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Sonderausgaben

Siehe auch: Werbungskosten, Finanzamtsverfahren, Außergewöhnliche Belastung

Sonderausgaben:

a) Arten der Sonderausgaben:

Das Einkommensteuergesetz 1988 zählt bestimmte private Ausgaben auf, die steuerlich begünstigt werden. Sind die aufgezählten Ausgaben gleichzeitig Werbungskosten oder Betriebsausgaben, dann sind sie als solche abzugsfähig. Folgende Sonderausgaben sind teils in unbeschränkter Höhe, teils in begrenztem Umfang abziehbar:

  • Bestimmte Renten (insbesondere Leibrenten) und dauernde Lasten: in unbeschränkter Höhe;
  • Freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung und Nachkauf von Versicherungszeiten, z. B. von Schulzeiten: in unbeschränkter Höhe;
  • Versicherungsprämien für freiwillige Personenversicherungen: innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages;
  • Beiträge zu Pensionskassen: innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages;
  • Kosten für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung: innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages;
  • Kirchenbeiträge: maximal € 400,-jährlich;
  • Steuerberatungskosten: in unbeschränkter Höhe;
  • Spenden an bestimmte Lehr- und Forschungsinstitutionen und an Dachverbände zur Förderung des Behindertensports: bis zu 10% der Einkünfte des Vorjahres.

Auch Verlustabzüge (= Verluste aus einer betrieblichen Tätigkeit, die in Vorjahren nicht mit positiven Einkünften ausgeglichen werden konnten) gelten als Sonderausgaben.

b) Allgemeines zur Absetzbarkeit und Geltendmachung von Sonderausgaben:

Zeitpunkt der Absetzbarkeit:

  • Normalerweise ist der Zeitpunkt der Bezahlung maßgebend. Wird eine Versicherungsprämie oder ein ähnlicher Beitrag in einer einmaligen Leistung (Einmalprämie) entrichtet,kann man im Jahr des Einmalerlages eine Aufteilung auf zehn Jahre beantragen. Dadurch kann der persönliche Höchstbetrag besser genützt werden.
  • Die Zehnjahresverteilung ist aber auch bei den unbegrenzt absetzbaren Beiträgen zu einer freiwilligen Weiterversicherung (zum Nachkauf von Versicherungszeiten) möglich.
  • Bei einer fremdfinanzierten Wohnraumschaffung oder Wohnraumsanierung gelten die Rückzahlungsbeträge einschließlich Zinsen als Sonderausgaben.

Geltendmachung von Zahlungen für andere Personen als Sonderausgaben:

  • Beiträge zu Personenversicherungen inklusive Weiterversicherungen in der gesetzlichen Pensionsversicherung und Nachkauf von Schulzeiten, Wohnraumschaffungs-, Wohnraumsanierungskosten und Kirchenbeiträge können auch dann abgesetzt werden, wenn sie für den nicht dauernd getrennt lebenden Ehepartner oder für ein Kind, für das der Kinderabsetzbetrag oder der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht, geleistet werden.
  • Dasselbe gilt für den Partner bei Lebensgemeinschaften mit Kind.
  • Dadurch wird aber der Höchstbetrag nicht erhöht (ausgenommen, es steht der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag zu).

Geltendmachung von Sonderausgaben:

  • Die Sonderausgaben sind im Wege der Arbeitnehmerveranlagung zu beantragen.
  • Belege müssen sieben Jahre aufbewahrt werden und sind dem Finanzamt nur über besondere Aufforderung vorzulegen.

c) „Topf-Sonderausgaben":

Achtung: Die Topf-Sonderausgaben wurden durch die Steuerreform 2016 gestrichen! Daher können bis 2020 solche Ausgaben nur dan geltend gemact werden, wenn sie spätesens 2015 abgeschlossen bzw. die Bauausführung 2015 begonnen worden ist. Der Erhöhungsbetrag für 3 Kinder entfällt schon 2016!

