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Leistungsbeurteilung und Leistungsfeststellung

Rechtsgrundlagen: SchUG 18, 19, 20, 21 sowie zahlreiche Detailbestimmungen im SchUG zu verschiedenen Prüfungsformen. Verordnung des Bundesministers für Unterricht und Kunst vom 24. Juni 1974, BGBI. Nr. 371/1974, über die Leistungsbeurteilung in Pflichtschulen sowie mittleren und höheren Schulen (Leistungsbeurteilungsverordnung). Diese grundlegende Verordnung regelt alle Einzelheiten im Zusammenhang mit Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung in der Schule. Sie erging auf Grund des SchUG als eine der wichtigsten Durchführungs- und Begleitverordnungen zum Schulunterrichtsgesetz. Im Folgenden ist die Leistungsbeurteilungsverordnung als „LBVO" abgekürzt.

LB der Schüler im SCHUG: Leistungsfeststellung
in der LBVO:
Leistungs-
beurteilung:
Reifeprüfung:
a) Allgemeines a) Allg. Bestimmungen a) Grundsätze AHS-Reifeprüfung
b) Formen d. Leistungsfestst. b) Formen der Leistungsfeststellung b) Äußere Form als
Bestandteil der Leistung
a) Formen der RP
c) Beurteilungsstufen c) Mitarbeit der Schüler
im Unterricht
d) Beurteilungsstufen b) VWA
d) Sonder-bestimmungen d) Mündliche Prüfungen e) Bes. Bestimmungen bei
schriftl. Leistungsfestst.
c) Klausuren
e) LB für eine Schulstufe e) Mündliche Übungen f) Fachliche Aspekte für die
Beurteilung v. Schularbeiten
d) Mündl. Prüfungen
f) Beurteilung des Verhaltens f) Schularbeiten LB für 1 Schulstufe: e) Beurteilung und Wiederholung
g) Schriftliche  Überprüfungen a) Allg. Bestimmungen  
h) Praktische Leistungsfestst. b) Feststellungs- und Nachtragsprüfungen  
i) Graphische Leistungsfeststellung c) Widerholungsprüfungen  

1. Bestimmungen des Schulunterrichtsgesetzes zur Leistungsbeurteilung der Schüler:

a) Allgemeines:

  • Das Schulunterrichtsgesetz (SchUG) regelt einige grundsätzliche Bereiche der Leistungsbeurteilung. Alle Detailbestimmungen finden sich in der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO).
  • Die Leistungsbeurteilung stellt nach der Konzeption des SchUG ein Gutachten über die Leistungen eines Schülers dar. Hiebei sind die Noten in verkürzter Form zum Ausdruck gebrachte Gutachten (Erläuternde Bemerkungen zum SchUG).
  • Die Grundlage der Leistungsbeurteilung sind die verschiedenen Arten der Leistungsfeststellung, die in SchUG 18/1 genannt und in der Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO) näher umschrieben sind.

b) Formen der Leistungsfeststellung:

  • Die Beurteilung der Leistungen der Schüler in den einzelnen Unterrichtsgegenständen ab der 4. Schulstufe hat der Lehrer gem. §18/ Abs 1 SCHUG durch Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht sowie durch besondere in die Unterrichtsarbeit eingeordnete mündliche, schriftliche und praktische oder nach Arbeitsformen ausgerichtete Leistungsfeststellungen zu gewinnen.
  • Maßstab für die Leistungsbeurteilung sind die Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Stand des Unterrichtes.
  • Die Mitarbeitsfeststellung ist die tragende Säule der Leistungsfeststellung in nichtpunktueller Form.
  • Die Leistungsfeststellung und die Leistungsbeurteilung sind integrierende Bestandteile der Unterrichtsarbeit (vgl. SchUG 17/1) und dürfen davon nicht getrennt werden.
  • Der Maßstab der Leistungsbeurteilung ist kraft des Gesetzes (§§ 18 Abs 1 SchUG, 11 Abs 1 LBVO) ein von der Beurteilung anderer Schüler oder von der durchschnittlichen Beurteilung von Schülern gleicher Schulart und Schulstufe, sei es im ganzen Bundesgebiet oder in bestimmten Teilen desselben, unabhängiger (Erkenntnis des Verwaltungsgerichtshofes vom 9.März 1981, Zl. 3420/80).
  • Die Leistungen des Schülers sind grundsätzlich an den Lehrplananforderungen zu messen, dies allerdings mit der wesentlichen Maßgabe, dass der jeweilige Unterrichtsstand - der mit den Forderungen des Lehrplanes nicht immer übereinstimmen wird - zu berücksichtigen ist (Erkenntnis des VerwGH vom 27.1.1986, ZI. 85/10/0149).
  • Voreingenommenheit eines Lehrers bei der Leistungsbeurteilung ist nur bei einem Verhalten rechtserheblich, das jener im Zusammenhang mit der sich auf den betreffenden Schüler beziehenden Leistungsbeurteilung setzt und das geeignet ist, die objektive Handhabung der den genannten Bereich regelnden Normen durch den Lehrer gegenüber dem betreffenden Schüler in Zweifel zu stellen (Erkenntnis des VerwGH vom 27. 6. 1988, ZI. 88/10/0062; in diesem Sinne auch das Erk. des VerwGH vom 9.März 1981, Zl. 3420/80). (zur Übersicht)

c) Beurteilungsstufen: 

  • Für die Beurteilung der Leistungen der Schüler sind gemäß SchUG 18/2 folgende Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden: Sehr gut (1), Gut (2), Befriedigend (3), Genügend (4), Nicht genügend (5).
  • In der VS und der Sonderschule sowie an NMS kann das Klassenforum oder das Schulforum beschließen, dass der Beurteilung der Leistungen durch Noten eine schriftliche Erläuterung hinzuzufügen ist.
  • Die Schreibweise der Noten hat der im SchUG vorgesehenen Schreibweise (= Großschreibung) zu entsprechen. Im Regelfall wird die Angabe der Ziffer (nicht in Worten) genügen. Vgl. hiezu die Zeugnisformularverordnung (VO des BMU vom 19. Juli 1989 über die Gestaltung von Zeugnisformularen) § 2 Abs 6 und § 15 Abs 2 LBVO).
  • Die Beurteilung der Leistungen ist in den Abschlusszeugnissen, Reifeprüfungszeugnissen, Reife- und Diplomprüfungszeugnissen, Diplomprüfungszeugnissen und Abschlussprüfungszeugnissen in Worten, in den übrigen Fällen in Ziffern zuschreiben. Bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 18 Abs 2 SchUG ist eine schriftliche Erläuterung hinzuzufügen.
  • Für die Beurteilung von schriftlichen Leistungsfeststellungen sind nur die angeführten Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden und in Worten einzusetzen. Zusätze zu diesen Noten sind unzulässig, soweit es sich nicht um Zusätze nach § 11 Abs 3 letzter Satz LBVO handelt ("Die für die Beurteilung maßgeblichen Vorzüge und Mängel seiner Leistung sind dem Schüler mit der Beurteilung bekanntzugeben, ohne ihn jedoch zu entmutigen oder seine Selbstachtung zu beeinträchtigen.")
  • In der 7. und 8. Schulstufe der NMS haben gern. § 18 Abs. 2a SchUG Leistungsfeststellungen und -beurteilungen in den differenzierten Pflichtgegenständen nach den Anforderungen des Lehrplans nach grundlegenden und vertieften Gesichtspunkten zu erfolgen. Leistungsfeststellungen haben die Beurteilung nach den Anforderungen der grundlegenden oder der vertieften Allgemeinbildung auszuweisen. Die Beurteilung im Rahmen der vertieften Allgemeinbildung kann nicht schlechter als „Genügend" sein und setzt voraus, dass die Anforderungen im Bereich der grundlegenden Allgemeinbildung mindestens mit „Gut" zu beurteilen sind, anderenfalls hat lediglich eine Beurteilung nach den Anforderungen der grundlegenden Allgemeinbildung zu erfolgen.
  • Durch die Noten sind die Selbständigkeit der Arbeit, die Erfassung und die Anwendung des Lehrstoffes, die Durchführung der Aufgaben und die Eigenständigkeit des Schülers zu beurteilen.
  • Unter „Selbständigkeit der Arbeit" ist ein möglichst anleitungsfreies Arbeiten gemeint (=Ausmaß der Anleitung bei der Bewältigung eines Themas), während durch den Begriff „Eigenständigkeit des Schülers" der Grad des Vermögens, einen eigenen geistigen Standpunkt zu beziehen, erfasst werden soll.
  • Das Verhalten des Schülers in der Schule darf in die Leistungsbeurteilung nicht einbezogen werden. (zur Übersicht)

d) Sonderbestimmungen und Ausnahmeregelungen:

  • Gem. 3 18 Abs 4 SchUG sind vorgetäuschte Leistungen nicht zu beurteilen. Darunter fällt auch die Anwendung unerlaubter Hilfsmittel.
  • Der bloße Versuch, eine Leistung vorzutäuschen, führt noch nicht zur Nichtbeurteilung. Bei Feststellung eines Versuches ist dessen Durchführung zu unterbinden, was beim Versuch der Anwendung unerlaubter Hilfsmittel zu einer vorübergehenden Abnahme dieser Mittel führen kann.
  • Schüler, die wegen einer körperlichen Behinderung eine entsprechende Leistung nicht erbringen können oder durch die Leistungsfeststellung gesundheitlich gefährdet wären, sind gem. § 18 Abs 6 SchUG entsprechend den Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den wegen der körperlichen Behinderung bzw. gesundheitlichen Gefährdung erreichbaren Stand des Unterrichtserfolges zu beurteilen, soweit die Bildungs- und Lehraufgabe des betreffenden Unterrichtsgegenstandes grundsätzlich erreicht wird.
  • Maßstab für die Leistungsbeurteilung sind die Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Stand des Unterrichtes. Die Absätze 6, 8, 9 und 12 des § 18 SchUG regeln, inwiefern bei der Beurteilung der Leistungen von Schülern auf ihre körperliche Behinderung, mangelnde Anlagen, mangelnde körperliche Fähigkeiten oder mangelnde Kenntnis der Unterrichtssprache Bedacht zu nehmen ist. Nach dem insoweit klaren Gesetzeswortlaut sind Gegenstand der Leistungsbeurteilung ausschließlich die „Leistungen der Schüler". Das Gesetz bietet keinen Anhaltspunkt für die Annahme, dass im Rahmen der Leistungsbeurteilung zunächst zu prüfen wäre, ob seitens der Schule bzw. der Lehrer den Anforderungen, die sich für sie aus den spezifischen Bildungszielen der Lehrpläne in Bezug auf die Gestaltung des Unterrichtes bzw. die optimale Förderung der Schüler unter dem Blickwinkel ihrer allfälligen Behinderungen (z. B. wegen Hörbehinderung) oder sonstigen Mängel ergeben, in ausreichendem Maße entsprochen worden ist und dass gegebenenfalls von einer Leistungsbeurteilung Abstand zu nehmen wäre (Erkenntnis des VerwGH vom 9. Juli 1992, ZI. 92/10/0023).
  • Bei nachweislich vorliegenden und schwer wiegenden hirnorganischen Störungen, die sich im Sinne einer Körperbehinderung auswirken und das Erlernen und Anwenden der Rechtschreibung beeinträchtigen (Lese-Rechtschreibschwäche, Legasthenie), kann § 18 Abs 6 SchUG angewendet werden. Mit Bezug auf die Leistungsbeurteilung - insbesondere im Pflichtgegenstand Deutsch - ist daher verantwortungsbewusst abzuwägen, inwieweit nur ein einzelner Leistungsbereich - nämlich die Schreibrichtigkeit - bestimmend für die gesamte Bildungs- und Berufslaufbahn eines jungen Menschen sein soll, zumal sich sowohl aus den Lehrplänen als auch aus der Verordnung über die Leistungsbeurteilung ergibt, dass der Gesichtspunkt der Schreibrichtigkeit keinesfalls die einzige Grundlage der Leistungsbeurteilung sein kann und darf. (Siehe ministerielles Rundschreiben Nr. 32/2001.)
  • Gem. § 18 Abs 7 SchUG hat der zuständige Bundesminister durch Verordnung zu bestimmen, bei welchen Pflichtgegenständen die äußere Form der Arbeit einen wesentlichen Bestandteil der Leistung darstellt und bei der Leistungsbeurteilung mit zu berücksichtigen ist (siehe § 12 LBVO).
  • Bei der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in Musikerziehung, Bildnerischer Erziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sowie Bewegung und Sport sind mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten bei erwiesenem Leistungswillen zugunsten des Schülers zu berücksichtigen. Dies gilt insoweit nicht, als einer der genannten Gegenstände für die Aufgabe einer Schulart von besonderer Bedeutung ist (siehe § 13 LBVO).
  • Die Leistungen von Schulpflichtigen, die gemäß § 4 Abs 2 SchUG wegen mangelnder Kenntnis der Unterrichtssprache als außerordentliche Schüler aufgenommen worden sind, sind unter Berücksichtigung ihrer Sprachschwierigkeiten zu beurteilen.
  • Wegen des Verweises auf § 4 Abs. 2 SchUG sind hier nur der allgemeinen Schulpflicht unterliegende Schüler gemeint.
  • Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer schriftlichen oder graphischen Leistungsfeststellung mit „Nicht genügend" zu beurteilen sind, so ist sie gem. § 18 Abs. 11 SchUG mit neuer Aufgabenstellung ein Mal zu wiederholen. Als Grundlage für die Beurteilung ist in diesem Falle jene Leistungsfeststellung heranzuziehen, bei der der Schüler die bessere Leistung erbracht hat.
  • Hat der Schüler eine der Schularbeiten versäumt, so wird die auf die gemachte Schularbeit erhaltene Leistungsbeurteilung heranzuziehen sein, da mangels zweier Leistungsbeurteilungen diese Sonderregelung nicht anwendbar ist. Hiebei ist es unerheblich, welche Schularbeit versäumt und welche Leistungsbeurteilung erzielt worden ist, die § 18 Abs. 11 SchUG keine diesbezügliche Regelung enthält.
  • Auf Antrag eines Schülers, dessen Muttersprache nicht die Unterrichtssprache der betreffenden Schule ist, hat der Schulleiter gem. § 18 Abs. 12 SchUG zu bestimmen, dass hinsichtlich der Beurteilung die Unterrichtssprache an die Stelle der lebenden Fremdsprache tritt, wenn eine lebende Fremdsprache als Pflichtgegenstand in der betreffenden Schulstufe lehrplanmäßig vorgesehen ist; der Schüler hat in seiner Muttersprache Leistungen nachzuweisen, die jenen eines Schülers deutscher Muttersprache im Pflichtgegenstand Deutsch entsprechen, allenfalls auch im Wege von Externistenprüfungen, sofern die Durchführung von Prüfungen in der betreffenden Sprache möglich ist. Dasselbe gilt sinngemäß für die Pflichtgegenstände Kaufmännischer Schriftverkehr, Phonotypie, Textverarbeitung, Kurzschrift und Maschinschreiben. Das Jahreszeugnis ist mit einem entsprechenden Vermerk zu versehen. Dieser Absatz gilt nicht für Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und für Bildungsanstalten für Sozialpädagogik.
  • Eine solche Bewilligung nach § 18 Abs. 12 SchUG kann nur zu einem Austausch von Pflichtgegenständen führen, nicht jedoch dazu, dass der Schüler in seiner Muttersprache gar keine Leistungen nachzuweisen hat, die jenen eines Schülers deutscher Muttersprache im Pflichtgegenstand Deutsch entsprechen. Voraussetzung für die Bewilligung ist daher, dass der Schüler eine Schulart in einer Klasse besuchen muss, in der eine lebende Fremdsprache als Pflichtgegenstand vorgesehen ist und ein Leistungsnachweis des Schülers in seiner Muttersprache, allenfalls auch im Wege von Externistenprüfungen, möglich ist. Dies erfordert jedoch als Maßstab der Leistungsbeurteilung das Vorhandensein eines entsprechenden Lehrplanes in der Muttersprache des Schülers (Erkenntnis des VGH vom 31. Jänner 1992, ZI. 91/10/0160).
  • Voraussetzungen sind somit:
    • Der Schüler muss eine Schulart (Form, Fachrichtung) in einer Klasse besuchen, in der eine (nicht die betreffende) lebende Fremdsprache als Pflichtgegenstand vorgesehen ist;
    • der Wechsel in der Beurteilung kann nur mit einer lebenden Fremdsprache erfolgen, die lehrplanmäßig vorgesehen ist (als Pflicht- oder als Freigegenstand);
    • Prüfung (allenfalls Externistenprüfung) muss möglich sein (dies ist der Fall, wenn ein entsprechender Lehrer an einer öffentlichen oder mit dem Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Schule vorhanden ist). Vgl. hiezu das ministerielle RS Nr. 37/2002).
  • Die Durchführung von Externistenprüfungen (für die Jahresbeurteilung) wird vor allem dann in Betracht kommen, wenn der Schüler den Unterricht im Pflichtgegenstand „Lebende Fremdsprache" (= Muttersprache) nicht an der eigenen Schule besuchen kann; auch wenn dies möglich sein sollte, kann eine Externistenprüfung vorgesehen werden, wenn eine Leistungsfeststellung im Rahmen des Unterrichtes (weil es sich in der betreffenden Klasse z. B. um einen Anfangsunterricht in der lebenden Fremdsprache handelt) nicht durchführbar ist.
  • Diese Sonderregelung gemäß § 18 Abs 12 SchUG gilt nur für die Leistungsbeurteilung in den angeführten Pflichtgegenständen. Daher hat eine derartige Festlegung durch den Schulleiter keine Folge für die Prüfungsgebiete bei der Reifeprüfung oder bei einer sonstigen abschließenden Prüfung.
  • Pflichtpraktika und Praktika außerhalb des schulischen Unterrichtes, verbindliche und unverbindliche Übungen sowie therapeutische und funktionelle Übungen sowie Kurse im Zusammenhang mit der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfes (vgl. Schulpflichtgesetz § 8 Abs 2 und 3) sind nicht zu beurteilen.
  • Der zuständige Bundesminister hat gem. § 18 Abs 10 SchUG durch Verordnung nach den Aufgaben der einzelnen Schularten und nach der Art der einzelnen Unterrichtsgegenstände nähere Bestimmungen für den Aufbau und die Durchführung von Leistungsfeststellungen und die Beurteilung der Leistungen der Schüler zu erlassen. Diese Verordnung ist die grundlegende „Leistungsbeurteilungsverordnung" (LBVO) (BGBI. 371/1974). Ihre Bestimmungen werden unten detailliert dargestellt. (zur Übersicht)

