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Sonderausgaben

Siehe auch: Werbungskosten, Finanzamtsverfahren, Außergewöhnliche Belastung

Sonderausgaben:

a) Arten der Sonderausgaben:

Das Einkommensteuergesetz 1988 zählt bestimmte private Ausgaben auf, die steuerlich begünstigt werden. Sind die aufgezählten Ausgaben gleichzeitig Werbungskosten oder Betriebsausgaben, dann sind sie als solche abzugsfähig. Folgende Sonderausgaben sind teils in unbeschränkter Höhe, teils in begrenztem Umfang abziehbar:

  • Bestimmte Renten (insbesondere Leibrenten) und dauernde Lasten: in unbeschränkter Höhe;
  • Freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung und Nachkauf von Versicherungszeiten, z. B. von Schulzeiten: in unbeschränkter Höhe;
  • Versicherungsprämien für freiwillige Personenversicherungen: innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages;
  • Beiträge zu Pensionskassen: innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages;
  • Kosten für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung: innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages;
  • Kirchenbeiträge: maximal € 400,-jährlich;
  • Steuerberatungskosten: in unbeschränkter Höhe;
  • Spenden an bestimmte Lehr- und Forschungsinstitutionen und an Dachverbände zur Förderung des Behindertensports: bis zu 10% der Einkünfte des Vorjahres.

Auch Verlustabzüge (= Verluste aus einer betrieblichen Tätigkeit, die in Vorjahren nicht mit positiven Einkünften ausgeglichen werden konnten) gelten als Sonderausgaben.

b) Allgemeines zur Absetzbarkeit und Geltendmachung von Sonderausgaben:

Zeitpunkt der Absetzbarkeit:

  • Normalerweise ist der Zeitpunkt der Bezahlung maßgebend. Wird eine Versicherungsprämie oder ein ähnlicher Beitrag in einer einmaligen Leistung (Einmalprämie) entrichtet,kann man im Jahr des Einmalerlages eine Aufteilung auf zehn Jahre beantragen. Dadurch kann der persönliche Höchstbetrag besser genützt werden.
  • Die Zehnjahresverteilung ist aber auch bei den unbegrenzt absetzbaren Beiträgen zu einer freiwilligen Weiterversicherung (zum Nachkauf von Versicherungszeiten) möglich.
  • Bei einer fremdfinanzierten Wohnraumschaffung oder Wohnraumsanierung gelten die Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen als Sonderausgaben.

Geltendmachung von Zahlungen für andere Personen als Sonderausgaben:

  • Beiträge zu Personenversicherungen inklusive Weiterversicherungen in der gesetzlichen Pensionsversicherung und Nachkauf von Schulzeiten, Wohnraumschaffungs-, Wohnraumsanierungskosten und Kirchenbeiträge können auch dann abgesetzt werden, wenn sie für den nicht dauernd getrennt lebenden Ehepartner oder für ein Kind, für das der Kinderabsetzbetrag oder der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, geleistet werden.
  • Dasselbe gilt für den Partner bei Lebensgemeinschaften mit Kind.
  • Dadurch wird aber der Höchstbetrag nicht erhöht (ausgenommen, es steht der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag zu).

Geltendmachung von Sonderausgaben:

  • Die Sonderausgaben sind im Wege der Arbeitnehmerveranlagung zu beantragen.
  • Belege müssen sieben Jahre aufbewahrt werden und sind dem Finanzamt nur über besondere Aufforderung vorzulegen.

c) „Topf-Sonderausgaben":

Achtung: Die Topf-Sonderausgaben wurden durch die Steuerreform 2016 gestrichen! Daher können bis 2020 solche Ausgaben nur dan geltend gemact werden, wenn sie spätesens 2015 abgeschlossen bzw. die Bauausführung 2015 begonnen worden ist. Der Erhöhungsbetrag für 3 Kinder entfällt schon 2016!

Einige Sonderausgaben sind nur im Rahmen des gemeinsamen Höchstbetrages abzugsfähig. Weil diese Sonderausgaben bei der steuerlichen Wirksamkeit sozusagen „in einen Topf" geworfen werden, hat sich dafür der Begriff „TopfSonderausgaben" entwickelt.

