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Werbungskosten

Rechtsgrundlage: Verordnungen und Erlässe des Bundesministeriums für Finanzen.
Siehe auch Steuerrecht 2008, Außergewöhnliche Belastungen, Finanzamtverfahren, Sonderausgaben

a) Definition und Geltendmachung der "Werbungskosten":

  • Werbungskosten sind Aufwendungen oder Ausgaben zur Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen. Sie müssen beruflich veranlasst sein, also in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Tätigkeit stehen und dürfen nicht die private Lebensführung betreffen,
  • Bestimmte Werbungskosten werden automatisch vom Arbeitgeber beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt. Dazu zählen in unserem Bereich vor allem der Gewerkschaftsbeitrag, sofern er vom Gehalt einbehalten wird, sowie das Pendlerpauschale, das bei längeren Distanzen zwischen Wohnung und Arbeitsstätte beim Arbeitgeber durch eine Erklärung mit dem Formular L 34 geltend gemacht werden kann.
  • Weitere Werbungskosten müssen nachträglich beim Finanzamt geltend gemacht werden. Sie werden bei der Arbeitnehmerveranlagung bzw. beim Einkommensteuerverfahren berücksichtigt.
  • Die steuerwirksamen Werbungskosten sind ein Steuerfreibetrag. Sie reduzieren die Einkommensteuer in Höhe des jeweiligen Grenzsteuersatzes.
  • Die Werbungskosten sind aber um das sogenannte „Werbungskostenpauschale" zu kürzen. Dieses Pauschale in Höhe von € 132,- jährlich wird - unabhängig davon, ob Werbungskosten geltend gemacht werden oder nicht - von der Lohnsteuer-Bemessungsgrundlage abgezogen. Die geltend gemachten Werbungskosten wirken sich daher nur steuermindernd aus, wenn sie insgesamt mehr als € 132,- jährlich betragen. Der Gewerkschaftsbeitrag fällt aber nicht unter das Pauschale, er wirkt sich jedenfalls voll als Steuerfreibetrag aus.
  • Werbungskosten können im Gegensatz zu den Sonderausgaben in jeder beliebigen Höhe geltend gemacht werden. Diese Ausgaben müssen dem Finanzamt bei Verlangen mit Belegen nachgewiesen werden.
  • Ein Pensionist muss sein Einkommen nicht mehr sichern, daher kann er auch keine Werbungskosten geltend machen (außer für Zusatzeinkommen).

b) Absetzbarkeit von Werbungskosten:

  • Bei allen Einzelausgaben bzw. Einzelaufwendungen, die € 400,- nicht übersteigen, können die gesamten Ausgaben bzw. Aufwendungen im Jahr der Bezahlung als Werbungskosten berücksichtigt werden.
  • Bei allen Einzelausgaben, die € 400,- übersteigen, muss die Ausgabe auf mehrere Jahre, die so genannte Nutzungsdauer (meist 4 Jahre), verteilt werden. Dieser Teilbetrag wird „Absetzung für Abnutzung" (AfA) genannt. Im Jahr der Anschaffung darf nur die halbe Abschreibung berücksichtigt werden, wenn der Anschaffungstermin zwischen 1. Juli und 31. Dezember liegt.
  • Bei Computern sollte wegen der raschen technischen Alterung immer eine Verkürzung der Nutzungsdauer beim Finanzamt beantragt werden.
  • Bei einem Computer sind PC, Bildschirm und Tastatur jeweils Einzelausgaben, wenn diese Teile zu verschiedenen Zeitpunkten gekauft wurden. Wenn sie aber (fast) gleichzeitig angeschafft wurden, handelt es sich um ein einziges Wirtschaftsgut, und die Einzelausgaben sind zu addieren. Maus, Drucker oder Scanner sind aber auf jeden Fall als eigenständige Wirtschaftsgüter anzusehen und werden für die Abschreibung einzeln berücksichtigt.

c) Belege für Werbungskosten:

  • Prinzipiell werden Werbungskosten nur anerkannt, wenn man sie durch entsprechende Nachweise (Rechnungen, Quittungen, Fahrtenbuch) belegen kann. Nur soweit nach Art und Höhe der Werbungskosten ein Nachweis nicht möglich ist, genügt die Glaubhaftmachung.
  • Reicht der Platz für die Auflistung der Werbungskosten auf dem Formular L 1 nicht aus, so ist der Erklärung eine eigene Aufstellung der Werbungskosten beizulegen.
  • Die einzelnen Originalbelege sind der Erklärung nicht beizulegen. Sie müssen aber sieben Jahre lang aufbewahrt und auf Aufforderung dem Finanzamt vorgelegt werden.
  • Die folgenden sechs Punkte muss ein Beleg unbedingt enthalten, um als Rechnung im Sinne des Einkommensteuergesetzes zu gelten:
    - Name und Anschrift des Lieferanten (des Verkäufers);
    - Name und Anschrift des Kunden (des Käufers, kann bei Rechnungen unter € 150,-entfallen!);
    - Datum der Lieferung;
    - genaue Menge, Art und Bezeichnung der Ware;
    - Nettobetrag (kann bei Rechnungen unter € 150,- der Bruttobetrag sein);
    - Umsatzsteuer in Euro (kann bei Rechnungen unter € 150,der Umsatzsteuerprozentsatz sein).
  • Zu empfehlen ist:
    - Sammlung der Rechnungen aller absetzbaren Aufwendungen während des Jahres in einem Ordner oder einer Schachtel - lieber zu viele als zu wenig Belege sammeln! Unklare Belege sollten auf der Rückseite erläutert werden.
    - Sortierung der Belege nach Bereichen, z.B. Computer, Fachliteratur, Fortbildung, Doppelte Haushaltsführung, Arbeitsmaterial, Sonstiges
    - chronologische Reihung der Belege innerhalb jeder Sachgruppe
    - Erstellung von Tabellen in jeder Sachgruppe samt Summierung der Beträge auf einem eigenen Blatt und Ablage von Tabelle plus zugehörigen Belegen in einer Folie
    - Aufstellung der Anschaffungen, die auf mehrere Jahre aufgeteilt abgeschrieben werden müssen und noch nicht voll abgeschrieben sind.
  • Aufbewahungspflicht: Die Belege und Aufzeichnungen müssen 7 Jahre lang aufbewahrt werden.

d) Werbungskosten für Lehrer von A bis Z.

