellektuelles Tor zur Welt“:

„Ich habe große Sympathien für den humanistischen Bildungsbegriff: Bildung als das intellektuelle Tor zur Welt. Diese humanistischen Ideale, die niemals die professionelle Ausbildung vernachlässigten, legten größten Nachdruck auf die Bildung von Werten, angefangen bei denen der Aufklärung, ebenso wie auf die Befähigung zum eigenständigen und kritischen Denken.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, BMBWF-Journal, 1.2018, S. 4

Sensitive periods of neural plasticity:

„Children’s early life experiences during sensitive periods of neural plasticity shape the brain structures and functions underlying their cognitive aptitudes. One critical experience is language exposure. Specifically, the language quantity (e.g., number of words) and quality (e.g., sentence complexity, lexical diversity) that young children hear are the foundation of later language and literacy skills and nonverbal capacities, including executive functioning, math ability, and social skills. Children’s language exposure varies substantially in relation to their socioeconomic status (SES).“
Dr. Rachel R. Romeo u. a., „Beyond the 30-Million-Word Gap: Children’s Conversational Exposure Is Associated With Language-Related Brain Function“.
In: „Psychological Science“, 2018, Vol. 29(5), S. 700

Auf die Eltern kommt es an:

„An infant’s developing sense of self and security is developed through their relationships with their carers and is strongly influenced by parent behaviours. The foundations of secure parent-child attachment develop during the first year of life, through parental attunement to infant cues and warm and responsive parenting.“
Dr. Stacey Fox, „Better Systems, Better Chances“ (2015), S. 29

The most important childhood predictor:

„The BCS findings (Anm.: BCS = British Cohort Study) reveal that children’s emotional health, reported by mothers, was the most important childhood predictor of self-perceived emotional health (e.g. depression) at age 26 and overall life satisfaction at age 34. In fact, childhood emotional health was more strongly associated with these outcomes than family economic resources, family psychosocial resources, and children’s cognitive ability.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 20

Frühe Prägung:

„Gaps in children’s readiness to learn manifest themselves early. If unaddressed, they can affect children’s cognitive and noncognitive skills over the long term.“
World Bank Group (Hrsg.), „Growing Smarter“ (2018), S. 20

Die Differenz im Elternhaus wächst:

„An additional year of daily mother–child reading would increase children’s reading test scores in the early school grades by 41 percent of a standard deviation on average. […] Substantial numbers of parents do not read to their children on a regular basis. In 2007, 16 % of all parents of a child aged 3-5 years and 29 % of parents living below the poverty line reported that neither they nor other family members read to their children at least three times per week. This represents an increase since 2001 when the number was 26 % of poor parents. In addition, the gap in the amount of time that parents spend with their children overall and in educationally relevant activities has widened over the last 20 years because the rate at which highly educated mothers have increased amount of time in they spend in educational activities with their children has exceeded the rate at which mothers with less education increased such time with their children.“
Univ.-Prof. Dr. Susan E. Mayer u. a., „Using behavioral insights to increase parental engagement“ (2015), S. 5

Crucial for a child’s learning and cognitive, social and emotional development:

„Parental involvement is a key factor for educational success: a stimulating home environment and parental engagement is crucial for a child’s learning and cognitive, social and emotional development.“
EU-Kommission (Hrsg.), „A whole school approach to tackling early school leaving“ (2015), S. 15

Violence and/or neglect in childhood:

„Adults who experienced violence and/or neglect in childhood have lower levels of education, more limited opportunities for employment, lower earnings, and fewer assets.“
Gillian Huebner u. a., „Beyond Survival: The Case for Investing in Young Children Globally“ (2016), S. 16

Ergebnis einer Befragung der SchülerInnen Deutschlands:

„Fünf Prozent der Achtjährigen gaben an, dass sich niemand in der Familie wirklich um sie kümmere. Unter den Vierzehnjährigen meinte das sogar fast jeder zehnte.“
Der Spiegel online am 19. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Eingreifen zum Schutz der Kinder:

„Einige Eltern verstehen erst, wie ernst die Konsequenzen sein können, wenn finanzielle Leistungen gekürzt werden oder Bußgeldbescheide eintreffen. Von diesen Rechtsmitteln muss viel mehr und viel konsequenter Gebrauch gemacht werden. […] Der Gesetzgeber sollte sich klarmachen, dass diese Sanktionen keine Strafe für die Familie sein sollen, sondern vielmehr ein Ansporn, die Bildung der Kinder nicht zu vernachlässigen.“
Ahmad Mansour, „Klartext zur Integration – gegen falsche Toleranz und Panikmache“ (2018), S. 299f

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zur hohen Bedeutung des familiären Umfelds sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


Studierbefähigung sinkt:

„Studienanfänger, die ein Mint-Fach, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft oder Technik, wählen, haben immer öfter unverzeihliche Schwächen in Rechentechnik und im Verfolgen mathematischer Grundgedanken. An der Universität müssen sie Vorbereitungskurse besuchen. Das kostet unnötig Steuergeld.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 2. November 2018

Ernüchternde Bilanz:

„Die ‚kompetenzorientiert‘ trainierten Absolventen können schlicht nicht mehr hinreichend lesen, schreiben und rechnen, geschweige denn organisieren und unter Belastung den Überblick behalten.“
Univ.-Prof. Dr. Jochen Krautz, „Zersetzung von Bildung: Ökonomismus als Entwurzelung und Steuerung“.
In: „COINCIDENTIA. Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte“ (2015), Beiheft 5, S. 125

Bildungsreformern fehlt didaktisches Wissen:

„In Zeiten von Alexa und Siri mag für viele unstrittig sein, dass dank Digitalisierung Menschen kein Faktenwissen mehr brauchen. Wissen ist jederzeit und überall verfügbar, so dass sich Schüler voll und ganz auf die Kompetenzentwicklung konzentrieren können. Diese Argumentation verkennt den Unterschied zwischen Faktenwissen und Klugheit sowie den Zusammenhang von Oberflächenverständnis und Tiefenverständnis, wie er in der Didaktik seit jeher bekannt ist.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 12. Oktober 2018

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Kein Platz mehr für Bildung im klassischen Sinn?

„Kompetenzorientierung, Praxisnähe, Modularisierungen, Qualifikationsprofile, employability, Wettbewerbsvorteil, Kostenneutralität: Die Schlagworte aktueller Bildungspolitik markieren nicht nur neue Moden, sie signalisieren auch einen gravierenden Bruch mit den Idealen klassischer Bildungskonzeptionen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Geisterstunde – Die Praxis der Unbildung“ (2014), S. 28

„Nahezu absurd“:

„Alles primär unter den Leitstern der employability zu stellen – der Umbau des Bildungssystems nach Bologna mit der Verkürzung der Ausbildungsgänge und dieser oberflächlichen Orientierung an den Kompetenzen –, ist nahezu absurd.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin in Nida-Rümelin u. a., „Auf dem Weg in eine neue deutsche Bildungskatastrophe“ (2015), S. 31

Bildung in der Falle der „Kompetenzmodellierung“:

„Hat man zur Maximierung von Effizienz erst einmal auf Kompetenzmodellierung gesetzt, ist man auch an sie gebunden, zumal wenn man für die Leistungsfähigkeit von Bildung gar kein anderes Kriterium mehr hat als Kompetenzgenerierung. Die Bildungspolitik ist damit in die Falle getappt, in der Unternehmen sitzen, die ihren ganzen Betrieb auf eine einzige Produktpalette eingestellt haben.“
Univ.-Prof. Dr. Christoph Türcke, „Lehrerdämmerung – Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet“ (2016), S. 40

Persönlichkeitsbildung statt Kompetenzrasterdenken:

„Die Qualität einer Schule macht nicht das Messbare und Vergleichbare aus, ihr Wert hängt nicht vom Abhaken erfüllter Kompetenzen ab. Entscheidend für eine Gesellschaft ist, dass das Schulwesen kritisch denkende und gebildete Persönlichkeiten hervorbringt.“
Mag. Christian Höfner, Schriftführer des FA Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich) vom Dezember 2018

„Das sollte uns Sorgen machen“:

„Worum man die Kinder betrügt, ist tatsächlich die Persönlichkeitsbildung. Man hinterlässt kulturell im Grunde verbrannte Erde, weil daraus nichts mehr wachsen kann. Denn diese Menschen werden dann selber über Studiengänge irgendwann wieder selber Lehrer. Und das sollte uns Sorgen machen.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, BundeslehrerInnen-Tag 2015 der ÖPU/FCG, Linz am 12. März 2015

Auch Wissen wieder wertschätzen!

„Wenn wir LehrerInnen unseren SchülerInnen beibringen, dass es nicht so nötig sei, etwas zu wissen, sondern nur darauf ankomme, zu wissen, wo das Wissen zu finden ist, dann dürfen wir nicht vergessen, dass es für sie wichtig und unverzichtbar ist zu wissen, was es überhaupt zu finden geben könnte, und wenigstens zu wissen, was man wissen wollen sollte.“
Univ.-Prof. MMag. DDr. Erwin Rauscher, Rektor der PH Niederösterreich, ÖGSR-Symposium, Wien am 23. Jänner 2019

Jahrelanges Lehrerbashing hinterließ schmerzliche Spuren:

„Es ist nicht verwunderlich, dass viele von uns das Gefühl haben, eher Häme und Kritik ausgesetzt zu sein, als öffentlich Dank und Anerkennung zu ernten für die großartige Leistung, die wir erbringen. […] Noch gilt es, Medien und breite Öffentlichkeit von der Qualität der österreichischen Lehrkräfte zu überzeugen, und hier sind eindeutig sämtliche Stakeholder gefragt.“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 14

Berufliche Zufriedenheit:

„Results show that, across all participating countries and economies, students in schools with teachers who are satisfied with their current job score 15 points higher in science, on average, than students with less-satisfied teachers. This difference in performance persists (around five score points) even after accounting for students’ and schools’ socio-economic profile.“
Dr. Tarek Mostafa u. a., „Science teachers’ satisfaction: Evidence from the PISA 2015 teacher survey“ (2018), S. 53

„Advocate for public education”:

„Eliminating unions does not produce higher achievement, better teachers, or even higher test scores. Eliminating unions silences the most powerful advocate for public education in every state.“
Univ.-Prof. Dr. Diane Ravitch, „Reign of Error – The Hoax of the Privatization Movement and the Danger to America’s Public Schools“ (2013), S. 126

Wo Finnland vorbildlich ist:

„The teaching force in Finland is highly unionized; almost all teachers are members of the Trade Union of Education.“
Univ.-Prof. Dr. Pasi Sahlberg, „Developing Effective Teachers and School Leaders. The Case of Finland“.
In: Darling-Hammond u. a., „Teaching in the Flat World“ (2015), S. 37

Die Basis für Finnlands Erfolg:

„TALIS 2013 results show 58.6% of Finnish teachers (primary and secondary) agreed that the teaching profession is valued in society – one of the highest proportions among participating countries and far above the TALIS average of 30.9%.“
OECD (Hrsg.), „Teacher Remuneration in Latvia. An OECD Perspective“ (2014), S. 153

Japan:

„One of the most marked characteristics of Japanese society is the high status attached to education, which is seen as being the bedrock of a successful career, social advancement and prestige.“
Matthias Pilz u. a., „Problematic transitions from school to employment: freeters and NEETs in Japan and Germany“.
In: „Compare“, 2015, Vol. 45, No. 1, S. 79

Global Teacher Status Index 2018:

„Our new data suggests that there is a correlation between the status accorded to teachers through the GTSI 2018 and student outcomes in their country. In other words, high teacher status is not just a ‘nice to have’ – increasing teacher status can directly improve the pupil performance of a country’s students. Ministers should take teacher status seriously and make efforts to improve it.“
Varkey Foundation (Hrsg.), „Global Teacher Status Index 2018“ (2018), S. 11

Nachhaltige Folgen einer fatalen „Schulpolitik“:

„Wie sollen solche Kinder in Ruhe lernen können, wenn sie zu Hause hören, wie die Lehrerinnen und Lehrer vom Vater oder der Mutter als unfähige Idioten bezeichnet werden?“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom November 2018, S. 13

Schäden schnellstmöglich beheben:

„Es ist notwendig, dass wir den Lehrberuf attraktiv machen. Das ist sehr wichtig, das ist ein ganz entscheidender Punkt, und ich kann Ihnen versprechen, wir werden uns darum wirklich äußerst bemühen, weil tatsächlich die Zukunft davon abhängt.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Aus Überzeugung für die LehrerInnen:

„Überzeugte Standesvertretung ist äußerst wichtig, es braucht sie, um nicht unterzugehen. Es ist eine schöne Aufgabe, sich für die Kollegenschaft zu engagieren und sie zu vertreten, und es ist es wirklich wert und unbedingt notwendig, sich für die AHS einzusetzen, für Chancengerechtigkeit, Entfaltung von Begabungen und die dafür entsprechende Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte und die SchülerInnen.“
Mag. Walter Klopf, Vorsitzender der ÖPU Oberösterreich, „thema GYMNASIUM“ (Zeitschrift der ÖPU Oberösterreich) vom Dezember 2018

Ordnung und Sicherheit Basis für Bildungserfolg:

„School safety is an important element of student academic achievement across a wide range of heterogeneous countries, regardless of geography, dominant race/ethnicity, language, culture, and economic development.“
IEA (Hrsg.), „Do both boys and girls feel safe at school – and does it matter?“ (2019), S. 9

Wachsendes Problem:

„In Europe, where over 80 per cent of children between 5 and 14 years of age use mobile telephones, it is reported that between 2010 and 2014 cyberbullying increased from 8 to 12 per cent, especially among girls and children at younger ages.“
UNO, General Assembly (Hrsg.), „Protecting children from bullying. Report of the Secretary-General“ vom 26. Juli 2016, S. 6

Frankreich:

„Ende Oktober hat Bildungsminister Jean-Michel Blanquer seinen Aktionsplan zum Schutz der Schule vorgestellt. Er verspricht unter anderem, Störfälle im Schulbereich konsequenter zu ahnden und zu sanktionieren. Und auch bei Bedarf Polizisten zum Sicherheitsdienst in der Schule anzufordern. Dafür plädierte auch gestern Staatspräsident Emmanuel Macron.“
Deutschlandfunk online am 7. November 2018