Versicherungsprämien (außer: freiwillige Weiterversicherung und Nachkauf von Versicherungszeiten), Pensionskassenbeiträge, Wohnraumschaffung, Wohnraumsanierung, junge Aktien (einschließlich Wohnsparaktien und Wandelschuldverschreibungen zur Förderung des Wohnbaus) und Genussscheine werden als „Topf-Sonderausgaben" bezeichnet und sind insgesamt bis zu einem persönlichen Höchstbetrag von € 2.920,-jährlich abzugsfähig.

Der persönliche Höchstbetrag erhöht sich für Alleinverdiener und Alleinerzieher auf € 5.840,-, ab drei Kindern um € 1.460,- auf € 4.380,- oder € 7.300,-. Sonderausgaben innerhalb des Höchstbetrages werden nur im Ausmaß eines Viertels steuerwirksam.

Sonderausgabenpauschale: Unabhängig davon, ob ein Steuerpflichtiger Sonderausgaben geltend macht oder nicht, wird ihm automatisch ein „Sonderausgabenpauschalbetrag" in der Höhe von € 60,- von den Einkünften jährlich abgezogen, ehe der Steuertarif angewandt wird. Die steuerwirksamen Sonderausgaben, die unter den Höchstbetrag fallen, werden daher um das Pauschale gekürzt bzw. wirken sich Sonderausgaben nur dann aus, wenn sie höher als der Pauschalbetrag sind.

Steuerliche Auswirkung der Topf-Sonderausgaben:

  • Die innerhalb des persönlichen Höchstbetrages ausgegebene.Summe der „Topf-Sonderausgaben" wird geviertelt (so genanntes „Sonderausgabenviertel") und um das Sonderausgabenpauschale von € 60,- jährlich vermindert. Topf-Sonderausgaben wirken sich daher steuerlich nur aus, wenn sie höher als € 240,- sind.
  • Beispiel: Sonderausgaben jährlich € 2.036,-; ein Viertel davon = € 509,-; minus Sonderausgabenpauschale € 60,- = steuerwirksame Sonderausgaben € 449,- (bis € 36.400,Jahreseinkünfte).
  • Die steuerwirksamen Sonderausgaben reduzieren die Einkommensteuer in Höhe des jeweiligen Grenzsteuersatzes im betreffenden Kalenderjahr.
  • Bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von € 36.400,jährlich stehen Topf-Sonderausgaben im Ausmaß eines Viertels zu (siehe Beispiel).
  • Ab einem Gesamtbetrag der Einkünfte von € 60.000,- werden Topf-Sonderausgaben (einschließlich des Sonderausgabenpauschales) nicht mehr berücksichtigt.
  • Zwischen € 36.400,- und € 60.000,- reduziert sich der abzugsfähige Betrag gleichmäßig nach folgender Formel:

(60.000 minus steuerpflichtiges Einkommen) * Sonderausgabenviertel +60
23.600

d) Versicherungsprämien:

Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung und für den Nachkauf von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Sozialversicherung sind ohne Höchstbetragsbeschränkung in vollem Ausmaß (keine Viertelung) und ohne Kürzung um den Pauschalbetrag abzugsfähig.

Unter die Sonderausgabenbegünstigung im Rahmen des gemeinsamen Höchstabsetzbetrages („Topf-Sonderausgaben") fallen nur Personenversicherungen, nicht aber Sachversicherungen (z. B. Feuerversicherung, Haushaltsversicherung).

  • Zu diesen Personenversicherungen zählen Versicherungsprämien und Beiträge zu einer freiwilligen Höherversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung;
  • Rentenversicherung mit einer auf Lebensdauer zahlbaren Rente;
  • Lebensversicherung auf Ableben;
  • Kapitalversicherung auf Er- und Ableben, wenn der Versicherungsvertrag vor dem 1. 6. 1996 abgeschlossen wurde;
  • Krankenversicherung;
  • Unfallversicherung (einschließlich Insassenunfallversicherung);
  • Witwen-, Waisen-, Versorgungs- und Sterbekasse.

Mit Ausnahme der Beiträge zu einer freiwilligen Höherversicherung sind Prämien an alle im EU-Raum ansässigen Versicherungsgesellschaften absetzbar.

Wenn man für die Beiträge zu einer freiwilligen Höherversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung eine Pensions-Vorsorge-Prämie beansprucht, kann man dafür nicht gleichzeitig Sonderausgaben geltend machen.

