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Reifeprüfung (Chronologische Darstellung und Details)

("alte" Reifeprüfung! Zur "neuen" Reifeprüfung siehe "Zentralmatura")

1. Chronologicher Wegweiser 11. Vorprüfung: Durchführung 21. --: Jahres- / Zusatzprfg.
2. Formen der Reifeprüfung 12. Hauptpüfung: Berechtigung 22. Beurteilung: Allgem.
3. Prüfungskommission 13. Klausur: Aufgabenstellung 23. --: FBA
4. Umfang der Reifeprüfung 14. --: Durchführung       --: pflichtige Vorprüfung
5. Prüfungsgebiete / Vorprüfungen 15. --: Jahres- / Zusatzprüfung 24. --: Klausur
6. Klausur: Prüfungsgebiete 16. Prüfungsfreie Tage 25. --: Mündlich / praktisch
7. --: Umfang und Inhalt 17. Arbeitsgruppen (Vorber.) 26. Gesamtbeurteilung
8. Mündlich: Prüfungsgebiete 18. Mündlich: Durchführung allg. 27. Wiederholen
9. --: Umfang u. Inhalt allgem. 19. --: Aufgabenstellung 28. Begriffsbestimmungen
10. --: Schwerpunktprüfung 20. --: Durchführung 29. Checkliste Organisation

Rechtsgrundlage:
Die Reifeprüfungsvorschriften sind einerseits grundsätzlich im Schulunterrichtsgesetz (8. Abschnitt, §§ 34 bis 42) und andererseits im Detail in der AHS-Reifeprüfungsverordnung des BMB vom 7. Juni 1990, BGBI. 432/90 (= MVBI. 93/90) [mit bisher 4 Novellen: BGBI. 789/92 (= MVBI. 13/93), BGBI. 11 232/98 (= MVBI. 65/98), BGBI. II 96/00 (= MVBI. 53/00), BGBI. II 270/04 (= MVBI. 92/04)1, normiert und gelten für alle AHS mit Ausnahme der AHS für Berufstätige.
Für AHS für Berufstätige gilt eine eigene Reifeprüfungsverordnung, BGBI. II 400/99 (= MVBI. 133/99), auf die hier ebenso wenig eingegangen wird wie auf die Spezialbestimmungen für einzelne AHS-Sonderformen.
Die im Folgenden verwendete Abkürzung „RPVO" bezieht sich stets auf die AHS-Reifeprüfungs-Verordnung (z. B. „RPVO 2, 3" = Verordnung §§ 2 und 3; „RPVO 20/1 " = Verordnung § 20 Abs. 1).

Hinweis:

  • Eine allgemeine Übersicht über die Bestimmungen der AHS-Reifeprüfungsverordnung findet sich beim Stichwort „Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung für Schüler". Für eine erste, sehr knappe Orientierung siehe dort!
  • Die für die einzelnen Prüfungsarten der Reifeprüfung gebührenden Prüfungstaxen sind kurz im Stichwort „Prüfungstaxen" dargestellt. Die Prüfungsgebühren erhöhen sich alljährlich mit 1. September.
  • Im Folgenden sollen einige wesentliche Rechtsbereiche der AHS Reifeprüfung in der diesem Thema adäquaten Ausführlichkeit dargestellt werden. Die Abhandlung soll eine praxisnahe Hilfestellung für unsere Kolleginnen und Kollegen in einem Bereich sein, der für die pädagogische Arbeit einer höheren Schule von exzeptioneller Wichtigkeit ist.

1. Chronologischer Wegweiser durch die Termine rund um die AHS-Reifeprüfung:

  • Im Folgenden sind die einzelnen Maßnahmen des Schulleiters, der Prüfer und der Schüler im Zusammenhang mit der Reifeprüfung, deren Vorbereitung und Durchführung zusammengestellt, wobei die Abfolge der Maßnahmen in chronologischer Systematik dargestellt ist.
  • Die Reifeprüfung setzt die Vorbereitungsarbeit aller Beteiligten in organisatorischer Hinsicht während der gesamten Oberstufe voraus. Die einzelnen Schritte hiebei sind die im Folgenden dargestellten.

5. Klasse:

  • Der Schulleiter informiert im Zusammenwirken mit allen Lehrern, aber auch in besonderer Zusammenarbeit mit den Klassenvorständen, mit dem Administrator und mit dem Bildungsberater der Schule die Schüler über die Grundzüge der Reifeprüfung im Konnex mit der Information über die Wahlpflichtgegenstände und die Oberstufe der AHS. Es ist wichtig, in dieser Phase auch die Eltern in die Informationen einzubeziehen.
  • Die Schüler wählen die Wahlpflichtgegenstände u. a. auch im Hinblick auf eine eventuelle Schwerpunktprüfung.

7. Klasse, 2. Semester:

  • Der Schulleiter, der Klassenvorstand und die einzelnen Lehrer informieren die Schüler im Detail über die Formen und den Ablauf der Reifeprüfung, damit die Schüler allenfalls die Themenstellung der Fachbereichsarbeit bereits in den Ferien zwischen 7. und 8. Klasse präzisieren und für die FBA vorbereitende Arbeiten leisten können.

8. Klasse, 2. Schulwoche:

  • Die Schüler melden sich schriftlich zur Ablegung einer Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit, sofern sie diese Variante der Reifeprüfung wählen. Die Voraussetzung für diese Meldung ist die Herstellung des Einvernehmens mit dem zuständigen Prüfer (bzw. mit den Prüfern, wenn zwei Gegenstände am Thema der Fachbereichsarbeit beteiligt sein sollen). Der (die) Prüfer unterfertigt (unterfertigen) den Themenvorschlag.
  • Der Schulleiter nimmt die Anmeldung für die Fachbereichsarbeit und die Vorschläge für die Aufgabenstellung entgegen und überprüft sodann die in RPVO 4/1 genannten Bedingungen (Einvernehmen zwischen Prüfer und Prüfungskandidat, Leistungsfähigkeit und Arbeitshaltung des Prüfungskandidaten, vgl. auch § 25 Abs. 1 der Reifeprüfungsverordnung).
  • Sodann ordnet der Schulleiter im Falle einer fächerübergreifenden Themenstellung die Fachbereichsarbeit einem Prüfer zu (§ 7 Abs. 1 der Reifeprüfungsverordnung) und leitet die Vorschläge an die Schulbehörde 1. Instanz weiter (§ 25 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).

8. Klasse, ca. 6. Schulwoche:

  • Der Schulleiter teilt die vom zuständigen Landesschulral (Stadtschulrat für Wien) genehmigten Themenstellungen unverzüglich dem Prüfungskandidaten mit bzw. verlangt im Falle der Nichtgenehmigung neue Themenvorschläge (weitere Vorgangsweise wie oben) (§ 25 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).

Während des 1. Semesters der 8. Klasse:

  • Die Prüfer weisen in allen Gegenständen, in denen eine Reifeprüfung stattfinden kann, auf die wesentlichen Lernziele und Themenbereiche des Lehrstoffes der Oberstufe hin, besonders im Hinblick auf die Kernfragen und Spezialfragen (§ 19 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung). Achtung: Eine Zuordnung einzelner Themenbereiche eines Prüfungsgebietes an bestimmte Prüfungskandidaten vor der mündlichen Teilprüfung ist unzulässig (RPVO 19/4).

Vor Weihnachten:

  • Der Schulleiter gibt die Termine der Reifeprüfung bekannt. Die Schüler nehmen mit den Prüfern, im Besonderen mit den Prüfern einer vorgesehenen Schwerpunktprüfung, Kontakt auf (§ 35 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
    Erste Woche nach Weihnachten in der 8. Klasse:
  • Die Kandidaten müssen für die Hauptprüfung der Reifeprüfung Folgendes schriftlich festlegen: gewählte Form der Reifeprüfung, gewählte Prüfungsgebiete der Klausurprüfung, gewählte Prüfungsgebiete der mündlichen Prüfung, gegebenenfalls das oder die gewählte(n) Prüfungsgebiet(e) einer mündlichen Schwerpunktprüfung, allfällige Zusatzprüfungen, einen allfälligen Antrag auf Entfall eines Prüfungsgebietes.
  • Die gewählten Prüfungsgebiete von Klausur und mündlicher Prüfung müssen insgesamt mindestens vier verschiedene Prüfungsgebiete sein (relevant im Fall einer FBA).
  • Die Anmeldung zu einer mündlichen Schwerpunktprüfung setzt das Einvernehmen der jeweiligen fachlich zuständigen Prüfer voraus, wobei auf Leistungsfähigkeit und Arbeitshaltung des Prüfungskandidaten Bedacht zu nehmen ist (§ 4 der Reifeprüfungsverordnung).
  • Der (die) Prüfer erklärt (erklären) sein (ihr) Einvernehmen zur Anmeldung des Prüfungskandidaten zu einer mündlichen Schwerpunktprüfung (§ 4 Abs. 3 der Verordnung).
  • Der Schulleiter nimmt die Anmeldungen zur Hauptprüfung entgegen und überprüft Folgendes: gewählte Form der Reifeprüfung, gewählte Prüfungsgebiete der Klausuren, gewählte Prüfungsgebiete der mündlichen Prüfungen, Anmeldung zu einer allfälligen Zusatzprüfung.

Erste Woche des zweiten Semesters der achten Klasse:

  • Die Kandidaten geben die Fachbereichsarbeiten und die Begleitprotokolle an die jeweiligen Prüferab (§ 25 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Prüfer überprüfen unverzüglich die Fachbereichsarbeiten, wobei fehlerhafte Stellen deutlich zu kennzeichnen sind. Die korrigierten Fachbereichsarbeiten werden zusammen mit dem Begleitprotokoll und allen Unterlagen unter Vorlage eines begründeten Beurteilungsantrages dem Vorsitzenden vorgelegt
    (§ 40 Abs. 1 der Verordnung). In der Regel werden die Fachbereichsarbeiten zuerst dem Direktor vorgelegt. Dieser reicht sie an den Vorsitzenden weiter.
  • Die Kandidaten geben die ausgewählten Themenbereiche für die Spezialfragen den Prüfern bekannt. Es muss darüber das Einvernehmen hergestellt werden (§ 19 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung).

Spätestens vier Wochen nach Beginn des zweiten Semesters:

  • Die Prüfer legen den jeweiligen Themenvorschlag (seit 1998 nur einen pro Prüfungsfach) für die schriftliche Reifeprüfung in der nötigen Zahl von Kopien persönlich dem Schulleiter vor, wobei die Geheimhaltung gewährleistet sein muss (§ 26 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Der Schulleiter hat die Vorschläge für die Aufgabenstellungen der schriftlichen Klausurarbeiten gegenzuzeichnen und nach Überprüfung mit allen erforderlichen Unterlagen der Schulbehörde erster Instanz vorzulegen. Der Umschlag muss gesichert sein und den Vermerk „Zur eigenhändigen Öffnung durch den zuständigen Landesschulinspektor" tragen. Für die Rückmittlung der Themen sind mit der Bezeichnung der Schule, der Klasse und des Prüfungsgegenstandes versehene Briefumschläge beizulegen (§ 28 Abs. 1 der Reifeprüfungsverordnung).
  • Der Schulleiter bewahrt die für die Prüfungskandidaten bestimmten Abschriften bis zum Prüfungstag auf eine die Geheimhaltung verbürgende Weise auf (§ 28 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die bestätigten Aufgabenstellungen sind vom LSR dem Schulleiter unter Gewährleistung der Geheimhaltung rückzumitteln. Nach dem Einlangen sind sie vom Schulleiter bis zum Prüfungstag auf eine die Geheimhaltung verbürgende Weise aufzubewahren (§ 28 Abs. 4 der Reifeprüfungsverordnung).

Spätestens 3 Wochen vor der Klausur:

  • Die Fachbereichsarbeiten werden endgültig benotet. Hiezu beruft der Vorsitzende spätestens drei Wochen vor Beginn der Klausurprüfungen eine Sitzung der Prüfungskommission (besteht aus dem Prüfer der Fachbereichsarbeit und dem Vorsitzenden) ein, bei der die Teilbeurteilung für die Fachbereichsarbeit auf Grund eines vom Prüfer (bzw. von den Prüfern) gestellten Beurteilungsantrages festgesetzt wird (§ 40 Abs. 2 RPVO).
  • Ist die Beurteilung der Fachbereichsarbeit negativ, wird der Kandidat verständigt, erhält ein Vorprüfungszeugnis mit dem Vermerk „Nicht bestanden" und muss eine andere Form der Schwerpunktprüfung wählen, die er sodann erst im nächstfolgenden Termin ablegen darf. Zu allen anderen Prüfungen darf er im Haupttermin antreten (§ 40 Abs. 3 der Reifeprüfungsverordnung). Der Kandidat muss bei negativer Fachbereichsarbeit bis spätestens eine Woche vor Beginn der Klausurprüfung die neue Schwerpunktvariante wählen, dabei kann ein anderer als der seinerzeit für die Fachbereichsarbeit gewählte Unterrichtsgegenstand gewählt werden (5 40 Abs. 3 RPVO).

Zwei Wochen vor Beginn der Klausurprüfungen:

  • In der zweiten Woche vor Ende des Unterrichtsjahres hat die Beurteilungskonferenz der 8. Klassen stattzufinden (§ 20 Abs. 6 SchUG
  • Die Entscheidung der Klassenkonferenz über den nicht erfolgreichen Abschluss der 12. Schulstufe (= 8. Klasse) ist spätestens am folgenden Tag unter Angabe der Gründe und Beifügung einer Rechtsmittelbelehrung dem Schüler bekannt zu geben. Da sich an die Zustellung der Entscheidung die Frist für die Einbringung einer allfälligen Berufung (vgl. § 71 Abs. 2 lit. b SchUG) knüpft, hat die Bekanntgabe nachweisbar zu erfolgen. Daher ist eine schriftliche Bekanntgabe zweckmäßig (jedoch nicht zwingend). Die Zulässigkeit sowohl der schriftlichen als auch der mündlichen Erlassung der Entscheidung ergibt sich aus dem Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 26. Juni 1988, ZI. 88/10/0208/8.
  • Auch wenn auf Grund der Bekanntgabe eine Berufung gegen die Entscheidung eingebracht wurde, in der eine unrichtige Beurteilung mit „Nicht genügend" behauptet wird, ist das in der Klassenkonferenz bekannt gegebene „Nicht genügend" in das Jahreszeugnis aufzunehmen, da der Berufung keine aufschiebende Wirkung zukommt. Wenn jedoch das „Nicht genügend" von der Berufungsbehörde abgeändert wird, ist die neue Note in das Jahreszeugnis aufzunehmen.
  • Der Schulleiter und der Klassenvorstand müssen allfällige Jahresprüfungen des Kandidaten (das sind zusätzlich abzulegende Prüfungen im Rahmen der Reifeprüfung, die bei einem negativen Abschluss in einem Gegenstand anfallen, der vom Schüler nicht zur Reifeprüfung gewählt wurde) festhalten und in die Reifeprüfung einteilen.
  • Jahresprüfungen in Schularbeitsgegenständen sind auch schriftlich abzulegen, wenn sie nicht Gegenstand der Klausur sind. Die Jahresprüfung ist in § 8 Abs. 2 und in § 30 der Reifeprüfungsverordnung geregelt. Im Falle einer Jahresprüfung in einem Unterrichtsgegenstand, in dem Schularbeiten vorgesehen sind, ist im Rahmen der Klausurprüfung die diesbezügliche schriftliche Prüfung abzulegen; diese schriftliche Prüfung entfällt, wenn der betreffende Pflichtgegenstand ohnedies gewähltes Prüfungsgebiet einer Klausurarbeit des Prüfungskandidaten ist (§ 8 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Der Schulleiter hält nach der Beurteilungskonferenz die Zulassung bzw. Nichtzulassung der Kandidaten fest und teilt die Nichtzulassung mit.
  • Zur Ablegung der Reifeprüfung im Haupttermin sind alle Prüfungskandidaten berechtigt, die die letzte Schulstufe (= 8. Klasse) vor Beginn der Klausurprüfung erfolgreich abgeschlossen haben oder die in höchstens einem Pflichtgegenstand mit „Nicht genügend" beurteilt worden sind. Im letzteren Fall hat der Prüfungskandidat im Rahmen der Reifeprüfung eine Prüfung aus dem betreffenden Pflichtgegenstand abzulegen (= Jahresprüfung; § 36a Abs. 1 SchUG), sofern nicht der negativ abgeschlossene Pflichtgegenstand ohnedies als Prüfungsgebiet gewählt wurde.
  • Kann der Schüler in der von ihm beantragten Form auf Grund des Ergebnisses der Beurteilungskonferenz zur Reifeprüfung zugelassen werden, ist seitens der Schule kein weiteres Verfahren im Zusammenhang mit der Anmeldung erforderlich. Kann der Schüler jedoch gemäß § 36a SchUG nicht oder auf Grund der Reifeprüfungsverordnung nur in anderer Form zugelassen werden, so hat der Schulleiter gemäß § 70 Abs. 1 lit. f SchUG zu entscheiden (Ausstellung einer „Entscheidung").

Spätestens eine Woche vor der Klausurprüfung:

  • Der Kandidat hat im Falle einer negativ beurteilten Fachbereichsarbeit die neu gewählte Form der Reifeprüfung bekannt zu geben. Er kann sich nur mehr zwischen einer Schwerpunktprüfung im Zusammenhang mit einem Wahlpflichtgegenstand, einer Schwerpunktprüfung in Form einer fächerübergreifenden Prüfung oder einer Schwerpunktprüfung mit einer ergänzenden Fragestellung (eine Frage ist in einer lebenden Fremdsprache oder mit den Mitteln der Informatik zu beantworten) entscheiden (vgl. § 20 der Reifeprüfungsverordnung). Der Kandidat darf gemäß § 40 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung in einem solchen Fall zur Klausurprüfung und zu jenen mündlichen Teilprüfungen, die keine mündliche Schwerpunktprüfung enthalten, im Haupttermin, zur mündlichen Teilprüfung mit Schwerpunktsetzung jedoch erst zu einem späteren Termin antreten. Dabei kann auch ein anderer als der für die Fachbereichsarbeit gewählte Unterrichtsgegenstand gewählt werden.
  • Der Kandidat muss natürlich auch bei der Neuwahl der Schwerpunktform das Einvernehmen des (der) Prüfer(s) zur Schwerpunktprüfung nachweisen und die ausgewählten Themenbereiche der Schwerpunktprüfung für den nächsten Termin unverzüglich vereinbaren. Dieses Einvernehmen zwischen Prüfer und Prüfungskandidat über einen Themenbereich des gewählten Prüfungsgebietes, der sodann Grundlage für die Spezialfrage ist, ist gemäß § 19 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung erforderlich.
  • Der Schulleiter nimmt die Anmeldung zur Form der Reifeprüfung bei negativer Fachbereichsarbeit entgegen.

Eine Woche vor Beginn der Klausurprüfungen:

  • Der Schulleiter gibt die Reihenfolge der Klausurarbeiten und der allfälligen schriftlichen Jahresprüfungen bekannt. Gemäß § 29 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung ist nämlich die Reihenfolge der schriftlichen Klausurarbeiten vom Schulleiter nach den organisatorischen Erfordernissen festzulegen und den Prüfungskandidaten spätestens eine Woche vor Beginn der Klausurprüfung bekannt zu geben.
  • Zwischen den schriftlichen Klausurarbeiten, die an je einem Schultag festzusetzen sind, ist gemäß § 33 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung für jeden Prüfungskandidaten, der vier Klausurarbeiten zu absolvieren hat, mindestens ein prüfungsfreier Tag festzusetzen. Die Festsetzung dieses Tages ist vom Schulleiter nach den organisatorischen Erfordernissen zutreffen (dieser Tag kann auch ein ohnedies schulfreier Tag sein). Dies gilt auch für die Nebentermine, sofern wenigstens einer der Prüfungskandidaten mindestens drei schriftliche Klausurarbeiten abzulegen hat.
  • Nach derTextierung des § 33 Abs.1 der Reifeprüfungsverordnung haben mithin im Haupttermin nur jene Kandidaten zwischen den einzelnen Klausuren einen prüfungsfreien Tag, die vier Klausurarbeiten zu absolvieren haben, während in den anderen Terminen bereits bei drei Klausurarbeiten ein prüfungsfreier Tag einzuteilen ist.
  • Gemäß § 32 Reifeprüfungsverordnung ist im Übrigen die schriftliche Klausurarbeit einer allfälligen Zusatzprüfung zur Reifeprüfung (freiwillige erweiternde Reifeprüfung) an eben diesem prüfungsfreien Tag anzusetzen, sofern dies organisatorisch möglich ist. Ist dies aus organisatorischen Gründen nicht möglich, so hat die schriftliche Klausurarbeit einer allfälligen Zusatzprüfung innerhalb von zwei Tagen nach Abschluss der sonstigen schriftlichen Klausurarbeiten stattzufinden.
  • Davon zu unterscheiden ist die schriftliche Jahresprüfung im Fall eines negativen Abschlusses im Jahreszeugnis in einem Gegenstand, der nicht zur Reifeprüfung gewählt wurde (siehe unten).

Spätestens zwei Tage vor Beginn der Klausuren:

  • Die Schüler haben alle bei den Klausurprüfungen zu verwendenden Wörterbücher, Formelsammlungen und mathematischen Tabellenwerke spätestens zwei Tage vor der ersten Klausurarbeit abzugeben (§ 29 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • Der Prüfer hat alle diese Unterlagen entgegenzunehmen, zu überprüfen und nach der Überprüfung unmittelbar vor derjeweiligen Klausurarbeit an die Prüfungskandidaten auszugeben.
    Klausurarbeiten:
  • Die Durchführung der Klausurarbeiten ist im § 29 der Reifeprüfungsverordnung im Detail geregelt. Vgl. hiezu die späteren Ausführungen.

Erster Schultag, der auf eine Klausurarbeit folgt:

  • Allfällige schriftliche Jahresprüfungen sind durchzuführen. Gemäß § 36a Abs. 1 SchUG sind zur Ablegung der Hauptprüfung im Haupttermin alle Prüfungskandidaten berechtigt, die die letzte lehrplanmäßig vorgesehene Schulstufe der betreffenden Schulart (im Fall der AHS ist dies die 8. Klasse) erfolgreich abgeschlossen haben oder die in höchstens einem Pflichtgegenstand mit „Nicht genügend" beurteilt worden sind. Im letztgenannten Fall hat der Prüfungskandidat im Rahmen der Hauptprüfung eine „Jahresprüfung" abzulegen.
  • Bei Nichtbestehen dieser Jahresprüfung ist die Wiederholung der Reifeprüfung, jedoch nicht die Abbiegung einer Wiederholungsprüfung zulässig. Da die letzte Schulstufe nicht erfolgreich abgeschlossen wurde, darf diese gemäß § 27 Abs. 1 SchUG wiederholt werden, sofern der Schüler im Fall der Wiederholung der Schulstufe die nach § 32 SchUG zulässige Höchstdauer des Schulbesuches nicht überschreitet. Im Fall einer solchen Überschreitung darf er die Schulstufe nicht wiederholen (5 27 Abs. 3 SchUG).
  • Die Höchstdauer des Schulbesuches an AHS ist im § 32 Abs. 6 SchUG folgendermaßen geregelt: Zum Abschluss einer mittleren oderhöheren Schule mit vier bis neun Schulstufen (die Langform der AHS hat 8 Schulstufen) darf ein Schüler höchstens um zwei Schuljahre länger benötigen, als der Zahl der Schulstufen entspricht (also maximal 10 Jahre).
  • Die schriftliche Jahresprüfung im Falle eines „Nicht genügend" des Kandidaten in einem Schularbeitsgegenstand, den er nicht zur Reifeprüfung gewählt hat, ist gemäß § 8 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung durchzuführen. Gemäß § 30 der Verordnung hat die Arbeitszeit 100 Minuten zu betragen (zwei Schulstunden). Die Aufgabenstellungen sind dem Lehrstoff der letzten Schulstufe zu entnehmen. Im Übrigen gelten die wesentlichen Grundsätze der Durchführung der Klausurarbeiten auch für die schriftliche Jahresprüfung.

Nach Durchführung der Klausurarbeiten:

  • Die Prüfer nehmen die Klausurarbeiten entgegen, überprüfen sie „unverzüglich" (§ 41 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung; für die Korrektur steht nach Möglichkeit ein Zeitraum von etwa einer Woche zur Verfügung; die Interpretation des Begriffes „unverzüglich" obliegt dem Schulleiter) und kennzeichnen deutlich alle Fehler. Sodann sind die Arbeiten mit einem begründeten Beurteilungsantrag zu versehen (§ 41 Abs. 1) und an den Direktor abzugeben.
  • Der Direktor nimmt die korrigierten und mit einem begründeten Beurteilungsantrag versehenen Klausurarbeiten entgegen und legt die Arbeiten mit den Unterlagen den übrigen Mitgliedern der Prüfungskommission zur allfälligen Durchsicht zugänglich auf. Sodann legt er die Arbeiten dem Vorsitzenden vor (§ 41 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).

Zwischen Klausurarbeiten und mündlichen Prüfungen:

  • Prüfer und Kandidaten arbeiten gemeinsam in Arbeitsgemeinschaften. Gemäß § 33 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung sind
    in der unterrichtsfreien Zeit zwischen der Klausurprüfung und der mündlichen Prüfung im Haupttermin (nicht bei anderen Terminen!) Arbeitsgruppen einzurichten, an denen die Prüfungskandidaten teilnehmen können und in denen sich Lehrer und Prüfungskandidaten mit Problemen und Stoffgebieten der jeweiligen Prüfungsgegenstände beschäftigen.
  • Dabei dürfen die für die mündliche Prüfung vorgesehenen Aufgaben keinesfalls so weit vorbereitet werden, dass ihre Lösung keine selbständige Leistung erfordert (RPVO 33/2).

Spätestens zwei Wochen vor Beginn der mündlichen Prüfungen:

  • Die Prüfungskommission setzt die Noten für die Klausurarbeiten fest. Gemäß § 41 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung sind die Teilbeurteilungen für die schriftlichen Klausurarbeiten auf Grund eines vom Prüfer gestellten Beurteilungsantrages von der Prüfungskommission in einer vom Vorsitzenden spätestens zwei Wochen vor Beginn der mündlichen Prüfung einzuberufenden Sitzung festzusetzen. An dieser Sitzung nehmen alle Prüfer teil.
  • DerSchulleitersorgtfürdienachweislicheBekanntgabedernegativenTeilbeurteilungenderKlausurenandiePrüfungskandidaten. Gemäß 5 41 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung ist nämlich eine Teilbeurteilung mit „Nicht genügend" dem Prüfungskandidaten spätestens zwei Wochen vor Beginn seiner mündlichen Prüfung nachweislich bekannt zu geben. Es ist zweckmäßig, die Kandidaten die Kenntnisnahme der negativen Teilbeurteilung(en) bestätigen zu lassen.
  • Wenn die Teilbeurteilung von mehr als zwei schriftlichen Klausurarbeiten mit „Nicht genügend" erfolgt, dann gelten diese Teilbeurteilungen als Beurteilung der betreffenden Prüfungsgebiete. Die Gesamtbeurteilung ist im Reifeprüfungszeugnis mit „Nicht bestanden" festzusetzen (§ 41 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung). Schriftliche Jahresprüfungen sind keine „Klausurarbeiten" und daher hiebei nicht mitzuzählen (RS BMB 2/95).
  • Somit ergibt sich nach dem Ergebnis der Klausurarbeiten folgende Systematik:
    • Alle Klausuren bestanden: Antreten zum Haupttermin, keine zusätzlichen mündlichen Prüfungen.
    • 1 oder 2 Nicht genügend auf Klausuren: Antreten zum Haupttermin, 1 oder 2 zusätzliche mündliche Prüfungen, sofern die Gegenstände nicht ohnedies zur Reifeprüfung gewählt wurden.
    • 3 oder 4 Nicht genügend (letzteres nur im Falle der Variante 4 Klausuren und 3 mündliche Prüfungen möglich!): Reifeprüfung nicht bestanden, negatives Zeugnis, kein Antreten im Haupttermin möglich, Verweis auf den nächsten Termin (Antreten daher z.B. bereits im Herbsttermin möglich).

Eine Woche vor Beginn der mündlichen Prüfungen:

  • Der Schulleiter veranlasst die Bekanntgabe der Einteilung der mündlichen Prüfungen durch Anschlag in der Schule. Gemäß § 34 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung ist die Einteilung der Prüfungskandidaten auf die einzelnen Prüfungshalbtage vom Direktor vorzunehmen und durch Anschlag in der Schule spätestens eine Woche vor Beginn der mündlichen Prüfung bekannt zu geben.
  • Bei der Einteilung der Prüfungskandidaten und der einzelnen Prüfungen ist im Übrigen auf die Bestimmungen des § 34 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung Rücksicht zu nehmen, wonach die mündlichen Teilprüfungen nicht vor 7.30 Uhr beginnen dürfen und spätestens um 20 Uhr zu enden haben. Die dem Prüfungskandidaten eingeräumte Vorbereitungszeit sowie die für die Beurteilung der Leistungen erforderliche Zeit ist in diese Zeitspanne nicht einzurechnen, das heißt, dass im Extremfall ab 7.30 Uhr bereits geprüft werden kann und die Prüfungen bis 20 Uhr dauern dürfen. Die Beurteilungsberatungen können sodann noch nach 20 Uhr stattfinden.
  • Gemäß § 36 Abs. 1 hat jeder Prüfungskandidat an dem Halbtag, an dem seine mündliche Prüfung beginnt, alle mündlichen Teilprüfungen abzulegen. Dies gilt jedoch nicht für den Fall, dass der Prüfungskandidat mehr als vier Teilprüfungen abzulegen hat. In diesem Fall (= ab fünf mündlichen Prüfungen) sind die Teilprüfungen auf die beiden Halbtage eines Tages zu verteilen. Im Normalfall wird also jeder Kandidat, der nicht mehr als vier mündliche Prüfungen hat (= vier mündliche Prüfungen gewählt bzw. drei gewählt und eine zusätzliche Prüfung wegen negativer Klausur), an einem Halbtag mit allen Prüfungen fertig. Erst ab fünf mündlichen Prüfungen (= vier gewählte Prüfungen und eine Zusatzprüfung bzw. drei gewählte Prüfungen und zwei zusätzliche Prüfungen) benötigt der Kandidat zwei Halbtage.
  • Gemäß § 36 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung ist die Reihenfolge der einzelnen mündlichen Teilprüfungen vom Schulleiter im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden festzulegen. Eine Verlautbarung der genauen Abfolge der Prüfungen ist nicht erforderlich. Durch Anschlag in der Schule ist lediglich die Einteilung der Prüfungskandidaten auf die einzelnen Prüfungshalbtage spätestens eine Woche vor Beginn der mündlichen Prüfung bekannt zu geben.