Hilflosigkeit:

„Schon im schulischen Alltag erleben Kinder und Jugendliche, dass alles meist nicht so ernst gemeint ist. Vieles wird angekündigt. Oft im Ärger, wenn eine Situation eskaliert. Aber wird das, was angekündigt wurde, auch umgesetzt? Die Erfahrung der betroffenen Schüler spricht dagegen.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 50

Mangel an Erziehung:

„Statt ‚erzogen‘ werden die Kinder ‚in ihrer Entfaltung begleitet‘, im Vertrauen darauf, dass sie ‚instinktiv spüren, was gut für sie ist‘. […] Diese Erziehungsverweigerung hat schlimme Folgen, bis hin zur Verachtung der Eltern oder zur völligen Abwendung der Kinder von ihren Eltern, die doch eigentlich immer ihre Freunde sein wollten.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform
„Leistung & Vielfalt“, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2016, S. 6

Dunkelziffer:

„Manche Schulleiter verschweigen Konflikte und Schwierigkeiten an ihren Einrichtungen, um den Ruf der Schule nicht zu gefährden. Wer schweigt, lässt Lehrer, Eltern und Schüler im Stich. Er tut niemandem einen Gefallen. Im Gegenteil.“
Ahmad Mansour, „Klartext zur Integration – gegen falsche Toleranz und Panikmache“ (2018), S. 296

„Right to learn”:

„All students have a right to learn. This means that if a student is making it impossible for a teacher to teach or students to learn, and in-class strategies have been attempted, they must be removed from the lesson temporarily until the situation can be resolved in some way.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 45

LehrerInnen als „ultimate operations managers“:

„They have to manage 25 or so often-unruly direct reports. Think it’s easy to effectively manage a large class for seven hours? Throw in a fair percentage of students with any number of impulse-control issues and it’s a wonder teachers can keep any semblance of order.”
Dr. Victor Lipman, „The (Underrated) Leadership Qualities Of Teachers“, forbes.com am 8. August 2016

Einhaltung von Regeln unverzichtbar:

„Die wenigsten Schüler mögen es, wenn im Klassenzimmer Chaos herrscht. […] Die Schule kann zwar keinen Einfluss auf die Familien nehmen. Doch sie kann klar vermitteln, dass in der Schule eben diese Regeln gelten.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

„Children‘s Worlds+“

„Laut einer repräsentativen Studie der Bertelsmann-Stiftung erleben viele Heranwachsende in Deutschland ihre eigene Schule als unsicheren Ort. Während immerhin acht von zehn Grundschülern dem Satz ‚Ich fühle mich sicher in meiner Schule‘ zustimmen, ändert sich das nach dem Wechsel zur weiterführenden Schule deutlich.“
Der Spiegel online am 19. Februar 2019

Alles andere als Einzelfälle:

„Bullying affects a high percentage of children, compromising their health, emotional well-being and academic work, and is associated with long-lasting consequences continuing on into adulthood. […] Online or in person, bullying has a serious impact on both the victim and the perpetrator. Moreover, bullying comes at a high cost to society.“
UNO, General Assembly (Hrsg.), „Protecting children from bullying. Report of the Secretary-General“ vom 26. Juli 2016, S. 2

Österreich im traurigen Spitzenfeld:

„The prevalence of bullying varies considerably across Europe. Lithuania, Belgium, Estonia, Austria and Latvia are some of the countries with relatively high victimisation rates between around 20 % and 30 %, compared to the lower rates of Denmark, Sweden, Czech Republic, Croatia, Italy and Spain below 10 %.“
NESET (Hrsg.), „How to Prevent and Tackle Bullying and School Violence“ (2017), S. 6

„Einzelfälle ...":

„Viele Übergriffe werden von Vorgesetzten verschwiegen und nicht gemeldet. Das Schweigen hilft schließlich fast allen: Direktoren müssen nicht um den Ruf ihrer Schule bangen, die Eltern bekommen keine größeren Probleme, und der Stadtschulrat kann sich weiterhin der Illusion hingeben, es sei alles in Ordnung. Wenn ein Vorfall an die Öffentlichkeit gelangt, spricht man einfach von einem tragischen Einzelfall.“
Susanne Wiesinger, „Kulturkampf im Klassenzimmer“ (2018), S. 41

Unterstützung durch Schulbehörden notwendig:

„Hinschauen und Haltung einnehmen. Natürlich braucht es dafür auch die Unterstützung durch die Behörden. Wenn sich ein Schüler oder eine Schülerin permanent nicht an Regeln hält, den Unterricht stört, verbal und körperlich aggressiv ist und damit das Klassenklima und das Schulklima zerstört, dann muss es Konsequenzen geben, im Extremfall auch einen Schulverweis.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf. In: ÖIF (Hrsg.), „Perspektiven Integration. Schule und Migration“ (2018), S. 15

Die Probe aufs Exempel:

„Wer Jugendliche in den öffentlichen Verkehrsmitteln darauf hinweist, das Rauchen zu unterlassen oder die Schuhe von den Sitzbänken zu nehmen, geht ein erhebliches Risiko ein.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 42

Grenzen:

„Es gibt einen Unterschied zwischen rigider, auf Macht oder Konvention beruhender Grenze einerseits und sinnvoller, Halt gebender Grenze andererseits. Diese Unterscheidung ist deswegen von Bedeutung, weil der Begriff der Grenze nämlich noch eine weitere Konnotation in sich trägt: die des Schutzes, der Leitlinie, des Geländers, an dem als festem Punkt gestützt man sich experimentell weiterentwickeln kann, bis man dieses Geländer dann wirklich nicht mehr braucht. Um diese Art von Grenzen geht es in der Erziehung.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, „Der Tyrannenkinder-Erziehungsplan“ (2018), S. 211f

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

In Österreich noch weitgehend unbekannt:

„All schools should have an area where students presenting temporarily challenging behaviour can be housed safely, quickly and quietly without fuss. This zone should be staffed with personnel trained in its management.“
Dr. Tom Bennett, „Creating A Culture: How School Leaders Can Optimise Behaviour“ (2017), S. 48

Digitale „Brandbeschleuniger“:

„‚Bei Konflikten in der Schule, bei Mobbing, aber auch bei Rangkämpfen innerhalb von Klassen, wirken Messengerdienste wie etwa WhatsApp wie ein Brandbeschleuniger. Teilweise sind die Beiträge in den sozialen Netzwerken sogar die eigentliche Brandursache.‘ Es gebe heute keinen Mobbingfall an einer Schule mehr, der nicht gleichzeitig eine Online-Dimension habe.“
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heimatzeitung online am 20. Februar 2019

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Mobbing und Bullying auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/mobbing-bullying.


Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Fördern braucht Fordern:

„Man entwickelt Intelligenz nur, wenn sie auch gefordert wird, wenn man anspruchsvolle Aufgaben bekommt. Dann lernt man besser schlussfolgerndes Denken, effizienter Informationen zu verarbeiten.“
Univ.-Prof. Dr. Elsbeth Stern, Deutschlandfunk online am 24. Juli 2018

Anspruch auf individuelle Förderung:

„Alle Schülerinnen und Schüler haben gemäß schulgesetzlicher Aussagen einen Anspruch auf individuelle Förderung und die Gesellschaft hat ein Interesse an ihrer eigenen Reproduktion und Weiterentwicklung. Deshalb ist eine leistungsorientierte Forderung und Förderung aller Schülerinnen und Schüler eine wesentliche Voraussetzung für die Weiterentwicklung unserer pluralistisch-demokratischen Gesellschaft.“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, seit Dezember 2017 Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes.
In: „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2015, S. 31

Erkenntnis aus Deutschlands Nationalem Bildungspanel (NEPS):

„Mit der strikten Differenzierung nach den Fähigkeiten steigen die Leistungen, und es gibt auch hierfür keine stärkeren Effekte der sozialen Herkunft als in integrierten Systemen. Der wichtigste Mechanismus dafür ist wirklich die kognitive Homogenität. Sie führt immer zu höheren Leistungen, also auch in integrativen Systemen. Am günstigsten aber ist die Kombination von kognitiver Homogenität der Schulklassen und der weiteren Homogenisierung durch eine strikte Differenzierung.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

Slowenien:

„It is underlined that all children including those with special educational needs, the talented and the disabled alike, have a right to receive education corresponding to their abilities.“
Anna Cseh, „Programmes of talent identification and talent management in Slovenia“.
In: Győri, „International horizons of talent support. Best practices within and without the European Union“ (2011), S. 166

Dringender Handlungsbedarf:

„Es braucht dringend eine Ent-Heterogenisierung der Schulklassen im Hinblick auf die Nutzung der Lernfähigkeiten und der Lernwilligkeit. Lernen ist immer ein Integrieren von neuer Information in aktiviertes Vorwissen, und je homogener dieses Vorwissen von Lernenden ist, desto einfacher, aber auch sicherer ist die Steuerung der Lernprozesse im Klassenverband und desto besser werden die Lernresultate.“
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Steiner, „Im Würgegriff von LEHRPLAN 21“ (2018), S. 8f

Von Baden-Württembergs Absturz lernen!

„Bei allen Bildungsstudien, in denen Schulformen verglichen werden, schneiden die Schüler an egalitär organisierten Schulen schlechter ab als an gegliederten. Besonders problematisch sind die Leistungen an der jüngsten Schulform: der Gemeinschaftsschule. Baden-Württemberg stürzte beim Leistungstest des IQB innerhalb von fünf Jahren von einem Spitzenplatz unter den Bundesländern ins untere Mittelfeld ab, weil sich die Gemeinschaftsschule mit ihren Selbstlernmethoden als besonders leistungsschwach erwiesen hatte.“
Rainer Werner, guteschuleblog.wordpress.com am 7. Jänner 2018

Das „Equity-Paradox“:

„Je mehr unternommen wurde, durch Angleichung der schulischen Leistungsbedienungen und Erwartungen soziale Ungleichheit zu vermindern, umso mehr machte sie sich wieder bemerkbar. Ja es sind gerade die vermeintlich Gleichheit stiftenden Maßnahmen, die Ungleichheit perpetuieren und vergrößern.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, „Das „Equity-Paradox“. In: Rademacher u. a., „Bildungsqualen“ (2015), S. 95

Der Vielfalt gerecht werden:

„Ich wünschte mir von einer kindgerechten Schule, dass sie die enorme Vielfalt unter den Schülern endlich akzeptiert und die Kinder dort abholt, wo sie entwicklungsmäßig stehen.“
Univ.-Prof. Dr. Remo Largo, Focus online am 15. Jänner 2019

Trend in Richtung Vielfalt setzt ein:

„Menschen unterscheiden sich […] hinsichtlich ihrer Fähigkeiten, Bedürfnisse und Präferenzen, daher versuchen die meisten Bildungssysteme, unterschiedliche Arten von Bildungsgängen und Formen der Bildungsteilnahme anzubieten, insbesondere in den höheren Bildungsbereichen (Sekundarbereich II und darüber hinaus) und für Erwachsene.“
OECD (Hrsg.), „Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren“ (2018), S. 185f

Viele weitere bildungswissenschaftliche Zitate zum Wert homogenerer Lerngruppen auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/gesamtschule-differenzierung.


Norwegen:

„In Norway, children born into low socio-economic backgrounds face a higher risk of becoming NEET in their youth. Young people whose mother did not have an uppersecondary education are more than twice as likely to be NEET as the children of tertiary educated mothers. This effect is strongest for 15-19 year-olds, indicating a particularly strong effect of parental education on upper-secondary school drop-out. This difference is somewhat higher than in Germany, the only other country for which comparative data are available.“
OECD (Hrsg.), „Investing in Youth: Norway“ (2018), S. 44

Großbritannien:

„The United Kingdom has very low social mobility compared to other OECD nations. Children’s academic attainment is closely linked with their parents’ income, occupation and educational qualifications.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 6

Schweden:

„Für Anders Trumberg, einen Erziehungswissenschafter der Universität Örebro mit Spezialgebiet Schulwahl und Segregation, steuert Schweden bei der Chancengleichheit im Erziehungswesen auf einen Tiefpunkt zu.“
Neue Zürcher Zeitung online am 23. Juni 2018

USA:

„The achievement gap between children from high- and low-income families is roughly 30-40 percent larger among children born in 2001 than among those born twenty-five years earlier.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 134

England:

„There is a larger gap in literacy and numeracy scores between the highest and lowest achievers than in most other countries and the impact of parental background on skills attainment is stronger than in most countries.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Green u. a., „Why are Literacy and Numeracy Skills in England so Unequal?“ (2015), S. 4

England, Frankreich, Kanada und die USA:

„England ranks equal fourth amongst countries and regions in numeracy inequality. Only France, English-speaking Canada and the USA are significantly more unequal in numeracy.“
Univ.-Prof. Dr. Andy Green u. a., „Why are Literacy and Numeracy Skills in England so Unequal?“ (2015), S. 9

„Independent schools“, Englands elitäre Alternative:

„71 per cent of senior judges, 62 per cent of senior armed forces officers, 55 per cent of Permanent Secretaries, 53 per cent of senior diplomats, 50 per cent of members of the House of Lords, 45 per cent of public body chairs, 44 per cent of the Sunday Times Rich List, 43 per cent of newspaper columnists, 36 per cent of the Cabinet, 35 per cent of the national rugby team, 33 per cent of MPs, 33 per cent of the England cricket team, 26 per cent of BBC executives and 22 per cent of the Shadow Cabinet attended independent schools - compared to 7 per cent of the public as a whole.“
Social Mobility and Child Poverty Commission (Hrsg.), „Elitist Britain“ (2014), S. 10

„Alternative Formen der Segregation“:

„Die erhoffte soziale Chancengleichheit ist ein Irrtum. Fast alle Gesamtschulländer haben alternative Formen der Segregation entwickelt.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, Kleine Zeitung online am 28. Mai 2016

OECD-weites Faktum:

„Children with parents of a lower socio-economic status have lower educational performance, e.g. PISA mathematics scores are about one-fifth lower than for those with highly educated parents, which represents more than three years of equivalent additional schooling.“
OECD (Hrsg.), „A Broken Social Elevator? How to Promote Social Mobility“ (2018), S. 41f

Bildungswissenschaftlich längst nachgewiesen, von manchen „BildungsexpertInnen“ Österreichs aber leider noch immer verdrängt, ignoriert oder gar geleugnet :

„Die Gesamtschule schafft nachweislich nicht mehr Bildungsgerechtigkeit als die Schulen des differenzierten Bildungssystems.“
Univ.-Prof. Dr. Alexander Lorz, Bildungsminister Hessens, „Werteorientierung, Wahlfreiheit und Chancengerechtigkeit“ (2017), S. 6

„In all countries and economies”:

„In all countries and economies that participated in PISA 2015, socio-economic status has considerable influence on students’ performance in science, reading and mathematics. On average across OECD countries, the mean PISA science score among disadvantaged students was 452 points, while among advantaged students it was 540 points. This gap of 88 points is the equivalent of about three full years of schooling.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 89“ (Oktober 2018), S. 2

Am größten ist der sozioökonomisch bedingte Leistungsrückstand 15-Jähriger in Luxemburg und Frankreich.