  • Ob eine Aufwendung als „Werbungskosten" von der Lohnsteuer abgesetzt werden kann oder nicht, liegt in vielen Fällen im Ermessen des jeweils zuständigen Finanzamtes, das den jeweiligen Einzelfall zu prüfen hat. Hiebei gibt es erhebliche Unterschiede in den Auslegungen. Im Folgenden sind einige typische Aufwendungen angeführt, die je nach Situation des Einzelfalles als Werbungskosten für Lehrer in Frage kommen können. Die Ausführungen beruhen einerseits auf Unterlagen des Finanzministeriums und andererseits auf Publikationen unseres Besoldungsreferenten (bis Nov. 2010) Dr. Eckehard Quin.
  • Arbeitsessen in Gaststätten sind praktisch nicht absetzbar. Wenn allerdings eine Dienstbesprechung den Mittelpunkt des Arbeitsessens bildet (z. B. wegen der Lehrfächerverteilung des nächsten Schuljahres), sind unter Umständen in Einzelfällen 50% der Kosten absetzbar. Die Kosten einer Bewirtung im privaten Haushalt sind grundsätzlich nicht absetzbar, auch wenn sie nachweislich beruflich veranlasst sind (Bereich der privaten Lebensführung).
  • Arbeitskleidung: Es können nur die Kosten für typische Berufs- oder Arbeitsschutzkleidung geltend gemacht werden (z. B. Arbeitsmäntel). Kosten für Kleidung, die üblicherweise auch privat getragen wird (z. B. Sportkleidung, Turnschuhe), können nicht abgeschrieben werden, auch wenn diese Kleidung für die Arbeit des Lehrers erforderlich ist und am Arbeitsplatz verlangt wird. Die Reinigungskosten für die steuerlich anerkannte Arbeitskleidung können abgesetzt werden, wenn dafür die Rechnung einer Reinigungsfirma vorliegt.
  • Arbeitsmaterial ist grundsätzlich absetzbar. Für die Absetzbarkeit ist nicht Voraussetzung, dass der Dienstgeber die Beschaffung des Arbeitsmaterials für erforderlich hält oder gar ausdrücklich anordnet.
  • Arbeitsmittel und Werkzeuge:
    • Darunter fallen Wirtschaftsgüter, die überwiegend zur Ausübung einer Berufstätigkeit verwendet werden. Dazu gehören Arbeitsmaterialien (natürlich nur in einem glaubwürdigen Rahmen) wie Papier, Kugelschreiber, Disketten, CD-Rohlinge oder Videokassetten. Absetzbar sind weiters Aktenkoffer, Taschenrechner, Musikinstrumente von Musiklehrern (allerdings meist mit einer sehr langen Nutzungsdauer versehen - z. B. bei einem neuen Klavier zum Preis von € 7.300,- mit mindestens 20 Jahren; Ausgaben für Instrumente, die als Antiquitäten anzusehen sind, gelten nicht als Werbungskosten) und Schulsoftware (z. B. Notenprogramme, Formelschreib- und -zeichenprogramme). Sportgeräte wie z. B. Schi sind nur dann absetzbar, wenn sie ausschließlich beruflich verwendet werden. Das trifft üblicherweise nur bei Berufssportlern zu. Die Ausschließlichkeit kann unter Umständen aber auch durch die Verwahrung in der Schule nachgewiesen werden, was wiederum durch die Direktion bestätigt werden kann. Computer gehören auch zu dieser Gruppe von Werbungskosten (siehe hiezu unten). Sie sind zum Teil absetzbar.
    • Arbeitsmittel und Werkzeuge, die nicht mehr als € 400,kosten, sind „geringwertige Wirtschaftsgüter". Sie können zur Gänze in dem Kalenderjahr abgesetzt werden, in dem sie angeschafft wurden. Übersteigen die Anschaffungskosten bei einem mehr als ein Jahr nutzbaren Wirtschaftsgut € 400,-, können sie nur verteilt über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgesetzt werden (Absetzung für Abnutzung, kurz AfA genannt). Werden Arbeitsmittel oder Werkzeuge nach dem 30. Juni des betreffenden Jahres angeschafft, kann für das erste Jahr nur die halbe AfA abgesetzt werden (siehe Beispiel beim Stichwort „Computer").
  • Arbeitszimmer:
    Die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer sind für Lehrer nicht abzusetzen. Abzugsfähige Ausgaben liegen nämlich nur dann vor, wenn das Arbeitszimmer nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird und den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit bildet. Nur wenn dieses Arbeitszimmer erforderlich ist und fast ausschließlich beruflich genutzt wird und nicht im Wohnungsverband liegt (z. B. eigene Mietwohnung), können die entstehenden Kosten (Miete, Strom etc.) und die Einrichtung des Arbeitszimmers steuerlich geltend gemacht werden. Dies ist insbesondere bei Heimarbeitern, Heimbuchhaltern oder Teleworkern der Fall, nicht aber bei Lehrern, Richtern, Politikern, Vertretern etc.
  • Aus- und Fortbildungskosten:
    Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen sind als Werbungskosten abzugsfähig, wenn sie Kosten für Fortbildung, Ausbildung im verwandten Beruf oder umfassende Umschulung darstellen.
    • Fortbildungskosten dienen dazu, im jeweils ausgeübten Beruf auf dem Laufenden zu bleiben, um den jeweiligen Anforderungen gerecht zu werden. Merkmal beruflicher Fortbildung ist es, dass sie der Verbesserung der Kenntnisse und Fähigkeiten im bisher ausgeübten Beruf dient (VwGH 22. 11. 1995, 95/15/0161). Eine Fortbildung liegt vor, wenn bereits eine berufliche Tätigkeit ausgeübt wird und die Bildungsmaßnahmen (z. B. berufsbezogene Kurse, Seminare) der Verbesserung von Kenntnissen und Fähigkeiten in Ausübung dieser Tätigkeit dienen. Fortbildungskosten sind als Werbungskosten abziehbar. Auch kaufmännische oder bürotechnische Grundausbildungen (z. B. EDV-Kurse, InternetKurse, Erwerb des europäischen Computerführerscheins, Einführungskurse in Buchhaltung, Kostenrechnung, Lohnverrechnung oder Steuerlehre) sind ohne Prüfung einer konkreten Verwertbarkeit im jeweiligen Beruf abzugsfähig.
    • Ausbildungskosten sind Aufwendungen zur Erlangung von Kenntnissen, die eine künftige Berufsausübung ermöglichen. Die Abzugsfähigkeit von Ausbildungskosten ist nur dann gegeben, wenn ein Zusammenhang mit der ausgeübten oder einer damit verwandten Tätigkeit vorliegt. Maßgebend ist die konkrete Einkunftsquelle (z. B. konkretes Dienstverhältnis, konkrete betriebliche Tätigkeit), nicht ein früher erlernter Beruf oder ein abstraktes Berufsbild oder eine früher ausgeübte Tätigkeit. Steht eine Bildungsmaßnahme im Zusammenhang mit der bereits ausgeübten Tätigkeit, ist eine Unterscheidung in Fort- oder Ausbildung nicht erforderlich, weil in beiden Fällen Abzugsfähigkeit gegeben ist. Aus- und Fortbildungskosten unterscheiden sich von der Umschulung dadurch, dass sie nicht „umfassend" sein müssen, weshalb auch einzelne berufsspezifische Bildungssegmente als Werbungskosten abzugsfähig sind.
    • Beispiele für abzugsfähige Fort- und Ausbildungsaufwendungen: Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Besuch einer HTL (Elektrotechnik) durch einen Elektriker; Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Architekturstudium eines Baumeisters (HTL) an einer technischen Universität; Aufwendungen im Zusammenhang mit der Ablegung einer Beamten-Aufstiegsprüfung oder dem Besuch einerAHS (BHS) oder einem einschlägigen Universitätsstudium
    • Ob eine Tätigkeit mit der ausgeübten Tätigkeit verwandt ist, bestimmt sich nach der Verkehrsauffassung. Von einer verwandten Tätigkeit ist auszugehen, wenn die Tätigkeiten (Berufe) üblicherweise gemeinsam am Markt angeboten werden (z. B. Friseurin und Kosmetikerin, Dachdecker und Spengler) oder die Tätigkeiten im Wesentlichen gleich gelagerte Kenntnisse oder Fähigkeiten erfordern (z. B. Fleischhauer und Koch, Elektrotechniker und EDV-Techniker). Eine wechselseitige Anrechnung von Ausbildungszeiten ist ein Hinweis für das Vorliegen von verwandten Tätigkeiten. Von einem Zusammenhang mit der ausgeübten oder verwandten Tätigkeit ist dann auszugehen, wenn die durch die Bildungsmaßnahme erworbenen Kenntnisse in einem wesentlichen Umfang im Rahmen der ausgeübten (verwandten) Tätigkeit verwertet werden können. Bei Bildungsmaßnahmen zum Erwerb grundsätzlicher kaufmännischer oder bürotechnischer Kenntnisse (z. B. Einstiegskurse für EDV, Erwerb des europäischen Computerführerscheins, Buchhaltung) ist stets von einem Zusammenhang mit der jeweils ausgeübten (verwandten) Tätigkeit auszugehen. Derartige Kenntnisse sind von genereller Bedeutung für alle Berufsgruppen, sodass in diesen Fällen die Prüfung, ob eine konkrete Veranlassung durch den ausgeübten Beruf erfolgt, zu entfallen hat.
