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Leistungsbeurteilung und Leistungsfeststellung

Rechtsgrundlagen: SchUG 18, 19, 20, 21 sowie zahlreiche Detailbestimmungen im SchUG zu verschiedenen Prüfungsformen. Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst vom 24. Juni 1974, BGBI. Nr. 371/1974, über die Leistungsbeurteilung in Pflichtschulen sowie mittleren und höheren Schulen (Leistungsbeurteilungsverordnung). Diese grundlegende Verordnung regelt alle Einzelheiten im Zusammenhang mit Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung in der Schule. Sie erging auf Grund des SchUG als eine der wichtigsten Durchführungs- und Begleitverordnungen zum Schulunterrichtsgesetz. Im Folgenden ist die Leistungsbeurteilungsverordnung als „LBVO" abgekürzt.

LB der Schüler im SCHUG: Leistungsfeststellung
in der LBVO:
Leistungs-
beurteilung:
Reifeprüfung:
a) Allgemeines a) Allg. Bestimmungen a) Grundsätze BHS-Reife-und Diplomprüfung
b) Formen d. Leistungsfestst. b) Formen der Leistungsfeststellung b) Äußere Form als
Bestandteil der Leistung
AHS-Reifeprüfung (alt!!)
siehe auch "Zentralmatura"
c) Beurteilungsstufen c) Mitarbeit der Schüler
im Unterricht
d) Beurteilungsstufen a) Rechtsgrundlagen
d) Sonder-bestimmungen d) Mündliche Prüfungen e) Bes. Bestimmungen bei
schriftl. Leistungsfestst.
b) Formen der RP
e) LB für eine Schulstufe e) Mündliche Übungen f) Fachliche Aspekte für die
Beurteilung v. Schularbeiten
c) Fachbereichsarbeit
f) Beurteilung des Verhaltens f) Schularbeiten LB für 1 Schulstufe: d) Klausuren
g) Schriftliche  Überprüfungen a) Allg. Bestimmungen e) Mündl. Prüfungen
h) Praktische Leistungsfestst. b) Feststellungs- und Nachtragsprüfungen f) Beurteilung und Wiederholung
i) Graphische Leistungsfeststellung c) Widerholungsprüfungen g) RP-Zeugnis

1. Bestimmungen des Schulunterrichtsgesetzes zur Leistungsbeurteilung der Schüler:

a) Allgemeines:

  • Das Schulunterrichtsgesetz (SchUG) regelt einige grundsätzliche Bereiche der Leistungsbeurteilung. Alle Detailbestimmungen finden sich in der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO).
  • Die Leistungsbeurteilung stellt nach der Konzeption des SchUG ein Gutachten über die Leistungen eines Schülers dar. Hiebei sind die Noten in verkürzter Form zum Ausdruck gebrachte Gutachten (Erläuternde Bemerkungen zum SchUG).
  • Die Grundlage der Leistungsbeurteilung sind die verschiedenen Arten der Leistungsfeststellung, die in SchUG 18/1 genannt und in der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) näher umschrieben sind.

b) Formen der Leistungsfeststellung:

  • Die Beurteilung der Leistungen der Schüler in den einzelnen Unterrichtsgegenständen ab der 4. Schulstufe hat der Lehrer gem. §18/ Abs 1 SCHUG durch Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht sowie durch besondere in die Unterrichtsarbeit eingeordnete mündliche, schriftliche und praktische oder nach Arbeitsformen ausgerichtete Leistungsfeststellungen zu gewinnen.
  • Maßstab für die Leistungsbeurteilung sind die Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Stand des Unterrichtes.
  • Die Mitarbeitsfeststellung ist die tragende Säule der Leistungsfeststellung in nichtpunktueller Form.
  • Die Leistungsfeststellung und die Leistungsbeurteilung sind integrierende Bestandteile der Unterrichtsarbeit (vgl. SchUG 17/1) und dürfen davon nicht getrennt werden.
  • Der Maßstab der Leistungsbeurteilung ist kraft des Gesetzes (§§ 18 Abs 1 SchUG, 11 Abs 1 LBVO) ein von der Beurteilung anderer Schüler oder von der durchschnittlichen Beurteilung von Schülern gleicher Schulart und Schulstufe, sei es im ganzen Bundesgebiet oder in bestimmten Teilen desselben, unabhängiger (Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 9.März 1981, Zl. 3420/80).
  • Die Leistungen des Schülers sind grundsätzlich an den Lehrplananforderungen zu messen, dies allerdings mit der wesentlichen Maßgabe, dass der jeweilige Unterrichtsstand - der mit den Forderungen des Lehrplanes nicht immer übereinstimmen wird - zu berücksichtigen ist (Erkenntnis des VerwGH vom 27.1.1986, ZI. 85/10/0149).
  • Voreingenommenheit eines Lehrers bei der Leistungsbeurteilung ist nur bei einem Verhalten rechtserheblich, das jener im Zusammenhang mit der sich auf den betreffenden Schüler beziehenden Leistungsbeurteilung setzt und das geeignet ist, die objektive Handhabung der den genannten Bereich regelnden Normen durch den Lehrer gegenüber dem betreffenden Schüler in Zweifel zu stellen (Erkenntnis des VerwGH vom 27. 6. 1988, ZI. 88/10/0062; in diesem Sinne auch das Erk. des VerwGH vom 9.März 1981, Zl. 3420/80). (zur Übersicht)

c) Beurteilungsstufen: 

  • Für die Beurteilung der Leistungen der Schüler sind gemäß SchUG 18/2 folgende Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden: Sehr gut (1), Gut (2), Befriedigend (3), Genügend (4), Nicht genügend (5).
  • In der VS und der Sonderschule sowie an NMS kann das Klassenforum oder das Schulforum beschließen, dass der Beurteilung der Leistungen durch Noten eine schriftliche Erläuterung hinzuzufügen ist.
  • Die Schreibweise der Noten hat der im SchUG vorgesehenen Schreibweise (= Großschreibung) zu entsprechen. Im Regelfall wird die Angabe der Ziffer (nicht in Worten) genügen. Vgl. hiezu die Zeugnisformularverordnung (VO des BMU vom 19. Juli 1989 über die Gestaltung von Zeugnisformularen) § 2 Abs 6 und § 15 Abs 2 LBVO).
  • Die Beurteilung der Leistungen ist in den Abschlusszeugnissen, Reifeprüfungszeugnissen, Reife- und Diplomprüfungszeugnissen, Diplomprüfungszeugnissen und Abschlussprüfungszeugnissen in Worten, in den übrigen Fällen in Ziffern zuschreiben. Bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 18 Abs 2 SchUG ist eine schriftliche Erläuterung hinzuzufügen.
  • Für die Beurteilung von schriftlichen Leistungsfeststellungen sind nur die angeführten Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden und in Worten einzusetzen. Zusätze zu diesen Noten sind unzulässig, soweit es sich nicht um Zusätze nach § 11 Abs 3 letzter Satz LBVO handelt ("Die für die Beurteilung maßgeblichen Vorzüge und Mängel seiner Leistung sind dem Schüler mit der Beurteilung bekanntzugeben, ohne ihn jedoch zu entmutigen oder seine Selbstachtung zu beeinträchtigen.")
  • In der 7. und 8. Schulstufe der NMS haben gern. § 18 Abs. 2a SchUG Leistungsfeststellungen und -beurteilungen in den differenzierten Pflichtgegenständen nach den Anforderungen des Lehrplans nach grundlegenden und vertieften Gesichtspunkten zu erfolgen. Leistungsfeststellungen haben die Beurteilung nach den Anforderungen der grundlegenden oder der vertieften Allgemeinbildung auszuweisen. Die Beurteilung im Rahmen der vertieften Allgemeinbildung kann nicht schlechter als „Genügend" sein und setzt voraus, dass die Anforderungen im Bereich der grundlegenden Allgemeinbildung mindestens mit „Gut" zu beurteilen sind, anderenfalls hat lediglich eine Beurteilung nach den Anforderungen der grundlegenden Allgemeinbildung zu erfolgen.
  • Durch die Noten sind die Selbständigkeit der Arbeit, die Erfassung und die Anwendung des Lehrstoffes, die Durchführung der Aufgaben und die Eigenständigkeit des Schülers zu beurteilen.
  • Unter „Selbständigkeit der Arbeit" ist ein möglichst anleitungsfreies Arbeiten gemeint (=Ausmaß der Anleitung bei der Bewältigung eines Themas), während durch den Begriff „Eigenständigkeit des Schülers" der Grad des Vermögens, einen eigenen geistigen Standpunkt zu beziehen, erfasst werden soll.
  • Das Verhalten des Schülers in der Schule darf in die Leistungsbeurteilung nicht einbezogen werden. (zur Übersicht)

d) Sonderbestimmungen und Ausnahmeregelungen:

  • Gem. 3 18 Abs 4 SchUG sind vorgetäuschte Leistungen nicht zu beurteilen. Darunter fällt auch die Anwendung unerlaubter Hilfsmittel.
  • Der bloße Versuch, eine Leistung vorzutäuschen, führt noch nicht zur Nichtbeurteilung. Bei Feststellung eines Versuches ist dessen Durchführung zu unterbinden, was beim Versuch der Anwendung unerlaubter Hilfsmittel zu einer vorübergehenden Abnahme dieser Mittel führen kann.
  • Schüler, die wegen einer körperlichen Behinderung eine entsprechende Leistung nicht erbringen können oder durch die Leistungsfeststellung gesundheitlich gefährdet wären, sind gem. § 18 Abs 6 SchUG entsprechend den Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den wegen der körperlichen Behinderung bzw. gesundheitlichen Gefährdung erreichbaren Stand des Unterrichtserfolges zu beurteilen, soweit die Bildungs- und Lehraufgabe des betreffenden Unterrichtsgegenstandes grundsätzlich erreicht wird.
  • Maßstab für die Leistungsbeurteilung sind die Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Stand des Unterrichtes. Die Absätze 6, 8, 9 und 12 des § 18 SchUG regeln, inwiefern bei der Beurteilung der Leistungen von Schülern auf ihre körperliche Behinderung, mangelnde Anlagen, mangelnde körperliche Fähigkeiten oder mangelnde Kenntnis der Unterrichtssprache Bedacht zu nehmen ist. Nach dem insoweit klaren Gesetzeswortlaut sind Gegenstand der Leistungsbeurteilung ausschließlich die „Leistungen der Schüler". Das Gesetz bietet keinen Anhaltspunkt für die Annahme, dass im Rahmen der Leistungsbeurteilung zunächst zu prüfen wäre, ob seitens der Schule bzw. der Lehrer den Anforderungen, die sich für sie aus den spezifischen Bildungszielen der Lehrpläne in Bezug auf die Gestaltung des Unterrichtes bzw. die optimale Förderung der Schüler unter dem Blickwinkel ihrer allfälligen Behinderungen (z. B. wegen Hörbehinderung) oder sonstigen Mängel ergeben, in ausreichendem Maße entsprochen worden ist und dass gegebenenfalls von einer Leistungsbeurteilung Abstand zu nehmen wäre (Erkenntnis des VerwGH vom 9. Juli 1992, ZI. 92/10/0023).
  • Bei nachweislich vorliegenden und schwer wiegenden hirnorganischen Störungen, die sich im Sinne einer Körperbehinderung auswirken und das Erlernen und Anwenden der Rechtschreibung beeinträchtigen (Lese-Rechtschreibschwäche, Legasthenie), kann § 18 Abs 6 SchUG angewendet werden. Mit Bezug auf die Leistungsbeurteilung - insbesondere im Pflichtgegenstand Deutsch - ist daher verantwortungsbewusst abzuwägen, inwieweit nur ein einzelner Leistungsbereich - nämlich die Schreibrichtigkeit - bestimmend für die gesamte Bildungs- und Berufslaufbahn eines jungen Menschen sein soll, zumal sich sowohl aus den Lehrplänen als auch aus der Verordnung über die Leistungsbeurteilung ergibt, dass der Gesichtspunkt der Schreibrichtigkeit keinesfalls die einzige Grundlage der Leistungsbeurteilung sein kann und darf. (Siehe ministerielles Rundschreiben Nr. 32/2001.)
  • Gem. § 18 Abs 7 SchUG hat der zuständige Bundesminister durch Verordnung zu bestimmen, bei welchen Pflichtgegenständen die äußere Form der Arbeit einen wesentlichen Bestandteil der Leistung darstellt und bei der Leistungsbeurteilung mit zu berücksichtigen ist (siehe § 12 LBVO).
  • Bei der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in Musikerziehung, Bildnerischer Erziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sowie Bewegung und Sport sind mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten bei erwiesenem Leistungswillen zugunsten des Schülers zu berücksichtigen. Dies gilt insoweit nicht, als einer der genannten Gegenstände für die Aufgabe einer Schulart von besonderer Bedeutung ist (siehe § 13 LBVO).
  • Die Leistungen von Schulpflichtigen, die gemäß § 4 Abs 2 SchUG wegen mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache als außerordentliche Schüler aufgenommen worden sind, sind unter Berücksichtigung ihrer Sprachschwierigkeiten zu beurteilen.
  • Wegen des Verweises auf § 4 Abs. 2 SchUG sind hier nur der allgemeinen Schulpflicht unterliegende Schüler gemeint.
  • Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer schriftlichen oder graphischen Leistungsfeststellung mit „Nicht genügend" zu beurteilen sind, so ist sie gem. § 18 Abs. 11 SchUG mit neuer Aufgabenstellung ein Mal zu wiederholen. Als Grundlage für die Beurteilung ist in diesem Falle jene Leistungsfeststellung heranzuziehen, bei der der Schüler die bessere Leistung erbracht hat.
  • Hat der Schüler eine der Schularbeiten versäumt, so wird die auf die gemachte Schularbeit erhaltene Leistungsbeurteilung heranzuziehen sein, da mangels zweier Leistungsbeurteilungen diese Sonderregelung nicht anwendbar ist. Hiebei ist es unerheblich, welche Schularbeit versäumt und welche Leistungsbeurteilung erzielt worden ist, die § 18 Abs. 11 SchUG keine diesbezügliche Regelung enthält.
  • Auf Antrag eines Schülers, dessen Muttersprache nicht die Unterrichtssprache der betreffenden Schule ist, hat der Schulleiter gem. § 18 Abs. 12 SchUG zu bestimmen, dass hinsichtlich der Beurteilung die Unterrichtssprache an die Stelle der lebenden Fremdsprache tritt, wenn eine lebende Fremdsprache als Pflichtgegenstand in der betreffenden Schulstufe lehrplanmäßig vorgesehen ist; der Schüler hat in seiner Muttersprache Leistungen nachzuweisen, die jenen eines Schülers deutscher Muttersprache im Pflichtgegenstand Deutsch entsprechen, allenfalls auch im Wege von Externistenprüfungen, sofern die Durchführung von Prüfungen in der betreffenden Sprache möglich ist. Dasselbe gilt sinngemäß für die Pflichtgegenstände Kaufmännischer Schriftverkehr, Phonotypie, Textverarbeitung, Kurzschrift und Maschinschreiben. Das Jahreszeugnis ist mit einem entsprechenden Vermerk zu versehen. Dieser Absatz gilt nicht für Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und für Bildungsanstalten für Sozialpädagogik.
  • Eine solche Bewilligung nach § 18 Abs. 12 SchUG kann nur zu einem Austausch von Pflichtgegenständen führen, nicht jedoch dazu, dass der Schüler in seiner Muttersprache gar keine Leistungen nachzuweisen hat, die jenen eines Schülers deutscher Muttersprache im Pflichtgegenstand Deutsch entsprechen. Voraussetzung für die Bewilligung ist daher, dass der Schüler eine Schulart in einer Klasse besuchen muss, in der eine lebende Fremdsprache als Pflichtgegenstand vorgesehen ist und ein Leistungsnachweis des Schülers in seiner Muttersprache, allenfalls auch im Wege von Externistenprüfungen, möglich ist. Dies erfordert jedoch als Maßstab der Leistungsbeurteilung das Vorhandensein eines entsprechenden Lehrplanes in der Muttersprache des Schülers (Erkenntnis des VGH vom 31. Jänner 1992, ZI. 91/10/0160).
  • Voraussetzungen sind somit:
    • Der Schüler muss eine Schulart (Form, Fachrichtung) in einer Klasse besuchen, in der eine (nicht die betreffende) lebende Fremdsprache als Pflichtgegenstand vorgesehen ist;
    • der Wechsel in der Beurteilung kann nur mit einer lebenden Fremdsprache erfolgen, die lehrplanmäßig vorgesehen ist (als Pflicht- oder als Freigegenstand);
    • Prüfung (allenfalls Externistenprüfung) muss möglich sein (dies ist der Fall, wenn ein entsprechender Lehrer an einer öffentlichen oder mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Schule vorhanden ist). Vgl. hiezu das ministerielle RS Nr. 37/2002).
  • Die Durchführung von Externistenprüfungen (für die Jahresbeurteilung) wird vor allem dann in Betracht kommen, wenn der Schüler den Unterricht im Pflichtgegenstand „Lebende Fremdsprache" (= Muttersprache) nicht an der eigenen Schule besuchen kann; auch wenn dies möglich sein sollte, kann eine Externistenprüfung vorgesehen werden, wenn eine Leistungsfeststellung im Rahmen des Unterrichtes (weil es sich in der betreffenden Klasse z. B. um einen Anfangsunterricht in der lebenden Fremdsprache handelt) nicht durchführbar ist.
  • Diese Sonderregelung gemäß § 18 Abs 12 SchUG gilt nur für die Leistungsbeurteilung in den angeführten Pflichtgegenständen. Daher hat eine derartige Festlegung durch den Schulleiter keine Folge für die Prüfungsgebiete bei der Reifeprüfung oder bei einer sonstigen abschließenden Prüfung.
  • Pflichtpraktika und Praktika außerhalb des schulischen Unterrichtes, verbindliche und unverbindliche Übungen sowie therapeutische und funktionelle Übungen sowie Kurse im Zusammenhang mit der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfes (vgl. Schulpflichtgesetz § 8 Abs 2 und 3) sind nicht zu beurteilen.
  • Der zuständige Bundesminister hat gem. § 18 Abs 10 SchUG durch Verordnung nach den Aufgaben der einzelnen Schularten und nach der Art der einzelnen Unterrichtsgegenstände nähere Bestimmungen für den Aufbau und die Durchführung von Leistungsfeststellungen und die Beurteilung der Leistungen der Schüler zu erlassen. Diese Verordnung ist die grundlegende „Leistungsbeurteilungsverordnung" (LBVO) (BGBI. 371/1974). Ihre Bestimmungen werden unten detailliert dargestellt. (zur Übersicht)

e) Leistungsbeurteilung für eine Schulstufe:

  • Der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in einem Unterrichtsgegenstand auf einer ganzen Schulstufe hat der Lehrer gern. § 20 Abs. 1 SchUG alle in dem betreffenden Unterrichtsjahr erbrachten Leistungen zugrunde zu legen, wobei dem zuletzt erreichten Leistungsstand das größere Gewicht zuzumessen ist. Dabei sind die fachliche Eigenart des Unterrichtsgegenstandes und der Aufbau des Lehrstoffes zu berücksichtigen.
  • Die Beurteilung obliegt somit dem Lehrer. Sofern mehrere Lehrer einen Unterrichtsgegenstand unterrichten siehe § 11 Abs. 10 LBVO. Der Klassenkonferenz kommt hiebei nur beratende Wirkung zu. Nur die Beurteilung des Verhaltens in der Schule (siehe hiezu später) erfolgt durch die Klassenkonferenz.
  • Wenn sich bei längerem Fernbleiben des Schülers vom Unterricht und in ähnlichen Ausnahmefällen auf Grund der nach § 18 Abs. 1 SchUG gewonnenen Beurteilung eine sichere Beurteilung für die ganze Schulstufe nicht treffen lässt, hat der Lehrer gern. § 20 Abs. 2 SchUG eine Prüfung durchzuführen, von der der Schüler zwei Wochen vorher zu verständigen ist (Feststellungsprüfung).
  • Eine Überprüfung, ob das Fernbleiben verschuldet oder nicht verschuldet war, hat im Zusammenhang mit der Feststellungsprüfung (im Gegensatz zu § 20 Abs. 3 SchUG; siehe unten) nicht stattzufinden.
  • Fehlt der Schüler am vorgesehenen Tag der Feststellungsprüfung und kommt er noch vor der Konferenz gern. § 20 Abs. 6 SchUG (Beurteilungskonferenz am Jahresende) wieder in die Schule, muss ihm kein neuer Termin gesetzt werden, sondern der Schüler hat sich sofort dieser Prüfung zu unterziehen. Der Sinn der zweiwöchigen Ankündigungsfrist, sich auf die Prüfung vorzubereiten und sich darauf einstellen zu können, ist auch beim nunmehrigen sofortigen Antreten gewahrt.
  • Die Wiederholung einer Feststellungsprüfung ist nicht zulässig (§ 21 Abs. 11 LBVO). Hinsichtlich der Durchführung der Feststellungsprüfung siehe § 21 LBVO (siehe hiezu unten).
  • Wenn ein Schüler ohne eigenes Verschulden (Hier ist also die Verschuldensfrage relevant!) so viel vom Unterricht versäumt, dass die erfolgreiche Ablegung der Feststellungsprüfung nicht zu erwarten ist, ist sie ihm vom Schulleiter auf mindestens acht, höchstens zwölf Wochen - bei lehrgangsmäßigen Berufsschulen höchstens bis zum Beginn des nächsten der Schulstufe entsprechenden Lehrganges im nächsten Schuljahrzu stunden (Nachtragsprüfung).
  • Die Frist läuft ab dem fiktiven Termin der Feststellungsprüfung. Fällt die Zeit zwischen der achten und zwölften Woche in die Ferien, so wird die Nachtragsprüfung sofort zu Beginn des folgenden Schuljahres durchzuführen sein.
  • Hat der Schüler die Nachtragsprüfung nicht bestanden, ist er auf Antrag innerhalb von zwei Wochen zu einer Wiederholung der Nachtragsprüfung zuzulassen; der Antrag ist spätestens am dritten Tag nach Ablegung dieser Prüfung zu stellen.
  • Zur Frage der Wiederholungsmöglichkeit für die Nachtragsprüfung und den Zeitpunkt der Entscheidung der Klassenkonferenzen gern. § 20 Abs. 6 SchUG wird im ministeriellen RS Nr. 23/1997 Folgendes festgestellt:
  • Ein Schüler, der eine oder mehrere Nachtragsprüfungen abzulegen hat, kann am Ende des Unterrichtsjahres nicht „abgeschlossen" werden, d. h. solange die Nachtragsprüfung(en) nicht abgelegt (sind) ist, steht der erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Abschluss der Schulstufe noch nicht fest. Desgleichen kann eine Entscheidung der Klassenkonferenz (§ 20 Abs. 6 SchUG) erst nach Ablegen der Nachtragsprüfung erfolgen.
  • Im Hinblick auf das nunmehr eingeführte Recht auf Wiederholung der Nachtragsprüfung und - im Fall eines negativen Ergebnisses - der Notwendigkeit der Entscheidung der Klassenkonferenz (und das daran anknüpfende Berufungsrecht) wird aus Gründen der Verfahrensökonomie festgestellt:
  • Die Entscheidung der Klassenkonferenz hat zu erfolgen:
       a) erst unmittelbar nach Ablegen der wiederholten Nachtragsprüfung oder
       b) wenn feststeht, dass der Schüler die Nachtragsprüfung nicht wiederholt.
  • Keinesfalls sind zwei Entscheidungen der Klassenkonferenz zu treffen; einmal nach negativem Ablegen der Nachtragsprüfung und neuerlich nach negativem Ablegen der Wiederholung der Nachtragsprüfung.
  • Mit dieser Regelung soll erreicht werden, dass nicht zwei Widerspruchsverfahren aus Anlass einer negativen Nachtragsprüfung parallel anhängig sind.
  • Über den Verlauf einer Feststellungsprüfung und einer Nachtragsprüfung hat der Lehrer gern. § 20 Abs. 5 SchUG eine schriftliche Aufzeichnung zu führen.
  • Im Zeitraum von Mittwoch bis Freitag der zweiten Woche vor Ende des Unterrichtsjahres hat gem. § 20 Abs. 6 SchUG eine Klassenkonferenz zur Beratung über die Leistungsbeurteilung der Schüler stattzufinden. Die Entscheidungen der Klassenkonferenz über die Nichtberechtigung zum Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe oder den nicht erfolgreichen Abschluss der letzten Stufe der besuchten Schulart sind spätestens am folgenden Tag unter Angabe der Gründe und Beifügung einer Belehrung über die Widerspruchsmöglichkeit dem Schüler bekanntzugeben.
  • Findet also die Konferenz zum Ende des Unterrichtsjahres z. B. am Donnerstag der vorletzten Woche statt, so sind die Entscheidungen der Konferenz spätestens am Freitag den Schülern bekanntzugeben. Da sich an die Zustellung dieser Entscheidung die Frist für die Einbringung eines allfälligen Widerspruchs knüpft, hat die Bekanntgabe nachweisbar zu erfolgen. Daher ist eine schriftliche Bekanntgabe zweckmäßig (nicht jedoch zwingend). Die Zulässigkeit sowohl der schriftlichen als auch der mündlichen Erlassung ergibt sich aus dem Erkenntnis des VwGH vom 26. Juni 1988, ZI. 88/10/0208/8.
  • Soweit in dieser Konferenz gern. § 25 Abs. 2 SchUG die Entscheidung getroffen wird, dass der Schüler trotz eines „Nicht genügend" aufsteigen darf, hat keine gesonderte Bekanntgabe zu erfolgen. Es genügt der diesbezügliche Hinweis gern. § 3 Abs. 1 Z 2 lit. a ZeuVO: „Er/Sie ist gemäß § 25 des Schulunterrichtsgesetzes zum Aufsteigen in die/den ... Klasse/ Jahrgang (... Schulstufe) berechtigt."
  • Auch wenn auf Grund der Bekanntgabe ein Widerspruch gegen die Entscheidung über die Nichtberechtigung zum Aufsteigen eingebracht wurde, in der eine unrichtige Beurteilung mit „Nicht genügend" behauptet wird, ist das in der Klassenkonferenz bekannt gegebene „Nicht genügend" in das Jahreszeugnis aufzunehmen, da der Berufung keine aufschiebende Wirkung zukommt; wenn jedoch vor Verteilung des Jahreszeugnisses das „Nicht genügend" von der Berufungsbehörde abgeändert wird, ist die neue Note in das Jahreszeugnis aufzunehmen.
  • Für die Entscheidung über das Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe trotz eines „Nicht genügend" ist sowohl am Schluss des Unterrichtsjahres als auch nach der Ablegung der Wiederholungsprüfung die Klassenkonferenz zuständig (Erkenntnis des VwGH vom 29. Juni 1992, ZI. 91/10/0109). (zur Übersicht)

f) Beurteilung des Verhaltens in der Schule:

  • Der zuständige Bundesminister hat durch Verordnung nach den Aufgaben der einzelnen Schularten und der Altersstufe der Schüler zu bestimmen, in welchen Schularten und Schulstufen das Verhalten des Schülers in der Schule zu beurteilen ist. Diese Bestimmungen finden sich im § 18 LBVO.
  • Für die Beurteilung des Verhaltens des Schülers in der Schule sind folgende Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden: Sehr zufriedenstellend, Zufriedenstellend, Wenig zufriedenstellend, Nicht zufriedenstellend. Im Gegensatz zu den Noten im Rahmen der Leistungsbeurteilung sind hier keine Ziffern vorgesehen.
  • Durch die Noten für das Verhalten des Schülers in der Schule ist gern. § 21 Abs. 3 SchUG zu beurteilen, inwieweit sein persönliches Verhalten und seine Einordnung in die Klassengemeinschaft den Anforderungen der Schulordnung bzw. der Hausordnung entsprechen. Bei der Beurteilung sind die Anlagen des Schülers, sein Alter und sein Bemühen um ein ordnungsgemäßes Verhalten zu berücksichtigen.
  • Die Beurteilung ist durch die Klassenkonferenz auf Antrag des Klassenvorstandes zu beschließen. Die Beurteilung für die Schulstufe hat im Rahmen der Lehrerkonferenz gern. § 20 Abs. 6 SchUG (= in der Beurteilungskonferenz in der zweiten Woche vor Unterrichtsschluss) zu erfolgen. (zur Übersicht)

2. Leistungsfeststellung:

a) Allgemeine Bestimmungen der LBVO zur Leistungsfeststellung:

  • Grundlage der Leistungsbeurteilung sind gern. § 1 Abs. 1 LBVO die Leistungsfeststellungen nach Maßgabe der Bestimmungen der LBVO.
  • Feststellungen der Leistungen der Schüler, die dem Lehrer nur zur Information darüber dienen, auf welchen Teilgebieten die Schüler die Lehrziele erreicht haben und auf welchen Teilgebieten noch ein ergänzender Unterricht notwendig ist, sind nicht Gegenstand dieser Verordnung (Informationsfeststellungen).
  • Die Leistungsbeurteilung ist ein Sachverständigengutachten. Wie bei jedem Gutachten muss der Beurteilung des Sachverhaltes (hier: Leistungsbeurteilung) die Erhebung des Sachverhaltes vorangehen (= Leistungsfeststellung). Die Noten sind in verkürzter Form zum Ausdruck gebrachte Gutachten.
  • Die Nichteinhaltung einer Vorschrift über den Prüfungsvorgang kann nur dann mit Erfolg geltend gemacht werden, wenn es sich um eine im konkreten Fall wesentliche, d. h. eine solche Vorschrift gehandelt hat, deren Nichteinhaltung geeignet war, rechtlich relevante Interessen des Schülers zu verletzen (Erkenntnis des VwGH vom 12. Juni 1975, Slg. Nr. 8842 A).
  • Leistungsfeststellungen, die in der LBVO nicht vorgesehen sind oder unter Verletzung der Vorschriften dieser Verordnung gewonnen worden sind, sowie Informationsfeststellungen dürfen daher keinen Einfluss auf die Beurteilung (Benotung) haben. Sofern bei einer Leistungsfeststellung die LBVO lediglich durch einen Formfehler verletzt wurde, der keine Auswirkung auf die Leistung des Schülers hat, ist die Leistungsfeststellung der Beurteilung zu Grunde zu legen.
  • Formen der Leistungsfeststellung können auch - ohne dass sie punktuell zur Leistungsbeurteilung herangezogen werden - Formen der Unterrichtsgestaltung sein. In diesem Fall gelten die eingeschränkten Bestimmungen für die einzelnen Arten punktueller Leistungsfeststellung nicht. Beispiel: In Kurzschrift sind nach der Eigenart dieses Unterrichtsgegenstandes häufig Diktate nötig, deren Durchführung nach Maßgabe der Erfordernisse des Unterrichts ohne Beschränkung zulässig ist, wobei die Leistungen des Schülers im Rahmen der Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht (§ 4 LBVO) für die Leistungsbeurteilung maßgeblich sein werden. Soll jedoch die Leistung punktuell festgestellt und beurteilt werden, handelt es sich um eine schriftliche Überprüfung gern. § 8 Abs. 1 lit. b LBVO, für die die einschränkenden bzw. besonderen Bestimmungen von § 3 Abs. 3 und 4 sowie § 8 Abs. 2, 4 bis 8, 10 und 13 gelten (siehe unten).
  • Der Leistungsfeststellung sind nur die im Lehrplan festgelegten Eildungs- und Lehraufgaben und jene Lehrstoffe zugrunde zu legen, die bis zum Zeitpunkt der Leistungsfeststellung in der betreffenden Klasse behandelt worden sind.
  • Die Leistungsfeststellungen sind möglichst gleichmäßig über den Beurteilungszeitraum zu erteilen. Der Beurteilungszeitraum ist im Regelfall ein Semester (Halbjahr).
  • Dievom Lehrerjeweils gewählte Form der Leistungsfeststellung ist dem Alter und dem Bildungsstand der Schüler, den Erfordernissen des Unterrichtsgegenstandes, den Anforderungen des Lehrplanes und dem jeweiligen Stand des Unterrichtes anzupassen.
  • Eine Leistungsfeststellung ist insoweit nicht durchzuführen, als feststeht, dass der Schüler wegen einer körperlichen Behinderung eine entsprechende Leistung nicht erbringen kann oder durch die Leistungsfeststellung gesundheitlich gefährdet ist.
  • Die Leistungsfeststellungen haben auf das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern, Schülern und Erziehungsberechtigten Bedacht zu nehmen und zur sachlich begründeten Selbsteinschätzung hinzuführen.
  • Die Feststellung der Leistungen der einzelnen Schüler ist in den Unterricht so einzubauen, dass auch die übrigen Schüler der Klasse aus der Leistungsfeststellung Nutzen ziehen können.
  • Leistungsfeststellungen sind während des Unterrichtes durchzuführen. Dies gilt nicht für Wiederholungs- und Nachtragsprüfungen. Schularbeiten für einzelne Schüler dürfen auch außerhalb des Unterrichtes nachgeholt werden.
  • Semesterprüfungen im Rahmen der „neuen Oberstufe" haben gern. § 23 Abs. 1 LBVO grundsätzlich während des Unterrichts oder, wenn es dem Prüfer in Hinblick auf die Unterrichtsarbeit oder den Prüfungsablauf zweckmäßig erscheint, auch außerhalb des Unterrichts stattzufinden.
  • An den letzten drei Unterrichtstagen vor einer Beurteilungskonferenz ist die Durchführung einer Leistungsfeststellung nur mit Zustimmung des Schulleiters zulässig. Der Schulleiter darf diese Zustimmung nur dann erteilen, wenn wichtige Gründe hiefür vorliegen (z. B. wegen Erkrankung des Lehrers oder des Schülers in der letzten Zeit vor diesem Termin). (zur Übersicht)

b) Formen der Leistungsfeststellung:

  • Die Leistungsbeurteilungsverordnung nennt in § 3 Abs. 1 alle Formen der Leistungsfeststellung, die der Leistungsfeststellung zum Zweck der Leistungsbeurteilung dienen. Diese Aufzählung ist taxativ (erschöpfend), d. h. dass andere Formen der Leistungsfeststellung als die hier genannten Formen nicht zulässig sind.
  •  Der Leistungsfeststellung zum Zweck der Leistungsbeurteilung dienen:
    • die Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht (§ 4 LBVO);
    • besondere mündliche Leistungsfeststellungen:
           mündliche Prüfungen (§ 5 LBVO),
           mündliche Übungen (§ 6 LBVO);
    • besondere schriftliche Leistungsfeststellungen:
          Schularbeiten ($ 7 LBVO),
          schriftliche Überprüfungen (Tests, Diktate) (§ 8 LBVO);
    • besondere praktische Leistungsfeststellungen (§ 9 LBVO);
    • besondere graphische Leistungsfeststellungen (§ 10 LBVO).
  • Die Einbeziehung praktischer und graphischer Arbeitsformen, z. B. die Arbeit am Computer oder projektorientierte Arbeit in mündliche und schriftliche Leistungsfeststellungen ist zulässig. Bei praktischen Leistungsfeststellungen ist die Einbeziehung mündlicher, schriftlicher, praktischer und graphischer Arbeitsformen zulässig.
  • Besondere schriftliche Leistungsfeststellungen (Schularbeiten, schriftliche Überprüfungen, Tests, Diktate) dürfen gemäß § 3 Abs 3 LBVO nie für sich allein oder gemeinsam die alleinige Grundlage einer Semester- bzw. Jahresbeurteilung sein. Das heißt, es müssen stets auch andere Formen der Leistungsfeststellung vorliegen (z.B. Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht, mündliche Leistungsfeststellungen, praktische oder graphische Leistungsfeststellungen). Nur auf Grund von Schularbeiten oder Tests allein darf keine Note vergeben werden.
  • Gem. § 3 Abs 4 LBVO sind unbeschadet der Bestimmungen des § 5 Abs 2 LBVO ("Wunschprüfung", siehe unten) zum Zweck der Leistungsbeurteilung über die Leistungsfeststellung auf Grund der Mitarbeit der Schüler im Unterricht und über die lehrplanmäßig vorgeschriebenen Schularbeiten hinaus nur so viele mündliche und schriftliche Leistungsfeststellungen vorzusehen, wie für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester oder für eine Schulstufe unbedingt notwendig sind.
  • Sofern bereits von vornherein feststeht, dass über die Feststellung der Mitarbeit und die Schularbeiten hinaus mündliche Leistungsfeststellungen und schriftliche Überprüfungen unbedingt notwendig sind, können diese während des ganzen Unterrichtsjahres und nicht nur zum Ende eines Beurteilungsabschnittes erfolgen.
  • Unter Beachtung der Bestimmung § 3 Ans 4 LBVO sind die in § 3 Abs 1 LBVO genannten Formen der Leistungsfeststellung als gleichwertig anzusehen. Es sind jedoch Anzahl, stofflicher Umfang und Schwierigkeitsgrad der einzelnen Leistungsfeststellungen mit zu berücksichtigen.
  • Der Grundsatz der Gleichwertigkeit der Formen der Leistungsfeststellungen erfährt dadurch eine gewichtige Einschränkung. (zur Übersicht)

c) Mitarbeit der Schüler im Unterricht:

  • Die Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht ist in § 4 LBVO normiert. Sie umfasst den Gesamtbereich der Unterrichtsarbeit in den einzelnen Unterrichtsgegenständen und erfasst:
    • in die Unterrichtsarbeit eingebundene mündliche, schriftliche, praktische und graphische Leistungen;
    • Leistungen im Zusammenhang mit der Sicherung des Unterrichtsertrages einschließlich der Bearbeitung von Hausübungen;
    • Leistungen bei der Erarbeitung neuer Lehrstoffe;
    • Leistungen im Zusammenhang mit dem Erfassen und Verstehen von unterrichtlichen Sachverhalten;
    • Leistungen im Zusammenhang mit der Fähigkeit, Erarbeitetes richtig einzuordnen und anzuwenden.
  • Bei der Mitarbeit sind Leistungen zu berücksichtigen, die der Schüler in Alleinarbeit erbringt, und Leistungen des Schülers in der Gruppen- und Partnerarbeit.
  • Einzelne Leistungen im Rahmen der Mitarbeit sind nicht gesondert zu benoten.
  • Aufzeichnungen über diese Leistungen sind so oft und so eingehend vorzunehmen, wie dies für die Leistungsbeurteilung erforderlich ist (LBVO 4/3). Diese Aufzeichnungen sind nicht nur für den die Leistungen feststellenden Lehrer wichtig, sondern sind vor allem dann bedeutsam, wenn dieser Lehrer am Ende des Beurteilungsabschnittes wegen Erkrankung oder aus anderen Gründen nicht an der Schule ist und ein anderer Lehrer die Beurteilung vornehmen muss. Sie dienen nicht Beweiszwecken im schulbehördlichen Verfahren und sind keine Prüfungsprotokolle. (Siehe das Erk. des VwGH vom 9. März 1981, ZI. 10/3420/80).
  • Die Leistungsfeststellungen aus der Mitarbeit der Schüler erstrecken sich also, grob gesprochen, auf alle Leistungen von Schülern im Unterricht und auf Hausübungen. Diese schulischen Leistungen sind solche mündlicher, schriftlicher oder praktischer Art. Sie umfassen daher das ganze mögliche Leistungsspektrum eines Schülers.
  • Für die in der LBVO ausdrücklich erwähnten, in die Unterrichtsarbeit eingebundenen schriftlichen Leistungen und deren Feststellung bedeutet dies in Abgrenzung zu Tests, Schularbeiten und zu Diktaten: Schriftliche Leistungsfeststellungen (Schularbeiten, Tests, Diktate) sind punktuelle Formen der Leistungsfeststellung, somit deutlich abzugrenzen, inhaltlich determiniert und in zeitlicher Hinsicht begrenzt. Die Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht ist eine Form der Leistungsfeststellung nichtpunktueller Art, die den Gesamtbereich der Unterrichtsarbeit in den einzelnen Unterrichtsgegenständen betrifft, somit das gesamte Spektrum der Leistungen eines Schülers. Dazu zählen eben auch schriftliche Leistungen (und nicht Leistungsfeststellungen), wie etwa Mitarbeit schriftlicher Art durch Führung der Schulübungshefte, Leistungen, die im Zusammenhang mit der Verwendung von Arbeitsbüchern (Ausfüllen von Texten in Schulbüchern) erbracht werden, Rechnungen an der Tafel und Ähnliches.
  • Bei der Feststellung der Mitarbeit haben daher die unterrichtenden Lehrer im Rahmen der Leistungsbeurteilung das Gesamtbild der Leistungen mündlicher, schriftlicher und praktischer Art im Sinne der Notendefinitionen (§ 14 LBVO: Sehr gut, Gut usw.) zu bewerten und einzuordnen. Bei den in § 4 Abs. 3 LBVO angesprochenen Aufzeichnungen über die Leistungsfeststellungen ist nicht über jede einzelne Leistung Buch zu führen, sondern der jeweilige Leistungsstand auf Grund des im Rahmen der Mitarbeit sich bietenden Leistungsbildes in einer Gesamtschau festzuhalten.
  • Den Bestimmungen über die Feststellung der Mitarbeit ist nicht zu entnehmen, dass sich diese auf das Melden zur mündlichen Mitarbeit beschränken dürfe oder dass es gestattet sei, anstelle der ständigen Beobachtung der Mitarbeit Rückschlüsse aus Leistungsfeststellungen auf diese Mitarbeit der Überprüfung der Leistungsbeurteilung zu Grunde zu legen (Erkenntnis. des VwGH vom 9. März 1981, ZI. 10/3420/80).
  • Buchbesprechungen zählen zu Leistungsfeststellungen aus der Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht (Erkenntnis des VwGH vom 10. Juni 1985, ZI. 84/10/0278). Dies jedoch nur, wenn die Buchbesprechungen nicht in einer anderen Form der Leistungsfeststellung erfolgen (z. B. als mündliche Übungen gem. § 6 Abs. 1 LBVO).
  • Im Zusammenhang mit der Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht sind auch besonders die Bestimmungen des § 17 Abs. 2 SchUG betreffend Hausübungen zu beachten: Zur Ergänzung der Unterrichtsarbeit können den Schülern auch Hausübungen aufgetragen werden, die jedoch so vorzubereiten sind, dass sie von den Schülern ohne Hilfe anderer durchgeführt werden können. Bei der Bestimmung des Ausmaßes der Hausübungen ist auf die Belastbarkeit der Schüler, insbesondere auf die Zahl der Unterrichtsstunden
    an den betreffenden Schultagen, die in den übrigen Unterrichtsgegenständen gestellten Hausübungen und allfällige Schulveranstaltungen Bedacht zu nehmen. Hausübungen, die an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen oder während der Weihnachtsferien, der Semesterferien, der Osterferien, der Pfingstferien oder der Hauptferien erarbeitet werden müssten, dürfen nicht aufgetragen werden.
  • Ob Hausübungen aufgetragen werden, liegt daher primär beim Lehrer im Rahmen der eigenständigen und verantwortlichen Unterrichtsarbeit. Spezielle Hinweise finden sich zum Teil in den Lehrplänen. Durch den Hinweis auf die Rücksichtnahme auf sonstige Belastungen der Schüler wird ein Zusammenwirken der Lehrer bei der Stellung der Hausübungen angestrebt. Dies ist nicht nur wegen der Rücksichtnahme auf die Belastbarkeit der Schüler, sondern auch zur Erzielung einer gemeinsamen Bildungswirkung der Unterrichtsgegenstände zweckmäßig. Eine diesbezügliche koordinierende Wahrnehmung obliegt gem. § 54 Abs. 2 SchUG 54/2 dem Klassenvorstand.
  • Der Lehrer ist bei der Unterrichts- und Erziehungsarbeit im Bereich der Hoheitsverwaltung, und zwar funktionell, stets für den Bund tätig - gleichgültig, ob der Lehrer in einem öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Dienstverhältnis zu einer Gebietskörperschaft steht (Erkenntnis des OGH im Zusammenhang mit der Amtshaftung vom 11. Jänner 1978, 10b30/77).
  • Seine durch die ihm übertragenen Aufgaben zukommende besondere Verantwortung gebietet dem Lehrer bei seiner Tätigkeit, die in § 2 SchOG normierte Aufgabe der Schule in seinem gesamten Verhalten zu wahren und von Handlungen und Vorgangsweisen Abstand zu nehmen, die diese Ziele gefährden oder in Frage stellen (Erkenntnis des VwGH vom 6. Juni 2001, ZI. 97/09/0222).(zur Übersicht)

d) Mündliche Prüfungen:

  • Alle Detailbestimmungen zu den mündlichen Prüfungen sind im § 5 der LBVO geregelt.
  • Mündliche Prüfungen bestehen aus mindestens zwei voneinander möglichst unabhängigen an einen bestimmten Schüler gerichteten Fragen, die dem Schüler die Möglichkeit bieten, seine Kenntnisse auf einem oder mehreren Stoffgebieten darzulegen oder anzuwenden.
  • Der Lehrer hat die Prüfungsfragen so auszuwählen und die mündliche Prüfung so einzurichten, dass für die Beantwortung jeder Frage innerhalb der zulässigen Prüfungszeit ein ausreichender Zeitraum zur Verfügung steht. Die Behandlung der ersten Prüfungsfrage ist abzubrechen und es ist die zweite Frage zu stellen, sobald der für die Beantwortung der ersten Prüfungsfrage vorgesehene Anteil an zulässiger Prüfungsgesamtzeit verstrichen ist (Erkenntnis des VwGH vom 9. März 1981, ZI. 10/3420/80).
  • Auf Wunsch des Schülers ist in jedem Pflichtgegenstand (ausgenommen in den im § 5 Abs. 11 LBVO genannten Pflichtgegenständen) einmal im Semester, in saisonmäßigen und lehrgangsmäßigen Berufsschulen einmal im Unterrichtsjahr, eine mündliche Prüfung durchzuführen. Die Anmeldung zur Prüfung hat so zeitgerecht zu erfolgen, dass die Durchführung der Prüfung möglich ist.
  • Im Gegensatz zur Rechtslage vor der Novelle der LBVO mit BGBI. 492/1992 ist der Lehrer nur auf Antrag des Schülers verpflichtet, eine mündliche Prüfung durchzuführen. Damit ist der formale Grund, bei einer bevorstehenden Semester- oder Jahresbeurteilung mit „Nicht genügend" eine mündliche Prüfung selbst in aussichtslosen Fällen durchführen zu müssen (auch gegen den Willen des Schülers) weggefallen. Damit ist auch der letzte Grund für die schon früher unrichtige Auffassung, es handle sich hier um eine „Entscheidungsprüfung", nicht mehr gegeben. Die Prüfung gern. § 5 Abs. 2 LBVO ist rechtlich eine mündliche Prüfung wie jene, die vom Lehrer ohne Schülerwunsch gern. § 3 Abs. 4 LBVO durchgeführt wird.
  • Das Unterrichtsministerium führt in den Erläuternden Bemerkungen zur Begründung, warum es sich bei dieser Prüfung keineswegs um eine „Entscheidungsprüfung" handelt, wie dies - fälschlicherweise - oft interpretiert wurde und nach wie vor wird, Folgendes aus.,, Dies auf Grund der Gesamtkonzeption der Leistungsbeurteilungsverordnung und somit aus rechtlichen Gründen, aber auch aus pädagogischen Überlegungen. Denn: Eine einzige punktuelle Prüfung von der Dauer weniger Minuten kann im Regelfall nicht das während eines gesamten Beurteilungsabschnittes gewonnene Gesamtbild der Leistungen so verändern, dass diese eine punktuelle Leistungsfeststellung die vorherigen Leistungen bzw. Nichtleistungen in den Hintergrund treten lassen kann. Die § 5 Abs. 2-Prüfung ... ist daher eine mündliche Prüfung wie jede andere, die nur einen Mosaikstein im Gesamtleistungsbild eines Schülers oder einer Schülerin darstellen kann, die aber nicht dazu geeignet ist, alleinige Grundlage für die Leistungsbeurteilung über ein Semester oder über ein ganzes Schuljahr zu sein."
  • Inwieweit die Möglichkeit zur Durchführung einer Wunschprüfung besteht, hängt von der Zahl der gewünschten Prüfungen und der zur Verfügung stehenden Zeit ab. Naturgemäß wird eine Prüfungshäufung gegen Semesterende und gegen Schuljahresende zu erwarten sein. Aus der Textierung des § 5 Abs. 2 LBVO kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass derartige Prüfungen nur gegen Semesterende oder gegen Unterrichtsjahresende abgelegt werden können. Die Ablegung der mündlichen Prüfung ist jederzeit möglich, sofern vom Schüler der Prüfungstermin beantragt wird.
  • Versäumt der Schüler die Prüfung (gerechtfertigt oder ungerechtfertigt), so geht dies zu seinen Lasten, sofern eine zeitgerechte Nachholung nicht mehr möglich ist.
  • Wenn keine Wunschprüfung beantragt wird und die Feststellung der Mitarbeit im Unterricht und allenfalls vorgeschriebene Schularbeiten für eine sichere Leistungsbeurteilung für das Semester oder die Schulstufe ausreichen, darf keine mündliche Prüfung stattfinden.
  • Mündliche Prüfungen dürfen nur während der Unterrichtszeit vorgenommen werden und sind dem Schüler spätestens zwei Unterrichtstage vorher bekanntzugeben.
  • Die Ankündigung darf nur für einzelne Schüler oder für mehrere bestimmte Schüler, nicht aber generell für eine Schülergruppe oder die ganze Klasse erfolgen, wenn es sich um „echte" mündliche Prüfungen handelt (anders bei gewissen mündlichen Wiederholungen und Übungen).
  • „Zwei Unterrichtstage vorher" bedeutet, dass die Verständigung an dem den Prüfungstag zweitvorangehenden
    Unterrichtstag zu erfolgen hat(z. B. Verständigung am Dienstag, Prüfung am Donnerstag).
  • Die mündliche Prüfung eines Schülers darf in den allgemeinbildenden Pflichtschulen, in der Unterstufe der AHS und in den Berufsschulen höchstens zehn Minuten, ansonsten höchstens fünfzehn Minuten dauern. In den BMHS ist überdies in den technischen Unterrichtsgegenständen eine angemessene Zeit zur Vorbereitung zu gewähren.
  • Die Höchstdauer einer mündlichen Prüfung beträgt daher für die AHS:
       - in der Unterstufe 10 Minuten,
       - in der Oberstufe 15 Minuten.
  • „Eine geringfügige Überschreitung, vor allem im Interesse des Prüfungskandidaten (z. B. wenn der Prüfungskandidat einen bereits entwickelten Gedankengang, der zu einem günstigen Prüfungsergebnis führen könnte, abbrechen müsste) ist tolerierbar und macht den Prüfungsakt noch nicht rechtsfehlerhaft." (Jonak - Kövesi, Das österreichische Schulrecht, 14. Auflage 2015 (Wien 2016), S. 852, Fußnote 11 zu § 5 Abs. 4 LBVO.)
  • Für die Durchführung von mündlichen Prüfungen ist nach Möglichkeit nicht der überwiegende Teil einer Unterrichtsstunde aufzuwenden.
  • Bei der Durchführung der mündlichen Prüfung ist davon auszugehen, dass über Stoffgebiete, die in einem angemessenen Zeitraum vor der mündlichen Prüfung durchgenommen wurden, eingehender geprüft werden kann, während über Stoffgebiete, die in einem weiter zurückliegenden Zeitpunkt behandelt wurden, sofern sie nicht für die Behandlung der betreffenden Prüfungsaufgabe Voraussetzung sind, nur übersichtsweise geprüft werden kann.
  • Diese Bestimmung, wonach Stoffgebiete, die wesentlich früher durchgenommen wurden, nur übersichtsweise geprüft werden können, ist gem. § 5 Abs. 7 auf Feststellungsprüfungen (§ 20 Abs. 2 SchUG), Nachtragsprüfungen (§ 20 Abs. 3 SchUG), Wiederholungsprüfungen (§ 23 SchUG) und Semesterprüfungen („neue Oberstufe"; § 23b SchUG) nicht anzuwenden, weil diese Prüfungen ein großes Stoffgebiet zum Inhalt haben und daher natürlich auch weiter zurückliegende Stoffgebiete eingehender geprüft werden müssen.
  • Auf Fehler, die während einer mündlichen Prüfung auftreten und die die weitere Lösung der Aufgabe wesentlich beeinflussen, ist sogleich hinzuweisen.
  • Mündliche Prüfungen dürfen nicht an einem unmittelbar auf mindestens drei aufeinanderfolgende schulfreie Tage folgenden Tag durchgeführt werden. Ferner dürfen Schüler, die an einer mehrtägigen Schulveranstaltung oder einer mehrtägigen schulbezogenen Veranstaltung teilgenommen haben, an dem auf diese Veranstaltungen unmittelbar folgenden Tag mündlich nicht geprüft werden. Dies gilt nicht, wenn sich der Schüler zu der mündlichen Prüfung freiwillig meldet.
  • In den allgemeinbildenden Pflichtschulen und der Unterstufe der AHS darf an einem Schultag, an dem eine Schularbeit oder ein standardisierter Test in der betreffenden Klasse stattfindet, keine mündliche Prüfung durchgeführt werden, und es dürfen für einen Schüler nicht mehr als zwei mündliche Prüfungen an einem Schultag stattfinden.
  • Gemäß LBVO 5/11 sind in gewissen Unterrichtsgegenständen je nach Schulart und Schulstufe mündliche Prüfungen nicht zulässig. Es handelt sich dabei um folgende Verbote für mündliche Prüfungen:
    1.  in der VS
      - in der 1. bis 4. Schulstufe in allen Unterrichtsgegenständen,
      - in der 5. bis B. Schulstufe in Bildnerischer Erziehung, Bewegung und Sport, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) und Geometrischem Zeichnen,
    2. in der EIS und in der NMS in Bildnerischer Erziehung, Geometrischem Zeichnen, Bewegung und Sport, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), Maschinschreiben und Kurzschrift,
    3. in der Polytechnischen Schule in Bewegung und Sport, Technischem Zeichnen, Werkerziehung, Stenotypie, Maschinschreiben und Kurzschrift,
    4. in den AHS in Geometrischem Zeichnen, Bewegung und Sport und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sowie in der Unterstufe in Bildnerischer Erziehung (ausgenommen in AHS unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung, soweit Bildnerische Erziehung schwerpunktbildend ist), Kurzschrift, Maschinschreiben, Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung (ausgenommen in AHS unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung, soweit Bildnerische Erziehung schwerpunktbildend ist),
    5. in den berufsbildenden Schulen in Bewegung und Sport und
    6. in den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und in den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik im Unterricht in Praxis (Kindergartenpraxis, Hortpraxis, Heimpraxis, Praxis der Sozialpädagogik u.a.).
  • Selbstverständlich sind auch in diesen Gegenständen mündliche Übungen und andere mündliche Formen der Leistungsfeststellung erlaubt, sofern es sich nicht um mündliche Prüfungen (Kriterien gem. § 5 LBVO) handelt. (zur Übersicht)

e) Mündliche Übungen:

  • Mündliche Übungen bestehen aus einer systematischen und zusammenhängenden Behandlung eines im Lehrplan vorgesehenen Stoffgebietes oder eines Themas aus dem Erlebnis- und Erfahrungsbereich des Schülers durch den Schüler (wie Referate, Redeübungen u. dgl.).
  • Das Thema der mündlichen Übung ist spätestens eine Woche vorher festzulegen.
  • Mündliche Übungen dürfen nur während der Unterrichtszeit abgehalten werden.
  • Die mündliche Übung eines Schülers soll in den allgemein bildenden Pflichtschulen sowie in der Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schule nicht länger als als 10 Minuten, ansonsten nicht länger als 15 Minuten dauern.
  • Gemäß § 3 Abs 4 LBVO dürfen mündliche Leistungsfeststellungen, wozu auch die mündlichen Übungen zählen, nur dann durchgeführt werden, wenn die Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht und allenfalls im Lehrplan vorgeschriebene Schularbeiten für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester oder für eine Schulstufe nicht ausreichen. Sind jedoch bestimmte mündliche Übungen (z. B. Redeübungen) im Lehrplan vorgeschrieben, dann zählen diese jedenfalls zur Leistungsfeststellung, da in diesem Fall aus dem Lehrplan hervorgeht, dass ebendie übrigen Leistungsfeststellungen allein nicht ausreichen, um die Erfüllung der Lehraufgabe nachzuweisen. (zur Übersicht)

f) Schularbeiten:

  • Schularbeiten sind im Lehrplan vorgesehene schriftliche Arbeiten zum Zwecke der Leistungsfeststellung in der Dauer von einer Unterrichtsstunde, sofern im Lehrplan nicht anderes bestimmt ist.
  • Die Anzahl der Schularbeiten und gegebenenfalls auch deren Aufteilung im Unterrichtsjahr wird durch den Lehrplan festgelegt.
  • Die Arbeitsformen der Schularbeiten haben jeweils die für die Schulstufe im Lehrstoff des betreffenden Lehrplanes vorgesehenen schriftlichen oder graphischen Arbeiten zu erfassen.
  • Bei den Schularbeiten sind mindestens zwei Aufgaben mit voneinander unabhängigen Lösungen zu stellen. Dies gilt nicht, sofern wesentliche fachliche Gründe dagegensprechen, wie insbesondere in der Unterrichtssprache sowie in den Fremdsprachen nach dem Anfangsunterricht.
  • Die bei einer Schularbeitzu prüfenden Lehrstoffgebiete sind den Schülern mindestens eine Woche vor der Schularbeit, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen mindestens zwei Unterrichtstage vor der Schularbeit, bekanntzugeben. Für Schularbeiten in der Unterrichtssprache und den Lebenden Fremdsprachen gilt dies nur, wenn besondere Arbeitsformen oder besondere Stoffkenntnisse dies erforderlich machen. Andere behandelte Lehrstoffgebiete dürfen nur dann Gegenstand einer Schularbeit sein, wenn sie für die Beherrschung der Bildungsund Lehraufgaben der in der betreffenden Schularbeit behandelten Lehrstoffgebiete Voraussetzung sind. Der in den letzten beiden Unterrichtsstunden des betreffenden Unterrichtsgegenstandes vor einer Schularbeit, in Berufsschulen am letzten Unterrichtstag vor einer Schularbeit, behandelte neue Lehrstoff darf nicht Gegenstand der Schularbeit sein.
  • Die Termine aller Schularbeiten jedes Unterrichtsgegenstandes sind vom betreffenden Lehrer mit Zustimmung des Schulleiters im 1. Semester bis spätestens vier Wochen, im 2. Semester bis spätestens zwei Wochen nach Beginn des jeweiligen Semesters, in lehrgangsmäßigen und saisonmäßigen Berufsschulen jedoch innerhalb der ersten Woche des Unterrichtes im betreffenden Unterrichtsjahr festzulegen und sodann unverzüglich den Schülern nachweislich bekanntzugeben. Die Termine der Schularbeiten sind im Klassenbuch zu vermerken. Eine Änderung des festgelegten Termines darf dann nur mehr mit Zustimmung des Schulleiters erfolgen; eine solche Änderung ist ebenfalls den Schülern nachweislich bekanntzugeben und im Klassenbuch zu vermerken.
  • Der Schulleiter hat gemäß LBVO 7/7 die Zustimmung zu den Terminen der Schularbeiten zu verweigern, wenn folgende Umstände eintreten würden:
    1. Schularbeiten an einem unmittelbar auf mindestens drei aufeinanderfolgende schulfreie Tage, eine mehrtägige Schulveranstaltung oder eine mehrtägige schulbezogene Veranstaltung folgenden Tag,
    2. in den allgemeinbildenden Schulen (= VS, HS, NMS, Sonderschulen, Polytechnische Schulen, AHS) für einen Schultag für einen Schüler mehr als eine Schularbeit oder in einer Woche mehr als zwei Schularbeiten oder Schularbeiten ab der 5. Unterrichtsstunde,
    3. in den berufsbildenden Pflichtschulen für einen Schultag für einen Schüler mehr als zwei Schularbeiten, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen jedoch mehr als drei Schularbeiten in einer Woche, oder Schularbeiten in der letzten Unterrichtsstunde,
    4.  in den BMHS für einen Schultag für einen Schüler mehr als eine Schularbeit oder in einer Woche mehr als drei Schularbeiten
      vorgesehen sind.
  • Der Schulleiter kann in den Fällen der lit. a und d aus besonderen Gründen den Terminen zustimmen (etwa zur Ermöglichung einer sonst nicht möglichen Wiederholung einer Schularbeit). Lit. a gilt nicht für ganzjährige Berufsschulen.
  • Zur Frage, wie „in einer Woche" zu verstehen ist, heißt es im ministeriellen RS Nr. 13/1995 vom 6. Februar 1995: „Da keine gesetzliche oder verordnungsmäßige Vorschrift besteht, die eine von den sonst rechtlich üblichen Fristberechnungen (§ 32 AVG, § 902 ABGB, Europäisches Übereinkommen über die Berechnung von Fristen) abweichende Fristberechnung vorsieht, beginnt diese nach Wochen berechnete Frist mit dem Tag zu laufen, auf den das auslösende Ereignis fällt (Tag, an dem eine Schularbeit abgehalten wird) und endet mit dem Tag, der in seiner Benennung dem Tag entspricht, an dem die Frist begonnen hat. Es hndelt sich somit bei einer einwöchigen Frist um einen Zeitraum von insgesamt 8 Tagen (bei Mitzählung des ersten und letzten Tages), wobei von einer „gleitenden Woche" auszugehen ist. [...]
  • Die Bestimmung, daß nicht mehr als zwei Schularbeiten in einer Woche geschrieben werden dürfen, bedeutet daher, daß es nicht zulässig ist, an einem Mittwoch eine Schularbeit anzusetzen, wenn am Mittwoch und an einem anderen Tag (z.B. Freitag) der vorangegangenen Woche bereits Schularbeiten stattgefunden haben. [...1
  • Gem. § 7 Abs. 11 LB-VO zusätzlich durchgeführte (wiederholte) Schularbeiten haben bei der Berechnung der Höchstzahl außer Betracht zu bleiben."
  • Die dritte Schularbeit darf also erst am 9. Tag nach der ersten Schularbeit, mit der die Wochenfrist zu laufen beginnt, stattfinden.
  • Da ab der 5. Unterrichtsstunde keine Schularbeiten stattfinden dürfen, dürfen diese weder in der 5. Unterrichtsstunde beginnen, noch bei mehrstündiger Dauer die 5. bzw. auch 6. Unterrichtsstunde umfassen. Schularbeiten sind demnach ausschließlich in den ersten vier Unterrichtsstunden festzusetzen (ministerielles RS Nr. 222/1984).
  • Aufgabenstellungen und Texte für die Schularbeit sind jedem Schüler in vervielfältigter Form vorzulegen, ausgenommen kurze und einfache Themenstellungen (z. B. Aufsatzthemen) und Aufgabenstellungen, bei denen eine schriftliche Vorlage nicht möglich (z. B. bei Diktaten) ist.
  • Zum Zweck der Vorbereitung auf die abschließende Prüfung in standardisierten Prüfungsgebieten können bei der Durchführung von Schularbeiten oder von Teilen derselben vom zuständigen Ministerium empfohlene standardisierte Testformate zur Anwendung kommen. (Das sind jedenfalls diejenigen Testformate, die das BIFIE im Rahmen der Implementierung der Zentralmatura erarbeitet und zum Teil auch öffentlich zugänglich gemacht hat.) In diesen Fällen haben die Korrektur und die Beurteilung der erbrachten Leistungen nach Maßgabe der den standardisierten Testformaten zugehörigen Korrektur- und Beurteilungsanleitungen zu erfolgen.
  • Ein Schüler, der in einem Unterrichtsgegenstand mehr als die Hälfte der Schularbeiten im Semester versäumt hat, hat eine Schularbeit nachzuholen. In der Oberstufe der AHS, in der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik und in der Bildungsanstalt für Sozialpädagogik sind jedoch, sofern im Semester mehr Schularbeiten als eine vorgesehen sind, so viele versäumte Schularbeiten nachzuholen, dass für das Semester mindestens zwei Schularbeiten vom Schüler erbracht werden.
  • Das Wort „mindestens" in dieser Norm ist im Hinblick auf den vorhergehenden Satz zu verstehen. Somit hat jeder Schüler jedenfalls zwei Schularbeiten zu erbringen, sofern nicht nach dem vorhergehenden Satz mehr Schularbeiten zu erbringen sind. Das Wort „mindestens" beinhaltet keine Ermächtigung für den Lehrer, auch mehr Schularbeiten zu verlangen.
  • DieSchularbeitensind nichtnachzuholen,soferndiesim betreffenden Semester nicht möglich ist, an Berufsschulen auch dann nicht, wenn im betreffenden Unterrichtsgegenstand bereits eine Schularbeit vom Schüler erbracht wurde und mit den anderen Leistungsfeststellungen eine sichere Leistungsbeurteilung für die Schulstufe möglich ist.
  • Gem. § 2 Abs. 7 LBVO dürfen Schularbeiten für einzelne Schüler auch außerhalb des Unterrichtes nachgeholt werden.
  • Die Schularbeiten sind den Schülern innerhalb einer Woche korrigiert und beurteilt zurückzugeben. In begründeten Fällen kann der Schulleiter eine Fristerstreckung um höchstens eine Woche bewilligen. Vor der neuerlichen Abgabe der von den Schülern zu verbessernden Arbeiten an den Lehrer ist den Erziehungsberechtigten Gelegenheit zur Einsichtnahme zu geben, sofern nicht die Wohnorte der Erziehungsberechtigten einerseits und des Schülers andererseits getrennt sind oder es sich nicht bereits um eigenberechtigte Schüler handelt. Nach dem Ende des Schuljahres sind die Schularbeiten ein Jahr an der Schule aufzubewahren. Nach Ablauf dieser Frist können die Schularbeiten vernichtet oder dem Schüler auf dessen Verlangen ausgefolgt werden. Aus verwaltungsökonomischen Gründen wird wohl die Vernichtung nach Jahresfrist die Regel sein.
  • Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer Schularbeit mit „Nicht genügend" zu beurteilen sind, so ist die Schularbeit mit neuer Aufgabenstellung aus demselben Lehrstoffgebiet einmal zu wiederholen. Als Grundlage für die Beurteilung ist in diesem Fall jene Schularbeit heranzuziehen, bei der der Schüler die bessere Leistung erbracht hat. Die Wiederholung der Schularbeit ist innerhalb von zwei Wochen, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen innerhalb einer Woche, nach Rückgabe der Schularbeit durch den Lehrer durchzuführen; diese Frist verlängert sich um die in diese Frist fallenden unmittelbar aufeinanderfolgenden schulfreien Tage. Der Termin der neuerlichen Schularbeit ist bei der Rückgabe der zu wiederholenden Schularbeit bekanntzugeben und im Klassenbuch zu vermerken. (zur Übersicht)

g) Schriftliche Überprüfungen:

  • Gemäß LBVO 8/1 umfassen schriftliche Überprüfungen ein in sich abgeschlossenes kleineres Stoffgebiet. Folgende Formen der schriftlichen Überprüfung sind zulässig:
    1. Tests;
    2. Diktate in der Unterrichtssprache (Deutsch), in den lebenden Fremdsprachen, in Musikerziehung, in Kurzschrift, in Maschinschreiben, in Stenotypie, in Stenotypie und Phonotypie, in Stenotypie und Textverarbeitung sowie in (computerunterstützter) Textverarbeitung.
  • Schriftliche Überprüfungen dürfen gern. § 3 Abs. 4 LBVO nur durchgeführt werden, wenn die Feststellung der Mitarbeit der Schüler und allenfalls vorgeschriebene Schularbeiten für eine sichere Leistungsbeurteilung für das Semester oder die Schulstufe nicht ausreichen.
  • Die schriftlichen Überprüfungen sind dem Schüler spätestens zwei Unterrichtstage vorher, in ganzjährigen oder saisonmäßigen Berufsschulen jedoch spätestens am letzten Unterrichtstag der vorhergehenden Woche bekanntzugeben.
  • Die Arbeitszeit einer schriftlichen Überprüfung darf in den allgemeinbildenden Pflichtschulen und in der Unterstufe der AHS 15 Minuten, in der Oberstufe der AHS 20 Minuten, ansonsten 25 Minuten nicht überschreiten.
  • Die Gesamtarbeitszeit aller schriftlichen Überprüfungen darf in jedem Unterrichtsgegenstand und in jedem Semester folgendes Höchstausmaß nicht überschreiten (Die für Tests und Diktate aufgewendete Arbeitszeit ist zu addieren.):
    1. in allgemeinbildenden Pflichtschulen 30 Minuten,
    2. in der Unterstufe der AHS 30 Minuten,
    3. in der Oberstufe der AHS 50 Minuten,
    4. in den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik 50 Minuten,
    5. in den BMHS 80 Minuten und
    6. in den Berufsschulen 50 Minuten (im gesamten Unterrichtsjahr).
  • Schriftliche Überprüfungen dürfen nicht an einem unmittelbar auf mindestens drei aufeinanderfolgende schulfreie Tage oder eine mehrtägige Schulveranstaltung folgenden Tag durchgeführt werden. Diese Bestimmung gilt nicht für ganzjährige Berufsschulen.
  • An einem Schultag, an dem bereits eine Schularbeit oder eine schriftliche Überprüfung in der betreffenden Klasse stattfindet, darf keine weitere schriftliche Überprüfung stattfinden. An Berufsschulen dürfen jedoch zwei schriftliche Leistungsfeststellungen an einem Schultag durchgeführt werden.
  • Der Tag der Durchführung einer schriftlichen Überprüfung ist vom Lehrer des betreffenden Unterrichtsgegenstandes spätestens am Tag der Durchführung im Klassenbuch zu vermerken.
  • Die Aufgabenstellungen von Tests sind jedem Schüler in vervielfältigter Form vorzulegen.
  • Die schriftlichen Überprüfungen sind den Schülern innerhalb einer Woche korrigiert und beurteilt zurückzugeben. Den Erziehungsberechtigten ist Gelegenheit zur Einsichtnahme zu geben, sofern nicht die Wohnorte der Erziehungsberechtigten einerseits und des Schülers andererseits getrennt sind oder es sich nicht bereits um eigenberechtigte Schüler handelt.
  • Schriftliche Überprüfungen sind unzulässig:
    1. in der VS in Bildnerischer Erziehung, Bewegung und Sport, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) und Geometrischem Zeichnen,
    2. in der HS und in der NMS in Bildnerischer Erziehung, Geometrischem Zeichnen, Bewegung und Sport und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken),
    3. in der Polytechnischen Schule in Bewegung und Sport, Technischem Zeichnen und Werkerziehung,
    4. in den ANS in Darstellender Geometrie, Fremdsprachlicher Konversation, Geometrischem Zeichnen, Bewegung und Sport und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sowie in der 1. bis 5. Klasse in Bildnerischer Erziehung,
    5. in Berufsschulen in Bewegung und Sport und Praktischer Arbeit und
    6. in den BMHS in Bewegung und Sport.
  • Für Sonderschulen finden die Bestimmungen der lit. a und b sinngemäß Anwendung. Soweit schriftliche Überprüfungen danach zulässig sind, dürfen sie nur unter Bedachtnahme auf die jeweiligen physischen und psychischen Behinderungen der Schüler durchgeführt werden.
  • Tests sind ferner in Unterrichtsgegenständen, in denen mehr als eine Schularbeit je Semestervorgesehen ist, unzulässig. An AHS und an Berufsschulen sind Tests in Unterrichtsgegenständen, in denen Schularbeiten durchgeführt werden, unzulässig.
  • Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer schriftlichen Überprüfung (Test, Diktat) mit „Nicht genügend" zu beurteilen sind, so ist die schriftliche Überprüfung mit neuer Aufgabenstellung aus demselben Lehrstoffgebiet einmal zu wiederholen. Als Grundlage für die Beurteilung ist in diesem Fall jene schriftliche Überprüfung heranzuziehen, bei der der Schüler die bessere Leistung erbracht hat. Die Wiederholung der schriftlichen Überprüfung ist innerhalb von zwei Wochen, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen innerhalb einer Woche, nach Rückgabe der schriftlichen Überprüfung durch den Lehrer durchzuführen; diese Frist verlängert sich um die in diese Frist fallenden unmittelbar aufeinanderfolgenden schulfreien Tage. Der Termin der neuerlichen schriftlichen Überprüfung ist bei der Rückgabe der zu wiederholenden schriftlichen Überprüfung bekanntzugeben und im Klassenbuch zu vermerken.
  • Ist die Wiederholung einer schriftlichen Überprüfung aus inhaltlichen Gründen nicht möglich, so gilt sie als Informationsfeststellung und ist als Grundlage für die Leistungsbeurteilung nicht heranzuziehen. (zur Übersicht)

(bis hierher aktualiisert Jänner 2018)

h) Praktische Leistungsfeststellungen:

  • Die praktischen Leistungsfeststellungen sind in § 9 der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) normiert.
  • Praktische Leistungsfeststellungen sind in Form von praktischen Prüfungen durchzuführen, die das Ergebnis der lehrplanmäßig vorgesehenen Arbeiten und sonstigen praktischen Tätigkeiten der Schüler als Grundlage haben (LBVO 9/1). Im Übrigen ist LBVO 3/2 anzuwenden: Die Einbeziehung praktischer und graphischer Arbeitsformen, z. B. die Arbeit am Computer oder projektorientierte Arbeit in mündliche und schriftliche Leistungsfeststellungen ist zulässig. Bei praktischen Leistungsfeststellungen ist die Einbeziehung mündlicher, schriftlicher, praktischer und graphischer Arbeitsformen zulässig.
  • Während das Ergebnis der Arbeit oder sonstigen praktischen Tätigkeit die Grundlage der „praktischen Leistungsfeststellung" bildet, ist die Durchführung der Arbeit oder sonstigen praktischen Tätigkeit die Grundlage der Leistungsfeststellung im Rahmen der „Feststellung der Mitarbeit des Schülers".
  • Praktische Prüfungen dürfen nur durchgeführt werden, wenn die Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester oder für eine Schulstufe nicht ausreicht. Überdies hat der Schüler das Recht, in Unterrichtsgegenständen mit überwiegend praktischer Tätigkeit in jedem Semester eine praktische Prüfung auf Verlangen abzulegen; der gewünschte Prüfungstermin ist dem prüfenden Lehrer mindestens zwei Wochen vorher bekannt zu geben; dem Terminwunsch ist nach Möglichkeit zu entsprechen (LBVO 9/2).
  • Bei der Durchführung praktischer Leistungsfeststellungen sind die Grundsätze des pädagogischen Ertrages und der Sparsamkeit zu beachten (LBVO 9/3).
  • Auf Fehler, die während einer praktischen Leistungsfeststellung auftreten und die weitere Lösung der Aufgabe wesentlich beeinflussen, ist nach Möglichkeit sogleich hinzuweisen (LBVO 9/4).
  • Praktische Leistungsfeststellungen in einem Übungsbereich dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn dem Schüler angemessene Gelegenheit zur Übung in diesem Übungsbereich geboten wurde. Häusliche Arbeit darf für praktische Leistungsfeststellungen nicht herangezogen werden (LBVO 9/5).
  • Hausübungen sind jedoch in die Feststellung der Mitarbeit der Schüler gemäß LBVO 4/1 lit. b einzubeziehen, sie sind keine praktische Leistungsfeststellung. (zur Übersicht)

i) Graphische Leistungsfeststellungen:

  • Graphische Leistungsfeststellungen in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technisch-fachtheoretischen Unterrichtsgegenständen sind gemäß LBVO 10 wie schriftliche Leistungsfeststellungen, graphische Leistungsfeststellungen in den übrigen Unterrichtsgegenständen sind wie praktische Leistungsfeststellungen zu behandeln.
  • Bezüglich der Wiederholung einer graphischen Leistungsfeststellung gelten die Bestimmungen LBVO 8/14 (siehe oben). (zur Übersicht)

3. Leistungsbeurteilung:

a) Grundsätze der Leistungsbeurteilung:

  • Die allgemeinen Grundsätze der Leistungsbeurteilung sind im § 11 der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) festgelegt.
  • Die Beurteilung der Leistungen der Schüler in den einzelnen Unterrichtsgegenständen hat der Lehrer durch die in LBVO 3/1 angeführten Formen der Leistungsfeststellung zu gewinnen (mündliche Prüfungen, mündliche Übungen, Schularbeiten, Tests, Diktate, praktische Leistungsfeststellungen, graphische Leistungsfeststellungen, Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht).
  • Maßstab für die Leistungsbeurteilung sind gemäß LBVO 11/1 die Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Stand des Unterrichtes. Der Maßstab der Leistungsbeurteilung ist daher von der Beurteilung anderer Schüler oder von der durchschnittlichen Beurteilung von Schülern gleicher Schulart und Schulstufe, sei es im ganzen Bundesgebiet oder in bestimmten Teilen desselben, unabhängig (Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 9. 3. 1981, ZI. 10/3420/80).
  • Der Lehrer hat gemäß LBVO 11/2 die Leistungen der Schüler sachlich und gerecht zu beurteilen, dabei die verschiedenen fachlichen Aspekte und Beurteilungskriterien der Leistung zu berücksichtigen und so eine größtmögliche Objektivierung der Leistungsbeurteilung anzustreben.
  • Bei schriftlichen Leistungsfeststellungen (Schularbeiten, Tests, Diktaten) ist dem Schüler die Beurteilung spätestens bei der Rückgabe der Arbeit, bei mündlichen Leistungsfeststellungen (mündliche Prüfungen, mündliche Übungen) ist dem Schüler die Beurteilung spätestens am Ende der Unterrichtsstunde, in der diese Leistungsfeststellung stattfindet, bei praktischen Leistungsfeststellungen ist dem Schüler die Beurteilung am nächsten Unterrichtstag, an dem der betreffende Unterrichtsgegenstand wieder unterrichtet wird, bekannt zu geben (LBVO 11/3).
  • Bezüglich der Feststellung der Mitarbeit der Schüler bestehen hinsichtlich der Bekanntgabe der diesbezüglichen Leistungen keine konkreten Vorschriften. Im Hinblick auf LBVO 2/5, wonach die Leistungsfeststellungen auf das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern, Schülern und Erziehungsberechtigten Bedacht zu nehmen und die Schüler zur sachlich begründeten Selbsteinschätzung hinzuführen haben, sowie im Hinblick auf die Möglichkeit, die Leistungsbeurteilung durch eine mündliche Prüfung gemäß LBVO 5/2 zu verbessern, hat auch die Bewertung der Mitarbeit (die jedoch nicht nach den Beurteilungsstufen Sehr gut bis Nicht genügend erfolgen muss) für den Schüler transparent zu sein.
  • Die für die Beurteilung maßgeblichen Vorzüge und Mängel seiner Leistung sind dem Schüler mit der Beurteilung bekannt zu geben, ohne ihn jedoch zu entmutigen oder seine Selbstachtung zu beeinträchtigen (LBVO 11/3).
  • Eine Information über den Leistungsstand des Schülers hat gemäß LBVO 11/3a auf Wunsch des Schülers oder seiner Erziehungsberechtigten zu erfolgen.
  • Vorgetäuschte Leistungen sind nicht zu beurteilen (LBVO 11/4). Aus diesem Grund nicht beurteilte Schularbeiten sind wie versäumte Schularbeiten zu behandeln.
  • Wenn infolge vorgetäuschter Leistungen die Beurteilung eines Schülers für das 1. oder 2. Semester nicht möglich ist, hat der Lehrer eine Prüfung über den Lehrstoff des Semesters durchzuführen, von der der Schüler eine Woche vorher zu verständigen ist. Versäumt der Schüler eine solche Prüfung am Ende des 1. Semesters, so hat er diese Prüfung über den Lehrstoff des 1. Semesters im Laufe des 2. Semesters abzulegen; er gilt bis zur Ablegung dieser Prüfung als „nicht beurteilt", auch wenn eine solche Prüfung aus Termingründen nicht mehr angesetzt werden kann. Versäumt ein Schüler diese Prüfung über das 1. Semester auch im 2. Semester oder entzieht sich der Schüler einer solchen Prüfung am Ende des 2. Semesters, so ist er in diesem Unterrichtsgegenstand nicht zu beurteilen, sofern nicht eine Feststellungsprüfung oder eine Nachtragsprüfung in Betracht kommt (LBVO 11/4).
  • Schularbeiten, die zufolge einer vorgetäuschten Leistung nicht beurteilt werden, sind wie versäumte Schularbeiten zu behandeln. Unerlaubte Hilfsmittel, deren sich der Schüler bedienen könnte, sind ihm abzunehmen und nach durchgeführter Leistungsfeststellung zurückzugeben (LBVO 11/4).
  • Demnach sind vorgetäuschte Leistungen nicht zu beurteilen. Eine derartige Regelung kann dadurch missbraucht werden, dass der jeweilige Schüler oder die jeweilige Schülerin einen offensichtlichen Versuch unternimmt, eine Leistung vorzutäuschen und dadurch erreicht, dass keine Leistungsbeurteilung erfolgen kann. Es soll klargestellt werden, dass unerlaubte Hilfsmittel, die noch nicht eingesetzt worden sind, abzunehmen sind und dadurch eine Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung ermöglicht wird, da noch keine vorgetäuschte Leistung vorliegt (analoge Regelungen finden sich bereits in den Reifeprüfungsverordnungen). Wird beispielsweise ein Schwindelzettel entdeckt, bevor davon abgeschrieben werden konnte, ist der Zettel abzunehmen. Die Durchführung der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung wird dadurch nicht gehindert.
  • Das Verhalten des Schülers in der Schule und in der Öffentlichkeit darf gemäß LBVO 11/5 in die Leistungsbeurteilung nicht einbezogen werden.
  • Die äußere Form der Arbeit ist nur in den im § 12 der Leistungsbeurteilungsverordnung geregelten Fällen (siehe hiezu unten) bei der Leistungsbeurteilung mit zu berücksichtigen (LBVO 11/6).
  • Sachlich vertretbare Meinungsäußerungen des Schülers haben die Beurteilung auch dann nicht zu beeinflussen, wenn sie von der Meinung des Lehrers abweichen (LBVO 11/7).
  • Schüler, bei denen hinsichtlich der Leistungsfeststellung LBVO 2/4 anzuwenden ist (wenn feststeht, dass der Schüler wegen einer körperlichen Behinderung eine entsprechende Leistung nicht erbringen kann oder durch die Leistungsfeststellung gesundheitlich gefährdet ist), sind entsprechend den Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den wegen der körperlichen Behinderung bzw. auf die gesundheitliche Gefährdung erreichbaren Stand des Unterrichtes zu beurteilen, soweit die Bildungs- und Lehraufgabe des betreffenden Unterrichtsgegenstandes grundsätzlich erreicht wird (LBVO 11/8).
  • Bei der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in Bildnerischer Erziehung, Leibeserziehung, Leibesübungen, Musikerziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sind mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten bei erwiesenem Leistungswillen zugunsten des Schülers zu berücksichtigen, soweit LBVO 13 (siehe unten) nicht anderes bestimmt (LBVO 11/9).
  • Wenn der Unterricht in Unterrichtsgegenständen von mehreren Lehrern zu erteilen ist, ist die Leistungsbeurteilung einvernehmlich festzulegen. Kommt eine Einigung nicht zustande, so hat der Schulleiter, sofern jedoch ein Abteilungsvorstand oder Fachvorstand vorhanden ist, dieser zu entscheiden (LBVO 11/10). (zur Übersicht)

b) Äußere Form der Arbeit als Bestandteil der Leistung:

  • Die äußere Form der Arbeit ist als ein wesentlicher Bestandteil der Leistung bei der Leistungsbeurteilung für bestimmte Unterrichtsgegenstände in den jeweiligen Schularten mit zu berücksichtigen. Die diesbezüglichen Bestimmungen sind in LBVO 12 normiert.
  • In der AHS ist die äußere Form der Arbeit als ein wesentlicher Bestandteil der Leistung bei der Leistungsbeurteilung in folgenden Unterrichtsgegenständen mit zu berücksichtigen (LBVO 12/1 Z 3):
    • Bildnerische Erziehung, soweit für die Durchführung der gestellten Aufgabe ein hohes Maß an Genauigkeit und Sauberkeit erforderlich ist (insbesondere in den Lehrstoffbereichen Gebundenes Zeichnen, Schrift);
    • Darstellende Geometrie;
    • Haushaltsökonomie und Ernährung (Theorie) sowie Ernährung und Haushalt (Praktikum), soweit für die Durchführung der gestellten Aufgabe ein hohes Maß an Sauberkeit und Ordnung erforderlich ist;
    • Geometrisches Zeichnen;
    • bei graphischen und zeichnerischen Darstellungen, insbesondere in schriftlichen Arbeiten aus Biologie und Umweltkunde, Geographie und Wirtschaftskunde, Physik und Mathematik, soweit für sie ein besonderes Maß an Genauigkeit und Ordnung erforderlich ist;
    • Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), soweit für die Durchführung der gestellten Aufgabe ein besonderes Maß an Genauigkeit und Sauberkeit erforderlich ist;
    • Kurzschrift;
    • Maschinschreiben;
    • in den Höheren Internatsschulen in Hauswirtschaft;
    • in den gewerblichen Unterrichtsgegenständen in Werkschulheimen und im Mathematischen Realgymnasium mit zusätzlicher Ausbildung in Metallurgie, bei denen Aufgaben zum Nachweis eines bestimmten Könnens oder bestimmter Fertigkeiten nach Maßgabe des Lehrplanes und der Eigenart der dafür in Frage kommenden Unterrichtsgegenstände und Stoffgebiete zu erbringen sind, ohne dass dieser Nachweis in mündlicher oder schriftlicher Form erbracht werden kann.

c) Schularten, für deren Aufgabe die Fächer BE, WE, LÜ und ME von besonderer Bedeutung sind:

  • Bei der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in Bildnerischer Erziehung (BE), Leibesübungen (LÜ), Musikerziehung (ME) und Werkerziehung (WE) sind normalerweise gemäß LBVO 11/9 mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten bei erwiesenem Leistungswillen zugunsten des Schülers zu berücksichtigen, soweit LBVO 13 nicht anderes bestimmt.
  • In LVBO 13 sind folgende Ausnahmen von dieser Bestimmung normiert (es sind hier, nur die Formen der AHS herausgegriffen):
    • im Wirtschaftlichen Realgymnasium in Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken);
    • im Oberstufenrealgymnasium mit Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung in Bildnerischer Erziehung und Werkerziehung;
    • im Oberstufenrealgymnasium mit Instrumentalmusik in Musikerziehung und Instrumentalunterricht;
    • in Werkschulheimen in Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken);
    • in den AHS unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung in Leibesübungen;
    • in den AHS unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung in Bildnerischer Erziehung, Musikerziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), soweit diese Unterrichtsgegenstände schwerpunktorientiert sind.
  • In diesen Fällen sind mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten nicht zugunsten des Schülers zu berücksichtigen, weil es sich um schwerpunktbildende und typenkonstitutive Gegenstände handelt, die in diesen AHS-Formen in besonderem Maße forciert werden sollen. (zur Übersicht)

d) Beurteilungsstufen (Noten):

  • Für die Beurteilung der Leistungen der Schüler bestehen gemäß LBVO 14/1 folgende Beurteilungsstufen (Noten):
    • Sehr Gut (1),
    • Gut (2),
    • Befriedigend (3),
    • Genügend (4),
    • Nicht genügend (5).
  • Diese einzelnen Beurteilungsstufen (Noten) sind in LBVO 14 Abs. 2 bis Abs. 6 definiert. Im Folgenden seien diese Definitionen wegen ihrer Wichtigkeit vollständig zitiert.
  • Mit „Sehr Gut" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in weit über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, deutliche Eigenständigkeit beziehungsweise die Fähigkeit zur selbständigen Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt (LBVO 14/2).
  • Mit „Gut" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit beziehungsweise bei entsprechender Anleitung die Fähigkeit zur Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt (LBVO 14/3).
  • Mit „Befriedigend" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen zur Gänze erfüllt; dabei werden Mängel in der Durchführung durch merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit ausgeglichen (LBVO 14/4).
  • Mit „Genügend" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt (LBVO 14/5).
  • Mit „Nicht genügend" sind jene Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler nicht einmal alle Erfordernisse für die Beurteilung mit „Genügend" (Abs. 5) erfüllt (LBVO 14/6).
  • Eine Gegenüberstellung der Anforderungen in den einzelnen Beurteilungsstufen ergibt folgendes Bild:
     
    Sehr gut Gut Befriedigend Genügend Nicht genügend
    a) Erfassung und
    Anwendung des
    Lehrstoffes:

    b) Durchführung
    der Aufgaben:
    Anforderungen
    werden in weit
    über das
    Wesentliche
    hinausgehendem
    Ausmaß erfüllt
    Anforderungen
    werden in über
    das Wesentliche
    hinausgehendem
    Ausmaß erfüllt
    Anforderungen
    werden in den
    wesentlichen
    Bereichen zur
    Gänze erfüllt
    Anforderungen
    werden in den
    wesentlichen
    Bereichen
    überwiegend
    erfüllt
    Anforderungen
    werden nicht
    einmal in den
    wesentlichen
    Bereichen
    überwiegend
    erfüllt
    c) Eigen-
    ständigkeit
    muss deutlich
    vorliegen (wo
    dies möglich ist)
    merkliche
    Ansätze (wo
    dies möglich ist)
    Mängel bei b)
    werden durch
    merkliche
    Ansätze
    ausgeglichen
    d) selbstständige
    Anwendung des
    Wissens und
    Könnens:
    muss vorliegen
    (wo dies
    möglich ist)
    bei entsprechen-
    der Anleitung
    (wo dies
    möglich ist)
    (zur Übersicht)

e) Besondere Bestimmungen über die Leistungsbeurteilung bei den schriftlichen Leistungsfeststellungen:

  • Diese besonderen Bestimmungen über die Leistungsbeurteilung bei schriftlichen Leistungsfeststellungen sind in LBVO 15 normiert.
  • Die Rechtschreibung ist gemäß LBVO 15/1 (Neufassung durch die Novelle zur LBVO vom 31. Jänner 1997) bei schriftlichen Leistungsfeststellungen nach Maßgabe des Lehrplanes und unter Zugrundelegung der gemeinsamen Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung vom 1. Juli 1996 zu beurteilen. In den Schuljahren 1998/99 bis 2004/05 waren Abweichungen von der neuen Rechtschreibung, die der früheren Rechtschreibung entsprachen, nach der neuen Rechtschreibung zu korrigieren, aber nicht als Fehler zu bewerten.
  • Diese zitierte Formulierung des 1. Absatzes des § 15 LBVO ersetzt seit der Novellierung 1997 die frühere Liste von orthographischen Besonderheiten, die bei schriftlichen Leistungsfeststellungen zu tolerieren waren. Diese zu tolerierenden Rechtschreibverstöße sind zum allergrößten Teil durch die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung nunmehr zur gültigen Orthographie geworden. Einige Beispiele seien aus der alten Fassung des Abs. 1 im § 15 LBVO zitiert:
    • besondere Fälle der Groß- und Kleinschreibung wie verblasste Substantivierungen und Fügungen mit übertragener Bedeutung (z. B. es tut not/Not, es ist das wichtigste, dass ..., im dunkeln/Dunkeln tappen) und bestimmte zusammengesetzte Verben bzw. deren Auflösung (z. B. fährt rad/Rad, läuft eis/Eis, fährt Auto/Schi ... );
    • Groß- bzw. Kleinschreibung nach Doppelpunkt;
    • Grenz- und Zweifelsfälle der Zusammen- und Getrenntschreibung (z. B. auf Grund, freihalten, zuwegebringen);
    • Grenzfälle der Beistrichsetzung bei Nennformen und Nennformgruppen, bei Mittelwortgruppen sowie den beiordnenden Bindewörtern „und" und „oder";
    • Silbentrennung (generell nach Sprechsilben).
    Diese genannten Beispiele aus LBVO 15/1 (alte Fassung) waren früher in allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen zu tolerieren, sofern die betreffende schriftliche Leistungsfeststellung nicht ausschließlich der Überprüfung der Rechtschreibkenntnisse diente (z. B. als Diktat). Durch die Reform der Rechtschreibung ab 1998 sind diese Toleranzfälle obsolet, weil fast alle nunmehr der neuen gültigen Rechtschreibung entsprechen.
  • In den allgemein bildenden Pflichtschulen (Volksschule, Hauptschule, Polytechnische Schule) sowie in der Unterstufe der AHS waren auch in der früher geltenden Rechtschreibung überdies gemäß LBVO 15/1 lit. b (alte Fassung) folgende Rechtschreibverstöße zu tolerieren (die nunmehr großteils durch die Rechtschreibreform zur gültigen Schreibweise erklärt wurden):
    • Groß- und Kleinschreibung von Substantiven, die die Funktion einer anderen Wortart übernommen haben (z. B. heute abend/Abend, punkt 12 Uhr, er ist schuld/Schuld);
    • Verstöße, die zwar etymologisch offensichtlich gerechtfertigt wären, aber nicht der geltenden Rechtschreibung entsprachen (z. B. überschwenglich/überschwänglich, behende/behände);
    • Verstöße in der Beistrichsetzung, die nicht sinnstörend wirken (z. B. vor „sondern" und „aber");
    • schwierige bzw. seltene Fremdwörter, sofern sie nicht nach Maßgabe des Lehrplanes zur Fachsprache des betreffenden Unterrichtsgegenstandes zählen.
    Nachdem die Rechtschreibreform auch in diesen Fällen die bisher falsche Schreibweise zur nunmehr gültigen erklärt hat, wurde dieser Passus über die zu tolerierenden Fehler aus der Leistungsbeurteilungsverordnung gestrichen. Die Neufassung verweist nur mehr auf die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung und auf die Übergangsfrist bis 2005, während welcher zwar nach der neuen Rechtschreibung zu korrigieren war, aber die alte Rechtschreibung noch nicht als Fehler bewertet werden durfte.
  • Ab dem Schuljahr 2005/06 sind nunmehr Schreibweisen, die nicht der Neuregelung der Rechtschreibreform 1996 entsprechen, als Fehler nicht nur zu markieren, sondern auch zu bewerten. (Ende der Übergangsfrist, Rundschreiben BMB 13/05 vom 17. 6. 2005).
  • Für die Beurteilung von schriftlichen Leistungsfeststellungen sind die in LBVO 14/1 angeführten Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden (= Sehr gut bis Nicht genügend) und in Worten einzusetzen. Zusätze zu diesen Noten sind, soweit es sich nicht um Zusätze gemäß LBVO 11/3 letzter Satz handelt, unzulässig (LBVO 15/2). Solche zulässigen Zusätze gemäß LBVO 11/3 sind Bekanntgaben der für die Beurteilung maßgeblichen Vorzüge und Mängel der Leistung des Schülers. Unzulässig sind aber weitere Zusätze (wie etwa „Plus" oder „Minus" zu einer Note).
  • Identische Rechtschreibfehler und Formenfehler (ausgenommen in Mathematik und Darstellender Geometrie) sind gemäß LBVO 15/3 in derselben schriftlichen Leistungsfeststellung grundsätzlich nur einmal zu werten; wenn diese Fehler jedoch im Rahmen einer Aufgabe oder Teilaufgabe, die ausschließlich auf die Überprüfung der Beherrschung der betreffenden sprachlichen Erscheinung abzielt, mehrmals vorkommen, ist diese Bestimmung nicht anzuwenden. Folgefehler sind nicht zu werten. Tritt in einer Schularbeit aus Mathematik oder Darstellender Geometrie derselbe Denkfehler in einer Aufgabe mehrmals auf, so ist dieser Denkfehler nur einmal zu werten. Letzteres gilt sinngemäß auch für sachliche Fehler in einer Schularbeit aus Biologie und Umweltkunde oder Physik.
  • Falls vom Schüler bei einer schriftlichen Leistungsfeststellung statt der gestellten Aufgabe anderes bearbeitet wurde, ist zu prüfen, ob im Sinne der Definition der Beurteilungsstufen (§ 14) noch von einer Leistung betreffend die gestellten Anforderungen gesprochen werden kann. Dies gilt auch für den Fall, dass die Arbeit die gesamte Themenstellung verfehlt (LBVO 15/4). (zur Übersicht)

f) Fachliche Aspekte für die Beurteilung von Schularbeiten:

  • LBVO 16 regelt die fachlichen Aspekte für die Beurteilung von Schularbeiten. Für die Beurteilung von Schularbeiten sind demnach die im Folgenden angeführten fachlichen Aspekte maßgebend (LBVO 15/1).
  • Für die Beurteilung von Schularbeiten in der Unterrichtssprache (Deutsch) sind folgende fachliche Aspekte maßgebend:
    • Inhalt, wobei entsprechend der Themenstellung Beobachtungsfähigkeit, Gedankenrichtigkeit, Sachlichkeit, Themenbehandlung, Aufbau, Ordnung und Phantasie zu berücksichtigen sind;
    • Ausdruck,
    • Sprachrichtigkeit,
    • Schreibrichtigkeit.
  • Für die Beurteilung von Schularbeiten in den lebenden Fremdsprachen sind folgende fachliche Aspekte maßgebend:
    • idiomatische Ausdrucksweise,
    • grammatische Korrektheit,
    • Wortschatz,
    • Inhalt, wobei entsprechend der Themenstellung sachliche Richtigkeit, Abfolge der Gedanken, Aufbau, angeführte Tatsachen und Überlegungen zu berücksichtigen sind,
    • Schreibrichtigkeit,
    • Angemessenheit des Ausdrucks und Stil,
    • Einhaltung besonderer Formvorschriften.
  • Für die Beurteilung von Schularbeiten in Latein und Griechisch sind folgende fachliche Aspekte maßgebend:
    • Sinnerfassung,
    • sprachliche Gestaltung der Übersetzung,
    • Vokabelkenntnisse,
    • Beherrschung der Formenlehre,
    • Beherrschung der Syntax,
    • Vollständigkeit,
    • in späteren Lernstufen neben den bisher genannten Aspekten auch die Interpretation.
  • Für die Beurteilung von Schularbeiten in Darstellender Geometrie sind folgende fachliche Aspekte maßgebend:
    • gedankliche Richtigkeit, - sachliche Richtigkeit,
    • Genauigkeit.
  • Für die Beurteilung von Schularbeiten in Mathematik sind folgende fachliche Aspekte maßgebend:
    • gedankliche Richtigkeit,
    • sachliche bzw. rechnerische Richtigkeit,
    • Genauigkeit.
  • Für die Beurteilung von Schularbeiten in Biologie und Umweltkunde sowie in Physik sowie in anderen Unterrichtsgegenständen mit Schularbeiten sind folgende fachliche Aspekte maßgebend:
    • gedankliche Richtigkeit,
    • sachliche bzw. rechnerische Richtigkeit,
    • Genauigkeit,
    • Ordnung und Übersichtlichkeit der Darstellung, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der sprachlichen Genauigkeit.
  • Diese genannten fachlichen Aspekte sind unter Bedachtnahme auf die Aufgabenstellung und den Umfang der Schularbeit zu berücksichtigen (LBVO 16/2). (zur Übersicht