Nachversteuerung von Versicherungsprämien:

  • Werden die Ansprüche vor oder nach Beginn der Rentenzahlungen ganz oder zum Teil durch eine Kapitalzahlung abgegolten, sind die als Sonderausgaben abgesetzten Beträge nachzuversteuern.
  • Eine Nachversteuerung von Versicherungsprämien erfolgt außerdem, wenn die Ansprüche aus einem Lebensversicherungsvertrag - ohne Nachweis einer wirtschaftlichen Notlage - abgetreten, rückgekauft oder innerhalb von 10 Jahren verpfändet werden. Die Nachversteuerung erfolgt mit 30% der steuerwirksamen Beträge.
  • Im Falle von Rückvergütungen sind künftige Prämien bis zur Höhe des rückvergüteten Betrages nicht absetzbar.

Pensionskassenbeiträge:

  • Beiträge, die der Arbeitnehmer an eine inländische Pensionskasse oder ohne gesetzliche Verpflichtung an eine ausländische Pensionskasse leistet, sind innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages Sonderausgaben. Gleiches gilt für Prämien zu einer betrieblichen Kollektivversicherung sowie an eine dieser entsprechenden ausländische Einrichtung (§ 5 Z 4 Pensionskassengesetz). Die auf diese Beitrags- oder Prämienzahlungen entfallende Pension ist nur zu einem Viertel steuerpflichtig. Die auf die Arbeitgeberbeiträge entfallende Pension ist hingegen voll steuerpflichtig.
  • Wenn man für Pensionskassenbeiträge oder Prämien zu einer betrieblichen Kollektivversicherung eine PensionsVorsorgeprämie beansprucht, kann man dafür nicht gleichzeitig Sonderausgaben geltend machen.

e) Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung:

Aufwendungen für die Errichtung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen oder Zahlungen für achtjährig gebundene Beträge an Bauträger (Baukostenzuschüsse für die Errichtung einer Mietwohnung z. B. an Genossenschaften und Gemeinden) sind als Sonderausgaben innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages („Topf-Sonderausgaben") absetzbar.

Ein Eigenheim ist ein Wohnhaus im Inland, das ganzjährig bewohnt werden kann (Beheizbarkeit, Benützungsbewilligung). Ein Gartenhaus oder ein Badebungalow ist kein Eigenheim. Das Eigenheim darf maximal zwei Wohnungen haben, mindestens zwei Drittel der Gesamtnutzfläche müssen Wohnzwecken dienen.

Sonderausgaben kann der Eigentümer oder Miteigentümer geltend machen. Wenn die Eltern Eigentümer des Eigenheimes sind, dann können die Kinder, die sich an der Errichtung beteiligen, aber nicht Miteigentümer sind, keine Sonderausgaben hiefür geltend machen.

Begünstigt ist die Errichtung (auch eines Fertigteilhauses), nicht aber der Ankauf eines fertigen Eigenheimes. Erwirbt jemand einen Rohbau, dann sind zwar die Anschaffungskosten des Rohbaus keine Sonderausgaben, wohl aber die weiteren Kosten der Baumaßnahmen.

Das Eigenheim oder die Eigentumswohnung muss unmittelbar nach Fertigstellung für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren Hauptwohnsitz sein.

Zu den Errichtungskosten gehören die Grundstückskosten und alle mittel- und unmittelbaren Kosten der Baumaßnahmen:

  • Grundstückskosten einschließlich Maklerkosten sowie die Aufschließungskosten;
  • Planungskosten (Baumeister, Architekt);
  • Anschlusskosten an ein öffentliches Versorgungsnetz (Kanal, Wasser, Gas, Strom);
  • Kosten der Bauausführung (Baumeisterarbeiten, Elektroinstallation, Dachdeckung etc.);
  • Kosten für den Ankauf von Baumaterial (Schotter, Zement, Fliesen etc.);
  • Kosten der Umzäunung.

Keine Sonderausgaben sind hingegen.

  • Kosten der Wohnungseinrichtung (z. B. Teppiche, Möbel, Einbauküche, Wandvertäfelung);
  • Kosten der Gartengestaltung;
  • Kosten für vom Eigenheim getrennte Bauten (z. B. Garage oder Sauna neben dem Haus).

Wer den Kauf eines Grundstückes als Sonderausgabe geltend macht, muss innerhalb von fünf Jahren mit Baumaßnahmen beginnen. Der Erwerb des Grundstückes nach der Errichtung des Eigenheimes führt nicht zu Sonderausgaben.