Einige Sonderausgaben sind nur im Rahmen des gemeinsamen Höchstbetrages abzugsfähig. Weil diese Sonderausgaben bei der steuerlichen Wirksamkeit sozusagen „in einen Topf" geworfen werden, hat sich dafür der Begriff „TopfSonderausgaben" entwickelt.

Versicherungsprämien (außer: freiwillige Weiterversicherung und Nachkauf von Versicherungszeiten), Pensionskassenbeiträge, Wohnraumschaffung, Wohnraumsanierung, junge Aktien (einschließlich Wohnsparaktien und Wandelschuldverschreibungen zur Förderung des Wohnbaus) und Genussscheine werden als „Topf-Sonderausgaben" bezeichnet und sind insgesamt bis zu einem persönlichen Höchstbetrag von € 2.920,-jährlich abzugsfähig.

Der persönliche Höchstbetrag erhöht sich für Alleinverdiener und Alleinerzieher auf € 5.840,-, ab drei Kindern um € 1.460,- auf € 4.380,- oder € 7.300,-. Sonderausgaben innerhalb des Höchstbetrages werden nur im Ausmaß eines Viertels steuerwirksam.

Sonderausgabenpauschale: Unabhängig davon, ob ein Steuerpflichtiger Sonderausgaben geltend macht oder nicht, wird ihm automatisch ein „Sonderausgabenpauschalbetrag" in der Höhe von € 60,- von den Einkünften jährlich abgezogen, ehe der Steuertarif angewandt wird. Die steuerwirksamen Sonderausgaben, die unter den Höchstbetrag fallen, werden daher um das Pauschale gekürzt bzw. wirken sich Sonderausgaben nur dann aus, wenn sie höher als der Pauschalbetrag sind.

Steuerliche Auswirkung der Topf-Sonderausgaben:

  • Die innerhalb des persönlichen Höchstbetrages ausgegebene.Summe der „Topf-Sonderausgaben" wird geviertelt (so genanntes „Sonderausgabenviertel") und um das Sonderausgabenpauschale von € 60,- jährlich vermindert. Topf-Sonderausgaben wirken sich daher steuerlich nur aus, wenn sie höher als € 240,- sind.
  • Beispiel: Sonderausgaben jährlich € 2.036,-; ein Viertel davon = € 509,-; minus Sonderausgabenpauschale € 60,- = steuerwirksame Sonderausgaben € 449,- (bis € 36.400,Jahreseinkünfte).
  • Die steuerwirksamen Sonderausgaben reduzieren die Einkommensteuer in Höhe des jeweiligen Grenzsteuersatzes im betreffenden Kalenderjahr.
  • Bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von € 36.400,jährlich stehen Topf-Sonderausgaben im Ausmaß eines Viertels zu (siehe Beispiel).
  • Ab einem Gesamtbetrag der Einkünfte von € 60.000,- werden Topf-Sonderausgaben (einschließlich des Sonderausgabenpauschales) nicht mehr berücksichtigt.
  • Zwischen € 36.400,- und € 60.000,- reduziert sich der abzugsfähige Betrag gleichmäßig nach folgender Formel:

(60.000 minus steuerpflichtiges Einkommen) * Sonderausgabenviertel +60
23.600

d) Versicherungsprämien:

Beiträge für die freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung und für den Nachkauf von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Sozialversicherung sind ohne Höchstbetragsbeschränkung in vollem Ausmaß (keine Viertelung) und ohne Kürzung um den Pauschalbetrag abzugsfähig.

Unter die Sonderausgabenbegünstigung im Rahmen des gemeinsamen Höchstabsetzbetrages („Topf-Sonderausgaben") fallen nur Personenversicherungen, nicht aber Sachversicherungen (z. B. Feuerversicherung, Haushaltsversicherung).

  • Zu diesen Personenversicherungen zählen Versicherungsprämien und Beiträge zu einer freiwilligen Höherversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung;
  • Rentenversicherung mit einer auf Lebensdauer zahlbaren Rente;
  • Lebensversicherung auf Ableben;
  • Kapitalversicherung auf Er- und Ableben, wenn der Versicherungsvertrag vor dem 1. 6. 1996 abgeschlossen wurde;
  • Krankenversicherung;
  • Unfallversicherung (einschließlich Insassenunfallversicherung);
  • Witwen-, Waisen-, Versorgungs- und Sterbekasse.