    • Eine Umschulung liegt vor, wenn die Maßnahmen derart umfassend sind, dass sie einen Einstieg in eine neue berufliche Tätigkeit ermöglichen, die mit der bisherigen Tätigkeit nicht verwandt ist und auf die tatsächliche Ausübung eines anderen Berufes abgezielt wird.
    • Beispiele für abzugsfähige Umschulungsmaßnahmen: Ausbildung einer Arbeitnehmerin aus dem Druckereibereich zur Krankenpflegerin; Aufwendungen eines Landarbeiters im Zusammenhang mit der Ausbildung zum Werkzeugmacher; Aufwendungen einer Schneiderin im Zusammenhang mit der Ausbildung zur Hebamme; Aufwendungen eines Studenten, der zur Finanzierung seines Studiums Einkünfte aus Hilfstätigkeiten oder aus fallweisen Beschäftigungen erzielt.
    • Der Begriff „Umschulung" setzt - ebenso wie Aus- und Fortbildung - voraus, dass der Steuerpflichtige eine Tätigkeit ausübt. Wurde bereits ein Beruf ausgeübt, hindert eine eingetretene Arbeitslosigkeit, unabhängig davon, ob Arbeitslosengeld bezogen wurde oder nicht, die Abzugsfähigkeit von Umschulungskosten nicht. Als berufliche Tätigkeit gilt jede Tätigkeit, die zu Einkünften führt (d. h. auch Hilfstätigkeiten oder fallweise Beschäftigungen). Auch wenn die berufliche Tätigkeit in einem Kalenderjahr erst nach Anfallen von Aufwendungen begonnen wird, können absetzbare Umschulungskosten vorliegen. Absetzbar sind in diesem Fall alle Umschulungskosten, die im Kalenderjahr des Beginns der beruflichen Tätigkeit anfallen. (Beispiel: Beginn eines Medizinstudiums im Oktober 2007 und Aufnahme einer Tätigkeit als Taxifahrer im Februar 2008: Die Studienkosten können ab dem Jahr 2008 als Umschulungskosten abgesetzt werden.)
    • Der Begriff „Umschulung" impliziert, dass hier nur Fälle eines angestrebten Berufswechsels (von der bisherigen Haupttätigkeit zu einer anderen Haupttätigkeit) gemeint sind. Eine Beschäftigung gilt als Haupttätigkeit, wenn daraus der wesentliche Teil (mehr als die Hälfte) der Einkünfte erzielt wird.
    • Da ein Pensionist keine Erwerbstätigkeit ausübt, sind Bildungsmaßnahmen jedweder Art (Fortbildung, Ausbildung, Umschulung) grundsätzlich nicht als Werbungskosten absetzbar (siehe auch VwGH 28. 10. 2004, 2001/15/0050). Davon ausgenommen ist ein Frühpensionist, der nachweist oder glaubhaft machen kann, dass er die Bildungsmaßnahme zum beruflichen Wiedereinstieg absolviert und somit tatsächlich auf die Ausübung eines anderen Berufs abzielt.
    • Die Beweggründe für eine Umschulung können durch äußere Umstände (z. B. wirtschaftlich bedingte Umstrukturierungen des Arbeitgebers oder Betriebsschließungen) hervorgerufen werden, in einer Unzufriedenheit im bisherigen Beruf gelegen sein oder einem Interesse an einer beruflichen Neuorientierung entspringen. Der Steuerpflichtige muss aber nachweisen oder glaubhaft machen, dass er tatsächlich auf die Ausübung eines anderen Berufs als Haupttätigkeit abzielt, der zumindest zum überwiegenden Teil zur Sicherung des künftigen Lebensunterhalts beitragen soll. Davon kann jedenfalls ausgegangen werden, wenn: die Einkunftserzielung im früher ausgeübten Beruf auf Grund von Arbeitslosigkeit nicht mehr gegeben ist; oder die weitere Einkunftserzielung im bisherigen Beruf gefährdet ist; oder die Berufschancen oder Verdienstmöglichkeiten durch die Umschulung verbessert werden.
    • Im Rahmen der Umschulung ist es nicht erforderlich, dass der Steuerpflichtige seine bisherige Tätigkeit aufgibt. Die angestrebte Tätigkeit muss aber zur Sicherung des künftigen Lebensunterhaltes dienen oder zumindest zu einem wesentlichen Teil beitragen. Dabei sind Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung sowie aus Kapitalvermögen nicht zu berücksichtigen.
    • Die Umschulung muss umfassend sein. Aufwendungen des Steuerpflichtigen selbst im Zusammenhang mit Umschulungsmaßnahmen, die aus öffentlichen Mitteln (AMS) oder von Arbeitsstiftungen gefördert werden, sind immer als Werbungskosten abzugsfähig. Aufwendungen für einzelne Kurse oder Kursmodule für eine nicht verwandte berufliche Tätigkeit sind nicht als Umschulungskosten abzugsfähig (z. B. Aufwendungen für den Besuch eines einzelnen Krankenpflegekurses, der für sich allein keinen Berufsumstieg sicherstellt). Derartige Aufwendungen sind nur abzugsfähig, wenn sie Aus- oder Fortbildungskosten darstellen.
    • Die Kosten für ein Universitätsstudium können als Fortbildungskosten (z. B. Zweitstudium mit enger Verflechtung zum Erststudium wie etwa das Studium der Betriebswirtschaftslehre durch einen Juristen), als Ausbildungskosten in einem verwandten Beruf (z. B. Betriebswirtschaftsstudium eines Industriekaufmannes) oder als Umschulungskosten (z. B. Pharmaziestudium eines Bibliothekars) absetzbar sein. Dabei sind nicht nur Studienbeiträge, sondern sämtliche mit der Bildungsmaßnahme zusammenhängenden Kosten (z. B. Fachliteratur und Fahrtkosten) abzugsfähig.
    • Nicht abzugsfähig sind Kosten für Ausbildungen, die hauptsächlich die Privatsphäre betreffen. Darunter fallen etwa Kosten für den B-Führerschein, für Sportkurse oder für Persönlichkeitsbildung. Die Kosten für den C-Führerschein kann man z. B. nur dann absetzen, wenn man den Führerschein für den ausgeübten oder verwandten Beruf benötigt.
    • Sprachkurse sind dann absetzbar, wenn man die Sprache im Beruf braucht. Nur die Kurskosten können als Werbungskosten berücksichtigt werden, nicht aber Fahrt- und Aufenthaltskosten etwa beim Besuch eines Sprachkurses im Ausland.
    • Aufwendungen für Studienreisen gehören nur dann zu den Berufsfortbildunqskosten, wenn sie eindeutig von Privatreisen abgegrenzt werden können. Das gilt dann als gegeben, wenn die Planung und Durchführung der Reise entweder im Rahmen einer lehrgangsmäßigen Organisation oder in einer anderen Weise erfolgt, die den beruflichen Anlass einwandfrei erkennen lässt. Die erworbenen Kenntnisse müssen einigermaßen konkret im Beruf verwertbar sein. Das Programm selbst muss auf eine Berufsgruppe zugeschnitten sein, sodass es für Berufsfremde nicht von Interesse ist. Das Tagesprogramm schließlich muss, orientiert an der Normalarbeitszeit, durchschnittlich acht Stunden täglich betragen. Liegen diese Voraussetzungen vor, sind alle im Zusammenhang mit der Studienreise stehenden Kosten (Fahrt- und Aufenthaltskosten, Teilnahmegebühren etc.) als Werbungskosten absetzbar. Bei Studienreisen mit gemischtem Programm zählen hingegen nur eindeutig abgrenzbare Fortbildungskosten als Werbungskosten (z. B. Teilnahmegebühren).
    • Welche Bildungskosten sind konkret als Werbungskosten absetzbar? Absetzbar sind insbesondere folgende Kosten:
      - eigentliche Kurskosten (Kursbeitrag);
      - Kosten für Unterlagen, Fachliteratur;
      - Kosten für „Arbeitsmittel" (z. B. anteilige PC-Kosten); - zusätzliche Fahrtkosten;
      - allenfalls Tagesgelder (für die ersten fünf Tage, wenn der Kurs nicht am Wohnort oder Arbeitsort stattfindet);
      - Nächtigungskosten.
      Ersetzt der Arbeitgeber einen Teil dieser Kosten (z. B. durch Reiserechnung gemäß RGV), kann natürlich nur die Differenz als Werbungskosten geltend gemacht werden.