e) Leistungsbeurteilung für eine Schulstufe:

  • Der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in einem Unterrichtsgegenstand auf einer ganzen Schulstufe hat der Lehrer gern. § 20 Abs. 1 SchUG alle in dem betreffenden Unterrichtsjahr erbrachten Leistungen zugrunde zu legen, wobei dem zuletzt erreichten Leistungsstand das größere Gewicht zuzumessen ist. Dabei sind die fachliche Eigenart des Unterrichtsgegenstandes und der Aufbau des Lehrstoffes zu berücksichtigen.
  • Die Beurteilung obliegt somit dem Lehrer. Sofern mehrere Lehrer einen Unterrichtsgegenstand unterrichten siehe § 11 Abs. 10 LBVO. Der Klassenkonferenz kommt hiebei nur beratende Wirkung zu. Nur die Beurteilung des Verhaltens in der Schule (siehe hiezu später) erfolgt durch die Klassenkonferenz.
  • Wenn sich bei längerem Fernbleiben des Schülers vom Unterricht und in ähnlichen Ausnahmefällen auf Grund der nach § 18 Abs. 1 SchUG gewonnenen Beurteilung eine sichere Beurteilung für die ganze Schulstufe nicht treffen lässt, hat der Lehrer gern. § 20 Abs. 2 SchUG eine Prüfung durchzuführen, von der der Schüler zwei Wochen vorher zu verständigen ist (Feststellungsprüfung).
  • Eine Überprüfung, ob das Fernbleiben verschuldet oder nicht verschuldet war, hat im Zusammenhang mit der Feststellungsprüfung (im Gegensatz zu § 20 Abs. 3 SchUG; siehe unten) nicht stattzufinden.
  • Fehlt der Schüler am vorgesehenen Tag der Feststellungsprüfung und kommt er noch vor der Konferenz gern. § 20 Abs. 6 SchUG (Beurteilungskonferenz am Jahresende) wieder in die Schule, muss ihm kein neuer Termin gesetzt werden, sondern der Schüler hat sich sofort dieser Prüfung zu unterziehen. Der Sinn der zweiwöchigen Ankündigungsfrist, sich auf die Prüfung vorzubereiten und sich darauf einstellen zu können, ist auch beim nunmehrigen sofortigen Antreten gewahrt.
  • Die Wiederholung einer Feststellungsprüfung ist nicht zulässig (§ 21 Abs. 11 LBVO). Hinsichtlich der Durchführung der Feststellungsprüfung siehe § 21 LBVO (siehe hiezu unten).
  • Wenn ein Schüler ohne eigenes Verschulden (Hier ist also die Verschuldensfrage relevant!) so viel vom Unterricht versäumt, dass die erfolgreiche Ablegung der Feststellungsprüfung nicht zu erwarten ist, ist sie ihm vom Schulleiter auf mindestens acht, höchstens zwölf Wochen - bei lehrgangsmäßigen Berufsschulen höchstens bis zum Beginn des nächsten der Schulstufe entsprechenden Lehrganges im nächsten Schuljahrzu stunden (Nachtragsprüfung).
  • Die Frist läuft ab dem fiktiven Termin der Feststellungsprüfung. Fällt die Zeit zwischen der achten und zwölften Woche in die Ferien, so wird die Nachtragsprüfung sofort zu Beginn des folgenden Schuljahres durchzuführen sein.
  • Hat der Schüler die Nachtragsprüfung nicht bestanden, ist er auf Antrag innerhalb von zwei Wochen zu einer Wiederholung der Nachtragsprüfung zuzulassen; der Antrag ist spätestens am dritten Tag nach Ablegung dieser Prüfung zu stellen.
  • Zur Frage der Wiederholungsmöglichkeit für die Nachtragsprüfung und den Zeitpunkt der Entscheidung der Klassenkonferenzen gern. § 20 Abs. 6 SchUG wird im ministeriellen RS Nr. 23/1997 Folgendes festgestellt:
  • Ein Schüler, der eine oder mehrere Nachtragsprüfungen abzulegen hat, kann am Ende des Unterrichtsjahres nicht „abgeschlossen" werden, d. h. solange die Nachtragsprüfung(en) nicht abgelegt (sind) ist, steht der erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Abschluss der Schulstufe noch nicht fest. Desgleichen kann eine Entscheidung der Klassenkonferenz (§ 20 Abs. 6 SchUG) erst nach Ablegen der Nachtragsprüfung erfolgen.
  • Im Hinblick auf das nunmehr eingeführte Recht auf Wiederholung der Nachtragsprüfung und - im Fall eines negativen Ergebnisses - der Notwendigkeit der Entscheidung der Klassenkonferenz (und das daran anknüpfende Berufungsrecht) wird aus Gründen der Verfahrensökonomie festgestellt:
  • Die Entscheidung der Klassenkonferenz hat zu erfolgen:
       a) erst unmittelbar nach Ablegen der wiederholten Nachtragsprüfung oder
       b) wenn feststeht, dass der Schüler die Nachtragsprüfung nicht wiederholt.
  • Keinesfalls sind zwei Entscheidungen der Klassenkonferenz zu treffen; einmal nach negativem Ablegen der Nachtragsprüfung und neuerlich nach negativem Ablegen der Wiederholung der Nachtragsprüfung.
  • Mit dieser Regelung soll erreicht werden, dass nicht zwei Widerspruchsverfahren aus Anlass einer negativen Nachtragsprüfung parallel anhängig sind.
  • Über den Verlauf einer Feststellungsprüfung und einer Nachtragsprüfung hat der Lehrer gern. § 20 Abs. 5 SchUG eine schriftliche Aufzeichnung zu führen.
  • Im Zeitraum von Mittwoch bis Freitag der zweiten Woche vor Ende des Unterrichtsjahres hat gem. § 20 Abs. 6 SchUG eine Klassenkonferenz zur Beratung über die Leistungsbeurteilung der Schüler stattzufinden. Die Entscheidungen der Klassenkonferenz über die Nichtberechtigung zum Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe oder den nicht erfolgreichen Abschluss der letzten Stufe der besuchten Schulart sind spätestens am folgenden Tag unter Angabe der Gründe und Beifügung einer Belehrung über die Widerspruchsmöglichkeit dem Schüler bekanntzugeben.
  • Findet also die Konferenz zum Ende des Unterrichtsjahres z. B. am Donnerstag der vorletzten Woche statt, so sind die Entscheidungen der Konferenz spätestens am Freitag den Schülern bekanntzugeben. Da sich an die Zustellung dieser Entscheidung die Frist für die Einbringung eines allfälligen Widerspruchs knüpft, hat die Bekanntgabe nachweisbar zu erfolgen. Daher ist eine schriftliche Bekanntgabe zweckmäßig (nicht jedoch zwingend). Die Zulässigkeit sowohl der schriftlichen als auch der mündlichen Erlassung ergibt sich aus dem Erkenntnis des VwGH vom 26. Juni 1988, ZI. 88/10/0208/8.
  • Soweit in dieser Konferenz gern. § 25 Abs. 2 SchUG die Entscheidung getroffen wird, dass der Schüler trotz eines „Nicht genügend" aufsteigen darf, hat keine gesonderte Bekanntgabe zu erfolgen. Es genügt der diesbezügliche Hinweis gern. § 3 Abs. 1 Z 2 lit. a ZeuVO: „Er/Sie ist gemäß § 25 des Schulunterrichtsgesetzes zum Aufsteigen in die/den ... Klasse/ Jahrgang (... Schulstufe) berechtigt."
  • Auch wenn auf Grund der Bekanntgabe ein Widerspruch gegen die Entscheidung über die Nichtberechtigung zum Aufsteigen eingebracht wurde, in der eine unrichtige Beurteilung mit „Nicht genügend" behauptet wird, ist das in der Klassenkonferenz bekannt gegebene „Nicht genügend" in das Jahreszeugnis aufzunehmen, da der Berufung keine aufschiebende Wirkung zukommt; wenn jedoch vor Verteilung des Jahreszeugnisses das „Nicht genügend" von der Berufungsbehörde abgeändert wird, ist die neue Note in das Jahreszeugnis aufzunehmen.
  • Für die Entscheidung über das Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe trotz eines „Nicht genügend" ist sowohl am Schluss des Unterrichtsjahres als auch nach der Ablegung der Wiederholungsprüfung die Klassenkonferenz zuständig (Erkenntnis des VwGH vom 29. Juni 1992, ZI. 91/10/0109). (zur Übersicht)

f) Beurteilung des Verhaltens in der Schule:

  • Der zuständige Bundesminister hat durch Verordnung nach den Aufgaben der einzelnen Schularten und der Altersstufe der Schüler zu bestimmen, in welchen Schularten und Schulstufen das Verhalten des Schülers in der Schule zu beurteilen ist. Diese Bestimmungen finden sich im § 18 LBVO.
  • Für die Beurteilung des Verhaltens des Schülers in der Schule sind folgende Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden: Sehr zufriedenstellend, Zufriedenstellend, Wenig zufriedenstellend, Nicht zufriedenstellend. Im Gegensatz zu den Noten im Rahmen der Leistungsbeurteilung sind hier keine Ziffern vorgesehen.
  • Durch die Noten für das Verhalten des Schülers in der Schule ist gern. § 21 Abs. 3 SchUG zu beurteilen, inwieweit sein persönliches Verhalten und seine Einordnung in die Klassengemeinschaft den Anforderungen der Schulordnung bzw. der Hausordnung entsprechen. Bei der Beurteilung sind die Anlagen des Schülers, sein Alter und sein Bemühen um ein ordnungsgemäßes Verhalten zu berücksichtigen.
  • Die Beurteilung ist durch die Klassenkonferenz auf Antrag des Klassenvorstandes zu beschließen. Die Beurteilung für die Schulstufe hat im Rahmen der Lehrerkonferenz gern. § 20 Abs. 6 SchUG (= in der Beurteilungskonferenz in der zweiten Woche vor Unterrichtsschluss) zu erfolgen. (zur Übersicht)

2. Leistungsfeststellung:

a) Allgemeine Bestimmungen der LBVO zur Leistungsfeststellung:

  • Grundlage der Leistungsbeurteilung sind gern. § 1 Abs. 1 LBVO die Leistungsfeststellungen nach Maßgabe der Bestimmungen der LBVO.
  • Feststellungen der Leistungen der Schüler, die dem Lehrer nur zur Information darüber dienen, auf welchen Teilgebieten die Schüler die Lehrziele erreicht haben und auf welchen Teilgebieten noch ein ergänzender Unterricht notwendig ist, sind nicht Gegenstand dieser Verordnung (Informationsfeststellungen).
  • Die Leistungsbeurteilung ist ein Sachverständigengutachten. Wie bei jedem Gutachten muss der Beurteilung des Sachverhaltes (hier: Leistungsbeurteilung) die Erhebung des Sachverhaltes vorangehen (= Leistungsfeststellung). Die Noten sind in verkürzter Form zum Ausdruck gebrachte Gutachten.
  • Die Nichteinhaltung einer Vorschrift über den Prüfungsvorgang kann nur dann mit Erfolg geltend gemacht werden, wenn es sich um eine im konkreten Fall wesentliche, d. h. eine solche Vorschrift gehandelt hat, deren Nichteinhaltung geeignet war, rechtlich relevante Interessen des Schülers zu verletzen (Erkenntnis des VwGH vom 12. Juni 1975, Slg. Nr. 8842 A).
  • Leistungsfeststellungen, die in der LBVO nicht vorgesehen sind oder unter Verletzung der Vorschriften dieser Verordnung gewonnen worden sind, sowie Informationsfeststellungen dürfen daher keinen Einfluss auf die Beurteilung (Benotung) haben. Sofern bei einer Leistungsfeststellung die LBVO lediglich durch einen Formfehler verletzt wurde, der keine Auswirkung auf die Leistung des Schülers hat, ist die Leistungsfeststellung der Beurteilung zu Grunde zu legen.
  • Formen der Leistungsfeststellung können auch - ohne dass sie punktuell zur Leistungsbeurteilung herangezogen werden - Formen der Unterrichtsgestaltung sein. In diesem Fall gelten die eingeschränkten Bestimmungen für die einzelnen Arten punktueller Leistungsfeststellung nicht. Beispiel: In Kurzschrift sind nach der Eigenart dieses Unterrichtsgegenstandes häufig Diktate nötig, deren Durchführung nach Maßgabe der Erfordernisse des Unterrichts ohne Beschränkung zulässig ist, wobei die Leistungen des Schülers im Rahmen der Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht (§ 4 LBVO) für die Leistungsbeurteilung maßgeblich sein werden. Soll jedoch die Leistung punktuell festgestellt und beurteilt werden, handelt es sich um eine schriftliche Überprüfung gern. § 8 Abs. 1 lit. b LBVO, für die die einschränkenden bzw. besonderen Bestimmungen von § 3 Abs. 3 und 4 sowie § 8 Abs. 2, 4 bis 8, 10 und 13 gelten (siehe unten).
  • Der Leistungsfeststellung sind nur die im Lehrplan festgelegten Eildungs- und Lehraufgaben und jene Lehrstoffe zugrunde zu legen, die bis zum Zeitpunkt der Leistungsfeststellung in der betreffenden Klasse behandelt worden sind.
  • Die Leistungsfeststellungen sind möglichst gleichmäßig über den Beurteilungszeitraum zu erteilen. Der Beurteilungszeitraum ist im Regelfall ein Semester (Halbjahr).
  • Dievom Lehrerjeweils gewählte Form der Leistungsfeststellung ist dem Alter und dem Bildungsstand der Schüler, den Erfordernissen des Unterrichtsgegenstandes, den Anforderungen des Lehrplanes und dem jeweiligen Stand des Unterrichtes anzupassen.
  • Eine Leistungsfeststellung ist insoweit nicht durchzuführen, als feststeht, dass der Schüler wegen einer körperlichen Behinderung eine entsprechende Leistung nicht erbringen kann oder durch die Leistungsfeststellung gesundheitlich gefährdet ist.
  • Die Leistungsfeststellungen haben auf das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern, Schülern und Erziehungsberechtigten Bedacht zu nehmen und zur sachlich begründeten Selbsteinschätzung hinzuführen.
  • Die Feststellung der Leistungen der einzelnen Schüler ist in den Unterricht so einzubauen, dass auch die übrigen Schüler der Klasse aus der Leistungsfeststellung Nutzen ziehen können.
  • Leistungsfeststellungen sind während des Unterrichtes durchzuführen. Dies gilt nicht für Wiederholungs- und Nachtragsprüfungen. Schularbeiten für einzelne Schüler dürfen auch außerhalb des Unterrichtes nachgeholt werden.
  • Semesterprüfungen im Rahmen der „neuen Oberstufe" haben gern. § 23 Abs. 1 LBVO grundsätzlich während des Unterrichts oder, wenn es dem Prüfer in Hinblick auf die Unterrichtsarbeit oder den Prüfungsablauf zweckmäßig erscheint, auch außerhalb des Unterrichts stattzufinden.
  • An den letzten drei Unterrichtstagen vor einer Beurteilungskonferenz ist die Durchführung einer Leistungsfeststellung nur mit Zustimmung des Schulleiters zulässig. Der Schulleiter darf diese Zustimmung nur dann erteilen, wenn wichtige Gründe hiefür vorliegen (z. B. wegen Erkrankung des Lehrers oder des Schülers in der letzten Zeit vor diesem Termin). (zur Übersicht)

b) Formen der Leistungsfeststellung:

  • Die Leistungsbeurteilungsverordnung nennt in § 3 Abs. 1 alle Formen der Leistungsfeststellung, die der Leistungsfeststellung zum Zweck der Leistungsbeurteilung dienen. Diese Aufzählung ist taxativ (erschöpfend), d. h. dass andere Formen der Leistungsfeststellung als die hier genannten Formen nicht zulässig sind.
  •  Der Leistungsfeststellung zum Zweck der Leistungsbeurteilung dienen:
    • die Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht (§ 4 LBVO);
    • besondere mündliche Leistungsfeststellungen:
           mündliche Prüfungen (§ 5 LBVO),
           mündliche Übungen (§ 6 LBVO);
    • besondere schriftliche Leistungsfeststellungen:
          Schularbeiten ($ 7 LBVO),
          schriftliche Überprüfungen (Tests, Diktate) (§ 8 LBVO);
    • besondere praktische Leistungsfeststellungen (§ 9 LBVO);
    • besondere graphische Leistungsfeststellungen (§ 10 LBVO).
  • Die Einbeziehung praktischer und graphischer Arbeitsformen, z. B. die Arbeit am Computer oder projektorientierte Arbeit in mündliche und schriftliche Leistungsfeststellungen ist zulässig. Bei praktischen Leistungsfeststellungen ist die Einbeziehung mündlicher, schriftlicher, praktischer und graphischer Arbeitsformen zulässig.
  • Besondere schriftliche Leistungsfeststellungen (Schularbeiten, schriftliche Überprüfungen, Tests, Diktate) dürfen gemäß § 3 Abs 3 LBVO nie für sich allein oder gemeinsam die alleinige Grundlage einer Semester- bzw. Jahresbeurteilung sein. Das heißt, es müssen stets auch andere Formen der Leistungsfeststellung vorliegen (z.B. Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht, mündliche Leistungsfeststellungen, praktische oder graphische Leistungsfeststellungen). Nur auf Grund von Schularbeiten oder Tests allein darf keine Note vergeben werden.
  • Gem. § 3 Abs 4 LBVO sind unbeschadet der Bestimmungen des § 5 Abs 2 LBVO ("Wunschprüfung", siehe unten) zum Zweck der Leistungsbeurteilung über die Leistungsfeststellung auf Grund der Mitarbeit der Schüler im Unterricht und über die lehrplanmäßig vorgeschriebenen Schularbeiten hinaus nur so viele mündliche und schriftliche Leistungsfeststellungen vorzusehen, wie für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester oder für eine Schulstufe unbedingt notwendig sind.
  • Sofern bereits von vornherein feststeht, dass über die Feststellung der Mitarbeit und die Schularbeiten hinaus mündliche Leistungsfeststellungen und schriftliche Überprüfungen unbedingt notwendig sind, können diese während des ganzen Unterrichtsjahres und nicht nur zum Ende eines Beurteilungsabschnittes erfolgen.
  • Unter Beachtung der Bestimmung § 3 Ans 4 LBVO sind die in § 3 Abs 1 LBVO genannten Formen der Leistungsfeststellung als gleichwertig anzusehen. Es sind jedoch Anzahl, stofflicher Umfang und Schwierigkeitsgrad der einzelnen Leistungsfeststellungen mit zu berücksichtigen.
  • Der Grundsatz der Gleichwertigkeit der Formen der Leistungsfeststellungen erfährt dadurch eine gewichtige Einschränkung. (zur Übersicht)

c) Mitarbeit der Schüler im Unterricht:

  • Die Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht ist in § 4 LBVO normiert. Sie umfasst den Gesamtbereich der Unterrichtsarbeit in den einzelnen Unterrichtsgegenständen und erfasst:
    • in die Unterrichtsarbeit eingebundene mündliche, schriftliche, praktische und graphische Leistungen;
    • Leistungen im Zusammenhang mit der Sicherung des Unterrichtsertrages einschließlich der Bearbeitung von Hausübungen;
    • Leistungen bei der Erarbeitung neuer Lehrstoffe;
    • Leistungen im Zusammenhang mit dem Erfassen und Verstehen von unterrichtlichen Sachverhalten;
    • Leistungen im Zusammenhang mit der Fähigkeit, Erarbeitetes richtig einzuordnen und anzuwenden.
  • Bei der Mitarbeit sind Leistungen zu berücksichtigen, die der Schüler in Alleinarbeit erbringt, und Leistungen des Schülers in der Gruppen- und Partnerarbeit.
  • Einzelne Leistungen im Rahmen der Mitarbeit sind nicht gesondert zu benoten.
  • Aufzeichnungen über diese Leistungen sind so oft und so eingehend vorzunehmen, wie dies für die Leistungsbeurteilung erforderlich ist (LBVO 4/3). Diese Aufzeichnungen sind nicht nur für den die Leistungen feststellenden Lehrer wichtig, sondern sind vor allem dann bedeutsam, wenn dieser Lehrer am Ende des Beurteilungsabschnittes wegen Erkrankung oder aus anderen Gründen nicht an der Schule ist und ein anderer Lehrer die Beurteilung vornehmen muss. Sie dienen nicht Beweiszwecken im schulbehördlichen Verfahren und sind keine Prüfungsprotokolle. (Siehe das Erk. des VwGH vom 9. März 1981, ZI. 10/3420/80).
  • Die Leistungsfeststellungen aus der Mitarbeit der Schüler erstrecken sich also, grob gesprochen, auf alle Leistungen von Schülern im Unterricht und auf Hausübungen. Diese schulischen Leistungen sind solche mündlicher, schriftlicher oder praktischer Art. Sie umfassen daher das ganze mögliche Leistungsspektrum eines Schülers.
  • Für die in der LBVO ausdrücklich erwähnten, in die Unterrichtsarbeit eingebundenen schriftlichen Leistungen und deren Feststellung bedeutet dies in Abgrenzung zu Tests, Schularbeiten und zu Diktaten: Schriftliche Leistungsfeststellungen (Schularbeiten, Tests, Diktate) sind punktuelle Formen der Leistungsfeststellung, somit deutlich abzugrenzen, inhaltlich determiniert und in zeitlicher Hinsicht begrenzt. Die Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht ist eine Form der Leistungsfeststellung nichtpunktueller Art, die den Gesamtbereich der Unterrichtsarbeit in den einzelnen Unterrichtsgegenständen betrifft, somit das gesamte Spektrum der Leistungen eines Schülers. Dazu zählen eben auch schriftliche Leistungen (und nicht Leistungsfeststellungen), wie etwa Mitarbeit schriftlicher Art durch Führung der Schulübungshefte, Leistungen, die im Zusammenhang mit der Verwendung von Arbeitsbüchern (Ausfüllen von Texten in Schulbüchern) erbracht werden, Rechnungen an der Tafel und Ähnliches.
  • Bei der Feststellung der Mitarbeit haben daher die unterrichtenden Lehrer im Rahmen der Leistungsbeurteilung das Gesamtbild der Leistungen mündlicher, schriftlicher und praktischer Art im Sinne der Notendefinitionen (§ 14 LBVO: Sehr gut, Gut usw.) zu bewerten und einzuordnen. Bei den in § 4 Abs. 3 LBVO angesprochenen Aufzeichnungen über die Leistungsfeststellungen ist nicht über jede einzelne Leistung Buch zu führen, sondern der jeweilige Leistungsstand auf Grund des im Rahmen der Mitarbeit sich bietenden Leistungsbildes in einer Gesamtschau festzuhalten.
  • Den Bestimmungen über die Feststellung der Mitarbeit ist nicht zu entnehmen, dass sich diese auf das Melden zur mündlichen Mitarbeit beschränken dürfe oder dass es gestattet sei, anstelle der ständigen Beobachtung der Mitarbeit Rückschlüsse aus Leistungsfeststellungen auf diese Mitarbeit der Überprüfung der Leistungsbeurteilung zu Grunde zu legen (Erkenntnis. des VwGH vom 9. März 1981, ZI. 10/3420/80).
  • Buchbesprechungen zählen zu Leistungsfeststellungen aus der Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht (Erkenntnis des VwGH vom 10. Juni 1985, ZI. 84/10/0278). Dies jedoch nur, wenn die Buchbesprechungen nicht in einer anderen Form der Leistungsfeststellung erfolgen (z. B. als mündliche Übungen gem. § 6 Abs. 1 LBVO).
  • Im Zusammenhang mit der Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht sind auch besonders die Bestimmungen des § 17 Abs. 2 SchUG betreffend Hausübungen zu beachten: Zur Ergänzung der Unterrichtsarbeit können den Schülern auch Hausübungen aufgetragen werden, die jedoch so vorzubereiten sind, dass sie von den Schülern ohne Hilfe anderer durchgeführt werden können. Bei der Bestimmung des Ausmaßes der Hausübungen ist auf die Belastbarkeit der Schüler, insbesondere auf die Zahl der Unterrichtsstunden
    an den betreffenden Schultagen, die in den übrigen Unterrichtsgegenständen gestellten Hausübungen und allfällige Schulveranstaltungen Bedacht zu nehmen. Hausübungen, die an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen oder während der Weihnachtsferien, der Semesterferien, der Osterferien, der Pfingstferien oder der Hauptferien erarbeitet werden müssten, dürfen nicht aufgetragen werden.
  • Ob Hausübungen aufgetragen werden, liegt daher primär beim Lehrer im Rahmen der eigenständigen und verantwortlichen Unterrichtsarbeit. Spezielle Hinweise finden sich zum Teil in den Lehrplänen. Durch den Hinweis auf die Rücksichtnahme auf sonstige Belastungen der Schüler wird ein Zusammenwirken der Lehrer bei der Stellung der Hausübungen angestrebt. Dies ist nicht nur wegen der Rücksichtnahme auf die Belastbarkeit der Schüler, sondern auch zur Erzielung einer gemeinsamen Bildungswirkung der Unterrichtsgegenstände zweckmäßig. Eine diesbezügliche koordinierende Wahrnehmung obliegt gem. § 54 Abs. 2 SchUG 54/2 dem Klassenvorstand.
  • Der Lehrer ist bei der Unterrichts- und Erziehungsarbeit im Bereich der Hoheitsverwaltung, und zwar funktionell, stets für den Bund tätig - gleichgültig, ob der Lehrer in einem öffentlich-rechtlichen oder privatrechtlichen Dienstverhältnis zu einer Gebietskörperschaft steht (Erkenntnis des OGH im Zusammenhang mit der Amtshaftung vom 11. Jänner 1978, 10b30/77).
  • Seine durch die ihm übertragenen Aufgaben zukommende besondere Verantwortung gebietet dem Lehrer bei seiner Tätigkeit, die in § 2 SchOG normierte Aufgabe der Schule in seinem gesamten Verhalten zu wahren und von Handlungen und Vorgangsweisen Abstand zu nehmen, die diese Ziele gefährden oder in Frage stellen (Erkenntnis des VwGH vom 6. Juni 2001, ZI. 97/09/0222).(zur Übersicht)

d) Mündliche Prüfungen:

  • Alle Detailbestimmungen zu den mündlichen Prüfungen sind im § 5 der LBVO geregelt.
  • Mündliche Prüfungen bestehen aus mindestens zwei voneinander möglichst unabhängigen an einen bestimmten Schüler gerichteten Fragen, die dem Schüler die Möglichkeit bieten, seine Kenntnisse auf einem oder mehreren Stoffgebieten darzulegen oder anzuwenden.
  • Der Lehrer hat die Prüfungsfragen so auszuwählen und die mündliche Prüfung so einzurichten, dass für die Beantwortung jeder Frage innerhalb der zulässigen Prüfungszeit ein ausreichender Zeitraum zur Verfügung steht. Die Behandlung der ersten Prüfungsfrage ist abzubrechen und es ist die zweite Frage zu stellen, sobald der für die Beantwortung der ersten Prüfungsfrage vorgesehene Anteil an zulässiger Prüfungsgesamtzeit verstrichen ist (Erkenntnis des VwGH vom 9. März 1981, ZI. 10/3420/80).
  • Auf Wunsch des Schülers ist in jedem Pflichtgegenstand (ausgenommen in den im § 5 Abs. 11 LBVO genannten Pflichtgegenständen) einmal im Semester, in saisonmäßigen und lehrgangsmäßigen Berufsschulen einmal im Unterrichtsjahr, eine mündliche Prüfung durchzuführen. Die Anmeldung zur Prüfung hat so zeitgerecht zu erfolgen, dass die Durchführung der Prüfung möglich ist.
  • Im Gegensatz zur Rechtslage vor der Novelle der LBVO mit BGBI. 492/1992 ist der Lehrer nur auf Antrag des Schülers verpflichtet, eine mündliche Prüfung durchzuführen. Damit ist der formale Grund, bei einer bevorstehenden Semester- oder Jahresbeurteilung mit „Nicht genügend" eine mündliche Prüfung selbst in aussichtslosen Fällen durchführen zu müssen (auch gegen den Willen des Schülers) weggefallen. Damit ist auch der letzte Grund für die schon früher unrichtige Auffassung, es handle sich hier um eine „Entscheidungsprüfung", nicht mehr gegeben. Die Prüfung gern. § 5 Abs. 2 LBVO ist rechtlich eine mündliche Prüfung wie jene, die vom Lehrer ohne Schülerwunsch gern. § 3 Abs. 4 LBVO durchgeführt wird.
  • Das Unterrichtsministerium führt in den Erläuternden Bemerkungen zur Begründung, warum es sich bei dieser Prüfung keineswegs um eine „Entscheidungsprüfung" handelt, wie dies - fälschlicherweise - oft interpretiert wurde und nach wie vor wird, Folgendes aus.,, Dies auf Grund der Gesamtkonzeption der Leistungsbeurteilungsverordnung und somit aus rechtlichen Gründen, aber auch aus pädagogischen Überlegungen. Denn: Eine einzige punktuelle Prüfung von der Dauer weniger Minuten kann im Regelfall nicht das während eines gesamten Beurteilungsabschnittes gewonnene Gesamtbild der Leistungen so verändern, dass diese eine punktuelle Leistungsfeststellung die vorherigen Leistungen bzw. Nichtleistungen in den Hintergrund treten lassen kann. Die § 5 Abs. 2-Prüfung ... ist daher eine mündliche Prüfung wie jede andere, die nur einen Mosaikstein im Gesamtleistungsbild eines Schülers oder einer Schülerin darstellen kann, die aber nicht dazu geeignet ist, alleinige Grundlage für die Leistungsbeurteilung über ein Semester oder über ein ganzes Schuljahr zu sein."
  • Inwieweit die Möglichkeit zur Durchführung einer Wunschprüfung besteht, hängt von der Zahl der gewünschten Prüfungen und der zur Verfügung stehenden Zeit ab. Naturgemäß wird eine Prüfungshäufung gegen Semesterende und gegen Schuljahresende zu erwarten sein. Aus der Textierung des § 5 Abs. 2 LBVO kann jedoch nicht abgeleitet werden, dass derartige Prüfungen nur gegen Semesterende oder gegen Unterrichtsjahresende abgelegt werden können. Die Ablegung der mündlichen Prüfung ist jederzeit möglich, sofern vom Schüler der Prüfungstermin beantragt wird.
  • Versäumt der Schüler die Prüfung (gerechtfertigt oder ungerechtfertigt), so geht dies zu seinen Lasten, sofern eine zeitgerechte Nachholung nicht mehr möglich ist.
  • Wenn keine Wunschprüfung beantragt wird und die Feststellung der Mitarbeit im Unterricht und allenfalls vorgeschriebene Schularbeiten für eine sichere Leistungsbeurteilung für das Semester oder die Schulstufe ausreichen, darf keine mündliche Prüfung stattfinden.
  • Mündliche Prüfungen dürfen nur während der Unterrichtszeit vorgenommen werden und sind dem Schüler spätestens zwei Unterrichtstage vorher bekanntzugeben.
  • Die Ankündigung darf nur für einzelne Schüler oder für mehrere bestimmte Schüler, nicht aber generell für eine Schülergruppe oder die ganze Klasse erfolgen, wenn es sich um „echte" mündliche Prüfungen handelt (anders bei gewissen mündlichen Wiederholungen und Übungen).
  • „Zwei Unterrichtstage vorher" bedeutet, dass die Verständigung an dem den Prüfungstag zweitvorangehenden
    Unterrichtstag zu erfolgen hat(z. B. Verständigung am Dienstag, Prüfung am Donnerstag).
  • Die mündliche Prüfung eines Schülers darf in den allgemeinbildenden Pflichtschulen, in der Unterstufe der AHS und in den Berufsschulen höchstens zehn Minuten, ansonsten höchstens fünfzehn Minuten dauern. In den BMHS ist überdies in den technischen Unterrichtsgegenständen eine angemessene Zeit zur Vorbereitung zu gewähren.
  • Die Höchstdauer einer mündlichen Prüfung beträgt daher für die AHS:
       - in der Unterstufe 10 Minuten,
       - in der Oberstufe 15 Minuten.
  • „Eine geringfügige Überschreitung, vor allem im Interesse des Prüfungskandidaten (z. B. wenn der Prüfungskandidat einen bereits entwickelten Gedankengang, der zu einem günstigen Prüfungsergebnis führen könnte, abbrechen müsste) ist tolerierbar und macht den Prüfungsakt noch nicht rechtsfehlerhaft." (Jonak - Kövesi, Das österreichische Schulrecht, 14. Auflage 2015 (Wien 2016), S. 852, Fußnote 11 zu § 5 Abs. 4 LBVO.)
  • Für die Durchführung von mündlichen Prüfungen ist nach Möglichkeit nicht der überwiegende Teil einer Unterrichtsstunde aufzuwenden.
  • Bei der Durchführung der mündlichen Prüfung ist davon auszugehen, dass über Stoffgebiete, die in einem angemessenen Zeitraum vor der mündlichen Prüfung durchgenommen wurden, eingehender geprüft werden kann, während über Stoffgebiete, die in einem weiter zurückliegenden Zeitpunkt behandelt wurden, sofern sie nicht für die Behandlung der betreffenden Prüfungsaufgabe Voraussetzung sind, nur übersichtsweise geprüft werden kann.
  • Diese Bestimmung, wonach Stoffgebiete, die wesentlich früher durchgenommen wurden, nur übersichtsweise geprüft werden können, ist gem. § 5 Abs. 7 auf Feststellungsprüfungen (§ 20 Abs. 2 SchUG), Nachtragsprüfungen (§ 20 Abs. 3 SchUG), Wiederholungsprüfungen (§ 23 SchUG) und Semesterprüfungen („neue Oberstufe"; § 23b SchUG) nicht anzuwenden, weil diese Prüfungen ein großes Stoffgebiet zum Inhalt haben und daher natürlich auch weiter zurückliegende Stoffgebiete eingehender geprüft werden müssen.
  • Auf Fehler, die während einer mündlichen Prüfung auftreten und die die weitere Lösung der Aufgabe wesentlich beeinflussen, ist sogleich hinzuweisen.
  • Mündliche Prüfungen dürfen nicht an einem unmittelbar auf mindestens drei aufeinanderfolgende schulfreie Tage folgenden Tag durchgeführt werden. Ferner dürfen Schüler, die an einer mehrtägigen Schulveranstaltung oder einer mehrtägigen schulbezogenen Veranstaltung teilgenommen haben, an dem auf diese Veranstaltungen unmittelbar folgenden Tag mündlich nicht geprüft werden. Dies gilt nicht, wenn sich der Schüler zu der mündlichen Prüfung freiwillig meldet.
  • In den allgemeinbildenden Pflichtschulen und der Unterstufe der AHS darf an einem Schultag, an dem eine Schularbeit oder ein standardisierter Test in der betreffenden Klasse stattfindet, keine mündliche Prüfung durchgeführt werden, und es dürfen für einen Schüler nicht mehr als zwei mündliche Prüfungen an einem Schultag stattfinden.
  • Gemäß LBVO 5/11 sind in gewissen Unterrichtsgegenständen je nach Schulart und Schulstufe mündliche Prüfungen nicht zulässig. Es handelt sich dabei um folgende Verbote für mündliche Prüfungen:
    1.  in der VS
      - in der 1. bis 4. Schulstufe in allen Unterrichtsgegenständen,
      - in der 5. bis B. Schulstufe in Bildnerischer Erziehung, Bewegung und Sport, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) und Geometrischem Zeichnen,
    2. in der EIS und in der NMS in Bildnerischer Erziehung, Geometrischem Zeichnen, Bewegung und Sport, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), Maschinschreiben und Kurzschrift,
    3. in der Polytechnischen Schule in Bewegung und Sport, Technischem Zeichnen, Werkerziehung, Stenotypie, Maschinschreiben und Kurzschrift,
    4. in den AHS in Geometrischem Zeichnen, Bewegung und Sport und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sowie in der Unterstufe in Bildnerischer Erziehung (ausgenommen in AHS unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung, soweit Bildnerische Erziehung schwerpunktbildend ist), Kurzschrift, Maschinschreiben, Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung (ausgenommen in AHS unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung, soweit Bildnerische Erziehung schwerpunktbildend ist),
    5. in den berufsbildenden Schulen in Bewegung und Sport und
    6. in den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und in den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik im Unterricht in Praxis (Kindergartenpraxis, Hortpraxis, Heimpraxis, Praxis der Sozialpädagogik u.a.).
  • Selbstverständlich sind auch in diesen Gegenständen mündliche Übungen und andere mündliche Formen der Leistungsfeststellung erlaubt, sofern es sich nicht um mündliche Prüfungen (Kriterien gem. § 5 LBVO) handelt. (zur Übersicht)

e) Mündliche Übungen:

  • Mündliche Übungen bestehen aus einer systematischen und zusammenhängenden Behandlung eines im Lehrplan vorgesehenen Stoffgebietes oder eines Themas aus dem Erlebnis- und Erfahrungsbereich des Schülers durch den Schüler (wie Referate, Redeübungen u. dgl.).
  • Das Thema der mündlichen Übung ist spätestens eine Woche vorher festzulegen.
  • Mündliche Übungen dürfen nur während der Unterrichtszeit abgehalten werden.
  • Die mündliche Übung eines Schülers soll in den allgemein bildenden Pflichtschulen sowie in der Unterstufe der allgemein bildenden höheren Schule nicht länger als als 10 Minuten, ansonsten nicht länger als 15 Minuten dauern.
  • Gemäß § 3 Abs 4 LBVO dürfen mündliche Leistungsfeststellungen, wozu auch die mündlichen Übungen zählen, nur dann durchgeführt werden, wenn die Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht und allenfalls im Lehrplan vorgeschriebene Schularbeiten für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester oder für eine Schulstufe nicht ausreichen. Sind jedoch bestimmte mündliche Übungen (z. B. Redeübungen) im Lehrplan vorgeschrieben, dann zählen diese jedenfalls zur Leistungsfeststellung, da in diesem Fall aus dem Lehrplan hervorgeht, dass ebendie übrigen Leistungsfeststellungen allein nicht ausreichen, um die Erfüllung der Lehraufgabe nachzuweisen. (zur Übersicht)

f) Schularbeiten:

  • Schularbeiten sind im Lehrplan vorgesehene schriftliche Arbeiten zum Zwecke der Leistungsfeststellung in der Dauer von einer Unterrichtsstunde, sofern im Lehrplan nicht anderes bestimmt ist.
  • Die Anzahl der Schularbeiten und gegebenenfalls auch deren Aufteilung im Unterrichtsjahr wird durch den Lehrplan festgelegt.
  • Die Arbeitsformen der Schularbeiten haben jeweils die für die Schulstufe im Lehrstoff des betreffenden Lehrplanes vorgesehenen schriftlichen oder graphischen Arbeiten zu erfassen.
  • Bei den Schularbeiten sind mindestens zwei Aufgaben mit voneinander unabhängigen Lösungen zu stellen. Dies gilt nicht, sofern wesentliche fachliche Gründe dagegensprechen, wie insbesondere in der Unterrichtssprache sowie in den Fremdsprachen nach dem Anfangsunterricht.
  • Die bei einer Schularbeitzu prüfenden Lehrstoffgebiete sind den Schülern mindestens eine Woche vor der Schularbeit, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen mindestens zwei Unterrichtstage vor der Schularbeit, bekanntzugeben. Für Schularbeiten in der Unterrichtssprache und den Lebenden Fremdsprachen gilt dies nur, wenn besondere Arbeitsformen oder besondere Stoffkenntnisse dies erforderlich machen. Andere behandelte Lehrstoffgebiete dürfen nur dann Gegenstand einer Schularbeit sein, wenn sie für die Beherrschung der Bildungsund Lehraufgaben der in der betreffenden Schularbeit behandelten Lehrstoffgebiete Voraussetzung sind. Der in den letzten beiden Unterrichtsstunden des betreffenden Unterrichtsgegenstandes vor einer Schularbeit, in Berufsschulen am letzten Unterrichtstag vor einer Schularbeit, behandelte neue Lehrstoff darf nicht Gegenstand der Schularbeit sein.
  • Die Termine aller Schularbeiten jedes Unterrichtsgegenstandes sind vom betreffenden Lehrer mit Zustimmung des Schulleiters im 1. Semester bis spätestens vier Wochen, im 2. Semester bis spätestens zwei Wochen nach Beginn des jeweiligen Semesters, in lehrgangsmäßigen und saisonmäßigen Berufsschulen jedoch innerhalb der ersten Woche des Unterrichtes im betreffenden Unterrichtsjahr festzulegen und sodann unverzüglich den Schülern nachweislich bekanntzugeben. Die Termine der Schularbeiten sind im Klassenbuch zu vermerken. Eine Änderung des festgelegten Termines darf dann nur mehr mit Zustimmung des Schulleiters erfolgen; eine solche Änderung ist ebenfalls den Schülern nachweislich bekanntzugeben und im Klassenbuch zu vermerken.
  • Der Schulleiter hat gemäß LBVO 7/7 die Zustimmung zu den Terminen der Schularbeiten zu verweigern, wenn folgende Umstände eintreten würden:
    1. Schularbeiten an einem unmittelbar auf mindestens drei aufeinanderfolgende schulfreie Tage, eine mehrtägige Schulveranstaltung oder eine mehrtägige schulbezogene Veranstaltung folgenden Tag,
    2. in den allgemeinbildenden Schulen (= VS, HS, NMS, Sonderschulen, Polytechnische Schulen, AHS) für einen Schultag für einen Schüler mehr als eine Schularbeit oder in einer Woche mehr als zwei Schularbeiten oder Schularbeiten ab der 5. Unterrichtsstunde,
    3. in den berufsbildenden Pflichtschulen für einen Schultag für einen Schüler mehr als zwei Schularbeiten, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen jedoch mehr als drei Schularbeiten in einer Woche, oder Schularbeiten in der letzten Unterrichtsstunde,
    4.  in den BMHS für einen Schultag für einen Schüler mehr als eine Schularbeit oder in einer Woche mehr als drei Schularbeiten
      vorgesehen sind.
  • Der Schulleiter kann in den Fällen der lit. a und d aus besonderen Gründen den Terminen zustimmen (etwa zur Ermöglichung einer sonst nicht möglichen Wiederholung einer Schularbeit). Lit. a gilt nicht für ganzjährige Berufsschulen.
  • Zur Frage, wie „in einer Woche" zu verstehen ist, heißt es im ministeriellen RS Nr. 13/1995 vom 6. Februar 1995: „Da keine gesetzliche oder verordnungsmäßige Vorschrift besteht, die eine von den sonst rechtlich üblichen Fristberechnungen (§ 32 AVG, § 902 ABGB, Europäisches Übereinkommen über die Berechnung von Fristen) abweichende Fristberechnung vorsieht, beginnt diese nach Wochen berechnete Frist mit dem Tag zu laufen, auf den das auslösende Ereignis fällt (Tag, an dem eine Schularbeit abgehalten wird) und endet mit dem Tag, der in seiner Benennung dem Tag entspricht, an dem die Frist begonnen hat. Es hndelt sich somit bei einer einwöchigen Frist um einen Zeitraum von insgesamt 8 Tagen (bei Mitzählung des ersten und letzten Tages), wobei von einer „gleitenden Woche" auszugehen ist. [...]
  • Die Bestimmung, daß nicht mehr als zwei Schularbeiten in einer Woche geschrieben werden dürfen, bedeutet daher, daß es nicht zulässig ist, an einem Mittwoch eine Schularbeit anzusetzen, wenn am Mittwoch und an einem anderen Tag (z.B. Freitag) der vorangegangenen Woche bereits Schularbeiten stattgefunden haben. [...1
  • Gem. § 7 Abs. 11 LB-VO zusätzlich durchgeführte (wiederholte) Schularbeiten haben bei der Berechnung der Höchstzahl außer Betracht zu bleiben."
  • Die dritte Schularbeit darf also erst am 9. Tag nach der ersten Schularbeit, mit der die Wochenfrist zu laufen beginnt, stattfinden.
  • Da ab der 5. Unterrichtsstunde keine Schularbeiten stattfinden dürfen, dürfen diese weder in der 5. Unterrichtsstunde beginnen, noch bei mehrstündiger Dauer die 5. bzw. auch 6. Unterrichtsstunde umfassen. Schularbeiten sind demnach ausschließlich in den ersten vier Unterrichtsstunden festzusetzen (ministerielles RS Nr. 222/1984).
  • Aufgabenstellungen und Texte für die Schularbeit sind jedem Schüler in vervielfältigter Form vorzulegen, ausgenommen kurze und einfache Themenstellungen (z. B. Aufsatzthemen) und Aufgabenstellungen, bei denen eine schriftliche Vorlage nicht möglich (z. B. bei Diktaten) ist.
  • Zum Zweck der Vorbereitung auf die abschließende Prüfung in standardisierten Prüfungsgebieten können bei der Durchführung von Schularbeiten oder von Teilen derselben vom zuständigen Ministerium empfohlene standardisierte Testformate zur Anwendung kommen. (Das sind jedenfalls diejenigen Testformate, die das BIFIE im Rahmen der Implementierung der Zentralmatura erarbeitet und zum Teil auch öffentlich zugänglich gemacht hat.) In diesen Fällen haben die Korrektur und die Beurteilung der erbrachten Leistungen nach Maßgabe der den standardisierten Testformaten zugehörigen Korrektur- und Beurteilungsanleitungen zu erfolgen.
  • Ein Schüler, der in einem Unterrichtsgegenstand mehr als die Hälfte der Schularbeiten im Semester versäumt hat, hat eine Schularbeit nachzuholen. In der Oberstufe der AHS, in der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik und in der Bildungsanstalt für Sozialpädagogik sind jedoch, sofern im Semester mehr Schularbeiten als eine vorgesehen sind, so viele versäumte Schularbeiten nachzuholen, dass für das Semester mindestens zwei Schularbeiten vom Schüler erbracht werden.
  • Das Wort „mindestens" in dieser Norm ist im Hinblick auf den vorhergehenden Satz zu verstehen. Somit hat jeder Schüler jedenfalls zwei Schularbeiten zu erbringen, sofern nicht nach dem vorhergehenden Satz mehr Schularbeiten zu erbringen sind. Das Wort „mindestens" beinhaltet keine Ermächtigung für den Lehrer, auch mehr Schularbeiten zu verlangen.
  • DieSchularbeitensind nichtnachzuholen,soferndiesim betreffenden Semester nicht möglich ist, an Berufsschulen auch dann nicht, wenn im betreffenden Unterrichtsgegenstand bereits eine Schularbeit vom Schüler erbracht wurde und mit den anderen Leistungsfeststellungen eine sichere Leistungsbeurteilung für die Schulstufe möglich ist.
  • Gem. § 2 Abs. 7 LBVO dürfen Schularbeiten für einzelne Schüler auch außerhalb des Unterrichtes nachgeholt werden.
  • Die Schularbeiten sind den Schülern innerhalb einer Woche korrigiert und beurteilt zurückzugeben. In begründeten Fällen kann der Schulleiter eine Fristerstreckung um höchstens eine Woche bewilligen. Vor der neuerlichen Abgabe der von den Schülern zu verbessernden Arbeiten an den Lehrer ist den Erziehungsberechtigten Gelegenheit zur Einsichtnahme zu geben, sofern nicht die Wohnorte der Erziehungsberechtigten einerseits und des Schülers andererseits getrennt sind oder es sich nicht bereits um eigenberechtigte Schüler handelt. Nach dem Ende des Schuljahres sind die Schularbeiten ein Jahr an der Schule aufzubewahren. Nach Ablauf dieser Frist können die Schularbeiten vernichtet oder dem Schüler auf dessen Verlangen ausgefolgt werden. Aus verwaltungsökonomischen Gründen wird wohl die Vernichtung nach Jahresfrist die Regel sein.
  • Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer Schularbeit mit „Nicht genügend" zu beurteilen sind, so ist die Schularbeit mit neuer Aufgabenstellung aus demselben Lehrstoffgebiet einmal zu wiederholen. Als Grundlage für die Beurteilung ist in diesem Fall jene Schularbeit heranzuziehen, bei der der Schüler die bessere Leistung erbracht hat. Die Wiederholung der Schularbeit ist innerhalb von zwei Wochen, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen innerhalb einer Woche, nach Rückgabe der Schularbeit durch den Lehrer durchzuführen; diese Frist verlängert sich um die in diese Frist fallenden unmittelbar aufeinanderfolgenden schulfreien Tage. Der Termin der neuerlichen Schularbeit ist bei der Rückgabe der zu wiederholenden Schularbeit bekanntzugeben und im Klassenbuch zu vermerken. (zur Übersicht)

