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Übertritt

Rechtsgrundlage: Der Übertritt eines Schülers in eine andere Schulart oder eine andere Form bzw. Fachrichtung derselben Schulart ist normiert in: SchUG 29, 30, 30 a, 31 sowie in der „Einstufungsprüfungs-Verordnung" (Verordnung des BMU über die Einstufungsprüfung als Voraussetzung für die Aufnahme in die Schule und die Aufnahmsprüfung als Voraussetzung für den Übertritt in eine andere Schulart), BGBI. 347/76 (= MVBI. 93/76), Novelle BGBI. 501/92 (= MVBI. 108/92).

Siehe auch „Aufnahme eines Schülers".

1. Grundlegendes zu den Varianten des Übertritts:

a) Allgemeine Bestimmungen für den Übertritt:

Der Übertritt eines Schülers kann folgende Fälle betreffen:

  • Übertritt in die gleiche Schulstufe einer Schulart größerer Bildungshöhe (z. B. von der 3. Klasse einer Fachschule in die 3. Klasse einer BHS oder von der 2. Klasse Hauptschule in die 2. Klasse Gymnasium);
  • Übertritt in eine höhere Schulstufe einer Schulart mit gleicher, geringerer oder größerer Bildungshöhe (z. B. von der 2. Klasse Hauptschule in die 3. Klasse Gymnasium oder von der 1. Klasse BMS in die 2. Klasse BHS oder von der 3. Klasse Gymnasium in die 4. Klasse Hauptschule etc.);
  • Übertritt in eine andere Schulart: Pflichtschule in AHS und umgekehrt, oder AHS in BHS und umgekehrt;
  • Übertritt in eine andere Form bzw. Fachrichtung der selben Schulart: berufsbildende mittlere Schule in berufsbildende höhere Schule oder Gymnasium in Realgymnasium.

Voraussetzung für den Übertritt in eine höhere Schulstufe einer Schulart mit gleicher, geringerer oder größerer Bildungshöhe oder für den Übertritt in die gleiche Schulstufe einer Schulart größerer Bildungshöhe (z. B. von Fachschule in höhere Abteilung) ist ein positives Jahreszeugnis der zuletzt besuchten Schulstufe. Gegenstände, die in der neugewählten Schulart nicht unterrichtet werden, werden nicht berücksichtigt.

Voraussetzung für den Übertritt in die gleiche Schulstufe einer Schulart mit gleicher oder geringerer Bildungshöhe (z. B. von höherer Abteilung in Fachschule) ist die Berechtigung zum Wiederholen der zuletzt besuchten Schulstufe.

Weitere Voraussetzungen in beiden Fällen: Ablegung einer Aufnahmsprüfung aus jenen Unterrichtsgegenständen, die in einer der vorhergehenden Schulstufen der angestrebten Schulart oder der angestrebten Form oder Fachrichtung einer Schulart Pflichtgegenstand waren und die der Schüler noch nicht oder nicht in annähernd gleichem Umfang besucht hat.

Aufnahms- und Eignungsprüfungen können entfallen, wenn der Lehrer des betreffenden Unterrichtsgegenstandes aufgrund der Leistungen des Schülers im Unterricht feststellt, dass dieser die wesentlichen Bereiche des Bildungszieles des Unterrichtsgegenstandes in den vorangegangenen Schulstufen überwiegend erfüllt. Die diesbezügliche Feststellung trifft der den Pflichtgegenstand unterrichtende Lehrer; sie ist dem Schüler unverzüglich bekanntzugeben. Auf eine derartige Feststellung besteht kein Rechtsanspruch (SchUG 29/5).

b) Übertritt von der Hauptschule in die AHS:

Der Übertritt von der Hauptschule in die AHS (SchOG 40/2, 40/3) ist nach der 1., 2. und 3. Klasse möglich, wenn in den leistungsdifferenzierten Gegenständen im nächsten Jahr die höchste Leistungsgruppe zu besuchen ist und in den übrigen Pflichtgegenständen mindestens „Befriedigend" vorliegt, oder „ausgezeichneter Erfolg" vorliegt; sonst Aufnahmsprüfung.

Nach der 4. Klasse Hauptschule oder nach der Polytechnischen Schule ist der Übertritt in die 5. Klasse AHS möglich, wenn in den leistungsdifferenzierten Pflichtgegenständen in der höchsten Gruppe positive Beurteilungen vorliegen oder in der mittleren mindestens „Gut" (oder „Befriedigend" mit Eignungsfeststellung der Klassenkonferenz der Hauptschule, SchOG 40/3) und in den übrigen Gegenständen mindestens „Befriedigend", oder „ausgezeichneter Erfolg", sonst nur mit Aufnahmsprüfung.

c) Übertritt von AHS-Schülern in eine andere AHS-Schulform:

Rechtsgrundlage: SchUG 30 a.