4. Beurteilung des Verhaltens in der Schule:

  • Die Beurteilung des Verhaltens in der Schule ist in § 18 der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) geregelt.
  • Eine Beurteilung des Verhaltens in der Schule hat in der Schulnachricht und im Jahreszeugnis nur in folgenden Schulstufen zu erfolgen (LBVO 18/1):
    • in den allgemein bildenden Pflichtschulen in der 5. bis 7. Schulstufe (= in der 1. bis 3. Klasse Hauptschule);
    • in den allgemein bildenden höheren Schülen (AHS), in den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) und in den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik und für Sozialpädagogik in allen Schulstufen (außer der jeweils letzten Schulstufe, siehe unten).
  • Eine Beurteilung des Verhaltens in der Schulnachricht und im Jahreszeugnis hat jedoch gemäß LBVO 18/1 in der letzten Stufe einer Schulart nicht zu erfolgen; ferner hat sie an allgemein bildenden Pflichtschulen (Hauptschulen und Polytechnischen Schulen) nicht zu erfolgen, wenn der Schüler zufolge der Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht die Schule verlässt (das ist nach dem 9. Jahr der allgemeinen Schulpflicht).
  • In der AHS ist das Verhalten in der Schule mithin von der 1. bis zur 7. Klasse zu beurteilen und sowohl in der Schulnachricht zum Semester als auch im Jahreszeugnis zu benoten.
  • Für die Beurteilung des Verhaltens in der Schule bestehen gemäß LBVO 18/2 folgende Beurteilungsstufen (Noten):
    • Sehr zufriedenstellend,
    • Zufriedenstellend,
    • Wenig zufriedenstellend,
    • Nicht zufriedenstellend.
    Eine Ziffernbenotung ist hier nicht vorgesehen und daher unzulässig.
  • Durch die Noten für das Verhalten des Schülers in der Schule ist zu beurteilen, inwieweit sein persönliches Verhalten und seine Einordnung in die Klassengemeinschaft den Anforderungen der Schulordnung entsprechen (vgl. hiezu vor allem die Verordnung betreffend die Schulordnung, BGBI. 373/1974).
  • Die durch die Beurteilung des Verhaltens des Schülers zu beurteilenden Pflichten des Schülers umfassen insbesondere die in SchUG 43 genannten Pflichten (LBVO 18/3). Hiebei handelt es sich um folgende Pflichten:
    • Die Schüler sind verpflichtet, durch ihre Mitarbeit und ihre Einordnung in die Gemeinschaft der Klasse und der Schule an der Erfüllung der Aufgabe der österreichischen Schule (SchOG 2, „Zielparagraph") mitzuwirken und die Unterrichtsarbeit zu fördern.
    • Sie haben den Unterricht regelmäßig und pünktlich zu besuchen, die erforderlichen Unterrichtsmittel mitzubringen und die Schulordnung bzw. die Hausordnung einzuhalten (SchUG 43/1).
    • Schüler, die zum Betreuungsteil an ganztägigen Schulformen angemeldet sind, haben auch den Betreuungsteil regelmäßig und pünktlich zu besuchen.
    • Der Schüler ist über Auftrag des Schulleiters oder eines Lehrers verpflichtet, vorsätzlich durch ihn herbeigeführte Beschädigungen oder Beschmutzungen der Schulliegenschaft und schulischer Einrichtungen zu beseitigen, sofern dies zumutbar ist (SchUG 43/2).
  • Die Beurteilung des Verhaltens des Schülers hat gemäß LBVO 18/3 besonders auch der Selbstkontrolle und Selbstkritik des Schülers zu dienen. Bei der Beurteilung sind die Anlagen des Schülers, sein Alter und sein Bemühen um ein ordnungsgemäßes Verhalten zu berücksichtigen.
  • Die Beurteilung ist durch die Klassenkonferenz auf Antrag des Klassenvorstandes zu beschließen (LBVO 18/3).  (zur Übersicht)

5. Leistungsbeurteilung für eine Schulstufe:

a) Allgemeine Bestimmungen für die Leistungsbeurteilung für eine Schulstufe:

  • Den Beurteilungen der Leistungen eines Schülers in einem Unterrichtsgegenstand für eine ganze Schulstufe hat der Lehrer alle vom Schüler im betreffenden Unterrichtsjahr erbrachten Leistungen zugrunde zu legen, wobei dem zuletzt erreichten Leistungsstand das größere Gewicht zuzumessen ist. Dabei sind die fachliche Eigenart des Unterrichtsgegenstandes und der Aufbau des Lehrstoffes zu berücksichtigen (LBVO 20; vgl. auch SchUG 20/1).

b) Durchführung von Feststellungs- und Nachtragsprüfungen:

  • Feststellungs- und Nachtragsprüfungen bestehen nach Maßgabe des Lehrplanes
    • aus einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung, oder
    • aus einer schriftlichen Teilprüfung allein, oder
    • aus einer mündlichen Teilprüfung allein, oder - aus einer praktischen Teilprüfung allein, oder
    • aus einer praktischen und einer mündlichen Teilprüfung.
  • Die schriftliche Teilprüfung ist eine Schularbeit, die mündliche Teilprüfung eine mündliche Prüfung, die praktische Teilprüfung eine praktische Leistungsfeststellung im Sinne der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO). Die Bestimmungen über Schularbeiten, mündliche Prüfungen und praktische Leistungsfeststellungen sind auf die Teilprüfungen einer Feststellungs- oder Nachtragsprüfung insoweit anzuwenden, als im Folgenden nicht anderes bestimmt wird (LBVO 21/2).
  • Besteht eine Feststellungs- oder Nachtragsprüfung aus einer schriftlichen bzw. praktischen Teilprüfung und einer mündlichen Teilprüfung, so ist die schriftliche bzw. praktische Teilprüfung am Vormittag, die mündliche Teilprüfung frühestens eine Stunde nach dem Ende der schriftlichen bzw. praktischen Teilprüfung abzulegen (LBVO 21/3).
  • Die Dauer einer schriftlichen Teilprüfung hat 50 Minuten, in Unterrichtsgegenständen, in denen für die betroffene Schulstufe mindestens eine zwei- oder mehrstündige Schularbeit lehrplanmäßig vorgesehen ist, jedoch 100 Minuten zu betragen. Die Dauer einer mündlichen Teilprüfung hat in den allgemein bildenden Pflichtschulen (= Volks-, Haupt- und Polytechnische Schulen) und in den berufsbildenden Pflichtschulen (= Berufsschulen) höchstens 15 Minuten, ansonsten 15 bis 30 Minuten zu betragen. Die Dauer einer praktischen Teilprüfung hat in den allgemein bildenden Schulen 30 bis 50 Minuten zu betragen; bei den übrigen Schulen ist die für die Gewinnung der erforderlichen Beurteilungsgrundlage notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen (LBVO 21/4).
  • Die Uhrzeit des Beginnes jeder Teilprüfung ist dem Schüler spätestens eine Woche vor dem Tag der Feststellungs- bzw. Nachtragsprüfung nachweislich bekannt zu geben. Der tatsächliche Beginn der Prüfung darf nicht später als 60 Minuten nach dem bekannt gegebenen Beginn erfolgen (LBVO 21/5).
  • Am Tag einer Feststellungs- oder Nachtragsprüfung ist der Schüler von allen übrigen Leistungsfeststellungen befreit. An einem Tag darf eine Feststellungs- oder Nachtragsprüfung nur in einem Unterrichtsgegenstand abgelegt werden (LBVO 21/6).
  • Die im Laufe des betreffenden Unterrichtsjahres beurteilten Leistungen sind in die nunmehr festzusetzende Beurteilung der Feststellungs- und Nachtragsprüfung einzubeziehen (LBVO 21/7).
  • Feststellungs- und Nachtragsprüfungen sind mit Noten von „Sehr gut" bis „Nicht genügend" zu beurteilen (LBVO 21/8).
  • Einem Schüler, der am Antreten zu einer Feststellungs- oder Nachtragsprüfung gerechtfertigterweise gehindert ist, ist unverzüglich nach Wegfall des Hinderungsgrundes ein neuer Termin zu setzen (LBVO 21/9). Sofern der Schüler nicht gerechtfertigt von der Feststellungs- oder Nachtragsprüfung fernbleibt, ist er in dem betreffenden Unterrichtsgegenstand für die Schulstufe nicht zu beurteilen.
  • Der neue Termin, der im Falle des gerechtfertigten Versäumens gegeben wird, darf nicht nach dem auf das zu beurteilende Unterrichtsjahr folgenden 30. November liegen (LBVO 21/9).
  • Fällt der Prüfungstermin in das folgende Unterrichtsjahr, so ist der Schüler bis zu diesem Termin zur Teilnahme am Unterricht der Schulstufe berechtigt, die er bei positivem Prüfungsergebnis besuchen dürfte. Für das neue Unterrichtsjahr erhaltene Leistungsbeurteilungen haben auf die Leistungsbeurteilung für das vorangegangene Unterrichtsjahr keine Auswirkung (LBVO 21/10).
  • Die Wiederholung einer Feststellungsprüfung ist nicht zulässig. Hingegen ist eine einmalige Wiederholung der Nachtragsprüfung zulässig. Auf Antrag des Schülers ist dieser zu einer einmaligen Wiederholung der Nachtragsprüfung innerhalb von zwei Wochen zuzulassen (LBVO 21/11). (zur Übersicht)

c) Durchführung von Wiederholungsprüfungen:

  • Die Durchführung von Wiederholungsprüfungen ist in LBVO 22 normiert. Diese Bestimmungen sind im Folgenden dargestellt.
  • Gemäß LBVO 22/1 bestehen Wiederholungsprüfungen nach Maßgabe des Lehrplanes
    aus einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung, oder aus einer schriftlichen Teilprüfung allein, oder aus einer mündlichen Teilprüfung allein, oder aus einer praktischen Teilprüfung allein, oder aus einer praktischen und einer mündlichen Teilprüfung.
  • Die schriftliche Teilprüfung ist eine Schularbeit, die mündliche Teilprüfung eine mündliche Prüfung, die praktische Teilprüfung eine praktische Leistungsfeststellung im Sinne der LBVO. Die Bestimmungen über Schularbeiten, mündliche Prüfungen und praktische Leistungsfeststellungen sind auf die Teilprüfungen einer Wiederholungsprüfung insoweit anzuwenden, als im Folgenden nicht anderes bestimmt wird (LBVO 22/2).
  • Besteht eine Wiederholungsprüfung aus einer schriftlichen bzw. praktischen Teilprüfung und einer mündlichen Teilprüfung, so ist die schriftliche bzw. praktische Teilprüfung am Vormittag, die mündliche Teilprüfung frühestens eine Stunde nach dem Ende der schriftlichen bzw. praktischen Teilprüfung und spätestens am folgenden Tag abzulegen (LBVO 22/3).
  • Die Wiederholungsprüfung in den AHS besteht gemäß LBVO 22/5 aus folgenden Prüfungen:
    • aus einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung in jenen Unterrichtsgegenständen, in denen Schularbeiten durchzuführen sind;
    • aus einer mündlichen und praktischen Teilprüfung in Unterrichtsgegenständen mit überwiegend praktischer Tätigkeit gemäß LBVO 9/2, sofern die Abhaltung einer mündlichen Prüfung gemäß LBVO 5/11 nicht zulässig ist (siehe hiezu oben);
    • aus einer praktischen Teilprüfung in jenen Unterrichtsgegenständen, in denen praktische Leistungsfeststellungen gemäß LBVO 9/3 durchzuführen sind und die Abhaltung einer mündlichen Prüfung gemäß LBVO 5/11 unzulässig ist;
    • aus einer mündlichen Teilprüfung in allen übrigen Unterrichtsgegenständen.
  • Die Dauer einer schriftlichen Teilprüfung hat 50 Minuten, in Unterrichtsgegenständen, in denen für die betroffene Schulstufe mindestens eine zwei- oder mehrstündige Schularbeit lehrplanmäßig vorgesehen ist, jedoch 100 Minuten zu betragen. Die Dauer einer mündlichen Teilprüfung hat 15 bis 30 Minuten zu betragen. Die Dauer einer praktischen Teilprüfung hat in den allgemein bildenden Schulen 30 bis 50 Minuten zu betragen. Bei den übrigen Schulen ist für die praktische Teilprüfung die für die Gewinnung der erforderlichen Beurteilungsgrundlage notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen (LBVO 22/6).
  • Die Uhrzeit des Beginnes jeder Teilprüfung ist den Schülern spätestens eine Woche vor dem Tag der Wiederholungsprüfung nachweislich bekannt zu geben. Der tatsächliche Beginn der Prüfung darf nicht später als 60 Minuten nach dem bekannt gegebenen Termin erfolgen (LBVO 22/7).
  • Am Tage der Wiederholungsprüfung ist der Schüler von allen übrigen Leistungsfeststellungen befreit. An einem Tag darf eine Wiederholungsprüfung nur in einem Unterrichtsgegenstand abgelegt werden (LBVO 22/8).
  • Auf die Beurteilung der Wiederholungsprüfung findet die Notenskala (von 1 bis 5) Anwendung; in die neu festzusetzende Jahresbeurteilung ist jedoch die bisherige Jahresbeurteilung mit „Nicht genügend" soweit einzubeziehen, dass sie die Entscheidung, dass die Wiederholungsprüfung positiv abgelegt wurde, nicht beeinträchtigt, dass jedoch die neu festzusetzende Jahresbeurteilung andererseits höchstens mit „Befriedigend" festgelegt werden kann (LBVO 22/9).
  • Einem Schüler, der am Antreten zu einer Wiederholungsprüfung gerechtfertigterweise gehindert ist, ist unverzüglich nach Wegfall des Hinderungsgrundes ein neuer Termin zu setzen. Der neue Termin darf nicht nach dem auf das zu beurteilende Unterrichtsjahr folgenden 30. November liegen (LBVO 22/10).
  • Fällt der Prüfungstermin in das auf das zu beurteilende Unterrichtsjahr folgende Unterrichtsjahr, so ist der Schüler bis zu diesem Termin zur Teilnahme am Unterricht der Schulstufe berechtigt, die er bei positivem Prüfungsergebnis besuchen dürfte. Für das neue Unterrichtsjahr erhaltene Leistungsbeurteilungen haben für das vorangegangene Schuljahr keine Auswirkung (LBVO 22/11).
  • Die Wiederholungsprüfungen haben sich auf den Lehrstoff des betreffenden Unterrichtsgegenstandes auf der ganzen Schulstufe zu beziehen (LBVO 22/12).
  • Eine Wiederholung einer Wiederholungsprüfung ist nicht zulässig (LBVO 22/13).  (zur Übersicht)

6. Die BHS-Reife- und Diplomprüfung:

a) Rechtsgrundlagen:

  • SchUG 34-41; SchUG für Berufstätige 33-41 für Schulen für Berufstätige; Verordnung über die abschließenden Prüfungen in den BMHS (Prüfungsordnung BMHS) BGBI. II 70/00 (MVBI. 40/00), Novelle MVBI. 40/04. Die Verordnung über die abschließenden Prüfungen gilt für alle berufsbildenden mittleren und höheren Schulen sowie ihre Sonderformen (Kollegs, Schulen für Berufstätige).

b) Vorprüfung zur Reife- und Diplomprüfung:

  • In den folgenden Schulen besteht die Reife- und Diplomprüfung aus einer Vorprüfung und einer Hauptprüfung: Höhere Lehranstalt für Tourismus, Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (ausgenommen die Ausbildungszweige „Kultur- und Kongressmanagement" und „Umwelt und Wirtschaft").
  • Die Vorprüfung umfasst praktische Klausurarbeiten. Termin der Vorprüfung ist in den letzten elf Wochen des Unterrichtsjahres der vorletzten Schulstufe, an Kollegs im letzten Semester, an Schulen für Berufstätige innerhalb der letzten vier Wochen des 4. Semesters und der ersten zwei Wochen des 5. Semesters. Vorsitzender bei der Vorprüfung ist der Schulleiter. Die erfolgreiche Ablegung der Vorprüfung ist Zulassungsbedingung zur Hauptprüfung.

c) Allgemeines:

  • Umfang der Reife- und Diplomprüfung:
    • HTL: 3 Klausurarbeiten und 3 mündliche Teilprüfungen. Die Klausurarbeit im Prüfungsgebiet „Projekt" kann in Form einer Diplomarbeit (mindestens über 6 Monate Dauer) abgelegt werden.
    • HLA f. landwirtsch. Berufe: 2 Klausurarbeiten und 4 mündliche Teilprüfungen, Diplomarbeit statt „Projekt" wie in HTL möglich.
    • HLM und HLA f. Kunstgewerbe: 3 Klausurarbeiten und 3 mündliche Teilprüfungen.
    • HAK: 4 Klausurarbeiten und 3 mündliche Teilprüfungen. - HLT: 3 Klausurarbeiten und 3 mündliche Teilprüfungen.
    • HLA f. wirtsch. Berufe: 4 Klausurarbeiten und 2 mündliche Teilprüfungen.
  • Im Rahmen der Hauptprüfung sind bis zu 2 mündliche Teilprüfungen zusätzlich abzulegen, wenn für höchstens 2 schriftliche Klausurarbeiten (eine negative schriftliche Jahresprüfung wird dabei gern. VO BMB ZI. 14.170/1 -111/4/95 v. 18. 1. 1995 nicht mitgezählt) die Teilbeurteilung mit „5" festgesetzt wurde und diese nicht ohnehin Prüfungsteile der mündlichen Prüfung sind.
  • Außerdem ist eine allfällige Jahresprüfung (als schriftliche oder grafische/praktische Klausurarbeit und in den meisten Fällen auch mündlich) abzulegen, wenn der Kandidat in der letzten Schulstufe in (höchstens) einem Pflichtgegenstand mit „Nicht genügend" beurteilt wurde.
  • Allfällige Zuteilungsgebiete sind den Kandidaten durch den Schulleiter spätestens zu Beginn des letzten Semesters bekannt zu geben.
  • Prüfungskommission (SchUG 35): Die Prüfungskommission besteht aus: bestellter Vorsitzender, Schulleiter (oder der zuständige Abteilungsvorstand sowie Fachvorstand oder Werkstättenleiter bei Klausurprüfungen mit praktischen Anteilen), Klassenvorstand sowie alle Prüfer des jeweiligen Kandidaten (d. h. die Kommission ist nicht für alle Kandidaten gleich zusammengesetzt). An Schulen für Berufstätige: Vorsitzender, Schulleiter oder von ihm bestellter Vertreter, Prüfer. Der Prüfer für eine allfällige Zusatzprüfung ist als solcher nach SchUG 41/1 nur für sein Fach stimmberechtigt, der Jahresprüfer stimmt jedoch bei allen Prüfungen seines Kandidaten mit. Ist ein Mitglied verhindert, bestimmt der Schulleiter einen Vertreter. Beschluss mit einfacher Mehrheit über Antrag des Prüfers; es müssen dabei der Vorsitzende (der selbst nicht mitstimmt, aber bei Stimmengleichheit entscheidet) und mindestens zwei Drittel der Mitglieder anwesend sein. Stimmenthaltung ist unzulässig.
  • Einreichung der Prüfungsthemen: Die Themenvorschläge für die Klausurarbeiten sind mit einer der Zahl der Kandidaten entspre
    chenden Anzahl an Kopien dem Schulleiter (an HTL über den Abteilungsvorstand) persönlich so rechtzeitig zu übergeben, dass dieser sie dem LSR spätestens drei Wochen nach Beginn des 2. Semesters vorlegen kann. (Vorlage bei weiteren Terminen: spätestens drei Wochen vor Beginn der Klausurprüfung.)

d) Durchführung der mündlichen Prüfung:

  • Frühestens 3 Wochen nach Ende der Klausurprüfung.
  • Bekanntgabe einer negativen Klausurprüfung spätestens eine Woche vor Beginn der mündlichen Prüfung.
  • Jedem Prüfungskandidaten sind in jedem Prüfungsgebiet vom Prüfer zwei voneinander unabhängige Fragen zur Wahl schriftlich vorzulegen (ausgenommen an HTL im Schwerpunktfach: 1 Frage). Keine Ersatzfrage bei unsicherer Beantwortung!
  • Vorbereitungszeit: mindestens 15 Minuten. Prüfungsdauer: maximal 15 Minuten (ausgenommen Prüfung über Diplomarbeit oder fachspezifische Themenstellung an HTL oder HLA f. landwirtsch. Berufe: max. 25 Minuten).