g) Schriftliche Überprüfungen:

  • Gemäß LBVO 8/1 umfassen schriftliche Überprüfungen ein in sich abgeschlossenes kleineres Stoffgebiet. Folgende Formen der schriftlichen Überprüfung sind zulässig:
    1. Tests;
    2. Diktate in der Unterrichtssprache (Deutsch), in den lebenden Fremdsprachen, in Musikerziehung, in Kurzschrift, in Maschinschreiben, in Stenotypie, in Stenotypie und Phonotypie, in Stenotypie und Textverarbeitung sowie in (computerunterstützter) Textverarbeitung.
  • Schriftliche Überprüfungen dürfen gern. § 3 Abs. 4 LBVO nur durchgeführt werden, wenn die Feststellung der Mitarbeit der Schüler und allenfalls vorgeschriebene Schularbeiten für eine sichere Leistungsbeurteilung für das Semester oder die Schulstufe nicht ausreichen.
  • Die schriftlichen Überprüfungen sind dem Schüler spätestens zwei Unterrichtstage vorher, in ganzjährigen oder saisonmäßigen Berufsschulen jedoch spätestens am letzten Unterrichtstag der vorhergehenden Woche bekanntzugeben.
  • Die Arbeitszeit einer schriftlichen Überprüfung darf in den allgemeinbildenden Pflichtschulen und in der Unterstufe der AHS 15 Minuten, in der Oberstufe der AHS 20 Minuten, ansonsten 25 Minuten nicht überschreiten.
  • Die Gesamtarbeitszeit aller schriftlichen Überprüfungen darf in jedem Unterrichtsgegenstand und in jedem Semester folgendes Höchstausmaß nicht überschreiten (Die für Tests und Diktate aufgewendete Arbeitszeit ist zu addieren.):
    1. in allgemeinbildenden Pflichtschulen 30 Minuten,
    2. in der Unterstufe der AHS 30 Minuten,
    3. in der Oberstufe der AHS 50 Minuten,
    4. in den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik 50 Minuten,
    5. in den BMHS 80 Minuten und
    6. in den Berufsschulen 50 Minuten (im gesamten Unterrichtsjahr).
  • Schriftliche Überprüfungen dürfen nicht an einem unmittelbar auf mindestens drei aufeinanderfolgende schulfreie Tage oder eine mehrtägige Schulveranstaltung folgenden Tag durchgeführt werden. Diese Bestimmung gilt nicht für ganzjährige Berufsschulen.
  • An einem Schultag, an dem bereits eine Schularbeit oder eine schriftliche Überprüfung in der betreffenden Klasse stattfindet, darf keine weitere schriftliche Überprüfung stattfinden. An Berufsschulen dürfen jedoch zwei schriftliche Leistungsfeststellungen an einem Schultag durchgeführt werden.
  • Der Tag der Durchführung einer schriftlichen Überprüfung ist vom Lehrer des betreffenden Unterrichtsgegenstandes spätestens am Tag der Durchführung im Klassenbuch zu vermerken.
  • Die Aufgabenstellungen von Tests sind jedem Schüler in vervielfältigter Form vorzulegen.
  • Die schriftlichen Überprüfungen sind den Schülern innerhalb einer Woche korrigiert und beurteilt zurückzugeben. Den Erziehungsberechtigten ist Gelegenheit zur Einsichtnahme zu geben, sofern nicht die Wohnorte der Erziehungsberechtigten einerseits und des Schülers andererseits getrennt sind oder es sich nicht bereits um eigenberechtigte Schüler handelt.
  • Schriftliche Überprüfungen sind unzulässig:
    1. in der VS in Bildnerischer Erziehung, Bewegung und Sport, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) und Geometrischem Zeichnen,
    2. in der HS und in der NMS in Bildnerischer Erziehung, Geometrischem Zeichnen, Bewegung und Sport und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken),
    3. in der Polytechnischen Schule in Bewegung und Sport, Technischem Zeichnen und Werkerziehung,
    4. in den ANS in Darstellender Geometrie, Fremdsprachlicher Konversation, Geometrischem Zeichnen, Bewegung und Sport und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sowie in der 1. bis 5. Klasse in Bildnerischer Erziehung,
    5. in Berufsschulen in Bewegung und Sport und Praktischer Arbeit und
    6. in den BMHS in Bewegung und Sport.
  • Für Sonderschulen finden die Bestimmungen der lit. a und b sinngemäß Anwendung. Soweit schriftliche Überprüfungen danach zulässig sind, dürfen sie nur unter Bedachtnahme auf die jeweiligen physischen und psychischen Behinderungen der Schüler durchgeführt werden.
  • Tests sind ferner in Unterrichtsgegenständen, in denen mehr als eine Schularbeit je Semestervorgesehen ist, unzulässig. An AHS und an Berufsschulen sind Tests in Unterrichtsgegenständen, in denen Schularbeiten durchgeführt werden, unzulässig.
  • Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer schriftlichen Überprüfung (Test, Diktat) mit „Nicht genügend" zu beurteilen sind, so ist die schriftliche Überprüfung mit neuer Aufgabenstellung aus demselben Lehrstoffgebiet einmal zu wiederholen. Als Grundlage für die Beurteilung ist in diesem Fall jene schriftliche Überprüfung heranzuziehen, bei der der Schüler die bessere Leistung erbracht hat. Die Wiederholung der schriftlichen Überprüfung ist innerhalb von zwei Wochen, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen innerhalb einer Woche, nach Rückgabe der schriftlichen Überprüfung durch den Lehrer durchzuführen; diese Frist verlängert sich um die in diese Frist fallenden unmittelbar aufeinanderfolgenden schulfreien Tage. Der Termin der neuerlichen schriftlichen Überprüfung ist bei der Rückgabe der zu wiederholenden schriftlichen Überprüfung bekanntzugeben und im Klassenbuch zu vermerken.
  • Ist die Wiederholung einer schriftlichen Überprüfung aus inhaltlichen Gründen nicht möglich, so gilt sie als Informationsfeststellung und ist als Grundlage für die Leistungsbeurteilung nicht heranzuziehen. (zur Übersicht)

h) Praktische Leistungsfeststellungen:

  • Praktische Leistungsfeststellungen sind in Form von praktischen Prüfungen durchzuführen, die das Ergebnis der lehrplanmäßig vorgesehenen Arbeiten und sonstigen praktischen Tätigkeiten des Schülers als Grundlage haben.
  • Die Einbeziehung praktischer und graphischer Arbeitsformen, z. B. die Arbeit am Computer oder projektorientierte Arbeit in mündliche und schriftliche Leistungsfeststellungen ist zulässig. Bei praktischen Leistungsfeststellungen ist die Einbeziehung mündlicher, schriftlicher, praktischer und graphischer Arbeitsformen zulässig.
  • Während das Ergebnis der Arbeit oder sonstigen praktischen Tätigkeit die Grundlage der„praktischen Leistungsfeststellung" bildet, ist die Durchführung der Arbeit oder sonstigen praktischen Tätigkeit die Grundlage der Leistungsfeststellung im Rahmen der „Feststellung der Mitarbeit des Schülers".
  • Praktische Prüfungen dürfen nur durchgeführt werden, wenn die Feststellung der Mitarbeit des Schülers im Unterricht für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester oder für eine Schulstufe nicht ausreicht. Überdies hat der Schüler das Recht, in Unterrichtsgegenständen mit überwiegend praktischer Tätigkeit in jedem Semester eine praktische Prüfung auf Verlangen abzulegen; der gewünschte Prüfungstermin ist dem prüfenden Lehrer mindestens zwei Wochen vorher bekanntzugeben; dem Terminwunsch ist nach Möglichkeit zu entsprechen
  • Bei der Durchführung praktischer Leistungsfeststellungen sind die Grundsätze des pädagogischen Ertrages und der Sparsamkeit zu beachten.
  • Auf Fehler, die während einer praktischen Leistungsfeststellung auftreten und die die weitere Lösung der Aufgabe wesentlich beeinflussen, ist nach Möglichkeit sogleich hinzuweisen.
  • Praktische Leistungsfeststellungen in einem Übungsbereich dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn dem Schüler angemessene Gelegenheit zur Übung in diesem Übungsbereich geboten wurde. Häusliche Arbeit darf für praktische Leistungsfeststellungen nicht herangezogen werden.
  • Hausübungen sind jedoch in die Feststellung der Mitarbeit der Schüler gern. § 4 Abs. 1 lit. b LBVO einzubeziehen. Sie sind jedoch keine praktische Leistungsfeststellung.
  • An Sonderschulen dürfen praktische Leistungsfeststellungen nur unter Bedachtnahme auf die jeweiligen physischen oder psychischen Behinderungen der Schüler durchgeführt werden. (zur Übersicht)

i) Graphische Leistungsfeststellungen:

  • Graphische Leistungsfeststellungen in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technisch-fachtheoretischen Unterrichtsgegenständen sind wie schriftliche Leistungsfeststellungen, graphische Leistungsfeststellungen in den übrigen Unterrichtsgegenständen sind wie praktische Leistungsfeststellungen zu behandeln.
  • Wenn die Leistungen von mehr als der Hälfte der Schüler bei einer graphischen Leistungsfeststellung mit „Nicht genügend" zu beurteilen sind, so ist die graphische Leistungsfeststellung mit neuer Aufgabenstellung aus demselben Lehrstoffgebiet einmal zu wiederholen. Als Grundlage für die Beurteilung ist in diesem Fall jene graphische Leistungsfeststellung heranzuziehen, bei der der Schüler die bessere Leistung erbracht hat. Die Wiederholung der graphischen Leistungsfeststellung ist innerhalb von zwei Wochen, in lehrgangsmäßigen Berufsschulen innerhalb einer Woche, nach Rückgabe der graphischen Leistungsfeststellung durch den Lehrer durchzuführen; diese Frist verlängert sich um die in diese Frist fallenden unmittelbar aufeinanderfolgenden schulfreien Tage. Der Termin der neuerlichen graphischen Leistungsfeststellung ist bei der Rückgabe der zu wiederholenden graphischen Leistungsfeststellung bekanntzugeben und im Klassenbuch zu vermerken.
  • Ist die Wiederholung einer graphischen Leistungsfeststellung aus inhaltlichen Gründen nicht möglich, so gilt sie als Informationsfeststellung und ist als Grundlage für die Leistungsbeurteilung nicht heranzuziehen.(zur Übersicht)

3. Leistungsbeurteilung:

a) Grundsätze der Leistungsbeurteilung:

  • Die allgemeinen Grundsätze der Leistungsbeurteilung sind im § 11 LBVO festgelegt.
  • Die Beurteilung der Leistungen der Schüler in den einzelnen Unterrichtsgegenständen hat der Lehrer durch die im § 3 Abs. 1 LBVO angeführten Formen der Leistungsfeststellung zu gewinnen (Feststellung der Mitarbeit der Schüler im Unterricht, mündliche Prüfungen, mündliche Übungen, Schularbeiten, Tests, Diktate, besondere praktische Leistungsfeststellungen, besondere graphische Leistungsfeststellungen).
  • Maßstab für die Leistungsbeurteilung sind die Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den jeweiligen Stand des Unterrichtes. Er ist daher von der Beurteilung anderer Schüler oder von der durchschnittlichen Beurteilung von Schülern gleicher Schulart und Schulstufe, sei es im ganzen Bundesgebiet oder in bestimmten Teilen desselben, unabhängig (Erkenntnis des VwGH vom 9. März 1981, ZI. 10/3420/80).
  • Der Lehrer hat die Leistungen der Schüler sachlich und gerecht zu beurteilen, dabei die verschiedenen fachlichen Aspekte und Beurteilungskriterien der Leistung zu berücksichtigen und so eine größtmögliche Objektivierung der Leistungsbeurteilung anzustreben.
  • Bei besonderen schriftlichen Leistungsfeststellungen (Schularbeiten, Tests, Diktate) ist dem Schüler die Beurteilung spätestens bei der Rückgabe der Arbeit, bei besonderen mündlichen Leistungsfeststellungen (mündliche Prüfungen, mündliche Übungen) ist dem Schüler die Beurteilung spätestens am Ende der Unterrichtsstunde, in der diese Leistungsfeststellung stattfindet, bei besonderen praktischen Leistungsfeststellungen ist dem Schüler die Beurteilung am nächsten Unterrichtstag, an dem der betreffende Unterrichtsgegenstand wieder unterrichtet wird, bekanntzugeben.
  • Bezüglich der Feststellung der Mitarbeit der Schüler bestehen hinsichtlich der Bekanntgabe der diesbezüglichen Leistungen keine konkreten Vorschriften. Im Hinblick auf § 2 Abs. 5 LBVO, wonach die Leistungsfeststellungen auf das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern, Schülern und Erziehungsberechtigten Bedacht zu nehmen und die Schüler zur sachlich begründeten Selbsteinschätzung hinzuführen haben, sowie im Hinblick auf die Möglichkeit, die Leistungsbeurteilung durch eine mündliche Prüfung gern. § 5 Abs. 2 LBVO („Wunschprüfung") zu verbessern, hat auch die Bewertung der Mitarbeit, die jedoch nicht nach den Beurteilungsstufen „Sehr gut" bis „Nicht genügend" erfolgen muss, für den Schüler transparent zu sein.
  • Die für die Beurteilung maßgeblichen Vorzüge und Mängel seiner Leistung sind dem Schüler mit der Beurteilung bekanntzugeben, ohne ihn jedoch zu entmutigen oder seine Selbstachtung zu beeinträchtigen.
  • Eine Information über den Leistungsstand des Schülers hat auf Wunsch des Schülers oder seiner Erziehungsberechtigten zu erfolgen.
  • An der NMS sind darüber hinaus regelmäßige Gespräche zwischen Lehrer, Erziehungsberechtigten und Schüler vorzusehen, in denen die Leistungsstärken und der Leistungsstand des Schülers, auf der 7. und 8. Schulstufe insbesondere auch in Hinblick auf das Bildungsziel der vertieften Allgemeinbildung, gemeinsam zu erörtern sind. Wenn die Leistungen eines Schülers in der 7. und 8. Schulstufe in der Vertiefung eines differenzierten Pflichtgegenstandes in dem Ausmaß nachlassen, dass er am Ende des Jahres nur mehr nach den Anforderungen der grundlegenden Allgemeinbildung zu beurteilen wäre, ist dies den Erziehungsberechtigten unverzüglich mitzuteilen und dem Schüler sowie den Erziehungsberechtigten vom Klassenvorstand oder vom unterrichtenden Lehrer Gelegenheit zu einem beratenden Gespräch über die Fördermöglichkeiten im Sinne des § 19 Abs. 3a SchUG (Frühwarnung) zu geben.
  • Vorgetäuschte Leistungen sind nicht zu beurteilen.
  • Wenn infolge vorgetäuschter Leistungen die Beurteilung eines Schülers für ein Semester, in lehrgangsmäßigen und saisonmäßigen Berufsschulen für die gesamte Schulstufe in einem Unterrichtsgegenstand nicht möglich ist, hat der Lehrer eine Prüfung über den Lehrstoff dieses Semesters durchzuführen, von der der Schüler eine Woche vorher, in lehrgangsmäßigen und saisonmäßigen Berufsschulen spätestens zwei Unterrichtstage vorher, zu verständigen ist. Versäumt der Schüler eine solche Prüfung, gilt er als „nicht beurteilt", sofern nicht § 20 Abs. 2 oder 3 SchUG (Feststellungs- bzw. Nachtragsprüfung) in Betracht kommt.
  • Schularbeiten, die zufolge einer vorgetäuschten Leistung nicht beurteilt werden, sind wie versäumte Schularbeiten zu behandeln. Unerlaubte Hilfsmittel, deren sich der Schüler bedienen könnte, sind ihm abzunehmen und nach durchgeführter Leistungsfeststellung zurückzugeben.
  • Demnach sind vorgetäuschte Leistungen nicht zu beurteilen. Eine derartige Regelung kann dadurch missbraucht werden, dass der Schüler einen offensichtlichen Versuch unternimmt, eine Leistung vorzutäuschen und dadurch erreicht, dass keine Leistungsbeurteilung erfolgen kann. Essoll klargestellt werden, dass unerlaubte Hilfsmittel, die noch nicht eingesetzt worden sind, abzunehmen sind und dadurch eine Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung ermöglicht wird, da noch keine vorgetäuschte Leistung vorliegt. Wird beispielsweise ein Schwindelzettel entdeckt, bevor davon abgeschrieben werden konnte, ist der Zettel abzunehmen. Die Durchführung der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung wird dadurch nicht gehindert.
  • Das Verhalten des Schülers in der Schule und in der Öffentlichkeit darf in die Leistungsbeurteilung nicht einbezogen werden
  • Die äußere Form der Arbeit ist nur in den in § 12 LBVO geregelten Fällen (siehe unten) bei der Leistungsbeurteilung mit zu berücksichtigen.
  • Sachlich vertretbare Meinungsäußerungen des Schülers haben die Beurteilung auch dann nicht zu beeinflussen, wenn sie von der Meinung des Lehrers abweichen.
  • Schüler, bei denen hinsichtlich der Leistungsfeststellung § 2 Abs. 4 LBVO anzuwenden ist (Eine Leistungsfeststellung ist insoweit nicht durchzuführen, als feststeht, dass der Schüler wegen einer körperlichen Behinderung eine entsprechende Leistung nicht erbringen kann oder durch die Leistungsfeststellung gesundheitlich gefährdet ist.), sind entsprechend den Forderungen des Lehrplanes unter Bedachtnahme auf den wegen der körperlichen Behinderung bzw. auf die gesundheitliche Gefährdung erreichbaren Stand des Unterrichtes zu beurteilen, soweit die Bildungs- und Lehraufgabe des betreffenden Unterrichtsgegenstandes grundsätzlich erreicht wird.
  • Bei der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in Bildnerischer Erziehung, Bewegung und Sport, Musikerziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sind mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten bei erwiesenem Leistungswillen zugunsten des Schülers zu berücksichtigen, soweit § 13 LBVO (siehe unten) nicht anderes bestimmt.
  • Wenn der Unterricht in Unterrichtsgegenständen von mehreren Lehrern zu erteilen ist, ist die Leistungsbeurteilung einvernehmlich festzulegen. Kommt eine Einigung nicht zustande, so hat der Schulleiter, sofern jedoch ein Abteilungsvorstand oder Fachvorstand vorhanden ist, dieser zu entscheiden.
  • Die Leistungsbeurteilung aus dem Unterricht in Praxis (Kindergartenpraxis, Hortpraxis, Heimpraxis, Praxis der Sozialpädagogik u. a.) an Bildungsanstalten obliegt dem praxisbetreuenden Lehrer; dieser hat dazu die Stellungnahme des Pädagogen der Praxiseinrichtung einzuholen.
  • Die Leistungsbeurteilung in den Praktika während des Unterrichtsjahres, aber außerhalb des Unterrichtes obliegt dem praxisbetreuenden Lehrer; dieser hat dazu die Stellungnahme der betreffenden Praxiseinrichtung einzuholen. Hier handelt es sich z. B. um Praktika, die im Rahmen des Lehrplanes von Fachschulen für Sozialberufe in Sozialeinrichtungen während des Unterrichtsjahres zu absolvieren sind. In allen diesen Fällen gibt es einen praxisbetreuenden Lehrer. Hiervon sind jene Pflichtpraktika und Praktika außerhalb des schulischen Unterrichts zu unterscheiden, die, weil sie in den Ferien absolviert werden, gern. § 18 Abs. 13 SchUG nicht zu beurteilen sind. (zur Übersicht)

b) Äußere Form der Arbeit als Bestandteil der Leistung:

  • Die äußere Form der Arbeit ist gern. § 12 LBVO als ein wesentlicher Bestandteil der Leistung bei der Leistungsbeurteilung für die nachstehenden Unterrichtsgegenstände mit zu berücksichtigen und zwar
    a) in der VS in
    - Bildnerischer Erziehung,
    - Ernährung und Haushalt,
    - Kurzschrift,
    - Maschinschreiben,
    - Schreiben,
    - Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken),

    b) in der HS, in der NMS und in der Polytechnischen Schule in
    - Geometrischem Zeichnen bzw. Technischem Zeichnen,
    - Ernährung und Haushalt, Hauswirtschaft und Kinderpflege,
    - Kurzschrift,
    - Maschinschreiben,
    - Mathematik, soweit es sich um geometrische Zeichnungen handelt
    - Schreiben im Rahmen des Unterrichtsgegenstandes Bildnerische Erziehung,
    - Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken);

    c) in den AHS in
    - Bildnerischer Erziehung, soweit für die Durchführung der gestellten Aufgabe ein hohes Maß an Genauigkeit und Sauberkeit erforderlich ist (insbesondere in den Lehrstoffbereichen Gebundenes Zeichnen, Schrift),
    - Darstellender Geometrie,
    - Haushaltsökonomie und Ernährung (Theorie) sowie Ernährung und Haushalt (Praktikum), soweit für die Durchführung der gestellten Aufgabe ein hohes Maß an Sauberkeit und Ordnung erforderlich ist,
    - Geometrischem Zeichnen,
    - graphischen und zeichnerischen Darstellungen, insbesondere in schriftlichen Arbeiten aus Biologie und Umweltkunde, Geographie und Wirtschaftskunde, Physik und Mathematik, soweit für sie ein besonderes Maß an Genauigkeit und Ordnung erforderlich ist,
    - Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), soweit für die Durchführung der gestellten Aufgabe ein besonderes Maß an Genauigkeit und Sauberkeit erforderlich ist,
    - Kurzschrift,
    - Maschinschreiben
    - den gewerblichen Unterrichtsgegenständen in Werkschulheimen, bei denen Aufgaben zum Nachweis eines bestimmten Könnens oder bestimmter Fertigkeiten nach Maßgabe des Lehrplanes und der Eigenart der dafür in Frage kommenden Unterrichtsgegenstände und Stoffgebiete zu erbringen sind, ohne dass dieser Nachweis in mündlicher oder schriftlicher Form erbracht werden kann

    d) in den berufsbildenden Schulen in jenen Unterrichtsgegenständen, bei denen Aufgaben zum Nachweis eines bestimmten Könnens oder bestimmter Fertigkeiten nach Maßgabe des Lehrplanes und der Eigenart der dafür in Frage kommenden Unterrichtsgegenstände und Stoffgebiete zu erbringen sind, ohne dass dieser Nachweis in mündlicher oder schriftlicher Form erbracht werden kann; ferner beim Anfertigen von Schriftstücken in einer durch besondere Vorschriften geregelten Form (z. B. Stenotypie, kaufmännischer Schriftverkehr, Buchhaltung, Datenverarbeitung)
  • Für Sonderschulen finden die Bestimmungen sinngemäß Anwendung. In Sonderschulen für blinde und körperbehinderte entfällt die Berücksichtigung der äußeren Form der Arbeit bei der Leistungsbeurteilung.

c) Schularten, für deren Aufgabe Bildnerische Erziehung, Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), Bewegung und Sport sowie Musikerziehung von besonderer Bedeutung sind:

  • Gern. § 13 LBVO ist bei der Beurteilung der Leistungen in Bildnerischer Erziehung, Bewegung und Sport, Musikerziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) § 11 Abs. 9 LBVO (Bei der Beurteilung der Leistungen eines Schülers in Bildnerischer Erziehung, Bewegung und Sport, Musikerziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) sind mangelnde Anlagen und mangelnde körperliche Fähigkeiten bei erwiesenem Leistungswillen zugunsten des Schülers zu berücksichtigen.) in folgenden Fällen nicht anzuwenden:
    1. in den HS und in den NMS unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung in Musikerziehung,
    2. in den HS und in den NMS unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung in Bewegung und Sport,
    3. im Wirtschaftskundlichen Realgymnasium in Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken),
    4. im Oberstufenrealgymnasium mit Instrumentalmusik in Musikerziehung und Instrumentalunterricht,
    5. im Oberstufenrealgymnasium mit Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung in Bildnerischer Erziehung und Werkerziehung,
    6. in Werkschulheimen in Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken),
    7. in den AHS unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung in Bewegung und Sport,
    8. in den AHS unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung in Bildnerischer Erziehung, Musikerziehung und Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken), soweit diese Unterrichtsgegenstände schwerpunktbildend sind,
    9. in den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und in den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik in Bildnerischer Erziehung, Bewegung und Sport, Musikerziehung sowie Werkerziehung.(zur Übersicht)

d) Beurteilungsstufen (Noten):

  • Für die Beurteilung der Leistungen der Schüler bestehen gemäß § 14 Abs 1 LBVO folgende Beurteilungsstufen (Noten):
    • Sehr Gut (1),
    • Gut (2),
    • Befriedigend (3),
    • Genügend (4),
    • Nicht genügend (5).
  • Mit „Sehr Gut" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in weit über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, deutliche Eigenständigkeit beziehungsweise die Fähigkeit zur selbständigen Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt.
  • Mit „Gut" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und, wo dies möglich ist, merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit beziehungsweise bei entsprechender Anleitung die Fähigkeit zur Anwendung seines Wissens und Könnens auf für ihn neuartige Aufgaben zeigt.
  • Mit „Befriedigend" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen zur Gänze erfüllt; dabei werden Mängel in der Durchführung durch merkliche Ansätze zur Eigenständigkeit ausgeglichen.
  • Mit „Genügend" sind Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler die nach Maßgabe des Lehrplanes gestellten Anforderungen in der Erfassung und in der Anwendung des Lehrstoffes sowie in der Durchführung der Aufgaben in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt.
  • Mit „Nicht genügend" sind jene Leistungen zu beurteilen, mit denen der Schüler nicht einmal alle Erfordernisse für die Beurteilung mit „Genügend" erfüllt.
  • Eine Gegenüberstellung der Anforderungen in den einzelnen Beurteilungsstufen ergibt folgendes Bild:
     
    Sehr gut Gut Befriedigend Genügend Nicht genügend
    a) Erfassung und
    Anwendung des
    Lehrstoffes:

    b) Durchführung
    der Aufgaben:
    Anforderungen
    werden in weit
    über das
    Wesentliche
    hinausgehendem
    Ausmaß erfüllt
    Anforderungen
    werden in über
    das Wesentliche
    hinausgehendem
    Ausmaß erfüllt
    Anforderungen
    werden in den
    wesentlichen
    Bereichen zur
    Gänze erfüllt
    Anforderungen
    werden in den
    wesentlichen
    Bereichen
    überwiegend
    erfüllt
    Anforderungen
    werden nicht
    einmal in den
    wesentlichen
    Bereichen
    überwiegend
    erfüllt
    c) Eigen-
    ständigkeit
    muss deutlich
    vorliegen (wo
    dies möglich ist)
    merkliche
    Ansätze (wo
    dies möglich ist)
    Mängel bei b)
    werden durch
    merkliche
    Ansätze
    ausgeglichen
    d) selbstständige
    Anwendung des
    Wissens und
    Könnens:
    muss vorliegen
    (wo dies
    möglich ist)
    bei entsprechen-
    der Anleitung
    (wo dies
    möglich ist)
    (zur Übersicht)
  • In der Volksschule, der Sonderschule und an der Neuen Mittelschule kann das Klassenforum oder das Schulforum beschließen, dass der Beurteilung der Leistungen durch Noten eine schriftliche Erläuterung hinzuzufügen ist.

e) Besondere Bestimmungen über die Leistungsfeststellung und -beurteilung in der NMS:

  • In der 7. und 8. Schulstufe der NMS haben gern. § 14a LBVO Leistungsfeststellungen und -beurteilungen in den differenzierten Pflichtgegenständen nach den Anforderungen des Lehrplans nach grundlegenden und vertieften Gesichtspunkten zu erfolgen. Leistungsfeststellungen haben die Beurteilung nach den Anforderungen der grundlegenden oder der vertieften Allgemeinbildung auszuweisen.
  • Wenn die Erfüllung der Anforderungen im Bereich der grundlegenden Allgemeinbildung mindestens mit „Gut" zu beurteilen wäre, so hat eine Beurteilung nach den Anforderungen der vertieften Allgemeinbildung zu erfolgen, wobei je nach Erfüllung der Anforderungen die Beurteilungsstufen „Sehr gut" bis „Genügend" erreicht werden können.
  • Werden die Anforderungen des vorigen Absatzes nicht erfüllt, so hat lediglich eine Beurteilung nach den Anforderungen der grundlegenden Allgemeinbildung zu erfolgen.