Mit Ausnahme der Beiträge zu einer freiwilligen Höherversicherung sind Prämien an alle im EU-Raum ansässigen Versicherungsgesellschaften absetzbar.

Wenn man für die Beiträge zu einer freiwilligen Höherversicherung in der gesetzlichen Pensionsversicherung eine Pensions-Vorsorge-Prämie beansprucht, kann man dafür nicht gleichzeitig Sonderausgaben geltend machen.

Nachversteuerung von Versicherungsprämien:

  • Werden die Ansprüche vor oder nach Beginn der Rentenzahlungen ganz oder zum Teil durch eine Kapitalzahlung abgegolten, sind die als Sonderausgaben abgesetzten Beträge nachzuversteuern.
  • Eine Nachversteuerung von Versicherungsprämien erfolgt außerdem, wenn die Ansprüche aus einem Lebensversicherungsvertrag - ohne Nachweis einer wirtschaftlichen Notlage - abgetreten, rückgekauft oder innerhalb von 10 Jahren verpfändet werden. Die Nachversteuerung erfolgt mit 30% der steuerwirksamen Beträge.
  • Im Falle von Rückvergütungen sind künftige Prämien bis zur Höhe des rückvergüteten Betrages nicht absetzbar.

Pensionskassenbeiträge:

  • Beiträge, die der Arbeitnehmer an eine inländische Pensionskasse oder ohne gesetzliche Verpflichtung an eine ausländische Pensionskasse leistet, sind innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages Sonderausgaben. Gleiches gilt für Prämien zu einer betrieblichen Kollektivversicherung sowie an eine dieser entsprechenden ausländische Einrichtung (§ 5 Z 4 Pensionskassengesetz). Die auf diese Beitrags- oder Prämienzahlungen entfallende Pension ist nur zu einem Viertel steuerpflichtig. Die auf die Arbeitgeberbeiträge entfallende Pension ist hingegen voll steuerpflichtig.
  • Wenn man für Pensionskassenbeiträge oder Prämien zu einer betrieblichen Kollektivversicherung eine PensionsVorsorgeprämie beansprucht, kann man dafür nicht gleichzeitig Sonderausgaben geltend machen.

e) Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung:

Aufwendungen für die Errichtung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen oder Zahlungen für achtjährig gebundene Beträge an Bauträger (Baukostenzuschüsse für die Errichtung einer Mietwohnung z. B. an Genossenschaften und Gemeinden) sind als Sonderausgaben innerhalb des gemeinsamen Höchstbetrages („Topf-Sonderausgaben") absetzbar.

Ein Eigenheim ist ein Wohnhaus im Inland, das ganzjährig bewohnt werden kann (Beheizbarkeit, Benützungsbewilligung). Ein Gartenhaus oder ein Badebungalow ist kein Eigenheim. Das Eigenheim darf maximal zwei Wohnungen haben, mindestens zwei Drittel der Gesamtnutzfläche müssen Wohnzwecken dienen.

Sonderausgaben kann der Eigentümer oder Miteigentümer geltend machen. Wenn die Eltern Eigentümer des Eigenheimes sind, dann können die Kinder, die sich an der Errichtung beteiligen, aber nicht Miteigentümer sind, keine Sonderausgaben hiefür geltend machen.

Begünstigt ist die Errichtung (auch eines Fertigteilhauses), nicht aber der Ankauf eines fertigen Eigenheimes. Erwirbt jemand einen Rohbau, dann sind zwar die Anschaffungskosten des Rohbaus keine Sonderausgaben, wohl aber die weiteren Kosten der Baumaßnahmen.

Das Eigenheim oder die Eigentumswohnung muss unmittelbar nach Fertigstellung für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren Hauptwohnsitz sein.