Equity in Education:

„Im sozioökonomisch schwächsten Viertel der Schülerinnen und Schüler – und auf dieses Viertel fokussiert die OECD-Publikation – befinden sich in Österreich so viele junge Menschen mit Migrationshintergrund, so viele junge Menschen, die die Unterrichtssprache nicht verstehen, wie dies in kaum einem anderen OECD-Staat der Fall ist.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 4

Aufs Elternhaus kommt es an:

„Die Integration der Migrantenmütter ist entscheidend für die Integration der Kinder.“
Dr. Thomas Liebig, Wiener Zeitung online am 29. Mai 2018

USA:

„According to one national study, 72 percent of middle-class children know the alphabet when starting school, as opposed to only 19 percent of poor children.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 116

Mit 2 Jahren sechs Monate Rückstand:

„Differences in vocabulary and language processing efficiency between infants from higher- and lower-SES families were evident at 18 months, and by 24 months there was a 6-month gap between SES groups.“
Univ.-Prof. Dr. Amy Pace u.a., „Identifying Pathways Between Socioeconomic Status and Language Development“.
In: „Annu. Rev. Linguist.“ 2017, S. 293

Bildungsstandardüberprüfung am Ende der Volksschule:

„10 % der Kinder von Eltern mit tertiärem Bildungsabschluss, 17 % der Kinder von Eltern mit maximal Matura, 28 % der Kinder von Eltern mit Berufsausbildung und 52 % der Kinder von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss erreichen die Bildungsstandards nicht oder nur teilweise.“
BIFIE (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2015, Band 2“ (2016), S. 26

Frühkindliche Prägung:

„Childhood socioeconomic status (SES), characterized by parental educational attainment, occupation and income, is associated with early experiences that are important for cognitive development. […] SES is linked to children’s neurocognitive func¬tion across numerous domains, including language, self-regulation, memory and socio-emotional processing.“
Univ.-Prof. Dr. Kimberly Noble u. a., „Family Income, Parental Education and Brain Structure in Children and Adolescents“ (2015), S. 1

Falscher Ansatz:

„Meines Erachtens ist es falsch zu denken, über Bildung könne man Bildungsgerechtigkeit erzeugen.“
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Akademikerschwemme versus Fachkräftemangel“ (2016), S. 106

Themenverfehlung:

„Letztlich kann man sozialpolitische Fragen nicht nur durch Bildungspolitik lösen. Da muss man auch sozialpolitisch aktiv werden.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, Der Standard online am 5. Oktober 2015

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Zahlreiche Erkenntnisse zur Bedeutung außerschulischer Einflüsse auf den Bildungserfolg auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-a-bis-c/chancengerechtigkeit.


Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019

Ergebnis der „Vorlesestudie 2015“:

„86 Prozent der Kinder, denen täglich vorgelesen wurde, meinen, dass sie sich schnell Dinge merken können – aber nur 45 Prozent derjenigen, denen selten bzw. nie vorgelesen wurde.“
Stiftung Lesen (Hrsg.), „Vorlesen – Investition in Mitgefühl und solidarisches Handeln“ (2015), S. 20

Eltern als erste PädagogInnen:

„Parental cognitive involvement in early childhood such as time invested in shared book reading, storytelling, learning the alphabet, numbers, and letters, playing rhyming and math games, and access to cognitively stimulating toys and books set the stage for children’s cognitive and intrinsic motivation development.“
Dr. Daniel H. Caro, „Socio economic gaps in subject interest: the mediating role of parental cognitive involvement“.
In: „Large-scale Assessments in Education“ (2018), 6:13, S. 6

Bildungsvererbung:

„Household income was significantly and inversely associated with adolescents frequently listening to music with headphones during family meals. Compared to parents with a college or advanced degree, parents with a high school education or less had significantly higher odds of reporting adolescent use of TV and electronic game playing during family meals.“
Univ.-Prof. Dr. Jayne Fulkerson u. a., „Time 2 tlk 2nite: Youths’ use of electronic media during family meals
and associations with demographic characteristics, family characteristics and foods served“ (2014), S. 5

Erzieherischer Teufelskreis:

„Viele Eltern, denen es nicht gelingt, ihre Kinder rechtzeitig ins Bett zu bringen, laufen Gefahr, übermüdete und damit hyperaktive Kinder zu ‚produzieren‘. Es wird auf Dauer schwieriger werden, mit ihnen zu kommunizieren, da sie aufgrund des Schlafmangels ihre Konzentrationsfähigkeit verloren haben. Sie werden außerdem immer reizbarer und impulsiver. Es ist ein Teufelskreis, und der Mangel an Autorität kann seinerseits zu einer Verschlimmerung der möglicherweise schon vorhandenen Probleme führen.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 114

Zu viel Stress im Elternhaus:

„Tatsächlich ist das soziale Bindegewebe heute sehr schwach. Eltern erfahren oft zu wenig Unterstützung, zu wenig Beziehungssicherheit und zugleich zu viel Lebensstress.“
Dr. Herbert Renz-Polster, Kleine Zeitung online am 20. Jänner 2019

AlleinerzieherInnen besonders gefordert:

„Many researchers have found that family structure has an impact on educational achievement and that children from single-parent households are at a disadvantage when compared to children who live with both parents.“
Dr. Joseph J. Merry, „Tracing the U.S. Deficit in PISA Reading Skills to Early Childhood: Evidence from the United States and Canada“.
In: „Sociology of Education“ 86(3), 2013, S. 240

„An effective intervention”:

„Early family/parent training is an effective intervention for reducing behavioural problems among young children and reducing delinquency and crime in later adolescence and adulthood.“
OECD (Hrsg.), „A Broken Social Elevator? How to Promote Social Mobility“ (2018), S. 293

Auf die Eltern kommt es an:

„Many studies have shown that parental engagement – everything from asking about homework to attending PTA meetings (Anm.: parent-teacher association meetings) – is associated with higher academic performance, better socioemotional skills, and other facets of student behavior, such as less use of drugs and alcohol.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 167

Kinder und Familie in den Mittelpunkt:

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen, mit einem fokussierten Blick auf die Kinder und die Familie. Anders können wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Dann schafft der Mensch sich schon sehr bald selbst ab.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung des familiären Umfelds sind dank des Engagements von Mag. Gudrun Pennitz auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-d-bis-f/famumfeld nachzulesen.


Sprache unverzichtbare Basis:

„The teaching of the language of instruction to migrant students is an essential task of schools that enables these students to fully benefit from learning opportunities and be socially integrated in schools.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 129

Schweden:

„OECD found that, compared to their Swedish-born peers, immigrant students had weaker educational outcomes on average at all levels of education. Differences in socio-economic background and speaking a different language at home accounted for a substantial part of the gap at age 15.“
OECD (Hrsg.), „Investing in Youth: Sweden“ (2016), S. 64

Wie wahr:

„Sprache ist der Schlüssel, um dem Unterricht – auch dem Naturwissenschaftsunterricht – folgen zu können. Darüber hinaus ist ein gewisses Leseverständnis in der Testsprache Voraussetzung, um die PISA-Naturwissenschaftsaufgaben verstehen und bearbeiten zu können.“
BIFIE (Hrsg.), „PISA 2015. Grundkompetenzen am Ende der Pflichtschulzeit im internationalen Vergleich“ (2016), S. 94

„Wegschauen und Negieren eines realen Problems“:

„Man bedauert auf der einen Seite das niedrige Bildungsniveau der Zugewanderten, beklagt die großen Bildungsrückstände in der 4. und 8. Schulstufe beim Lesen und Schreiben, nachgewiesen durch internationale und nationale Bildungstests. Man lamentiert über die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrige Erwerbsquote und will auf der anderen Seite nicht dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche mit nicht deutscher Erstsprache so in die Schule kommen, dass sie dem Unterricht folgen können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Die Presse online am 7. Juni 2018

„Das A und O der Integration“:

„Als Erstes muss es darum gehen, dass die zu integrierenden Flüchtlinge so schnell und gut wie möglich die deutsche Sprache lernen. Die Forschung zeigt, dass darin das A und O der Integration am Arbeitsmarkt und darüber hinaus liegt. Deshalb müssen verpflichtende Sprachkurse schnell und flächendeckend umgesetzt werden.“
Univ.-Prof. Dr. Ludger Wößmann, ifo-Schnelldienst 1/2016 vom 14. Jänner 2016, S. 22

Ausgrenzungsgefahr:

„Those who speak the language of instruction at home usually report a higher sense of belonging and fewer experiences of bullying at school than those who speak another language at home, in almost all education systems.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 42

Voraussetzungen für Integration:

„98 % der Befragten nannten gute Kenntnisse der deutschen Sprache als sehr oder eher wichtig und 93 % der Befragten gaben an, dass die Übernahme der Werte, die in Österreich gelten, für sie sehr oder eher wichtig für eine funktionierende Integration ist.“
ÖIF (Hrsg.), „Integration und Zusammenleben. Was denkt Österreich?“ (2017), S. 22

„Ernsthaftes Problem“, das über die Zukunft entscheidet:

„Wir haben ein ernsthaftes Problem, und es muss in unserem Interesse liegen, dass wir alle daran arbeiten, es zu lösen. Um nicht eine weitere Generation von jungen Migrantenkindern zu verlieren und um die freiheitlich-demokratischen Werte und die innere Sicherheit im Land nicht noch weiter zu gefährden.“
Hamed Abdel-Samad, „Integration – Ein Protokoll des Scheiterns“ (2018), S. 24f

83 Prozent der Bevölkerung halten laut aktueller Umfrage Deutschklassen für sinnvoll:

„Die Menschen haben scheinbar ein gutes Gespür, wo es in dieser Frage Handlungsbedarf gibt und sehen die Deutschförderklassen weniger ideologisch, sondern als notwendige Maßnahme.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 9. Juni 2018

Jahrzehntelanges politisches Versagen:

„Die größte und von Jahr zu Jahr größer werdende Herausforderung des österreichischen Schulwesens ergibt sich aus der Tatsache, dass Österreich ein Einwanderungsland ist, das sich leider jahrzehntelang nicht als Einwanderungsland verstanden und dementsprechend integrationspolitische Maßnahmen gröblichst vernachlässigt hat.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 18

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration.


„Predictors of the individual’s success:

„Non-cognitive skills such as motivation, tenacity, trustworthiness and perseverance have been shown to be important predictors of the individual’s success in school and in the labour market.“
Dr. Ana Damas de Matos, „Immigrant skills, their measurement, use and return“. In: OECD (Hrsg.),
„Matching Economic Migration with Labour Market Needs“ (2014), S. 158

Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität und Hyperaktivität:

„Vergleicht man die gegenwärtigen mit den Schlafenszeiten von vor etwa hundert Jahren, schlafen die Kinder heute jede Nacht im Durchschnitt bis zu 75 Minuten weniger als damals. Die klassischen Symptome der Müdigkeit sind Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität und bei sehr vielen Kindern (besonders deutlich erkennbar bei den jüngeren) Hyperaktivität.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 113

Mut zur Erziehung:

„Manche Eltern sind überfordert oder trauen sich nicht, ihren Kindern Grenzen zu setzen, wenn diese beispielsweise nachts um zwölf Uhr noch vor dem Computer sitzen wollen.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin, Tagesspiegel online am 4. Juli 2016

Erschreckender Befund:

„Im Jahr 2016 lag die administrative Diagnoseprävalenz psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen bei 259 Fällen je 1.000 Kindern und Jugendlichen. Demnach waren mehr als ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen betroffen. […] Die Prävalenz nahm innerhalb des frühen Kindesalters bis hin zum Alter von 5 Jahren zu. Mit 476 Fällen je 1.000 bei Jungen bzw. 344 je 1.000 Fällen bei Mädchen war bei Kindern im Alter von 5 Jahren die Erkrankungshäufigkeit am höchsten.“
DAK (Hrsg.), „Kinder- und Jugendreport 2018“ (2018), S. XXII

Entwicklungsdefizite:

„Viele Kinder weisen eine zu geringe Frustrationstoleranz auf, schmeißen die Sache hin, wenn es nicht auf Anhieb klappt, verweigern sich bei jeder Anforderung. Ihre Selbststeuerung, die Selbstkontrolle über ihre Gefühle und ihr Einfühlungsvermögen sind unterentwickelt.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Der öffentliche Dienst aktuell“ vom November 2018, S. 13

Wegschauen der Politik:

„Obwohl schon der PISA-Bericht des Jahres 2000 einen engen Zusammenhang zwischen Sozialverhalten und Lernen feststellte und nachlassende Erfolge mit störenden, dissozialen und aggressiven Verhaltensweisen in Verbindung brachte, richtete sich der Blick der verantwortlichen Politiker in der Folge hauptsächlich auf die fachliche Förderung.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 137

„An important resource for school success”:

„Social and behavioral skills are an important resource for school success in elementary school, both as measured on cognitive tests and even more so by teacher evaluations.“
Univ.-Prof. Dr. Thomas A. DiPrete u. a., „Social and behavioral skills and the gender gap in early educational achievement“ (2011)

Abstumpfungsprozess:

„Je häufiger ein Kind Gewalt sieht, also etwa in den Medien, in der Nachbarschaft, in der Schule und in der Familie, und je häufiger Gewalt nicht sanktioniert oder sogar ‚belohnt‘ wird, desto akzeptabler findet es sie.“
Univ.-Prof. Dr. Jan Pfetsch, Die Zeit online am 7. Mai 2018

Ein PISA-Ergebnis, das ignoriert wurde:

„The main influence on mathematics scores was the disciplinary climate in the classroom, an essential element of back-to-basics education.“
Dr. Alfonso Echazarra u. a., „How teachers teach and students learn: Successful strategies for school“ (2016), S. 10

Hohe Dunkelziffer:

„Es sei dringend notwendig etwas zu tun. Und das bedeute auch, dass ‚man Geld in die Hand nehmen wird müssen‘. Denn an den Schulen passiere viel und es werde viel erst gar nicht zur Anzeige gebracht.“
Thomas Krebs, Vorsitzender Wiener der Pflichtschullehrer, ORF Wien online am 7. Jänner 2019

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zum Sozialverhalten sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-s/disziplin nachzulesen.