Wechsel vom Gymnasium in das Realgymnasium: Aufnahmsprüfung aus Geometrischem Zeichnen (GZ). Keine Aufnahmsprüfung aus Werkerziehung.

Wechsel vom Realgymnasium in das Gymnasium: Aufnahmsprüfung aus Latein.

Bei Anwendung von SchUG 29/5 sind Freigegenstände Pflichtgegenständen gleichgestellt; d. h. der erfolgreiche Besuch von Freigegenständen ersetzt die sonst erforderliche Aufnahmsprüfung.

Eine Aufnahmsprüfung ist jedenfalls in einer Fremdsprache abzulegen, die der Schüler bisher nicht besucht hat.

d) Übertritt BMS in BHS:

Rechtsgrundlage für den Übertritt eines Schülers aus einer berufsbildenden mittleren Schule (BMS) in eine berufsbildende höhere Schule (BHS): SchUG 31.

Ein Übertritt kann schon nach dem 1. Semester der 1. Klasse BMS erfolgen, wenn in der BMS in der Schulnachricht alle Pflichtgegenstände (ausgenommen Bewegung und Sport) mindestens mit „Befriedigend" beurteilt waren und die Gegenstände in BMS und BHS annähernd gleichen Umfang hatten.

Auch wenn in der BMS ein Freigegenstand annähernd gleichen Umfangs besucht wurde, entfällt die sonst (nach SchUG 29/5) vorgeschriebene Aufnahmsprüfung.

2. Einstufungsprüfung:

a) Rechtsgrundlage:

Alle näheren Bestimmungen zur Durchführung der Einstufungsprüfung enthält die „Verordnung des BMU vom 15. Juni 1976, BGBI. 347/76, über die Einstufungsprüfung als Voraussetzung für die Aufnahme in die Schule und die Aufnahmsprüfung als Voraussetzung für den Übertritt in eine andere Schulart".

Diese Verordnung ist auch in MVBI. 93/76 publiziert. Die einzige bisher ergangene Novelle ist in BGBI. 501/92 (= MVBI. 108/92) verlautbart. Im Folgenden ist diese Rechtsgrundlage kurz als „VO" zitiert.

Die Einstufungsprüfung dient der Feststellung, ob die Vorbildung des Aufnahmsbewerbers für die angestrebte Schulstufe ausreicht (VO 2/1).

Vom Geltungsbereich der Verordnung ausgenommen sind Einstufungsprüfungen an Berufsschulen gemäß SchUG 3/7 und Aufnahmsprüfungen in die erste Stufe einer mittleren oder einer höheren Schule (VO 1/2). Die VO regelt vielmehr z. B. den Übertritt von Schülern der AHS in eine andere Form (z. B. vom G ins RG oder umgekehrt) oder den Übertritt von Schülern mittlerer berufsbildender Schulen (BMS) in höhere berufsbildende Schulen (BHS).

Die in der vorliegenden VO geregelten Prüfungen sind keine kommissionellen Prüfungen, auch dann nicht, wenn mehrere Teilprüfungen abzulegen sind. Kennzeichen kommissioneller Prüfungen ist, dass zumindest die Festsetzung der Gesamtbeurteilung durch die Prüfer gemeinsam erfolgt; hiefür fehlt jedoch die Grundlage im SchUG und in dieser VO.

b) Zeitpunkt der Einstufungsprüfung:

Der Prüfungstermin oder die Termine der einzelnen Teilprüfungen sind vom Schulleiter unter Bedachtnahme auf die einem Aufnahmsbewerber hinsichtlich der angestrebten Schulstufe zumutbare Leistungsfähigkeit sowie unter Bedachtnahme auf eine allenfalls gemäß VO 4/7 (Entfall der Einstufungsprüfung) vom unterrichtenden Lehrer zu treffende Feststellung festzusetzen.

Bis zur erfolgreichen Ablegung der Einstufungsprüfung oder deren Entfall auf Grund von Feststellungen gemäß VO 4/7 (Entfall der Prüfung) ist eine Aufnahme nur als außerordentlicher Schüler zulässig; bei der allgemeinen Schulpflicht unterliegenden Aufnahmsbewerber darf eine Aufnahme als außerordentlicher Schüler allein aus diesem Grund zwölf Monate nicht überschreiten (VO 3).