Zu den Errichtungskosten gehören die Grundstückskosten und alle mittel- und unmittelbaren Kosten der Baumaßnahmen:

  • Grundstückskosten einschließlich Maklerkosten sowie die Aufschließungskosten;
  • Planungskosten (Baumeister, Architekt);
  • Anschlusskosten an ein öffentliches Versorgungsnetz (Kanal, Wasser, Gas, Strom);
  • Kosten der Bauausführung (Baumeisterarbeiten, Elektroinstallation, Dachdeckung etc.);
  • Kosten für den Ankauf von Baumaterial (Schotter, Zement, Fliesen etc.);
  • Kosten der Umzäunung.

Keine Sonderausgaben sind hingegen.

  • Kosten der Wohnungseinrichtung (z. B. Teppiche, Möbel, Einbauküche, Wandvertäfelung);
  • Kosten der Gartengestaltung;
  • Kosten für vom Eigenheim getrennte Bauten (z. B. Garage oder Sauna neben dem Haus).

Wer den Kauf eines Grundstückes als Sonderausgabe geltend macht, muss innerhalb von fünf Jahren mit Baumaßnahmen beginnen. Der Erwerb des Grundstückes nach der Errichtung des Eigenheimes führt nicht zu Sonderausgaben.

Sonderausgaben für die Schaffung von Wohnraum können im Regelfall nur bis zur Fertigstellung (Erteilung der Benützungsbewilligung) des Eigenheimes geltend gemacht werden, danach nur noch Kredit- oder Darlehensrückzahlungen inkl. Zinsen. Werden in der Benützungsbewilligung weitere Auflagen erteilt (z. B. Verputz der Fassade), so zählen die Aufwendungen dafür noch zu den begünstigten Errichtungskosten.

Eigentumswohnung: Als Sonderausgaben können die Aufwendungen für die Errichtung einer Eigentumswohnung im Sinne des Wohnungseigentumsgesetzes geltend gemacht werden, von der zumindest zwei Drittel Wohnzwecken dienen. Nicht abgesetzt werden kann der Ankauf einer bereits fertiggestellten (errichteten) Eigentumswohnung.

Unter „achtjährig gebundenen Beträgen" versteht man Zahlungen des Wohnungswerbers zur Schaffung von Wohnraum an

  • gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsvereinigungen;
  • Unternehmen, die auf Grund ihrer Satzung und Geschäftsführung Wohnraum schaffen;
  • Gebietskörperschaften (z. B. Baukostenzuschuss für eine Gemeindewohnung).

Werden die Beträge vor Ablauf von acht Jahren seit Vertragsabschluss zurückgezahlt, kommt es zu einer Nachversteuerung. Geht die Wohnung ins Eigentum des Wohnungswerbers über oder werden die rückgezahlten Beträge wieder für Wohnraumschaffung oder -sanierung verwendet, unterbleibt die Nachversteuerung.

Welche Ausgaben zur Wohnraumsanierung können als Sonderausgaben berücksichtigt werden?

  • Kosten der Sanierung von Wohnraum sind absetzbar, wenn die Arbeiten vom Steuerpflichtigen direkt beauftragt und durch befugte Unternehmen durchgeführt wurden. Begünstigt sind sowohl Instandsetzungsmaßnahmen als auch Herstellungsmaßnahmen.
  • Aufwendungen zur Sanierung von Wohnraum können nicht nur vom Eigentümer, sondern beispielsweise auch vom Mieter geltend gemacht werden. Die Sanierung muss in diesem Fall vom Mieter (und nicht vom Vermieter) in Auftrag gegeben worden sein.