Durchführung der mündlichen Teilprüfungen:

  • Die mündlichen Prüfungen beginnen an den einzelnen Prüfungstagen frühestens um 7.30 Uhr (die Vorbereitungszeit kann schon früher beginnen) und enden spätestens um 20 Uhr (die Beurteilungskonferenz der Kommission kann später stattfinden). Vgl. hiezu § 34 Abs. 2 der RP-Verordnung.
  • Dem Vorsitzenden obliegt gemäß § 34 Abs. 4 RPVO die Leitung der mündlichen Prüfung.
  • Das Reifeprüfungsprotokoll ist nach Möglichkeit vom Klassenvorstand zu führen (§ 34 Abs. 6 RPVO).
  • Die Reihenfolge der einzelnen mündlichen Teilprüfungen ist vom Schulleiter im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden festzulegen (§ 36 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Zur Vorbereitung auf jede Teilprüfung ist jedem Prüfungskandidaten eine angemessene Frist (mindestens 20 Minuten) einzuräumen. Zur Vorbereitung auf eine mündliche Schwerpunktprüfung (vertiefende Schwerpunktprüfung, fächerübergreifende Schwerpunktprüfung, ergänzende Schwerpunktprüfung oder Schwerpunktprüfung im Zusammenhang mit einer Fachbereichsarbeit) ist mindestens eine Vorbereitungszeit von 30 Minuten einzuräumen (§ 36 Abs. 3 RPVO). Natürlich wird man versuchen - sofern es die Gesamtorganisation zulässt-, insbesondere bei grafischen oder praktischen Aufgabenstellungen (BE, ME, Informatik, Mathematik, Darstellende Geometrie, Chemie etc.) eine etwas längere Vorbereitungszeit zu gewähren.
  • Zur selben Zeit darf von der Prüfungskommission nur ein einziger Prüfungskandidat geprüft werden, jedoch kann man während einer mündlichen Teilprüfung Aufgaben an andere Prüfungskandidaten zur Vorbereitung ausgeben, sodass im Prüfungsraum z.B. drei Kandidaten sich gleichzeitig vorbereiten und ein Kandidat geprüft wird (§ 36 Abs. 4 RPVO).
  • Gemäß § 36 Abs. 6 ist für jede einzelne mündliche Teilprüfung nicht mehr Zeit zu verwenden, als für die Gewinnung eines sicheren Urteils über die Kenntnisse der Prüfungskandidaten erforderlich ist. Die Prüfungszeit darf für eine Teilprüfung 15 Minuten nicht überschreiten und fünf Minuten nicht unterschreiten.
  • In Musikerziehung und Instrumentalunterricht (an ORG) beträgt die Höchstdauer 20 Minuten und die Mindestdauer zehn Minuten. Für Schwerpunktprüfungen sind diese Zeiten um zehn Minuten verlängert, diese müssen also mindestens 15 Minuten und dürfen nicht länger als 25 Minuten dauern (bei Schwerpunktprüfungen aus ME und Instrumentalunterricht an ORG: mehr als 20 und weniger als 30 Minuten). Die Begrenzung der Prüfungszeit innerhalb des genannten Spielraumes obliegt dem Prüfer mit Zustimmung des Vorsitzenden.
  • Der Vorsitzende ist gemäß § 36 Abs. 7 Reifeprüfungsverordnung berechtigt, die Prüfungsdauer für die erste vom Prüfungskandidaten behandelte Aufgabe zu begrenzen. Der Vorsitzende ist darüber hinaus berechtigt, sich an den mündlichen Teilprüfungen im Zusammenhang mit den vom Prüfer gestellten Fragen zu beteiligen.
  • Für jede mündliche Teilprüfung sind die vom Prüfungskandidaten behandelten Aufgaben (samt Angabe der ihnen beigegebenen Hilfsmittel und Hilfen) im Reifeprüfungsprotokoll festzuhalten (§ 36 Abs. 9 der RP-Verordnung). Das Reifeprüfungsprotokoll führt nach Möglichkeit der Klassenvorstand (§ 34 Abs. 6 RPVO).

Beurteilung der Leistungen:

  • Die Teilbeurteilungen, die Beurteilungen in den einzelnen Prüfungsgebieten und die Gesamtbeurteilung der Reifeprüfung hat die zuständige Prüfungskommission in nichtöffentlicher Sitzung vorzunehmen (§ 39 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Ist der Vorsitzende der jeweiligen Prüfungskommission der Meinung, dass ein Beschluss der Prüfungskommission gegen Rechtsvorschriften verstößt, hat er diesen Beschluss auszusetzen und die Weisung der Schulbehörde erster Instanz einzuholen (§ 39 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Teilbeurteilungen sowie die Beurteilung der Leistungen in den einzelnen Prüfungsgebieten und die Gesamtbeurteilung sind in das Reifeprüfungsprotokoll aufzunehmen. Ferner ist die Begründung der negativen Beurteilungen für ein Prüfungsgebiet in das Reifeprüfungsprotokoll aufzunehmen (§ 39 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • Im Anschluss an die Beschlussfassung der Reifeprüfungskommission verkündet der Vorsitzende die Ergebnisse an die Kandidaten. Sofern die Zeugnisverteilung nicht in feierlichem Rahmen vorgesehen ist, kann der Klassenvorstand die Zeugnisse auch jeweils im Anschluss an die Prüfungshalbtage fertigstellen und allenfalls auch ausgeben.

2. Formen der Reifeprüfung:

  • Reifeprüfungen bestehen gemäß § 34 SchUG aus der Hauptprüfung und allenfalls auch aus einer Vorprüfung. Vorprüfungen bestehen aus einer mündlichen, schriftlichen oder praktischen Prüfung (an manchen Schularten und Sonderformen verpflichtend) oder aus einer Fachbereichsarbeit (AHS). Demgegenüber besteht die Hauptprüfung aus einer Klausurprüfung (die schriftliche, grafische und/oder praktische Arbeiten umfassen kann) und einer mündlichen Prüfung.
  • Für die AHS ist dies im § 2 der Reifeprüfungsverordnung konkretisiert, wonach an AHS die Reifeprüfung entweder nur aus einer Hauptprüfung oder aus einer Vorprüfung und einer Hauptprüfung besteht. Die Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit als schriftliche Hausarbeit ist eine freiwillig wählbare Variante. Eine verpflichtende Vorprüfung gibt es an folgenden AHS-Sonderformen: an den RG/ORG unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung (Vorprüfung aus Bewegung und Sport, RPVO 50/1) und am Werkschulheim Felbertal (Vorprüfung aus den technisch-gewerblichen Unterrichtsgegenständen = fachliche Abschlussprüfung, RPVO 53/1).

3. Prüfungskommission:

  • Vorsitzender der Prüfungskommmission ist gemäß § 35 Abs. 1 SchUG der nach der Geschäftsverteilung des Amtes des Landesschulrates zuständige Landesschulinspektor. Da es naturgemäß den wenigen Landesschulinspektoren nicht möglich sein kann, an allen Schulen den Reifeprüfungsvorsitz zu führen, hat der Landesschulrat gemäß § 35 Abs. 1 SchUG per Kollegiumsbeschluss andere Experten der betreffenden Schulart (in der Regel Fachinspektoren und Direktoren) mit dem Vorsitz zu betrauen.
  • Im Falle der unvorhergesehenen Verhinderung des Vorsitzenden vertritt ihn der Schulleiter oder ein von diesem bestellter Vertreter. Vorsitzender der Prüfungskommission der pflichtigen Vorprüfung an den AHS-Sonderformen ist der Schulleiter oder ein von ihm zu bestellender Vertreter (SchUG 35/1).
  • Mitglieder der Prüfungskommission sind bei Hauptprüfungen neben dem Vorsitzenden der Schulleiter, der Klassenvorstand sowie jene Lehrer, die einen Unterrichtsgegenstand in der betreffenden Klasse zuletzt unterrichtet haben, der zu einem Prüfungsgebiet des betreffenden Prüfungskandidaten gehört (= Prüfer). Dadurch ergeben sich jeweils nach den Prüfungsgebieten der einzelnen Kandidaten verschieden zusammengesetzte Prüfungskommissionen.
    Nach §38 SchUG, sind "... abweichend vom §35 Prüfer ausschließlich von Teilprüfungen der Klausurprüfung von der Anwesenheitspflicht ausgenommen" und haben kein Stimmrecht. Das bedeutet, dass die Prüfer von Klausurarbeiten nur dann Mitglieder der Prüfungskommission der mündlichen Prüfungen sind, wenn der Kandidat auch mündlich bei ihnen antritt.
  • Wenn ein Prüfer als Mitglied der Prüfungskommission verhindert ist, hat der Schulleiter einen Vertreter zu bestellen (§ 35 Abs. 3 SchUG).
  • Für einen Beschluss der Prüfungskommission ist die Anwesenheit des Vorsitzenden und von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder sowie die unbedingte Mehrheit der von den Mitgliedern abgegebenen Stimmen erforderlich (§ 35 Abs. 4 SchUG). Stimmenthaltungen sind unzulässig. Der Vorsitzende entscheidet im Falle der Stimmengleichheit, stimmt jedoch selbst nicht mit (§ 35 Abs. 4 SchUG).
  • Die Prüfungskommission einer Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit (sofern diese nicht fächerübergreifend ist) besteht aus dem Vorsitzenden und dem Prüfer. Der Prüfer bestimmt somit die Beurteilung allein (in Beratung mit dem Vorsitzenden), es sei denn, dass der Vorsitzende die Beurteilung aussetzt. Bei einer fächerübergreifenden Fachbereichsarbeit beurteilt der zweite Betreuer im Einvernehmen mit dem Hauptbetreuer mit.
  • Die Prüfungskommission ist also hinsichtlich der Fachprüfer nicht auf alle Prüfungskandidaten der betreffenden Klasse (bei Teilung des Unterrichts in Schülergruppen: Gruppe), sondern auf den betreffenden einzelnen Prüfungskandidaten hin zusammengesetzt. Nur der Vorsitzende, der Schulleiter und der Klassenvorstand sind für alle Prüfungskandidaten zuständige Kommissionsmitglieder.
  • Für einen Prüfungskandidaten, der auch eine Jahresprüfung im Rahmen der Reifeprüfung abzulegen hat, weil im Jahreszeugnis ein Pflicht- oder Wahlpflichtgegenstand negativ beurteilt war, zählt auch dieser Gegenstand als Prüfungsgebiet. Der zuständige Prüfer gehört aber nicht der Prüfungskommission an, weil die Jahresprüfung klar außerhalb der Hauptprüfung positioniert ist (Erl. Bem. zur Novelle 1999).
  • Falls ein Prüfungskandidat im Rahmen der Reifeprüfung auch eine Zusatzprüfung (z.B. zur Erweiterung der Studienberechtigung) ablegt, so gehört gemäß § 41 Abs. 1 SchUG der Lehrer des Prüfungsgegenstandes der Zusatzprüfung ebenfalls der Prüfungskommission an; er hat jedoch nur hinsichtlich dieses Prüfungsgegenstandes Stimmrecht, sofern er nicht ohnehin Mitglied der Prüfungskommission ist.
  • Die Prüfungskommission (also auch alle Prüfer) bleibt (bleiben) auch bei Wiederholungen der Reifeprüfung unverändert. Dies gilt auch für den drittnächsten oder allenfalls noch späteren Prüfungstermin für Wiederholungen. Der Schüler darf die Reifeprüfung nicht bei einer zu diesem späteren Termin an der Schule amtierenden neuen Prüfungskommission einer neuen Maturaklasse ablegen.
  • Der Vorsitzende wechselt allerdings nach einem Schuljahr. Für den Fall, dass der Klassenvorstand bei einem späteren Antreten des Prüfungskandidaten zu einer Wiederholung nicht mehr Lehrer der Schule sein sollte, ist eine Nachbesetzung dieser Funktion naturgemäß nicht möglich (Erl. Bem. zur Novelle BGBI. 198/99).
  • Die Zahl der Mitglieder der Prüfungskommission eines jeden Prüfungskandidaten kann je nach den gewählten Prüfungsgebieten und diversen anderen Parametern (Personalunion von Klassenvorstand und Prüfer, von Direktor und Prüfer, allfällige Zusatzprüfungen etc.) sehr stark differieren. Einzelne Prüfungsgebiete haben überdies zwei Prüfer (fächerübergreifende Prüfungen).
  • Es sind folgende Vertretungen möglich:
    • Der Vorsitzende wird durch den Schulleiter vertreten (§ 35 Abs. 1 SchUG).
    • Ein Prüfer wird im Fall seiner Verhinderung durch einen vom Schulleiter bestellten Vertreter vertreten (§ 35 Abs. 3 SchUG).

4. Umfang der Reifeprüfung:

  • Gemäß § 3 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung bestehen Reifeprüfungen ohne Vorprüfungen (also ohne Fachbereichsarbeit bzw. ohne pflichtige Vorprüfungen) alternativ aus:
    • 3 Klausurarbeiten und 4 mündlichen Teilprüfungen, wobei eine der mündlichen Prüfungen eine mündliche Schwerpunktprüfung bildet (siehe hiezu später bei Behandlung des § 20), oder
    • 4 Klausurarbeiten und 3 mündlichen Teilprüfungen, wobei ebenfalls eine der mündlichen Teilprüfungen eine mündliche Schwerpunktprüfung bildet.
  • Demgegenüber bestehen gern. RPVO 3/2 Reifeprüfungen mit Vorprüfung alternativ aus:
    • einer Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit, 3 Klausurarbeiten und 3 mündlichen Teilprüfungen, von denen eine in einer zusätzlichen Frage auf die Fachbereichsarbeit Bezug zu nehmen hat, oder
    • an bestimmten Formen der AHS aus einer der Schwerpunktsetzung der betreffenden Schule entsprechenden pflichtigen Vorprüfung (AHS mit sportlichem Schwerpunkt) sowie 3 Klausuren und 4 mündlichen Prüfungen oder 4 Klausuren und 3 mündlichen Prüfungen oder einer Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit und 3 Klausurarbeiten und 3 mündlichen Prüfungen.
  • Im Rahmen der Hauptprüfung ist auch eine allfällige Jahresprüfung gemäß § 36a Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes abzulegen (§ 3 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • Im Rahmen der Hauptprüfung können ferner Zusatzprüfungen zur Reifeprüfung gemäß § 41 SchUG abgelegt werden (§ 3 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung).
  • Zusatzprüfungen zur Reifeprüfung (auf freiwilliger Basis, zum Beispiel zur Erweiterung der Studienberechtigung) können aus Latein, Griechisch oder Darstellender Geometrie abgelegt werden (vgl. hiezu die Universitätsberechtigungsverordnung). Voraussetzung dafür ist nach § 41 Abs. 1 SchUG, dass an der Schule geeignete Prüfer zur Verfügung stehen. Der Gegenstand muss vom Prüfungskandidaten nicht als Freigegenstand oder als Pflichtgegenstand besucht worden sein. Ein Freigegenstand kann im Übrigen gemäß § 5 Abs. 1 Z. 2 bis 4 der Reifeprüfungsverordnung selbst ein Prüfungsgebiet darstellen. Zusatzprüfungen können auch außerhalb der regulären Reifeprüfungstermine abgelegt werden, z. B. auch erst nach erfolgreich bestandener Reifeprüfung als Externistenprüfung, um die Studienberechtigung zu erweitern.
  • Es sind also folgende Varianten der Reifeprüfung in der grundsätzlichen Struktur möglich:
    • Reifeprüfung ohne Fachbereichsarbeit, dafür mit mündlicher Schwerpunktprüfung (3 oder 4 Klausurarbeiten und dementsprechend 4 oder 3 mündliche Prüfungen);
    • Reifeprüfung mit Schwerpunktbildung durch eine Fachbereichsarbeit (3 Klausurarbeiten und 3 mündliche Prüfungen).
      Die Gesamtzahl der Teilprüfungen beträgt also obligatorisch sieben Pflichtprüfungen.
  • Pflichtige Vorprüfungen gibt es im Rahmen der AHS-Reifeprüfung nur an folgenden Sonderformen: Realgymnasium oder Oberstufenrealgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung sowie Werkschulheim Felbertal in Ebenau bei Salzburg. An allen anderen AHS gibt es nur die freiwillige Form der Vorprüfung als Fachbereichsarbeit. In jedem Fall stellen allfällige Vorprüfungen eine Vorstufe zur Hauptprüfung dar.

5. Prüfungsgebiete und Inhalt der Vorprüfungen:

a) Pflichtige Vorprüfungen:

  • Pflichtige Vorprüfungen gibt es nur an einigen Sonderformen der AHS.
  • Am RG oder ORG unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung umfasst die Vorprüfung je nach den an der betreffenden Schule eingerichteten lehrplanmäßigen Ausbildungsbereichen drei bis fünf Teilprüfungen aus dem Pflichtgegenstand Bewegung und Sport (RPVO 6 Z 1).
  • Am Werkschulheim Felbertal umfassen die Vorprüfungen die technisch-gewerblichen Unterrichtsgegenstände (fachliche Abschlussprüfung) als praktische, schriftliche und mündliche Teilprüfung (§ 6 Z 2 Reifeprüfungsverordnung).

b) Vorprüfungen in Form einer Fachbereichsarbeit:

  • Eine Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit findet nur statt, wenn sich der Prüfungskandidat hiezu gemäß RPVO 4/1 anmeldet.
  • Das Thema einer Fachbereichsarbeit kann aus dem Stoffbereich eines oder zweier Unterrichtsgegenstände der letzten Schulstufe gewählt werden, die für die mündliche Reifeprüfung wählbar sind (§ 5 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung) und die im Hinblick
    auf die Aufgabe der Fachbereichsarbeit eine sinnvolle Fächerkombination darstellen. Bei einer fächerübergreifenden Themenstellung ist die Fachbereichsarbeit einem Unterrichtsgegenstand zuzuordnen. Betrifft die Fachbereichsarbeit eine lebende Fremdsprache, so ist sie in dieser Sprache zu verfassen (§ 7 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Zielsetzung der Fachbereichsarbeit ist es, dass der Prüfungskandidat in der eigenständigen Durchführung einer angemessenen Themenstellung zeigt, dass er zum schwerpunktartigen Erfassen von Sachverhalten und Problemen, ihren Ursachen und Zusammenhängen, zu exaktem Beobachten und Wahrnehmen, zu logischem und kritischem Denken, klarer Begriffsbildung und sinnvoller Fragestellung, zu differenziertem schriftlichem Ausdrucksvermögen, zum Aufsuchen angemessener und geeigneter Informationsquellen und ihrer sachgerechten Nutzung sowie zum Anwenden grundlegender Lern- und Arbeitstechniken befähigt ist (§ 7 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Fachbereichsarbeit hat sich auf einzelne Bereiche des Lehrstoffes des betreffenden Unterrichtsgegenstandes zu beziehen. Die Einbeziehung weiterer fachspezifischer Bereiche, welche im Lehrplan des betreffenden Unterrichtsgegenstandes nicht vorgesehen sind, ist zulässig, sofern dies im Hinblick auf die Bildungs- und Lehraufgabe des betreffenden Unterrichtsgegenstandes und die Aufgabe der Fachbereichsarbeit sinnvoll und zweckmäßig ist (§ 7 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).

6. Prüfungsgebiete der Klausurprüfung:

a) Wahlmöglichkeiten:

  • Die Hauptprüfung besteht aus Klausurprüfungen und aus mündlichen Prüfungen.
  • Die Wahl der Klausurprüfungen - sofern sie nicht wie Deutsch und Mathematik verpflichtend vorgesehen sind - hat der Prüfungskandidat zugleich mit seiner Anmeldung zur Reifeprüfung bekannt zu geben (§ 4 Abs. 2 Z 2 Reifeprüfungsverordnung). Bei alternativen Pflichtgegenständen ist maßgeblich, welchen der Prüfungskandidat besucht (hat).
  • Gemäß § 8 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung hat die Klausurprüfung schriftliche Klausurarbeiten in folgenden Prüfungsgebieten zu umfassen: Bei 3 Klausurarbeiten:
    1. Deutsch,
    2. Latein oder Griechisch oder Erste lebende Fremdsprache oder Zweite lebende Fremdsprache oder eine weitere in der Oberstufe (allenfalls auch im Rahmen der Schulautonomie) mit zumindest 10 Wochenstunden vorgesehene Fremdsprache (sofern im Lehrplan auf allen Schulstufen Schularbeiten vorgesehen sind),
    3. Mathematik. Bei 4 Klausurarbeiten:
    1. Deutsch,
    2. Latein oder Griechisch oder Erste lebende Fremdsprache oder Zweite lebende Fremdsprache oder eine weitere Fremdsprache (siehe oben),
    3. Mathematik,
    4. Darstellende Geometrie oder eine weitere Fremdsprache oder (wenn vom Prüfungskandidaten alternativ zu Darstellender Geometrie besucht) Biologie und Umweltkunde oder Physik (nur am RG möglich).

b) Schriftliche Jahresprüfung:

  • Im Falle einer Jahresprüfung über einen in der 8. Klasse negativ abgeschlossenen Gegenstand in einem Unterrichtsgegenstand, in dem Schularbeiten vorgesehen sind, ist im Rahmen der Klausurprüfung überdies die diesbezügliche schriftliche Prüfung abzulegen; diese schriftliche Prüfung entfällt, wenn der das Prüfungsgebiet bildende Pflichtgegenstand ohnedies Prüfungsgebiet einer Klausurarbeit des Prüfungskandidaten ist.
  • Eine Jahresprüfung in den Pflichtgegenständen Instrumentalunterricht, Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung oder Leibesübungen (ab 2006 „Bewegung und Sport") ist als praktische Klausurarbeit abzulegen.
  • In den übrigen Pflichtgegenständen ist die Jahresprüfung gemäß § 37 Abs. -1 Reifeprüfungsverordnung nur als mündliche Prüfung abzulegen.
  • Eine schriftliche Jahresprüfung kann nur folgende Gegenstände betreffen: Fremdsprachen, Darstellende Geometrie sowie die am Realgymnasium bzw. Oberstufenrealgymnasium alternativ zu Darstellender Geometrie besuchten Schularbeitsgegenstände Biologie und Umweltkunde bzw. Physik.
  • Der zusätzliche Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (Kurzkurs von je zwei Wochenstunden in der 6. bis 8. Klasse) ist zur Reifeprüfung nicht wählbar und kennt auch keine Schularbeiten. Eine entsprechende Jahresprüfung aus diesem Wahlpflichtgegenstand ist daher nur mündlich durchzuführen.

c) Fremdsprachen:

  • Die alternativ möglichen Sprachen (Erste und Zweite lebende Fremdsprache) sind in den Lehrplanverordnungen festgesetzt, ebenso die als Freigegenstand für die mündliche Reifeprüfung möglichen Fremdsprachen:
    • als Erste lebende Fremdsprache: Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch;
    • als Zweite lebende Fremdsprache: Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Slowenisch, Serbokroatisch, Ungarisch, Spanisch;
    • als Freigegenstand: Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch, Spanisch, Tschechisch;
    • als weitere Fremdsprache: eine weitere in der Oberstufe (allenfalls auch im Rahmen der Schulautonomie) mit zumindest 10 Wochenstunden vorgesehene Fremdsprache (sofern im Lehrplan auf allen Schulstufen Schularbeiten vorgesehen sind) für die Klausurprüfung;
    • für, die mündliche Prüfung sind Fremdsprachen nur dann wählbar, wenn sie in der Oberstufe (schulautonom) im Gesamtausmaß von mindestens 8 Wochenstunden vorgesehen sind.
  • Während für die Klausurprüfung nur die als Pflichtgegenstand absolvierte Erste oder Zweite lebende Fremdsprache oder eine weitere Fremdsprache mit 10 Wochenstunden in Betracht kommen, kann für die mündliche Prüfung auch eine als Freigegenstand geführte lebende Fremdsprache mit 8 Wochenstunden gewählt werden. Das gilt auch für die Freigegenstände Latein und Griechisch. Davon ist allerdings zu unterscheiden die Ablegung von Latein bzw. Griechisch als Zusatzprüfung, also schriftlich und mündlich zusätzlich zu den obligaten Teilprüfungen der Reifeprüfung.
    Nicht reifeprüfungsfähig ist der zusätzliche Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (6. bis 8. Klasse mit je zwei Wochenstunden) als ausgesprochener Kurzkurs mit entsprechend eingeschränkten Bildungszielen und -inhalten (ohne Schularbeiten).

d) Weitere Gegenstände:

  • Darstellende Geometrie ebenso wie alternativ dazu Biologie und Umweltkunde oder Physik kommen für die Klausurarbeit nur in Betracht, wenn sie als (alternativer) Pflichtgegenstand am Realgymnasium bzw. Oberstufenrealgymnasium als Schularbeitsgegenstand absolviert wurden.
  • Bei den meisten angeführten Wahlmöglichkeiten aus alternativen Pflichtgegenständen besteht nicht wie in den übrigen Fällen für den Prüfungskandidaten tatsächlich eine Alternative. Die Entscheidung für Latein oder für eine Zweite lebende Fremdsprache wurde ja bereits mit Beginn der 5. Klasse (RG, WikuRG, ORG) getroffen, ähnlich die Entscheidung zwischen Darstellender Geometrie oder dem ergänzenden Unterricht in Biologie und Umweltkunde, Physik sowie Chemie mit Beginn der 7. Klasse (RG oder ORG).

7. Umfang und Inhalt der schriftlichen Klausurarbeiten:

a) Allgemeines:

  • Die Prüfungsgebiete der jeweiligen Klausurprüfungen (nicht der allfälligen Jahresprüfung!) haben gemäß § 5Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung den gesamten Lehrstoff der Oberstufe der betreffenden Unterrichtsgegenstände der vom Prüfungskandidaten zuletzt besuchten Schulform der allgemein bildenden höheren Schule zu umfassen.
  • Die Bemessung der Arbeitszeit bei den Klausuren erfolgt in der Reifeprüfungsverordnung in Stunden, wobei die Stunde zu 60 Minuten gemeint ist (Uhrstunde, nicht Unterrichtsstunden zu 50 Minuten!).
  • Die Bestimmungen zu den Klausurarbeiten der einzelnen Gegenstände in den §§ 9 bis 17 der Reifeprüfungsverordnung enthalten detaillierte Angaben über die Länge der Klausur (in Uhrstunden!) und zugleich Angaben über die durch die Prüfungsarbeit nachzuweisenden Anforderungen sowie über die bei ihr zulässigen Hilfsmittel.

b) Klausurarbeit in Deutsch:

  • Die schriftliche Klausurarbeit in Deutsch hat die Erstellung eines Textes nach freier Wahl zwischen drei verschiedenen Themen zu umfassen, wobei eines der gestellten Themen eine Problembehandlung (auch mit Material- und Textgrundlage sowie mit Angabe einer fiktiven Situation) und eines eine Textinterpretation zu sein hat und ein weiteres eine Werkbesprechung sein kann. Texte dazu sind dem Prüfungskandidaten zur Verfügung zu stellen (§ 9 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Arbeitszeit hat fünf Stunden (= 300 Minuten!) zu betragen (§ 9 Abs. 1 RPVO).
  • Mit der Klausurarbeit in Deutsch soll der Prüfungskandidat den Nachweis erbringen, dass er in schriftlicher Problembehandlung Gedanken zu einem gestellten Thema geordnet, sachgerecht, sprachgewandt und sprachrichtig darzulegen bzw. einen vorgegebenen Text in inhaltlicher und formaler Hinsicht zu interpretieren vermag (§ 9 Abs. 2 der Verordnung).
  • Die Benützung des Österreichischen Wörterbuches ist zu gestatten (§ 9 Abs. 2 RPVO, entspricht der Lehrplanregelung für Schularbeiten).

c) Klausurarbeit in Latein:

  • Die schriftliche Klausurarbeit in Latein hat eine Übersetzung aus dem Lateinischen in die Unterrichtssprache (= in das Deutsche, am BG/BRG für Slowenen jedoch in das Slowenische) sowie eineInterpretation zu umfassen (§ 10 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Arbeitszeit hat vier Stunden (= 240 Minuten) zu betragen (§ 10 Abs. 1 RPVO).
  • Die Klausurarbeit in Latein soll den Prüfungskandidaten gemäß § 10 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung mit der lateinischen Sprache so weit vertraut zeigen, dass er mit Hilfe eines Wörterbuches einen Text von durchschnittlicher Schwierigkeit richtig verstehen und sprachlich gut in die Unterrichtssprache übertragen kann.
  • Sie soll den Prüfungskandidaten ferner befähigt zeigen, als Beantwortung der gestellten Interpretationsfrage(n) die Ergebnisse einer geistigen Auseinandersetzung mit dem Text in sprachlich angemessener Form darzustellen.
  • Die Texte haben etwa 200 bis 220 lateinische Wörter bei sechsjährigem Latein (im Gymnasium) und 160 bis 180 Wörter bei in der 5. Klasse beginnendem Latein (im Realgymnasium) zu umfassen. Die zur Übersetzung vorgelegte Originalstelle darf im Unterricht nicht behandelt worden sein. Sie ist den Werken eines im Unterricht gelesenen Autors oder den Werken eines anderen Autors, der den gelesenen sprachlich-stilistisch ähnlich ist und thematisch an sie anschließt, zu entnehmen. Die Stelle muss inhaltlich leicht durchschaubar und in sich geschlossen sein und darf keine für den Prüfungskandidaten ungewohnten sprachlichen Schwierigkeiten aufweisen.
  • Dem Text ist ein schriftlicher Hinweis voranzusetzen, der den Zusammenhang, aus dem die Stelle stammt, erklärt oder einen Anhaltspunkt für ihre thematische Zuordnung gibt.
  • Die Benützung eines Wörterbuches ist zu gestatten (§ 10 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Bei sechsjährigem Latein hat die Interpretation in der Beantwortung von zwei oder drei Interpretationsfragen, bei in der 5. Klasse beginnendem Latein in der Beantwortung von ein oder zwei einfachen Interpretationsfragen zu bestehen (§ 10 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • „Sechsjähriges Latein" meint den mit der 3. Klasse des Gymnasiums begonnenen Unterricht, der gemäß 11. SchOG-Novelle 1988 (§ 39 Abs. 1 Z 2 lit. b SchOG) auch in der Oberstufe des Realgymnasiums fortgesetzt werden kann. Mit der 5. Klasse beginnt hingegen der alternative Pflichtgegenstand Latein an allen anderen in Betracht kommenden AHS-Oberstufenformen, ebenso der Freigegenstand Latein (z. B. für den Fall einer Zusatzprüfung). Die erforderliche Niveaudifferenzierung ergibt sich aus den jeweiligen Anforderungen des Lehrplans für das vierjährige bzw. das sechsjährige Latein.

d) Klausurarbeit in Griechisch:

  • Die schriftliche Klausurarbeit in Griechisch hat eine Übersetzung aus dem Griechischen in die Unterrichtssprache sowie eine Interpretation zu umfassen.
  • Die Arbeitszeit hat vier Stunden (= 240 Minuten) zu betragen (§ 11 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Im Übrigen gelten alle weiteren Bestimmungen analog dem „kurzen Latein", das in der 5. Klasse beginnt, sinngemäß (§ 11 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung, siehe hiezu oben).

e) Klausurarbeit in der Ersten lebenden Fremdsprache:

  • Gemäß § 12 Abs. 1 der RPVO hat die schriftliche Klausurarbeit in der Ersten lebenden Fremdsprache Folgendes zu umfassen: 1. die Bearbeitung eines Hörtextes und 2. das Abfassen von Texten entweder     a) auf Grund von sprachlichen, bildlichen oder graphischen Impulsen oder     b) anhand von Leitfragen zu einem vorgelegten längeren Text.
  • Die Arbeitszeit hat insgesamt fünf Stunden (= 300 Minuten) zu betragen, wobei auf die Aufgabe gemäß Ziffer 1 (= Hörtext) die erste Stunde und auf jene gemäß Ziffer 2 (= Textabfassung) die verbleibenden vier' Stunden entfallen.
  • Eine Stunde nach Beginn der Klausurarbeit sind den Prüfungskandidaten die Aufgabenstellungen zur Textabfassung vorzulegen. Der Prüfungskandidat hat die von ihm gewählte Aufgabenstellung sodann innerhalb einer halben Stunde dem aufsichtsführenden Lehrer (muss nicht der Prüfer sein) bekannt zu geben (§ 12 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung). Die Bekanntgabe der Themenwahl hat gemäß § 29 Abs. 8 Reifeprüfungsverordnung schriftlich zu erfolgen.
  • Der Prüfungskandidat erhält also nach Bearbeitung des verpflichtenden Hörtextes (keine Wahlmöglichkeit, eine Stunde Arbeitszeit) die Aufgabenstellungen für den zweiten Teil (Textabfassung), wobei er sich zwischen Abfassung eines Textes aufgrund von Impulsen oder Abfassung eines Textes anhand von Leitfragen zu einem vorgelegten längeren Text entscheiden muss.
  • Hörtextwiedergabe (= „listening comprehension"):
    Bei der Behandlung der Aufgabenstellung gemäß § 12 Abs. 1 Z 1 Reifeprüfungsverordnung (= Hörtextbearbeitung) soll der Kandidat den Nachweis erbringen, dass er in der Lage ist, einen ihm unbekannten Hörtext in seinen wesentlichen Inhalten zu erfassen, ihn in der Fremdsprache möglichst eigenständig zusammenfassend wiederzugeben sowie Detailfragen zum Text in der Fremdsprache zu beantworten. Bei dieser Aufgabenstellung ist dem Prüfungskandidaten (den Prüfungskandidaten, in der Regel allen Kandidaten gemeinsam im selben Prüfungsraum!) ein Hörtext mittleren Schwierigkeitsgrades in der Dauer von höchstens fünf Minuten zweimal vorzuspielen. Das Abspielen des Textes ist in die Arbeitszeit einzubeziehen.
    Der Text muss dem Erfahrungshorizont des Prüfungskandidaten entsprechen, darf ihm aber nicht bekannt sein. Schwierige Eigennamen sowie einzelne Vokabel, die für die Aufgabenstellung wesentlich sind, sind dem Prüfungskandidaten vor Abspielen des Textes schriftlich vorzulegen, ebenso drei oder vier Fragen zur Überprüfung des Detailverständnisses.
    Die Verwendung eines Wörterbuches ist hiebei nicht zulässig. Die bearbeitete Aufgabenstellung samt allfälligen Konzepten ist nach Beendigung dieses Prüfungsteiles abzugeben (§ 12 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Textabfassung:
    Bei der Aufgabenstellung gemäß § 12 Abs. 1 Z 2 lit. a Reifeprüfungsverordnung (= Textabfassung nach Impulsen) sind dem Prüfungskandidaten sprachliche, bildliche oder graphische Impulse vorzugeben. Sofern ein Text Bestandteil der Aufgabenstellung ist, darf er höchstens 150 Wörter umfassen. Der Prüfungskandidat hat ausgehend von diesen Vorgaben je nach Aufgabenstellung entweder bis zu drei Texte, die sich hinsichtlich des Standpunkts und/oder der Textsorte unterscheiden, oder einen längeren geschlossenen Text anhand von Leitfragen zu verfassen (§ 12 Ab. 3 Reifeprüfungsverordnung).
    Bei der Aufgabenstellung gemäß § 12 Abs. 1 Z 2 lit. b Reifeprüfungsverordnung (= Textabfassung anhand von Leitfragen) ist dem Kandidaten ein gedanklich abgeschlossener, im Unterricht nicht behandelter Originaltext vorzulegen, welcher in Englisch, Französisch und Italienisch etwa 500 bis 600 Wörter, in Russisch etwa 400 Wörter umfassen soll. Der Prüfungskandidat hat bei der Behandlung der Leitfragen insbesondere die Intention und inhaltliche und/oder sprachliche Aspekte herauszuarbeiten sowie auch persönlich Stellung zu beziehen (§ 12 Abs. 4 der Reifeprüfungsverordnung).
    Bei den Aufgabenstellungen gemäß § 12 Abs. 1 Z 2 Reifeprüfungsverordnung (= vierstündige Textabfassung) ist die Verwendung von ein- und zweisprachigen Wörterbüchern gestattet (§ 12 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung).

f) Klausurarbeit in der Zweiten lebenden Fremdsprache:

  • Gemäß § 13 Reifeprüfungsverordnung ist auf die schriftliche Klausurarbeit in der Zweiten lebenden Fremdsprache § 12 der Reifeprüfungsverordnung über die Erste lebende Fremdsprache mit der Maßgabe anzuwenden, dass die Wiedergabe eines Hörtextes entfällt und dass die Arbeitszeit fünf Stunden (= 300 Minuten) beträgt.
  • Die grundsätzlich gleichen Anforderungen aus den alternativen lebenden Fremdsprachen verstehen sich aus der vergleichbaren Funktion dieser Sprachen als Varianten des Pflichtgegenstandes Erste (bzw. Zweite) lebende Fremdsprache.
  • Im Lehrplan sind als Erste lebende Fremdsprachen genannt: Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch. Als Zweite lebende Fremdsprachen sind genannt: Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch, Slowenisch, Serbokroatisch, Ungarisch, Spanisch.
  • Für das Gymnasium mit Dritter lebender Fremdsprache am Öffentlichen Gymnasium der Stiftung Theresianische Akademie in Wien gelten Sonderbestimmungen (§ 52 Reifeprüfungsverordnung),

g) Klausurarbeit in Mathematik:

  • Gemäß § 14 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung hat die schriftliche Klausurarbeit in Mathematik vier bis sechs Aufgaben zu umfassen.
  • Die Aufgaben sollen voneinander unabhängig sein. Die Aufgaben sollen sich nicht in Berechnungen erschöpfen, sondern auch zum Argumentieren, Darstellen und Interpretieren sowie zum Anwenden von Mathematik in außermathematischen Bereichen beitragen. Ist bei der Aufgabenstellung eine verschiedene Gewichtung vorgesehen, so ist sie dem Prüfungskandidaten in geeigneter Form vor Beginn der Arbeit bekannt zu geben.
  • Die Arbeitszeit hat vier Stunden (= 240 Minuten) zu betragen (§ 14 Abs. 1 der Verordnung).
  • Bei der Behandlung der Aufgaben soll der Prüfungskandidat den Nachweis erbringen, dass er wesentliche mathematische Lerninhalte erfasst und wesentliche Lernziele erreicht hat.
  • Die Benützung einer Formelsammlung, eines mathematischen Tabellenwerkes und eines elektronischen Rechengerätes ist gestattet. Bei der Verwendung elektronischer Rechengeräte müssen allen Prüfungskandidaten Geräte annähernd gleicher Leistungsfähigkeit zur Verfügung stehen (§ 14 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).

h) Klausurarbeit in Darstellender Geometrie:

  • Gemäß § 15 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung hat die schriftliche Klausurarbeit in Darstellender Geometrie drei oder vier Aufgaben zu umfassen.
  • Ist bei der Aufgabenstellung eine verschiedene Gewichtung vorgesehen, so ist sie den Prüfungskandidaten in geeigneter Form vor Beginn der Arbeit bekannt zu geben.
  • Die Arbeitszeit hat fünf Stunden (= 300 Minuten) zu betragen.
  • Die Aufgaben sollen verschiedene geometrische Formen und mindestens zwei verschiedenartige Abbildungsverfahren betreffen. Die Durchführung mindestens einer Aufgabe soll die Fähigkeit zur Problemlösung erkennen lassen. Mindestens eine Aufgabe soll eine Verbindung zur Technik aufweisen (§ 15 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Bei der Behandlung der Aufgaben soll der Prüfungskandidat den Nachweis erbringen, dass er befähigt ist, Aufgaben mittleren Schwierigkeitsgrades zu lösen (§ 15 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • i) Klausurarbeit in Biologie und Umweltkunde:
  • Gemäß § 16 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung hat die schriftliche Klausurarbeit in Biologie und Umweltkunde drei oder vier Aufgaben zu umfassen.
  • Die Arbeitszeit hat vier Stunden (= 240 Minuten) zu betragen.
  • Bei der Behandlung der Aufgaben soll der Prüfungskandidat den Nachweis erbringen, dass er wesentliche Lerninhalte erfasst und wesentliche Lernziele erreicht hat und dass er imstande ist, die entsprechenden Kenntnisse und Einsichten in angemessener, fachlich und sprachlich richtiger Form darzustellen (§ 16 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Hinsichtlich allfälliger Arbeitsbehelfe bei der Durchführung der Klausurarbeit aus Biologie und Umweltkunde siehe das im Folgenden bei Physik Ausgeführte.

j) Klausurarbeit in Physik:

  • Gemäß § 17 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung hat die schriftliche Klausurarbeit in Physik drei oder vier Aufgaben zu umfassen.
  • Die Arbeitszeit beträgt vier Stunden (= 240 Minuten).
  • Bei der Behandlung der Aufgaben soll der Prüfungskandidat den Nachweis erbringen, dass er wesentliche Lerninhalte erfasst und wesentliche Lernziele erreicht hat und dass er imstande ist, die entsprechenden Kenntnisse und Einsichten in angemessener, fachlich und sprachlich richtiger Form darzustellen (§ 17 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Selbstverständlich sind auch für Biologie und Umweltkunde und Physik - wie für alle anderen Klausurfächer - schriftliche Schularbeiten eine unabdingbare Voraussetzung. Im gegenständlichen Fall kann der Schüler diese beiden Fächer als Schularbeitsfächer in der 7. und 8. Klasse des Realgymnasiums und der entsprechenden Variante des Oberstufenrealgymnasiums mit der Alternative des ergänzenden Unterrichtes aus den naturwissenschaftlichen Fächern anstelle der Darstellenden Geometrie wählen.
  • Zur Frage der Zulässigkeit bestimmter Arbeitsbehelfe bei den Klausurprüfungen aus Physik sowie Biologie und Umweltkunde trifft die Reifeprüfungsverordnung keine Aussagen.
  • Die Verordnung über die AHS-Reifeprüfung legt in den §§ 9 bis 17 Umfang und Inhalt der schriftlichen Klausurarbeiten in den einzelnen Prüfungsgebieten fest. Für das Prüfungsgebiet Mathematik sind die zulässigen Arbeitsbehelfe („Formelsammlung, mathematisches Tabellenwerk, elektronisches Rechengerät") aufgelistet.
  • Für die Prüfungsgebiete Physik sowie Biologie und Umweltkunde fehlen indes die entsprechenden Angaben in der Reifeprüfungsverordnung.
  • Aus diesem Grund hat z.B. der Landesschulrat für Niederösterreich für seinen Bereich mit Erlass 11-2500/26-1992 vom 30. 11. 1992 diesbezüglich Folgendes festgelegt:
    • Nur für einige Prüfungsgebiete sind in der Reifeprüfungsverordnung bestimmte Arbeitsbehelfe konkret angeführt.
    • Bei den einschränkenden Bestimmungen zur Durchführung der schriftlichen Klausurarbeiten (§ 29 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung) wird auf die Prüfungsgebiete Physik sowie Biologie und Umweltkunde nicht hingewiesen.
    • In der Reifeprüfungsverordnung wird bei der Aufgabenstellung für die mündlichen Teilprüfungen (§ 35 Abs. 8 RPVO) allgemein auf die Hilfsmittel verwiesen, die zur Bearbeitung einer Aufgabe erforderlich sind.
    • Um Unklarheiten bei der Festlegung der Aufgabenstellungen für die schriftlichen Klausurarbeiten zu vermeiden, stellt der Landesschulrat für Niederösterreich im Erlass fest: „Bei den Klausurarbeiten aus Physik und Biologie und Umweltkunde ist die Benutzung einer Formelsammlung, eines Tabellenwerkes sowie eines elektronischen Rechengerätes gestattet. Bei Verwendung elektronischer Geräte müssen allen Prüfungskandidaten Geräte annähernd gleicher Leistungsfähigkeit zur Verfügung stehen".
  • Zweckmäßigerweise werden sich einer solchen Interpretation wohl auch andere Landesschulräte für ihren Bereich anschließen (bzw. haben dies bereits getan), um in den Prüfungsgebieten Physik sowie Biologie und Umweltkunde bei der Durchführung der schriftlichen Klausurarbeiten den Anforderungen des Oberstufenlehrplans gerecht werdende Bedingungen zu ermöglichen.

k) Andere Klausurarbeiten in bestimmten AHS-Sonderformen:

  • Für die schriftlichen Klausurarbeiten aus anderen, für bestimmte AHS-Sonderformen charakteristischen Prüfungsgebieten (bzw. Unterrichtsgegenständen) vergleiche die entsprechenden Sonderbestimmungen in der RPVO:
    • Musikerziehung oder Bildnerische Erziehung in den §§ 47 und 48,
    • Musikkunde in § 49,
    • Sportkunde in § 50,
    • Slowenisch in § 51,
    • Kroatisch oder Ungarisch in § 51 a,
    • Dritte lebende Fremdsprache in § 52.

8. Prüfungsgebiete der mündlichen Hauptprüfung der AHS-Reifeprüfung:

a) Allgemeines:

  • Die AHS-Reifeprüfung ermöglicht in Bezug auf die Wahl der einzelnen Prüfungsgebiete sehr weitgehende Freiheiten.
  • In allen Formen der AHS (G, RG, WikuRG) muss im Rahmen der Reifeprüfung jedenfalls eine lebende Fremdsprache geprüft werden, dies muss aber nicht unbedingt im Rahmen der mündlichen Prüfung geschehen, sondern es genügt auch, wenn die lebende Fremdsprache nur schriftlich vorkommt (§ 18 Abs. 2 Z 1 RPVO).
  • Für bestimmte Prüfungsgebiete bestehen besondere Voraussetzungen der Wählbarkeit:
    • für solche, bei denen eine Abmeldung des Schülers vom Unterricht möglich ist (Religion);
    • für solche, die alternativ geführt werden (wie z. B. Musikerziehung oder Bildnerische Erziehung in der 7. und 8. Klasse der AHS);
    • für solche, die im obligaten Bereich in früheren Klassen abschließen (Pflichtgegenstand Informatik mit der 5. Klasse);
    • für den Wahlpflicht- oder Freigegenstand Darstellende Geometrie bzw. den Wahlpflichtgegenstand Informatik;
    • für Prüfungsgebiete entsprechend einem schulautonomen Pflichtgegenstand bzw. (schulautonomen) Wahlpflichtgegenstand.
  • Die Regelungen für das Ausmaß der Wahlfreiheit sind von der besonderen Charakteristik (typenbildende Pflichtgegenstände) der einzelnen Oberstufenformen her abgeleitet. Das Ausmaß der Wahlfreiheit für die Schüler ist aber sehr groß.
  • Zu den gewählten bzw. obligaten Prüfungsgebieten treten gegebenenfalls weitere zusätzliche Prüfungsgebiete als Folge negativ beurteilter Klausurarbeiten sowie das Prüfungsgebiet einer allfälligen Jahresprüfung - beides freilich nur dann, wenn das betreffende Prüfungsgebiet nicht ohnedies für die mündliche Prüfung gewählt worden ist. Allenfalls kommt noch das Prüfungsgebiet einer Zusatzprüfung (zur freiwilligen Erweiterung der Prüfungspalette im Hinblick auf die Studienberechtigung) hinzu.
  • Die Prüfungsgebiete haben gemäß § 5 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung den gesamten Lehrstoff der Oberstufe der betreffenden Unterrichtsgegenstände der vom Prüfungskandidaten zuletzt besuchten Schulform der allgemein bildenden höheren Schule zu umfassen.
  • Das Prüfungsgebiet der Jahresprüfung hat den für die letzte Schulstufe vorgesehenen Lehrstoff des betreffenden (alternativen) Pflichtgegenstandes zu umfassen (§ 5 Abs. 3 RPVO).

b) Gegenstandsgruppen der mündlichen Prüfung:

  • Die mündliche Prüfung hat gemäß § 18 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung entsprechend der Wahl des Prüfungskandidaten (diese Wahl hat der Kandidat zugleich mit seiner Anmeldung zur Reifeprüfung bekannt zu geben) drei oder vier mündliche Teilprüfungen aus folgenden Gruppen von Prüfungsgebieten zu umfassen (das sind die Prüfungsgebiete der eigentlichen mündlichen Prüfung, nicht einer allfälligen Jahresprüfung):
    • Gegenstandsgruppe A:
      Religion, Deutsch, Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung, Psychologie und Philosophie, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Prüfungsgebiet entsprechend einem schulautonomen Pflichtgegenstand bzw. Wahlpflichtgegenstand.
    • Gegenstandsgruppe B:
      Fremdsprachen (ausgenommen Wahlpflichtgegenstände). - Gegenstandsgruppe C:
      Geographie und Wirtschaftskunde, Mathematik, Darstellende Geometrie, Biologie und Umweltkunde, Chemie, Physik, Informatik, Prüfungsgebiet entsprechend einem schulautonomen Pflichtgegenstand bzw. Wahlpflichtgegenstand.
    • Gegenstandsgruppe D:
      (nur am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium):
      Geographie und Wirtschaftskunde, Biologie und Umweltkunde, Psychologie und Philosophie, Prüfungsgebiet entsprechend einem schulautonomen Pflichtgegenstand bzw. Wahlpflichtgegenstand.
  • Die Gegenstandsgruppe A umfasst also die geisteswissenschaftlichen, künstlerischen und humanistischen Fächer Rk (Rev), D, GSK/PB, PP, ME, BE.
  • Die Gegenstandsgruppe B umfasst die Fremdsprachen (also Latein, Griechisch und die lebenden Fremdsprachen, z. B. E, F, Ru, It), wobei aber die Fremdsprache des Wahlpflichtgegenstandes der Kategorie aa („zusätzlicher Wahlpflichtgegenstand" Fremdsprache, also der fremdsprachliche Kurzkurs von der 6. bis zur 8. Klasse mit je zwei Wochenstunden ohne Schularbeiten) nicht maturafähig ist und daher nicht zur Reifeprüfung gewählt werden kann.
  • Die Gegenstandsgruppe C umfasst die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer GWK, M, DG, BUK, Ch, Ph, Inf.
  • Die Gegenstandsgruppe D umfasst nur die typenbildenden Pflichtgegenstände des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums, nämlich GWK, BUK, PP.
  • Prüfungsgebiete entsprechend einem schulautonomen Pflichtgegenstand bzw. Wahlpflichtgegenstand sind nur dann wählbar, wenn sie
    • mit rein wissensorientierter Ausrichtung in der Oberstufe im Gesamtausmaß von mindestens 4 Wochenstunden vorgesehen sind, oder
    • mit wissens- und anwendungsorientierter Ausrichtung in der Oberstufe im Gesamtausmaß von mindestens 6 Wochenstunden vorgesehen sind (RPVO 18/1a.
  • Fremdsprachen sind nur dann wählbar, wenn sie in der Oberstufe (schulautonom) im Gesamtausmaß von mindestens 8 Wochenstunden vorgesehen sind (RPVO 18/1 b).
  • Aus diesen Gegenstandsgruppen hat der Kandidat für die mündliche Reifeprüfung je nach gewählter Grundvariante drei oder vier mündliche Teilprüfungen zu wählen, wobei nur die im Folgenden genannten Einschränkungen zu beachten sind.

c) Wahlmöglichkeit des Kandidaten je nach Schulform:

  • Der Prüfungskandidat hat gemäß § 18 Abs. 2 Z 1 bis Z 5 Reifeprüfungsverordnung für die mündlichen Teilprüfungen folgende Gegenstände aus den oben genannten Gegenstandsgruppen zu wählen:
    • In allen Formen der allgemein bildenden höheren Schule (G, RG, WikuRG) ist mindestens eine Fremdsprache zu wählen, sofern jedoch keine lebende Fremdsprache als Klausurarbeit gewählt wurde, ist eine lebende Fremdsprache zur mündlichen Prüfung zu wählen. Es ist also auch Latein bzw. Griechisch als einzige Fremdsprachenwahl für die mündliche Prüfung möglich, wenn bei der Klausurarbeit eine lebende Fremdsprache gewählt wurde.
    • Im Gymnasium und Aufbaugymnasium sind die Gegenstände der mündlichen Reifeprüfung aus den Gegenstandsgruppen A, B oder C (nicht aus D!) beliebig zu wählen, wobei allerdings nicht sämtliche Prüfungsgebiete der Gegenstandsgruppe B (= Fremdsprachen) entstammen dürfen (§ 18 Abs. 2 Z 2 Reifeprüfungsverordnung). Kandidaten aus dem Gymnasium bzw. Aufbaugymnasium dürfen also die mündlichen Prüfungen nahezu völlig frei zusammenstellen und sind nur insofern bei der Wahl eingeschränkt, als jedenfalls mindestens eine Fremdsprache zu wählen ist (wenn bei der Klausur keine lebende Fremdsprache gewählt wurde, muss nun eine lebende Fremdsprache gewählt werden) und nicht sämtliche mündlichen Prüfungen aus dem Bereich der Fremdsprachen (Gruppe B) stammen dürfen. Im Falle der Grundvariante 3 Klausuren und 4 mündliche Prüfungen dürfen als z. B. durchaus drei Fremdsprachen zur mündlichen Prüfung gewählt werden; nur die 4. Prüfung ist in diesem Fall jedenfalls aus Gruppe A oder Gruppe C zu wählen. Ebenso könnten in diesem Fall drei Prüfungen der Gruppe A entstammen, eine Prüfung muss jedoch aus der Gruppe B kommen. Natürlich ist auch eine Wahl von drei Gegenständen der Gruppe C möglich, sofern als vierte Prüfung jedenfalls eine Fremdsprache vorkommt.
    • Im Realgymnasium, im Oberstufenrealgymnasium mit Darstellender Geometrie oder mit ergänzendem Unterricht in Biologie und Umweltkunde sowie in Physik und Chemie (=„naturwissenschaftliches ORG") sowie im Aufbaurealgymnasium muss gemäß § 18 Abs. 2 Z 3 Reifeprüfungsverordnung mindestens ein gewählter Gegenstand aus der Gegenstandsgruppe C (= mathematisch-naturwissenschaftliche Fächergruppe) kommen. Daher können in diesem Fall maximal zwei Gegenstände der Gruppe A gewählt werden, sofern vier mündliche Prüfungen abzulegen sind. Ist die Grundvariante 4 Klausuren und 3 mündliche Prüfungen gewählt worden, so sind die mündlichen Prüfungen jedenfalls so zu wählen: 1 aus B, 1 aus C, die 3. Prüfung entweder aus A oder aus B oder aus C.
    • Im Wirtschaftskundlichen Realgymnasium ist gemäß § 18 Abs. 2 Z 4 Reifeprüfungsverordnung jedenfalls mindestens ein Prüfungsgebiet aus der Gegenstandsgruppe D zu wählen (also GWK, PP bzw. BUK bzw. ein entsprechender schulautonomer Pflichtgegenstand oder Wahlpflichtgegenstand). Natürlich ist auch hierbei jedenfalls eine Fremdsprache zu wählen; alle anderen Gegenstände der mündlichen Prüfung sind sodann frei wählbar.
    • im Oberstufenrealgymnasium mit Instrumentalunterricht oder mit Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung (=„musisches ORG") ist gemäß § 18 Abs. 2 Z 5 Reifeprüfungsverordnung mindestens ein wählbares Prüfungsgebiet aus der Gegenstandsgruppe A (= geisteswissenschaftlich-musisch-humanistische Fächer) zu wählen, wobei für diese Schulform zur Gegenstandsgruppe A noch die Prüfungsgebiete Musikerziehung in Verbindung mit Instrumentalunterricht sowie Bildnerische Erziehung in Verbindung mit Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung treten. Musikerziehung kann also an diesen Formen für sich allein oder in Verbindung mit Instrumentalunterricht als Prüfungsgebiet gewählt werden; Instrumentalunterricht dagegen kommt nur in Verbindung mit Musikerziehung in Betracht, kann also nichtallein gewählt werden. Analog dazu kann auch Bildnerische Erziehung allein gewählt werden, während Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung nur in Verbindung mit Bildnerischer Erziehung gewählt werden kann.
  • Das Prüfungsgebiet Religion darf nur von solchen Prüfungskandidaten gewählt werden, die entweder in der gesamten Oberstufe den Pflichtgegenstand Religion besucht haben oder über die der letzten Schulstufe vorangehenden Schulstufen eine Externistenprüfung erfolgreich abgelegt haben. In der letzten Schulstufe (= 8. Klasse) muss der Prüfungskandidat den Pflichtgegenstand Religion jedenfalls besucht haben, um ihn zur mündlichen Reifeprüfung wählen zu können (§ 18 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Freigegenstände Latein, Griechisch oder Lebende Fremdsprache und der Wahlpflichtgegenstand oder Freigegenstand Informatik dürfen nur von solchen Prüfungskandidaten als Prüfungsgebiet gewählt werden, die entweder den betreffenden Unterrichtsgegenstand in mindestens drei Schulstufen der Oberstufe besucht haben oder die über die der letzten Schulstufe vorangehenden Schulstufen (= 5. bis 7. Klasse) eine Externistenprüfung erfolgreich abgelegt haben. Jedenfalls müssen sie den Unterricht bis zum lehrplanmäßigen Abschluss besucht haben (6 18 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung). Die Freigegenstände Latein, Griechisch, Lebende Fremdsprache und Informatik müssen also mindestens drei Jahre lang besucht worden sein. Sie sind maturafähig, weil sie mit Schularbeiten und der entsprechenden Wochenstundenzahl geführt werden. Gleiches gilt für den Wahlpflichtgegenstand Informatik, der gleichfalls maturafähig ist, zumal er den Pflichtgegenstand Informatik (in der 5. Klasse) in der restlichen Oberstufe (6. bis 8. Klasse) fortsetzt.
  • Die alternativen Pflichtgegenstände Musikerziehung und Bildnerische Erziehung dürfen nur von solchen Prüfungskandidaten als Prüfungsgebiet der mündlichen Reifeprüfung gewählt werden, die den betreffenden Pflichtgegenstand in allen Schulstufen der Oberstufe besucht oder ihn durch einen entsprechenden Wahlpflichtgegenstand (der Kategorie aa = zusätzliche Wahlpflichtgegenstände) bis in die letzte Schulstufe fortgesetzt oder über die der letzten Schulstufe vorangehenden Schulstufen eine Externistenprüfung erfolgreich abgelegt haben. Jedenfalls müssen die Prüfungskandidaten den Unterricht bis zum lehrplanmäßigen Abschluss besucht haben (§ 18 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung). Das heißt, dass Musikerziehung bzw. Bildnerische Erziehung sowohl für sich allein als Pflichtgegenstand (5. bis 8. Klasse), als auch als Kombination aus Pflichtgegenstand (5. bis 6. Klasse) und zusätzlichem Wahlpflichtgegenstand (7. und 8. Klasse) zur Matura wählbar sind. Damit haben etwa musisch besonders interessierte Kandidaten die Möglichkeit, beide Gegenstände (ME und BE) zur Matura zu wählen, sofern sie den jeweils nicht als alternativen Pflichtgegenstand gewählten Gegenstand als zusätzlichen Wahlpflichtgegenstand in der 7. und 8. Klasse fortgeführt haben.
  • Der Freigegenstand Darstellende Geometrie bzw. der Wahlpflichtgegenstand Darstellende Geometrie bzw. der Wahlpflichtgegenstand Informatik (als zusätzlicher Wahlpflichtgegenstand der Kategorie aa in der 7. und 8. Klasse) darf nur von solchen Prüfungskandidaten gewählt werden, die diesen Unterrichtsgegenstand in zwei bzw. drei Schulstufen der Oberstufe (nämlich in der 6., 7. und 8. Klasse oder in der 7. und 8. Klasse) besucht haben oder die über die der letzten Schulstufe vorangehende(n) Schulstufe(n) (= 6. bzw. 7. Klasse) eine Externistenprüfung erfolgreich abgelegt haben. Jedenfalls müssen sie den Unterricht bis zum lehrplanmäßigen Abschluss besucht haben (§ 18 Abs. 6 Reifeprüfungsverordnung). Das heißt, dass der Freigegenstand Darstellende Geometrie ebenso wie der entsprechende Wahlpflichtgegenstand DG (7. und 8. Klasse), der ebenso mit Schularbeiten geführt wird, maturafähig ist. Somit sind alle zusätzlichen Wahlpflichtgegenstände (Kategorie aa) mit Ausnahme der Fremdsprachenkurzkurse zur Matura wählbar (also BE, ME, Informatik, DG).
  • Prüfungsgebiete entsprechend einem schulautonomen Pflichtgegenstand bzw. (schulautonomen) Wahlpflichtgegenstand dürfen nur von solchen Prüfungskandidaten als Prüfungsgebiet gewählt werden, die den betreffenden Pflichtgegenstand bzw. Wahlpflichtgegenstand bzw. Freigegenstand in allen im Lehrplan der Oberstufe vorgesehenen Schulstufen besucht oder über die der letzten lehrplanmäßigen Schulstufe vorangehenden Schulstufen eine Externistenprüfung erfolgreich abgelegt haben. Jedenfalls müssen die Prüfungskandidaten den Unterricht bis zum lehrplanmäßigen Abschluss besucht haben; dies gilt auch für Unterrichtsgegenstände der vertiefenden, fächerübergreifenden und ergänzenden Frage gemäß § 20 Abs. 1 Z 1 bis 3 der RPVO.
  • Im Falle einer Jahresprüfung ist eine mündliche Teilprüfung abzulegen. Diese entfällt, wenn die Jahresprüfung als praktische Prüfung abzulegen ist (= so genannte „praktische Klausurarbeit" aus Instrumentalunterricht, Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung oder aus Leibesübungen [ab 2006 „Bewegung und Sport"] an AHS mit sportlichem Schwerpunkt) oder wenn der betreffende Pflichtgegenstand Prüfungsgebiet einer mündlichen Teilprüfung ist (§ 18 Abs. 7 Reifeprüfungsverordnung).
  • Bei negativer Beurteilung von ein oder zwei schriftlichen Klausurarbeiten sind ein bzw. zweizusätzliche mündliche Teilprüfungen abzulegen, sofern die betreffenden Prüfungsgebiete nicht ohnedies als mündliche Teilprüfung gewählt worden sind (§ 18 Abs. 8 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die von ihm gewählten Prüfungsgebiete hat der Prüfungskandidat bei der Anmeldung zur Hauptprüfung bekannt zu geben (vgl. § 4 Abs. 2 Z 1 Reifeprüfungsverordnung). Die Richtigkeit der Wahl ist vom Klassenvorstand und vom Direktor zu überprüfen.

d) Schematische Darstellung der Wahlmöglichkeiten zur mündlichen Reifeprüfung:

  • Gymnasium und Aufbaugymnasium:
    • Wahl 1: aus Gegenstandsgruppe B (Fremdsprache als Pflichtgegenstand oder als Freigegenstand; wenn nicht bei der Klausur bereits eine lebende Fremdsprache gewählt wurde, so ist mündlich jedenfalls eine lebende Fremdsprache zu wählen; nicht wählbar ist der entsprechende zusätzliche Wahlpflichtgegenstand!).
    • Wahl 2: aus Gegenstandsgruppe A (R, D, GSK/PB, PP, ME, BE, Prüfungsgebiet entsprechend einem schulautonomen PG oder WPG, zusätzlich WPG/BE, zusätzlich WPG/ME) oder aus Gegenstandsgruppe C (GWK, M, DG, BUK, Ch, Ph, Inf, Prüfungsgebiet entsprechend einem schulautonomen PG oder WPG, zusätzlich WPG/DG, zusätzlich WPG/Inf, Freifach Inf, Freifach DG). Wahl 2 nicht aus Gruppe B, weil nicht alle Gegenstände der Gruppe B entstammen dürfen!
    • Wahl 3: aus Gegenstandsgruppe A oder aus Gegenstandsgruppe B oder aus Gegenstandsgruppe C.
    • Wahl 4 (nur bei 4 mündlichen Teilprüfungen im Falle der Grundvariante 3 Klausuren, 4 mündliche Prüfungen): aus Gegenstandsgruppe A oder aus Gegenstandsgruppe B oder aus Gegenstandsgruppe C.
    • Beispiele für Gymnasium und Aufbaugymnasium:
      bei 3 Prüfungen: L, D, E oder F, GSK/PB, M oder L, DG, BUK (sofern bereits bei der Klausur eine lebende FS) oder Ru, PP, ME usw.
      bei 4 Prüfungen: L, R, F, E oder E, BE, PP, D oder F, GWK, M, Ph oder G, DG, BUK, Ch (bei Klausuren war die lebende FS bereits vertreten) oder Ru, GSK, Inf, L usw.
    • Wesentliche Parameter für das Gymnasium und Aufbaugymnasium:
      Mindestens eine Fremdsprache (schriftlich oder mündlich jedenfalls mindestens eine lebende Fremdsprache) sowie nicht alle Wahlfächer aus der Gegenstandsgruppe B (Fremdsprachen; den beiden anderen Gegenstandsgruppen A und C können ohnedies nicht alle Fächer der Wahl entstammen, weil jedenfalls eine Wahl aus B sein muss!). Alle übrigen Fächer (2 bzw. 3 je nach Grundvariante) sind frei aus A, B und C wählbar (jedoch nicht alle aus B).
      Es sind also folgende Varianten möglich:
      bei 3 mündlichen Prüfungen: 2 A + 1 B oder 1 A + 1 B + 1 C oder 1 A+2Boder 1 B+2Coder 2B+1 C;
      bei 4 mündlichen Prüfungen: 3 A + 1 B oder 2 A + 1 B + 1 C oder 2 A+ 2 B oder 1 A+ 3 B oder 1 B+ 3 C oder 2 B+ 2 C oder 3B+1 C oder 1 A+1 B+2C oder 2B+1 A+1 C.
  • Realgymnasium und ORG mit DG oder naturwiss. ORG und Aufbaurealgymnasium:
    • Wahl 1: aus Gegenstandsgruppe B (= Fremdsprache: sofern bei der Klausur nicht bereits eine lebende FS vorkommt, muss mündlich jedenfalls eine lebende FS gewählt werden).
    • Wahl 2: aus Gegenstandsgruppe C (GWK, M, DG, BUK, Ch, Ph, Inf). Die Wahl mindestens eines Gegenstandes aus C ist am RG, ARG und naturwissenschaftlichen ORG verpflichtend.
    • Wahl 3: aus Gegenstandsgruppe A oder aus Gegenstandsgruppe B oder aus Gegenstandsgruppe C.
    • Wahl 4 (nur bei 4 mündlichen Prüfungen im Falle der Grundvariante 3 Klausuren, 4 mündliche Prüfungen): aus Gegenstandsgruppe A oder aus Gegenstandsgruppe B oder aus Gegenstandsgruppe C.
    • Beispiele für Realgymnasium, Aufbaurealgymnasium und naturwiss. ORG:
      bei 3 Prüfungen: F, M, D oder E, F, Inf oder L, GWK, R (wenn bei Klausur schon die lebende FS vorkam) oder E, BUK, Ch usw.;
      bei 4 Prüfungen: F, Ph, M, Inf oder L, E, F, DG oder R, D, Ru, M oder E, GWK, DG, BUK oder F, ME, BE (inkl, zus. WPG), M usw.
    • Wesentliche Parameter für Realgymnasium, Aufbaurealgymnasium und ORG mit DG bzw. naturwiss. Schwerpunkt:
      Mindestens eine Fremdsprache (schriftlich oder mündlich jedenfalls mindestens eine lebende Fremdsprache); mind. ein Fach aus der Gruppe C (= naturwissenschaftlich-mathematische Fächergruppe). Alle übrigen Fächer (1 bzw. 2 je nach Grundvariante) sind sodann frei aus A, B und C wählbar.
      Es sind also folgende Varianten möglich:
      bei 3 mündlichen Prüfungen: 1 A + 1 B + 1 C oder 2 B + 1 C oder 1 B + 2 C;
      bei 4 mündlichen Prüfungen: 1 A + 1 B + 2 C oder 1 A + 2 B+ 1 Coder 2A+1 B+1 Coder 3B+1 C oder 2 B + 2 C oder 1 B + 3 C.

9. Umfang und Inhalt der mündlichen Prüfungen der AHS-Reifeprüfung im Allgemeinen:

a) Allgemeine Bestimmungen:

  • Die Teilprüfungen der mündlichen Prüfung in den Gegenstandsgruppen A bis D (siehe hiezu oben) umfassen die betreffenden Prüfungsgebiete (§ 19 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • In der mündlichen Prüfung hat der Prüfungskandidat bei der Lösung der Aufgaben seine Kenntnis des Prüfungsgebietes, seine Einsicht in die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Sachgebieten sowie seine Eigenständigkeit im Denken und in der Anwendung des Lehrstoffes in sachlich und sprachlich richtiger Ausdrucksweise nachzuweisen (§ 19 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Alle mündlichen Teilprüfungen bestehen aus einer Kernfrage und einer Spezialfrage. Demgegenüber bestehen zusätzliche mündliche Prüfungen nach negativ beurteilter Klausurarbeit (§ 18 Abs. 8) lediglich aus zwei Kernfragen (§ 19 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).

b) Kernfragen:

  •  § 19 Abs. 4 der Reifeprüfungsverordnung definiert die „Kernfragen" folgendermaßen: Kernfragen beziehen sich auf die wesentlichen Bereiche des gesamten Lehrstoffes der Oberstufe im Hinblick auf die Lernziele des jeweiligen Prüfungsgebietes und betreffen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten.
  • Zusätzlich legt die Reifeprüfungsverordnung an derselben Stelle fest, dass im Laufe des ersten Semesters der letzten Schulstufe die Schüler auf die wesentlichen Lernziele und Themenbereiche des Lehrstoffes der Oberstufe in den jeweiligen Prüfungsgebieten hinzuweisen sind.
  • Eine Zuordnung einzelner Themenbereiche eines Prüfungsgebietes an bestimmte Prüfungskandidaten vor der mündlichen Teilprüfung ist unzulässig (Reifeprüfungsverordnung 19/4).
  • Das heißt, die Kernfragen decken den gesamten Oberstufenstoff eines Gegenstandes ab, wobei vor der Reifeprüfung keine Einschränkung, Einengung oder Zuordnung erfolgen darf.

c) Spezialfragen:

  • § 19 Abs. 5 der Reifeprüfungsverordnung definiert die „Spezialfragen" folgendermaßen: Spezialfragen beziehen sich auf Themenbereiche aus dem gesamten Lehrstoff der Oberstufe, bei denen Teilgebiete des Lehrstoffes vertiefend und mit höheren Anforderungen an Detailkenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten zu behandeln sind.
  • Für die Spezialfrage hat der Prüfungskandidat zu Beginn des zweiten Semesters der letzten Schulstufe (= 8. Klasse) in jedem der von ihm gewählten Prüfungsgebiete im Einvernehmen mit dem fachlich zuständigen Prüfer einen Themenbereich bekannt zu geben. Dieser muss von Art und Umfang her mehrere verschiedene Aufgabenstellungen zulassen und darf im Unterricht nicht so weit vorbereitet werden, dass die Eigenständigkeit der Prüfungsleistung beeinträchtigt würde (5 19 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung). Bei der Vorbereitung des Themenberiches ist sicherzustellen, dass ein über den Unterricht hinausgehender Bildungserwerb nachgewiesen werden kann (RPVO 19/5).
  • Die Spezialfrage stellt mithin der Prüfer aus dem im Einvernehmen mit dem Kandidaten festgelegten Spezialthema, welches mehrere unabhängige Fragestellungen zulassen muss. Es handelt sich also keinesfalls um eine Art vorbereitetes Referat, sondern um eine selbständige Leistungen des Kandidaten in Reaktion auf die vom Prüfer gestellte, dem Kandidaten vorher nicht bekannte Spezialfrage. Bei der Behandlung der Spezialfrage im Rahmen der Reifeprüfung soll der Kandidat allerdings im Verhältnis zur Kernfrage ein erweitertes (über den Unterricht hinausgehendes) Wissen und Können unter Beweis stellen, weil der Themenbereich, dem die Spezialfrage entstammt, bereits seit dem Beginn des zweiten Semesters der 8. Klasse mit dem Prüfer vereinbart ist.
  • Die Spezialfrage stellt bei jedem einzelnen Prüfungsgebiet einen Teil der Prüfung dar, den anderen Teil stellt die Kernfrage dar. Somit kann man die Kernfrage, die der Kandidat aus zwei gestellten wählt und beantwortet, sozusagen als „Pflicht" bezeichnen, während die Spezialfrage - um im sportlichen Bild zu bleiben - sozusagen die „Kür" des Kandidaten darstellt. Bei der Beantwortung der Spezialfrage darf die Prüfungskommission ein erheblich vertieftes und erweitertes Wissen und Können erwarten.
  • Jedes mündliche Prüfungsgebiet (mit Ausnahme der Prüfung aus dem Gegenstand einer Fachbereichsarbeit - diesfalls keine Spezialfrage!) wird mithin in zwei Teilen abgeprüft: einerseits durch die Behandlung der Kernfrage (wobei der Kandidat eine aus zwei gestellten wählt), und andererseits durch die Beantwortung der Spezialfrage (es wird nur eine gestellt, die der Kandidat jedenfalls zu beantworten hat).
  • Eine mündliche Prüfung ist allerdings als „Schwerpunktprüfung" besonders hervorgehoben, indem in diesem Prüfungsgebiet noch eine weitere Frage zu beantworten ist: Je nach Variante ist dies entweder eine fächerübergreifende Frage oder eine vertiefende Frage im Hinblick auf einen vertiefenden und erweiternden Wahlpflichtgegenstand oder eine ergänzende Frage (in Verbindung mit einem schulautonomen PG oder WPG oder mit Informatik oder mit einer lebenden Fremdsprache) oder das Prüfungsgespräch in Bezug auf die Fachbereichsarbeit.

10. Umfang und Inhalt der mündlichen Schwerpunktprüfung:

a) Fächerübergreifende Schwerpunktprüfung:

  • Die mündliche Schwerpunktprüfung in Form einer „fächerübergreifenden Schwerpunktprüfung" umfasst zusätzlich zur Kernfrage und zur Spezialfrage noch eine fächerübergreifende Frage, die in sinnvoller Fächerkombination den fächerübergreifenden Bereich von zwei Prüfungsgebieten abdeckt.
  • Diese Frage hat sich - über die fachspezifischen Bereiche und Problemstellungen der jeweiligen Prüfungsgebiete hinausgehend - auf Querverbindungen zwischen den betreffenden Prüfungsgebieten zu erstrecken (§ 20 Abs. 1 Z 1 ReifeprüfungsVO).
  • Für die fächerübergreifende Schwerpunktprüfung kommen nur solche Fächer in Betracht, die auch jedes für sich als Prüfungsgebiet der mündlichen Reifeprüfung wählbar sind (also zum Beispiel kein vertiefend-erweiternder Wahlpflichtgegenstand der Kategorie bb). Die mündliche Schwerpunktprüfung in dieser Form umfasst nämlich zwei der vom Kandidaten gewählten drei bzw. vier (je nach Grundvariante) Teilprüfungen des Prüfungskandidaten mit ihren normalen Prüfungsaufgaben (Kern- und Spezialfrage in jedem Gegenstand), zu denen der fächerübergreifende Bereich zusätzlich tritt.

b) Vertiefende Schwerpunktprüfung:

  • Die mündliche Schwerpunktprüfung in Form einer „vertiefenden Schwerpunktprüfung" umfasst zusätzlich zur Kernfrage und zur Spezialfrage noch eine vertiefende Frage aus dem Bereich eines auf einen Pflichtgegenstand bezogenen vertiefenden und erweiternden (autonomen) Wahlpflichtgegenstandes (Kategorie bb) im Ausmaß von zumindest zwei Wochenstunden.
  • Hierbei ist die Einbeziehung von fachspezifischen Bereichen, die nicht im Lehrplan des vertiefenden und erweiternden (schulautonomen) Wahlpflichtgegenstandes vorgesehen sind, zulässig, sofern dies im Hinblick auf die Bildungs- und Lehraufgabe des betreffenden vertiefenden und erweiternden (schulautonomen) Wahlpflichtgegenstandes und die Aufgabe der mündlichen Schwerpunktprüfung sinnvoll und zweckmäßig ist (§ 20 Abs. 1 Z 2 Reifeprüfungsverordnung).

c) Ergänzende Schwerpunktprüfung:

  • Die mündliche Schwerpunktprüfung in Form einer „ergänzenden Schwerpunktprüfung" umfasst zusätzlich zur Kernfrage und zur Spezialfrage gemäß RPVO 20/1 noch eine ergänzende Frage aus dem Bereich des Prüfungsgebietes in sinnvoller Verbindung
    • mit einem auf das Prüfungsgebiet bezogenen schulautonomen Pflichtgegenstand bzw. schulautonomen Wahlpflichtgegenstand, wenn dieser in der Oberstufe im Gesamtausmaß von mindestens 2 Wochenstunden vorgesehen ist; oder
    • mit dem (schulatonomen) Wahlpflichtgegenstand Informatik, wenn dieser in der Oberstufe im Gesamtausmaß von mindestens 4 Wochenstunden vorgesehen ist; oder
    • mit der Ersten oder Zweiten lebenden Fremdsprache.

d) Allgemeine Bestimmungen:

  • Bei der fächerübergreifenden Schwerpunktprüfung hat der Prüfungskandidat im Zusammenhang mit der fächerübergreifenden Aufgabenstellung - über die Zielsetzungen des § 19 Abs. 2 (siehe unten) hinausgehend - bei der Problemerfassung und Problembegegnung Einblick und Verständnis in die fächerübergreifenden Teilbereiche und ihre wesentlichen Zusammenhänge zu zeigen (§ 20 Abs. 2 Z 1 Reifeprüfungsverordnung). Dies hat in sachlich und sprachlich richtiger Ausdrucksweise zu geschehen.
  • Bei der vertiefenden Schwerpunktprüfung hat der Prüfungskandidat im Zusammenhang mit der vertiefenden Frage - über die Zielsetzungen des § 19 Abs. 2 (siehe unten) hinausgehend - Einblick und Verständnis in vertiefende Sachgebiete sowie das schwerpunktartige Erfassen von Sachverhalten und Problemen, ihren Ursachen und Zusammenhängen unter Beweis zu stellen (§ 20 Abs. 2 Z 2 Reifeprüfungsverordnung). Dies hat in sachlich und sprachlich richtiger Ausdrucksweise zu geschehen.
  • Bei der ergänzenden Schwerpunktprüfung hat der Prüfungskandidat eine Aufgabenstellung aus dem Prüfungsgebiet in Verbindung mit dem darauf bezogenen schulautonomen Pflicht- bzw. Wahlpflichtgegenstand bzw. eine Aufgabenstellung mit Methoden der Informatik bzw. eine Aufgabenstellung in der Fremdsprache zu bearbeiten (§ 20 Abs. 2 Z 3 Reifeprüfungsverordnung). Dies hat in sachlich und sprachlich richtiger Ausdrucksweise zu geschehen.
  • Bei allen drei Varianten der Schwerpunktprüfung steht für diese Prüfung eine längere Prüfungszeit zur Verfügung (siehe hiezu die Darstellung der Durchführung der mündlichen Reifeprüfung).
  • Bei allen drei Varianten der Schwerpunktprüfung hat der Prüfungskandidat Kompetenzen nachzuweisen, die über die Zielsetzungen des § 19 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung hinausgehen. In einer mündlichen Prüfung hat der Prüfungskandidat gemäß § 19 Abs. 2 RPVO bei der Lösung der Aufgaben seine Kenntnis des Prüfungsgebietes, seine Einsicht in die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Sachgebieten sowie seine Eigenständigkeit im Denken und in der Anwendung des Lehrstoffes in sachlich und sprachlich richtiger Ausdrucksweise nachzuweisen. Diese Zielsetzung muss jedenfalls bei jeder der drei Varianten der Schwerpunktprüfung übertroffen werden.

e) Auf die Fachbereichsarbeit bezogene mündliche Prüfung:

  • Die auf die Fachbereichsarbeit bezogene mündliche Prüfung tritt im Falle der gewählten Grundvariante Fachbereichsarbeit + drei Klausuren + drei mündliche Prüfungen an die Stelle der oben erläuterten Schwerpunktprüfungen. Sie stellt sozusagen die Schwerpunktprüfung für jene Kandidaten dar, die eine Fachbereichsarbeit verfasst haben. Die drei anderen Varianten (fächerübergreifende Schwerpunktprüfung bzw. vertiefende Schwerpunktprüfung bzw. ergänzende Schwerpunktprüfung) sind in diesem Fall nicht wählbar, sondern es ist jedenfalls eine auf die Fachbereichsarbeit bezogene mündliche Prüfung abzulegen.
  • Die auf die Fachbereichsarbeit bezogene mündliche Prüfung umfasst eine Kernfrage sowie die Präsentation und die Diskussion der Fachbereichsarbeit einschließlich ihres fachlichen Umfeldes in einem Prüfungsgespräch (§ 21 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung). Diese mündliche Prüfung umfasst keine Spezialfrage.
  • Hiebei hat der Prüfungskandidat ebenfalls über die Zielsetzungen des § 19 Abs. 2 (siehe oben) hinausgehend - die Fähigkeit zur Behandlung eines speziellen Themas, das schwerpunktartige Erfassen von Sachverhalten und Problemen, ihren Ursachen und Zusammenhängen sowie logisches und kritisches Denken zu zeigen (§ 21 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).

11. Durchführung der Vorprüfungen zur Reifeprüfung:

a) Allgemeines:

  • Vorprüfungen zur Reifeprüfung gibt es an der AHS in folgender Form:
    • freiwillige Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit;
    • pflichtige Vorprüfungen in bestimmten AHS-Sonderformen (Sportgymnasium, Werkschulheim Felbertal).
  • Das Schulunterrichtsgesetz konkretisiert die Vorprüfungen im § 37 Abs. 2 folgendermaßen: Die Aufgabenstellung einer Vorprüfung in der Form einer Fachbereichsarbeit hat durch den (die) zuständigen Prüfer im Einvernehmen mit dem Prüfungskandidaten und der Schulbehörde erster Instanz zu erfolgen. Die Aufgabenstellungen bei anderen Formen der Vorprüfung (= pflichtige Vorprüfungen) sind jeweils für das betreffende Prüfungsgebiet vom Prüfer mit Zustimmung des Vorsitzenden der Prüfungskommission zu bestimmen.

b) Pflichtige Vorprüfung aus Bewegung und Sport am RG und ORG unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung:

  • Gemäß § 23 Reifeprüfungsverordnung sind zur Ablegung der pflichtigen Vorprüfung aus Bewegung und Sport (bis 2006 „Leibesübungen") die Schüler der 7. Klasse berechtigt. Der Haupttermin der Vorprüfung hat in der 7. Klasse stattzufinden, er ist vier Wochen vorher bekannt zu geben.
  • Die- Prüfungskandidaten haben sich zum Haupttermin der Vorprüfung schriftlich beim Schulleiter zwei Wochen vorher anzumelden; die Prüfungskandidaten haben gleichzeitig mit der Anmeldung bekannt zu geben, aus welchen Prüfungsgebieten sie die Vorprüfung ablegen.
  • Von den übrigen Terminen ist einer ebenfalls in der 7. Klasse vorzusehen, ein weiterer bis zum Beginn der schriftlichen Klausurprüfung.
  • Die Aufgabenstellungen sind jeweils für das betreffende Prüfungsgebiet vom Prüfer mit Zustimmung des Vorsitzenden zu bestimmen (SchUG 37/2 Z 2).
  • Ist ein Prüfungskandidat an der Ablegung der pflichtigen Vorprüfung oder einer Teilprüfung der Vorprüfung verhindert, darf er die betreffende Vorprüfung (Teilprüfung) nach Möglichkeit im selben Prüfungstermin, sonst in dem auf den Wegfall des Verhinderungsgrundes nächstfolgenden Prüfungstermin mit neuer Aufgabenstellung ablegen (§ 23 Abs. 2 RPVO).

c) Pflichtige Vorprüfung am Werkschulheim Felbertal:

  • Am Werkschulheim Felbertal sind die Schüler der 8. Klasse zur Ablegung der pflichtigen Vorprüfung (= fachliche Abschlussprüfung) berechtigt. Die übrigen Termine finden im Dezember der 9. Klasse und im Mai oder Juni der 9. Klasse statt.
  • Am Werkschulheim Felbertal in Ebenau bei Salzburg (neunjährig) erfolgt die auf der Unterstufe vorbereitete Ausbildung alternativ in Radiomechanik-Elektronik oder in Tischlerei oder in Schlosserei von der 5. bis 8. Klasse. Die fachliche Abschlussprüfung findet daher noch in der 8. Klasse statt. Die Prüfung besteht aus einer praktischen, einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung. Alle näheren Bestimmungen für die Durchführung finden sich in § 24 der Reifeprüfungsverordnung.

d) Themenstellung und Durchführung der Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit:

  • Die freiwillige Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit kann vom Kandidaten an allen allgemein bildenden höheren Schulen als eine Variante der Reifeprüfung gewählt werden. Der Kandidat ersetzt durch die Fachbereichsarbeit eine der sieben Teilprüfungen und hat somit nur drei schriftliche Klausurarbeiten und drei mündliche Teilprüfungen abzulegen. Als „Schwerpunktprüfung" kommt in diesem Fall nur die auf die Fachbereichsarbeit bezogene Prüfung in Betracht.
  • Die Details der Durchführung dieser Art von Vorprüfung regelt die Reifeprüfungsverordnung im § 25.
  • Jeder Lehrer, der in der betreffenden Klasse einen für eine Fachbereichsarbeit wählbaren Unterrichtsgegenstand des Prüfungskandidaten (allenfalls auch einen diesen Unterrichtsgegenstand vertiefenden und erweiternden Wahlpflichtgegenstand) unterrichtet, darf für höchstens fünf Fachbereichsarbeiten (pro Schuljahr) Prüfer sein (§ 25 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Aufgabenstellung ist einvernehmlich durch den zuständigen Prüfer, den Prüfungskandidaten und die Schulbehörde erster Instanz festzulegen. Prüfer ist gemäß § 35 Abs. 2 Z 4 SchUG jener Lehrer, der den dem Thema der Fachbereichsarbeit zugrunde liegenden Unterrichtsgegenstand unterrichtet. Wird das Thema aus dem Stoffbereich zweier Unterrichtsgegenstände gewählt, ist das Einvernehmen mit jenem Prüfer (Lehrer) notwendig, der den Unterrichtsgegenstand unterrichtet, welchem die Fachbereichsarbeit zugeordnet wird (vgl. § 4 Abs. 1 letzter Satz Reifeprüfungsverordnung: Bei einer fächerübergreifenden Themenstellung ist die Fachbereichsarbeit einem Unterrichtsgegenstand zuzuordnen).
  • Der Prüfungskandidat hat sich für eine Fachbereichsarbeit in der zweiten Woche der letzten Schulstufe schriftlich beim Schulleiter anzumelden. Voraussetzung für die Anmeldung zu einer Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit ist die Herstellung des Einvernehmens über das Thema, wobei auf die Leistungsfähigkeit und die Arbeitshaltung des Prüfungskandidaten Bedacht zu nehmen ist (§ 4 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Bei einer fächerübergreifenden Themenstellung ist die Fachbereichsarbeiteinem Unterrichtsgegenstand zuzuordnen (Reifeprüfungsverordnung 4/1). Bei der Herstellung des Einvernehmens über das Thema gemäß RPVO 25/1 ist auch über diese Zuordnung bei einer fächerübergreifenden Themenstellung das Einvernehmen herzustellen. In der Anmeldung ist diese Zuordnung zu bezeichnen.
  • Der Schulleiter legt die Vorschläge für die Aufgabenstellungen der Schulbehörde erster Instanz vor, die sie begutachtet und genehmigt.
  • Die genehmigten Aufgabenstellungen sind innerhalb der ersten sechs Wochen des Unterrichtsjahres dem Prüfungskandidaten in geeigneter Weise mitzuteilen (RPVO 25/1).
  • Ist der Prüfungskandidat an der Ablegung einer Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit verhindert, darf die Reifeprüfung nur im Sinne des § 3 Abs. 1 Z 1 oder Z 2 der Reifeprüfungsverordnung (mit einer anderen Form der Schwerpunktbildung) fortgesetzt werden. Die diesbezüglichen Bekanntgaben haben spätestens eine Woche vor Beginn der Klausurprüfung zu erfolgen (RPVO 25/1).
  • Ein freiwilliger Rücktritt des Prüfungskandidaten von einer FBA ist bis Weihnachten möglich. Bei der Anmeldung zur Reifeprüfung (in der Woche nach den Weihnachtsferien) ist eine andere Form der Schwerpunktbildung (Schwerpunktprüfung) zu wählen.
  • Die Zielsetzung der Fachbereichsarbeit ist in § 7 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung folgendermaßen definiert: Der Prüfungskandidat hat in dereigenständigen Durchführung einerangemessenen Themenstellung zu zeigen, dass er zum schwerpunktartigen Erfassen von Sachverhalten und Problemen, ihren Ursachen und Zusammenhängen, zu exaktem Beobachten und Wahrnehmen, zu logischem und kritischem Denken, klarer Begriffsbildung und sinnvoller Fragestellung, zu differenziertem schriftlichem Ausdrucksvermögen, zum Aufsuchen angemessener und geeigneter Informationsquellen und ihrer sachgerechten Nutzung sowie zum Anwenden grundlegender Lern- und Arbeitstechniken befähigt ist.
  • Die Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit ist vom Prüfungskandidaten als schriftliche Hausarbeit abzulegen. Bei der Vorbereitung und der Anfertigung der Arbeit ist der Prüfungskandidat vom Prüfer (von den Prüfern, wenn zwei Fächer beteiligt sind) so zu betreuen, wie es die Zielsetzung der Fachbereichsarbeit (siehe oben) erfordert und dass die Selbständigkeit der Leistungen des Prüfungskandidaten nicht beeinträchtigt wird. Der Prüfungskandidat ist vor Beginn der Arbeit auf die Folgen der Verwendung unerlaubter Hilfen und Hilfsmittel ausdrücklich hinzuweisen (§ 25 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung; die Folgen sind Terminverlust und Schwerpunktprüfung, siehe unten).
  • Der Prüfungskandidat hat ein Begleitprotokoll über die Art der Durchführung der Arbeit zu führen, das jedenfalls die verwendeten Hilfsmittel und Hilfestellungen sowie die Dokumentation des Arbeitsablaufs zu enthalten hat. Ferner hat der Prüfer Aufzeichnungen über die Betreuung der Fachbereichsarbeit zu führen (§ 25 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung). Das heißt, ein genaues Protokoll führt nur der Kandidat; dieses Protokoll, das den Arbeitsablauf und die Betreuung dokumentiert, ist der Fachbereichsarbeit bei der Abgabe als Beilage beizugeben.
  • Die Fachbereichsarbeit ist vom Prüfungskandidaten unter Anschluss des Begleitprotokolls in der ersten Woche des zweiten Semesters (je nach Semesterordnung des jeweiligen Landesschulratsbereiches ist dies in den jeweiligen Bundesländern ein unterschiedlicher Zeitpunkt im Februar) dem Prüfer (den Prüfern) zur Übergabe an die Prüfungskommission auszuhändigen (§ 25 Abs.4 Reifeprüfungsverordnung).
  • Vorgetäuschte Leistungen (z. B. wegen Gebrauches unerlaubter Hilfsmittel oder Hilfen) sind nicht zu beurteilen. In diesem Fall darf die Reifeprüfung nur im Sinne des § 3 Abs. 1 Z 1 oder Z 2 (= 3 Klausuren und 4 mündliche Prüfungen bzw. vier Klausuren. und drei mündliche Prüfungen, in jedem Fall eine der mündlichen Prüfungen als Schwerpunktprüfung in Form einer vertiefenden oder einer fächerübergreifenden oder einer ergänzenden Zusatzfrage) fortgesetzt werden (d. h. es ist eine der anderen Varianten der Reifeprüfung außer der Fachbereichsarbeits-Variante zu wählen). Die diesbezüglich erforderlichen Bekanntgaben im Sinne des § 4 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung (Anmeldung mit Variantenwahl und Bekanntgabe der Schwerpunktprüfung) haben spätestens eine Woche vor Beginn der Klausurprüfung zu erfolgen. Der Prüfungskandidat darf zur Klausurprüfung und zu jenen mündlichen Teilprüfungen, die durch die Änderung der Prüfungsform nicht betroffen sind, im Haupttermin, zur Ablegung der übrigen mündlichen Teilprüfungen jedoch erst auf seinen Antrag zu einem späteren Prüfungstermin antreten. Im Rahmen der mündlichen Schwerpunktprüfung kann ein anderer als der für die Fachbereichsarbeit gewählte Unterrichtsgegenstand gewählt werden (§ 25 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung).
  • Grundsätzlich legt das Schulunterrichtsgesetz im § 37 Abs. 4 fest, dass die Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit als selbstständige Arbeit durchzuführen ist, während deren Erstellung der Prüfungskandidat kontinuierlich vom Prüfer zu betreuen ist. Auf die Wahrung der Selbstständigkeit der Leistungen des Prüfungskandidaten ist in einem erhöhten Ausmaß zu achten.
  • Der Charakter der Fachbereichsarbeit als Hausarbeit erfordert selbstverständlich die vom Schulunterrichtsgesetz vorgesehene „kontinuierliche Betreuung vom Prüfer" während der gesamten Dauer der Erstellung, wodurch auch bei einiger Sorgfalt der Betreuung sichergestellt werden kann, dass es sich um eine selbstständige Leistung des Kandidaten handelt. Diese Wahrung der Authentizität der Leistungen des Prüfungskandidaten (SchUG) ist entscheidend für den Sinn einer solchen Vorprüfung.
  • Die Wiederholung einer negativ beurteilten oder wegen vorgetäuschter Leistung unbeurteilten Fachbereichsarbeit ist nicht zulässig (SchUG 40/4).
  • Die Möglichkeit des Kandidaten, trotz negativ beurteilter Fachbereichsarbeit die Reifeprüfung im Haupttermin zu beginnen und mit Ausnahme einer Schwerpunktprüfung zum Großteil abzulegen, regelt auch das Schulunterrichtsgesetz im § 36a Abs. 2, wo normiert wird: Wurde eine nicht verpflichtende Vorprüfung mit „Nicht genügend" beurteilt, ist zur Gewährleistung der Gleichwertigkeit der Prüfungsformen (SchUG 34/4) eine entsprechende Änderung der gewählten Prüfungsform vorzusehen. In diesem Fall ist der Prüfungskandidat bei der Hauptprüfung zum Haupttermin zur Ablegung der Klausurprüfung und jener mündlichen Teilprüfungen, die durch die Änderung der Prüfungsform nicht betroffen sind, zuzulassen. Zu den Teilprüfungen, die von der Änderung der Prüfungsform betroffen sind, ist der Prüfungskandidat auf seinen Antrag zum Antreten in einem späteren Termin berechtigt.
  • Darunter ist die Schwerpunktprüfung zu verstehen, die der Kandidat in diesem Fall neu zu wählen hat (entweder eine fächerübergreifende oder eine vertiefende oder eine ergänzende Schwerpunktprüfung). Diese Prüfung ist erst im nächsten Termin abzulegen, wobei für diese Schwerpunktprüfung auch ein anderer als der für die Fachbereichsarbeit gewählte Unterrichtsgegenstand gewählt werden kann. Der Kandidat muss also die Schwerpunktprüfung sinnvollerweise nicht unbedingt im Gegenstand der negativ beurteilten Fachbereichsarbeit ablegen.
  • Kein Terminverlust tritt hingegen dann ein, wenn ein Prüfungskandidat noch vor Weihnachten der 8. Klasse von der Bearbeitung der begonnenen FBA zurücktritt bzw. Abstand nimmt, weil hiebei die Festlegung der Prüfungsform rechtzeitig möglich ist. Die Abgeltung für den Betreuer der FBA erfolgt hiebei aliquot bis zum Zeitpunkt des Rücktritts von der FBA (Erl. Bem. zur Novelle des SchUG BGI. 198/1999).