Sonderausgaben für die Schaffung von Wohnraum können im Regelfall nur bis zur Fertigstellung (Erteilung der Benützungsbewilligung) des Eigenheimes geltend gemacht werden, danach nur noch Kredit- oder Darlehensrückzahlungen inkl. Zinsen. Werden in der Benützungsbewilligung weitere Auflagen erteilt (z. B. Verputz der Fassade), so zählen die Aufwendungen dafür noch zu den begünstigten Errichtungskosten.

Eigentumswohnung: Als Sonderausgaben können die Aufwendungen für die Errichtung einer Eigentumswohnung im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes geltend gemacht werden, von der zumindest zwei Drittel Wohnzwecken dienen. Nicht abgesetzt werden kann der Ankauf einer bereits fertiggestellten (errichteten) Eigentumswohnung.

Unter „achtjährig gebundenen Beträgen" versteht man Zahlungen des Wohnungswerbers zur Schaffung von Wohnraum an

  • gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsvereinigungen;
  • Unternehmen, die auf Grund ihrer Satzung und Geschäftsführung Wohnraum schaffen;
  • Gebietskörperschaften (z. B. Baukostenzuschuss für eine Gemeindewohnung).

Werden die Beträge vor Ablauf von acht Jahren seit Vertragsabschluss zurückgezahlt, kommt es zu einer Nachversteuerung. Geht die Wohnung ins Eigentum des Wohnungswerbers über oder werden die rückgezahlten Beträge wieder für Wohnraumschaffung oder -sanierung verwendet, unterbleibt die Nachversteuerung.

Welche Ausgaben zur Wohnraumsanierung können als Sonderausgaben berücksichtigt werden?

  • Kosten der Sanierung von Wohnraum sind absetzbar, wenn die Arbeiten vom Steuerpflichtigen direkt beauftragt und durch befugte Unternehmen durchgeführt wurden. Begünstigt sind sowohl Instandsetzungsmaßnahmen als auch Herstellungsmaßnahmen.
  • Aufwendungen zur Sanierung von Wohnraum können nicht nur vom Eigentümer, sondern beispielsweise auch vom Mieter geltend gemacht werden. Die Sanierung muss in diesem Fall vom Mieter (und nicht vom Vermieter) in Auftrag gegeben worden sein.

Instandsetzungsarbeiten sind vor allem:

  • Austausch aller Fenster samt Rahmen,
  • Austausch aller Türen samt Türstock,
  • Austausch von Zwischendecken,
  • Austausch von Unterböden,
  • Austausch auch einzelner Fenster bei Verbesserung des Lärmschutzes oder zur Minderung des Energieverbrauches,
  • Austausch der Eingangstür bei Verbesserung des Einbruchsschutzes oder zur Minderung des Energieverbrauches,
  • Austausch von Heizungsanlagen (verbesserte Heizleistung, bessere Bedienbarkeit),
  • Austausch der Elektro-, Gas-, Wasser- und Heizungsinstallationen,
  • Einbau von Wärmepumpen, Solaranlagen und Wärmerückgewinnungsanlagen,
  • Umstellung auf Fernwärmeversorgung,
  • Maßnahmen zur Verminderung des Energieverlustes oder -verbrauches,
  • nachträglicher Anschluss an Versorgungsnetze, wie an die Wasser-, Kanal-, Strom- oder Gasversorgung; darunter fallen sowohl die Aufwendungen für das Herstellen des Anschlusses als auch die Anschlussgebühren. Die Kosten eines Telefonanschlusses sind nicht absetzbar:

Herstellungsmaßnahmen sind vor allem:

  • Zusammenlegen von Wohnungen,
  • Einbau von Zentralheizungen und Aufzugsarbeiten,
  • Einbau von Badezimmern und Toilettenanlagen,
  • Versetzen von Türen, Fenstern und Zwischenwänden.

Nicht abgesetzt werden können:

  • laufende Wartungsarbeiten, Ausbessern des Verputzes, Ausmalen und Tapezieren von Räumen, Austausch einer beschädigten Fensterscheibe etc;
  • Materialrechnungen bei Selbstmontage;
  • über die Miete weiterverrechnete Sanierungskosten;
  • Aufwendungen für eine Luxusausstattung;
  • Kosten für die Einrichtung (Möbelstücke, Einbauküche).