    • Zu welchem Zeitpunkt und bei welchen Einkünften sind Bildungskosten absetzbar?
      Aus-, Fortbildungs- und Umschulungskosten sind wie alle Werbungskosten in jenem Jahr abzusetzen, in dem sie geleistet werden. Fortbildungskosten und Ausbildungskosten sind bei der bisherigen Tätigkeit als Werbungskosten geltend zu machen. Kosten für eine umfassende Umschulung, die auf die tatsächliche Ausübung eines anderen Berufes abzielen, stellen so genannte „vorweggenommene Werbungskosten" dar, die mit anderen (auch nicht selbstständigen) Einkünften ausgleichsfähig sind. Im Einzelfall können auch Fortbildungskosten als vorweggenommene Werbungskosten berücksichtigt werden.
  • Computer:
    • Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anschaffung eines Computers einschließlich des Zubehörs (z. B. CD-Rohlinge, Drucker, Modem, Scanner) sind Werbungskosten, soweit eine berufliche Verwendung eindeutig feststeht. Bei Computern, die in der Wohnung des Steuerpflichtigen aufgestellt sind, sind die berufliche Notwendigkeit und das Ausmaß der beruflichen Nutzung vom Steuerpflichtigen nachzuweisen oder glaubhaft zu machen. Eine Aufteilung in einen beruflichen oder privaten Anteil ist gegebenenfalls nach entsprechenden Feststellungen im Schätzungsweg vorzunehmen.
    • Bei dieser Schätzung ist seitens der Finanzämter angesichts der breiten Einsatzmöglichkeiten von Computern ein strenger Maßstab anzuwenden. Dabei ist unter anderem zu berücksichtigen, ob das Gerät von in Ausbildung stehenden Familienangehörigen des Steuerpflichtigen für Ausbildungszwecke verwendet wird oder inwieweit Internetanschlüsse verwendet werden, für die keine berufliche Notwendigkeit besteht. Bei der Schätzung ist das Parteiengehör zu wahren (VwGH 26. 5. 1999, 98/13/0138). Auf Grund der Erfahrungen des täglichen Lebens ist davon auszugehen, dass die private Nutzung eines beruflich verwendeten, im Haushalt des Steuerpflichtigen stationierten Computers mindestens 40% beträgt. Wird vom Steuerpflichtigen eine niedrigere private Nutzung behauptet, ist dies im Einzelfall konkret nachzuweisen bzw. glaubhaft zu machen. Ohne besonderen Nachweis wird - wenn eine wesentliche Nutzung als Arbeitsmittel dem Grunde nach glaubhaft gemacht wird - ein Privatanteil von 40% angenommen. Die Anschaffungskosten eines Computers sind über die Absetzung für Abnutzung (AfA) auf Basis einer zumindest dreijährigen Nutzungsdauer abzuschreiben.
    • Die Aufwendungen für die Anschaffung eines Computers sind über die Absetzung für Abnutzung (AfA) abzuschreiben, wobei grundsätzlich von einer Nutzungsdauer von mindestens drei Jahren auszugehen ist. Eine einmal gewählte Nutzungsdauer kann nicht geändert werden.
    • PC, Bildschirm und Tastatur stellen eine Einheit dar, nicht jedoch Maus, Drucker oder Scanner, die als eigenständige Wirtschaftsgüter anzusetzen sind (vgl. VwGH 5. 10. 1993, 91/14/0191) und - soweit die Anschaffungskosten € 400,nicht übersteigen - als geringwertige Wirtschaftsgüter (nach Abzug eines Privatanteils) sofort zur Gänze abgeschrieben werden können.
    • Auch sämtliche mit dem Betrieb des Computers verbundene Aufwendungen wie PC-Tisch, Software, USB-Sticks, Handbücher und Papier, sind nach Maßgabe der beruflichen Nutzung absetzbar.
    • Beispiel: Anschaffung eines zu Hause aufgestellten, beruflich genutzten PC einschließlich Bildschirm und Tastatur um insgesamt € 1.200,-am 11. B. 2007. Die Werbungskosten betragen ohne Nachweis der Privatnutzung bei einer dreijährigen Nutzungsdauer:
      Jahr insgesamt 40% Privatanteil Abzug
      AfA 2007 € 200,00* € 80,00 € 120,00
      AfA 2008 € 400,00 € 160,00 € 240,00
      AfA 2009 € 400,00 € 160,00 € 240,00
      AfA 2010 € 200,00* € 80,00 € 120,00
      *Halbjahres-AfA      
  • Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten:
    • Wer eine Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes benötigt, weil der Familienwohnsitz zu weit weg ist, um täglich nach Hause zu fahren (jedenfalls bei einer Entfernung von mehr als 120 km), kann die Aufwendungen für diese Wohnung als Werbungskosten geltend machen. Das sind insbesondere Aufwendungen für eine zweckentsprechende angemietete Wohnung (Hotelzimmer) des Steuerpflichtigen am Dienstort (Mietkosten und Betriebskosten) einschließlich der erforderlichen Einrichtungsgegenstände. Die durchschnittlichen Kosten einer Hotelunterkunft (je nach örtlichen Gegebenheiten maximal € 2.200,- monatlich) dürfen dabei aber nicht überschritten werden. In diesem Zusammenhang ist auch auf die Häufigkeit der auswärtigen Nächtigungen Bedacht zu nehmen. Bei Eigentumswohnungen ist zu prüfen, ob nicht die berufliche Veranlassung durch private Gründe (z. B. Vermögensschaffung, künftige Wohnvorsorge für Angehörige) überlagert wird. Steht die berufliche Veranlassung im Vordergrund, können die Abnutzung (1,5% pro Jahr) sowie die diesbezüglichen Betriebskosten abgesetzt werden.
    • Aufwendungen für Familienheimfahrten können bis zu € 281.- monatlich (ein Zwölftel des höchst möglichen jährlichen Pendlerpauschales) als Werbungskosten abgesetzt werden (Bahnkarten oder Kilometergeld).
    • Verheiratete oder in eheähnlicher Gemeinschaft Lebende können diese Werbungskosten auf Dauer geltend machen, wenn beide Partner steuerliche relevante Einkünfte (mehr als € 2.200,- jährlich) beziehen. Ist der Partner nicht berufstätig, können diese Werbungskosten in der Regel für eine Dauer von zwei Jahren beansprucht werden. Bei Alleinstehenden ist die doppelte Haushaltsführung mit etwa sechs Monaten befristet.
    • Bei einem verheirateten oder in eheähnlicher Gemeinschaft lebenden Dienstnehmer sind bei Geltendmachung der Kosten einer doppelten Haushaltsführung grundsätzlich die Kosten von wöchentlichen Familienheimfahrten zu berücksichtigen. Bei einem alleinstehenden Steuerpflichtigen wird grundsätzlich das monatliche Aufsuchen des Heimatortes als ausreichend angesehen. Voraussetzung ist, dass der alleinstehende Steuerpflichtige an diesem Heimatort über eine Wohnung verfügt. Der Besuch der Eltern ist nicht als Familienheimfahrt zu werten.
    • Sind wöchentliche bzw. monatliche Familienheimfahrten mit Rücksicht auf die Entfernung (insbesondere ins Ausland) völlig unüblich, so ist nur eine geringere Anzahl von Familienheimfahrten steuerlich absetzbar.
  • Fachliteratur:
    • Aufwendungen für Fachbücher (oder entsprechende elektronische Datenträger) sind als Werbungskosten absetzbar. Aus dem Beleg muss der genaue Titel des Werkes hervorgehen. Die Bezeichnung „diverse Fachliteratur" reicht nicht aus.
    • Allgemein bildende Werke wie Lexika oder Nachschlagewerke gelten nicht als Fachliteratur. Auch Aufwendungen für Zeitungen stellen grundsätzlich privaten Aufwand dar. Bücher von allgemeinem Interesse, wie z. B. Reiseführer, Romane, Kochbücher etc., können ebenfalls nicht abgesetzt werden. Fachzeitschriften gelten hingegen als Fachliteratur.
    • Der Interpretationsspielraum der Finanzbehörde ist in diesem Zusammenhang sehr groß. Es gibt eigene Verwaltungsgerichtshof-Erkenntnisse zu diesem Thema: Literatur, die auch bei nicht in der Berufssparte des Steuerpflichtigen tätigen Personen von allgemeinem Interesse oder zumindest für einen nicht fest abgrenzbaren Teil der Allgemeinheit mit höherem Bildungsgrad bestimmt ist (VwGH 23. 5. 1984, 82/13/0184), stellt keine Werbungskosten dar. Dies gilt selbst dann, wenn aus den betreffenden Publikationen Anregungen für die berufliche Tätigkeit gewonnen werden können (VwGH 26. 4. 2000, 96/14/0098 betreffend Literatur für Unterrichtsgestaltung eines Lehrers).
  • Fahrrad:
    • Beruflich veranlasste Fahrten (gilt nicht für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte) mit einem privaten Fahrrad können in Form des Kilometergeldes in Höhe von € 0,24 pro Kilometer (1. bis 5. Kilometer) bzw. € 0,47 (ab 6. Kilometer) als Werbungskosten berücksichtigt werden. Maximal ist dies für 2.000 Kilometer (= bis zu € 480,-) jährlich möglich.
  • Fahrtkosten: Siehe „Reisekosten".
  • Internet
    • Die Kosten für die beruflich veranlasste Verwendung eines Internetanschlusses sind entsprechend der beruflichen Nutzung absetzbar. Sofern eine Abgrenzung nicht möglich ist, ist die Aufteilung der Kosten zu schätzen.
    • Im beruflichen Ausmaß anteilig absetzbar sind die Providergebühr, die Leitungskosten (Online-Gebühren) oder die Kosten für Pauschalabrechnungen (z. B. Paketlösung für Internetzugang, Telefongebühr). Aufwendungen für beruflich veranlasste spezielle Anwendungsbereiche (z. B. Gebühr für die Benützung kostenpflichtiger Online-Informationssysteme) sind zur Gänze absetzbar.
    • Kostenpflichtige allgemein bildende Informationssysteme (dazu gehört nicht die Provider-Gebühr) unterliegen dem Aufteilungsverbot und sind nicht abzugsfähig.
  • Kontogebühren:
    • Kontoführungskosten (einschließlich Kosten für Scheck- bzw. Bankomatkarte), die das Gehaltskonto eines Arbeitnehmers betreffen, sind keine Werbungskosten (Aufteilungsverbot). Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber die Einrichtung eines Gehaltskontos verlangt.
  • Kraftfahrzeug:
    • Beruflich veranlasste Kosten für ein privates Kfz können entweder in Form von Kilometergeldern oder im tatsächlich nachgewiesenen Umfang als Werbungskosten berücksichtigt werden.
    • Die Kilometergelder decken folgende Kosten ab: Absetzung für Abnutzung,
    Treibstoff und Öl,Service- und Reparaturkosten,Zusatzausrüstungen (Winterreifen, Autoradio, Navigationsgerät usw.),Steuern, (Park-)Gebühren, Mauten und Autobahnvignette, Versicherungen aller Art,Mitgliedsbeiträge für Autofahrerclubs, Finanzierungskosten.
    • Kilometergelder können jährlich für maximal 30.000 beruflich gefahrene Kilometer abgesetzt werden. An Stelle der Kilometergelder können die Kosten auch in tatsächlicher Höhe entsprechend der beruflichen Nutzung abgesetzt werden.
    • Das Kilometergeld beträgt vom 1.7.2009 bis 31.12.2010 (in Klammer die nicht erhöhte Gebühr auf 3 Nachkommastellen)
    für Motorfahrräder und Motorräder mit einem Hubraum bis 250 cm3 je Fahrkilometer € 0,14 (0,199);für Motorräder mit einem Hubraum über 250 cm3je Fahrkilometer € 0,24 (0,212);für Personen- und Kombinationskraftwagen je Fahrkilometer € 0,42 (0,376);für jede Person, deren Mitbeförderung dienstlich notwendig ist, gebührt ein Zuschlag von € 0,05 (0,045) je Fahrkilometer.
    • Neben dem Kilometergeld können Schäden auf Grund höherer Gewalt (insbesondere Reparaturaufwand nach unverschuldetem Unfall, Steinschlag), die sich im Rahmen eines beruflichen Kfz-Einsatzes ereignen, als Werbungskosten geltend gemacht werden.
    • Zum Nachweis der beruflichen Jahresfahrleistung sollte man ein Fahrtenbuch mit Datum, Kilometerstand, Ausgangsund Zielpunkt, Zweck der einzelnen Fahrt und beruflich zurückgelegte Tageskilometer führen. Wenn ein Nachweis über die Verwendung des Kfz auch mit anderen Unterlagen möglich ist, (z. B. Reisekostenabrechnung gegenüber dem Arbeitgeber), benötigt man kein Fahrtenbuch.
  • Wenn der Dienstgeber keine Pkw-Genehmigung erteilt und daher kein Kilometergeld bezahlt, ist bei Benützung des eigenen Pkw bei dienstlichen Fahrten die Differenz zwischen dem gewährten Kostenersatz und dem Kilometergeld beim Finanzamt im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung oder der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten absetzbar („Differenz-Reisekosten"). Wenn man also z. B. mit dem Auto zu einem Seminar fährt und vom Arbeitgeber die Kosten für ein öffentliches Verkehrsmittel ersetzt bekommt, kann man die Differenz zwischen Kilometergeld und Kostenersatz als Werbungskosten geltend machen. Es dürfen allerdings nur die Kilometer für die kürzeste Strecke verrechnet werden. Wer sich von der Schule eine Bahnkontokarte ausstellen lässt, darf selbstverständlich keine Fahrtkosten (Kilometergelder) als Werbungskosten absetzen. Nur tatsächlich getätigte Ausgaben können Werbungskosten darstellen. Wer eine Bahnkontokarte benutzt, ist nachweislich mit der Bahn gefahren, sodass Aufwendungen für die Benutzung eines Pkws daher nicht vorhanden sein können.
  • Krankheitskosten: Aufwendungen im Zusammenhang mit Krankheiten kommen nur dann als Werbungskosten in Betracht, wenn es sich um typische Berufskrankheiten handelt oder ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Beruf und Krankheit besteht (z. B. nach einem Arbeitsunfall). Andere Krankheitskosten sind u. U. als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig.
  • Prozesskosten: Kosten eines berufsbedingten Zivilprozesses (z. B. über die Höhe des Arbeitslohnes oder über Schadenersatzforderungen aus dem Dienstverhältnis) sind Werbungskosten. Kosten eines Strafverfahrens, das in engem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit steht, sind nur dann Werbungskosten, wenn es nicht zu einem rechtskräftigen Schuldspruch des Arbeitnehmers kommt oder wenn nur ein geringes Verschulden des Steuerpflichtigen vorliegt. Wird der Steuerpflichtige zum Teil freigesprochen und zum Teil schuldig gesprochen, dann sind die Prozesskosten anteilig (im Schätzungswege) abzugsfähig.
  • Pendlerpauschale
    Die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden grundsätzlich durch den Verkehrsabsetzbetrag abgegolten. Dieser beträgt 291,00 Euro jährlich, steht jedem Arbeitnehmer zu und wird automatisch vom Arbeitgeber bei der Lohnverrechnung berücksichtigt. Unter gewissen Voraussetzungen besteht Anspruch auf das „kleine" bzw. das „große" Pendlerpauschale. Tatsächliche Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz können keinesfalls steuerlich abgesetzt werden.Alle unten genannten Beträge sind Steuerfreibeträge. Die Antragstellung erfolgt mittels des Formulars L 345 über den Arbeitgeber. Wird ein Pendlerpauschale bezogen, ist eine Änderung des Arbeitsweges dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen. Im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung besteht die letzte Möglichkeit, einen Anspruch auf das Pendlerpauschale geltend zu machen.„Kleines" Pendlerpauschale:
    Das kleine Pendlerpauschale wird gewährt, wenn die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels möglich und zumutbar ist und die vom öffentlichen Verkehrsmittel zurückgelegte Strecke mehr als 20 km beträgt. Die Höhe des Freibetrages6 (in Euro) richtet sich nach der Entfernung.
    Entfernung Betrag/Jahr  Betrag/Monat
    über 20 km  630,00 (546,00) 52,50 (45,50)
    über 40 km  1.242,00 (1.080,00) 103,50 (90,00)
    über 60 km 1.857,00 (1.614,00) 154,75 (134,50)
    (Werte von Juli 2009 bis Dezember 2010, in Klammer die davor und danach gültigen Werte)
  • „Großes" Pendlerpauschale:Anspruch auf das große Pendlerpauschale hat man aus folgenden Gründen:
    • Vor Beginn bzw. nach Ende der Arbeit steht kein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung, oder
    • die Fahrzeit wäre unzumutbar lang.
    In die Fahrzeit sind auch Wartezeiten während der Fahrt und bis zum Arbeitsbeginn einzurechnen. Ist die Wegzeit für Hin- und Rückfahrt unterschiedlich lang, dann gilt die längere! Die maximal zumutbare Fahrzeit pro Strecke ist entfernungsabhängig.
    Fahrstrecke (einfach) max. zumutbare Fahrzeit  (einfach)
    unter 20 km 1 h 30 min
    ab 20km 2h
    ab 40km 2h30min