12. Berechtigung zur Ablegung der Hauptprüfung der Reifeprüfung:

  • Die „Hauptprüfung" der Reifeprüfung besteht aus der Klausurprüfung und der mündlichen Prüfung. Der Terminus „Hauptprüfung" macht den Unterschied zur„ Vorprüfung" (z. B. Fachbereichsarbeit) deutlich.
  • Zum Antreten zur Hauptprüfung ist der Kandidat gem. SchUG 36a/1 berechtigt, wenn er im Jahreszeugnis der 8. Klasse in allen Pflichtgegenständen positiv beurteilt wurde bzw. lediglich in einem Pflichtgegenstand mit „Nicht genügend" beurteilt ist (diesfalls ist eine zusätzliche „Jahresprüfung" abzulegen, sofern der Gegenstand nicht ohnedies zur Reifeprüfung gewählt wurde.)
  • Besteht eine Reifeprüfung aus einer verpflichtenden Vorprüfung und aus einer Hauptprüfung (z. B. am Sportgymnasium), so ist die erfolgreiche Ablegung der Vorprüfung eine zusätzliche Voraussetzung für die Berechtigung zur Ablegung der Hauptprüfung (SchUG 36a/2).
  • Besteht eine Reifeprüfung aus einer freiwilligen Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit und wurde diese Vorprüfung nicht oder mit „Nicht genügend" beurteilt, so darf die Reifeprüfung gemäß § 40 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung nur im Sinne des § 3 Abs. 1 Z 1 oder Z 2 (3 Klausuren, 4 mündliche Prüfungen bzw. 4 Klausuren, 3 mündliche Prüfungen, wobei in beiden Varianten eine mündliche Prüfung als Schwerpunktprüfung abzulegen ist) fortgesetzt werden. Die Wahl zwischen den verbleibenden Varianten muss spätestens eine Woche vor Beginn der Klausurprüfung erfolgen. Der Prüfungskandidat darf zur Klausurprüfung und zu jenen mündlichen Teilprüfungen, die durch die Änderung der Prüfungsform nicht betroffen sind, im Haupttermin, zur Ablegung der übrigen mündlichen Teilprüfungen jedoch erst auf seinen Antrag zu einem späteren Termin antreten. Im Rahmen der mündlichen Schwerpunktprüfung kann ein anderer als der für die Fachbereichsarbeit gewählte Unterrichtsgegenstand .gewählt werden.

13. Erstellung und Festsetzung der Aufgaben für die schriftliche Klausurprüfung:

  • Die Aufgabenstellungen für die einzelnen Prüfungsgebiete der Klausurprüfung (Klausurarbeiten) sind gem. SchUG 37/2 Z 1 auf Vorschlag des Prüfers durch die Schulbehörde erster Instanz (= zuständige LSI) zu bestimmen.
  • Gemäß § 37 Abs. 3 SchUG ist die Prüfung so zu gestalten, dass der Prüfungskandidat bei der Lösung der Aufgaben seine Kenntnis des Prüfungsgebietes, seine Einsicht in die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Sachgebieten sowie seine Eigenständigkeit im Denken und in der Anwendung des Lehrstoffes nachweisen kann.
  • Gemäß § 5 Abs. 2 der Reifeprüfungsverordnung haben die Prüfungsgebiete den gesamten Lehrstoff der Oberstufe der betreffenden Unterrichtsgegenstände der vom Prüfungskandidaten zuletzt besuchten Schulform der allgemein bildenden höheren Schule zu umfassen. Dies gilt auch für die Klausurprüfungen; ihre Aufgabenstellungen sollen mithin den gesamten Oberstufenstoff abdecken.
  • Die für die einzelnen schriftlichen Klausurarbeiten fachlich zuständigen Prüfer (= jene Lehrer, die die betreffenden Klausurgegenstände in der betreffenden Klasse zuletzt unterrichtet
    haben) haben gemäß § 26 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung jeweils einen Vorschlag für die Aufgabenstellungen auszuarbeiten, zu unterfertigen und unter Gewährleistung der Geheimhaltung zusammen mit den erforderlichen Unterlagen (siehe unten) sowie einer der Zahl der Prüfungskandidaten entsprechenden Anzahl von Abschriften persönlich dem Schulleiter zu übergeben.
  • Wahlvorschläge:
    In den einzelnen Unterrichtsgegenständen sind gemäß § 26 Abs. 1 Z 1 bis 6 Reifeprüfungsverordnung folgende Themenbzw. Aufgabengruppen zur Wahl vorzuschlagen:
    • in Deutsch eine Aufgabenstellung mit drei verschiedenartigen Themen (vgl. § 9 Reifeprüfungsverordnung);
    • in Latein oder Griechisch jeweils ein Text für die Übersetzung sowie diesem zugeordnet die Interpretationsfragen- in der Unterrichtssprache (= Deutsch; vgl. §§ 10 und 11 Reifeprüfungsverordnung);
    • in den lebenden Fremdsprachen jeweils eine Aufgabenstellung mit einer Aufgabe auf Grund sprachlicher Impulse und einer auf Grund eines längeren Textes (vgl. § 12 Abs. 1 Z 2 lit. a und b und § 13 Reifeprüfungsverordnung), in der Ersten lebenden Fremdsprache außerdem ein Hörtext (vgl. § 12 Abs. 1 Z 1 der Verordnung) auf Tonträger (CD oder Kassette).
    • in Mathematik eine Aufgabenstellung mit vier bis sechs verschiedenartigen Aufgaben (vgl. § 14 Reifeprüfungsverordnung); bei Aufgaben verschiedenen Umfangs oder verschiedener Schwierigkeit ist ihre Gewichtung ersichtlich zu machen;
    • in Darstellender Geometrie eine Aufgabenstellung mit drei oder vier verschiedenartigen Aufgaben (§ 15 Reifeprüfungsverordnung); bei Aufgaben verschiedenen Umfangs oder verschiedener Schwierigkeit ist ihre Gewichtung ersichtlich zu machen;
    • in Biologie und Umweltkunde sowie in Physik jeweils eine Aufgabenstellung mit drei oder vier Aufgaben (§§ 16 und 17 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Aufgabenstellungen dürfen gemäß § 26 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung im Unterricht nicht so weit vorbereitet sein, dass ihre Bearbeitung keine selbständige Leistung erfordert. Hingegen müssen die Arbeitsformen im Unterricht ausreichend geübt worden sein.
  • Erforderliche Beilagen zu den Themenvorschlägen:
    Die Reifeprüfungsverordnung normiert in § 26 Abs. 3 folgende Beilagen zu den Themenvorschlägen:
    • Sofern der Prüfer beabsichtigt, den Prüfungskandidaten Angaben zu Erleichterung des Verständnisses zur Verfügung zu stellen, hat er diese der Aufgabenstellung beizufügen.
    • Texte, die für eine Interpretation bestimmt sind, sind anzuschließen.
    • In den lebenden Fremdsprachen ist dem jeweiligen Vorschlag eine kurze Zusammenfassung des schriftlich vorgelegten Textes und des Hörtextes in deutscher Sprache anzuschließen.
    • In Latein und Griechisch ist dem jeweiligen Vorschlag eine deutsche Übersetzung des Textes anzuschließen.
    • In Mathematik und Darstellender Geometrie ist dem jeweiligen Vorschlag eine Ausarbeitung anzuschließen.
    • In Biologie und Umweltkunde sowie in Physik ist dem jeweiligen Vorschlag eine Disposition anzuschließen.
  • Aufgaben für die praktische Klausurprüfung:
    Die für die „praktischen Klausurarbeiten" fachlich zuständigen Prüfer haben gemäß § 27 Reifeprüfungsverordnung jeweils eine Aufgabenstellung wie folgt vorzuschlagen:
    • für die praktische Klausurarbeit aus Instrumentalunterricht sowie aus Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung mit zwei verschiedenartigen Aufgaben;
    • für die praktische Klausurarbeit aus Leibesübungen (ab 2006 „Bewegung und Sport") mit ein oder zwei Aufgaben aus den schwerpunktmäßig durchgenommenen Übungsbereichen (z. B. Geräteturnen).
  • Der Schulleiter hat die Vorschläge für die Aufgabenstellungen der schriftlichen und praktischen Klausurarbeiten gemäß RPVO 28/1 gegenzuzeichnen und gemeinsam mit den erforderlichen Unterlagen (siehe oben) in einem besonders gesicherten Umschlag mit dem Vermerk „Zur eigenhändigen Öffnung durch den zuständigen Landesschulinspektor" der Schulbehörde erster Instanz (= LSR bzw. SSRfW) vorzulegen.
  • Mit der Bezeichnung der Schule, der Klasse und des Prüfungsgegenstandes versehene Briefumschläge für die Rückmittlung der Themen sind beizulegen (RPVO 28/1).
  • Die Sicherung des Umschlages kann auf verschiedene Art erfolgen, z. B. durch Anbringen von Siegeln oder durch Überstempelung und nachfolgendes Überkleben der geklebten Stellen des Briefumschlages mit durchsichtigen Klebestreifen.
  • Die Vorlage hat gem. RPVO 28/2 zu folgenden Terminen zu erfolgen:
    • für die schriftlichen Klausurarbeiten im Haupttermin bis spätestens 4 Wochen nach Beginn des zweiten Semesters.
    • für die allfälligen praktischen Klausurarbeiten (aus Instrumentalunterricht, aus Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung, aus Bewegung und Sport) innerhalb einer Woche nach der Klassenkonferenz der letzten Schulstufe.
    • für die Klausurarbeiten in den weiteren Terminen (Herbsttermin, Frühjahrstermin) bis spätestens 3 Wochen vor Beginn der Klausurprüfung.
  • Der Schulleiter hat gemäß § 28 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung die für die Prüfungskandidaten bestimmten Abschriften (Kopien) bis zum Prüfungstag auf eine die Geheimhaltung verbürgende Weise aufzubewahren.
  • Die Festsetzung der Aufgabenstellungen erfolgt gemäß SchUG 37/2 durch die Schulbehörde erster Instanz (= zuständiger LSR bzw. SSRfW).
  • Die festgesetzten Aufgabenstellungen und die beigefügten Unterlagen sind durch die Schulbehörde dem Schulleiter unter Gewährleistung der Geheimhaltung rückzumitteln. Nach Einlangen sind sie vom Schulleiter bis zum Prüfungstag auf eine die Geheimhaltung verbürgende Weise aufzubewahren (§ 28 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung).
  • Sofern die Schulbehörde erster Instanz (= LSR) die beantragte Aufgabenstellung, insbesondere im Hinblick auf den Lehrplan, ungeeignet findet, ist die Vorlage eines neuen Vorschlages zu verlangen (§ 28 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung).
  • Aufgabenstellungen für die allfälligen Jahresprüfungen (bei negativem Jahresabschluss in einem Schularbeitsfach, das nicht zur Reifeprüfung gewählt wurde, ist auch eine schriftliche Jahresprüfung abzulegen!) sind nicht vorlagepflichtig, d. h. der Prüfer gibt die Aufgaben wie für eine Schularbeit direkt.

14. Durchführung der schriftlichen Klausurarbeiten:

  • Das Schulunterrichtsgesetz bestimmt hiezu in § 37 Abs. 3 folgenden Grundsatz: Die Prüfung ist so zu gestalten, dass der Prüfungskandidat bei der Lösung der Aufgaben seine Kenntnisse des Prüfungsgebietes, seine Einsicht in die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Sachgebieten sowie seine Eigenständigkeit im Denken und in der Anwendung des Lehrstoffes nachweisen kann.
  • Der Schulleiter hat die für die ordnungsgemäße Durchführung der schriftlichen Klausurarbeiten notwendigen Vorkehrungen, wie die Aufsichtsführung durch Lehrer in jedem Prüfungsraum, zu treffen. Dabei ist die Zahl der Prüfungskandidaten zu berücksichtigen (§ 29 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung). Der aufsichtsführende Lehrer muss nicht Prüfer sein.
  • Die Reihenfolge der schriftlichen Klausurarbeiten ist vom Schulleiter nach den organisatorischen Erfordernissen festzulegen und den Prüfungskandidaten spätestens eine Woche vor Beginn der Klausurprüfung bekannt zu geben (§ 29 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die bei den schriftlichen Klausurarbeiten zu verwendenden Wörterbücher, Formelsammlungen und mathematischen Tabellenwerke sind spätestens zwei Tage vor der ersten Klausurarbeit abzugeben. Sie sind nach Überprüfung durch den Prüfer unmittelbar vor der jeweiligen Klausurarbeit an die Prüfungskandidaten auszugeben. Prüfer ist gemäß SchUG 35/2 Z 4 jener Lehrer, der den betreffenden Unterrichtsgegenstand in der betreffenden Klasse zuletzt unterrichtet hat.
  • Die Prüfungskandidaten sind vor Beginn der schriftlichen Klausurarbeit auf die Folgen der Verwendung unerlaubter Hilfen und Hilfsmittel ausdrücklich hinzuweisen (Nichtbeurteilung der Klausurarbeit und Terminverlust) (§ 29 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung, vgl. auch § 29 Abs. 9). Alle nicht in den §§ 9 bis 14 ausdrücklich angeführten Hilfsmittel gelten als unerlaubt, sofern nicht mit der Dienstbehörde 1. Instanz (LSI) besondere Vereinbarungen getroffen werden (z. B. Laptops und andere Hilfsmittel im Zusammenhang mit Schulversuchen etc.).
  • Für die Klausurarbeit dürfen nur besonders gekennzeichnetes Papier, das der Prüfungskandidat unmittelbar nach der Ausgabe mit seinem Namen zu versehen hat, und nur die in den §§ 9 bis 14 der Reifeprüfungsverordnung genannten Arbeitsbehelfe verwendet werden (§ 29 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung).
  • Vor Beginn jeder schriftlichen Klausurarbeit hat der Schulleiter oder im Falle seiner Verhinderung ein von ihm beauftragter Vertreter in Gegenwart der Prüfungskandidaten und des aufsichtsführenden Lehrers den Umschlag mit den festgesetzten Aufgabenstellungen sowie den Umschlag mit den Abschriften (den der Schulleiter aufbewahrt hatte) zu öffnen (§ 29 Abs. 6 Reifeprüfungsverordnung).
  • Aufgabenstellungen und Hinweise sind den Prüfungskandidaten mündlich mitzuteilen und in Abschrift vorzulegen. Die für die Mitteilung der Aufgabenstellung verwendete Zeit ist in die Arbeitszeit nicht einzurechnen (§ 29 Abs. 7 RPVO; die Arbeitszeit für die einzelnen Klausurarbeiten ist in den §§ 9 bis 17 festgelegt). Für die Erste lebende Fremdsprache werden die Aufgabenstellungen für den zweiten Teil der Klausurarbeit (Abfassen von Texten) erst eine Stunde später ausgeteilt, weil vorher der Hörtext zu bearbeiten ist (= „listening comprehension"). Die Zeit des Austeilens und Vorlesens der Aufgabenstellung ist in die Arbeitszeit nicht einzurechnen.
  • Sind den Prüfungskandidaten Aufgabenstellungen zur freien Wahl gestellt (dies ist der Fall in Deutsch und in den lebenden
    Fremdsprachen), ist das zur Bearbeitung gewählte Thema innerhalb einer halben Stunde nach Beginn der schriftlichen Klausurarbeit dem aufsichtsführenden Lehrer schriftlich bekannt zu geben. Diese Mitteilung ist der schriftlichen Klausurarbeit nach deren Abgabe beizuschließen. Die den Prüfungskandidaten zur Themenwahl eingeräumte Zeit ist in die Arbeitszeit einzurechnen (§ 29 Abs. 8 Reifeprüfungsverordnung).
  • Im Falle schwerer körperlicher Behinderung eines Prüfungskandidaten gelten Sonderbestimmungen (vgl. § 46 Reifeprüfungsverordnung).
  • Vorgetäuschte Leistungen (z. B. wegen Gebrauchs unerlaubter Hilfsmittel oder Hilfen, siehe oben) sind nicht zu beurteilen. In diesem Fall ist die schriftliche Klausurarbeit im nächstfolgenden Prüfungstermin mit neuer Aufgabenstellung zu wiederholen. Der Prüfungskandidat ist berechtigt, im selben Prüfungstermin die Klausurprüfung fortzusetzen und zur mündlichen Prüfung, mit Ausnahme derjenigen mündlichen Teilprüfungen, die einem nicht beurteilten Prüfungsgebiet der Klausurprüfung entsprechen, anzutreten (RPVO 29/9). Die mündliche oder schriftliche Mitteilung an den Prüfungskandidaten, dass er die betreffenden Klausurarbeit im nächstfolgenden Prüfungstermin zu wiederholen habe, ist keine Entscheidung (bzw. kein Bescheid im rechtlichen Sinne), sondern nur eine „Verfahrensanordnung", gegen die keine gesonderte Berufung zulässig ist. Diese Anordnung kann daher erst mit der Entscheidung, dass die Reifeprüfung nicht bestanden worden ist, angefochten werden. Im Falle eines solchen Terminverweises gelten beide Termine zusammen als ein einziger Termin der Reifeprüfung des betreffenden Kandidaten (und noch nicht als Reprobation). Der Kandidat befindet sich also bei der Fortsetzung der Reifeprüfung (im weiteren Termin) noch in seinem ersten Termin.
  • Unerlaubte Hilfsmittel, deren sich der Prüfungskandidat bedienen könnte, sind ihm abzunehmen, dem Prüfungsprotokoll anzuschließen und nach dem betreffenden Prüfungstermin zurückzugeben (§ 29 Abs. 10 Reifeprüfungsverordnung).
  • Das Verlassen des Prüfungsraumes während der schriftlichen Klausurarbeit ist nur in dringenden Fällen und nur einzeln zu gestatten. Das Verlassen jenes Teiles des Schulgebäudes, in dem die Klausurarbeit stattfindet, ist vor Ablieferung der schriftlichen Klausurarbeit des betreffenden Prüfungskandidaten unzulässig. Bis zum Abschluss der Prüfung dürfen weder Arbeiten noch Teile davon oder Abschriften aus dem Prüfungsraum fortgenommen werden (§ 29 Abs. 11 Reifeprüfungsverordnung).
  • Jeder Prüfungskandidat hat nach Beendigung der schriftlichen Klausurarbeit seine Arbeit, alle Entwürfe, Unterlagen und Aufzeichnungen einschließlich des zur Verfügung gestellten besonders gekennzeichneten Papiers abzugeben und den Teil des Schulgebäudes, in dem die Klausurarbeit stattfindet, unverzüglich zu verlassen (§ 29 Abs. 12 Reifeprüfungsverordnung). Die Vollzähligkeit des abgegebenen Papiers ist vom aufsichtsführenden Lehrer zu überprüfen und zu protokollieren.
  • Über den Verlauf der schriftlichen Klausurarbeiten ist vom jeweils aufsichtsführenden Lehrer ein Protokoll zu führen, in dem Beginn und Ende der Aufsicht, Beginn und Ende der Abwesenheit einzelner Prüfungskandidaten vom Prüfungsraum, der Zeitpunkt der Ablieferung der einzelnen Klausurarbeiten, die
    Anzahl der Beilagen sowie etwaige besondere Vorkommnisse, insbesondere die Verwendung von unerlaubten Hilfsmitteln oder unvorhergesehene Ereignisse, zu verzeichnen sind (§ 29 Abs. 13 Reifeprüfungsverordnung).
  • Tritt ein unvorhergesehenes Ereignis ein, das die körperliche Sicherheit oder die Gesundheit der Prüfungskandidaten gefährdet oder den ordnungsgemäßen Ablauf einer schriftlichen Klausurarbeit schwerwiegend beeinträchtigt, so ist diese Klausurarbeit unverzüglich abzubrechen und die Schulbehörde erster Instanz (= Landesschulrat) umgehend zu verständigen. In diesem Falle ist diese Klausurarbeit nach Möglichkeit im selben Prüfungstermin, andernfalls im nächstfolgenden Prüfungstermin, jedenfalls mit neuer Aufgabenstellung, zu wiederholen (§ 29 Abs. 14 Reifeprüfungsverordnung). Auch die neue Aufgabenstellung ist auf Grund des § 37 Abs. 2 Z 1 SchUG von der Schulbehörde erster Instanz zu bestimmen, weshalb wohl in der Regel erst der folgende Prüfungstermin für die Wiederholung der Prüfung in Frage kommt.

15. Durchführung einer allfälligen schriftlichen Jahresprüfung und einer schriftlichen Zusatzprüfung zur Reifeprüfung:

  • Wird ein Schularbeitsfach im Jahreszeugnis der 8. Klasse mit „Nicht genügend" abgeschlossen und wurde dieses Fach nicht ohnedies zur Reifeprüfung gewählt, ist eine schriftliche und mündliche Jahresprüfung abzulegen. Die schriftliche Jahresprüfung ist im Rahmen der Klausurprüfungen durchzuführen. Die Arbeitszeit hat 100 Minuten zu betragen (= 2 Schulstunden, wie eine zweistündige Schularbeit). Die Aufgabenstellungen sind dem Lehrstoff der letzten Schulstufe zu entnehmen. Im Übrigen ist die Durchführung analog zur Klausurarbeit geregelt (§ 30 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die schriftliche Jahresprüfung ist aus folgenden Schularbeitsfächern möglich (nicht aus Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache, weil diese Gegenstände in jedem Fall ohnedies Klausurfächer sind):
    • weitere Fremdsprache,
    • Darstellende Geometrie,
    • Biologie und Umweltkunde bzw. Physik (für Kandidaten des RG bzw. ORG mit ergänzendem Unterricht aus den naturwissenschaftlichen Fächern),
    • Musikerziehung oder Bildnerische Erziehung (am G/RG/ORG unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung, je nach dem gewählten Schwerpunkt),
    • Musikkunde (am RG/ORG für Studierende der Musik).
  • Allfällige praktische Klausurarbeiten (= Jahresprüfungen aus Instrumentalunterricht, Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung oder aus Bewegung und Sport) sind im Rahmen der mündlichen Prüfung durchzuführen; es gelten hiefür die Bestimmungen des § 36 Reifeprüfungsverordnung.
  • Die schriftliche Klausurarbeit einer allfälligen freiwilligen Zusatzprüfung zur Reifeprüfung (aus Latein, Griechisch, DG) hat gemäß § 32 Reifeprüfungsverordnung an dem für den betreffenden Prüfungskandidaten prüfungsfreien Schultag im Rahmen der Klausurprüfung stattzufinden, sofern dies aus organisatorischen Gründen möglich ist. Ist dies nicht möglich, so hat die schriftliche Klausurarbeit innerhalb von zwei Tagen nach Abschluss der sonstigen schriftlichen Klausurarbeiten stattzufinden. Auch für die Klausurarbeit einer Zusatzprüfung gelten die allgemeinen Bestimmungen der Klausurdurchführung.

16. Prüfungsfreie Tage zwischen den Klausurarbeiten:

  • Zwischen den schriftlichen Klausurarbeiten, die an je einem Schultag festzusetzen sind, ist für jeden Prüfungskandidaten, der vier Klausurarbeiten zu absolvieren hat (also nicht für einen Kandidaten mit drei Klausuren!), mindestens ein prüfungsfreier Tag festzusetzen (§ 33 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnungsverordnung).
  • Die Festsetzung dieses Tages ist vom Schulleiter nach den organisatorischen Erfordernissen zu treffen. Dieser Tag kann im Übrigen auch ein schulfreier Tag (z. B. ein Sonn- oder Feiertag) sein.
  • Dies gilt auch für die weiteren Prüfungstermine (Herbsttermin, Frühjahrstermin), sofern wenigstens einer der Prüfungskandidaten mindestens drei schriftliche Klausurarbeiten abzulegen hat.
  • Zu beachten ist, dass gemäß § 32 Reifeprüfungsverordnung (siehe oben) die schriftliche Klausurarbeit einer allfälligen Zusatzprüfung zur Reifeprüfung, wenn dies organisatorisch möglich ist, an eben diesem prüfungsfreien Tag durchgeführt werden soll.

17. Arbeitsgruppen zwischen Klausur und mündlicher Prüfung:

  • In der unterrichtsfreien Zeit zwischen der Klausurprüfung und der mündlichen Prüfung im Haupttermin (nicht in den weiteren Terminen!) sind gemäß § 33 Abs. 2 RPVO Arbeitsgruppen einzurichten, an denen die Prüfungskandidaten teilnehmen können (die Teilnahme der Kandidaten ist nicht obligatorisch, aber sehr dringend zu empfehlen!). Im Rahmen dieser Arbeitsgruppen sollen sich Lehrer und Prüfungskandidaten mit Problemen und Stoffgebieten der jeweiligen Prüfungsgegenstände beschäftigen.
  • Dabei dürfen die für die mündliche Prüfung vorgesehenen Aufgaben keinesfalls soweit vorbereitet werden, dass ihre Lösung keine selbständige Leistung erfordert (§ 33 Abs. 2, letzter Satz Reifeprüfungsverordnung). Dieser ausdrückliche Hinweis der Reifeprüfungsverordnung, dass in Arbeitsgruppen keine zu weit gehende Vorbereitung auf die Aufgaben der mündlichen Prüfung erfolgen darf (etwa in Form stofflicher Einschränkungen u. dgl.), ist besonders genau zu beachten!
  • Der zeitliche Umfang dieser Arbeitsgruppen entspricht maximal der vierfachen Stundenzahl, die das entsprechende Fach in der 8. Klasse pro Woche hatte (Beispiel: Mathematik mit 3 Wochenstunden in der 8. Klasse = 4 x 3 = 12 Stunden Vorbereitung maximal; Physik mit 2 Wochenstunden = 8 Stunden max.). Eine Blockung der Stunden bzw. eine Verschiebung der Stunden gegenüber dem ursprünglichen Stundenplan ist im Einvernehmen mit den Kandidaten möglich.

19. Allgemeine Bestimmungen über die Durchführung der mündlichen Teilprüfungen:

  • Das Schulunterrichtsgesetz normiert in § 37 Abs. 3 folgende allgemeine Bestimmung: Die Prüfung ist so zu gestalten, dass der Prüfungskandidat bei der Lösung der Aufgaben seine Kenntnisse des Prüfungsgebietes, seine Einsicht in die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Sachgebieten sowie seine Eigenständigkeit im Denken und in der Anwendung des Lehrstoffes nachweisen kann.
  • Gemäß § 37 Abs. 7 SchUG ist die mündliche Prüfung öffentlich und vor der jeweiligen Prüfungskommission abzuhalten, wobei Prüfer von Prüfungsgebieten ausschließlich der Klausurprüfung
    von der Anwesenheitsverpflichtung ausgenommen sind. Dem Vorsitzenden obliegt die Leitung der Prüfung; er hat Zuhörer von der weiteren Teilnahme auszuschließen, wenn durch diese eine Störung des Prüfungsablaufes eintritt.
  • Die Aufgabenstellungen der Hauptprüfung sind gemäß § 37 Abs. 2 Z 2 SchUG für das betreffende Prüfungsgebiet der mündlichen Prüfung vom Prüfer mit Zustimmung des Vorsitzenden zu bestimmen.
  • Die Prüfungsgebiete haben gemäß § 5 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung den gesamten Lehrstoff der Oberstufe der betreffenden Unterrichtsgegenstände der vom Prüfungskandidaten zuletzt besuchten Schulform der AHS zu umfassen.
  • Die Durchführung der Reifeprüfung bei schwerer körperlicher Behinderung eines Prüfungskandidaten ist in § 46 Reifeprüfungsverordnung gesondert geregelt.
  • Termin der mündlichen Reifeprüfung: Der Termin der mündlichen Reifeprüfung wird gem. SchUG 36/3 von der Schulbehörde erster Instanz festgesetzt (Rahmentermin von ... bis ...). SchUG 36/2 normiert folgende Vorgaben:
    • Die Hauptprüfungen des Haupttermins haben innerhalb der letzten 9 Wochen des Unterrichtsjahres stattzufinden.
    • Die übrigen Termine haben innerhalb der ersten 6 Wochen des Schuljahres (Herbsttermin) bzw. innerhalb von 6 Wochen ab dem ersten Montag im Februar (Frühjahrstermin) stattzufinden.
    • Zwischen dem Ende der Klausurprüfung und dem Anfang der mündlichen Prüfung haben mindestens 3 Wochen zu liegen.
  • Zeitpunkt der Prüfungen: Die mündlichen Teilprüfungen dürfen gemäß § 34 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung nicht vor 7.30 Uhr beginnen und haben spätestens um 20.00 Uhr zu enden. Die dem Prüfungskandidaten eingeräumte Vorbereitungszeit sowie die für die Beurteilung der Leistungen erforderliche Zeit ist in diese Zeitspanne nicht einzurechnen. Die reine Prüfungszeit hat also innerhalb der Zeit von 7.30 Uhr bis 20.00 Uhr zu liegen, während die Vorbereitungszeit bereits vorher beginnen und die Beurteilungskonferenz nachher noch länger dauern kann.
  • Die Einteilung der Prüfungskandidaten auf die einzelnen Prüfungshalbtage ist vom Schulleiter vorzunehmen und durch Anschlag in der Schule spätestens eine Woche vor Beginn der mündlichen Prüfung bekannt zu geben (§ 34 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung). Hiebei muss der Schulleiter beachten, dass gemäß § 36 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung jeder Prüfungskandidat an dem Halbtag, an dem seine mündliche Prüfung beginnt, alle mündlichen Teilprüfungen abzulegen hat (allerdings nur bis zu vier Teilprüfungen; bei mehr als vier Prüfungen benötigt der Kandidat zwei Halbtage).
  • Dem Vorsitzenden obliegt gemäß § 34 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung die Leitung der mündlichen Prüfung.
  • Das Reifeprüfungsprotokoll ist gemäß § 34 Abs. 6 Reifeprüfungsverordnung nach Möglichkeit vom Klassenvorstand zu führen.