Instandsetzungsarbeiten sind vor allem:

  • Austausch aller Fenster samt Rahmen,
  • Austausch aller Türen samt Türstock,
  • Austausch von Zwischendecken,
  • Austausch von Unterböden,
  • Austausch auch einzelner Fenster bei Verbesserung des Lärmschutzes oder zur Minderung des Energieverbrauches,
  • Austausch der Eingangstür bei Verbesserung des Einbruchsschutzes oder zur Minderung des Energieverbrauches,
  • Austausch von Heizungsanlagen (verbesserte Heizleistung, bessere Bedienbarkeit),
  • Austausch der Elektro-, Gas-, Wasser- und Heizungsinstallationen,
  • Einbau von Wärmepumpen, Solaranlagen und Wärmerückgewinnungsanlagen,
  • Umstellung auf Fernwärmeversorgung,
  • Maßnahmen zur Verminderung des Energieverlustes oder -verbrauches,
  • nachträglicher Anschluss an Versorgungsnetze, wie an die Wasser-, Kanal-, Strom- oder Gasversorgung; darunter fallen sowohl die Aufwendungen für das Herstellen des Anschlusses als auch die Anschlussgebühren. Die Kosten eines Telefonanschlusses sind nicht absetzbar:

Herstellungsmaßnahmen sind vor allem:

  • Zusammenlegen von Wohnungen,
  • Einbau von Zentralheizungen und Aufzugsarbeiten,
  • Einbau von Badezimmern und Toilettenanlagen,
  • Versetzen von Türen, Fenstern und Zwischenwänden.

Nicht abgesetzt werden können:

  • laufende Wartungsarbeiten, Ausbessern des Verputzes, Ausmalen und Tapezieren von Räumen, Austausch einer beschädigten Fensterscheibe etc;
  • Materialrechnungen bei Selbstmontage;
  • über die Miete weiterverrechnete Sanierungskosten;
  • Aufwendungen für eine Luxusausstattung;
  • Kosten für die Einrichtung (Möbelstücke, Einbauküche).

Darlehensfinanzierung:

  • Wird die Errichtung oder Sanierung von Wohnraum fremdfinanziert, sind die Rückzahlungen (inkl. der bezahlten Zinsen) als Sonderausgaben absetzbar. Dies gilt auch dann, wenn das Darlehen vom Voreigentümer übernommen worden ist.
  • Auch Rückzahlungen von umgeschuldeten Krediten mit besseren Konditionen sind begünstigt.

f) Spenden:

In der Regel sind Spenden (z. B. an karitative Organisationen) nicht absetzbar. Eine Steuerbegünstigung besteht aber insbesondere für Spenden an Forschungs- und Lehreinrichtungen. Folgende begünstigte Spendenempfänger sind im Gesetz konkret aufgezählt:

  • Universitäten, Kunsthochschulen, Akademie der bildenden Künste,
  • Forschungsförderungsfonds,
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften,
  • Österreichische Nationalbibliothek,
  • Diplomatische Akademie,
  • Österreichisches Archäologisches Institut,
  • Institut für Österreichische Geschichtsforschung,
  • Bundesdenkmalamt und bestimmte Museen,
  • Dachverbände zur Förderung des Behindertensports.
  • Internationale Anti-Korruptions-Akademie

Die Finanzverwaltung kann mit Bescheid auch andere gemeinnützige, wissenschaftliche Vereine und Einrichtungen im Bereich der Forschung und Lehre als begünstigte Spendenempfänger anerkennen. Eine Liste dieser begünstigten Empfänger findet man auf www.bmf.gv.at.

g) Kirchenbeiträge:

Beiträge an gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgemeinschaften können bis höchstens € 400,- abgesetzt werden. Sie sind neben den Topf-Sonderausgaben absetzbar und werden auch nicht um das Sonderausgabenpauschale gekürzt.

Man kann diese Beiträge unter bestimmten Voraussetzungen auch bei seinem Arbeitgeber oder dem Pensionsversicherungsträger (pensionsauszahlende Stelle) geltend machen („siehe Aufrollung durch den Arbeitgeber").

h) Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge:

Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge kann von allen in Österreich unbeschränkt Steuerpflichtigen, die keine gesetzliche Alterspension beziehen, in Anspruch genommen werden.