Deutschlands Nationales Bildungspanel (NEPS) bestätigt positive Effekte kognitiver Homogenität der Schulklassen:

„Mit einer strikten Differenzierung nach Leistung wird die Bildungsbeteiligung leistungsgerechter und die Leistungen (in der Sekundarstufe) besser – und das, ohne dass sich der Einfluss der sozialen Herkunft verstärkt. Wer als Bildungspolitiker dafür sorgen will, dass sich die Gruppe der Risikoschüler verringert, muss eigentlich strikt differenzieren und in kognitiv möglichst homogene Schulklassen aufteilen. Dabei muss allerdings gewährleistet sein, dass nach Fähigkeiten und Leistungsstand aufgeteilt wird.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

USA:

„Almost half of secondary school teachers say that students’ learning abilities have become so mixed in their classrooms that they cannot teach effectively.“
Dr. Mariana Haynes, „On the path to equity: Improving the effectiveness of beginning teachers“ (2014), S. 8

„Eine Schule für alle“:

„Der Ansatz ist in seinem Hoffnungscharakter offenkundig durch die anthropologischen Irrtümer Rousseaus beeinflusst, aber der Beweis für die Existenz eines frühen Garten Eden, zu dem wir zurückkehren könnten, ist leider nie erbracht worden.“
Univ.-Prof. Dr. Dieter Neumann, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom November 2015, S. 34

Kontraproduktiv:

„Der Versuch durch formale Angleichung der Bildungsgänge Gleichheit herzustellen produziert auf Dauer genau das Gegenteil.“
Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann, „Das „Equity-Paradox“. In: Rademacher u. a., „Bildungsqualen“ (2015), S. 97

Einwandsimmunität:

„Einwandsimmun wird Vielfalt gefeiert und zugleich die Uniformisierung des neoliberalen Subjekts betrieben, dies macht sich insbesondere in den Schulen bemerkbar, die einerseits Entmischung der Klientel („Eine Schule für alle“) und andererseits Standardisierungen (Zentralabitur, Lernstandserhebung, Kompetenzraster) betreiben sollen.“
Dr. Matthias Burchardt, „Inklusion oder Emanzipation von Menschen mit Behinderung?“. In: „Forum Logopädie“, Heft 5 (29), September 2015, S. 9

Aktuelle Studie bestätigt neuerlich Vorteil eines vielfältigen Schulwesens:

„Bei hohem Leistungsschnitt erwarteten sich die Schüler nach Berücksichtigung ihres eigenen sozialen Hintergrunds und ihrer Schulleistungen weniger von ihrer akademischen Karriere, arbeiteten in weniger angesehenen Berufen und verdienten sowohl nach elf als auch nach 50 Jahren weniger als Personen, die als Kinder Schulen mit einem niedrigeren Leistungsniveau besucht hatten. Grund dürften nachteilige Vergleiche mit besseren Klassenkameraden sein, die dazu führen, dass die Schüler ein geringeres Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickeln.“
Die Presse online am 17. Oktober 2018

Das „Geheimnis“ von Bayerns erfolgreichem Schulwesen:

„Das bayerische Bildungssystem besticht durch seine Vielfalt. Während andere Bundesländer Einheitsschulen etabliert haben und damit das Schulniveau insgesamt gesenkt wurde, haben wir im Freistaat das dreigliedrige System beibehalten.“
LT-Abg. Norbert Dünkel, Focus online am 5. April 2018

Talente entscheiden lassen:

„Die Talente der Schülerinnen und Schüler sollten die Laufbahn bestimmen und nicht der Wunsch der Eltern, was die Kinder einmal werden sollen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, ORF Oberösterreich online am 8. März 2018

Übergänge besser gelingen lassen:

„Herbert Weiß von der AHS-Lehrergewerkschaft ist überzeugt, dass ein Schnittstellenmanagement notwendig wäre: ‚Eine Kooperation zwischen den Pädagogen würde auch den Übergang für die Kinder erleichtern.‘“
Kurier online am 27. Juni 2018

Der größte Vorteil unseres Schulsystems:

„Den größten Vorteil, den unser Schulsystem bietet, ist bestimmt die Differenzierung. Die zahlreichen Möglichkeiten durch die verschiedenen Bereiche der Berufs- und Allgemeinbildung sowie der Lehre dient für viele andere Länder als Vorbild. So kann wirklich jeder entsprechend seiner Stärken und Interessen den idealen Ausbildungsweg wählen.“
Timo Steyer, Bundesschulsprecher, NEWS online am 7. Dezember 2018

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Bedeutung von Differenzierung im Schulwesen sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-g-bis-j/gesamtschule-differenzierung nachzulesen.


Schulpolitik kann Wohnpolitik nicht ersetzen:

„Gerade die Frage der Segregation in der Schule ist letztlich immer nur eine Folge von Segregation im Wohnviertel. Da langfristige Maßnahmen zu setzen, wäre sehr wichtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Zwei Drittel der sozioökonomisch bedingten Differenz bei 25- bis 29-Jährigen existiert im OECD-Durchschnitt schon mit 10 Jahren:

„Among 10-year-olds, the gap in mathematics performance related to socio-economic status is about two-thirds the size of that observed among 25-29 year-olds, on average across 12 OECD countries with comparable data.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 89“ (Oktober 2018), S. 2

Der frühe Unterschied:

„Bereits in der Pflichtschulphase wird zumeist evident, dass – selbst bei andauernder schulinterner Unterstützung – Kinder mit besserem sozio-ökonomischem Hintergrund vor allem aufgrund der erhaltenen familiären Unterstützung und Vorbildwirkung sowie des nach wie vor leicht unterscheidbaren sozialen Umfelds aus der gleichen Schulerfahrung zumeist höhere Erträge lukrieren und somit üblicherweise auch bessere Chancen auf weiterführende Bildung schaffen können.“
ÖIF (Hrsg.), „Kosten-Nutzen-Analyse der Elementarbildungsausgaben in Österreich“ (2018), S. 9

Sozial bedingte Differenzen vor Eintritt in die Schule:

„Zahlreiche Studien zeigen, dass zwischen der sozialen und der gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen ein enger Zusammenhang besteht. Ergebnisse aus den Schuleingangsuntersuchungen der Bundesländer (Anm.: Deutschlands) belegen beispielsweise, dass frühe Gesundheitsstörungen und Entwicklungsverzögerungen vermehrt bei sozial benachteiligten Kindern auftreten. Jene weisen demnach weitaus häufiger körperliche, psychische, kognitive, sprachliche und motorische Entwicklungsdefizite auf als Kinder aus sozial bessergestellten Familien.“
DAK (Hrsg.), „Kinder- und Jugendreport 2018“ (2018), S. 132

In England geht die sozial bedingte Leistungsschere während der Gesamtschule auf:

„SES gaps widens over the course of secondary school with students in the bottom SES quintile making -.21 SD less than expected progress and those in top quintile making .20 SD more than expected progress.“
Univ.-Prof. Dr. Steve Strand, „Ethnicity, gender, social class and achievement gaps at age 16“ (2014), S. 18

Gesamtschulland England:

„Social mobility in the UK is relatively low by international standards and has not increased over the past 40 years …“
Dr. Abigail McKnight, „Downward mobility, opportunity hoarding and the ‚glass floor‘“ (2015), S. 2

Südkorea:

„The cost of living is high in the Seoul Metropolitan area, particularly in areas with better school districts.“
Univ.-Prof. Dr. Bong Joo Lee u. a., „Children's Worlds National Report South Korea“ (2014), S. 5

Segregation durch Wahl des Wohnorts in den USA:

„Class segregation across America has been growing for decades, so fewer affluent kids live in poor neighborhoods, and fewer poor kids live in rich neighborhoods.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 217

Das Gegenteil dessen, was Österreichs „BildungsexpertInnen“ propagieren, ist wahr:

„In Austria, Ireland, Italy, Malta, and Norway, students without HE (Anm.: Higher Education) background are especially well represented.“
DZHW (Hrsg.), „Social and Economic Conditions of Student Life in Europe“ (2015), S. 52

Soziale Schieflage außerhalb der Schule:

„Um Österreich in eine gute Zukunft zu führen, um unsere Gesellschaft nicht auseinanderbrechen zu lassen, bedarf es […] weit mehr als eines ausreichenden Sprachverständnisses aller Schülerinnen und Schüler. Was nämlich außerhalb der Schule an sozialer Schieflage existiert, kann durch kein Schulwesen der Welt kompensiert werden.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 5

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zur Chancengerechtigkeit auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-a-bis-c/chancengerechtigkeit.
Herzlichen Dank an Gudrun Pennitz für dieses großartige Nachschlagewerk für alle, die an Fakten interessiert sind!


Teacher-directed instruction:

„Greater exposure to teacher-directed science instruction is positively associated with science performance in almost all countries, even after accounting for student socio-demographic characteristics, and observed and unobserved school features, such as whether the school is public or private, and how it is funded. […] Teacher-directed practices are likely to deliver good results regardless of the classroom environment.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 90“ (November 2018), S. 4

Ergebnis bildungswissenschaftlicher Forschung:

„Research suggests that children from disadvantaged backgrounds benefit more from teacher-directed and very structured instruction than students from more advantage backgrounds for whom active learning activities seem to be very effective.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Teaching Practices in Primary and Secondary Schools in Europe“ (2015), S. 12

„Individualisierung“:

„Selbstverständlich muss die Schule der gewachsenen Heterogenität Rechnung tragen, aber das geht nicht mit beliebiger Individualisierung des Unterrichts. Das ist weder zu leisten, noch gesellschaftlich ratsam.“
Prof. Dr. Karl-Heinz Dammer, Wirtschaftswoche online am 28. September 2016

Pädagogik auf Kosten der Schwachen:

„Wie fein es auch klingen mag, wenn man von bewertungsfreiem, lehrerunabhängigem, problembezogenem Lernen redet, beinhaltet dies in der Praxis eine Erwartungslosigkeit, die vor allem für die Schüler, die besonders viel Struktur und Unterstützung brauchen, eine Benachteiligung bedeutet. Wer zuhause keine Struktur erfährt, wird in der Schule Probleme haben.“
Dr. David Eberhard, Facharzt für Psychiatrie, „Kinder an der Macht“ (2015), S. 113

Ergebnis der Hattie-Studie:

„Offene Methoden mit dem Lehrer als Moderator sind danach insgesamt deutlich weniger lerneffizient als Methoden, die den Lehrer als Regisseur des Lernens einsetzen. Als Regisseur führt der Lehrer in Inhalte ein, verdeutlicht Kernideen an Beispielen und strukturiert Übungen von leicht nach schwer.“
Martin Wellenreuther, „Direkte Instruktion – Was ist das, und wie geht das?“. In: BELTZ (Hrsg.), PÄDAGOGIK, 66. Jahrgang, Heft 1, 2014, S. 10

Die Lehrkraft als „Person, die motiviert und erklärt, fordert und unterstützt“.

„Eigenverantwortlichkeit beim Lernen zahlt sich nach aller Erfahrung erst in höheren Semestern, bei Leistungsstärkeren, nach gründlicher Anleitung und in angemessener Dosierung aus. Dagegen bedürfen Schulanfänger, lernunlustige Pubertierende und bildungsfern Sozialisierte zur optimalen Ausschöpfung ihrer Potenziale nicht apersonaler Medien, sondern primär einer Person, die motiviert und erklärt, fordert und unterstützt.“
Michael Felten, „Nur Lernbegleiter? Unsinn, Lehrer! Lob der Unterrichtslenkung“ (2016), S. 35

Fähigkeiten und Fertigkeiten der Lehrenden wirksam werden lassen:

„Die Lehrenden müssen mit ihren individuellen Kompetenzen (hoch entwickelten fachlichen und persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten) wirken, begeistern und vielleicht sogar auch einmal nach aussen glänzen dürfen. […] Zur Zeit gehen dem gesamten Bildungssystem in unserem Land ungeahnte Potentiale bei den Unterrichtenden verloren, weil sie kaum Gelegenheit und Zeit bekommen, diese in ihrem jeweiligen unterrichtlichen Umfeld einzubringen oder umzusetzen. Würden Betriebe mit den Potentialen ihrer Kadermitarbeiter so umgehen ... (!)
Univ.-Prof. Dr. Gerhard Steiner, „Im Würgegriff von LEHRPLAN 21“ (2018), S. 7

Nicht alles Gute ist neu:

„Bestimmte Formen des Erwerbs und der Vermittlung von Wissen durchziehen die Geschichte des pädagogischen Handelns, seit es Zivilisationen gibt, das ‚sokratische Gespräch‘ wird von den Didaktikern jeder Generation neu entdeckt.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, „Bildung als Provokation“ (2017), S. 99

„Neue Lernkultur“:

„Diese Neutönerei ist eine Strategie des Polit-Marketings. Man zeichnet ein Zerrbild der bewährten Pädagogik und glänzt dann in wohlfeilen Verheißungen.“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph und Vorstandsmitglied der „Gesellschaft für Bildung und Wissen“, Der Standard vom 10. November 2014

Finnlands vergangene PISA-Erfolge:

„Unter Bildungsforschern gibt es die These, dass finnische Schüler vom damals noch sehr ‚althergebrachten‘ Unterricht profitierten – und dass die Stagnation einsetzte, weil Finnland nun auf neue Methoden wie das ‚phänomenbasierte Lernen‘ setzt, eine Art fächerübergreifenden Projektunterricht. Diese Lernform ist ein großer Trend, finnische Grundschulen sind sogar vom Curriculum verpflichtet, die Methode einzusetzen. Belege dafür, dass die Schüler damit besser lernen, sind aber bislang Fehlanzeige.“
Focus online am 11. Dezember 2018

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse zu Unterrichtsmethoden sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-r-bis-z/unterrichtsmethoden nachzulesen.