19. Aufgabenstellung für die mündlichen Teilprüfungen der Reifeprüfung:

a) Allgemeines:

  • Der Prüfungskandidat erhält für jede mündliche Teilprüfung (außer für die Prüfung im Zusammenhang mit der FBA, hiebei entfällt die Spezialfrage, und für die Prüfung nach negativer Klausur, hiebei werden nur Kernfragen gestellt, und für die Jahresprüfung, hiebei werden 2 Kernfragen aus der 8. Klassegestellt) grundsätzlich jeweils drei verschiedenartige und voneinander unabhängige Fragen schriftlich vorgelegt (§ 35 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung). Hiebei handelt es sich um folgende zwei Kategorien von Fragen:
    • zwei Kernfragen aus den wesentlichen Bereichen des Lehrstoffs der Oberstufe; von diesen zwei Kernfragen hat der Prüfungskandidat eine zu wählen und zu beantworten;
    • eine Spezialfrage aus dem gemäß § 19 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung einvernehmlich festgelegten Themenbereich.
  • Alle Fragen sind dem Prüfungskandidaten schriftlich vorzulegen. Diese Form der Vorlage dient einerseits der Ausschaltung von Missverständnissen, andererseits sind Kopien der schriftlichen Fragestellungen an den Vorsitzenden, den Schulleiter und an den Schriftführer auszugeben (allenfalls auch an die übrigen Mitglieder der Prüfungskommission). Die Fragestellungen sind gemäß § 36 Abs. 9 (samt Anführung der ihnen beigegebenen Hilfsmittel und Hilfen) im Reifeprüfungsprotokoll festzuhalten (z. B. durch Einheften der Fragen in Mappen etc.).

b) Aufgabenstellung bei zusätzlichen mündlichen Prüfungen nach negativer Klausur:

  • Bei zusätzlichen mündlichen Prüfungen gemäß § 19 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung (= nicht gewählte mündliche Prüfungen nach negativer Klausur) sind dem Prüfungskandidaten gemäß § 35 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung drei Kernfragen aus den wesentlichen Bereichen des Lehrstoffes der Oberstufe vorzulegen. Der Prüfungskandidat hat davon zwei zu wählen. In Deutsch und in den Fremdsprachen sind jedenfalls die im Zusammenhang mit einem Text gestellten Fragen zu wählen.
  • Bei mündlichen Prüfungen, die vom Prüfungskandidaten nicht gewählt wurden, sondern erst zusätzlich nach einer negativ beurteilten Klausurarbeit folgen, entfällt also die Spezialfrage. Statt dessen sind zwei „Kernfragen" aus drei gestellten zu wählen und zu beantworten.
  • Da nicht zu erwarten ist, dass in der nach Mitteilung der kommissionellen Beurteilung der betreffenden Klausurarbeitverbleibenden Zeitspanne von mindestens zwei (und im Allgemeinen höchstens drei) Wochen (vgl. § 41 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung) noch eine sinnvolle Wahl und Vorbereitung eines einvernehmlichen Themenbereichs für eine Spezialfrage erfolgen kann, verblieb die Reifeprüfungsverordnung 1990 für diese besondere Form der nicht gewählten, durch negative Klausurleistungen zusätzlich erforderlich gewordenen mündlichen Prüfung de facto bei der früher generell üblichen Form der mündlichen Reifeprüfung (drei Prüfungsaufgaben, von denen der Prüfungskandidat zwei zu wählen hat).
  • Zu beachten ist besonders, dass der Kandidat bei einer zusätzlichen mündlichen Prüfung in Deutsch und in den Fremdsprachen jedenfalls die im Zusammenhang mit einem Text gestellte Frage zu wählen hat. Diese Bestimmung wurde durch die Novelle 1992 in die RPVO aufgenommen, weil gemäß Abs. 6 des § 35 die Textfrage im Normalfall in die Spezialfrage integriert ist. Im Fall der zusätzlich erforderlichen Prüfung nach einer negativen Klausur in Deutsch und in den Fremdsprachen (sofern dieser Gegenstand zur mündlichen Reifeprüfung nicht gewählt wurde) hat mithin eine der drei gestellten Kernfragen eine Textfrage zu sein, die der Kandidat jedenfalls wählen muss.

c) Aufgabenstellung für die Schwerpunktprüfung:

  • In § 35 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung ist festgelegt, dass je nach der gewählten Form der mündlichen Schwerpunktprüfung (§ 20 Abs. 1 RPVO: fächerübergreifende oder vertiefende oder
    ergänzende Schwerpunktprüfung) dem Prüfungskandidaten zusätzlich zu den Kernfragen und der Spezialfrage schriftlich zwei verschiedenartige und voneinander unabhängige Fragen fächerübergreifender oder vertiefender oder ergänzender Art vorzulegen sind. Der Prüfungskandidat hat aus den vorgelegten zwei Fragen eine zu wählen.
  • Bei der auf die Fachbereichsarbeit bezogenen mündlichen Teilprüfung ist dem Prüfungskandidaten zusätzlich zu den Kernfragen (von denen eine zu wählen ist) schriftlich eine Aufgabenstellung zur Thematik der FBA vorzulegen, aus deren Behandlung sich ein Prüfungsgespräch gemäß § 21 Abs. 1 (Präsentation und Diskussion der FBA einschließlich ihres fachlichen Umfeldes) zu ergeben hat (§ 35 Abs. 4 RPVO). Hiebei hat der Prüfungskandidat die Fähigkeit zur Behandlung eines speziellen Themas, das schwerpunktartige Erfassen von Sachverhalten und Problemen, ihren Ursachen und Zusammenhängen sowie logisches und kritisches Denken zu zeigen. Weil die FBA einen ausreichenden Grad an Spezialisierung nachweist und die Präsentation der FBA mit Mitteln moderner Medien im Rahmen der mündlichen Prüfung längere Zeit in Anspruch nimmt, entfällt bei der auf die FBA bezogenen mündlichen Püfung die Spezialfrage.
  • In den drei Formen der mündlichen Schwerpunktprüfung erfolgen die spezifischen Aufgabenstellungen (fächerübergreifende bzw. vertiefende bzw. erweiternde Fragen) jeweils zusätzlich zu den normalen Kern- und Spezialfragen, sodass die Schwerpunktprüfung bzw. die auf die Fachbereichsarbeit bezogene Prüfung folgende Struktur hat:
    • Fächerübergreifende Schwerpunktprüfung:
      1. Fach: 2 Kernfragen, von denen eine zu wählen ist;
                   1 Spezialfrage, die jedenfalls zu beantworten ist;
      2. Fach: 2 Kernfragen, von denen eine zu wählen ist;
                   1 Spezialfrage, die jedenfalls zu beantworten ist;
      zusätzlich: 2 fächerübergreifende Fragen, von denen eine zu wählen ist.
    • Vertiefende bzw. ergänzende Schwerpunktprüfung:
      2 Kernfragen, von denen eine zu wählen ist;
      1 Spezialfrage, die jedenfalls zu beantworten ist;
      2 vertiefende bzw. ergänzende Fragen, von denen eine zu wählen ist.
    • Auf die Fachbereichsarbeit bezogene mündliche Prüfung:
      2 Kernfragen, von denen eine zu wählen ist;
      (keine Spezialfrage!)
      Präsentation und Diskussion der Fachbereichsarbeit einschließlich ihres fachlichen Umfeldes in einem Prüfungsgespräch.
  • Die Aufgabenstellungen sind jeweils für das betreffende Prüfungsgebiet vom Prüfer mit Zustimmung des Vorsitzenden zu bestimmen. Eine Streuung über den Stoff der Oberstufe ist anzustreben. Sind durch die Aufgabenstellung zwei Prüfer betroffen, haben diese einvernehmlich vorzugehen.
  • Zwei Prüfer sind in folgenden Fällen erforderlich:
    • bei der fächerübergreifenden Schwerpunktprüfung (die Lehrer der beiden betroffenen Fächer, sofern nicht zufällig Personalunion vorliegt);
    • bei der vertiefenden Schwerpunktprüfung (die Lehrer des Pflichtgegenstandes und des diesbezüglichen vertiefenden und erweiternden Wahlpflichtgegenstandes, sofern nicht - was oft der Fall sein wird - Personalunion vorliegt);
    • bei einer fächerübergreifenden Fachbereichsarbeit (die Lehrer beider betroffener Fächer, sofern nicht Personalunion vorliegt);
    • überdies an den entsprechenden Formen des Oberstufenrealgymnasiums im Prüfungsgebiet Musikerziehung und Instrumentalunterricht bzw. im Prüfungsgebiet Bildnerische Erziehung und Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung (jeweils die Lehrer der beiden Fächer, sofern nicht Personalunion vorliegt).
  • Zur Vorlage der Prüfungsfragen ist anzumerken, dass es sich als praktikabel erwiesen hat (vor allem im Hinblick auf den geplanten Zeitablauf der mündlichen Prüfungen), dass die Prüfer, die für einen Halbtag vorgesehen sind, ihre Aufgabenstellungen spätestens zu Beginn dieses Halbtages dem Vorsitzenden vorlegen. Es ist jedenfalls zu beachten, dass der Vorsitzende zu den Fragestellungen im Sinne des § 37 Abs. 2 SchUG seine Zustimmung zu erteilen hat, was sicherlich nicht möglich ist, wenn er sie nicht rechtzeitig vor Beginn der Prüfungen des Halbtages begutachten kann.
  • Gleichzeitig mit der Aufgabenstellung sind dem Prüfungskandidaten gemäß § 35 Abs. 8 Reifeprüfungsverordnung vom Prüfer die allenfalls zur Bearbeitung der Aufgaben erforderlichen Hilfsmittel vorzulegen, wobei darauf zu achten ist, dass sich die Lösung der Aufgabe aus der Benützung dieser Hilfsmittel allein nicht ableiten lässt.
  • Schwierige Einzelheiten, die die Lösung der gestellten Aufgabe ohne Benützung besonderer Hilfsmittel nicht erwarten lassen, können vom Prüfer dem Prüfungskandidaten bekannt gegeben werden (§ 35 Abs. 8 Reifeprüfungsverordnung).

d) Besondere Erfordernisse der Fragestellungen für einzelne Prüfungsgebiete:

  • Im Rahmen der zwei Kernfragen oder im Rahmen der Spezialfrage (im Falle einer zusätzlichen mündlichen Teilprüfung nach negativer Klausur jedoch im Rahmen einer der gemäß § 19 Abs. 3 zu stellenden Kernfragen; siehe hiezu oben) sind in Deutsch und in den Fremdsprachen Aufgaben im Zusammenhang mit einem Text (auch unter sprachreflektorischem Aspekt) - in Deutsch und in der lebenden Fremdsprache allenfalls als Tonband- oder Videoaufzeichnung - vorzusehen (§ 35 Abs. 6 Reifeprüfungsverordnung). Durch diese Bestimmung ist sichergestellt, dass der Kandidat jedenfalls einen Text zu behandeln hat, zumal präzisiert ist, dass bei zusätzlichen mündlichen Prüfungen nach negativer Klausur der Text im Rahmen einer Kernfrage enthalten ist, die der Kandidat jedenfalls zu beantworten hat.
  • In Informatik ist im Rahmen beider Kernfragen oder im Rahmen der Spezialfrage mindestens eine Aufgabe, die am Computer zu lösen ist, zu stellen (§ 35 Abs. 6 Reifeprüfungsverordnung).
  • In Chemie und Physik sind Aufgaben im Zusammenhang mit praktischer Aufgabenstellung zulässig (RPVO 35/6).
  • In allen Prüfungsgebieten ist die Interpretation eines vorgelegten, angemessenen wissenschaftlichen Textes, von entsprechenden Objekten und bildlichen Darstellungen oder die Vorgabe sonstiger geeigneter Impulse zulässig (RPVO 35/6).
  • In Musikerziehung und Instrumentalunterricht (am ORG), in Bildnerischer Erziehung, in Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung (am ORG) sowie in Darstellender Geometrie hat der Prüfungskandidat in geeigneter Form und im Zusammenhang mit der Spezialfrage auch eine Probe seines praktischen Könnens zu geben (z. B. eine instrumentale Vorführung oder die Anfertigung einer Skizze sowie die Vorlage von Arbeiten, die im Laufe der letzten beiden Klassen angefertigt worden sind). Diese Proben des praktischen Könnens sind somit obligatorisch.
  • In Musikerziehung kann (= fakultativ!) der Prüfer dem Prüfungskandidaten mit dessen Zustimmung auch Gelegenheit zu einer kurzen Vorführung seines praktischen Könnens im Zusammenhang mit dem gewählten Themenbereich geben. Musikalische Zuspielungen können in die Prüfung integriert werden.
  • Für die mündliche Prüfung bzw. die Spezialfrage im Prüfungsgebiet Musikerziehung und Instrumentalunterricht (am ORG der entsprechenden Form) liegt somit ein besonderer Fall des einvernehmlichen Vorgehens zweier Prüfer vor, da ja die Probe des praktischen Könnens (instrumentale Vorführung) obligatorisch im Zusammenhang mit der Spezialfrage zu erfolgen hat. Gleiches gilt für das Prüfungsgebiet Bildnerische Erziehung und Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung.
  • In diesen kombinierten Prüfungsgebieten (je zwei Pflichtgegenständen entsprechend) wie auch im Rahmen der mündlichen Prüfung aus Musikerziehung bzw. aus Bildnerischer Erziehung allein bildet die Vorführung bzw. Probe praktischen Könnens nicht eine eigene Aufgabe, sondern muss mit einer (theoretischen) Aufgabenstellung, der Spezialfrage, verbunden sein.
  • Die Spezialfrage ist nicht (nur) in einem Referat des Prüfungskandidaten zu behandeln, sondern in einem Prüfungsgespräch (§ 35 Abs. 6 letzter Satz Reifeprüfungsverordnung). Diese Bestimmung wurde explizit in die Reifeprüfungsverordnung aufgenommen, weil im Zusammenhang mit der Spezialfrage naturgemäß eine gewisse Gefahr besteht, dass die mündliche Prüfung zu einem bloßen Referat des Prüfungskandidaten gerät. Dies wäre indes keineswegs der Sinn einer Spezialfrage, die zwar einem einvernehmlich festgelegten Spezialthemenbereich entstammt und daher erheblich vertieftes Spezialwissen des Kandidaten erwarten lässt, aber andererseits nicht in Monologform, sondern in Form eines Prüfungsgespräches zwischen Prüfer und Kandidaten mit Querverbindungen und Zwischenfragen abzuhandeln ist.

20. Durchführung der mündlichen Teilprüfungen im Rahmen der Reifeprüfung:

  • Jeder Prüfungskandidat hat gemäß § 36 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung an dem Halbtag, an dem seine mündliche Prüfung beginnt, alle mündlichen Teilprüfungen abzulegen. Dies gilt jedoch nicht für den Fall, dass der Prüfungskandidat mehr als vier Teilprüfungen abzulegen hat. In diesem Fall sind die Teilprüfungen auf die beiden Halbtage eines Tages zu verteilen.
  • Mehr als vier Teilprüfungen kommen für Prüfungskandidaten in Frage, die zusätzliche Jahresprüfungen (nach negativer Beurteilung für die 8. Klasse in einem Gegenstand, der nicht zur Reifeprüfung gewählt wurde), zusätzliche mündliche Prüfungen nach negativ beurteilten Klausurarbeiten und/oder Zusatzprüfungen (freiwillige Prüfungen aus Latein, Griechisch oder Darstellender Geometrie zur Erweiterung der Studienberechtigung) abzulegen haben und die Variante der Reifeprüfung mit drei Klausuren und vier mündlichen Prüfungen gewählt haben. Auch bei der Strukturvariante vier Klausurarbeiten und drei mündliche Prüfungen kann es zu mehr als vier mündlichen Prüfungen kommen, wenn der Kandidat z. B. eine Jahresprüfung und eine zusätzliche Prüfung nach negativer Klausur oder zwei zusätzliche Prüfungen nach negativer Klausur abzulegen hat. Im Extremfall wären mithin bei einem Prüfungskandidaten bis zu sieben mündliche Prüfungen möglich: vier gewählte mündliche Prüfungen, eine Jahresprüfung, zwei zusätzliche Prüfungen nach negativen Klausuren (allfällige freiwillige Zusatzprüfungen kämen allenfalls noch hinzu).
  • Die Reihenfolge der einzelnen mündlichen Teilprüfungen ist vom Schulleiter im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden festzulegen (§ 36 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung). Im Gegensatz zur Einteilung der Prüfungskandidaten auf die einzelnen Halbtage, die gemäß § 34 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung vom Schulleiter vorgenommen wird und spätestens eine Woche vor Beginn der mündlichen Prüfung bekannt zu geben ist, ist die genaue Reihenfolge der einzelnen Prüfungen innerhalb des jeweiligen Prüfungshalbtages nicht obligatorisch bekannt zu geben (einer Bekanntgabe steht allerdings auch nichts im Wege).
  • Zur Vorbereitung auf jede mündliche Teilprüfung ist jedem Prüfungskandidaten eine angemessene Frist, insbesondere bei graphischen oder praktischen Aufgabenstellungen, mindestens jedoch 20 Minuten, einzuräumen. Zur Vorbereitung auf eine mündliche Schwerpunktprüfung ist darüber hinaus eine weitere Frist von mindestens 10 Minuten einzuräumen (§ 36 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • Bei schwerer körperlicher Behinderung eines Prüfungskandidaten kann gemäß § 46 Abs. 2 die Vorbereitungs- und Prüfungsdauer erstreckt werden.
  • Der Prüfungskandidat hat also im Normalfall für jede mündliche Teilprüfung mindestens 20 Minuten Vorbereitungszeit, für eine Schwerpunktprüfung jedoch mindestens 30 Minuten. Bei der Einteilung der Prüfungen wird darauf zu achten sein, dass für Gegenstände wie Darstellende Geometrie, Mathematik, Bildnerische Erziehung, Chemie, Informatik u. dgl. eine etwas längere Vorbereitungszeit zur Verfügung steht.
  • Es ist im Allgemeinen so, dass im Prüfungsraum gleichzeitig drei Kandidaten Vorbereitungszeit haben, während ein Kandidat geprüft wird. Auf diese Weise sind ein flüssiger Ablauf der Prüfungen einerseits und eine ausreichende Vorbereitungszeit andererseits gewährleistet. Allenfalls können auch z. B. vier Vorbereitungen gleichzeitig laufen (namentlich am Beginn des Prüfungstages). Die Vorbereitungszeit ist entsprechend den zeitlichen Notwendigkeiten dem Beginn der Prüfungen am jeweiligen Halbtag vorzustaffeln. Hiebei ist es auch möglich, bereits vor 7.30 Uhr mit der Vorbereitungszeit zu beginnen (vgl. § 34 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Zur selben Zeit darf von der Prüfungskommission nur ein Prüfungskandidat geprüft werden, doch können während der mündlichen Teilprüfung eines Prüfungskandidaten Aufgaben an andere Prüfungskandidaten zur Vorbereitung ausgegeben werden (§ 36 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung). Das sozusagen „parallele" Prüfen mehrerer Kandidaten ist hiemit ausdrücklich ausgeschlossen, weil dem Vorsitzenden und allen Mitgliedern der Prüfungskommission die Möglichkeit gegeben sein muss, jede einzelne Prüfung zu verfolgen. Die parallele Vorbereitung im Prüfungsraum (in der Regel drei Kandidaten gleichzeitig) ist hingegen nicht nur möglich, sondern sogar erforderlich.
  • Die Prüfung ist gemäß § 36 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung so zu gestalten, dass der Prüfungskandidat bei der Lösung der Aufgaben seine Kenntnis des Prüfungsgebiets, seine Einsicht in die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Sachgebieten sowie seine Eigenständigkeit im Denken und in der Anwendung des Lehrstoffes nachweisen kann (§ 36 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung, entspricht wörtlich der Bestimmung in § 37 Abs. 3 SchUG).
  • Auf eine sachlich und sprachlich richtige Ausdrucksweise des Prüfungskandidaten ist Wert zu legen (§ 36 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung). Diese wichtige Bestimmung hat für alle Gegenstände - und nicht etwa nur für die Sprachfächer- Gültigkeit und ist daher bei allen Teilprüfungen besonders zu beachten.
  • Schriftliche und graphische Teile der Beantwortung sind mit Hilfe einer Tafel oder in Projektion für die Prüfungskommission sichtbar zu machen (§ 36 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung). Das heißt, dass bei Notwendigkeit stets eine Visualisierung der Fragebeantwortung anzustreben ist, wobei namentlich der Overhead-Projektion bzw. der Projektion mit Beamer eine wichtige Rolle zukommt.
  • Dauer der einzelnen Teilprüfungen:
    • Grundsätzlich legt hiezu die Reifeprüfungsverordnung in § 36 Abs. 6 fest, dass für jede einzelne mündliche Teilprüfung nicht mehr Zeit zu verwenden ist, als für die Gewinnung eines sicheren Urteils über die Kenntnisse der Prüfungskandidaten erforderlich ist. Im Einzelnen gilt Folgendes:
    • Die Prüfungszeit darf für eine Teilprüfung 15 Minuten nicht überschreiten und fünf Minuten nicht unterschreiten.
    • In Musikerziehung und Instrumentalunterricht (am ORG der entsprechenden Form) beträgt die Höchstdauer der Prüfung 20 Minuten und die Mindestdauer zehn Minuten.
    • Diese Zeiten erhöhen sich für die Teilprüfungen, die die mündliche Schwerpunktprüfung oder die Fachbereichsarbeit betreffen, um insgesamt jeweils zehn Minuten. Das heißt, dass alle Schwerpunktprüfungen (fächerübergreifende, ergänzende und vertiefende) und die auf Fachbereichsarbeiten bezogenen Prüfungen nicht zwischen 5 und 15 Minuten dauern, sondern zwischen 15 und 25 Minuten. Eine Schwerpunktprüfung aus Musikerziehung und Instrumentalunterricht (am ORG) dauert mithin zwischen 20 und 30 Minuten.
    • Im Falle schwerer körperlicher Behinderung des Prüfungskandidaten (vgl. hiezu § 46 der Reifeprüfungsverordnung) ist diesem nach Maßgabe der Behinderung diejenige Zeit zur Verfügung zu stellen, die für eine ausreichende Beurteilung seiner Leistungen erforderlich ist.
    • Die Begrenzung der Prüfungszeit obliegt dem Prüfer mit Zustimmung des Vorsitzenden (§ 36 Abs. 6 RPVO).
    • Der Vorsitzende ist berechtigt, die Prüfungsdauer für die erste vom Prüfungskandidaten behandelte Aufgabe zu begrenzen (§ 36 Abs. 7 Reifeprüfungsverordnung).
    • Diese Bestimmungen über eine Begrenzung der Prüfungszeit in den Abs. 6 bzw. 7 des § 36 der Reifeprüfungsverordnung setzen die vorgeschriebene Mindestdauer der Prüfung (siehe oben: „normale" mündliche Teilprüfung mindestens 5 Minuten, Schwerpunktprüfung mindestens 15 Minuten) nicht außer Kraft. Diese Mindestprüfungszeit muss also jedem Kandidaten für jede einzelne Teilprüfung zur Verfügung stehen.
  • Der Vorsitzende der Prüfungskommission leitet die Prüfung (§ 34 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung), genehmigt die Aufgabenstellungen (SchUG 37/2 Z 2), genehmigt die Reihenfolge der einzelnen mündlichen Prüfungen (§ 36 Abs. 2 RPVO), kann die Prüfungsdauer begrenzen (§ 36 Abs. 6 und 7 RPVO) und ist weiters berechtigt, sich an den mündlichen Teilprüfungen im Zusammenhang mit den vom Prüfer gestellten Fragen zu beteiligen (§ 36 Abs. 7 Reifeprüfungsverordnung).
  • Bedient sich ein Prüfungskandidat bei der Lösung einer Aufgabe unerlaubter Hilfsmittel oder Hilfen, ist die betreffende Aufgabe nicht zu beurteilen und eine andere Aufgabe zu stellen oder ein anderes Thema mit neuer Aufgabenstellung zuzuweisen (§ 36 Abs. 8 Reifeprüfungsverordnung).
  • Abgesehen von dieser Ausnahmeregelung ist im Übrigen das Stellen einer vom Prüfungskandidaten nicht gewählten Aufgabe (als „Zusatzfrage" oder Ähnliches) nichtzulässig. Die vom Prüfungskandidaten gewählten Fragestellungen sind zu akzeptieren. Das heißt allerdings keineswegs, dass nicht Querverbindungen jederzeit geprüft werden können, ja sollen. Der Kandidat hat ja unter anderem seine Einsicht in die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Sachgebieten und natürlich auch zwischen verschiedenen Stoffbereichen nachzuweisen (vgl. u. a. § 36 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung).
  • Für jede mündliche Teilprüfung sind die vom Prüfungskandidaten behandelten Aufgaben (samt Anführung der ihnen beigegebenen Hilfsmittel und Hilfen) im Reifeprüfungsprotokoll festzuhalten (§ 36 Abs. 9 Reifeprüfungsverordnung). Dieses Reifeprüfungsprotokoll ist nach Möglichkeit vom Klassenvorstand zu führen (§ 34 Abs. 6 Reifeprüfungsverordnung).

21. Durchführung der mündlichen Jahresprüfung und der mündlichen Zusatzprüfung:

  • Die mündliche Jahresprüfung im Falle eines negativen Abschlusses der letzten Schulstufe in einem Gegenstand, der nicht zur Reifeprüfung gewählt wurde, ist im Rahmen der Hauptprüfung gemeinsam mit der mündlichen Prüfung des betreffenden Prüfungskandidaten abzulegen (§ 37 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Dem Prüfungskandidaten sind bei der mündlichen Jahresprüfung zwei verschiedenartige und voneinander unabhängige Aufgaben schriftlich vorzulegen, die dem Lehrstoff der letzten Schulstufe (= 8. Klasse) zu entnehmen sind. Die Aufgabenstellungen sind vom Prüfer zu bestimmen (§ 37 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung). Der Kandidat hat beide Aufgabenstellungen zu behandeln (keine Wahlmöglichkeit).
  • Die mündliche Jahresprüfung ist gemäß § 37 Abs. 2 so zu gestalten, dass der Prüfungskandidat bei der Lösung der Aufgaben seine Kenntnisse im Unterrichtsgegenstand der Jahresprüfung, seine Einsicht in die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Sachgebieten sowie seine Eigenständigkeit im Denken und in der Anwendung des Lehrstoffes nachweisen kann (vgl. auch § 37 Abs. 3 SchUG).
  • Eine allfällige mündliche Zusatzprüfung (freiwillige Prüfung aus Latein, Griechisch oder Darstellender Geometrie zur Erweiterung der Studienberechtigung) ist gemäß § 38 Reifeprüfungsverordnung gleichfalls im Rahmen der mündlichen Prüfung abzulegen. Auf die mündliche Zusatzprüfung sind die §§ 34, 35 Abs. 5 bis 8 und § 36 entsprechend anzuwenden (d. h., die mündliche Zusatzprüfung ist wie eine „normale" mündliche Reifeprüfung mit Kern- und Spezialfrage abzulegen, sie ist jedoch keine „Schwerpunktprüfung").