Die Förderung erfolgt über einen Pauschalbetrag, der sich nach einem Prozentsatz der im jeweiligen Kalenderjahr geleisteten Prämie bemisst. Im Jahr 2007 beträgt die ZukunftsVorsorgeprämie 9%, im Jahr 2008 beträgt sie 9,5% der Beiträge. Die Prämie wird nur für Leistungen im Ausmaß von 1,53% der 36fachen Höchstbeitragsgrundlage zur Sozialversicherung (HB-SV) erstattet.

  • 2007: HB-SV € 3.840,-; Höchstbetrag € 2.115,07; Prämie 9,0% = € 190,36.
  • 2008: HB-SV € 3.930,-; Höchstbetrag € 2.164,64; Prämie 9,5% = € 205,64.

Die Prämie wird letztmalig für jenes Kalenderjahr gutgeschrieben, in dem der Steuerpflichtige erstmalig eine gesetzliche Alterspension bezieht. Zusätzlich zur Prämienförderung muss von Seiten der Zukunftsvorsorgeeinrichtung oder des Kreditinstitutes, die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorgen abschließen, eine Kapitalgarantie gewährt werden.

Der Antrag wird über die jeweilige Zukunftsvorsorgeeinrichtung bei der Finanzverwaltung gestellt.

Nach einem Zeitraum von mindestens zehn Jahren (ab Einzahlung des ersten Betrages) kann man über die Ansprüche verfügen. Man hat die Möglichkeit

  • die Auszahlung zu verlangen, oder
  • die Ansprüche auf eine andere Zukunftsvorsorgeeinrichtung zu übertragen, oder
  • die Ansprüche zu überweisen, etwa
  • an ein Versicherungsunternehmen freier Wahl, oder
  • an ein Kreditinstitut freier Wahl zum ausschließlichen Erwerb von Anteilen an einem Pensionsinvestmentfonds durch Abschluss eines unwiderruflichen Auszahlungsplanes, oder
  • an eine Pensionskasse, bei der der Steuerpflichtige bereits Anwartschaftsberechtigter im Sinne des Pensionskassengesetzes ist.

Wie werden die Erträge aus den prämienbegünstigten Zukunftsvorsorgeeinrichtungen steuerlich behandelt?
Werden die Ansprüche in eine Zukunftsvorsorgeeinrichtung übertragen bzw. fließt dem Versicherten aus diesen Einrichtungen eine Rente zu, fällt keine Steuer an.

Was geschieht im Falle der Auszahlung der Ansprüche?
Im Falle der Auszahlung der Ansprüche sind die gutgeschriebenen Prämien zur Hälfte zurückzuzahlen und die Kapitalerträge mit einem Steuersatz von 25% nachzuversteuern. Zudem verliert man den Anspruch auf Kapitalgarantie.

i) Steuerberatungskosten:

Die Kosten für die Inanspruchnahme eines Steuerberaters (Honorare etc.) sind als Sonderausgaben voll abzugsfähig.

Hiefür besteht der Höhe nach keine Begrenzung; die vollen Kosten stellen einen Steuerfreibetrag für das jeweilige Jahr, in dem sie bezahlt wurden, dar.

Die Steuerberatungskosten fallen nicht unter die Höchstbetrags-Sonderausgaben (= „Topf-Sonderausgaben"), sondern sind extra abzugsfähig.

(Zuletzt aktualisiert: Jänner 2016)

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Österreichs Lehrerinnen und Lehrer von Politik und Gesellschaft alleingelassen:

„Die Einzelkämpfer im Klassenzimmer rufen seit vielen Jahren vergeblich nach Unterstützung durch Beratungslehrer, Sozialarbeiter und Psychologen. Sie sollten sie bekommen und zudem von uns allen im Schulalltag weniger alleingelassen werden.“
Mag. Helmut Schliesselberger, Salzburger Nachrichten online am 11. Mai 2019

LehrerInnen verdienen höchste Wertschätzung:

„‚Wegen des Geldes‘ wird man nicht LehrerIn, wegen der tollen ‚Work-Life-Balance‘ wohl auch nicht. 50 bis 80 Stunden pro Woche für die Schule zu arbeiten, empfinden viele von uns als ganz normal.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 6