Österreichs Privileg:

„Wir haben ein kostenfreies Schulsystem, das mit gut qualifizierten Lehrkräften operiert. Das ist ein Privileg, verglichen mit den USA oder Großbritannien. Es ist ein offenes Schulsystem, das Chancen generiert, aber sie müssen auch wahrgenommen werden, und die Verantwortung kann man den Eltern auch nicht abnehmen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Die fatale Wirkung der englischen Gesamtschule:

„We find that disadvantaged pupils continue to fall further behind their peers as they progress through school.“
Natalie Perera, Executive Director des CentreForum, „Education in England: Annual Report 2016“ (2016), S. 7

Die elitären Privatschulen Englands:

„Top-Internate in England gelten als Garant für eine gute Ausbildung. […] Die elitäre Ausbildung hat ihren Preis: Ein Schuljahr kostet umgerechnet zwischen 30.000 und 35.000 Euro. Viele Schüler kommen aus wohlhabenden Familien.“
Spiegel online am 13. November 2017

Praxistest gescheitert:

„Obgleich die USA eine ‚Gesamtschule‘ mit zwölf Jahren für alle haben, konnten die USA das nicht zu einem Vorteil in Richtung sozialer Mobilität nutzen.“
Univ.-Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom September 2016, S. 19

In den USA entscheidet die Brieftasche der Eltern immer mehr über die Schullaufbahn:

„Recent research documents a growing achievement gap in the U.S. between children in high-and low-income families, a trend that contrasts with the decline of racial achievement gaps over the past 50 years.“
Dr. Ann Owens u. a., „Trends in School Economic Segregation, 1970 to 2010“ (2014), S. 3

USA:

„Schools serving low-income students receive far fewer resources, face greater difficulties attracting qualified teachers and receive less support from parents. […] The inequalities of children's cognitive ability are substantial even before they start school and then these same disadvantaged children are placed in low-resource schools, further exacerbating the initial inequality.“
Sophia Shing u. a., „Mobile Technology Bridges the 30 Million Word Gap“. In: „Journal of Education at Practice“, Vo8, Nr. 9, 2017, S. 64

Frankreich:

„Im Vergleich zu anderen europäischen Industrienationen ist Frankreich das Land, in dem Bildungserfolg am stärksten durch die soziale Herkunft bestimmt wird.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 6. September 2017

Das Land der angeblichen „égalité“:

„Der Besuch einer dieser Grandes Ecoles ist in Frankreich nach wie vor eine fast unverzichtbare Voraussetzung für die Besetzung von gesellschaftlichen Spitzenpositionen.“
Univ.-Prof. Dr. Peter Brenner, „Schule und Elite“. In: Hanns Seidel Stiftung (Hrsg.), „Talente finden – Begabungen fördern – Eliten bilden“ (2014), S. 52

OECD-weite Kurskorrektur:

„In recent decades, reforms in many countries have tended to give greater choice to parents and students, to enable them to choose the schools that meet the child’s education needs or preferences.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Results (Volume II): Policies and Practices for Successful Schools (2016), S. 126

Freiheit und Vielfalt innerhalb des öffentlich finanzierten Schulwesens:

„Von uns gibt es ein klares Bekenntnis zu unserem bewährten differenzierten Bildungssystem, das auch die AHS in der Langform beinhaltet. […] Wir zwingen die Kinder nicht in eine Gesamtschule, die die Mehrheit der Eltern nicht will. Wir gewährleisten die Wahlfreiheit in der Bildung.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL, Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft
und seit Juni 2018 NR-Abgeordnete, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Endlich auch in Österreich erkannt:

„Proficiency in the language of instruction also facilitates the socialisation process in schools. […] Several top-level education authorities in Europe seem to have acknowledged the transversal curricular dimension of the language of instruction.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 17f

Integration und Spracherwerb vor Schuleintritt:

„Immigrant students who reported that they had attended pre-primary education programmes score 49 points higher on the OECD Programme for International Student Assessment (PISA) reading test than immigrant students who reported that they had not participated in such programmes.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2016“ (2016), S. 29

49 PISA-Punkte entsprechen einem Lernvorsprung von etwa eineinhalb Jahren!

Flandern widmet dem Erlernen der Unterrichtssprache von Anfang an größte Aufmerksamkeit:

„In Belgium (Flemish Community), ECEC centres for children younger than 3 years must provide a language policy that covers measures to support the acquisition of Dutch and devotes attention to languages spoken at home.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Structural Indicators for Monitoring Education and Training Systems in Europe – 2016“ (2016), S. 23

Leistungsrückstand 15-Jähriger mit Migrationshintergrund:

„2015 entfielen im OECD-Durchschnitt rd. 40 % dieses Leistungsabstands auf den sozioökonomischen Status der Schüler und ihre Vertrautheit mit der Unterrichts- bzw. Testsprache in den Aufnahmeländern.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung“ (2016), S. 299

In Österreich resultieren über 70 % des Leistungsrückstands von SchülerInnen mit Migrationshintergrund aus dem sozioökonomischen Niveau ihres Elternhauses und ihrer nichtdeutschen Umgangssprache.

Österreichs Spezifikum:

„Österreich unterscheidet sich von anderen Staaten mit starker Zuwanderung dadurch, dass die im Land gesprochene Sprache über Generationen hinweg häufig nicht zur Umgangssprache von Menschen mit Migrationshintergrund wird.“
Mag. Gerhard Riegler, Vorsitzender der ÖPU, VCLnews vom Oktober 2018, S. 10

Von Österreichs Politik jahrzehntelang ignoriert:

„Bemerkenswert ist, dass sich in Österreich auch nur ein geringfügiger Unterschied nach Aufenthaltsdauer ergibt: Jugendliche der zweiten Generation, die also selbst bereits in Österreich geboren worden sind, sprechen zu 27 % zu Hause überwiegend deutsch, bei den Jugendlichen, die selbst erst mit ihren Eltern zugewandert sind (erste Generation), liegt dieser Anteil nur unwesentlich niedriger bei 23 %.“
BIFIE (Hrsg.), „PISA 2015. Grundkompetenzen am Ende der Pflichtschulzeit im internationalen Vergleich“ (2016), S. 91

Ausgrenzungsgefahr:

„Primary school students who do not speak the language of instruction at home report a lower sense of belonging and experience more bullying at school.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 9

Österreich und Irland bilden diesbezüglich erfreuliche Ausnahmen. (Quelle: ibidem, S. 184)

Rassismus-Report der EU-Agentur für Grundrechte:

„Die finnischen Befragten berichteten im EU-Vergleich von den meisten rassistischen Angriffen. 14 Prozent der finnischen Befragten gaben an, in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal aus rassistischen Gründen körperlich angegriffen worden zu sein. Von den finnischen Befragten mit Kindern im Schulalter gaben 45 Prozent an, ihre Kinder seien innerhalb des vergangenen Jahres in der Schule mindestens einmal rassistisch beleidigt oder körperlich angegriffen worden. Ein friedliches Multikulti-Wunderland ist Finnland also nicht.“
Focus online am 12. Dezember 2018

Finnlands Schulwesen scheitert schon an seinen wenigen MigrantInnen:

„The proportion of 15-34 year olds with a migration background who are neither in employment nor in education and training (NEET) is among the highest in the OECD.“
OECD (Hrsg.), „Finding the way: A discussion of the Finnish migrant integration system“ (2017), S. 7

Vom Hiersein zum Dabeisein:

„Die Voraussetzung für den schulischen Erfolg ist […], dass alle Lernenden dem Regelunterricht folgen können. Sprachförderung in konzentrierter Form, wie sie vom Expertenrat für Integration des BMEIA seit Längerem befürwortet und mit den neuen Deutschförderklassen umgesetzt wird, trägt wesentlich dazu bei. Sprachkenntnisse führen zu Autonomie und Freiheit – und machen aus dem reinen ‚Hiersein‘ das so wichtige ‚Dabeisein‘.“
Prof. Mag. Ilan Knapp. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Herbst 2018, S. 12

Viele bildungswissenschaftliche Zitate und Statistiken zu Migration und Integration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration bzw. http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/statistik/category/17-migration.


Beherrschung der Unterrichtssprache Voraussetzung:

„Proficiency in the language of instruction is necessary for students to access the school curriculum and to benefit from the learning opportunities offered by schools. School performance depends very much on students' level of literacy in the language of instruction. […] Giving all children the chance to fulfil their potential in education plays a major role in building a more democratic and equitable society.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 16

Fast jedes dritte Kind in einem Kindertagesheim hat eine nicht-deutsche Erstsprache:

„Nach Bundesländern betrachtet finden sich in Wien die anteilsmäßig meisten Kinder mit nicht deutscher Muttersprache (58,9 %), während Kärnten (12,4 %) recht deutlich unter dem Österreich-Durchschnitt (30,6 %) liegt.“
Statistik Austria (Hrsg.), Kindertagesheim-Statistik 2015/16“ (2016), S. 13

Ungarn, Schweden und Österreich:

„According to Eurostat, EU member states received over 1.2 million first-time asylum applications in 2015, more than double that of the previous year. Four states – Germany, Hungary, Sweden and Austria – received around two-thirds of the EU's asylum applications in 2015, with Hungary, Sweden and Austria being the top recipients of asylum applications per capita.“
Univ.-Prof. Dr. Anthony Heath u. a., „How do Europeans differ in their attitudes to immigration?“ (2019), S. 16

Integration ermöglichen:

„Mainstream schooling may not, in any case, be an immediate option for unaccompanied minors with very limited previous schooling. By contrast, targeted education programmes, combined with flexible language support and civic orientation, can help them adapt to their new school environment and its requirements.“
OECD (Hrsg.), „Making Integration Work“ (2016), S. 46f

Acht Jahre:

„Evidence suggests that on average low-educated refugees take eight years to reach employment levels comparable to those that tertiary educated refugees reach in just four years.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 22

Deutsch beherrschen:

„Einwanderungsgesellschaften haben das Recht, Integration und ein gewisses Maß Anpassung zu verlangen. Damit meine ich nicht, dass Zuwanderer zum Beispiel ihre Muttersprache aufgeben müssen, sondern dass sie Deutsch beherrschen sollen. Wenn jemand beide Sprachen spricht, ist das nur von Vorteil. Problematisch wird es, wenn Kinder in Familien aufwachsen, wo sie nur die Herkunftssprache der Eltern hören.“
Univ.-Prof. Dr. Ruud Koopmans. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Winter 2018, S. 14

Finnland:

„Kinder, die kein oder wenig Finnisch sprechen, können eine Art Vorbereitungsunterricht besuchen, der bis zu einem Jahr dauert. Dieser Unterricht ist darauf ausgerichtet, den Kindern Grundlagen der Sprache zu vermitteln, so dass sie wenigstens die Anweisungen der Lehrer (‚Komm zur Tafel‘, ‚Schlagt das Buch auf‘) verstehen.“
Focus online am 12. Dezember 2018

EU-weiter Überblick:

„Newly arrived migrant students with lower level or no skills at all in the language of instruction are usually placed in preparatory classes or lessons. There are generally three ways in which these classes are organised:
1. Students are placed in mainstream classes for most lessons but take some lessons in separate groups.
2. Students are placed in separate groups for most of their lessons and join mainstream classes for some lessons (in general sports, arts and music, where they can establish contacts and participate in classes even with limited language skills).
3. Students are placed in separate groups for all their lessons.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Integrating Students from Migrant Backgrounds into Schools in Europe“ (2019), S. 15

Deutschförderklassen unverzichtbar:

„Bis zu 20 Prozent der Volksschulkinder hätten nach der vierten Klasse gravierende Mängel in den Grundkompetenzen Lesen und Schreiben, in hohem Ausmaß Kinder mit Migrationshintergrund. Die Kenntnis der deutschen Sprache sei Grundbedingung, um Chancen für die Kinder, die sonst dem Unterricht in keinem Fach folgen könnten, zu sichern. Daher seien die Deutschförderklassen so wichtig und die Kritik daran unverständlich.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 14. Oktober 2018

Die Bilanz grober politischer Fahrlässigkeit:

„Österreichs Politik hat es sich geleistet, einen immer größer werdenden Prozentsatz junger Menschen ihre Schullaufbahn beginnen zu lassen, ohne dass sie die Unterrichtssprache ausreichend verstehen, um erfolgreich sein zu können. Österreichs Politik hat es sich in nicht wiedergutzumachender Verantwortungslosigkeit jahrzehntelang geleistet, unter den Teppich zu kehren oder gar zu leugnen, wie weit diese jungen Menschen in ihrem Bildungserwerb zurückbleiben, hat kaum etwas unternommen, um dieses Zurückbleiben und schulische Scheitern zu beenden.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 4

Viele bildungswissenschaftliche Zitate zu Migration und Integration auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration.


Englands Gesamtschule:

„A quarter of children from poor backgrounds fail to meet the expected attainment level at the end of primary school compared with 3 per cent from affluent backgrounds. The gap widens at 16 with just one in five children from the poorest families achieving five good GCSEs, including English and Maths, compared with three quarters from the richest families.“
NCB (Hrsg.), „Greater Expectations: Raising aspirations for our children“ (2013), S. 12

In Schweden hängen die Leistungen der SchülerInnen am Ende der Gesamtschule extrem vom Bildungsniveau des Elternhauses ab:

„Pupils whose parents had compulsory school as the highest level of education had an average merit rating of 158.1. Pupils with at least one upper secondary-educated parent had an average merit rating of 195.6 and pupils with at least one university-educated parent had an average merit rating of 232.6.“
Swedish National Agency for Education (Hrsg.), „Facts and figures 2012: Preschool activities, schools and adult education in Sweden“ (2014), S. 23

Anmerkung: 320 Punkte sind die maximal erreichbare Punkteanzahl.