In VO 3 wird auf den möglichen (teilweisen) Entfall der Einstufungsprüfung insofern Bedacht genommen, als der Schulleiter bei der Festsetzung des Termins der Einstufungsprüfung auf eine allfällige Feststellung eines oder mehrerer Lehrer, dass die Einstufungsprüfung (zum Teil) entfallen kann, Bedacht zu nehmen hat. Es soll vermieden werden, dass durch einen zu früh oder unkoordiniert angesetzten Termin für die Einstufungsprüfung dem unterrichtenden Lehrer eine Einschätzung der Leistungen des Schülers im Hinblick auf eine allfällige Feststellung, dass die Prüfung (eine Teilprüfung) entfallen kann, mangels ausreichender Zeit nicht möglich ist. Eine Absprache zwischen dem Schulleiter und dem unterrichtenden Lehrer wird sich als zweckmäßig erweisen.

c) Umfang der Einstufungsprüfung:

Die Einstufungsprüfung ist in allen Pflichtgegenständen mündlich (mündliche Teilprüfungen), in den Pflichtgegenständen, in denen in den der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen Schularbeiten vorgesehen sind, sowohl schriftlich (schriftliche Teilprüfungen) als auch mündlich (mündliche Teilprüfungen), in den Pflichtgegenständen, in denen der praktische Unterricht überwiegt, sowohl praktisch (praktische Teilprüfungen) als auch mündlich (mündliche Teilprüfungen) abzulegen. In den zuletzt genannten Pflichtgegenständen ist hinsichtlich der Ablegung der mündlichen Teilprüfungen § 5 Abs. 11 der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) anzuwenden (VO 4/1). Jeder Pflichtgegenstand bildet ein Prüfungsgebiet (VO 4/1).

Bei der Festlegung des Umfanges der Einstufungsprüfung haben in der Volksschule und in den Sonderschulen, ausgenommen die nach dem Lehrplan der Hauptschule geführten Sonderschulen, die Pflichtgegenstände Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Schreiben, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), Hauswirtschaft und Bewegung und Sport außer Betracht zu bleiben (VO 4/2).

Die Einstufungsprüfung hat Aufgaben zu umfassen, die der Feststellung dienen, ob der Aufnahmsbewerber über die zur erfolgreichen Teilnahme am Unterricht der angestrebten Schulstufe erforderlichen allgemeinbildenden und (oder) berufsbildenden Kenntnisse und (oder) Fertigkeiten im Hinblick auf die Aufgabe der betreffenden Schulart sowie die im Lehrplan der betreffenden Schulart oder Form oder Fachrichtung festgelegten Bildungs- und Lehraufgaben und Lehrstoffe der einzelnen Pflichtgegenstände verfügt (VO 4/3).

Von der Überprüfung im Rahmen der Einstufungsprüfung ausgenommen sind die durch Zeugnisse von öffentlichen oder mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Schulen (in Österreich) nachgewiesenen Kenntnisse und Fertigkeiten, die zumindest annähernd jenen entsprechen, die in den der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen der betreffenden Schulart oder Form oder Fachrichtung vermittelt wurden. Von der Überprüfung ausgenommen sind ferner durch ein Zeugnis über die Lehrabschlussprüfung in einem facheinschlägigen Lehrberuf nachgewiesene oder durch eine facheinschlägige Berufspraxis erworbene Fertigkeiten (VO 4/4).

Der Feststellung, ob der Aufnahmsbewerber über Kenntnisse und Fertigkeiten im Sinne des Abs. 4 erster Satz verfügt, sind die Aufgabe der betreffenden Schulart sowie die im Lehrplan der betreffenden Schulart oder Form oder Fachrichtung festgelegten Bildungs- und Lehraufgaben, Lehrstoffe und Stundenausmaße der einzelnen Pflichtgegenstände zugrunde zu legen, jeweils unter Vergleich mit der Aufgabe der bisher besuchten Schulart sowie der vorgenannten, im Lehrplan der bisher besuchten Schulart oder Form oder Fachrichtung festgelegten Gesichtspunkte (VO 4/5).

Die Festlegung des Umfangs der Einstufungsprüfung obliegt dem Schulleiter (VO 4/6).

Lassen die bis zu einem möglichen Zeitpunkt für die Einstufungsprüfung vom Aufnahmswerber im Zuge von Leistungsfeststellungen während des Unterrichtsjahres erbrachten Leistungen (Mitarbeit, mündliche Prüfungen, Tests, Schularbeiten usw.) den Schluss zu, dass der Lehrstoff, auf den der Unterricht des laufenden Schuljahres aufbaut, in ausreichendem Maß beherrscht wird - erfüllen sie also mit anderen Worten das in der VO 2/1 genannte Kriterium -, so ist es durchaus zulässig - und würde dem Wortlaut der Verordnung nicht widersprechen -, diese Leistungsfeststellungen als Einstufungsprüfungen zu werten. Hiebei wird es dabei allerdings auf die Art des Pflichtgegenstandes (aufbauend oder nicht) ankommen. Lassen jedoch die bisher im Laufe des Unterrichtsjahres erbrachten Leistungen den Schluss der ausreichenden Beherrschung des Lehrstoffes der vorhergehenden Schulstufe nicht zu, so ist jedenfalls eine (vom Unterricht getrennte) Einstufungsprüfung notwendig. In einem solchen Fall ist nämlich der Tatsache Rechnung zu tragen, dass SchUG 71/2 lit. a einem Prüfungskandidaten, der eine Einstufungsprüfung nicht bestanden hat, das Recht einräumt, dagegen Berufung an die Schulbehörde zu erheben. Für die vorangehende Entscheidung ist nämlich eine entsprechende Prüfung unabdingbare Voraussetzung.