    Stehen verschiedene öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung, ist bei Ermittlung der Wegzeit immer von der Benützung des schnellsten öffentlichen Verkehrsmittels (z.B. Schnellzug statt Regionalzug, Eilzug statt Autobus) auszugehen. Darüber hinaus ist eine optimale Kombination zwischen Massenbeförderungs- und Individualverkehrsmittel (z.B. „Park and Ride") anzunehmen. Dies gilt auch, wenn dadurch die Fahrtstrecke länger wird.Unter Fahrtstrecke ist bei Benützung eines Kfz jene kürzeste Strecke zu verstehen, die ein iArbeitnehmer für tägliche Fahrten vernünftiIgerweise wählt, um die auf Grund bestehender Geschwindigkeitsbeschränkungen zeitaufwändige Befahrung von Ortsdurchfahrten (verkehrsberuhigte Zonen) zu vermeiden.Das große Pendlerpauschale ist wie das kleine von der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz abhängig, doch ist hier die Fahrstrecke mit dem Kfz zu berücksichtigen. Das große Pendlerpauschale beträgt (in Euro):
    Entfernung Betrag/Jahr Betrag/Monat
    über 2 km 342,00 (297,00) 28,50 (24,75)
    über 20 km 1.356,00 (1.179,00) 113,00 (98,25)
    über 40 km 2.361,00 (2.052,00) 196,75 (171,00)
    über 60 km 3.372,00 (2.931,00) 281,00 (244,25)
  • Prozesskosten Kosten eines berufsbedingten Zivilprozesses (z.B. über die Höhe des Arbeitslohnes oder über Schadenersatzforderungen aus dem Dienstvererhältnis) sind Werbungskosten. Kosten eines Strafverfahrens, das in engem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit steht, sind nur dann Werbungskosten, wenn es nicht zu einem rechtskräftigen Schuldspruch des Arbeitnehmers kommt oder wenn nur ein geringes Verschulden des Steuerpflichtigen vorliegt. Wird der Steuerpflichtige zum Teil freigesprochen und zum Teil schuldig gesprochen, dann sind die Prozesskosten anteilig (im Schätzungswege) abzugsfähig.
  • Reisekosten:
    • Das Einkommensteuergesetz spricht von einer Dienstreise, wenn der Arbeitnehmer über Auftrag des Arbeitgebers außerhalb des Dienstortes (das ist bei Lehrern der Ort der Schule) tätig wird. Der Dienstreisebegriff ist relativ weit gefasst.
    • Vom Arbeitgeber aus Anlass einer Dienstreise gezahlte Reisekostenersätze sind innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei. Erhält der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber keine oder nur einen Teil der steuerlich zulässigen Reisekostenersätze, kann er seine Aufwendungen ganz oder zum Teil als Werbungskosten geltend machen. Allerdings müssen die (im Vergleich zur Dienstreise strengeren) Voraussetzungen für eine „beruflich veranlasste Reise" vorliegen.
    • Für Fahrtkosten gilt diese Einschränkung nicht, d. h. der Arbeitnehmer kann die Kosten für jede beruflich veranlasste Fahrt (ausgenommen Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte), soweit sie nicht vom Arbeitgeber ersetzt werden, als Werbungskosten geltend machen (siehe unten „Fahrtkosten").
    • Eine beruflich veranlasste Reise liegt vor, wenn der Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen eine Reise über eine größere Entfernung (in einer Richtung mindestens 25 km Fahrtstrecke) unternimmt. Dabei muss die Reisedauer mehr als drei Stunden bei Inlandsreisen betragen. Bis Ende 2007 musste bei Auslandsreisen die Reise mehr als fünf Stunden dauern. Zudem darf kein weiterer Mittelpunkt der Tätigkeit begründet werden. Fahrtkosten sind auch bei geringerer Entfernung und kürzerer Dauer der Reise absetzbar.
    • Eine berufliche Veranlassung kann - anders als bei einer Dienstreise - auch ohne Auftrag des Arbeitgebers gegeben sein (z. B. bei Berufsfortbildung, zur Erlangung eines neuen Arbeitsplatzes). Absetzbare Aufwendungen (,Reisekosten") wie Fahrtkosten, Verpflegungsmehr- und Nächtigungsaufwand müssen vom Arbeitnehmer selbst getragen worden sein.
    • Fahrtkosten: Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind - soweit der Arbeitgeber keinen Ersatz leistet - im tatsächlich angefallenen Umfang (Bahn, Flug, Taxi, Kfz) Werbungskosten, auch wenn die Mindestentfernung von 25 km und die Mindestdauer von drei oder fünf Stunden unterschritten werden. Auch für Fahrten zwischen zwei oder mehreren Mittelpunkten der Tätigkeit stehen Fahrtkosten zu. Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind hingegen bereits durch den Verkehrsabsetzbetrag und ein gegebenenfalls zustehendes Pendlerpauschale zur Gänze abgegolten. Welche absetzbaren Aufwendungen sich bei beruflicher Nutzung eines eigenen Kfz ergeben können (z. B. Kilometergeld oder tatsächlich erwachsener beruflicher Kfz-Aufwand): siehe oben „Kraftfahrzeug". Steuerfreie Reisekostenersätze des Arbeitgebers vermindern den jeweils abzugsfähigen Aufwand.
    • Tagesgelder:Soweit eine beruflich veranlasste Reise mehr als drei Stunden bei Inlandsreisen dauert, können für jede angefangene Stunde € 2,20 (max. € 26,40 pro Tag) an Tagesgeldern abgesetzt werden. Dauert eine Reise z. B. 4,5 Stunden, stehen € 11,- Tagesgeld zu. Das gilt auch dann, wenn höhere Kosten nachgewiesen werden. Bei Auslandsreisen gelten eigene Sätze.Arbeitnehmer, die vom Arbeitgeber keine oder geringere als die oben angeführten Reisekostenersätze steuerfrei erhalten, können die genannten Beträge beim Finanzamt geltend machen (so genannte „Differenzwerbungskosten"). Solche Differenztagesgelder sind aber nicht absetzbar, wenn ein neuer Mittelpunkt der Tätigkeit begründet wird. Erfolgt innerhalb von sechs Kalendermonaten kein Einsatz am neuen Mittelpunkt der Tätigkeit, lebt der Anspruch auf Tagesgelder wieder neu auf.
    • Nächtigungskosten:Ist die beruflich veranlasste Reise mit einer Nächtigung verbunden, können entweder die Kosten inkl. Frühstück lt. Beleg oder das Nächtigungspauschale von € 15,- pro Nächtigung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Bei Nächtigungen auf Auslandsreisen kann ohne Belegnachweis der jeweilige Höchstsatz für Bundesbedienstete pro Nächtigung abgesetzt werden.Stellt der Arbeitgeber kostenlos eine Nächtigungsmöglichkeit zur Verfügung, steht das Nächtigungspauschale nicht zu.Allfällige zusätzliche Aufwendungen (z. B. für das Frühstück) können aber geltend gemacht werden. Ohne Beleg sind diese im Schätzungsweg bei Inlandsreisen mit € 4,40 und bei Auslandsreisen mit € 5,85 pro Nächtigung anzusetzen.
  • Sprachkurse: Kosten zum Erwerb von Fremdsprachenkenntnissen sind abzugsfähig, wenn man die Sprache im Beruf benötigt. Als Fremdsprache gilt jede von der Muttersprache verschiedene Sprache, gegebenenfalls auch Deutsch. Bei Sprachausbildungen im Ausland werden nur die Kurskosten berücksichtigt, nicht aber die Aufenthalts- und Fahrtkosten.  
  • Studienreisen: Aufwendungen für Studienreisen sind dann Berufsfortbildungskosten, wenn sie eindeutig von Privatreisen abgegrenzt werden können und folgende Voraussetzungen vorliegen:
    • Planung und Durchführung der Reise erfolgen entweder im Rahmen einer lehrgangsmäßigen Organisation oder in einer anderen Weise, die den beruflichen Anlass einwandfrei erkennen lässt.
    • Die erworbenen Kenntnisse müssen einigermaßen im Beruf verwertbar sein.
    • Das Programm muss auf die Berufsgruppe zugeschnitten sein, sodass es für Berufsfremde nicht von Interesse ist.
    • Das Programm muss - orientiert an der Normalarbeitszeit - durchschnittlich acht Stunden täglich betragen.
      Treffen diese Voraussetzungen zu, sind alle damit im Zusammenhang stehenden Aufwendungen (z. B. Fahrtkosten, Aufenthaltskosten, Teilnahmegebühren, Kongressunterlagen) als Werbungskosten absetzbar. Bei Studienreisen mit Mischprogramm können hingegen nur eindeutig abgrenzbare Fortbildungskosten (z. B. Teilnahmegebühren, Kongressgebühren) als Werbungskosten abgesetzt werden.
  • Telefon, Handy: Kosten für beruflich veranlasste Telefonate sind im tatsächlichen Umfang als Werbungskosten absetzbar. Bei privaten Telefonen (Handys) kann der nachgewiesene oder glaubhaft gemachte beruflich veranlasste Teil an den Anschaffungskosten, Gesprächs- und Grundgebühren geltend gemacht werden.
  • Teleworker: Bei Teleworkern, die ihre Arbeit ausschließlich zu Hause verrichten und bei dem Arbeitgeber über keinen Arbeitsplatz verfügen, ist die Arbeitsstätte die Wohnung. Fahrten zum Sitz der Firma stellen grundsätzlich Dienstreisen dar.Beispielsweise können Telefongebühren, Ausgaben für einen Internetanschluss sowie bei Vorhandensein eines Arbeitszimmers auch anteilige Kosten für Miete, Strom und Heizung bei der Arbeitnehmerveranlagung als Werbungskosten geltend gemacht werden.Pauschale Spesenersätze des Arbeitgebers sind steuerpflichtiger Arbeitslohn.
  • Umzug: Umzugskosten sind Werbungskosten, wenn der Umzug beruflich veranlasst ist. Eine berufliche Veranlassung kann beim erstmaligen Antritt eines Dienstverhältnisses, beim Wechsel des Dienstgebers oder im Falle einer dauernden Versetzung durch den gegenwärtigen Dienstgeber vorliegen. Umzugskosten ohne Wechsel des Dienstortes und ohne Verpflichtung, eine Dienstwohnung zu beziehen, sind nicht absetzbar. Abgesehen von Fällen, in denen der Arbeitgebereinen Umzug fordert, kann eine berufliche Veranlassung nur zur Vermeidung eines unzumutbar langen Arbeitsweges angenommen werden. Ein „Umzug" setzt aber in allen Fällen voraus, dass der bisherige Wohnsitz aufgegeben wird. Ist dies nicht der Fall, kommt allenfalls die Berücksichtigung einer doppelten Haushaltsführung in Betracht. Umzugskosten als Konsequenz eines Wohnungswechsels anlässlich der freiwilligen Aufgabe des bisher bestehenden Dienstverhältnisses dienen nicht der Erzielung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen aus dem neuen Dienstverhältnis und sind daher keine Werbungskosten.
  • Zeitungen: Zeitungen stellen grundsätzlich einen privaten Aufwand dar und sind daher steuerlich nicht absetzbar. Hingegen können gewisse berufsspezifische Fachzeitschriften die steuerlichen Kriterien einer absetzbaren Fachliteratur erfüllen.