Die US-amerikanische Gesamtschule:

„In reality, access to a good education in the United States is extremely unequal. Geographic dispersion of schools leads to widespread segregation of advantaged and disadvantaged pupils.“
Dr. John Jerrim, „The Unrealistic Educational Expectations of High School Pupils“. In: „The Sociological Quarterly“ 55 (2014), S. 199f

Mehr denn je entscheidet der finanzielle Background im Gesamtschulstaat USA über den Bildungsweg:

„The fraction of kids from the bottom quartile of the income distribution who ended up at a selective college or university rose from 4 percent in 1972 to 5 percent three decades later, but for kids from the top quartile, the equivalent figures were 26 percent and 36 percent.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 186

Was auf Dänemarks Gesamtschule folgt:

„Compared to the vocational schools, there are four times as many students in the Gymnasiums with parents who have graduated from higher education.“
Prof. Dr. Christian Helms Jørgensen, „Some boys’ problems in education –what is the role of VET?“.
In: „Journal of Vocational Education & Training“, 2015, Vol. 67, No. 1, S. 66

Bilanz von Univ.-Prof. Fend, der ein Berufsleben lang die Gesamtschule wissenschaftlich rechtfertigen wollte:

„In Österreich, der Schweiz und Deutschland ist die Chancenungerechtigkeit nicht größer als in England, den USA und Finnland – alles Länder mit einer gemeinsamen Sekundarstufe für alle Schüler.“
Univ.-Prof. Dr. Helmut Fend, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom November 2018, S. 25

Differenzierung nützt insbesondere Schwächeren:

„Die Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) für die verschiedenen Bundesländer hat für 2009 gezeigt, dass strikter differenzierende Bundesländer wie Bayern, Sachsen und früher auch einmal Baden-Württemberg deutlich bessere Leistungen hervorbrachten, gerade bei den leistungsschwächeren und den Migrantenkindern, als Berlin, Bremen und auch Hessen mit einem liberaleren System der Aufteilung.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

Anteil der 15-Jährigen aus sozial schwachen Verhältnissen, die sich an ihrer Schule als Außenseiter erleben (Stand 2015):

Deutschland:
Österreich:
OECD-Mittelwert:
Großbritannien:
Frankreich:
15,3 %
15,5 %
19,5 %
25,5 %
29,1 %
OECD (Hrsg.), „Equity in Education“ (2018), Figure 3.10

Worauf es in Wirklichkeit ankommt:

„Wirklich entscheidend für die Erfolgschancen unserer Kinder ist einerseits, dass man die sechs Jahre vor der Einschulung pädagogisch nicht mehr länger ausblenden darf und Eltern, die erzieherische Hilfe benötigen, mehr unterstützen muss.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom Juni 2018, S. 3

Anders als in England ist die sozioökonomisch bedingte Leistungsdifferenz in Österreich mit 10 größer als mit 14:

„Die ‚Home Resources for Learning‘ bestimmen die Leseleistung 10-Jähriger in Österreich wesentlich stärker als z. B. in Finnland oder auch in Schweden oder den Niederlanden. In nur wenigen Staaten ist die sozioökonomisch bedingte Leistungsdifferenz bei den 10-Jährigen so groß wie in Österreich.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom Jänner/Februar 2018, S. 14

20 Jahre, nachdem die VCL diese Forderung erstmals aufgestellt hat:

„Ethik aus dem Schulversuch herauszuholen und als systematisches Fach zu platzieren, ist eine Intention unseres Hauses. Ein guter Einstieg wäre in der Sekundarstufe 2, also in der AHS-Oberstufe. Von dort sollte es über die Sekundarstufe 1 schrittweise hinuntergehen, letztlich bis in die Volksschule.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 10. Jänner 2019

Unverzichtbare Auseinandersetzung mit ethischen Grundfragen:

„Der Religionsunterricht gibt bereits jetzt Gelegenheit, sich mit ethischen Grundfragen auseinanderzusetzen. Für jene SchülerInnen, die keinen Religionsunterricht besuchen, soll ein verpflichtender Ethikunterricht dazu den Rahmen bieten.“
ÖIF (Hrsg.), „Integrationsbericht 2016“ (2016), S. 57

„Armutszeugnis“ für Österreichs Schulpolitik:

„Dass es in Österreich, trotz jahrzehntelanger Schulversuche, noch immer keinen verbindlichen Ethikunterricht gibt, der imstande wäre, jene Rahmenbedingungen zu vermitteln und zu diskutieren, die notwendig sind, damit Menschen mit unterschiedlichen Herkünften, religiösen oder weltanschaulichen Haltungen zusammenleben können, ist eigentlich ein Armutszeugnis.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Festansprache zum Bundeskongress der GÖD, 13. Oktober 2016

Die Erfahrung von zwei Jahrzehnten:

„Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel offen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Presseaussendung vom 11. Oktober 2018

Baden-Württemberg macht Schluss mit der Freistunde als Alternative zum Religionsunterricht:

„Zukünftig soll es mit dem Ethik-Unterricht bereits in der Unterstufe losgehen, ab Klasse fünf, und das auch noch in allen Schularten. Das hat nun die baden-württembergische Landesregierung beschlossen.“
Deutschlandfunk online am 19. Mai 2018

„Verbindliche Regeln für das Zusammenleben“:

„‚Wir erwarten von denen, die zu uns kommen, dass sie bereit sind, das Land, wie es gewachsen ist, und seine Werte zu akzeptieren.‘ Da dürfe es ‚keine falsche Rücksichtnahme geben, weil man fürchtet, als Fremdenfeind zu gelten‘. Es müsse ‚so etwas wie verbindliche Regeln für das Zusammenleben geben und nicht mehrere Gesellschaften nebeneinander‘.“
Joachim Gauck, Bundespräsident Deutschlands a. D., Die Weltonline am 7. Juni 2018

Beitrag zu Integration:

„Die Alternative zum Bekenntnis-orientierten Religionsunterricht sollte nicht das Kaffeehaus sein. Meine Vorstellung ist ein gemeinsamer Ethikunterricht, der nicht religionsfern, auch nicht bekenntnis-orientiert Religion vermittelt, sondern das Thema im religionswissenschaftlichen Sinn vermittelt. Das wäre auch im Sinne einer besseren Integration unbedingt notwendig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 18. Oktober 2018

„Emotionalisierte, dichotome Weltbilder“:

„Eine besonders wichtige Rolle spielen stark emotionalisierte, dichotome Weltbilder des Entweder-oder: Es gibt nur das absolut Richtige beziehungsweise Falsche, gut oder böse, rein oder unrein. Es gibt keine Graubereiche. Die meisten Strömungen konservativer und islamistischer Auslegung unterstützen dieses Bild, indem sie sagen: ‚Das ist Gottes Wort, das absolut Richtige, alles andere ist absolut falsch.‘ Darum wäre es für die Schule eine der wichtigsten Aufgaben, den Kindern Mehrperspektivität näherzubringen und gepaart mit Empathie für den anderen als Schulkultur einzuführen und erlebbar zu machen.“
Kenan Dogan Güngör, Leiter des Forschungs- und Beratungsbüros „Think.Difference“ in Wien, Der Standard online am 5. November 2018

Schule als Ort der Bildung:

„Kinder kommen nicht als Rassisten auf die Welt. Wenn sie zu Hause zu solchen erzogen werden, müssen wir in unseren Schulen noch entschlossener dagegen kämpfen.“
Cem Özdemir, Abgeordneter zum Deutschen Bundestag, 2008- 2018 Bundesvorsitzender der Grünen, Die Welt online am 29. März 2018

VCL steht unverändert zu ihrer Forderung:

„Die Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL) spricht sich dafür aus, dass all jene Schülerinnen und Schüler, die an keinem Religionsunterricht teilnehmen, zum Besuch eines Ethikunterrichts verpflichtet werden.“
Presseaussendung vom 11. Oktober 2018

Entwicklungsunterschied von bis zu zweieinhalb Jahren:

„Kinder würden mit großen Leistungsunterschieden von bis zu zweieinhalb Jahren in die Volksschule kommen.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Dezember 2018

Früher Rückstand:

„The disadvantages facing poor kids begin early and run deep, and are firmly established before the kids get to school.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 134

„A substantial hindrance”:

„Poverty, especially the experience of childhood poverty, has been confirmed as a substantial hindrance to learning, school achievement, and school completion.“
Dr. Joseph J. Merry, „Tracing the U.S. Deficit in PISA Reading Skills to Early Childhood: Evidence from the United States and Canada“.
In: „Sociology of Education“ 86(3), 2013, S. 238

OECD-weit:

„Students in socio-economically advantaged environments perform better and show greater motivation than students in disadvantaged environments.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 92“ (Jänner 2019), S. 1

Medianes Äquivalenzgesamtnettoeinkommen von aushalten mit abhängigen Kindern im Vergleichmit denen ohne abhängige Kinder (Stand 2017):

Estland:
Niederlande:
Finnland:
Deutschland:
Schweden:
EU28-Mittelwert:
Frankreich:
Österreich:
Großbritannien:
+15,7  %
+4,5 %
+2,1 %
-0,6 %
-2,2 %
-10,4 %
-11,0 %
-14,2 %
-16,4 %
Eurostat-Datenbank, Abfrage 23. Dezember 2018 

OECD-weit durchschnittlich drei Jahre Leistungsrückstand 15-Jähriger aus sozioökonomisch schwachem Elternhaus:

„The average difference in science performance between socio-economically advantaged and disadvantaged students (88 score points) is equivalent to about three years of schooling.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 89“ (Oktober 2018), S. 2

Demographische Schieflage:

„Während 42 % der Eltern mit höchstens Pflichtschule als Bildungsabschluss drei oder mehr Kinder haben, haben nur knapp ein Viertel (23 %) der Eltern mit einem Hochschulabschluss drei oder mehr Kinder.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Statistics Brief – Dezember 2018“, S. 4f

Österreichs Spezifikum:

„Higher education as such seems of importance in delaying childbearing, but particularly whether it takes place at all. While the proportion of low educated women being childless changed little in Austria between the cohorts born 1950-54 and 1960-64 (around 12.5 %), the proportion childless among the highly educated women jumped from 15.7 to 23.5 %.“
Dr. Éva Beaujouan, „Late Fertility Intentions and Feritlity in Austria“ (2018), S. 6

„Substantial differences”:

„Substantial differences between the skill development of economically advantaged and disadvantaged children emerge well before the start of formal schooling. For example, preschool age children from families in the poorest income quintile score on average at the 34th percentile in a test of literacy compared to children in the richest quintile who score at the 69th percentile.“
Univ.-Prof. Dr. Susan E. Mayer u. a., „Using behavioral insights to increase parental engagement“ (2015), S. 3

Bashing gegen Schulwesen und LehrerInnen beenden!

„Soziologisch betrachtet ist es unwahrscheinlich, dass eine Organisation, die über wenig mehr verfügt als Unterrichtsstunden, auszugleichen vermag, was je nach Deutung, der Kapitalismus, die Klassengesellschaft, die Medien oder die Familien angerichtet haben. Vermutlich wäre viel gewonnen, wenn man sie tun ließe, was sie kann, anstatt sie ständig im Hinblick auf etwas zu reformieren und zu kritisieren, was ohnehin nicht in ihrer Macht steht.“
Jürgen Kaube, „Im Reformhaus: Zur Krise des Bildungssystems“ (2015)

Dem ersten Schritt muss der zweite folgen:

„Zusätzliche Aufgaben bedingen zusätzliche Mittel. Und Österreichs Schulwesen hat erhebliche zusätzliche Aufgaben zu meistern, wie inzwischen auch Österreichs Schulpolitik realisiert hat.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 3

Antwort auf die Drohung des Wiener Bildungsdirektors, AHS-Standorten Ressourcen zu entziehen:

„Der VEV unterstützt die Forderung nach Zusatzressourcen und mehr Supportpersonal. Natürlich gibt es Herausforderungen in Brennpunkt-Schulen. Wenn man jedoch den anderen Schulen Ressourcen wegnimmt, besteht die Gefahr, dass auch diese Schulen Brennpunktschulen werden. Es darf nicht eine Schule gegen die andere oder ein Schultyp gegen den anderen ausgespielt werden.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Vorsitzende des Verbands der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens (VEV), Aussendung vom 22. Oktober 2018

„Priority area”:

„Investment in education is a priority area within the context of Europe 2020 – the EU's growth strategy for the current decade. Investing in education, training and lifelong learning supports the development of human capital to enhance employability, active citizenship and social inclusion, and in particular, tackle and prevent youth marginalisation and unemployment.“
EU-Kommission (Hrsg.), „National Sheets on Education Budgets in Europe 2015“ (2016), S. 5

Eine Frage der Priorität:

„Over the period 2008-11, Sweden prioritised education as a key public sector. Public expenditure on education in Sweden grew faster than public expenditure on all services.“
OECD (Hrsg.), „Improving Schools in Sweden: An OECD Perspective“ (2015), S. 26

Das „Geheimnis“ von Bayerns erfolgreichem Schulwesen:

„Bayern hat in den letzten Jahren so viel Geld wie kein anderes Land für Bildung ausgegeben. Auch hier sind wir also deutschlandweit Spitze. Kein anderes Bundesland gibt so viel Geld pro Schüler aus wie der Freistaat. Dieses Geld wird genutzt, um optimale Bedingungen für unsere Schüler zu schaffen.“
LT-Abg. Norbert Dünkel, Focus online am 5. April 2018

Österreichs tatsächlicher Bildungsabsturz:

„Lag Österreich beim Anteil der Bildungsausgaben für die Primar- und Sekundarstufe am BIP 1995 noch auf Rang 6 von 32 Ländern, ist es bis 2008 vom Spitzenfeld unter den Durchschnitt (Rang 22 von 32) gesunken und blieb seitdem dort.“
BIFIE (Hrsg.), „Nationaler Bildungsbericht Österreich 2015, Band 2“ (2016), S. 325

Gesamtausgaben für das Schulwesen als Anteil vom PIB


Großbritannien:
Finnland:
Frankreich:
Schweden:
Niederlande
OECD-Mittelwert:
Österreich:
Deutschland:
Estland: 
1999 
3,7 %
3,6 %
4,4 %
4,4 %
3,1 %
3,6 %
4,2 %
3,7 %
(keine Daten)
2015
4,4 %
4,0 %
3,7 %
3,6 %
3,6 %
3,5 %
3,1 %
3,0 %
3,0 %
1999: OECD (Hrsg.), "Education at a Glance (2002)", Table B2.1b
2015: OECD (Hrsg.), "Bildung auf einen Blick 2018, OECD-Indikatoren" (2018), Table C2.1 

Österreichs Wohlstand in die Zukunft führen!