Darlehensfinanzierung:

  • Wird die Errichtung oder Sanierung von Wohnraum fremdfinanziert, sind die Rückzahlungen (inkl. der bezahlten Zinsen) als Sonderausgaben absetzbar. Dies gilt auch dann, wenn das Darlehen vom Voreigentümer übernommen worden ist.
  • Auch Rückzahlungen von umgeschuldeten Krediten mit besseren Konditionen sind begünstigt.

f) Spenden:

In der Regel sind Spenden (z. B. an karitative Organisationen) nicht absetzbar. Eine Steuerbegünstigung besteht aber insbesondere für Spenden an Forschungs- und Lehreinrichtungen. Folgende begünstigte Spendenempfänger sind im Gesetz konkret aufgezählt:

  • Universitäten, Kunsthochschulen, Akademie der bildenden Künste,
  • Forschungsförderungsfonds,
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften,
  • Österreichische Nationalbibliothek,
  • Diplomatische Akademie,
  • Österreichisches Archäologisches Institut,
  • Institut für Österreichische Geschichtsforschung,
  • Bundesdenkmalamt und bestimmte Museen,
  • Dachverbände zur Förderung des Behindertensports.
  • Internationale Anti-Korruptions-Akademie

Die Finanzverwaltung kann mit Bescheid auch andere gemeinnützige, wissenschaftliche Vereine und Einrichtungen im Bereich der Forschung und Lehre als begünstigte Spendenempfänger anerkennen. Eine Liste dieser begünstigten Empfänger findet man auf www.bmf.gv.at.

g) Kirchenbeiträge:

Beiträge an gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgemeinschaften können bis höchstens € 400,- abgesetzt werden. Sie sind neben den Topf-Sonderausgaben absetzbar und werden auch nicht um das Sonderausgabenpauschale gekürzt.

Man kann diese Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen auch bei seinem Arbeitgeber oder dem Pensionsversicherungsträger (pensionsauszahlende Stelle) geltend machen („siehe Aufrollung durch den Arbeitgeber").

h) Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge:

Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge kann von allen in Österreich unbeschränkt Steuerpflichtigen, die keine gesetzliche Alterspension beziehen, in Anspruch genommen werden.

Die Förderung erfolgt über einen Pauschalbetrag, der sich nach einem Prozentsatz der im jeweiligen Kalenderjahr geleisteten Prämie bemisst. Im Jahr 2007 beträgt die ZukunftsVorsorgeprämie 9%, im Jahr 2008 beträgt sie 9,5% der Beiträge. Die Prämie wird nur für Leistungen im Ausmaß von 1,53% der 36fachen Höchstbeitragsgrundlage zur Sozialversicherung (HB-SV) erstattet.

  • 2007: HB-SV € 3.840,-; Höchstbetrag € 2.115,07; Prämie 9,0% = € 190,36.
  • 2008: HB-SV € 3.930,-; Höchstbetrag € 2.164,64; Prämie 9,5% = € 205,64.

Die Prämie wird letztmalig für jenes Kalenderjahr gutgeschrieben, in dem der Steuerpflichtige erstmalig eine gesetzliche Alterspension bezieht. Zusätzlich zur Prämienförderung muss von Seiten der Zukunftsvorsorgeeinrichtung oder des Kreditinstitutes, die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorgen abschließen, eine Kapitalgarantie gewährt werden.

Der Antrag wird über die jeweilige Zukunftsvorsorgeeinrichtung bei der Finanzverwaltung gestellt.

Nach einem Zeitraum von mindestens zehn Jahren (ab Einzahlung des ersten Betrages) kann man über die Ansprüche verfügen. Man hat die Möglichkeit

  • die Auszahlung zu verlangen, oder
  • die Ansprüche auf eine andere Zukunftsvorsorgeeinrichtung zu übertragen, oder
  • die Ansprüche zu überweisen, etwa
  • an ein Versicherungsunternehmen freier Wahl, oder
  • an ein Kreditinstitut freier Wahl zum ausschließlichen Erwerb von Anteilen an einem Pensionsinvestmentfonds durch Abschluss eines unwiderruflichen Auszahlungsplanes, oder
  • an eine Pensionskasse, bei der der Steuerpflichtige bereits Anwartschaftsberechtigter im Sinne des Pensionskassengesetzes ist.

Wie werden die Erträge aus den prämienbegünstigten Zukunftsvorsorgeeinrichtungen steuerlich behandelt?
Werden die Ansprüche in eine Zukunftsvorsorgeeinrichtung übertragen bzw. fließt dem Versicherten aus diesen Einrichtungen eine Rente zu, fällt keine Steuer an.