e) Berufsgruppenpauschale:

  • Für einige Berufsgruppen sind pauschalierte Werbungskosten vorgesehen. Sie können ohne Nachweis der tatsächlichen Aufwendungen im Wege der Arbeitnehmerveranlagung oder des Einkommensteuerverfahrens geltend gemacht werden.
  • Auf Verlangen des Finanzamtes ist eine Bestätigung des Arbeitgebers vorzulegen, aus der folgende Daten hervorgehen:
    • die ausgeübte Tätigkeit (Berufsgruppe);
    • der Umstand, dass die Tätigkeit ausschließlich ausgeübt wird;
    • der Zeitraum der Tätigkeit und allfällige Unterbrechungen;
    • bei Fernsehschaffenden die Anzahl der Auftritte;
    • die Kostenersätze (ausgenommen bei Vertretern).
  • Zusätzlich zum Pauschalbetrag können keine weiteren (auch keine außerordentlichen) Werbungskosten aus dieser Tätigkeit abgesetzt werden. Fallen höhere Werbungskosten an, können an Stelle der Pauschalbeträge die tatsächlichen Kosten geltend gemacht werden.
  • Für folgende Berufsgruppen sind Werbungskostenpauschalbeträge vorgesehen:
    • Artisten: 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 2.628,jährlich
    • Bühnendarsteller und Filmschauspieler: 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 2.628,- jährlich
    • Fernsehschaffende: 7,5% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 3.942,- jährlich
    • Journalisten: 7,5% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 3.942,- jährlich
    • Musiker: 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 2.628,jährlich
    • Forstarbeiter ohne eigene Motorsäge: 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 1.752,-jährlich
    • Forstarbeiter mit eigener Motorsäge: 10% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 2.628,- jährlich
    • Förster und Berufsjäger im Revierdienst: 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 1.752,-jährlich
    • Hausbesorger: 15% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 3.504,- jährlich
    • Heimarbeiter: 10% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 2.628,- jährlich
    • Vertreter: 5% der Bemessungsgrundlage, höchstens € 2.190,jährlich
    • Mitglieder einer Stadt-, Gemeinde- oder Ortsvertretung: 15% der Bemessungsgrundlage, mindestens € 438,-jährlich, höchstens € 2.628,- jährlich.
  • Erstreckt sich die Tätigkeit nicht auf das ganze Jahr, ist der Werbungskostenpauschalbetrag entsprechend zu aliquotieren. Vom Arbeitgeber steuerfrei ausbezahlte Kostenersätze (z. B. Tages- und Nächtigungsgelder, Kilometergelder bei Dienstreisen) kürzen den jeweiligen Pauschalbetrag, ausgenommen bei Vertretern. Zur Ermittlung der richtigen Bemessungsgrundlage wird der Lohnzettel des betreffenden Kalenderjahres herangezogen.
  • Berechnung der Bemessungsgrundlage:
    Jahresbruttobezugminus steuerfreie Bezügeminus steuerbegünstigte Sonderzahlungen= Bemessungsgrundlage für Werbungskostenpauschalbeträge.