Die Einstufungsprüfung kann insoweit entfallen, als der Schüler durch die Mitarbeit im Unterricht sowie durch in die Unterrichtsarbeit sonst eingeordnete Leistungsfeststellungen gemäß § 18 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes zu erkennen gibt, dass er das Bildungsziel des betreffenden Pflichtgegenstandes in den vorangegangenen Schulstufen in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt. Die diesbezügliche Feststellung trifft der den jeweiligen Pflichtgegenstand unterrichtende Lehrer; sie ist dem Schüler unverzüglich bekanntzugeben (VO 4/7). Der Schüler hat keinen Rechtsanspruch auf diese Feststellung.

d) Prüfungsstoff der Einstufungsprüfung:

Die Aufgaben für die schriftlichen, die mündlichen und die praktischen Teilprüfungen sind dem Bereich des Lehrstoffes der der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen der betreffenden Schulart oder Form oder Fachrichtung zu entnehmen. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellungen hat sich nach den an die Schüler der der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen gestellten Anforderungen zu richten. Sofern die Aufnahme in die erste Stufe einer Schulart oder Form oder Fachrichtung angestrebt wird, treten an die Stelle der vorangegangenen Stufen der betreffenden Schulart, Form oder Fachrichtung die Stufen jener Schulart, deren erfolgreicher Abschluss Mindestvoraussetzung für die Aufnahme in die angestrebte Schulstufe ist (VO 5).

Auch wenn die Aufnahme als ordentlicher Schüler während des Schuljahres erfolgt, darf der Prüfungsstoff der Einstufungsprüfung nur den Lehrstoff der vorangegangenen Stufen erfassen. Der in der Stufe, in die der Schüler eintritt, durchgenommene Lehrstoff ist Gegenstand der Jahresbeurteilung (§ 20 SchUG), bei Vorliegen der Voraussetzungen allenfalls auf Grund einer Feststellungsoder Nachtragsprüfung (§ 20 Abs. 3 und 4 SchUG).

3. Aufnahmsprüfung:

a) Rechtsgrundlage:

Alle näheren Bestimmungen zur Durchführung der Aufnahmsprüfung enthält die auch für die Einstufungsprüfung geltende Verordnung des BMU vom 15. Juni 1976 (siehe Abschnitt 2 lit. a der vorliegenden Ausführungen).

Diese Verordnung ist im Folgenden kurz als „VO" zitiert.

Die Aufnahmsprüfung dient der Feststellung, ob der Übertrittsbewerber die Eignung für die angestrebte Schulart oder Form oder Fachrichtung einer Schulart aufweist (VO 1/2).

b) Zeitpunkt der Aufnahmsprüfung:

Der Prüfungstermin oder die Termine der einzelnen Teilprüfungen sind vom Schulleiter unter Bedachtnahme auf eine allenfalls gemäß § 7 Abs. 7 vom unterrichtenden Lehrer zu treffende Feststellung festzusetzen (dies betrifft den möglichen Entfall der Prüfung). Die Aufnahmsprüfung oder einzelne Teilprüfungen derselben sind vom Schulleiter auf Ansuchen des Übertrittsbewerbers bei gleichzeitiger Aufnahme als außerordentlicher Schüler aufzuschieben, wenn in dessen Person rücksichtswürdige Gründe vorliegen.

Die Frist zur Ablegung der Prüfung oder der Teilprüfung ist mit höchstens einem halben Unterrichtsjahr je nachzuholender Schulstufe zu bemessen; hiebei darf bei der allgemeinen Schulpflicht unterliegenden Übertrittsbewerbern eine Aufnahme als außerordentlicher Schüler allein aus diesem Grund zwölf Monate nicht überschreiten (VO 6).

c) Umfang der Aufnahmsprüfung:

Die Aufnahmsprüfung ist in allen Pflichtgegenständen mündlich (mündliche Teilprüfungen), in den Pflichtgegenständen, in denen in den der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen Schularbeiten vorgesehen sind, sowohl schriftlich (schriftliche Teilprüfungen) als auch mündlich (mündliche Teilprüfungen), in den Pflichtgegenständen, in denen der praktische Unterricht überwiegt, sowohl praktisch (praktische Teilprüfungen) als auch mündlich (mündliche Teilprüfungen) abzulegen. In den zuletzt genannten Pflichtgegenständen ist hinsichtlich der Ablegung der mündlichen Teilprüfungen § 5 Abs. 11 der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) anzuwenden. Jeder Pflichtgegenstand bildet ein Prüfungsgebiet (VO 7/1).