Absage an den Wiener Bildungsdirektor Himmer:

„Zwischen dem Aussprechen von Verboten und dem Schulverweis als letzter Maßnahme müsse es noch andere Möglichkeiten geben, auf Gewalt zu reagieren. ‚Die Rolle des Lehrers zu schwächen, ist der falsche Weg.‘“
Maria Hutter, Bildungslandesrätin Salzburgs, Salzburger Nachrichten online am 6. Juni 2019 

Elternhaus erste und wichtigste Bildungsinstitution:

„Kein Schulwesen der Welt kann ausgleichen, was Eltern ihren Kindern, warum auch immer, schuldig bleiben. Keine Schule kann so schlecht sein, um zu zerstören, was Eltern als erste und wichtigste LehrerInnen aufgebaut haben. Diese große Verantwortung sollte jungen Menschen, die ein Kind in die Welt setzen, bewusst sein. Diese große Verantwortung sollte möglichst allen bewusst gemacht werden!“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, VCLnews vom Juni 2019, S. 11

„Immenser Stressfaktor“:

„Verhaltensauffälligkeiten von SchülerInnen UND Eltern nehmen nicht nur zu, sondern Dimensionen an, die zu einem immensen Stressfaktor geworden sind. Es ist das Gefühl, damit allein gelassen zu sein, das so viele Betroffene davon abhält, darüber zu sprechen und sich selbstverständlich Unterstützung bei Vorgesetzten zu holen.“
Mag. Gudrun Pennitz, designierte ÖPU-Vorsitzende, ÖPU-Nachrichten vom Juni 2019, S. 7

Schule braucht Unterstützung:

„Schulinterne Verhaltensvereinbarungen, Gespräche in der Direktion und die bloße ‚Androhung eines Ausschlusses‘ sind dort zahnlos, wo jemand seine Mitmenschen bewusst psychisch oder physisch schädigen will. Für solche Extremfälle braucht es daher spürbare Konsequenzen (von Wiedergutmachung bis zum Verlust des Schulplatzes) und eine besonders enge Kooperation zwischen Elternhaus und Schule, notfalls unter Einbindung des Jugendamtes.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, VCLnews vom Juni 2019, S. 21

Folgen politischer Ignoranz:

„Die in der Gesellschaft zunehmende Gewaltbereitschaft wird auch in die Schulen hineingetragen. Vielfach trauen sich Lehrer nicht, über undiszipliniertes, respektloses und entwürdigendes Verhalten der Schüler zu berichten. Man schaut zu lange weg, kehrt die Probleme unter den Teppich und sucht den Grund für das Fehlverhalten der Schüler oft beim Lehrer.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2019, S. 5

Interventionsinstrumente nötig:

„Pünktlichkeit, das Einhalten von Terminen und eine ernsthafte Arbeitshaltung sollten als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden. Und wenn dem nicht so ist, müssen wir den Lehrenden Instrumente in die Hand geben, die dies zu erreichen versuchen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, VCLnews vom Juni 2019, S. 9

„Under pressure“ (Lehrerbelastungsstudie 2019):

„Fast jeder zweite Lehrer in Wien und Niederösterreich leidet darunter, dass es zu wenig Sanktionsmöglichkeiten für undisziplinierte Schüler gibt.“
Niederösterreichische Nachrichten online am 14. Mai 2019

Schluss mit dem Sparen an der Schule!

„‚Wenn ein Schüler suspendiert wird, sitzt er nur drei Wochen zu Hause. In einer Timeout-Klasse wird mit ihm gearbeitet.‘ Für diese Aufgabe brauche es aber eben auch speziell geschultes Personal. Zusätzlich.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Der Standard online am 16. Mai 2019

Wertschätzung und Vertrauen!

„Unseren Lehrerinnen und Lehrern, die tagtäglich in den Schulklassen stehen und in den heterogenen Klassen vor großen Herausforderungen stehen, müssen wir wieder viel mehr Wertschätzung und viel mehr Vertrauen entgegenbringen.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Kein Platz für Gewalt!