Was geschieht im Falle der Auszahlung der Ansprüche?
Im Falle der Auszahlung der Ansprüche sind die gutgeschriebenen Prämien zur Hälfte zurückzuzahlen und die Kapitalerträge mit einem Steuersatz von 25% nachzuversteuern. Zudem verliert man den Anspruch auf Kapitalgarantie.

i) Steuerberatungskosten:

Die Kosten für die Inanspruchnahme eines Steuerberaters (Honorare etc.) sind als Sonderausgaben voll abzugsfähig.

Hiefür besteht der Höhe nach keine Begrenzung; die vollen Kosten stellen einen Steuerfreibetrag für das jeweilige Jahr, in dem sie bezahlt wurden, dar.

Die Steuerberatungskosten fallen nicht unter die Höchstbetrags-Sonderausgaben (= „Topf-Sonderausgaben"), sondern sind extra abzugsfähig.

(Zuletzt aktualisiert: Jänner 2016)

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 Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019

Kinder und Familie in den Mittelpunkt:

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen, mit einem fokussierten Blick auf die Kinder und die Familie. Anders können wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Dann schafft der Mensch sich schon sehr bald selbst ab.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Jahrzehntelanges politisches Versagen:

„Die größte und von Jahr zu Jahr größer werdende Herausforderung des österreichischen Schulwesens ergibt sich aus der Tatsache, dass Österreich ein Einwanderungsland ist, das sich leider jahrzehntelang nicht als Einwanderungsland verstanden und dementsprechend integrationspolitische Maßnahmen gröblichst vernachlässigt hat.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 18

Hohe Dunkelziffer:

„Es sei dringend notwendig etwas zu tun. Und das bedeute auch, dass ‚man Geld in die Hand nehmen wird müssen‘. Denn an den Schulen passiere viel und es werde viel erst gar nicht zur Anzeige gebracht.“
Thomas Krebs, Vorsitzender Wiener der Pflichtschullehrer, ORF Wien online am 7. Jänner 2019

Schulpolitik kann Wohnpolitik nicht ersetzen:

„Gerade die Frage der Segregation in der Schule ist letztlich immer nur eine Folge von Segregation im Wohnviertel. Da langfristige Maßnahmen zu setzen, wäre sehr wichtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Österreichs Privileg:

„Wir haben ein kostenfreies Schulsystem, das mit gut qualifizierten Lehrkräften operiert. Das ist ein Privileg, verglichen mit den USA oder Großbritannien. Es ist ein offenes Schulsystem, das Chancen generiert, aber sie müssen auch wahrgenommen werden, und die Verantwortung kann man den Eltern auch nicht abnehmen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

20 Jahre, nachdem die VCL diese Forderung erstmals aufgestellt hat:

„Ethik aus dem Schulversuch herauszuholen und als systematisches Fach zu platzieren, ist eine Intention unseres Hauses. Ein guter Einstieg wäre in der Sekundarstufe 2, also in der AHS-Oberstufe. Von dort sollte es über die Sekundarstufe 1 schrittweise hinuntergehen, letztlich bis in die Volksschule.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 10. Jänner 2019


Schule „kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren“:

„Schule kann nicht alles kompensieren, was Gesellschafts-, Familien-, Sozial- oder Sicherheitspolitik versäumen. Die Schule ist ohnehin eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in diesem Land. Aber Chancengleichheit herstellen kann sie nicht allein, sie kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wir brauchen jedenfalls mehr Unterstützung und mehr Ressourcen, wenn wir uns wirklich bestmöglich um alle Kinder kümmern sollen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. Dezember 2018

Bildung beginnt mit der Geburt:

„Die gelingende Einbeziehung und Aktivierung von Eltern in die frühkindliche und schulische Bildung ist der Schlüssel, denn in der Tat beginnt die Bildungsbiografie mit der Geburt des Kindes!“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2018, S. 5

Finnlands Politik hat „etwas“ schneller reagiert:

„Für Kinder, die zu Hause kein Finnisch oder Schwedisch sprechen, gibt es die Möglichkeit, Extra-Unterricht zu bekommen, eine Art Intensivkurs, bevor sie in die ‚richtige‘ Schule kommen. Dem Weltbildungsbericht zufolge besuchten 2012 fast 80 Prozent der Migrantenkinder (erste Migrantengeneration) mit wenig Finnischkenntnissen solche Kurse.“
Focus online am 10. Dezember 2018

In Summe erfreulich, die Differenz wird aber immer größer:

„Im Dezember gab es erneut weniger Arbeitslose. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017. […] Bei Inländern ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück, bei Ausländern um ein Prozent.“
ORF online am 1. Jänner 2019