e) Leistungsbeurteilung bei der Reifeprüfung:

  • Terminologische Hinweise: In SchUG 38 bzw. in der REIPR-VO werden folgende spezielle Bezeichnungen verwendet, deren Kenntnis wichtig ist: „Prüfungsteil": Die schriftliche Klausurprüfung besteht aus mehreren Prüfungsteilen (z. B.: Deutsch, Projekt ...). „Teilprüfung": Die mündliche Reifeprüfung umfasst mehrere Teilprüfungen (z. B. HTL: Mechanik, Baustile ...). Die Begriffe „Teilprüfung" und „Prüfungsteil" sind praktisch ident. „Prüfungsgebiet": = Prüfungsgegenstand, z. B. Deutsch. Das Prüfungsgebiet kann aber auch mehrere Unterrichtsgegenstände umfassen. Ein Prüfungsgebiet besteht aus einer schriftlichen und/oder mündlichen Teilprüfung. „Teilbeurteilung": = Note für eine schriftliche oder mündliche Teilprüfung (die Note, die für die Leistung bei einer schriftlichen oder mündlichen Maturaprüfung - z. B. bei der mündlichen Prüfung aus Mathematik - zu geben war). „Beurteilung": Endgültige Note in einem Maturagegenstand (= Prüfungsgebiet). Bei der Festsetzung dieser „Beurteilung" (durch die Kommission) sind zu berücksichtigen: die Teilbeurteilung der schriftlichen Teilprüfung und/oder die Teilbeurteilung der mündlichen Teilprüfung. „Gesamtbeurteilung": Endgültiges Maturakalkül (z. B.: „mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden").
  • Vorgangsweise bei der Maturabeurteilung: Die schriftlichen Klausurarbeiten sind vom Prüfer den Kommissionsmitgliedern und dem Vorsitzenden mit begründetem Notenantrag zugänglich zu machen. Eine Teilbeurteilung „Nicht genügend" ist dem Kandidaten spätestens 1 Woche vor seiner mündlichen Prüfung mitzuteilen: Der Kandidat erhält eine (zusätzliche) mündliche Teilprüfung in diesem Prüfungsgebiet.
    Bei mehr als 2 Nicht genügend bei der schriftlichen Klausurabeit: Gesamtbeurteilung = „Nicht bestanden"; der Kandidat darf gar nicht mehr zur mündlichen Prüfung antreten. Mündliche Prüfung: Auf Grund eines begründeten Notenantrages beschließt die Kommission am Ende des Prüfungs(halb)tages des jeweiligen Kandidaten die Teilbeurteilung für die mündliche Teilprüfung, sodann wird unter Berücksichtigung der Teilbeurteilungen für die schriftliche und/oder mündliche Teilprüfung die endgültige „Beurteilung" in dem betreffenden Gegenstand (Prüfungsgebiet) festgelegt.
    • Mögliche Gesamtbeurteilungen:
    • „mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden": kein „Genügend", Notenschnitt nicht schlechter als 1,5;
    • „mit gutem Erfolg bestanden": kein „Genügend", Notenschnitt nicht schlechter als 2,0;
    • „bestanden": kein „Nicht genügend";
    • „nicht bestanden": mind. ein „Nicht genügend". Zeugnisvermerk: „Er/Sie ist gemäß § 40 Abs. 2 des Schulunterrichtsgesetzes berechtigt, zum ... Termin 20 ... zur Wiederholung der Reifeprüfung aus dem/den Prüfungsgebiet(en) ... anzutreten".

f) Wiederholung der Prüfung:

  • Wurde die Beurteilung der abschließenden Prüfung mit „nicht bestanden" festgesetzt, ist der Kandidat höchstens dreimal zur Wiederholung der negativ beurteilten Teilprüfung zuzulassen. Gleichgültig, wie viele Teilprüfungen negativ beurteilt sind, kann diese der Kandidat bereits im jeweils nächsten Termin (normal „Herbsttermin") ablegen.
  • Bereits positiv beurteilte Prüfungen behalten ihre Gültigkeit. Bei der Wiederholung der Prüfung sind vorangegangene negative Beurteilungen nicht zu berücksichtigen. Ab Haupttermin 1999/00 ist die Wiederholung von Teilprüfungen nur innerhalb von 3 Jahren ab dem erstmaligen Antreten nach den zu diesem Zeitpunkt geltenden Prüfungsvorschriften möglich. Danach ist eine Wiederholung zu den aktuellen Prüfungsvorschriften, eventuell auch mit neuen Prüfungsgebieten, durchzuführen.
  • Der Kandidat hat sich für jede Wiederholung anzumelden. Ein nicht gerechtfertigtes Fernbleiben von der Prüfung (ohne eine innerhalb der Anmeldefrist zulässige Zurücknahme des Antrages) führt zu einem Verlust der betreffenden Wiederholungsmöglichkeit.

g) Reife- und Diplomprüfungszeugnis:

  • Inhalt laut SchUG 39/2 und ZEU-VO 6: Bezeichnung, Form bzw. Fachrichtung der Schulart, Standort der Schule; Personalien des Kandidaten; Einzelnoten (in Worten) und Gesamtbeurteilung; mit der Prüfung verbundene Berechtigungen; allenfalls Entscheidung über Termin und Zulässigkeit einer Wiederholungsprüfung; Ort und Datum der Ausstellung (Datum: Ausgabetag!); Unterschrift des Vorsitzenden, des Schulleiters oder des Abteilungsvorstandes und des Klassenvorstandes; Rundsiegel der Schule, Angabe des unterrichteten Lehrplans (BGBI.-Nr. und Stundentafel). (zur Übersicht)

7. Die AHS-Reifeprüfung (Reifeprüfung-alt) (vergleiche "Zentralmatura" und  die diesbezügliche Verordnung)

a) Rechtsgrundlagen:

  • Die Reifeprüfungsvorschriften sind einerseits grundsätzlich im Schulunterrichtsgesetz (8. Abschnitt, §§ 34 bis 42) und andererseits im Detail in der AHS-Reifeprüfungsverordnung des BMB vom 7. Juni 1990, BGBI. 432/90 (= MVBI. 93/90), Novellen BGBI. 789/92 (= MVBI. 13/93), BGBI. II 232/98 (= MVBI. 65/98), BGBI. II 96/00 (= MVBI. 53/00), BGBI. II 270/04 (= MVBI. 92/04), normiert und gelten für alle AHS mit Ausnahme der AHS für Berufstätige. Für Letztere gilt eine eigene Reifeprüfungsverordnung, BGBI. II 400/99 (= MVBI. 133/99), auf die hier ebenso wenig eingegangen
    wird wie auf die Spezialbestimmungen für einzelne AHS-Sonderformen.
  • Die im Folgenden verwendete Abkürzung „VO" bezieht sich stets auf die AHS-Reifeprüfungs-Verordnung MVBI. 93/90 (z. B. „VO 2, 3" = Verordnung §§ 2 und 3; „VO 20/1" = Verordnung § 20 Abs. 1).
  • Siehe auch die Abschnitte e) bis g) des vorhergehenden Kapitels über die BHS-Reifeprüfung. Das dort über die Leistungsbeurteilung bei der Reifeprüfung Ausgeführte gilt auch für die AHS.

b) Formen der Reifeprüfung (VO 2, 3):

  • Die Reifeprüfung umfasst 7 Teilprüfungen (Klausuren und mündliche Prüfungen). Hinsichtlich der Aufteilung der mündlichen und schriftlichen Teilprüfungen sind folgende 3 Varianten wählbar:
    • Fachbereichsarbeit (= FBA) als Vorprüfung;
    • Hauptprüfung: 3 Klausuren, 3 mündliche Prüfungen (davon 1 als Schwerpunktprüfung im Zusammenhang mit der FBA);
    • 4 Klausuren und 3 mündliche Prüfungen;
    • 3 Klausuren und 4 mündliche Prüfungen.
  • Eine der mündlichen Prüfungen ist als Schwerpunktprüfung gestaltet, indem sie mit einer zusätzlichen Frage erweitert ist. Hiebei sind folgende 5 Varianten wählbar:
    • fächerübergreifende Schwerpunktprüfung: 1 zusätzliche fächerübergreifende Frage zu 2 gewählten mündlichen Prüfungsgebieten;
    • vertiefende Schwerpunktprüfung: 1 zusätzliche vertiefende Frage aus einem entsprechenden vertiefenden und erweiternden Wahlpflichtgegenstand (WPG), der im Ausmaß von mindestens 2 Wochenstunden besucht worden ist;
    • ergänzende Schwerpunktprüfung:
      • 1 zusätzliche ergänzende Frage in Verbindung mit einem auf das Prüfungsgebiet bezogenen schulautonomen WPG, wenn dieser in der Oberstufe im Gesamtausmaß von mindestens 2 Wochenstunden vorgesehen ist;
      • 1 zusätzliche ergänzende Frage in Verbindung mit dem WPG Informatik, sofern dieser in der Oberstufe im Ausmaß von mindestens 4 Wochenstunden vorgesehen ist (die Fragestellung ist unter Einbeziehung von Methoden der Informatik zu lösen);
      • 1 zusätzliche ergänzende Frage in einem nichtsprachlichen Prüfungsgebiet in Verbindung mit der Ersten oder Zweiten lebenden Fremdsprache (die Fragestellung ist in der Fremdsprache zu lösen).
  • Anmeldung (VO 4): Zur Fachbereichsarbeit-Variante in den ersten Wochen der 8. Klasse (Voraussetzung: Einvernehmen über das Thema mit dem Prüfer); zu allen anderen Varianten in der 1. Woche nach den Weihnachtsferien. Es sind mindestens 4 verschiedene Prüfungsgebiete zu wählen; die Wahl der mündlichen Schwerpunktprüfung setzt das Einvernehmen des Prüfers (der Prüfer) voraus.
  • Antreten nur mit maximal 1 Nicht genügend im Jahreszeugnis der 8. Klasse (= 1 Jahresprüfung, sofern der Gegenstand nicht ohnedies gewählt oder im Fall der Wiederholung der 8. Klasse nicht im Vorjahr zumindest mit „Befriedigend" beurteilt wurde), andernfalls 2 Wiederholungsprüfungen im Herbst und sodann Reifeprüfung im Herbsttermin (beide Wiederholungsprüfungen bestanden) bzw. Wiederholung der 8. Klasse (wenn negativ). (zur Übersicht)

c) Fachbereichsarbeit (VO 7, 25, 40):

  • Thema: aus dem Stoff eines oder zweier Unterrichtsgegenstände (auch in Verbindung mit einem Wahlpflichtgegenstand). Eine Fachbereichsarbeit aus lebender Fremdsprache ist in dieser Sprache zu verfassen. Der Lehrplan kann überschritten werden.
  • Zielsetzung der Fachbereichsarbeit: Der Prüfungskandidat zeigt in der eigenständigen Durchführung einer angemessenen Themenstellung, dass er zum schwerpunktartigen Erfassen von Sachverhalten und Problemen, ihren Ursachen und Zusammenhängen, zu exaktem Beobachten und Wahrnehmen, zu logischem und kritischem Denken, klarer Begriffsbildung und sinnvoller Fragestellung, zu differenziertem schriftlichem Ausdrucksvermögen, zum Aufsuchen angemessener und geeigneter Informationsquellen und ihrer sachgerechten Nutzung sowie zum Anwenden grundlegender Lern- und Arbeitstechniken befähigt
    ist (VO 7/2).
  • Ein Lehrer darf höchstens 5 Fachbereichsarbeiten als Prüfer gleichzeitig betreuen.
  • Der Themenvorschlag ist einvernehmlich zu erstellen (innerhalb der ersten Wochen der 8. Klasse Vorlage beim Schulleiter und beim LSR, der das Thema genehmigen muss). Ein Rücktritt von der FBA ist ohne Folgen bis Weihnachten möglich.
  • Grundsätzliches zur Fachbereichsarbeit: schriftliche Hausarbeit; Betreuung ohne Beeinträchtigung der Selbständigkeit; Führen eines Begleitprotokolls durch Kandidaten; bei vorgetäuschten Leistungen (unerlaubte Hilfsmittel oder Hilfe) Antreten möglich, aber andere Schwerpunktprüfung erst zu einem späteren Termin.
  • Abgabe der Fachbereichsarbeit: in 1. Woche des 2. Semesters. Fehlerstellen sind vom Prüfer zu kennzeichnen; mit Beurteilungsantrag Vorlage der Arbeiten an Vorsitzenden.
  • Festsetzung der Teilbeurteilung bis 3 Wochen vor Klausurbeginn. Bei negativer Beurteilung: Antreten möglich, aber andere Schwerpunktprüfung erst zu einem späteren Termin (Vorprüfungszeugnis „Nicht bestanden"). (zur Übersicht)

d) Klausuren (VO 8, 26 bis 33, 41):

  • Umfang der Klausurprüfung: Bei 3 Klausuren: Deutsch und Mathematik sowie Latein oder Griechisch oder 1. lebende Fremdsprache oder 2. lebende Fremdsprache oder eine weitere in der Oberstufe mit zumindest 10 Wochenstunden vorgesehene Fremdsprache mit Schularbeiten auf allen Schulstufen. Bei 4 Klausuren: für 4. Klausur je nach Schulform Darstellende Geometrie oder weitere Fremdsprache oder Biologie und Umweltkunde oder Physik möglich.
  • Inhalt der einzelnen Klausurfächer (VO 9 bis 17):
    • Deutsch (VO 9): 5 Stunden (zu je 60 Minuten!). Erstellung eines Textes nach freier Wahl zwischen drei verschiedenen Themen, eines davon eine Problembehandlung (auch mit Material- und Textgrundlage sowie mit Angabe einer fiktiven Situation), eines davon eine Textinterpretation, ein weiteres evtl. eine Werkbesprechung. Kandidat muss nachweisen, dass er in schriftlicher Problembehandlung Gedanken zu einem gestellten Thema geordnet, sachgerecht, sprachgewandt und sprachrichtig darzulegen bzw. einen vorgegebenen Text in inhaltlicher und formaler Hinsicht zu interpretieren vermag (VO 9).
    • Latein (VO 10): 4 Stunden. Übersetzung aus dem Lateinischen sowie Interpretation. Text von durchschnittlicher Schwierig
      keit, 200 bis 220 Wörter (langes Latein), 160 bis 180 Wörter (kurzes Latein im 'RG). Originalstelle darf im Unterricht nicht behandelt worden sein. Interpretationsfragen: langes Latein 2 bis 3, kurzes Latein 1 bis 2 einfache.
    • Griechisch (VO 11): 4 Stunden. Übersetzung und Interpretation wie bei „kurzem" Latein.
    • Erste lebende Fremdsprache (VO 12): 5 Stunden. 2 Teile:
      • Bearbeitung eines Hörtextes („listening comprehension", 1 Stunde, unbekannter Hörtext von max. 5 Minuten Dauer, zweimal vorgespielt, mit Zusatzfragen, kein Wörterbuch, schriftl. Zusammenfassung abzugeben, sodann Teil b).
      • Abfassung von Texten entweder auf Grund von sprachlichen (max. 150 Wörter), bildlichen oder graphischen Impulsen oder anhand von Leitfragen zu einem vorgelegten längeren Text (im Unterricht nicht behandelt, Impulsumfang in E, F und lt. ca. 500 bis 600 Wörter, in Ru. ca. 400 Wörter).
    • Zweite lebende Fremdsprache (VO 13): wie 1. leb. Fremdsprache, aber ohne Hörtext, 5 Stunden.
    • Mathematik (VO 14): 4 Stunden. 4 bis 6 Aufgaben, auch mit Argumentieren, Darstellen, Interpretieren. Formelsammlung und elektronischer Rechner gestattet.
    • Darstellende Geometrie (VO 15): 5 Stunden. 3 bis 4 Aufgaben (verschiedene geometrische Formen, mindestens 2 versch. Abbildungsverfahren, mindestens 1 Problemlösung, 1 Aufgabe in Verbindung zur Technik).
    • Biologie und Umweltkunde (VO 16):4 Stunden. 3 bis 4 Aufgaben. Kenntnisse und Einsichten in angemessener fachlich und sprachlich richtiger Form darzustellen.
    • Physik (VO 17): wie Biologie und Umweltkunde.
  • Aufgabenstellung: Vorschläge (je 1 Aufgabenstellung) durch Prüfer persönlich unter Geheimhaltung an Direktor; Texte beigefügt; in lebender Fremdsprache Zusammenfassung der Texte und des Hörtextes, in Latein und Griechisch mit Übersetzungen, in Mathematik und Darstellende Geometrie mit Ausarbeitungen, in Biologie und Umweltkunde und Physik mit Dispositionen. Vorlage an Landesschulrat für Haupttermin bis 4 Wochen nach Beginn des 2. Semesters, für weitere Termine bis 3 Wochen vor Klausurbeginn. Aufgabenstellungen für Jahresprüfungen sind nicht vorlagepflichtig.
  • Durchführung der Klausuren: Reihenfolge durch Schulleiter fixiert. 1 Woche vor Beginn bekannt zu geben; Hilfsmittel vorher abzugeben; Hinweis auf Folgen der Verwendung unerlaubter Hilfen (Terminverlust); nur gekennzeichnetes Papier; Themenöffnung durch Direktor; Themenwahl nach halber Stunde bekannt geben; Verlassen des Prüfungsraumes nur einzeln; Protokoll durch Aufsichtsperson(en) zu führen. Zwischen Klausuren mindestens ein freier Tag (nur wenn 4 Klausuren zu absolvieren!).
  • Beurteilung: Korrigierte Arbeiten mit Notenantrag an Vorsitzenden; Teilbeurteilung mit „Nicht genügend" dem Kandidaten spätestens 2 Wochen vor mündlicher Prüfung mitteilen. Bei mehr als 2 negativen Klausuren: „Nicht bestanden" und Verweis auf nächsten Termin. Bei maximal 2 negativen Klausuren: Antreten im Haupttermin, allenfalls mit maximal 2 „Zusätzen".
  • Jahresprüfung: Bei maximal einer negativen Jahresnote in einem Schularbeitsfach ist im Rahmen der Klausur auch eine schriftliche Jahresprüfung abzulegen, soferne das Fach nicht ohnedies zur Klausur gewählt wurde. Arbeitszeit 100 Minuten, Stoff aus 8. Klasse.
  • Arbeitsgruppen: Zwischen Klausuren und mündlicher Prüfung sind Arbeitsgruppen einzurichten (Achtung: keine zu weit gehende Vorbereitung, siehe hiezu VO 33/2!). (zur Übersicht)

e) Mündliche Prüfungen (VO 18 bis 21, 34 bis 38):