Bei der Festsetzung des Umfangs der Aufnahmsprüfung haben in der Volksschule und in den Sonderschulen, ausgenommen die nach dem Lehrplan der Hauptschule geführten Sonderschulen, die Pflichtgegenstände Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Schreiben, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), Hauswirtschaft und Leibesübungen außer Betracht zu bleiben (VO 7/2).

Die Aufnahmsprüfung hat Aufgaben aus den Unterrichtsgegenständen zu umfassen, die in einer der vorangegangenen Schulstufen der angestrebten Schulart oder Form oder Fachrichtung einer Schulart Pflichtgegenstand waren und die der Übertrittsbewerber noch nicht oder nicht in annähernd gleichem Umfang besucht hat. Im Falle des Übertritts von Hauptschülern in allgemeinbildende höhere Schulen hat die Aufnahmsprüfung Aufgaben aus jenen Pflichtgegenständen zu umfassen, in denen das Jahreszeugnis des Übertrittsbewerbers nicht die Leistungsbeurteilung enthält, die gemäß SchOG 40/2 und 3 für einen Übertritt ohne Aufnahmsprüfung vorgeschrieben ist (VO 7/3).

Ein annähernd gleicher Umfang ist gern. VO 7/4 nicht gegeben, wenn:

  • im Lehrplan der vom Übertrittsbewerber bisher besuchten Schulart oder Form oder Fachrichtung Lehrstoffgebiete nicht vorgesehen sind, die hinsichtlich der Pflichtgegenstände im Lehrplan der angestrebten Schulart oder Form oder Fachrichtung in den der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen enthalten sind, oder
  • das Stundenausmaß des vom Übertrittsbewerber bisher besuchten Pflichtgegenstandes weniger als drei Viertel des Stundenausmaßes des betreffenden Pflichtgegenstandes in den der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen der angestrebten Schulart oder Form oder Fachrichtung beträgt.

Die Aufnahmsprüfung hat sich gemäß VO 7/5 zu erstrecken:

  • in den Fällen, in denen der Übertrittsbewerber einen Pflichtgegenstand noch nicht besucht hat, auf den gesamten Lehrstoff des betreffenden Pflichtgegenstandes in den der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen der betreffenden Schulart oder Form oder Fachrichtung;
  • in den Fällen, in denen der Übertrittsbewerber einen Pflichtgegenstand nicht in annähernd gleichem Umfang besucht hat (Abs. 4 lit. a und b), auf jene Lehrstoffgebiete des betreffenden Pflichtgegenstandes, die im Lehrplan der bisher besuchten Schulstufen nicht vorgesehen waren und die für die weitere Ausbildung an der angestrebten Schulart oder Form oder Fachrichtung wesentlich sind.

Die Festlegung des Umfangs der Aufnahmsprüfung obliegt dem Schulleiter (VO 7/6).

Die Aufnahmsprüfung kann bei Aufschiebung gemäß § 29 Abs. 5 zweiter Satz des Schulunterrichtsgesetzes insoweit entfallen, als der Schüler durch die Mitarbeit im Unterricht sowie durch in die Unterrichtsarbeit sonst eingeordnete Leistungsfeststellungen gemäß SchUG 18/1 zu erkennen gibt, dass er das Bildungsziel des betreffenden Pflichtgegenstandes in den vorangegangenen Schulstufen in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt. Die diesbezügliche Feststellung trifft der den jeweiligen Pflichtgegenstand unterrichtende Lehrer; sie ist dem Schüler unverzüglich bekanntzugeben. Der Schüler hat keinen Rechtsanspruch auf diese Feststellung (VO 7/7).

d) Prüfungsstoff der Aufnahmsprüfung:

Die Aufgaben für die schriftlichen, die mündlichen und die praktischen Teilprüfungen sind dem Bereich des Lehrstoffes der der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen der betreffenden Schulart oder Form oder Fachrichtung zu entnehmen. Der Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellungen hat sich nach den an die Schüler der der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen gestellten Anforderungen zu richten (VO 8).

4. Gemeinsame Bestimmungen zur Durchführung der Einstufungsprüfung bzw. der Aufnahmsprüfung:

a) Bestellung der Prüfer:

Zur Durchführung der Einstufungsprüfung bzw. der Aufnahmsprüfung hat der Schulleiter, an Schulen, die in Fachabteilungen gegliedert sind, der Abteilungsvorstand, für die einzelnen Prüfungsgebiete fachlich zuständige Lehrer als Prüfer zu bestellen (VO 9).

b) Durchführung der schriftlichen Teilprüfungen:

Die Aufgaben sind vom Prüfer zu stellen. Sie sind dem Prüfungskandidaten vor Beginn der Teilprüfung in schriftlicher Form vorzulegen, ausgenommen kurze und einfache Themenstellungen (z. B. Aufsatzthemen). Die für die Vorlage der Aufgabenstellungen verwendete Zeit ist in die Arbeitszeit nicht einzurechnen (VO 10/1).