(Letzte Aktualisierung: Dezember 2010)

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Aktuelle Zitate

 

 

 Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019

Kinder und Familie in den Mittelpunkt:

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen, mit einem fokussierten Blick auf die Kinder und die Familie. Anders können wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Dann schafft der Mensch sich schon sehr bald selbst ab.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Jahrzehntelanges politisches Versagen:

„Die größte und von Jahr zu Jahr größer werdende Herausforderung des österreichischen Schulwesens ergibt sich aus der Tatsache, dass Österreich ein Einwanderungsland ist, das sich leider jahrzehntelang nicht als Einwanderungsland verstanden und dementsprechend integrationspolitische Maßnahmen gröblichst vernachlässigt hat.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 18

Hohe Dunkelziffer:

„Es sei dringend notwendig etwas zu tun. Und das bedeute auch, dass ‚man Geld in die Hand nehmen wird müssen‘. Denn an den Schulen passiere viel und es werde viel erst gar nicht zur Anzeige gebracht.“
Thomas Krebs, Vorsitzender Wiener der Pflichtschullehrer, ORF Wien online am 7. Jänner 2019

Schulpolitik kann Wohnpolitik nicht ersetzen:

„Gerade die Frage der Segregation in der Schule ist letztlich immer nur eine Folge von Segregation im Wohnviertel. Da langfristige Maßnahmen zu setzen, wäre sehr wichtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Österreichs Privileg:

„Wir haben ein kostenfreies Schulsystem, das mit gut qualifizierten Lehrkräften operiert. Das ist ein Privileg, verglichen mit den USA oder Großbritannien. Es ist ein offenes Schulsystem, das Chancen generiert, aber sie müssen auch wahrgenommen werden, und die Verantwortung kann man den Eltern auch nicht abnehmen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

20 Jahre, nachdem die VCL diese Forderung erstmals aufgestellt hat:

„Ethik aus dem Schulversuch herauszuholen und als systematisches Fach zu platzieren, ist eine Intention unseres Hauses. Ein guter Einstieg wäre in der Sekundarstufe 2, also in der AHS-Oberstufe. Von dort sollte es über die Sekundarstufe 1 schrittweise hinuntergehen, letztlich bis in die Volksschule.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 10. Jänner 2019


Schule „kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren“:

„Schule kann nicht alles kompensieren, was Gesellschafts-, Familien-, Sozial- oder Sicherheitspolitik versäumen. Die Schule ist ohnehin eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in diesem Land. Aber Chancengleichheit herstellen kann sie nicht allein, sie kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wir brauchen jedenfalls mehr Unterstützung und mehr Ressourcen, wenn wir uns wirklich bestmöglich um alle Kinder kümmern sollen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. Dezember 2018

Bildung beginnt mit der Geburt:

„Die gelingende Einbeziehung und Aktivierung von Eltern in die frühkindliche und schulische Bildung ist der Schlüssel, denn in der Tat beginnt die Bildungsbiografie mit der Geburt des Kindes!“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2018, S. 5

Finnlands Politik hat „etwas“ schneller reagiert:

„Für Kinder, die zu Hause kein Finnisch oder Schwedisch sprechen, gibt es die Möglichkeit, Extra-Unterricht zu bekommen, eine Art Intensivkurs, bevor sie in die ‚richtige‘ Schule kommen. Dem Weltbildungsbericht zufolge besuchten 2012 fast 80 Prozent der Migrantenkinder (erste Migrantengeneration) mit wenig Finnischkenntnissen solche Kurse.“
Focus online am 10. Dezember 2018

In Summe erfreulich, die Differenz wird aber immer größer:

„Im Dezember gab es erneut weniger Arbeitslose. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017. […] Bei Inländern ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück, bei Ausländern um ein Prozent.“
ORF online am 1. Jänner 2019