„Wir gewinnen keinen Wettkampf der Löhne, das ist absurd. Entscheidend wird sein, ob wir im Bereich der Bildung zu den Besten gehören.“
Dr. Johannes Kopf, AMS-Chef, Der Standard online am 12. November 2015

Ressourcen, Autonomie und pädagogische Freiheit:

„Was wir dringend brauchen, sind massive Investitionen in unsere Bildungseinrichtungen und mehr Autonomie und pädagogische Freiheit.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom November 2018, S. 19

Bildung braucht Politik mit weitem Horizont:

„Bildung ist ein langfristiger Prozess, der erst nach Jahrzehnten seine volle Wirkung entfaltet. Umgekehrt zeigen sich auch die politischen Versäumnisse mit erheblicher Verzögerung.“
Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, Pressemeldung vom 19. Juli 2018

Mehr als ein Drittel der Wiener Bevölkerung zugewandert:

„36 Prozent der in der Bundeshauptstadt lebenden Menschen wurden nicht in Österreich geboren. […] Im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus war mit 48,1 Prozent der Anteil am höchsten. Dahinter rangieren die Brigittenau mit 44,7 Prozent und Margareten mit 43,9 Prozent.“
Kurier online am 30. Dezember 2018

Frühes Intervenieren:

„One of the most important findings, observed in integration outcomes across OECD countries, is that early intervention is critical to the success of integration policies.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 54

Chancen und Grenzen:

„Die KiTa ist für Kinder mit MH (Anm.: MH=Migrationshintergrund) ein institutioneller Ort für den Zugang zur deutschen Sprache. Kinder mit türkischem MH profitieren in ihren produktiven Wortschatzkenntnissen deutlich stärker von einem frühen Eintritt in die KiTa als Kinder ohne MH. […] Inwiefern Kinder dabei in Kontakt mit der deutschen Sprache kommen, ist allerdings vom Migrantenanteil in der Einrichtung abhängig; ist dieser groß, fallen die Zuwächse in den Deutschkenntnissen von Kindern mit MH geringer aus.“
Univ.-Prof. Dr. Ilona Relikowski u. a., „Rezeptive Wortschatz- und Grammatikkompetenzen von Fünfjährigen mit und ohne Migrationshintergrund“. 
In: „Frühe Bildung“ 2015, 4(3), S. 136

Endlich!

„Junge Menschen mit Migrationshintergrund werden auf ihrem Bildungsweg massiv behindert, wenn sie die Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen. Was der Hausverstand vermuten lässt, wird von bildungswissenschaftlichen Studien seit vielen Jahren immer wieder bestätigt. Zum Glück steht diese Erkenntnis endlich auch in Österreich weitestgehend außer Diskussion.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 14

Gewalt als Ergebnis von Nationalismus und Rassismus:

„Wir haben einen massiven Nationalismus und Rassismus der einzelnen Volksgruppen, Ethnien, auch der Religionen. Ob das nun Türken, Serben, Tschetschenen oder welche Gruppierung auch immer sind, spielt eine untergeordnete Rolle, die Abgrenzung von anderen Gruppierungen ist leider sehr massiv, die anderen Gruppen sind dabei die Feinde. […] Fast jeder Konflikt geht auf Ehrenbeleidigungen zurück. Es heißt dann nicht mehr, du hast mich persönlich beleidigt, sondern du hast meine Mutter beleidigt, meine Familie, mein Volk.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 6

„Konfrontative Religiosität“:

„In einigen Kindergärten tragen schon dreijährige Mädchen Kopftücher – so etwas hat es vor fünf Jahren noch nicht gegeben. In den Schulen wiederum streiten wir uns mit Eltern, die bei Klassenreisen auf muslimischen Betreuern bestehen und dem Hausmeister das Betreten der Turnhalle verbieten wollen, wenn ihre Töchter dort Sport treiben.“
Heinz Buschkowsky, Bürgermeister von Berlin-Neukölln a. D., SPD, Augsburger Allgemeine online am 4. März 2015

Zunahme an Gewalt:

„Native children tend to experience more incidents of bullying when there are more immigrant children in the same classroom.“
Univ.-Prof. Dr. Peter Jensen, „Immigrants in the classroom and effects on native children“ (2015), S. 1

Voraussetzung für erfolgreiche Integration:

„Wir sind als Gesellschaft eine Art Verein mit bestimmten Zielen und können neuen Mitgliedern Bedingungen stellen – etwa Deutsch zu lernen und Werte wie Demokratie oder die Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu akzeptieren. Wer das nicht will, kann nicht Mitglied unserer Gesellschaft werden.“
Univ.-Prof. Dr. Ruud Koopmans. In: ÖIF (Hrsg), „Zusammen“, Ausgabe vom Winter 2018, S. 15

Akzeptanz der Werte des Aufnahmelandes:

„Wer unsere Werte ablehnt, soll das Land verlassen. Wir müssen uns gegen die radikalen Kräfte wehren und Konsequenzen ziehen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 17. September 2018

Integration braucht Orientierung:

„Für Migranten, die in Österreich leben wollten, müsse auch klar sein, dass dies nur auf Basis christlich-humanitärer Werte und demokratischer Grundrechte möglich sei. ‚Falsch verstandene Toleranz ist hier fehl am Platz.‘“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Pinzgauer Nachrichten vom 13. Dezember 2018

Viele bildungswissenschaftliche Erkenntnisse sind auf www.bildungswissenschaft.at unter http://www.bildungswissenschaft.at/index.php/zitate-m-bis-p/migration zu finden.


Gefühl der Hilflosigkeit:

„Junge Menschen, die die Erfahrung machen, gemobbt, verprügelt, ausgegrenzt, erpresst und abgezogen zu werden, erwarten von der Welt der Erwachsenen und den zivilgesellschaftlichen Konfliktregelungsmöglichkeiten keine oder wenig Hilfe. Eine deprimierende Erkenntnis.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 109

Dringender Bedarf an Supportpersonal:

„Laut der jüngsten Schülerbefragung haben zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler schon Erfahrungen mit Gewalt an Schulen gemacht. Auch diese Woche fand wieder eine Gewalttat an einer Wiener Schule statt. Um die Lehrkräfte und auch die Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, benötigt es dringend Supportpersonal.“
Presseaussendung der Schülerunion vom 15. Dezember 2018

Zunehmendes Problem:

„Nach empirischen Studien haben 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten, etwa fünf Prozent eines Jahrgangs sind behandlungsbedürftig. Wir stellen fest, dass die Fälle schwieriger und komplexer werden.“
Klaus Seyfried, Leiter des Schulpsychologischen Beratungszentrums Tempelhof-Schöneberg in Berlin, Tagesspiegel online am 4. Juli 2016

„Tyrannenkinder“:

„Die Kinder sind ja nicht schuld daran, sondern wir haben sie dazu gemacht. Die Kinder drücken mit ihren Auffälligkeiten ihr Leiden in einer Gesellschaft aus, die schon an ihren Kindern verdienen will und ein kindgerechtes Aufwachsen zunehmend verunmöglicht, obgleich sie vorgibt alles dafür zu tun.“
Prof. Dr. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, news4teachers.de am 23. September 2016

Weitreichende Konsequenzen:

„Children who are bullied are likely to experience interpersonal difficulties, to be depressed, lonely or anxious, to have low self-esteem and to suffer academically, but all actors, including bystanders, and the school climate as a whole are affected detrimentally.“
UNO, General Assembly (Hrsg.), „Protecting children from bullying. Report of the Secretary-General“ vom 26. Juli 2016, S. 4

Recht auf Sicherheit:

„Über ein Drittel (35 %) der österreichischen SchülerInnen gibt an, an Mobbing von MitschülerInnen beteiligt gewesen zu sein. Fast ein Drittel (32 %) berichtet, Opfer von Mobbing geworden zu sein. […] Alle SchülerInnen und Lehrpersonen haben das Recht, sich in der Schule sicher zu fühlen.“
BMBWF (Hrsg.), „Mobbing an Schulen“ (2018), Vorwort

„Einzelfälle …“

„Da wird immer noch von Einzelfällen gesprochen – ich kann das nicht mehr hören. Das ist eine Verharmlosung eines schwerwiegenden Problems. Wenn wir das jetzt in unseren Klassen nicht in den Griff bekommen, wird das in ein paar Jahren in der Gesellschaft ein noch viel größeres Problem sein.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Oberösterreichische Nachrichten vom 22. November 2018

Schulen den Rücken stärken!

„Schulleitern und Pädagogen muss mehr Mut gemacht werden, um Vorfälle zu melden. Der richtige Umgang mit dem Thema Gewalt ist hier wesentlich.“
NR-Abg. Karl Mahrer, bis 31. März 2018 Landespolizeivizepräsident Wiens, Presseaussendung vom 7. Jänner 2019

Schwere Gewalt gegen LehrerInnen:

„Laut Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner (ÖVP) gab es in der Steiermark im Schuljahr 2017/18 insgesamt 21 Anzeigen wegen körperlicher Attacken auf Lehrer – also schwere Gewalttaten. Das betreffe Attacken gegen Leib und Leben, die Freiheit sowie die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung.“
Kleine Zeitung vom 29. November 2018

Die Mauer des Schweigens:

„Von der SPÖ-dominierten Bildungspolitik in Wien wird über Direktoren und Bezirksschulinspektoren ein enormer Druck aufgebaut, nichts nach außen zu tragen. Das würde alles nur noch schlimmer machen, heißt es zur Begründung. So etwas helfe nur dem politischen Gegner. Diese Dinge regle man lieber unter sich. Was so viel heißt wie: Wir verschweigen diese Kritik und sprechen von tragischen Einzelfällen.“
Susanne Wiesinger, „Kulturkampf im Klassenzimmer“ (2018), S. 55

Schule „kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren“:

„Schule kann nicht alles kompensieren, was Gesellschafts-, Familien-, Sozial- oder Sicherheitspolitik versäumen. Die Schule ist ohnehin eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in diesem Land. Aber Chancengleichheit herstellen kann sie nicht allein, sie kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wir brauchen jedenfalls mehr Unterstützung und mehr Ressourcen, wenn wir uns wirklich bestmöglich um alle Kinder kümmern sollen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. Dezember 2018

Der Nachteil beginnt mit der Geburt:

„Bereits rund um die Geburt treten deutlich ausgeprägte soziale Unterschiede in der Verbreitung gesundheitsbezogener Risiko- und Schutzfaktoren zutage. […] Je höher der sozioökonomische Status, desto geringer ist der Anteil der Kinder, deren Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat.“
DAK (Hrsg.), „Kinder- und Jugendreport 2018“ (2018), S. 138

In Großbritannien hängt der Schulerfolg besonders stark vom familiären Background ab:

„The correlation between disadvantage and poor academic attainment is particularly strong in the UK.“
Univ.-Prof. Dr. Timothy Besley u. a., „Investing for Prosperity: Skills, Infrastructure and Innovation“.
In: „National Institute Economic Review“, No. 224, Mai 2013, R6

England:

„There is a real risk of sleepwalking into a world where inequality becomes so entrenched that our children grow up in a state of social apartheid. This would be a society in which children’s lives are so polarised that rich and poor live in separate, parallel worlds, and we tacitly accept that some children are simply destined to experience hardship and disadvantage by accident of birth.“
NCB (Hrsg.), „Greater Expectations: Raising aspirations for our children“ (2013), S. 31

„A systemic problem in the UK”:

„It is important to underline that a poor rate of social mobility is a systemic problem in the UK, which originates in unequal opportunities for children according to social background from birth.“
Dr. Louise Ashley u. a., „A qualitative evaluation of non-educational barriers to the elite professions“ (2015), S. 26

In Schweden hängen die Leistungen der SchülerInnen am Ende der Gesamtschule extrem vom Bildungsniveau des Elternhauses ab:

„The proportion of pupils who lack grades in at least one subject decreases the higher the education level of the parents. Pupils with university-educated parents had the lowest proportion, 12.7 percent. Among pupils whose parents’ highest education level was upper-secondary school, the proportion was 28.1 percent and for pupils whose parents’ highest education level was compulsory school, it was 56.2 percent.“
Swedish National Agency for Education (Hrsg.), „Facts and figures 2012:
Preschool activities, schools and adult education in Sweden“ (2014), S. 26

Norwegen:

„In Norway, only 36 % of students from families with low levels of education complete upper secondary programmes in the stipulated time, compared to 70 % of those from highly educated families.“
OECD (Hrsg.), „Education at a Glance 2014: OECD Indicators“ (2014), S. 64

Mit 10 abgehängt:

„Unserem Schulwesen vorzuwerfen, dass Kinder aus dem sozioökonomisch schwächsten Viertel der österreichischen Bevölkerung schulisch scheitern, wenn sie die Volksschullehrerin nicht verstehen können, wenn infolgedessen 10-Jährige, die eine andere Umgangssprache sprechen, mit ihrem Leseverständnis erst dort sind, wo ihre AltersgefährtInnen schon zwei Jahre früher waren, ist dreist.“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 4

Das Gymnasium macht höhere Bildung auch Kindern aus sozial schwachen Verhältnissen zugänglich:

„Als staatlich getragene Einrichtung mit hohen Leistungsstandards hat es privat finanzierte qualitativ gute Bildungseinrichtungen wie in den USA verhindert und so einem größeren Bevölkerungskreis zugänglich gemacht. Dort ist an die Stelle einer offenen, leistungsorientierten Schülerallokation eine verdeckte über die Wahl von Schulbezirken und über die private Finanzierung guter High Schools getreten.“
Univ.-Prof. Dr. Helmut Fend, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom November 2018, S. 28

Leistungsrückstände mit 10 werden in Österreich immer größer:

„Jüngere internationale Tests (PIRLS) bestätigen eine wachsende Kluft bei den Lesekompetenzen von Schülern aus benachteiligten sozioökonomischen Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund.“
EU-Kommission (Hrsg.). „Länderbericht Österreich” (2018), S. 37

Grundlage für Bildung:

„The home learning environment and family characteristics are among the strongest predictors of children’s early development. Family socioeconomic status, parenting behaviours and parental well-being contribute to both the home learning environment and to children’s early outcomes.“
Dr. Elizabeth A. Shuey u. a., „The Power and Promise of Early Learning“ (2018), S. 9

Bildung beginnt mit der Geburt:

„Die gelingende Einbeziehung und Aktivierung von Eltern in die frühkindliche und schulische Bildung ist der Schlüssel, denn in der Tat beginnt die Bildungsbiografie mit der Geburt des Kindes!“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2018, S. 5

Mehr Ruhe!