Der Prüfungskandidat ist vor Beginn der schriftlichen Teilprüfung auf die Folgen des Gebrauches unerlaubter Hilfsmittel oder Hilfen hinzuweisen (VO 10/2).

Vorgetäuschte Leistungen (z. B. wegen Gebrauches unerlaubter Hilfsmittel oder Hilfen) sind nicht zu beurteilen; in diesem FalldarfdieschriftlicheTeilprüfung mitneuerAufgabenstellung binnen einer Frist von acht Unterrichtstagen nochmals abgelegt werden. Der Prüfungstermin ist vom Schulleiter festzusetzen (VO 10/3).

Unerlaubte Hilfsmittel, deren sich der Prüfungskandidat bedienen könnte, sind diesem abzunehmen und nach der betreffenden Teilprüfung zurückzugeben (VO 10/4).

Das Verlassen des Prüfungsraumes während der schriftlichen Teilprüfung ist nur in dringenden Fällen und nur einzeln zulässig. Bis zum Abschluss der Prüfung dürfen weder Arbeiten noch Teile davon oder Abschriften aus dem Prüfungsraum fortgenommen werden (VO 10/5).

Der Prüfungskandidat hat nach Beendigung der Prüfungsarbeit diese, alle Entwürfe und Aufzeichnungen abzugeben und den Prüfungsraum zu verlassen (VO 10/6).

Über den Verlauf der Teilprüfung hat der jeweils aufsichtsführende Lehrer (muss nicht Prüfer sein!) ein Protokoll zu führen, in dem Beginn und Ende der Aufsicht, Beginn und Ende der Abwesenheit des Prüfungskandidaten vom Prüfungsraum, der Zeitpunkt der Ablieferung der Prüfungsarbeit, die Anzahl der Beilagen sowie etwaige besondere Vorkommnisse vermerkt sind (VO 10/7).

Tritt während einer Teilprüfung ein unvorhergesehenes Ereignis ein, das die körperliche Sicherheit oder die Gesundheit des Prüfungskandidaten gefährdet oder den ordnungsgemäßen Ablauf der Teilprüfung schwerwiegend beeinträchtigt, so ist diese unverzüglich abzubrechen. In diesem Fall ist die Teilprüfung sofort nach Wegfall des Abbruchgrundes fortzusetzen; sofern bei Fortsetzung eine sichere Beurteilung nicht gewährleistet ist, ist die Teilprüfung mit neuer Aufgabenstellung nochmals durchzuführen (VO 10/8).

c) Durchführung der mündlichen und praktischen Teilprüfungen:

Die Aufgaben sind vom Prüfer zu stellen. Im Rahmen der mündlichen Teilprüfungen sind dem Prüfungskandidaten jeweils zwei voneinander unabhängige Aufgaben vorzulegen (VO 11/1).

Ergibt sich aus der Lösung der Aufgaben keine sichere Beurteilungsgrundlage, so hat der Prüfer eine weitere Aufgabe zu stellen (VO 11/2).

Zur Vorbereitung auf jede Aufgabe ist dem Prüfungskandidaten erforderlichenfalls eine angemessene Frist einzuräumen (VO 11/3).

Bedient sich ein Prüfungskandidat bei der Lösung einer Aufgabe unerlaubter Hilfsmittel oder Hilfen, ist die betreffende Aufgabe nicht zu beurteilen und eine neue Aufgabe zu stellen (VO 11/4).

Die dem Prüfungskandidaten im Rahmen der mündlichen und der praktischen Teilprüfung gestellten Aufgaben sind im Prüfungsprotokoll zu vermerken (VO 11/5).

d) Dauer der Einstufungsprüfung bzw. der Aufnahmsprüfung:

Die schriftlichen, die mündlichen und die praktischen Teilprüfungen dürfen jeweils nicht vor 7.30 Uhr beginnen und haben spätestens um 18 Uhr, für Prüfungskandidaten, die der allgemeinen Schulpflicht unterliegen, spätestens um 17 Uhr zu enden. An einem Tag sollen nicht mehr als drei Teilprüfungen stattfinden (VO 12/1).

Die Dauer einer schriftlichen Teilprüfung hat 50 Minuten, in den Prüfungsgebieten, in denen in den der angestrebten Schulstufe vorangegangenen Stufen mindestens eine zweioder mehrstündige Schularbeit lehrplanmäßig vorgesehen ist, jedoch 100 Minuten zu betragen. Die Dauer einer mündlichen Teilprüfung hat in den allgemeinbildenden Pflichtschulen höchstens 15 Minuten, in den übrigen Schulen 15 bis 30 Minuten zu betragen. Die Dauer einer praktischen Teilprüfung hat in den allgemeinbildenden Schulen 30 bis 50 Minuten zu betragen; in den übrigen Schulen ist die für die Gewinnung einer sicheren Beurteilungsgrundlage erforderliche Zeit zur Verfügung zu stellen (VO 12/2).

e) Beurteilung der Leistungen bei der Einstufungsprüfung bzw. bei der Aufnahmsprüfung:

Die Leistungen des Prüfungskandidaten bei der Einstufungsprüfung bzw. bei der Aufnahmsprüfung sind in jedem Prüfungsgebiet vom Prüfer zu beurteilen (Einzelbeurteilungen). Grundlage der Beurteilung der Leistungen ist die vom Prüfungskandidaten bei der Lösung der Aufgaben erwiesene Kenntnis des Prüfungsgebietes. Im Übrigen finden die Bestimmungen der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) Anwendung (VO 13/1).