  • Prüfungsgebiete: 3 oder 4 Teilprüfungen aus folgenden Fächergruppen:
  • Gruppe A (Religion, Deutsch, Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung, Psychologie und Philosophie, Musikerziehung, Bildnerische Erziehung, Prüfungsgebiet entsprechend einem schulautonomen Pflichtgegenstand bzw. Wahlpflichtgegenstand mit mind. 4 Wochenstunden bei rein wissensorientierter Ausrichtung bzw. mit mindestens 6 Wochenstunden mit wissens- und anwendungsorientierter Ausrichtung);
  • Gruppe B (Fremdsprachen, sofern sie in der Oberstufe im Gesamtausmaß von mind. 8 Wochenstunden vorgesehen sind);
  • Gruppe C (Geographie und Wirtschaftskunde, Mathematik, Darstellende Geometrie, Biologie und Umweltkunde, Chemie, Physik, Informatik, Prüfungsgebiet entsprechend einem schulautonomen PG bzw. WPG, siehe oben);
  • Gruppe D (nur am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium: GWK, BiUK, PP, Prüfungsgebiet entsprechend einem schulautonomen PG bzw. WPG).
  • Wahlmöglichkeit: jedenfalls 1 Fremdsprache; sofern keine lebende Fremdsprache als Klausurarbeit gewählt wurde, ist mündlich eine lebende FS zu wählen. Im Gymnasium und Aufbaugymnasium: aus A, B oder C (nicht alle aus B). Im Realgymnasium, Oberstufenrealgymnasium, Aufbaurealgymnasium: mindestens 1 aus C. Im Wirtschaftskundlichen Realgymnasium: mindestens 1 aus D. Wählbar sind: alle Pflichtgegenstände, Fremdsprachen und Darstellende Geometrie auch als Freigegenstand, zusätzliche Wahlpflichtgegenstände (Kategorie aa) (wählbar somit: DG, ME, BE, Inf, FS), schulautonome Pflicht- oder Wahlpflichtgegenstände unter bestimmten Bedingungen.
  • Struktur der mündlichen Prüfung: Alle mündlichen Prüfungen (außer der Prüfung im Gegenstand der Fachbereichsarbeit, keine Spezialfrage) bestehen aus 1 Kernfrage (aus 2 zu wählen) und 1 Spezialfrage. „Zusätze" bei negativer Klausur bestehen nur aus 2 Kernfragen (aus 3 zu wählen). Kernfragen decken den gesamten Oberstufenstoff ab; Spezialfragen vertiefen einzelne vereinbarte Themenbereiche bis ins Detail (über den Lehrplan und über den Unterricht hinaus, vgl. VO 19).
  • Schwerpunktprüfungen: umfassen je nach gewählter Variante zusätzlich zur Kern- und Spezialfrage eine fächerübergreifende Frage (aus 2 Fragen zu wählen) oder eine vertiefende Frage aus einem erweiternden Wahlpflichtgegenstand (aus 2 Fragen zu wählen) oder eine ergänzende Frage in Verbindung mit einem schulautonomen PG oder WPG bzw. mit dem WPG Informatik bzw. mit der Ersten oder Zweiten lebenden Fremdsprache (aus 2 Fragen zu wählen) oder eine auf die Fachbereichsarbeit bezogene Frage (VO 21: Präsentation, Diskussion und Prüfungsgespräch zum Umfeld der Fachbereichsarbeit, diesfalls keine Spezialfrage).
  • Durchführung der mündlichen Prüfung:
    • Beginn der Prüfungen nicht vor 7.30 Uhr; Ende jedenfalls vor 20.00 Uhr. Einteilung der Kandidaten auf die Prüfungshalbtage 1 Woche vor Prüfungsbeginn anzuschlagen.
    • Kommission: Vorsitzender hat Leitung; Direktor und Klassenvorstand sowie jeweilige Fachprüfer der mündlichen Prüfung sind Kommissionsmitglieder. Das Protokoll führt nach Möglichkeit der Klassenvorstand.
    • Kandidat erhält in jeder Teilprüfung 2 Kernfragen, aus denen er 1 wählt, sowie 1 Spezialfrage vorgelegt. Bei „Zusätzen" wählt er 2 Kernfragen'aus 3 vorgelegten Kernfragen. Bei der Schwerpunktprüfung zusätzlich 2 Fragen fächerübergreifender oder vertiefender Art (davon 1 zu wählen) bzw. 1 Fachbereichsarbeit-Frage, aus der sich ein Prüfungsgespräch zum Umfeld der FBA zu ergeben hat.
    • Impulse aller Art und praktische Demonstrationen können (sollen) in die Prüfung integriert werden.
      Nach Entgegennahme der Aufgabenstellung ist kein Rücktritt des Kandidaten von der Prüfung mehr zulässig (= neg.).
      Jeder Kandidat legt seine Prüfungen (bis zu 4) an einem Halbtag ab, ab 5 Prüfungen (= 1 oder 2 „Zusätze") an 2 Halbtagen.
    • Vorbereitungszeit: mindestens 20 Minuten pro Teilprüfung, bei Schwerpunktprüfung um 10 Minuten länger. Prüfungsdauer: 5 bis 15 Minuten, in ME + Instrumentalunterricht 10 bis 20; Schwerpunktprüfung 15 bis 25 Minuten.
    • Mündliche Jahresprüfung: im Rahmen der Hauptprüfung, 2 Fragen aus 8. Klasse sind vorzulegen, beide sind zu beantworten. (zur Übersicht)

f) Beurteilung und Wiederholung der Reifeprüfung (VO 39 bis 43):

  • Für eine positive Beurteilung muss jede einzelne Prüfungsfrage positiv beantwortet sein (VO 39/1). Beurteilungen durch die Kommission in nichtöffentlicher Sitzung am Ende des Halbtags, Mitteilung an Kandidaten, Unterfertigung des Protokolls.
  • Reprobationsfristen: Bei mehr als 2 Nicht genügend auf die Klausuren (schriftl. Jahresprüfung zählt nicht mit): nächster Termin. Bei 1 oder mehreren Nicht genügend in der mündlichen Prüfung: auf Antrag des Schülers Zulassung zu einem späteren Termin (unabhängig von der Zahl der Nicht genügend auch schon zum nächsten Termin). Positive Klausuren bleiben jedenfalls gültig.
  • Wiederholung der Prüfung stets an jener Schule, an der die Reifeprüfung begonnen wurde (VO 43/8). Wiederholung dreimal möglich; die Wiederholung ist in der gleichen Art wie die ursprünglich gewählte Prüfung abzulegen. Die Wiederholung einer FBA ist unzulässig (SchUG 40/4). Jede Wiederholung bedarf des Antrages des Kandidaten; der Schulleiter weist diesem einen konkreten Prüfungstermin zu (SchUG 40/5). Nicht gerechtfertigtes Fernbleiben von der Prüfung (ohne eine innerhalb der Anmeldefrist zulässige Zurücknahme des Antrages) führt zu einem Verlust der betreffenden Wiederholungsmöglichkeit. (zur Übersicht)

g) Reifeprüfungszeugnis (VO 45):

  • Das Reifeprüfungszeugnis und das Jahreszeugnis der 8. Klasse sind auf einem Formular in getrennter Aufstellung verbunden (nur bei positiver Reifeprüfung). Hinweise auf Schwerpunktprüfung und Fachbereichsarbeit sind aufzunehmen. ,
  • Gesamtbeurteilung der Reifeprüfung:
    • „Ausgezeichneter Erfolg": kein Genügend, gleiche Anzahl Gut wie Sehr gut; für jedes Befriedigend ein weiteres Sehr gut (= Notenschnitt maximal 1,5).
    • „Guter Erfolg": kein Genügend, mindestens gleich viele Sehr gut wie Befriedigend (= Notenschnitt maximal 2,0).
    • „Bestanden": kein Nicht genügend.
    • „Nicht bestanden": mindestens 1 Nicht genügend; schriftliche Entscheidung des Vorsitzenden mit Rechtsmittelbelehrung.
       

8. Das Wichtigste über die Leistungsfeststellung (Übersicht und Zusammenfassung)

a) Übersicht: siehe grafische Darstellung

b) Für alle Leistungsfeststellungen gilt.

  • Rechtsquelle: SchUG 18, Leistungsbeurteilungsverordnung (= LBVO).
  • Grundlage: Lehrplan, Bildungs- und Lehraufgaben und Lehrstoffe bis zum Zeitpunkt der Leistungsfeststellung.
  • Verteilung: Möglichst gleichmäßig über den Beurteilungszeitraum.
  • Form: Abhängig vom Alter und Bildungsstand der Schüler, den Erfordernissen des Unterrichtsgegenstandes und dem jeweiligen Stand des Unterrichtes angepasst.
  • Verbot: Bei körperlicher Behinderung oder gesundheitlicher Gefährdung des Schülers.
  • Ziel: Grundlage für Leistungsbeurteilung.
  • Durchführung: Während des Unterrichtes, mit Nutzen für die ganze Klasse (Ausnahme: Wiederholungsprüfungen, Nachtragsprüfungen, Nachholschularbeit für einzelne Schüler).
  • Beschränkung: An den letzten Tagen vor der Beurteilungskonferenz ist die Zustimmung des Schulleiters erforderlich.
  • Zahl: Außer den Schularbeiten und der Beobachtung der Mitarbeit nur so viele mündliche und schriftliche Leistungsfeststellungen, wie für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester bzw. die Schulstufe unbedingt notwendig sind.
  • Wertigkeit: Alle Leistungsfeststellungen sind als gleichwertig anzusehen, doch sind Anzahl, Stoffumfang und Schwierigkeitsgrad zu berücksichtigen. Allein auf Grund schriftlicher Leistungsfeststellungen darf keine Semester- oder Jahresbeurteilung erfolgen.

c) Für die einzelnen Leistungsfeststellungen gilt: Siehe Übersicht über sämtliche Formen der Leistungsfeststellung (pdf-Datei)

d) Hinweis:

  • Auf Grund der exzeptionellen Wichtigkeit der Thematik „Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung für Schüler" wurde diesem Stichwort auf vielfachen Wunsch breiterer Raum gewidmet.
  • Der Problemkreis „Leistungsfeststellung, Leistungsbeurteilung und Reifeprüfung" sowie alle Prüfungsformen sind natürlich auch an anderer Stelle behandelt. Siehe hiezu im Besonderen folgende Stichwörter:

Aufnahme,
Aufnahmsprüfung,
Ausgezeichneter Erfolg,
Äußere Form,
Berufung,
Betragen,
Entscheidung,
Entscheidungspflicht,
Externistenprüfung,
Feststellungsprüfung,
Formblätter,
Information der Erziehungsberechtigten,
Leistungsabfall,
Nachtragsprüfung,
Reifeprüfung,
Übertritt (Einstufungsprüfung),
Vorprüfung zur Reifeprüfung,
Wiederholungsprüfung.

(Zuletzt aktualisiert Jänner 2006)

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„‚Die Hemmschwelle sinkt. Die Gewalt geht ein Stück weit ins Grenzenlose. Wenn früher einer am Boden gelegen hat, ist man nicht auch noch draufgetreten.‘ Das sei mittlerweile anders. Und zwar nicht nur in Schulen, sondern auch im öffentlichen Raum.“
Mag. Jürgen Bell, Schulpsychologe beim Wiener Stadtschulrat, Kurier online am 2. Mai 2018

Gesamtschulland England:

„Gesicherte Chancen haben nur die, die schon einen privilegierten Hintergrund haben. Oder aber Eltern, die sich intensiv um diese Frage kümmern. Jene aber, deren Eltern wenig Zeit, Geld und soziales Kapital haben, um das Bildungssystem zu durchdringen, sind klar im Nachteil.“
Alice Bradbury, Bildungsexpertin am University College London, Die Welt online am 31. März 2018 

Methodenmix und üben, üben, üben:

„Es gibt keine allein seligmachende Unterrichtsmethode. Das Beste ist der Methodenmix, eine Kombination aus Frontalunterricht, Gruppenunterricht und selbstständigem Lernen. Schüler lernen unterschiedlich. Der eine hört besser zu, der andere muss etwas selber machen, der Dritte arbeitet gerne in der Gruppe. Und dann natürlich: üben, üben, üben.“
Univ.-Prof. DDr. Gerhard Roth, bildungsklick.de am 16. April 2018

„Am Limit“:

„Viele Lehrer sind am Limit. Mit Solidarität oder gar Unterstützung können sie jedoch kaum rechnen.“
Christine Eichel, „Deutschland, deine Lehrer - Warum sich die Zukunft unserer Kinder im Klassenzimmer entscheidet“ (2014), S. 18

Erstmals mehr als ein Drittel der Arbeitslosen Österreichs ohne österreichische Staatsbürgerschaft:

„Inländer hatten 256.005 (minus 9,6 Prozent) keinen Job, Ausländer 128.481 (minus 1,7 Prozent).“
Wiener Zeitung online am 2. Mai 2018

Schutz der Gemeinschaft:

„‚Wir müssen Schülerinnen und Schüler, die massiv und kontinuierlich den Unterricht stören und gewalttätig gegenüber Mitschülern und Schulpersonal sind, zeitweise auch aus dem Regelunterricht herausnehmen können.‘ Sie könnten dann in temporären Kleingruppen unterrichtet werden.“
Dipl.-Päd. Sandra Scheeres, Bildungssenatorin Berlins (SPD), Berliner Zeitung online am 24. April 2018

Aus der Erfahrung Konsequenzen ziehen:

„Die Resultate der bisherigen Modelle sind alles andere als berauschend. Es hat wenig Sinn, Schülerinnen und Schüler ohne Vorbereitung ins Sprachbad der Mehrheitsgesellschaft eintauchen zu lassen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 17. April 2018

Österreichs Spitzenwert trotz des enorm hohen Migrantenanteils:

„2016 verfügten im EU-28-Durchschnitt nur 83,1 % über einen weiterführenden Abschluss; Österreich lag mit 89,5 % deutlich über dem Durchschnitt.“
Statistik Austria (Hrsg.), „Bildung in Zahlen 2016/17. Schlüsselindikatoren und Analysen“ (2018), S. 124

Die besondere Herausforderung für Österreichs Schulwesen:

„Österreichs Schule ist vor eine Aufgabe gestellt, die in anderen Staaten nicht annähernd in dieser Dimension existiert. Wenn Österreichs Schule sie bewältigen können soll, braucht sie für Aufgaben, die keine ursächlich schulischen sind, Ressourcen, die dem Schulwesen dafür zusätzlich zur Verfügung gestellt werden.“
Stellungnahme der AHS-Gewerkschaft vom 11. April 2018

Wohlfühlstimmung statt Leistungsorientierung:

„Schule soll heute offenbar vor allem für eine Wohlfühlstimmung sorgen. Niemand darf herausgefordert, angestrengt oder kränkend benotet werden. Und da Lob und gute Noten zum Wohlbefinden nötig sind, erwächst den Lernenden gleichsam ein Anspruch auf beides – egal, ob sie sich das verdient haben oder nicht.“
Deutschlandfunkkultur online am 5. April 2018

Wie wahr!

„Integration ist eine Riesenherausforderung und eine Kulturleistung auf Gegenseitigkeit, für die die Schulen dringend mehr Mittel brauchen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. März 2018

Zeit für Besinnung:

„Es kann nicht sein, dass, wenn Schüler ein Klassenzimmer verwüsten, diese nicht fünf Minuten länger bleiben dürfen, um dieses wieder in Ordnung zu bringen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Wiener Zeitung online am 20. März 2018

Dropout als extremer Risikofaktor:

„Das mit Abstand höchste Arbeitslosigkeitsrisiko ergibt sich für Personen, die keinen über die Pflichtschule hinausgehenden Bildungsabschluss vorweisen können. Im Jahresdurchschnitt 2017 liegt diese Quote bei 24,8 %, für Frauen beträgt sie 22,5 %, für Männer 27,1 %.“
AMS (Hrsg.), „Spezialthema zum Arbeitsmarkt“ (April 2018), S. 1

Bildung ist mehr als Kompetenzenerwerb:

„Der Mensch formt und gestaltet sich in einem persönlichen Bildungsprozess, nicht durch Aneignen von Kompetenzen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, www.kathpress.at am 15. März 2018

Betroffene lehnen Abschaffung von Sonderschulen ab:

„Aus ihrer Erfahrung in Kärnten könne sie sagen, dass die Mehrheit der Eltern es ablehne, dass ihre Kinder mit besonderen Bedürfnissen im Regelschulsystem unterrichtet werden, da sie befürchten, dass dort nicht die benötigte intensive Betreuung zur Verfügung steht.“
NR-Abg. Angelika Kuss-Bergner, Parlamentskorrespondenz vom 13. März 2018

„Das ist eine einzige Katastrophe“

„Wenn Sie heute deutsche Schulen, insbesondere in den sogenannten ‚weichen‘ Fächern besuchen, dann werden sie erkennen, dass die Kompetenzorientierung dazu führt, dass die Schüler inhaltlich fast nichts mehr lernen. Es gibt keine Lernherausforderung mehr.“
Univ.-Prof. Dr. Andreas Gruschka, bildungsklick.de am 5. März 2018

Immer mehr Aufgaben für LehrerInnen:

„Ständig kommen zum normalen Unterricht neue Aufgaben von Inklusion bis Digitalisierung dazu, für Eltern und Schüler sollen sie möglichst jederzeit erreichbar sein, Korrekturarbeit und Stundenvorbereitung findet spätabends und am Wochenende statt.“
Süddeutsche Zeitung online am 9. Februar 2018

Fehlende Schulreife:

„So viele Kinder wie noch nie zuvor verfügen mit dem Eintritt in die sogenannte Schulreife noch nicht einmal über ausreichendes Selbstmanagement, um überhaupt einem Unterricht folgen zu können, sind also schwer beschulbar.
Prof. Martina Leibovici-Mühlberger, Ärztin und Psychotherapeutin, www.news4teachers.de am 23. Februar 2018

„Die Gewalt gegen Lehrer nimmt zu, die Angriffe steigen qualitativ und quantitativ an“

„Das beginne in Sozialen Netzwerken. ‚Da hagelt es Beschimpfungen und Ehrenbeleidigungen.‘ Und es ende in roher körperlicher Gewalt. Bei vielen Attacken sei Gefahr im Verzug, sodass die Polizei eingeschaltet werden müsse.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 24. Februar 2018

Hoffen auf die Zeit nach BM Häupl:

„Es ist allerhöchste Zeit, dass die Stadtregierung endlich aufwacht und die richtigen Reformen im Wiener Bildungsbereich angeht. […] Ich hoffe, dass der künftige Bürgermeister Ludwig diese gravierenden Probleme im Wiener Bildungsbereich erkennt und löst. […] Das ist Rot-Grün den Wiener Schülerinnen und Schülern für ihre erfolgreiche Zukunft in unserer Stadt schuldig.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 20. Februar 2018

Wertlose Regeln:

„Wenn es keine Sanktionen gibt, haben Regeln relativ wenig Wert für die Kinder.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Die Ganze Woche vom 30. Jänner 2018

Deutsch-Förderklasse Gebot der Stunde:

„Generationen von Kindern erhalten nun erstmals die Chance, mit gleichen Chancen und Möglichkeiten eine erfolgreiche Schulkarriere zu starten. Die Einrichtung von Deutsch-Förderklassen ist vor allem in Wien ein Gebot der Stunde sowie eine Frage der Fairness, der Vernunft und der Chancengerechtigkeit.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 30. Jänner 2018

Keine Zeit zu verlieren:

„Das Problem, dass so viele Kinder dem Unterricht nicht folgen können, ist so ernsthaft, dass wir keine Zeit verlieren dürfen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Kurier online am 25. Jänner 2018

Enorme Versäumnisse:

„Viel zu lange wurde das Problem der sprachlichen Integration von den bildungspolitischen Verantwortungsträgern vernachlässigt und die Lehrerinnen und Lehrer sehr oft alleingelassen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Presseaussendung vom 24. Jänner 2018

Teppich gehoben:

„Jahrelang hat Österreichs Politik insgesamt und die Bildungspolitik im Besonderen das Problem der sprachlichen Integration unter den Teppich gekehrt. Mit BM Faßmann kann eine neue Ära beginnen, in der Leistung und Vielfalt im Bildungswesen wieder den ihnen gebührenden Stellenwert erhalten.“
HR Mag. Dr. Günter Schmid, Vorsitzender der „Bildungsplattform Leistung & Vielfalt“ (www.bildungsplattform.or.at), Presseaussendung vom 22. Jänner 2018

Leistungsrückstand mit 10:

„Alarmierend ist […] die Leistungsdifferenz zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Sie beträgt im Durchschnitt 51 Punkte und entspricht damit dem Fortschritt von zwei Lernjahren. Damit scheitern die Volksschulen bei ihrer wichtigsten schulischen und demokratischen Aufgabe: dem Ausgleich unterschiedlicher Startbedingungen.“
Mag. Dr. Wolfgang Feller, Projektleiter Bildung der „Agenda Austria“, Der Standard online am 28. Dezember 2017

Balsam auf die Wunden der von Österreichs „Schulpolitik“ lang genug geplagten Betroffenen:

„Es tut gut zu sehen, dass am Minoritenplatz (Sitz des Bildungsministeriums, Anm.) endlich auf die Expertise der Betroffenen gehört wird und nicht nur auf die Meinung selbsternannter Experten.“
Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, Niederösterreichische Nachrichten online am 16. Jänner 2018