„Seit 2008 erlebe ich immer mehr Erwachsene wie getrieben. Dass die Jahreszahl mit der Markteinführung des Smartphones übereinstimmt, ist kein Zufall. Die Unruhe wird nun auf die Spitze getrieben.“
Dr. Michael Winterhoff, „Die Wiederentdeckung der Kindheit – Wie wir unsere Kinder glücklich und lebenstüchtig machen“ (2017), S. 156f

Leider nicht nur in den USA:

„Mobile device use during eating encounters has become a cultural norm that, like TV, may interrupt the positive family communication thought to make such family routines protective in child health and development. Media has become pervasive in the American child's daily environment and experience, often replacing the interactions with adults that serve as the foundation for learning healthy behaviors and emotion regulation strategies. Because secure parent-child relationships are one of the strongest buffers against psychosocial stress, guidance is needed for how caregivers can use the rapidly evolving technologies in their homes in the healthiest ways possible.“
Dr. Jenny Radesky u. a., „Maternal mobile device use during a structured parent-child interaction task“. In: „Academic Pediatrics“ (2015), 15(2)

Engagement der Eltern:

„Parental involvement at home and at school are both associated with higher educational outcomes.“
Yuko Nonoyama-Tarumi, „Educational Achievement of Children From Single-Mother and Single-Father Families: The Case of Japan“.
In: „Journal of Marriage and Family 79“ (August 2017), S. 916

Elternhaus Basis für Erfolg der Schule:

„Ohne ein Mindestmaß an Grundlagen, die durch die Entwicklung der Psyche und durch Erziehung in der Familie gelegt werden, kann kein erfolgreicher Unterricht stattfinden.“
Axel Becker, „Die Toleranzfalle“ (2016), S. 138

Aufs Elternhaus kommt es ganz besonders an:

„Good day care makes less difference to child development than good parenting – but, on average, children of more educated parents get more of both.“
Univ.-Prof. Dr. Robert Putnam, „Our Kids: The American Dream in Crisis“ (2015), S. 129

Elternhaus stärken!

„Success at school depends not only on attendance and school resources (in terms of teachers’ abilities or school equipment, for instance), but also on parental engagement with the learning process and what is available in the homes.“
OECD (Hrsg.), „In It Together: Why Less Inequality Benefits All“ (2015), S. 45

Mutige Politik gefordert:

„To improve social mobility in the United Kingdom it is important that public policy does not shy away from the issue of parenting and what the Government could do to support families in the earliest years of a child’s life to help all parents to be the best parents that they can be.“
Social Mobility Commission (Hrsg.), „Helping Parents to Parent“, 20. Februar 2017, S. 4

Bindung im Baby- und Kleinkindalter:

„‚Wenn diese wichtige Bindung zu den Eltern fehlt, sind die Kinder und Jugendlichen später hilflos ihren Gefühlen ausgeliefert und reagieren impulsiv.‘ Die Eltern aus der ‚Schlüsselkinder‘-Generation seien heute oft überfordert, sie belohnen die Kinder mit Essen, Geschenken und Medienkonsum. ‚Dabei wären der Beziehungsaustausch und gemeinsame Aktivitäten viel wichtiger.“
Dr. Michael Merl, Primar der Kinder- und Jugendpsychiatrische Abteilung im Kepler-Uniklinikum, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Dezember 2018

Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die ihre Schullaufbahn ohne erfolgreichen Abschluss der Sekundarstufe II beendet haben („Schulabbrecherquote“) (Stand 2016)



Österreich:
Deutschland:
Finnland:
EU-Durchschnitt:
ohne Migrations-
hintergrund
4,5 %
5,5 %
6,7 %
8,4 %
MigrantInnen zweiter
Generation
14,3 %
8,9 %
10,6 %
9,4 %
OECD (Hrsg.), „Settling In 2018“ (2018), Figure 7.17

Dreifache Herausforderung:

„Laut dem Unesco-Weltbildungsbericht hatten 2015/2016 etwa zehn Prozent der finnischen Schüler im Alter von 15 Jahren einen Migrationshintergrund.“
Focus online am 12. Dezember 2018
Anm.:
Finnland:
Deutschland:
Österreich:
9,9 %
26,9 %
29,3 %
UNESCO (Hrsg.), „Global Education Monitoring Report 2019“ (2018), S. 38

Finnlands Politik hat „etwas“ schneller reagiert:

„Für Kinder, die zu Hause kein Finnisch oder Schwedisch sprechen, gibt es die Möglichkeit, Extra-Unterricht zu bekommen, eine Art Intensivkurs, bevor sie in die ‚richtige‘ Schule kommen. Dem Weltbildungsbericht zufolge besuchten 2012 fast 80 Prozent der Migrantenkinder (erste Migrantengeneration) mit wenig Finnischkenntnissen solche Kurse.“
Focus online am 10. Dezember 2018

OECD-Mittelwerte bei PISA 2015:

„2015 sprachen 67 % der Schülerinnen und Schüler der ersten Zuwanderungsgeneration und 45 % der Schülerinnen und Schüler der zweiten Zuwanderungsgeneration zu Hause nicht die Sprache, in der der PISA-Test durchgeführt wurde.“
OECD (Hrsg.), „PISA 2015 Ergebnisse. Exzellenz und Chancengerechtigkeit in der Bildung“ (2016), S. 46f
In Österreich sprachen 77 % der SchülerInnen der ersten Zuwanderungsgeneration und 73 % der SchülerInnen der zweiten Zuwanderungsgeneration zu Hause nicht die Sprache, in der der PISA-Test durchgeführt wurde.

Was manche leider nicht wahrhaben wollten:

„Knowledge of the host-country language is a key factor in determining the speed and success of integration – both economic and social.“
OECD (Hrsg.), „Working Together: Skills and Labour Market Integration of Immigrants and their Children in Sweden“ (2016), S. 105

Österreichs Besonderheit:

„In Austria, immigrant students most commonly speak Turkish, Bosnian, Serbian, Croatian and Albanian languages at home.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Key Data on Teaching Languages at School in Europe 2017“ (2017), S. 24

Ergebnis des migrations- und integrationspolitischen Versagens:

„In Wien sind Bezirke zu finden, in denen mehr als die Hälfte der Volksschulkinder im Alltag überwiegend eine andere Sprache als Deutsch spricht. Die höchsten Anteile weisen dabei Volksschulen im 5. Wiener Gemeindebezirk auf (86,9%), gefolgt vom 20. (82,8%), 16. (81,6%) und 15. Bezirk (78,6%).“
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2015/16 – Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2017), S. 26

Die Leistungen von Österreichs 10-Jährigen mit Migrationshintergrund:

„One quarter of 10 year-olds with a migrant background do not meet national education standards, compared to 10 % of native-born pupils. Another third achieves the standards only partially, against less than 10 % of the native born. A big difference remains even after adjusting for socioeconomic background.“
EU-Kommission (Hrsg.), „Education and Training Monitor 2016 – Country analysis“ (2016), S. 8

Aus bisherigem Scheitern lernen:

„‚Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg.‘ Es müsse deshalb bereits im Kindergarten mit der Förderung angesetzt werden.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Pinzgauer Nachrichten vom 13. Dezember 2018

Barrieren überwinden lassen:

„Die sprachliche Barriere ist die wichtigste, die überwunden werden muss, damit Integration funktionieren kann. Deshalb ist es so essentiell, dass zuerst die wichtigsten Deutsch-Grundlagen erlernt werden, bevor man in den Regelunterricht einsteigt. Denn es hat keinen Sinn, Unterricht zu besuchen, dem man nicht folgen kann.“
Timo Steyer, Bundesschulsprecher, NEWS online am 7. Dezember 2018

An Europas Spitze:

„Das Bildungssystem funktioniere, Österreichs Jugendarbeitslosigkeit sei eine der niedrigsten in Europa.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Dezember 2018

Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (Stand 28. Dezember 2018)



Tschechien:
Deutschland:
Niederlande:
Österreich:
Großbritannien
EU-Mittelwert:
Schweden
Finnland:
Frankreich: 
Italien:
Spanien:

 
5,2 %
6,2 %
6,9 %
9,8 %
11,4 %
15,3 %
17,1 %
17,7 %
21,5 %
32,5 %
42,2 %
Differenzierung im
öff. Schulwesen ab:
11
10
12
10
16

16
16
15
14
16
AMS, „Übersicht über den Arbeitsmarkt“ (Dezember 2018), S. 6

Aussagekräftiges Schweigen:

„Von Finnland wird jetzt eigentlich relativ wenig gesprochen, seitdem man weiß, dass in Finnland die Jugendarbeitslosigkeit bei 17 Prozent liegt und wir aber eine sinkende Jugendarbeitslosigkeit haben. So toll ist das finnische Modell also beileibe nicht, wie damals die Bildungsexpertinnen und -experten geglaubt haben.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Nationalratssitzung vom 12. Dezember 2018

Wiens Jugendarbeitslosigkeit steigt und steigt:

„The youth unemployment rate in Vienna reached 16.7 % in 2017, more than twice the level of Upper Austria, but slightly above the 15 % OECD average.“
OECD (Hrsg), „Regions and Cities at a Glance 2018 – AUSTRIA“ (2018), S. 1

Österreichs Arbeitslosenquote der 15- bis 34-Jährigen nach Migrationshintergrund (Stand 2017)

ohne Migrationshintergrund:
als Kind zugewandert:
MigrantInnen zweiter Generation:
4,7 %
15,3 %
16,9 %
OECD (Hrsg.), „Settling In 2018“ (2018), Figure 7.23

Österreichs Arbeitslosenquote 15- bis 24-Jähriger nach Geburtsort (Stand 2017)

Inland:
Ausland:
8,2 %
20,6 %
Eurostat-Datenbank, Abfrage vom 3. Jänner 2019

In Summe erfreulich, die Differenz wird aber immer größer:

„Im Dezember gab es erneut weniger Arbeitslose. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017. […] Bei Inländern ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück, bei Ausländern um ein Prozent.“
ORF online am 1. Jänner 2019

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 Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019

Kinder und Familie in den Mittelpunkt:

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen, mit einem fokussierten Blick auf die Kinder und die Familie. Anders können wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Dann schafft der Mensch sich schon sehr bald selbst ab.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Jahrzehntelanges politisches Versagen:

„Die größte und von Jahr zu Jahr größer werdende Herausforderung des österreichischen Schulwesens ergibt sich aus der Tatsache, dass Österreich ein Einwanderungsland ist, das sich leider jahrzehntelang nicht als Einwanderungsland verstanden und dementsprechend integrationspolitische Maßnahmen gröblichst vernachlässigt hat.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 18

Hohe Dunkelziffer:

„Es sei dringend notwendig etwas zu tun. Und das bedeute auch, dass ‚man Geld in die Hand nehmen wird müssen‘. Denn an den Schulen passiere viel und es werde viel erst gar nicht zur Anzeige gebracht.“
Thomas Krebs, Vorsitzender Wiener der Pflichtschullehrer, ORF Wien online am 7. Jänner 2019

Schulpolitik kann Wohnpolitik nicht ersetzen:

„Gerade die Frage der Segregation in der Schule ist letztlich immer nur eine Folge von Segregation im Wohnviertel. Da langfristige Maßnahmen zu setzen, wäre sehr wichtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Österreichs Privileg:

„Wir haben ein kostenfreies Schulsystem, das mit gut qualifizierten Lehrkräften operiert. Das ist ein Privileg, verglichen mit den USA oder Großbritannien. Es ist ein offenes Schulsystem, das Chancen generiert, aber sie müssen auch wahrgenommen werden, und die Verantwortung kann man den Eltern auch nicht abnehmen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

20 Jahre, nachdem die VCL diese Forderung erstmals aufgestellt hat:

„Ethik aus dem Schulversuch herauszuholen und als systematisches Fach zu platzieren, ist eine Intention unseres Hauses. Ein guter Einstieg wäre in der Sekundarstufe 2, also in der AHS-Oberstufe. Von dort sollte es über die Sekundarstufe 1 schrittweise hinuntergehen, letztlich bis in die Volksschule.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 10. Jänner 2019


Schule „kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren“:

„Schule kann nicht alles kompensieren, was Gesellschafts-, Familien-, Sozial- oder Sicherheitspolitik versäumen. Die Schule ist ohnehin eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in diesem Land. Aber Chancengleichheit herstellen kann sie nicht allein, sie kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wir brauchen jedenfalls mehr Unterstützung und mehr Ressourcen, wenn wir uns wirklich bestmöglich um alle Kinder kümmern sollen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. Dezember 2018

Bildung beginnt mit der Geburt:

„Die gelingende Einbeziehung und Aktivierung von Eltern in die frühkindliche und schulische Bildung ist der Schlüssel, denn in der Tat beginnt die Bildungsbiografie mit der Geburt des Kindes!“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2018, S. 5

Finnlands Politik hat „etwas“ schneller reagiert:

„Für Kinder, die zu Hause kein Finnisch oder Schwedisch sprechen, gibt es die Möglichkeit, Extra-Unterricht zu bekommen, eine Art Intensivkurs, bevor sie in die ‚richtige‘ Schule kommen. Dem Weltbildungsbericht zufolge besuchten 2012 fast 80 Prozent der Migrantenkinder (erste Migrantengeneration) mit wenig Finnischkenntnissen solche Kurse.“
Focus online am 10. Dezember 2018

In Summe erfreulich, die Differenz wird aber immer größer:

„Im Dezember gab es erneut weniger Arbeitslose. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017. […] Bei Inländern ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück, bei Ausländern um ein Prozent.“
ORF online am 1. Jänner 2019