22. Grundsätze für die Leistungsbeurteilung bei der Reifeprüfung:

a) Die Bestimmungen des SchUG zur Leistungsbeurteilung bei der Reifeprüfung:

  • Soweit Prüfungsteile der Hauptprüfung in Form von schriftlichen Klausurprüfungen abzulegen sind, darf der Prüfungskandidat die mündliche Prüfung auch dann ablegen, wenn für höchstens zwei Prüfungsteile der Klausurprüfung die Teilbeurteilung mit „Nicht genügend" festgesetzt wird (§ 37 Abs. 5 SchUG).
  • Im Rahmen der mündlichen Prüfung hat der Prüfungskandidat in den Prüfungsgebieten, für die hinsichtlich der Prüfungsteile der Klausurprüfung die Teilbeurteilung mit „Nicht genügend" festgesetzt wurde, zusätzliche Prüfungen abzulegen, wenn sie nicht ohnehin Prüfungsteile der mündlichen Prüfung sind (§ 37
    Abs. 5 SchUG). Zu diesen mündlichen Prüfungen, die zusätzlich nach negativer Klausur in einem nicht zur mündlichen Prüfung gewählten Gegenstand abzulegen sind, vergleiche u. a. § 35 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung. Diese Prüfungen sind analog den mündlichen Prüfungen im Rahmen der früheren Reifeprüfungsvorschriften konzipiert: drei Kernfragen sind zu stellen, von denen der Kandidat zwei zu wählen hat. Eine Spezialfrage ist bei diesen Prüfungen nicht vorgesehen.
  • Die Leistungen des Prüfungskandidaten in den einzelnen Prüfungsteilen der Vorprüfung und den einzelnen Prüfungsteilen der Klausurprüfung und der mündlichen Prüfung im Rahmen der Hauptprüfung sind auf Grund eines Antrages des Prüfers von der jeweiligen Prüfungskommission (vgl. § 35 SchUG) unter Anwendung des § 18 Abs. 2 bis 4 SchUG zu beurteilen (Teilbeurteilungen) (§ 38 Abs. 1 SchUG). Die Sequenz des SchUG, auf die bei dieser Bestimmung hingewiesen wird, nämlich § 18 Abs. 2 bis 4 SchUG, bestimmt, dass für die Beurteilung der Leistungen der Schüler folgende Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden sind: Sehr gut, Gut, Befriedigend, Genügend, Nicht genügend (Abs. 2), ferner dass durch die Noten die Selbständigkeit der Arbeit, die Erfassung und die Anwendung des Lehrstoffes, die Durchführung der Aufgaben und die Eigenständigkeit des Schülers zu beurteilen ist (Abs. 3), ferner dass vorgetäuschte Leistungen nicht zu beurteilen sind (Abs. 4).
  • Die Leistungen der mündlichen Prüfung sind auf Grund eines Antrages des Prüfers von der Prüfungskommission am Ende jedes Prüfungshalbtages (bzw. ab 5 Prüfungen am Ende des Prüfungstages), an dem der Prüfungskandidat die Prüfung beendet hat, zu beurteilen, wobei Prüfer ausschließlich von Klausurarbeiten von der Anwesenheitspflicht ausgenommen sind und kein Stimmrecht haben (und daher auch bei der Feststellung der 2/3-Mehrheit für die Beschlussfähigkeit nicht mitzählen) (SchUG 38/2).
  • Die Beurteilung der Leistungen bei der Jahresprüfung erfolgt unter sinngemäßer Anwendung von SchUG 38/1 und 2 (siehe oben), wobei abweichend von SchUG 35 der Lehrerdes betreffenden Pflichtgegenstandes in der betreffenden Klasse (Prüfer der Jahresprüfung) stimmberechtigt ist. Bei positiver Beurteilung der Jahresprüfung bzw. des betreffenden Prüfungsgebietes im Falle des § 36a Abs. 1 letzter Satz (die Jahresprüfung ist insoweit nicht abzulegen, als der betreffende Pflichtgegenstand ein Prüfungsgebiet der Hauptprüfung bildet) ist die Beurteilung der Jahresleistung mit „Nicht genügend" soweit einzubeziehen, dass die neu festzusetzende Jahresbeurteilung jedenfalls mit „Genügend, höchstens jedoch mit „Befriedigend" festgelegt werden kann (SchUG 38/4).
  • Die Beurteilung der Leistungen erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit (SchUG 38/5).
  • Gemäß § 18 Abs. 1 zweiter Satz SchUG sind als Maßstab für die Leistungsbeurteilung die Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Stand des Unterrichtes anzusetzen. Der Maßstab der Leistungsbeurteilung ist somit kraft Gesetzes ein von der Beurteilung anderer Schüler (bzw. Prüfungskandidaten) oder von einer „durchschnittlichen" Beurteilung unabhängiger (vgl. hiezu das Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes SIg. 10391 A).

b) Grundsätzliche Bestimmungen der Reifeprüfungsverordnung für die Leistungsbeurteilung:

  • Die Reifeprüfungsverordnung normiert in § 39 allgemeine Grundsätze für die Leistungsbeurteilung. In den §§ 40 bis 42 geht die Verordnung sodann im Einzelnen auf die Beurteilung der Vorprüfungen, die Beurteilung der schriftlichen Klausurarbeiten und die Beurteilung der mündlichen und der praktischen Teilprüfungen sowie die Gesamtbeurteilung der Reifeprüfung ein.
  • Grundlage für die Leistungsbeurteilung sind die vom Prüfungskandidaten bei der Lösung der Aufgaben erwiesene Kenntnis des Prüfungsgebiets, die hiebei gezeigte Einsicht in die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Sachgebieten, die Eigenständigkeit im Denken und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie die Erreichung des allgemeinen Bildungszieles der AHS und der Bildungs- und Lehraufgabe sowie der Lernziele des betreffenden Prüfungsgebiets (vgl. SchUG 37/3).
  • Es sind nur die Leistungen im Rahmen der Reifeprüfung maßgeblich; die Leistungen des Schülers in der letzten Schulstufe sind nicht zu berücksichtigen (wie dies in der bis 1990 geltenden Reifeprüfung vorgeschrieben war).
  • Die Beurteilungsgrundsätze der Leistungsbeurteilungsverordnung sind sowohl auf die Beurteilung der einzelnen Teilprüfungen der Hauptprüfung (Klausurarbeiten und mündliche Teilprüfungen) und einer allfälligen Vorprüfung als auch auf die Beurteilung des jeweiligen gesamten Prüfungsgebiets anzuwenden.
  • Die Teilbeurteilungen und die Beurteilungen in den einzelnen Prüfungsgebieten der Reifeprüfung hat die zuständige Prüfungskommission in nichtöffentlicher Sitzung vorzunehmen (RPVO 39/1).
  • Gemäß § 39 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung ist für die positive Beurteilung einer mündlichen Teilprüfung eine zumindest ausreichende Beantwortung jeder einzelnen Prüfungsfrage in den wesentlichen Bereichen erforderlich. Dies ergibt sich aus der Struktur der AHS-Reifeprüfung, weil eine gute Beantwortung der Spezialfrage natürlich eine allfällige Unkenntnis der Kernfrage nicht wettmachen kann und umgekehrt. Es ist somit die positive Beantwortung jeder einzelnen Prüfungsfrage (Kernfrage, Spezialfrage, allenfalls auch Schwerpunktfrage) erforderlich, um eine positive Beurteilung der mündlichen Prüfung zu erreichen. Dies ist wohl eine der maßgeblichsten Änderungen gegenüber früheren Formen der Reifeprüfung (bis 1990), wo die gute Leistung bei einer Frage unter Umständen eine schlechte Leistung bei der anderen Frage egalisieren konnte. Eine derartige Egalisierung ist vom System der Prüfung her nicht möglich, weil es andernfalls für den Schüler zum Beispiel möglich wäre, die Spezialfrage so genau vorzubereiten, dass die Kernfrage (und somit die Prüfung über den gesamten Oberstufenstoff) jedenfalls aufgewogen würde und mithin nur ein stark eingeschränktes Stoffgebiet vorzubereiten wäre.
  • Bei der Beurteilung eines Prüfungsgebiets, aus dem eine Klausurprüfung und eine mündliche Prüfung abgelegt worden sind, ist eine bessere Note als „Nicht genügend" auch bei einer auf „Nichtgenügend" lautenden Teilbeurteilung festzusetzen, wenn dies dem Gesamtbild der Leistungen in dem betreffenden Prüfungsgebiet entspricht. Das heißt, eine negative Beurteilung der Klausurprüfung hat noch nicht notwendigerweise eine negative Gesamtbeurteilung in diesem Prüfungsgebiet zur Folge, ebenso wenig wie eine negative Beurteilung der mündlichen Prüfung, sofern eine positive Klausur in diesem Prüfungsgebiet vorliegt. Es entscheidet stets das Gesamtbild der Leistungen.
  • Die Beschlüsse der Prüfungskommissionen sind gemäß § 35 Abs. 4 SchUG zu fassen, das heißt, für einen Beschluss der Prüfungskommission ist die Anwesenheit des Vorsitzenden und von mindestens zwei Dritteln der übrigen Mitglieder sowie die unbedingte Mehrheit der von den Mitgliedern abgegebenen Stimmen (das ist die nächste ganze Zahl über der Hälfte der Zahl der abgegebenen Stimmen) erforderlich. Stimmenthaltungen sind
    unzulässig. Der Vorsitzende entscheidet im Falle der Stimmengleichheit, stimmt jedoch selbst nicht mit.
  • Ist der Vorsitzende der jeweiligen Prüfungskommission der Meinung, dass ein Beschluss der Prüfungskommission gegen Rechtsvorschriften verstößt, hat er gem. RPVO 39/2 diesen Beschluss auszusetzen und die Weisung der Schulbehörde erster Instanz einzuholen, das heißt, er hat die Angelegenheit dem zuständigen Landesschulrat (Stadtschulrat für Wien) vorzulegen.
  • Die Teilbeurteilungen sowie die Beurteilung der Leistungen in den einzelnen Prüfungsgebieten und die Gesamtbeurteilung sind in das Reifeprüfungsprotokoll aufzunehmen. Ferner ist die Begründung der negativen Beurteilungen für ein Prüfungsgebiet in das Reifeprüfungsprotokoll aufzunehmen (§ 39 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).

24. Beurteilung der Vorprüfungen zur Reifeprüfung (Fachbereichsarbeit bzw. pflichtige Vorprüfungen):

a) Beurteilung der Fachbereichsarbeit:

  • Die Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit ist vom Prüfer (von den Prüfern) unverzüglich zu überprüfen, wobei fehlerhafte Stellen deutlich zu kennzeichnen sind (§ 40. Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Sofern bei einer Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit fachspezifische Bereiche, die im Lehrplan des betreffenden Unterrichtsgegenstandes nicht vorgesehen sind, in die Prüfung einbezogen worden sind, ist bei der Leistungsbeurteilung auch diesbezüglich der Grad der Erfüllung der Zielsetzung einer Fachbereichsarbeit (§ 7 Abs. 2) zu bewerten (§ 40 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Arbeit ist mit einem begründeten Beurteilungsantrag zu versehen; wird eine Fachbereichsarbeit von zwei Prüfern beurteilt, so haben diese den Beurteilungsantrag einvernehmlich zu stellen.
  • Anschließend ist die Fachbereichsarbeit mit dem Begleitprotokoll (vgl. § 25 Abs. 3: Der Prüfungskandidat hat ein Begleitprotokoll über die Art der Durchführung der Arbeit zu führen, das jedenfalls die verwendeten Hilfsmittel und Hilfestellungen sowie die Dokumentation des Arbeitsablaufs zu enthalten hat; ferner hat der Prüfer Aufzeichnungen über die Betreuung der Fachbereichsarbeit zu führen) und mit etwaigen sonstigen Unterlagen des Prüfungskandidaten (z. B. Disketten, Tonkassetten etc.) dem Vorsitzenden vorzulegen (§ 40 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung).
  • Die Teilbeurteilung für die Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit ist auf Grund eines vom Prüfer (von den Prüfern) gestellten Beurteilungsantrages von der Prüfungskommission in einer vom Vorsitzenden einzuberufenden Sitzung spätestens drei Wochen vor Beginn der Klausurprüfung festzusetzen (§ 40 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).
  • Der Prüfungskommission für die Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit gehören gemäß § 35 Abs. 1 und 2 SchUG nur der Vorsitzende und der Prüfer (im Falle einer fächerübergreifenden Fachbereichsarbeit: die beiden Prüfer) an. Wird die Fachbereichsarbeit an einer AHS unter besonderer Berücksichtigung der musischen oder sportlichen Ausbildung im musischen bzw. sportlichen Bereich erarbeitet, gehört der Prüfungskommission auch der Fachkoordinator (§ 54 a Abs. 1 lit. b SchUG) an.
  • Besteht die Prüfungskommission nur aus dem Vorsitzenden und einem Prüfer, so ist die Teilbeurteilung letztlich nur vom Prüfer festzusetzen, da keine Beschlussfassung erfolgen kann (dem Vorsitzenden steht gemäß § 35 Abs. 4 SchUG kein Stimmrecht zu). In diesem Fall ergibt sich folgender Vorgang:
    • Vorschlag des Prüfers hinsichtlich der Teilbeurteilung;
    • Beratung über den Vorschlag zwischen Vorsitzendem und Prüfer in einer Sitzung (spätestens drei Wochen vor Beginn der Klausurprüfung);
    • Festsetzung der Teilbeurteilung durch den Prüfer;
    • allenfalls Aussetzung der Festsetzung der Teilbeurteilung durch den Vorsitzenden und Einholung der Weisung der Schulbehörde erster Instanz im Sinne des § 39 Abs. 2 zweiter Satz Reifeprüfungsverordnung.
  • Besteht hingegen die Prüfungskommission aus dem Vorsitzenden und mindestens zwei Mitgliedern (im Falle der fächerübergreifenden Fachbereichsarbeit), so erfolgt der normale Beschlussvorgang (§ 35 Abs. 4 SchUG).
  • Die Leistungen der Prüfungskandidaten bei der Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit sind bei positiver Ablegung gem. § 39 Abs. 1 SchUG nicht zu beurkunden. Der Hinweis auf eine abgelegte Fachbereichsarbeit ist erst im endgültigen Reifeprüfungszeugnis enthalten. Wird die Teilbeurteilung für die FBA hingegen mit „Nicht genügend" festgesetzt, so ist ein Vorprüfungszeugnis mit dem Vermerk „Nicht bestanden" auszustellen (vgl. Zeugnisformularverordnung 6/2 sowie Anlage 8).
  • Erfolgt die Teilbeurteilung einer Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit mit „Nicht genügend", darf die Reifeprüfung nur im Sinne des § 3 Abs. 1 Z 1 oder Z 2 Reifeprüfungsverordnung fortgesetzt werden (= 3 Klausurarbeiten und 4 mündliche Teilprüfungen bzw. 4 Klausurarbeiten und 3 mündliche Teilprüfungen, wobei in jedem Fall eine der mündlichen Prüfungen eine mündliche Schwerpunktprüfung in Form einer fächerübergreifenden oder einer vertiefenden oder einer ergänzenden Schwerpunktprüfung bildet). Die diesbezüglich erforderlichen zusätzlichen Bekanntgaben im Sinne des § 4 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung (= Bekanntgabe der gewählten Form der Reifeprüfung, der gewählten Prüfungsgebiete der Klausurprüfung und der mündlichen Prüfung, des gewählten Prüfungsgebietes bzw. der gewählten Prüfungsgebiete der mündlichen Schwerpunktprüfung) haben spätestens eine Woche vor Beginn der Klausurprüfung zu erfolgen. Der Prüfungskandidat darf zur Klausurprüfung und zu jenen mündlichen Teilprüfungen, die durch die Änderung der Prüfungsform nicht betroffen sind, im Haupttermin, zur Ablegung der übrigen mündlichen Teilprüfungen jedoch erst in einem späteren Prüfungstermin auf seinen Antrag antreten. Im Rahmen der mündlichen Schwerpunktprüfung kann ein anderer als der für die Fachbereichsarbeit gewählte Unterrichtsgegenstand gewählt werden (§ 40 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).

b) Beurteilung der pflichtigen Vorprüfung:

  • Die Leistungen des Prüfungskandidaten in den einzelnen Teilprüfungen der pflichtigen Vorprüfung aus Leibesübungen (an AHS mit sportlichem Schwerpunkt) sind auf Grund vom Prüfer des jeweiligen Prüfungsgebietes gestellter Beurteilungsanträge gesondert zu beurteilen, sodann hat die Prüfungskommission die einzelnen Teilbeurteilungen festzusetzen. Auf Grund der Beurteilungen der Teilprüfungen hat die Prüfungskommission eine Gesamtbeurteilung der Vorprüfung festzusetzen, wobei eine bessere Note als „Nicht genügend" auch bei einer auf „Nicht genügend" lautenden Teilbeurteilung festzusetzen ist, wenn der Prüfungskandidat in mindestens einem anderen Prüfungsgebiet überdurchschnittliche Leistungen erbracht hat. Im Vorprüfungszeugnis sind die Gesamtbeurteilung sowie die Beurteilung jeder Teilprüfung gesondert auszuweisen (§ 40 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung)
  • Solche pflichtige Vorprüfungen aus Leibesübungen gibt es nur an der Sonderform der AHS mit besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung. Für diese Vorprüfung ist mithin ein eigenes Vorprüfungszeugnis vorgesehen, während für die Vorprüfungen in Form einer Fachbereichsarbeit in der Normalform der AHS mangels besonderer Regelung bei positiver Teilbeurteilung kein Vorprüfungszeugnis ausgestellt wird (wohl aber bei negativer Beurteilung der Fachbereichsarbeit). Die Form des Vorprüfungszeugnisses ist in der Zeugnisformularverordnung geregelt.

c) Allgemeines:

  • Die Leistungen des Prüfungskandidaten bei einer allfälligen Vorprüfung zu einer Reifeprüfung sind - mit Ausnahme der Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit an AHS - in einem Vorprüfungszeugnis zu beurkunden. In das Vorprüfungszeugnis ist gegebenenfalls folgender Vermerk mit der erforderlichen Ergänzung aufzunehmen: „Er/Sie ist berechtigt, die Vorprüfung zur Reifeprüfung aus dem Prüfungsgebiet ... zum ... Termin ... zu wiederholen." (Zeugnisformularverordnung 6/1 und Anlage 8).
  • Über die Vorprüfung in Form einer Fachbereichsarbeit im Rahmen der Reifeprüfung an AHS ist nur dann ein Vorprüfungszeugnis (Anlage 8 der Zeugnisformularverordnung) auszustellen, wenn die Beurteilung der FBA auf „Nichtgenügend" lautet. In das Vorprüfungszeugnis ist ein Vermerk über die Form der Vorprüfung als Fachbereichsarbeit sowie über das durch die negativ abgeschlossene FBA behandelte Thema aufzunehmen (Zeugnisformularverordnung 6/2).
    • Gegen das Nichtbestehen der Vorprüfung ist ein gesondertes Rechtsmittel in Form der Berufung unzulässig. Eine allfällige Berufung ist von der Schulbehörde wegen Unzulässigkeit zurückzuweisen (Erl. BMB vom 10. Mai 1993, ZI. 13.261/8-111/4/93, RS 56/1993).

24. Beurteilung der schriftlichen Klausurarbeiten:

a) Beurteilungsantrag:

  • Die schriftlichen Klausurarbeiten sind gemäß § 41 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung unverzüglich zu überprüfen, wobei Fehler deutlich zu kennzeichnen sind. Die Arbeiten sind mit einem begründeten Beurteilungsantrag zu versehen.
  • Anschließend sind die Arbeiten mit den Unterlagen (§ 26 Abs. 3: Angaben zur Erleichterung des Verständnisses, Texte, Zusammenfassung der schriftlich vorgelegten Texte und der Hörtexte in deutscher Sprache, Übersetzung der Texte für Latein und Griechisch, Ausarbeitungen bzw. Dispositionen für Mathematik, Darstellende Geometrie, Biologie und Umweltkunde und Physik etc.) den übrigen Mitgliedern der Prüfungskommission zur Durchsicht zugänglich zu machen und sodann dem Vorsitzenden vorzulegen (§ 41 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung).

b) Beschlussfassung:

  • Die Teilbeurteilungen für die schriftlichen Klausurarbeiten sind auf Grund eines vom Prüfer gestellten Beurteilungsantrages von der Prüfungskommission in einer unter Bedachtnahme auf Abs. 4 vom Vorsitzenden einzuberufenden Sitzung (spätestens zwei Wochen vor Beginn der mündlichen Prüfung) festzusetzen (§ 41 Abs. 3 Reifeprüfungsverordnung).
  • Hinsichtlich der Beschlussfassung der Prüfungskommission siehe 5 35 Abs. 4 SchUG: Für einen Beschluss der Prüfungskommission ist die Anwesenheit des Vorsitzenden und von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder sowie die unbedingte Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich. Stimmenthaltungen sind unzulässig. Der Vorsitzenden entscheidet im Falle der Stimmengleichheit, stimmt jedoch selbst nicht mit.
  • Sofern eine schriftliche Klausurarbeit für eine Zusatzprüfung (_ freiwillige Prüfung zur Erweiterung der Studienberechtigung aus Latein, Griechisch oder Darstellende Geometrie) abgelegt wird, siehe auch § 41 Abs. 1 SchUG: Der Prüfungskommission gehört in diesem Fall auch der Prüfer des Prüfungsgegenstandes der Zusatzprüfung an, der jedoch nur hinsichtlich dieses Prüfungsgegenstandes Stimmrecht hat, sofern er nicht ohnehin Mitglied der Prüfungskommission ist. Die Beurteilung der Leistungen des Prüfungskandidaten bei der Zusatzprüfung hat keinen Einfluss auf die Gesamtbeurteilung der Reifeprüfung, sie ist jedoch - sofern die Zusatzprüfung bestanden wird - im Reifeprüfungszeugnis zu beurkunden (Zeugnisformularverordnung Anlage 5).

c) Negative Beurteilung:

  • Sofern eine Teilbeurteilung mit „Nicht genügend" festgesetzt wird, ist dies gemäß § 41 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung dem Prüfungskandidaten spätestens zwei Wochen vor Beginn seiner mündlichen Prüfung nachweislich bekannt zu geben. Die Terminisierung der Beurteilungskonferenz der Prüfungskommission ist mit Rücksicht auf diese Frist vorzunehmen (also spätestens 2 Wochen vor der mündlichen Prüfung).
  • Erfolgt die Teilbeurteilung von mehr als zwei schriftlichen Klausurarbeiten mit „Nicht genügend", dann gelten diese Teilbeurteilungen als Beurteilung der betreffenden Prüfungsgebiete. Die Gesamtbeurteilung ist im Reifeprüfungszeugnis mit „Nicht bestanden" festzusetzen (§ 41 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung).
  • In diesem Fall ist der Prüfungskandidat zur Wiederholung der Prüfung zu einem späteren Termin zuzulassen.
  • Eine negative Beurteilung der schriftlichen Klausurarbeit einer allfälligen Zusatzprüfung (= freiwilligen Erweiterungsprüfung) ist hiebei auf Grund des § 41 Abs. 1 letzter Satz SchUG nicht zu berücksichtigen. Das heißt, wenn der Kandidat zwei reguläre Klausuren und eine allfällige Klausur einer Zusatzprüfung negativ hat, darf er dennoch zum Haupttermin antreten.
  • Ebenso ist hiebei eine negative Beurteilung einer schriftlichen Jahresprüfung nicht zu berücksichtigen (Erl. BMB vom 10. Mai 1993, ZI. 13.261/8-111/4/93, RS 56/1993). Schriftliche Jahresprüfungen sind keine „schriftlichen Klausurarbeiten" im Sinne des § 41 Abs. 5 RPVO und daher nicht mitzuzählen (vgl. Erl. BMB vom 18. Jänner 1995, ZI. 14/170/1-111/4/95, RS 2/1995).
  • Soweit Prüfungsteile der Hauptprüfung in Form von schriftlichen Klausurprüfungen abzulegen sind, darf der Prüfungskandidat gemäß § 37 Abs. 5 SchUG die mündliche Prüfung auch dann ablegen, wenn für höchstens zwei Prüfungsteile der Klausurprüfung die Teilbeurteilung mit „Nicht genügend" festgesetzt wird.
  • Im Rahmen der mündlichen Prüfung hat der Prüfungskandidat in den Prüfungsgebieten, für die hinsichtlich der Prüfungsteile der Klausurprüfung die Teilbeurteilung mit „Nicht genügend" festgesetzt wurde, zusätzliche Prüfungen (nicht zu verwechseln mit Zusatzprüfungen!) abzulegen, wenn diese Gegenstände nicht ohnehin Prüfungsteile der mündlichen Prüfung sind.

d) Einsichtnahme in die Klausurarbeiten durch die Kandidaten:

  • Eine allfällige Einsichtnahme in die Klausurarbeiten durch die Kandidaten ist durch einen Erlass des BMB (Erl. BMB vom 17. Februar 1997, ZI. 25.329/7-111/4/97, RS 15/1997; MVBI. 55/97) folgendermaßen geregelt:
  • Es besteht kein Einwand, den Erziehungsberechtigten bzw. den Prüfungskandidaten auf Verlangen Einsicht in die Klausurarbeiten ihrer Reifeprüfung nach erfolgter Beurteilung durch die zuständigen Organe zu gewähren. Dabei ist dafür Vorsorge zu treffen, dass im Zuge der Einsichtnahme weder Veränderungen an den Unterlagen vorgenommen werden, noch diese selbst oder Teile derselben für die Schule in Verlust geraten.
  • Bei Reife-, Befähigungs- oder Abschlussprüfungen ist die Einsichtnahme bis längstens drei Tage vor der mündlichen Prüfung zulässig.
  • Unabhängig von diesem Recht auf Einsichtnahme besteht nach wie vor das Recht auf Akteneinsicht gemäß § 17 AVG 1991 im Rahmen eines Berufungsverfahrens gegen die Entscheidung der Reifeprüfungskommission, dass die Reifeprüfung nicht bestanden wurde.
  • Die Erziehungsberechtigten bzw. Prüfungskandidaten können von den Unterlagen der schriftlichen Arbeiten nach erfolgter Beurteilung durch die zuständigen Organe an Ort und Stelle auch Abschriften selbst anfertigen oder nach Maßgabe der vorhandenen technischen Möglichkeiten auf ihre Kosten Kopien anfertigen lassen.

25. Beurteilung der mündlichen und der praktischen Teilprüfungen:

  • Gemäß § 42 Abs. 1 Reifeprüfungsverordnung hat die Beurteilung der mündlichen und der praktischen Teilprüfungen am Ende jedes Halbtages für jene Prüfungskandidaten stattzufinden, die am jeweiligen Halbtag die Reifeprüfung beendet haben.
  • Die Beurteilung der von den Prüfungskandidaten in den Teilprüfungen erbrachten Leistungen hat auf Grund des vom Prüfer des jeweiligen Prüfungsgebiets zu stellenden und zu begründenden Beurteilungsantrages zu erfolgen (§ 42 Abs. 2 Reifeprüfungsverordnung). Die Beurteilung hat durch Beschluss der Prüfungskommission (§ 35 Abs. 4 SchUG) zu erfolgen.
  • Gemäß § 42 Abs. 3 RPVO sind die Leistungen des Prüfungskandidaten bei der Beantwortung der fächerübergreifenden bzw. der vertiefenden bzw. der ergänzenden Frage im Rahmen einer allfälligen mündlichen Schwerpunktprüfung in die Teilbeurteilung(en) der betreffenden beiden Prüfungsgebiete bzw. des betreffenden Prüfungsgebietes mit einzubeziehen.
  • Die Prüfungskommission hat gemäß § 42 Abs. 4 Reifeprüfungsverordnung auch dann die Beurteilung der vom Prüfungskandidaten abgelegten Teilprüfungen zu beschließen, wenn dieser die Reifeprüfung nicht abgeschlossen hat.
  • Auf Grund der Beurteilung der Teilprüfungen (einschließlich der Teilbeurteilung der Vorprüfungen und der schriftlichen Klausurarbeiten) hat die Prüfungskommission sodann die Beurteilung der Leistungen in den einzelnen Prüfungsgebieten festzusetzen (§ 42 Abs. 5 Reifeprüfungsverordnung). Die Beurteilung hat durch Beschluss der Prüfungskommission zu erfolgen.
  • Die in der Vorbereitungszeit zu den mündlichen Prüfungen angefertigten Notizen des Prüfungskandidaten sind als solche nicht Gegenstand der Beurteilung. Bei den mündlichen Prüfungen gilt nur das gesprochene Wort bzw. die vor der Kommission schriftlich und graphisch dargelegte Leistung des Kandidaten.

26. Gesamtbeurteilung der Reifeprüfung:

  • Auf Grund der gemäß § 38 Abs. 2 SchUG festgesetzten Beurteilungen der Leistungen in den Prüfungsgebieten hat der Vorsitzende für die Hauptprüfung sodann die Gesamtbeurteilung der Leistungen des Prüfungskandidaten festzusetzen (§ 38 Abs. 3 SchUG). Die Beurteilung einer allfälligen Zusatzprüfung (= freiwillige Erweiterungsprüfung aus Latein, Griechisch oder Darstellende Geometrie) bleibt hiebei außer Betracht.
  • Die Gesamtbeurteilung der Reifeprüfung hat gemäß § 38 Abs. 3 SchUG folgendermaßen zu lauten:
    • „mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden": wenn mindestens die Hälfte der Prüfungsgebiete mit „Sehr gut" und die übrigen Prüfungsgebiete mit „Gut" beurteilt werden (bei ungerader Zahl der Prüfungsgebiete bedeutet „mindestens die Hälfte" die nächsthöhere ganze Zahl, also z. B. von sieben Prüfungsgebieten vier); Beurteilungen mit „Befriedigend" hindern diese Feststellung nicht, wenn dafür gleich viele Beurteilungen mit „Sehr gut" über die Hälfte der Prüfungsgebiete hinaus vorliegen (und mithin der Notendurchschnitt 1,50 oder besser ist, analoge Regelung wie beim Jahreszeugnis);
    • „mit gutem Erfolg bestanden": wenn keines der Prüfungsgebiete schlechter als mit „Befriedigend" beurteilt wird und im Übrigen mindestens gleich viele Prüfungsgebiete mit „Sehr gut" wie mit „Befriedigend" beurteilt werden (analoge Regelung auch für Jahreszeugnisse; der Notendurchschnitt ist 2,0 oder besser);
    • „bestanden": wenn kein Prüfungsgebiet mit „Nicht genügend" beurteilt wird und die Voraussetzungen für „ausgezeichneten Erfolg" oder „guten Erfolg" nicht gegeben sind;
    • „nicht bestanden": wenn die Leistungen in einem oder mehreren Prüfungsgebieten oder in der Jahresprüfung mit „Nicht genügend" beurteilt werden.
  • Die Beurteilung einer Zusatzprüfung(=freiwillige Erweiterungsprüfung aus L, G oder DG) hat gemäß § 41 Abs. 1 SchUG, letzter Satz, keinen Einfluss auf die Gesamtbeurteilung der Reifeprüfung.
  • Die gemäß § 38 Abs. 3 SchUG festgesetzten Gesamtbeurteilungen der Leistungen der Prüfungskandidaten sind unmittelbar nach dem Ende der Festsetzung der Gesamtbeurteilung vom Vorsitzenden in Gegenwart der Mitglieder der Prüfungskommission den Prüfungskandidaten (des betreffenden Halbtags) mitzuteilen (§ 42 Abs. 6 RPVO). Die Entscheidung über das Nichtbestehen der Reifeprüfung (§ 71 Abs. 2 lit. f SchUG) wird erst durch die Zustellung des Zeugnisses wirksam (Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 26. 4. 1982, ZI. 82/10/0012, Slg. Nr. 10.713 A).
  • Die in das Reifeprüfungsprotokoll aufzunehmende Beurteilung der Reifeprüfung ist vom Vorsitzenden sowie von allen Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterfertigen (§ 42 Abs. 7 RPVO). Hiebei ist nicht für jeden Prüfungskandidaten einzeln zu unterfertigen, sondern nach Maßgabe des Formulars für das Reifeprüfungsprotokoll (siehe hiezu auch § 77 lit. c SchUG).