Die Gesamtbeurteilung der Leistungen des Prüfungskandidaten ist mit „bestanden" oder „nicht bestanden" festzusetzen. (Die Festsetzung der Gesamtbeurteilung obliegt mangels anderer Regelung dem Schulleiter). Die Einstufungsprüfung bzw. die Aufnahmsprüfung ist „bestanden", wenn keine der Einzelbeurteilungen (Abs. 1) mit „Nicht genügend" festgesetzt wird. Die Einstufungsprüfung bzw. die Aufnahmsprüfung ist „nicht bestanden", wenn auch nur eine Einzelbeurteilung mit „Nicht genügend" festgesetzt wird (VO 13/2).

Nach bestandener Einstufungsprüfung oder Aufnahmsprüfung, deren Wiederholung oder deren Entfall auf Grund von Feststellungen gemäß § 4 Abs. 7 bzw. gemäß § 7 Abs. 7 ist der Prüfungskandidat ordentlicher Schüler. Hat er die Einstufungsprüfung bzw. die Aufnahmsprüfung oder die Wiederholung dieser Prüfung nicht bestanden, ist ihm die Gesamtbeurteilung zugleich mit der Ablehnung der Aufnahme schriftlich bekanntzugeben; dies gilt auch für den Fall, dass der Prüfungskandidat die Einstufungsprüfung bzw. die Aufnahmsprüfung oder die Wiederholung dieser Prüfung zwar bestanden hat, wegen Platzmangels jedoch nicht in die Schule aufgenommen werden kann (VO 13/3).

Die Einzelbeurteilungen (Abs. 1) und die Gesamtbeurteilung (Abs. 2) sind in das Prüfungsprotokoll aufzunehmen. Das Prüfungsprotokoll ist vom Schulleiter und von den Prüfern zu unterfertigen (VO 13/4).

f) Wiederholung der Einstufungsprüfung oder der Aufnahmsprüfung:

Eine einmalige Wiederholung der Einstufungsprüfung oder der Aufnahmsprüfung oder von Teilprüfungen ist zulässig (VO 14/1).

Der Wiederholungsprüfungstermin oder der Termin der Wiederholung von einzelnen Teilprüfungen ist vom Schulleiter unter Bedachtnahme auf die zumutbare Leistungsfähigkeit des Aufnahmebewerbers bzw. des Übertrittsbewerbers innerhalb einer Frist von zwei Monaten, gerechnet vom Zeitpunkt der nicht bestandenen Prüfung oder Teilprüfung, festzusetzen (VO 14/2).

Die Wiederholung der Einstufungsprüfung oder derAufnahmsprüfung ist im gleichen Umfang wie die ursprüngliche Prüfung durchzuführen. § 4 Abs. 1 bis 6, § 5, § 7 Abs. 1 bis 6 und die §§ 8 bis 13 sind anzuwenden. Positiv beurteilte Teilprüfungen sind nicht zu wiederholen. Bei der Beurteilung der Wiederholung der Einstufungsprüfung und der Aufnahmsprüfung oder einer Teilprüfung dieser Prüfungen sind vorangegangene Teilbeurteilungen mit „Nicht genügend" nicht zu berücksichtigen (VO 14/3).

Hat der Prüfungskandidat die Einstufungsprüfung oder die Aufnahmsprüfung oder die Wiederholung der Einstufungsprüfung oder der Aufnahmsprüfung für die angestrebte Schulstufe nicht bestanden, so ist er berechtigt, die Prüfung für eine niedrigere Stufe derselben Schulart oder derselben Form oder Fachrichtung einer Schulart abzulegen. Hiebei sind dem Prüfungskandidaten im Rahmen der ersten Einstufungsprüfung oder der Aufnahmsprüfung oder im Rahmen der Wiederholung der Einstufungsprüfung oder der Aufnahmsprüfung nicht mit „Nicht genügend" festgesetzte Einzelbeurteilungen anzurechnen (VO 14/4).

g) Verhinderung und Rücktritt des Prüfungskandidaten:

Ist ein Prüfungskandidat an der Ablegung einer Teilprüfung verhindert, so darf er diese mit neuer Aufgabenstellung zu einem vom Schulleiter festzusetzenden Prüfungstermin nachholen. Die Frist hiefür ist mit acht Unterrichtstagen, gerechnet vom Wegfall des Hinderungsgrundes, zu bemessen. Ist ein Prüfungskandidat jedoch nur vorübergehend verhindert, so ist ihm nach Möglichkeit Gelegenheit zur Fortsetzung der betreffenden Teilprüfung, erforderlichenfalls unter neuer Aufgabenstellung, zu geben (VO 15/1).