„Psychische und physische Gewalt darf an unseren Schulen keinen Platz haben. […] Ein Verhalten, das andere schikaniert, entwürdigt, darf nicht hingenommen werden.“
NR-Abg. MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Nationalratssitzung vom 15. Mai 2019

Ein schlimmes Jahrzehnt „Schulpolitik“ beenden!

„Ganz wichtig wäre das Unterstützungspersonal. Es hat im Jahr 2008 Österreich auch an der TALIS-Studie teilgenommen. Da wurden die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte untersucht. Da ist Österreich wirklich als Schlusslicht dagestanden. Und dann sind wir aus der Studie ausgestiegen. […] Da wird man auf jeden Fall ansetzen müssen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das kostenneutral funktioniert.
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019 

Riesiger Rückstand bei den Rahmenbedingungen:

„‚Das Verhältnis von Lehrkräften zu pädagogisch-unterstützendem Personal beträgt 29:1 und jenes von Lehrkräften zu administrativem Personal 25:1.‘ Im Vergleich dazu kommt etwa in Dänemark auf zehn Lehrpersonen eine Supportstelle. Der OECD/EU-Schnitt liegt bei 16:1. Würde sich Österreich an diesem orientieren, so müssten hierzulande an die 13.500 zusätzliche Posten im Schulsupport geschaffen werden, wiederholt Kimberger eine langjährige Gewerkschaftsforderung.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 24. April 2019

Keine Toleranz gegenüber Gewalt!

„Für gewalttätiges Verhalten in der Schule darf es keine Toleranz geben.“
Mag. Elisabeth Rosenberger, Präsidentin des Bundeselternverbands (BEV), Presseaussendung vom 13. Mai 2019 

Pädagogische Interventionsmittel notwendig:

„Wenn die Gespräche mit Lehrkräften, Klassenvorstand, Eltern, Direktion nichts nützen, dann gibt’s im Moment wirklich nur Zahnloses. […] Wenn man gesehen hat, wie diese Schüler agieren, dann hat man das Gefühl: Die wissen, es passiert ihnen nichts. Die fühlen sich so sicher in ihrem Verhalten, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Da braucht die Schule auf jeden Fall stärkere Maßnahmen.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“, Ö1-Morgenjournal vom 14. Mai 2019

Der Gewalt keinen Nährboden!

„Zwar handle es sich um eine Minderheit, die Lehrer terrorisiere, trotzdem müsse mit voller Stärke durchgegriffen werden. Auch der Rechtsstaat sei bei derartigen Übergriffen gefragt. ‚Gewalt in der Schule – egal von welcher Seite – müssen wir unterbinden. Sonst ist es in zehn Jahren kein Schulproblem, sondern ein gesellschaftliches Problem.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 6. Mai 2019

857 „Einzelfälle“ …

„Laut Ministerium gab es vergangenes Schuljahr österreichweit 857 Polizeieinsätze an Schulen – die meisten in Wien und die meisten wegen Konflikten unter Schülern.“
Die Presse online am 7. Mai 2019

Leider viel zu lang:

„Schon lang gehört Lehrer-Bashing zum guten Ton. Dabei wird völlig vergessen, dass das stetig sinkende gesellschaftliche Ansehen der Lehrer für Österreich zunehmend zum Problem wird. Das macht sich in den Klassenzimmern bemerkbar, wenn Schüler ihren Lehrern keinen Funken Respekt mehr entgegenbringen, weil die Eltern in den Gesprächen zu Hause aus ihrer Ablehnung gegenüber den Pädagogen kein Geheimnis machen.“
Mag. Julia Neuhauser, Die Presse online am 30. Juni 2016

Offen und ehrlich gefragt:

„Wer übernimmt die Verantwortung für all den Kram, den wir in den letzten Jahren ausbaden mussten?“
Dr. Matthias Burchardt, Bildungsphilosoph, GBW-Tagung „Time for Change? Teil II: Im Hamsterrad. Schule zwischen Überlastung und Anpassungsdruck“, Bergische Universität Wuppertal am 4. Mai 2019