27. Wiederholung der Reifeprüfung, Reprobation:

a) Negative Vorprüfung:

  • Besteht eine abschließende Prüfung aus einer verpflichtenden Vorprüfung und einer Hauptprüfung, so ist die erfolgreiche Ablegung der Vorprüfung eine zusätzliche Voraussetzung für die Berechtigung zur Ablegung der Hauptprüfung. Wurde eine nicht verpflichtende Vorprüfung nicht oder mit „Nicht genügend" beurteilt, ist zur Gewährleistung der Gleichwertigkeit der Prüfungsform (§ 34 Abs. 4 SchUG) eine entsprechende Änderung der gewählten Prüfungsform vorzusehen. In diesem Fall ist der Prüfungskandidat bei der Hauptprüfung zum Haupttermin zur Ablegung der Klausurprüfung und jener mündlichen Teilprüfungen, die durch die Änderung der Prüfungsform nicht betroffen sind, zuzulassen; zu den Teilprüfungen, die von der Änderung der Prüfungsform betroffen sind, ist der Prüfungskandidat auf seinen Antrag zum Antreten in einem späteren Termin (§ 36 Abs. 2 Z 2 SchUG) berechtigt (SchUG 36 a/2).
  • SchUG 36a/2 regelt den Fall, dass eine nicht verpflichtend vorgesehene Vorprüfung (z. B. Fachbereichsarbeit) nicht oder mit „Nicht genügend" beurteilt wurde, in Entsprechung mit der derzeit geltenden Rechtslage: Demnach ist der Prüfungskandidat, dessen Fachbereichsarbeit mit „Nicht genügend" beurteilt wurde, nach Wahl einer gleichwertigen Prüfungsform berechtigt, zur Klausurprüfung und zu jenen mündlichen Teilprüfungen anzutreten, die von der Änderung der Prüfungsform nicht berührt sind. Keiner ausdrücklichen gesetzlichen Regelung bedarf der Fall, dass ein Prüfungskandidat so zeitgerecht von der Bearbeitung der begonnenen Fachbereichsarbeit Abstand nimmt, dass die Festlegung der Prüfungsform gemäß RPVO 3/1 sowie die Bekanntgabe eines Themenvorschlages für die Spezialfrage gemäß RPVO 19/5 möglich ist. In diesem Zusammenhang sei hinsichtlich der Nichtfortsetzung der Fachbereichsarbeit durch einen Prüfungskandidaten auf § 3 Abs. 3 des Bundesgesetzes über die Abgeltung von Prüfungstätigkeiten im Bereich des Schulwesens (Prüfungstaxengesetz) hingewiesen. (Aus dem Erl. Bem.)

b) Zulassung:

  • Die erstmalige Zulassung zum Antreten zur Vorprüfung sowie zur Hauptprüfung im Haupttermin erfolgt von Amts wegen. Auf Antrag des Prüfungskandidaten ist dieser zum erstmaligen Antreten zur abschließenden Prüfung zu einem späteren Termin zuzulassen, wenn wichtige Gründe dies rechtfertigen. Als wichtiger Grund gilt jedenfalls das beabsichtigte Antreten zur Nachtragsprüfung gemäß SchUG 20 oder zur Wiederholungsprüfung gemäß SchUG 23, wobei eine Zulassung zur Hauptprüfung in unmittelbarem Anschluss an die Wiederholungsprüfung nur dann zulässig ist, wenn diese Prüfung erfolgreich absolviert wurde (SchUG 36a/2).
  • Die für die Zulassung erforderlichen Bekanntgaben (z. B. Wahl von Prüfungsgebieten) sind vom Schulleiter eigenverantwortlich bei den Schülern einzuholen. Es wird sich als zweckmäßig erweisen, wenn durch den Schulleiter Fristen bekannt gegeben werden, innerhalb derer derartige Bekanntgaben bzw. ein Antrag auf Zulassung zur abschließenden Prüfung gestellt werden kann bzw. nach deren Ablauf eine Behandlung des Antrages im Sinne des Antragstellers nicht mehr erfolgen kann. (Aus den Erl. Bem. zu SchUG 36a/3).
  • Kann der Schüler in der von ihm gewünschten Form zugelassen werden, ist seitens der Schule kein weiteres Verfahren erforderlich; kann der Schüler jedoch gemäß SchUG 36/1 und/oder 2 nicht oder auf Grund der jeweiligen Prüfungsordnung nur in anderer Form zugelassen werden, so hat der Schulleiter gemäß SchUG 70/1 lit. h zu entscheiden.
  • Jede Zulassung zu einer Wiederholung von Teilprüfungen erfolgt auf Antrag des Prüfungskandidaten, wobei ein nicht gerechtfertigtes Fernbleiben von der Prüfung (ohne eine innerhalb der Anmeldefrist zulässige Zurücknahme des Antrages) zu einem Verlust der betreffenden Wiederholungsmöglichkeit (SchUG 40/1) führt (SchUG 36a/3).

c) Wiederholung von Teilprüfungen:

  • Wurde die Beurteilung der abschließenden Prüfung mit „nicht bestanden" festgesetzt (SchUG 38/3 Z 4), so ist der Prüfungskandidat höchstens drei Malzur Wiederholung der negativ beurteilten Teilprüfungen zuzulassen (SchUG 40/1).
  • Die Zulassung ist im Prüfungszeugnis gemäß § 6 Abs. 3 Z 6 der Verordnung über die Gestaltung von Zeugnisformularen zu vermerken.
  • Das nunmehrige Anmeldesystem bedingt, dass der Prüfungskandidat einen Antrag auf Zulassung zur Wiederholung von Teilprüfungen stellt. Das Ansuchen eines nicht eigenberechtigten Prüfungskandidaten bedarf gem. SchUG 68 der Kenntnisnahme durch den Erziehungsberechtigten (SchUG 60), sofern dieser nicht auf die Kenntnisnahme verzichtet hat; siehe auch SchUG 69.
  • Aus den Erl. Bem. zu SchUG 40/1: Vielfach sind Fälle aufgetreten, dass ein Prüfungskandidat in einem Prüfungsgebiet unbeurteilt war und in anderen Prüfungsgebieten mit „Nicht genügend" beurteilt wurde. § 40, der von der Wiederholung von Teilprüfungen spricht, regelt diese Situationen in der Weise, dass künftig eine Wiederholung einzelner negativ beurteilter Teilprüfungen zwar nach Abschluss der Prüfung (somit Gessamtbeurteilung gemäß SchUG 38/3 Z 4 mit „nicht bestanden"), aber im Übrigen grundsätzlich zu jeder Zeit möglich ist (Anmeldesystem). Diese einerseits konsequente und andererseits sachlich gerechtfertigte Regelung hat freilich zur Folge, dass zwar im Herbsttermin etwa eine schriftliche Klausurarbeit nachgeholt und eine mündliche Teilprüfung wiederholt werden kann, dass aber der umgekehrte Fall im Hinblick auf die Terminisierung der Klausurprüfung vor der mündlichen Prüfung nicht möglich ist (im genannten Beispiel könnte die mündliche Teilprüfung im Herbsttermin nachgeholt werden, die schriftliche Klausurarbeit könnte dann - nach Festlegung der Gesamtbeurteilung mit „nicht bestanden" - frühestens zum nächstmöglichen Prüfungstermin gemäß SchUG 36/2 Z 2 wiederholt werden). (Aus den Erl. Bem. zur Novelle BGBI. 1 Nr. 98/1999).
  • SchUG 40 eröffnet - unter Bedingung der organisatorischen Machbarkeit-die Möglichkeit, in ein und demselben Termin vorerst versäumte Teilprüfungen nachzuholen und danach - sobald das Gesamtkalkül feststeht - negativ beurteilte Teilprüfungen zu wiederholen. Nicht zulässig ist jedoch die sofortige Wiederholung jener negativ beurteilten Teilprüfungen, die erst in diesem Termin absolviert wurden. Z. B.: im Haupttermin Physik (mdl.) negativ, Geschichte (mdl.) krankheitsbedingt versäumt, alle übrigen Prüfungsgebiete positiv: Im nächsten Termin kann die abschließende Prüfung vorerst mit Geschichte fortgesetzt werden, sodann erfolgt das Gesamtkalkül („nicht bestanden"), und Physik kann nunmehr im selben Termin wiederholt werden; im Falle der negativen Beurteilung von Geschichte kann diese Teilprüfung frühestens im nächsten Termin wiederholt werden. (Erl. des BMB vom 17. August 2000, ZI. 14.170/29-III/A/4/2000, RS Nr. 29/2000).
  • Die Wiederholung ist, sofern gesetzlich nicht ausdrücklich anderes bestimmt wird, in der gleichen Art wie die ursprünglich gewählte Prüfung abzulegen. Positiv beurteilte Klausurarbeiten sind nicht zu wiederholen (SchUG 40/2).
  • In Bezug auf die Wiederholung von Jahresprüfungen hat das BMB mit Erl. vom 17. August 2000, ZI. 14.170/29-III/A/4/2000, RS Nr. 29/2000 Folgendes festgestellt:
    Entfällt die schriftliche Jahresprüfung, da die Klausurprüfung im entsprechenden Prüfungsgebiet abgelegt wird, und wurde das Prüfungsgebiet nicht zur mündlichen Prüfung gewählt, so ist die Jahresprüfung nur mündlich abzulegen. Wird diese mündliche Jahresprüfung negativ beurteilt, so ist auch die Wiederholung der Jahresprüfung nur mündlich abzulegen.
    Für den Fall, dass die mündliche Jahresprüfung deshalb entfällt, weil die entsprechende schriftliche Klausurarbeit negativ beurteilt wurde und somit eine zusätzliche mündliche Teilprüfung (gemäß SchUG 37/5) abzulegen ist, ist im Falle der Wiederholung dieses Prüfungsgebietes bei positiver Beurteilung der schriftlichen Klausurarbeit nur mehr eine mündliche Jahresprüfung abzulegen.
    Folgende Fallbeispiele mögen dies veranschaulichen: Fall 1:
    • Englisch letzte Schulstufe negativ; schriftliche Klausurarbeit gewählt, mündliche Prüfung nicht gewählt: Die schriftliche Jahresprüfung entfällt;
    • schriftliche Klausurarbeit positiv, mündliche Jahresprüfung negativ: Beurteilung des Prüfungsgebietes Englisch positiv (Klausurnote), Beurteilung der Jahresprüfung aus Englisch negativ, Reifeprüfung daher nicht bestanden;
    • bei Wiederholung der Jahresprüfung aus Englisch ist nur die mündliche Jahresprüfung abzulegen.
    Fall 2:
    • Mathematik letzte Schulstufe negativ: Jahresprüfung grundsätzlich schriftlich und mündlich;
    • auf Grund der schriftlichen Klausurarbeit in Mathematik entfällt die schriftliche Jahresprüfung;
    • schriftliche Klausurarbeit wird negativ beurteilt: zusätzliche mündliche Prüfung im Prüfungsgebiet Mathematik bei gleichzeitigem Entfall der mündlichen Jahresprüfung;
    • negative Beurteilung des Prüfungsgebietes Mathematik: Wiederholung in der ursprünglichen Form, das bedeutet: Schriftliche Klausurarbeit ist zu wiederholen, mündliche Jahresprüfung lebt wieder auf (es sei denn, die schriftliche Klausurprüfung ist abermals negativ: Diesfalls kommt es wieder zu einer zusätzlichen mündlichen Prüfung und die mündliche Jahresprüfung entfällt).
  • Die Wiederholung von Teilprüfungen der abschließenden Prüfung ist innerhalb von drei Jahren, gerechnet vom Zeitpunkt des erstmaligen Antretens, nach den zu diesem Zeitpunkt geltenden Prüfungsvorschriften durchzuführen. Ab diesem Zeitpunkt ist die abschließende Prüfung nach den jeweils geltenden Prüfungsvorschiften durchzuführen, wobei erfolgreich abgelegte Teilprüfungen vergleichbaren Umfangs und Inhalts nicht zu wiederholen sind (SchUG 40/3).
  • Die Wiederholung einer nicht verpflichtend vorgesehenen Vorprüfung (= Fachbereichsarbeit) ist gem. SchUG 40/4 nicht zulässig. Eine Fachbereichsarbeit, die negativ beurteilt wurde, darf nicht wiederholt werden.
  • Der Schulleiter hat auf Antrag des Prüfungskandidaten diesem einen konkreten Prüfungstermin zuzuweisen (SchUG 40/5). Der Schüler hat sein Ansuchen um Zulassung zur Wiederholung von Teilprüfungen der abschließenden Prüfung gemäß SchUG 68 lit. r an den Schulleiter zu richten.

d) Allgemeines zur Wiederholung:

  • Bei der Wiederholung eines Prüfungsgebietes, das Gegenstand einer mündlichen Schwerpunktprüfung war, hat der Prüfungskandidat eine Frage aus dem fächerübergreifenden Bereich beider Prüfungsgebiete oder eine vertiefende Frage oder eine ergänzende Frage und je eine Kern- und eine Spezialfrage aus jenem Prüfungsgebiet zu behandeln, das mit „Nicht genügend" beurteilt worden ist (RPVO 43/6).
  • Bei den Beurteilungen der Wiederholung sind vorangegangene negative Beurteilungen aus den Prüfungsgebieten der Reifeprüfung nicht zu berücksichtigen (RPVO 43/7).
  • Die Wiederholung der Prüfung ist an der Schule abzulegen, an der die Reifeprüfung begonnen wurde (RPVO 43/8). Ein Wechsel der Schule ist also im Stadium der Reifeprüfung nicht möglich.
  • Eine positive Beurteilung einer Fachbereichsarbeit ist bei Wiederholung des betreffenden Prüfungsgebietes in die Beurteilung einzubeziehen (RPVO 43/11). Eine positiv beurteilte Fachbereichsarbeit behält mithin ihre Gültigkeit. Dies ergibt sich aus dem Charakter der Fachbereichsarbeit als einer Teilleistung im betreffenden Prüfungsgebiet (zu der noch eine auf sie bezogene mündliche Prüfung und gegebenenfalls eine Klausurarbeit tritt).

28. Einige Begriffsbestimmungen zur AHS-Reifeprüfung:

  • In der Folge sind einige zentrale terminologische Begriffe, die in den Rechtsquellen zur AHS-Reifeprüfung immer wieder verwendet werden, kurz erläutert. Bei jedem Begriff ist die entsprechende Fundstelle in den Rechtsnormen angeführt. Diese Verweise beziehen sich auf das Schulunterrichtsgesetz (SchUG) und auf die Reifeprüfungsverordnung (RPVO). Die Zitate sind folgendermaßen abgekürzt: „SchUG 38/1" heißt: Schulunterrichtsgesetz § 38 Abs. 1; „RPVO 39/2" heißt: Reifeprüfungsverordnung § 39 Abs. 2.
  • Prüfungsteil (bzw. Teilprüfung):
    Die Klausurprüfung und die mündliche Prüfung bestehen aus Prüfungsteilen bzw. Teilprüfungen (SchUG 38/1). Die einzelnen Prüfungsteile führen zu Teilbeurteilungen.
  • Teilbeurteilung in einem Prüfungsgebiet:
    Die Teilbeurteilung in einem Prüfungsgebiet ist die Beurteilung in einem Prüfungsgebiet im Rahmen einer Vorprüfung, einer Klausurprüfung, einer mündlichen Prüfung (SchUG 38/1 und 2).
  • Prüfungsfrage bei einer mündlichen Teilprüfung:
    Für die positive Beurteilung einer mündlichen Teilprüfung ist eine zumindest ausreichende Beantwortung jeder einzelnen Prüfungsfrage in den wesentlichen Bereichen erforderlich (RPVO 39/1).
  • Beurteilung in einem Prüfungsgebiet:
    Die Beurteilung in einem Prüfungsgebiet der Reifeprüfung ergibt sich aus den Teilbeurteilungen im betreffenden Prüfungsgebiet (SchUG 38/2, RPVO 42/5).
  • Gesamtbeurteilung der Leistungen:
    Die Gesamtbeurteilung der Leistungen ergibt sich aus der Beurteilung in allen Prüfungsgebieten (SchUG 38/3, RPVO 42/6).
  • Jahresprüfung:
    Die Jahresprüfung ist im Falle eines „Nicht genügend" Im Jahreszeugnis der 8. Klasse abzulegen; sie bildet ein Prüfungsgebiet der Reifeprüfung (RPVO 5/1 Z 9, RPVO 5/3).
  • Schriftliche Jahresprüfung:
    Ist eine Jahresprüfung auch schriftlich abzulegen (bei Schularbeitsgegenständen, sofern der entsprechende Gegenstand nicht ohnedies als Klausur gewählt wurde oder als Klausur obligatorisch vorgesehen ist), so ist dies im Rahmen der Klausurprüfung durchzuführen.
  • Mündliche Jahresprüfung:
    Die mündliche Jahresprüfung ist im Rahmen der Hauptprüfung gemeinsam mit der mündlichen Prüfung abzulegen. Es handelt sich hiebei rechtlich um eine eigene Prüfung (sozusagen „sui generis") und nicht um ein Prüfungsgebiet der Hauptprüfung (RPVO 37/1).
  • Praktische Klausurarbeit:
    Die praktische Klausurarbeit als Jahresprüfung (im Falle eines „Nicht genügend" im Gegenstand Leibesübungen oder Instrumentalunterricht oder Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung im Jahreszeugnis der 8. Klasse) ist im Rahmen der mündlichen Reifeprüfung abzulegen. Die Bestimmung über die positive Beantwortung jeder einzelnen Prüfungsfrage ist bei der praktischen Klausurprüfung nicht anzuwenden, da es sich um keine mündliche Prüfung mit einzelnen Prüfungsfragen handelt (RPVO 8/2, 27, 31).
  • Jahresprüfung:
    • Ablegung der Jahresprüfung: nur in einem Gegenstand zulässig (SchUG 36a/1, RPVO 3/3).
    • Pflichtgegenstand mit Schularbeiten: schriftlich und mündlich (RPVO 8/2).
    • Pflichtgegenstand ohne Schularbeiten: mündlich (PRVO 8/2).
    • Pflichtgegenstand Leibesübungen, Instrumentalunterricht, Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung: Praktische Klausurarbeit (RPVO 8/2).
    • Umfang der Jahresprüfung schriftlich: 100 Minuten Dauer, Aufgabenstellung nicht an Schulbehörde vorlagepflichtig (RPVO 8/2, 28/6, 30).
    • Umfang der Jahresprüfung mündlich: zwei verschiedenartige und voneinander unabhängige Aufgaben aus dem Lehrstoff der letzten Schulstufe (beide sind zu beantworten, keine Wahlmöglichkeit für den Kandidaten) (RPVO 37/1, 37/2).
    • Umfang der Jahresprüfung als praktische Prüfung: Vorschläge von Aufgabenstellungen sind zur Wahl zu stellen, nicht an Schulbehörde vorlagepflichtig (RPVO 27, 28/6).
  • Zeugnisse:
    • Vorprüfungszeugnis: Erfolgt die Teilbeurteilung einer Vorprüfung mit „Nicht genügend", so ist ein Vorprüfungszeugnis mit dem Vermerk „Nicht bestanden" auszustellen (Zeugnisformularverordnung 6/2).
    • Verbindung des Reifeprüfungszeugnisses mit dem Jahreszeugnis der 8. Klasse: Bei positiv abgeschlossener Reifeprüfung (RPVO 45/1).
    • Keine Verbindung des Reifeprüfungszeugnisses mit dem Jahreszeugnis der 8. Klasse: Bei Nichtantreten zur Reifeprüfung eigenes Zeugnis über die 8. Klasse (RPVO 45/1).
    • Keine Verbindung des Reifeprüfungszeugnisses mit dem Jahreszeugnis der 8. Klasse: Bei nicht positiv abgeschlossener Reifeprüfung. Es sind in diesem Fall zwei Zeugnisse auszustellen: Reifeprüfungszeugnis und Zeugnis der 8. Klasse (RPVO 45/1).

29. Checkliste zum Organisationsverlauf der AHS-Reifeprüfung:

Im Folgenden sind die Termine und Maßnahmen im Hinblick auf die organisatorische Vorbereitung der AHS-Reifeprüfung in Form einer übersichtlichen „Checkliste" zusammengestellt.

Die Reifeprüfungsverordnung ist als Rechtsquelle kurz als „VO" zitiert, Paragraphen und Absätze sind abgekürzt angegeben (z. B. VO 28/2 = Reifeprüfungsverordnung § 28 Abs. 2).

  • Nach Korrektur der Klausurarbeiten:
    Die Prüfer machen die Klausurarbeiten der Prüfungskommission zur Durchsicht zugänglich (VO 41/2).
  • Nach Durchsicht der Arbeiten durch die Kommission:
    Übermittlung der Klausurarbeiten durch den Schulleiter an den Vorsitzenden (VO 41/2).
  • Etwa 2 Wochen vor Beginn der mündlichen Prüfung:
    Sitzung der Prüfungskommission unter Leitung des Vorsitzenden zur Festlegung der Teilbeurteilungen der Klausurarbeiten und der Zulassung zur mündlichen Prüfung (VO 41/3, 4).
  • Spätestens 2 Wochen vor Beginn der mündlichen Prüfung:
    Mitteilung über negativ beurteilte Klausurarbeit(en) an den Prüfungskandidaten (VO 41/4).
  • Spätestens 1 Woche vor Beginn der mündlichen Prüfung:
    Bekanntgabe der Einteilung der Kandidaten auf die Prüfungshalbtage durch den Schulleiter (VO 34/3).
  • Frühestens 3 Wochen nach Ende der Klausurprüfung:
    Beginn der mündlichen Prüfung gemäß Terminsetzung durch die Schulbehörde 1. Instanz (SchUG 36).
  • Prüfungstermine der Hauptprüfungen der Reifeprüfung:
    - Haupttermin: innerhalb der letzten 9 Wochen des Unterrichtsjahres.
    - Herbsttermin: innerhalb der ersten 6 Wochen des Schuljahres.
    - Frühjahrstermin: innerhalb von 6 Wochen ab dem ersten Montag im Februar.
    - Zwischen dem Ende der Klausurprüfung und dem Anfang der mündlichen Prüfung haben mindestens 3 Wochen zu liegen (SchUG 36).
  • In der 2. Woche des 1. Semesters:
    Schriftliche Anmeldung der Prüfungskandidaten zur Ablegung einer Fachbereichsarbeit beim Schulleiter (VO 4/1).
  • In der 2. Woche des 1. Semesters:
    Vorschläge für die Aufgabenstellung der Fachbereichsarbeit durch den Prüfungskandidaten und den (die) Prüfer (im Einvernehmen!) an den Schulleiter (VO 25/1).
  • In der 2. Woche des 1. Semesters:
    Übermittlung der Vorschläge für die Aufgabenstellungen zur Fachbereichsarbeit durch die Direktion an die Schulbehörde 1. Instanz (= Landesschulinspektor) (VO 25/1).
  • Innerhalb der ersten 6 Wochen des Unterrichtsjahres:
    Stellungnahme der Schulbehörde 1. Instanz (= LSI) zu den Aufgabenstellungen der Fachbereichsarbeiten an die Direktion (VO 25/1).
  • Unverzüglich nach Eintreffen der Stellungnahme:
    Mitteilung der Genehmigung bzw. allfälliger Auflagen im Hinblick auf die Fachbereichsarbeiten an Prüfer und Prüfungskandidaten (VO 25/1).
  • Im Verlauf des 1. Semesters:
    Hinweise auf die wesentlichen Lernziele und Themenbereiche des Lehrstoffes der Oberstufe in den jeweiligen Prüfungsgebieten durch den Lehrer an die Schüler (= Stoffbereich der Kernfragen) (VO 19/4).
  • Vor Anmeldung zur Hauptprüfung:
    Prüfungskandidaten und Prüfer haben das Einvernehmen herbeizuführen, was das Antreten zu einer mündlichen Schwerpunktprüfung (fächerübergreifende oder vertiefende oder ergänzende Schwerpunktprüfung) betrifft (VO 4/3).
  • In der 1. Woche nach den Weihnachtsferien:
    Anmeldung der Prüfungskandidaten zur Hauptprüfung beim Schulleiter, zugleich Bekanntgabe der gewählten Form der Reifeprüfung (4 oder 3 Klausuren, 4 oder 3 mündliche Prüfungen, Art der Schwerpunktprüfung) (VO 4/2).
  • Vor Bekanntgabe der Themenbereiche zu den Spezialfragen:
    Herstellung des Einvernehmens über die einzelnen Themenbereiche der Spezialfragen in allen gewählten Prüfungsgebieten zwischen Prüfungskandidaten und Prüfern (VO 19/5).
  • Am Beginn des 2. Semesters:
    Bekanntgabe der Themenbereiche für die Spezialfragen in allen gewählten Prüfungsgebieten durch den Prüfungskandidaten (VO 19/5).
  • In der 1. Woche des 2. Semesters:
    Abgabe der Fachbereichsarbeiten und der zugehörigen Begleitprotokolle durch die Prüfungskandidaten an die Prüfer (VO 25/4).
  • Spätestens 4 Wochen nach Beginn des 2. Semesters:
    Übermittlung der Vorschläge für die Aufgabenstellung zu den schriftlichen Klausurarbeiten im Haupttermin durch den Schulleiter an die Schulbehörde 1. Instanz (= Landesschulrat) (VO 28/2).
  • In der 2. Woche vor Ende des Unterrichtsjahres der 8. Klasse:
    Klassenkonferenz über die Leistungsbeurteilung über die 8. Klasse und Feststellung der Berechtigung zur Ablegung der Klausurprüfung (SchUG 20/6).
  • Spätestens am Tag nach der Klassenkonferenz für die 8. Klasse:
    Mitteilung über den nicht erfolgreichen Abschluss der letzten Stufe der besuchten Schulart unter Anführung der Gründe mit Rechtsmittelbelehrung an die Prüfungskandidaten (SchUG 20/6).
  • Spätestens 3 Wochen vor Beginn der Klausurprüfung:
    Sitzung der Prüfungskommission für die Fachbereichsarbeiten (= Vorsitzender, Prüfer) zur Festsetzung der Teilbeurteilung für die Fachbereichsarbeiten (VO 40/2).
  • Spätestens 1 Woche vor Beginn der Klausurprüfungen:
    Bekanntgabe der neu gewählten Variante der Reifeprüfung durch jene Prüfungskandidaten, deren Fachbereichsarbeiten negativ beurteilt wurden (VO 40/3).
  • Spätestens 1 Woche vor Beginn der Klausurprüfungen:
    Bekanntgabe der Reihenfolge der schriftlichen Klausurprüfungen durch den Schulleiter (VO 29/2).
  • Spätestens 2 Tage vor der 1. Klausurarbeit:
    Abgabe der Wörterbücher, Formelsammlungen und mathematischen Tabellen, die als Hilfsmittel zugelassen sind, durch die Prüfungskandidaten (VO 29/3).
  • Tag vor Beginn der Klausurprüfung:
    Ende der letzten Schulstufe; die Prüfungskandidaten hören damit auf, Schüler zu sein (Schulzeitgesetz 2/2 Z 1 lit.c).
  • Innerhalb der letzten 9 Wochen der letzten Schulstufe:
    Haupttermin der Reifeprüfung gemäß Festsetzung durch die Schulbehörde 1. Instanz (SchUG 36/2 und 3).
  • Am prüfungsfreien Tag der Klausurabfolge:
    Ablegung der schriftlichen Klausurarbeit einer allfälligen Zusatzprüfung (= freiwillige Erweiterungsprüfung aus Latein, Griechisch, Darstellende Geometrie) durch den Prüfungskandidaten (VO 32). Ist die schriftliche Zusatzprüfung aus organisatorischen Gründen nicht am prüfungsfreien Tag möglich, so ist sie jedenfalls innerhalb von 2 Tagen nach Ende der Klausurprüfung anzusetzen (VO 32).
  • Im Rahmen der Klausurprüfung:
    Ablegung der schriftlichen Jahresprüfung für jene Kandidaten, die im Jahreszeugnis der 8. Klasse in einem Gegenstand, den sie nicht zur Reifeprüfung gewählt haben und der ein Schularbeitsgegenstand ist, mit „Nicht genügend" beurteilt wurden (VO 30).Unverzüglich nach Ende der Klausurprüfung: Korrektur der Klausurarbeiten durch den Prüfer (VO 41/1).
  • Zwischen Klausurprüfung und mündlicher Prüfung:
    Arbeitsgruppen der jeweiligen Prüfungskandidaten mit den jeweiligen Prüfern (VO 33/2). Auch mit einem einzigen Kandidaten ist diese Arbeitsgemeinschaft im Umfang der Wochenstundenanzahl des Gegenstandes zu führen. Arbeitsgruppen gibt es nur im Haupttermin, nicht aber in den weiteren Terminen (Herbsttermin, Frühjahrstermin)!

(zuletzt aktualisiert: März 2007)

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Aktuelle Zitate

 

 

Schule „kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren“:

„Schule kann nicht alles kompensieren, was Gesellschafts-, Familien-, Sozial- oder Sicherheitspolitik versäumen. Die Schule ist ohnehin eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in diesem Land. Aber Chancengleichheit herstellen kann sie nicht allein, sie kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wir brauchen jedenfalls mehr Unterstützung und mehr Ressourcen, wenn wir uns wirklich bestmöglich um alle Kinder kümmern sollen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. Dezember 2018

Bildung beginnt mit der Geburt:

„Die gelingende Einbeziehung und Aktivierung von Eltern in die frühkindliche und schulische Bildung ist der Schlüssel, denn in der Tat beginnt die Bildungsbiografie mit der Geburt des Kindes!“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2018, S. 5

Finnlands Politik hat „etwas“ schneller reagiert:

„Für Kinder, die zu Hause kein Finnisch oder Schwedisch sprechen, gibt es die Möglichkeit, Extra-Unterricht zu bekommen, eine Art Intensivkurs, bevor sie in die ‚richtige‘ Schule kommen. Dem Weltbildungsbericht zufolge besuchten 2012 fast 80 Prozent der Migrantenkinder (erste Migrantengeneration) mit wenig Finnischkenntnissen solche Kurse.“
Focus online am 10. Dezember 2018

In Summe erfreulich, die Differenz wird aber immer größer:

„Im Dezember gab es erneut weniger Arbeitslose. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017. […] Bei Inländern ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück, bei Ausländern um ein Prozent.“
ORF online am 1. Jänner 2019

An Europas Spitze:

„Das Bildungssystem funktioniere, Österreichs Jugendarbeitslosigkeit sei eine der niedrigsten in Europa.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 13. Dezember 2018

Auf den Punkt gebracht:

„Kindern vorzulesen, auf Deutsch, auf Türkisch oder mit ihnen Deutsch zu lernen, anstatt stundenlang vor dem Fernseher zu sitzen, ist keine Frage des Geldes. Aber wer es nicht macht, reduziert die Chancen von Kindern, oft mehr als vieles andere.“
Mag. Carina Kerschbaumer, Kleine Zeitung vom 1. Dezember 2018

„Spiegelbild der Gesellschaft“:

„‚Das ist ein allgemeingesellschaftliches Problem.‘ Die Hemmschwelle für Aggression sei gesunken, ‚daher müssen wir bei der Konfliktkultur ansetzen. Die Schulen sind ein Spiegelbild der Gesellschaft.‘“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, Salzburger Nachrichten vom 22. November 2018

Mut zur Korrektur:

„Ich appelliere an Bildungsminister Faßmann, die Reformen der letzten Jahre zu überdenken und dort, wo es erforderlich ist, die Reißleine zu ziehen. Ein mutiges Beispiel dafür hat er z. B. bei der NOST schon gesetzt.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom November/Dezember 2018, S. 7

Den Einstieg in die Praxis gelingen lassen!

„Wer in der Klasse bestehen will, braucht höchste fachliche, pädagogische, didaktische und menschliche Qualitäten. Gutes Coaching beim Einstieg in die Praxis hilft StudentInnen, sich zu erfolgreichen Lehrerpersönlichkeiten zu entwickeln.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Kurier online am 11. Dezember 2018

Imageschäden schnellstmöglich beheben:

„Die Aufgaben und Herausforderungen, denen wir uns tagtäglich stellen, können wohl nicht oft genug ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Möge es gelingen, unseren wichtigen und schönen Beruf auch in Zukunft den ‚Besten der Besten‘ unter den jungen Menschen schmackhaft zu machen! Die Kinder werden diese mehr denn je brauchen!“
Mag. Gudrun Pennitz, Mitglied im ZA AHS, ÖPU, ÖPU-Nachrichten vom Dezember 2018, S. 15

„Echter Vorteil“:

„Dass es in Österreich sowohl die Neuen Mittelschulen, als auch die Gymnasien in der Unterstufe gibt, ist ein echter Vorteil. Durch diese Differenzierung ist es möglich, alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern. Jedes Kind hat unterschiedliche Stärken und Talente und es ist notwendig, alle Potenziale zu nutzen. Fakt ist, dass das in den Neuen Mittelschulen jedoch nur durch verstärkte Leistungsdifferenzierung ermöglicht werden kann.”
Tobias Hofstätter, Bundesobmann der Schülerunion Österreich, Presseaussendung vom 1. Dezember 2018

Erkenntnis aus Deutschlands Nationalem Bildungspanel (NEPS):

„Integrative Systeme sind für die schwächsten Schüler am wenigsten zuträglich, die leistungsstarken können mit Komplexität viel besser umgehen und zuweilen sogar davon profitieren. Die Schwächsten dagegen geraten rasch ins Hintertreffen. Mit anderen Worten: Differenzierung nach Leistungsgruppen wäre im Sinne der Bildungsgerechtigkeit das Gebot der Stunde.“
Dr. Heike Schmoll, Frankfurter Allgemeine Zeitung online am 16. November 2018

Nach langem Irren am Ziel angekommen:

„Teacher-directed instruction is associated with better test scores regardless of the classroom environment.“
OECD (Hrsg.), „PISA in Focus 90“ (November 2018), S. 2