Abs. 1 erster und zweiter Satz finden sinngemäß auf jene Fälle Anwendung, in denen der Prüfungskandidat von einer Teilprüfung zurücktritt. Nach Entgegennahme der Aufgabenstellung ist der Rücktritt nicht mehr zulässig; die betreffende Teilprüfung ist zu beurteilen (VO 15/2).

(Zuletzt aktualisiert: April 2010)

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Österreichs Lehrerinnen und Lehrer von Politik und Gesellschaft alleingelassen:

„Die Einzelkämpfer im Klassenzimmer rufen seit vielen Jahren vergeblich nach Unterstützung durch Beratungslehrer, Sozialarbeiter und Psychologen. Sie sollten sie bekommen und zudem von uns allen im Schulalltag weniger alleingelassen werden.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

LehrerInnen verdienen höchste Wertschätzung:

„‚Wegen des Geldes‘ wird man nicht LehrerIn, wegen der tollen ‚Work-Life-Balance‘ wohl auch nicht. 50 bis 80 Stunden pro Woche für die Schule zu arbeiten, empfinden viele von uns als ganz normal.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 6

Absage an den Wiener Bildungsdirektor Himmer:

„Zwischen dem Aussprechen von Verboten und dem Schulverweis als letzter Maßnahme müsse es noch andere Möglichkeiten geben, auf Gewalt zu reagieren. ‚Die Rolle des Lehrers zu schwächen, ist der falsche Weg.‘“
Maria Hutter, Bildungslandesrätin Salzburgs, Salzburger Nachrichten online am 6. Juni 2019 

Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Kein Schulwesen der Welt kann ausgleichen, was Eltern ihren Kindern, warum auch immer, schuldig bleiben. Keine Schule kann so schlecht sein, um zu zerstören, was Eltern als erste und wichtigste LehrerInnen aufgebaut haben. Diese große Verantwortung sollte jungen Menschen, die ein Kind in die Welt setzen, bewusst sein. Diese große Verantwortung sollte möglichst allen bewusst gemacht werden!“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, VCLnews vom Juni 2019, S. 11

„Immenser Stressfaktor“:

„Verhaltensauffälligkeiten von SchülerInnen UND Eltern nehmen nicht nur zu, sondern Dimensionen an, die zu einem immensen Stressfaktor geworden sind. Es ist das Gefühl, damit allein gelassen zu sein, das so viele Betroffene davon abhält, darüber zu sprechen und sich selbstverständlich Unterstützung bei Vorgesetzten zu holen.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 7

Schule braucht Unterstützung:

„Schulinterne Verhaltensvereinbarungen, Gespräche in der Direktion und die bloße ‚Androhung eines Ausschlusses‘ sind dort zahnlos, wo jemand seine Mitmenschen bewusst psychisch oder physisch schädigen will. Für solche Extremfälle braucht es daher spürbare Konsequenzen (von Wiedergutmachung bis zum Verlust des Schulplatzes) und eine besonders enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, notfalls unter Einbindung des Jugendamtes.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, VCLnews vom Juni 2019, S. 21

Folgen politischer Ignoranz:

„Die in der Gesellschaft zunehmende Gewaltbereitschaft wird auch in die Schulen hineingetragen. Vielfach trauen sich Lehrer nicht, über undiszipliniertes, respektloses und entwürdigendes Verhalten der Schüler zu berichten. Man schaut zu lange weg, kehrt die Probleme unter den Teppich und sucht den Grund für das Fehlverhalten der Schüler oft beim Lehrer.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2019, S. 5

Interventionsinstrumente nötig:

„Pünktlichkeit, das Einhalten von Terminen und eine ernsthafte Arbeitshaltung sollten als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden. Und wenn dem nicht so ist, müssen wir den Lehrenden Instrumente in die Hand geben, die dies zu erreichen versuchen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, VCLnews vom Juni 2019, S. 9

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Fast jeder zweite Lehrer in Wien und Niederösterreich leidet darunter, dass es zu wenig Sanktionsmöglichkeiten für undisziplinierte Schüler gibt.“
Niederösterreichische Nachrichten online am 14. Mai 2019

Schluss mit dem Sparen an der Schule!

„‚Wenn ein Schüler suspendiert wird, sitzt er nur drei Wochen zu Hause. In einer Timeout-Klasse wird mit ihm gearbeitet.‘ Für diese Aufgabe brauche es aber eben auch speziell geschultes Personal. Zusätzlich.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Der Standard online am 16. Mai 2019

Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019 

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019 

Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019