f) Besondere Bestimmungen über die Leistungsbeurteilung bei den schriftlichen Leistungsfeststellungen:

  • Die Rechtschreibung ist bei schriftlichen Leistungsfeststellungen nach Maßgabe des Lehrplanes und unter Zugrundelegung der gemeinsamen Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung vom 1. Juli 1996 zu beurteilen.
  • Für die Beurteilung von schriftlichen Leistungsfeststellungen sind nur die im § 14 Abs. 1 LBVO angeführten Beurteilungsstufen (Noten) zu verwenden und in Worten einzusetzen. Zusätze zu diesen Noten sind unzulässig, soweit es sich nicht um Zusätze nach § 11 Abs. 3 letzter Satz LBVO handelt (Die für die Beurteilung maßgeblichen Vorzüge und Mängel seiner Leistung sind dem Schüler mit der Beurteilung bekanntzugeben, ohne ihn jedoch zu entmutigen oder seine Selbstachtung zu beeinträchtigen.).
  • Identische Rechtschreibfehler und Formenfehler (ausgenommen in Mathematik und Darstellender Geometrie) sind in derselben schriftlichen Leistungsfeststellung grundsätzlich nur einmal zu werten; wenn diese Fehler jedoch im Rahmen einer Aufgabe oder Teilaufgabe, die ausschließlich auf die Überprüfung der Beherrschung der betreffenden sprachlichen Erscheinung abzielt, mehrmals vorkommen, ist diese Bestimmung nicht anzuwenden. Folgefehler sind nicht zu werten.
  • Tritt in einer Schularbeit aus Mathematik oder Darstellender Geometrie derselbe Denkfehler in einer Aufgabe mehrmals auf, so ist dieser Denkfehler nur einmal zu werten. Letzteres gilt sinngemäß auch für sachliche Fehler in einer Schularbeit aus Biologie und Umweltkunde oder Physik.
  • Falls vom Schüler bei einer schriftlichen Leistungsfeststellung statt der gestellten Aufgabe anderes bearbeitet wurde, ist zu prüfen, ob im Sinne der Definition der Beurteilungsstufen (§ 14 LBVO) noch von einer Leistung betreffend die gestellten Anforderungen gesprochen werden kann. Dies gilt auch für den Fall, dass die Arbeit die gesamte Themenstellung verfehlt.

g) Fachliche Aspekte für die Beurteilung von Schularbeiten:

  • Gern. § 16 LBVO sind für die Beurteilung von Schularbeiten folgende fachliche Aspekte maßgebend:
    1. in der Unterrichtssprache
      1. Inhalt, wobei entsprechend der Themenstellung Beobachtungsfähigkeit, Gedanken richtigkeit, Sachlichkeit, Themenbehandlung, Aufbau, Ordnung und Phantasie zu berücksichtigen sind,
      2. Ausdruck,
      3. Sprachrichtigkeit,
      4. Schreibrichtigkeit;
    2. in den lebenden Fremdsprachen
      1. idiomatische Ausdrucksweise,
      2. grammatische Korrektheit,
      3. Wortschatz,
      4. Inhalt, wobei entsprechend der Themenstellung sachliche Richtigkeit, Abfolge der Gedanken, Aufbau, angeführte Tatsachen und Überlegungen zu berücksichtigen sind,
      5. Schreibrichtigkeit,
      6. Angemessenheit des Ausdruckes und Stil,
      7. Einhaltung besonderer Formvorschriften;
    3. in Latein und Griechisch (im Anfangsunterricht a - f, in einer späteren Lernstufe auch Interpretation)
      1.  Sinnerfassung,
      2. sprachliche Gestaltung der Übersetzung,
      3. Vokabelkenntnisse,
      4. Beherrschung der Formenlehre,
      5. Beherrschung der Syntax,
      6. Vollständigkeit,
    4. in Mathematik
      1. gedankliche Richtigkeit,
      2. sachliche bzw. rechnerische Richtigkeit,
      3. Genauigkeit;
    5. in Darstellender Geometrie
      1. gedankliche Richtigkeit,
      2. sachliche Richtigkeit,
      3. Genauigkeit;
    6. in Biologie und Umweltkunde sowie in Physik
      1. gedankliche Richtigkeit,
      2. sachliche bzw. rechnerische Richtigkeit,
      3. Genauigkeit,
      4. Ordnung und Übersichtlichkeit der Darstellung, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der sprachlichen Genauigkeit;
    7. in Kurzschrift
      1. Richtigkeit des Geschriebenen,
      2. Arbeitstempo,
      3. Einhaltung der Formvorschriften;
    8. in anderen Unterrichtsgegenständen
      1. gedankliche Richtigkeit,
      2. sachliche bzw. rechnerische Richtigkeit,
      3. Genauigkeit
      4. Ordnung und Übersichtlichkeit der Darstellung, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der sprachlichen Genauigkeit.
  • Diese fachlichen Aspekte sind unter Bedachtnahme auf die Aufgabenstellung und den Umfang der Schularbeit zu berücksichtigen. (Übersicht

4. Beurteilung des Verhaltens in der Schule:

  • Die Beurteilung des Verhaltens in der Schule ist in § 18 LBVO geregelt.
  • Eine Beurteilung des Verhaltens in der Schule hat in der Schulnachricht und dem Jahreszeugnis bzw. im Semesterzeugnis nur in den allgemeinbildenden Pflichtschulen in der 5. bis 7. Schulstufe und in den AHS sowie in den BMHS in allen Schulstufen zu erfolgen.
  • Sie hat jedoch in der letzten Stufe einer Schulart nicht zu erfolgen; ferner hat sie an allgemeinbildenden Pflichtschulen in der Schulnachricht und im Jahreszeugnis nicht zu erfolgen, wenn der Schüler zufolge der Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht die Schule verlässt.
  • Für die Beurteilung des Verhaltens in der Schule bestehen folgende Beurteilungsstufen (Noten):
    - Sehr zufriedenstellend,
    - Zufriedenstellend,
    - Wenig zufriedenstellend,
    - Nicht zufriedenstellend.
  • Durch die Noten für das Verhalten des Schülers in der Schule ist zu beurteilen, inwieweit sein persönliches Verhalten und seine Einordnung in die Klassengemeinschaft den Anforderungen der Schulordnung entsprechen. Die durch die Beurteilung des Verhaltens des Schülers zu beurteilenden Pflichten des Schülers umfassen insbesondere die in § 43 SchUG genannten Pflichten.
  • Gem. § 43 SchUG sind die Schüler verpflichtet, durch ihre Mitarbeit und ihre Einordnunq in die Gemeinschaft der Klasse und der Schule an der Erfüllung der Aufgabe der österreichischen Schule (§ 2 SchOG) mitzuwirken und die Unterrichtsarbeit (§ 17 SchUG) zu fördern.
  • Sie haben den Unterricht (und den Betreuungsteil an ganztägigen Schulformen, zu dem sie angemeldet sind) regelmäßig und pünktlich zu besuchen, die erforderlichen Unterrichtsmittel mitzubringen und die Schulordnung (Verordnung betreffend die Schulordnung) bzw. die Hausordnung einzuhalten
  • Sie haben weiters im Rahmen der „neuen Oberstufe" Anordnungen und Aufträgen im Rahmen der individuellen Lernbegleitung Folge zu leisten und Vereinbarungen, die gem. § 19 Abs. 3a SchUG im Rahmen des Frühwarnsystems getroffen wurden, zu erfüllen.
  • Der Schüler ist über Auftrag des Schulleiters, eines Abteilungsvorstandes, eines Fachvorstandes oder eines Lehrers verpflichtet, vorsätzlich durch ihn herbeigeführte Beschädigungen oder Beschmutzungen der Schulliegenschaft und schulischer Einrichtungen zu beseitigen, sofern dies zumutbar ist.
  • Die Beurteilung des Verhaltens des Schülers hat besonders auch der Selbstkontrolle und Selbstkritik des Schülers zu dienen. Bei der Beurteilung sind die Anlagen des Schülers, sein Alter und sein Bemühen um ein ordnungsgemäßes Verhalten zu berücksichtigen.
  • Die Beurteilung ist durch die Klassenkonferenz auf Antrag des Klassenvorstandes zu beschließen. (zur Übersicht)

5. Leistungsbeurteilung für eine Schulstufe bzw. für ein Semester:

a) Allgemeine Bestimmungen für die Leistungsbeurteilung für eine Schulstufe bzw. für ein Semester:

  • Den Beurteilungen der Leistungen eines Schülers in einem Unterrichtsgegenstand für eine ganze Schulstufe hat der Lehrer gem. § 20 Abs. 1 LBVO alle vom Schüler im betreffenden Unterrichtsjahr erbrachten Leistungen zugrunde zu legen, wobei dem zuletzt erreichten Leistungsstand das größere Gewicht zuzumessen ist. Dabei sind die fachliche Eigenart des Unterrichtsgegenstandes und der Aufbau des Lehrstoffes zu berücksichtigen.
  • Der vorige Absatz gilt in der „neuen Oberstufe" ab der 10. Schulstufe von zumindest dreijährigen mittleren und höheren Schulen mit den Maßgaben, dass

1. an die Stelle der ganzen Schulstufe das ganze Semester tritt und
2. an die Stelle des Unterrichtsjahres das Halbjahr tritt.

b) Durchführung von Feststellungs- und Nachtragsprüfungen:

  • Gem. § 21 Abs. 1 LBVO bestehen Feststellungs- und Nachtragsprüfungen nach Maßgabe des Lehrplanes
    1. aus einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung oder
    2. aus einer schriftlichen Teilprüfung allein oder
    3. aus einer mündlichen Teilprüfung allein oder
    4. aus einer praktischen Teilprüfung allein oder
    5. aus einer praktischen und einer mündlichen Teilprüfung.
  • Abs. 2: Die schriftliche Teilprüfung ist eine Schularbeit, die mündliche Teilprüfung eine mündliche Prüfung, die praktische Teilprüfung eine praktische Leistungsfeststellung im Sinne der LBVO. Die Bestimmungen über Schularbeiten, mündliche Prüfungen und praktische Leistungsfeststellungen sind auf die Teilprüfungen einer Feststellungs- oder Nachtragsprüfung insoweit anzuwenden, als im Folgenden nicht anderes bestimmt wird.
  • Abs. 3: Besteht eine Feststellungs- oder Nachtragsprüfung aus einer schriftlichen bzw. praktischen Teilprüfung und einer mündlichen Teilprüfung, so ist die schriftliche bzw. praktische Teilprüfung am Vormittag, die mündliche Teilprüfung frühestens eine Stunde nach dem Ende der schriftlichen bzw. praktischen Teilprüfung abzulegen.
  • Abs. 4: Die Dauer einer schriftlichen Teilprüfung hat 50 Minuten, in Unterrichtsgegenständen, in denen für die betroffene Schulstufe mindestens eine zwei- oder mehrstündige Schularbeit lehrplanmäßig vorgesehen ist, jedoch 100 Minuten zu betragen.
  • Die Dauer einer mündlichen Teilprüfung hat in den allgemeinbildenden Pflichtschulen und in den berufsbildenden Pflichtschulen höchstens 15 Minuten, ansonsten 15 bis 30 Minuten zu betragen.
  • Die Dauer einer praktischen Teilprüfung hat in den allgemeinbildenden Schulen 30 bis 50 Minuten zu betragen; bei den übrigen Schulen ist die für die Gewinnung der erforderlichen Beurteilungsgrundlage notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen.
  • Abs. 5: Die Uhrzeit des Beginnes jeder Teilprüfung ist dem Schüler spätestens eine Woche vor dem Tag der Feststellungsbzw. Nachtragsprüfung nachweislich bekanntzugeben. Der tatsächliche Beginn der Prüfung darf nicht später als 60 Minuten nach dem bekanntgegebenen Beginn erfolgen.
  • Abs. 6: Am Tage einer Feststellungs- oder Nachtragsprüfung ist der Schüler von allen übrigen Leistungsfeststellungen befreit. An einem Tag darf eine Feststellungs- oder Nachtragsprüfung nur in einem Unterrichtsgegenstand, in den Berufsschulen in zwei Unterrichtsgegenständen abgelegt werden.
  • Abs. 7: Die im Laufe des betreffenden Unterrichtsjahres beurteilten Leistungen sind in die nunmehr festzusetzende Beurteilung der Feststellungs- und Nachtragsprüfung einzubeziehen.
  • Abs. 8: Auf die Beurteilung einer Feststellungs- oder Nachtragsprüfung findet § 14 LBVO Anwendung, d. h. Feststellungs- und Nachtragsprüfungen sind mit Noten von „Sehr gut" bis „Nicht genügend" zu beurteilen.
  • Abs. 9: Einem Schüler, der am Antreten zu einer Feststellungsoder Nachtragsprüfung gerechtfertigterweise gehindert ist, ist unverzüglich nach Wegfall des Hinderungsgrundes ein neuer Termin zu setzen. Der neue Termin darf nicht nach dem auf das zu beurteilende Unterrichtsjahr folgenden 30. November, in lehrgangsmäßigen und saisonmäßigen Berufsschulen nicht nach der ersten Unterrichtswoche der nächsten Schulstufe liegen
  • Abs. 10: Fällt der Prüfungstermin in das folgende Unterrichtsjahr, so ist der Schüler bis zu diesem Termin zur Teilnahme am Unterricht der Schulstufe berechtigt, die er bei positivem Prüfungsergebnis besuchen dürfte. Für das neue Unterrichtsjahr erhaltene Leistungsbeurteilungen haben auf die Leistungsbeurteilung für das vorangegangene Unterrichtsjahr keine Auswirkung.
  • Abs. 11: Die Wiederholung einer Feststellungsprüfung ist nicht zulässig.
  • Auf Antrag des Schülers ist dieser zu einer einmaligen Wiederholung der Nachtragsprüfung innerhalb von zwei Wochen zuzulassen.
  • Die genannten Bestimmungen gelten im Rahmen der „neuen Oberstufe" für die 10. bis 13. Schulstufe von zumindest dreijährigen mittleren und höheren Schulen mit der Maßgabe, dass
    1. in Abs. 4 und 10 unter „Schulstufe" ein Semester zu verstehen ist,
    2. in Abs. 7 und 10 unter „Unterrichtsjahr" ein Semester zu verstehen ist und
    3. abweichend von Abs. 9 zweiter Satz der neue Termin
        a) im Fall eines zu beurteilenden Wintersemesters nicht nach dem darauffolgenden 31. Mai und
        b) im Fall eines zu beurteilenden Sommersemesters nicht nach dem darauffolgenden 30. November
    liegen darf. (zur Übersicht)

c) Durchführung von Wiederholungsprüfungen:

  • Die Durchführung von Wiederholungsprüfungen ist in § 22 LBVO geregelt.
  • Wiederholungsprüfungen bestehen nach Maßgabe des Lehrplanes
    1. aus einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung oder
    2. aus einer schriftlichen Teilprüfung allein oder
    3. aus einer mündlichen Teilprüfung allein oder
    4. aus einer praktischen Teilprüfung allein ode
    5. aus einer praktischen und einer mündlichen Teilprüfung.
  • Die schriftliche Teilprüfung ist eine Schularbeit, die mündliche Teilprüfung eine mündliche Prüfung, die praktische Teilprüfung eine praktische Leistungsfeststellung im Sinne der LBVO. Die Bestimmungen über Schularbeiten, mündliche Prüfungen und praktische Leistungsfeststellungen sind auf die Teilprüfungen einer Wiederholungsprüfung insoweit anzuwenden, als im Folgenden nicht anderes bestimmt wird.
  • Besteht eine Wiederholungsprüfung aus einer schriftlichen bzw. praktischen Teilprüfung und einer mündlichen Teilprüfung, so ist die schriftliche bzw. praktische Teilprüfung am Vormittag, die mündliche Teilprüfung frühestens eine Stunde nach dem Ende der schriftlichen bzw. praktischen Teilprüfung, spätestens am folgenden Tag abzulegen.
  • Wiederholungsprüfungen in Unterrichtsgegenständen nach § 25 Abs. 3 SchUG können nur in den allgemeinbildenden Pflichtschulen auf Verlangen der Erziehungsberechtigten durchgeführt werden. (§ 25 Abs. 3 SchUG sieht vor, dass Schüler der 1., 2. und 3. Schulstufe jedenfalls berechtigt sind, in die nächsthöhere Schulstufe aufzusteigen.)
  • Die Wiederholungsprüfung besteht
    1. in den allgemeinbildenden Pflichtschulen
      1. aus einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung in Deutsch, Lebender Fremdsprache und Mathematik,
      2. aus einer praktischen Teilprüfung in Bildnerischer Erziehung, Geometrischem Zeichnen, Ernährung und Haushalt, Bewegung und Sport, Maschinschreiben, Schreiben sowie Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken),
      3. aus einer mündlichen und praktischen Teilprüfung in Musikerziehung und Technischem Zeichnen,
      4.  aus einer mündlichen Teilprüfung in allen übrigen Unterrichtsgegenständen
    2. in den AHS sowie den berufsbildenden Schulen
      1. aus einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung in jenen Unterrichtsgegenständen, in denen Schularbeiten durchzuführen sind,
      2. aus einer schriftlichen Teilprüfung in den Unterrichtsgegenständen Kurzschrift, Maschinschreiben, Stenotypie, Stenotypie und Phonotypie sowie Stenotypie und Textverarbeitung,
      3. aus einer mündlichen und praktischen Teilprüfung in Unterrichtsgegenständen mit überwiegend praktischer Tätigkeit gemäß § 9 Abs. 2 LBVO, sofern die Abhaltung einer mündlichen Prüfung nicht gemäß § 5 Abs. 11 LBVO unzulässig ist, sowie in Musikerziehung in Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und in Bildungsanstalten für Sozialpädagogik,
      4. aus einer praktischen Teilprüfung in Unterrichtsgegenständen mit überwiegend praktischer Tätigkeit gemäß § 9 Abs. 2 LBVO, sofern die Abhaltung einer mündlichen Prüfung gemäß § 5 Abs. 11 LBVO unzulässig ist,
      5. aus einer mündlichen Teilprüfung in allen übrigen Unterrichtsgegenständen.
  • Die Dauer einer schriftlichen Teilprüfung hat 50 Minuten, in Unterrichtsgegenständen, in denen für die betroffene Schulstufe mindestens eine zwei- oder mehrstündige Schularbeit lehrplanmäßig vorgesehen ist, jedoch 100 Minuten zu betragen.
  • Die Dauer einer mündlichen Teilprüfung hat 15 bis 30 Minuten zu betragen.
  • Die Dauer einer praktischen Teilprüfung hat in den allgemeinbildenden Schulen 30 bis 50 Minuten zu betragen. Bei den übrigen Schulen ist für die praktische Teilprüfung die für die Gewinnung der erforderlichen Beurteilungsgrundlage notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen.
  • Die Uhrzeit des Beginnes jeder Teilprüfung ist den Schülern spätestens zwei Tage vor dem Tag der Wiederholungsprüfung nachweislich bekanntzugeben. Der tatsächliche Beginn der Prüfung darf nicht später als 60 Minuten nach dem bekanntgegebenen Termin erfolgen.
  • Am Tage einer Wiederholungsprüfung ist der Schüler von allen übrigen Leistungsfeststellungen befreit. An einem Tag darf eine Wiederholungsprüfung nur in einem Unterrichtsgegenstand, in den Berufsschulen in zwei Unterrichtsgegenständen abgelegt werden.
  • Auf die Beurteilung der Wiederholungsprüfung findet § 14 LBVO Anwendung, d. h. Wiederholungsprüfungen sind mit Noten von „Sehr gut" bis „Nicht genügend" zu beurteilen. In die neu festzusetzende Jahresbeurteilung ist jedoch die bisherige Jahresbeurteilung mit „Nicht genügend" soweit einzubeziehen, dass sie die Entscheidung, dass die Wiederholungsprüfung positiv abgelegt wurde, nicht beeinträchtigt, dass jedoch die neu festzusetzende Jahresbeurteilung andererseits höchstens mit „Befriedigend" festgelegt werden kann.
  • Einem Schüler, der am Antreten zu einer Wiederholungsprüfung gerechtfertigterweise gehindert ist, ist unverzüglich nach Wegfall des Hinderungsgrundes ein neuer Termin zu setzen. Der neue Termin darf nicht nach dem auf das zu beurteilende Unterrichtsjahr folgenden 30. November, in lehrgangsmäßigen und saisonmäßigen Berufsschulen nicht nach der ersten Unterrichtswoche der nächsten Schulstufe liegen.
  • Fällt der Prüfungstermin in das auf das zu beurteilende Unterrichtsjahr folgende Unterrichtsjahr, so ist der Schüler bis zu diesem Termin zur Teilnahme am Unterricht der Schulstufe berechtigt, die er bei positivem Prüfungsergebnis besuchen dürfte. Für das neue Unterrichtsjahr erhaltene Leistungsbeurteilungen haben für das vorangegangene Unterrichtsjahr keine Auswirkung.
  • Die Wiederholungsprüfungen haben sich auf den Lehrstoff des betreffenden Unterrichtsgegenstandes auf der ganzen Schulstufe zu beziehen.
  • Eine Wiederholung einer Wiederholungsprüfung ist nicht zulässig.

d) Durchführung von Semesterprüfungen im Rahmen der „neuen Oberstufe":

  • Semesterprüfungen gem. § 23a SchUG sind auf Antrag des Schülers durchzuführen.
  • Sie haben grundsätzlich während des Unterrichts oder, wenn es dem Prüfer in Hinblick auf die Unterrichtsarbeit oder den Prüfungsablauf zweckmäßig erscheint, auch außerhalb des Unterrichts stattzufinden
  • Die Prüfungstermine sind auf Antrag des Schülers vom Prüfer anzuberaumen.
  • Semesterprüfungen über noch nicht besuchte Unterrichtsgegenstände gemäß § 23b SchUG sind auf Antrag des Schülers durchzuführen. Der Antrag hat einen Terminvorschlag zu enthalten und ist mindestens vier Wochen vor dem vorgeschlagenen Prüfungstermin beim Schulleiter (bei Abteilungsgliederung an berufsbildenden Schulen beim Abteilungsvorstand) einzubringen.
  • An einem Tag dürfen für einen Schüler höchstens zwei Semesterprüfungen durchgeführt werden. Die Uhrzeit des Beginns jeder Teilprüfung ist dem Schüler vom Prüfer spätestens eine Woche vor dem Tag der Semesterprüfung (Teilprüfung) nachweislich bekannt zu geben. (zur Übersicht)

6) Die AHS-Reifeprüfung

a) Rechtsgrundlagen:

  • Die Reifeprüfungsvorschriften sind einerseits grundsätzlich im SchUG (8. Abschnitt, §§ 34 bis 42) und anderseits im Detail in der Prüfungsordnung AHS normiert und gelten für alle AHS mit Ausnahme der AHS für Berufstätige. Für Letztere gilt eine eigene Prüfungsordnung (Verordnung über die Reifeprüfung in den als Sonderform für Berufstätige geführten allgemein bildenden höheren Schulen - Prüfungsordnung AHS-B), auf die hier ebenso wenig eingegangen wird wie auf die Spezialbestimmungen für einzelne AHS-Sonderformen

b) Formen der Reifeprüfung (§ 2 Prüfungsordnung AHS):

  • Die Reifeprüfung besteht am Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung, am Oberstufenrealgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung sowie am Werkschulheim Felbertal aus einer Vorprüfung und einer Hauptprüfung, an den übrigen Formen aus einer Hauptprüfung.
  • Die Vorprüfung besteht aus mündlichen, praktischen oder mündlichen und praktischen Prüfungen.
  • Die Hauptprüfung besteht aus
    - einer vorwissenschaftlichen Arbeit (einschließlich deren Präsentation und Diskussion; VWA),
    - einer Klausurprüfung, bestehend aus Klausurarbeiten sowie allenfalls mündlichen Kompensationsprüfungen, und
    - einer mündlichen Prüfung, bestehend aus mündlichen Teilprüfungen.
  • Nach Wahl des Prüfungskandidaten sind
    - drei Klausurarbeiten und drei mündliche Teilprüfungen oder
    - vier Klausurarbeiten und zwei mündliche Teilprüfungen abzulegen.
  • Der Schulleiter hat bei der Wahl der Themen und der Prüfungsgebiete sicherzustellen, dass zumindest entweder
    - das für die VWA gewählte Thema oder
    - das Prüfungsgebiet einer allenfalls gewählten vierten schriftlichen Klausurarbeit oder
    - ein Prüfungsgebiet der mündlichen Prüfung
    an Sonderformen unter besonderer Berücksichtigung der musischen oder der sportlichen Ausbildung und am Werkschulheim Felbertal dem Schwerpunkt der betreffenden Sonderform und an den übrigen Formen dem lehrplanmäßigen schulautonomen Schwerpunkt zuzuordnen ist.
  • Gem. § 36a Abs. 1 SchUG sind zur Ablegung der Hauptprüfung vorbehaltlich der Bestimmungen des § 36 Abs. 3 SchUG (vorgezogene Teilprüfungen) alle Prüfungskandidaten berechtigt, die die letzte lehrplanmäßig vorgesehene Schulstufe erfolgreich abgeschlossen haben. Im Rahmen der „neuen Oberstufe" sind zur Ablegung der Hauptprüfung alle Prüfungskandidaten berechtigt
  • deren Semesterzeugnisse ab der 10. Schulstufe in allen Pflichtgegenständen eine Beurteilung aufweisen und in keinem Pflichtgegenstand die Note „Nicht genügend" enthalten,
  • deren Semesterzeugnisse ab der 10. Schulstufe in allen verbindlichen Übungen einen Teilnahmevermerk aufweisen und
  • die sämtliche im Lehrplan vorgesehenen Pflichtpraktika und Praktika zurückgelegt haben. § 11 Abs. 10 SchUG findet Anwendung (mögliche Nachsicht der Pflicht zur Absolvierung von Pflichtpraktika).  (zur Übersicht)

c) VWA (§§ 8 bis 10 Prüfungsordnung AHS):

aa) Themenfestlegung, Inhalt und Umfang der VWA:

  • Die VWA umfasst eine dem Bildungsziel der AHS entsprechende Themenstellung. Sie ist keinem Unterrichtsgegenstand zugeordnet und besteht aus einer auf vorwissenschaftlichem Niveau zu erstellenden schriftlichen Arbeit einschließlich deren Präsentation und Diskussion.
  • Die Themenfestlegung hat im Einvernehmen zwischen dem Betreuer der VWA und dem Prüfungskandidaten im ersten Semester der vorletzten Schulstufe zu erfolgen.
  • Ein Lehrer hat grundsätzlich bis zu drei, höchstens jedoch fünf VWA pro Reifeprüfungsjahrgang und nur solche VWA zu betreuen, hinsichtlich derer er über die erforderliche berufliche oder außerberufliche (informelle) Sach- und Fachkompetenz verfügt.
  • Bei der Themenfestlegung ist zu beachten, dass neben umfangreichen Fachkenntnissen auch vorwissenschaftliche Arbeitsweisen unter Beweis gestellt werden sollen. Dafür ist erforderlich, dass unterschiedliche Informationsquellen unter sachgerechter Nutzung sowie der Einsatz neuer Medien und geeigneter Lern- und Arbeitstechniken zielführende Aufschlüsse über den Themenbereich zulassen. Zusammenhängende Sachverhalte sollen selbstständig mit geeigneten Methoden erfasst und unter Zugrundelegung logischer Denkweisen sinnvoll hinterfragt und kritisch problematisiert werden können. Sowohl die schriftliche Arbeit als auch die Präsentation und Diskussion sollen Gelegenheit geben, neben klarer Begriffsbildung auf hohem Niveau differenziertes Ausdrucksvermögen, umfangreiche Kenntnisse, Methodik, Selbstständigkeit sowie Kommunikations- und Diskursfähigkeit unter Beweis zu stellen.
  • Das festgelegte Thema sowie der im Zuge der Themenfindung vereinbarte Erwartungshorizont ist der zuständigen Schulbehörde bis Ende März der vorletzten Schulstufe im Dienstweg zur Zustimmung vorzulegen. Die zuständige Schulbehörde hat bis Ende April der vorletzten Schulstufe die Zustimmung zu erteilen oder unter gleichzeitiger Setzung einer Nachfrist die Vorlage eines neuen Themas zu verlangen.
  • Im Falle der Nichtbeurteilung oder der negativen Beurteilung des Prüfungsgebietes „vorwissenschaftliche Arbeit" durch die Prüfungskommission ist innerhalb von längstens vier Wochen ein neues Thema festzulegen. Die zuständige Schulbehörde hat dem Thema innerhalb von zwei Wochen zuzustimmen oder unter Setzung einer Nachfrist die Vorlage eines neuen Themas zu verlangen.
  • Die schriftliche Arbeit hat einen Umfang von höchstens ca. 60 000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Quellenbelegen im Text und Fußnoten), ausgenommen Vorwort, Inhalts-, Literatur- und Abkürzungsverzeichnis, zu umfassen. Sie kann im Einvernehmen mit dem Betreuer auch in einer vom Prüfungskandidaten besuchten lebenden Fremdsprache abgefasst werden.
  • Im Rahmen der schriftlichen Arbeit ist ein Abstract im Umfang von ca. 1.000 bis 1.500 Zeichen, inkl. Leerzeichen, zu erstellen, in welchem das Thema, die Problemformulierung und die wesentlichen Ergebnisse schlüssig darzulegen sind. Der Abstract ist in deutscher oder englischer Sprache abzufassen.
  • Wurde die schriftliche Arbeit in einer lebenden Fremdsprache abgefasst, so kann die Präsentation und Diskussion auf Wunsch des Prüfungskandidaten und mit Zustimmung aller Kommissionsmitglieder in dieser Fremdsprache abgehalten werden.

bb) Durchführung der VWA:

  • Die schriftliche Arbeit (einschließlich allfälliger praktischer und/ oder grafischer Arbeiten) ist als selbstständige Arbeit außerhalb der Unterrichtszeit zu bearbeiten und anzufertigen, wobei Ergebnisse des Unterrichts mit einbezogen werden dürfen.
  • In der letzten Schulstufe hat eine kontinuierliche Betreuung zu erfolgen, die unter Beobachtung des Arbeitsfortschrittes vorzunehmen ist. Die Betreuung umfasst die Bereiche Aufbau der Arbeit, Arbeitsmethodik, Selbstorganisation, Zeitplan, Struktur und Schwerpunktsetzung der Arbeit, organisatorische Belange sowie die Anforderungen im Hinblick auf die Präsentation und Diskussion, wobei die Selbstständigkeit der Leistungen nicht beeinträchtigt werden darf.
  • Die Erstellung der Arbeit ist in einem vom Prüfungskandidaten zu erstellenden Begleitprotokoll zu dokumentieren, welches jedenfalls den Arbeitsablauf sowie die verwendeten Hilfsmittel und Hilfestellungen anzuführen hat. Das Begleitprotokoll ist der schriftlichen Arbeit beizulegen.
  • Zur Dokumentation der Arbeit sind Aufzeichnungen, insbesondere Vermerke über die Durchführung von Gesprächen im Rahmen der Themenfindung und der Festlegung des Erwartungshorizontes sowie im Zuge der Betreuung und nach Fertigstellung der Arbeit im Hinblick auf die Präsentation und Diskussion, zu führen und dem Prüfungsprotokoll anzuschließen.
  • Die Dauer der Präsentation und der Diskussion hat zehn bis fünfzehn Minuten pro Prüfungskandidat zu betragen.

cc) Prüfungstermine der VWA:

  • Die erstmalige Abgabe der schriftlichen Arbeit hat bis zum Ende der ersten Woche des zweiten Semesters der letzten Schulstufe zu erfolgen.
  • Die Zeiträume für die Abgabe der schriftlichen Arbeit im Falle der Wiederholung der VWA sind die erste Unterrichtswoche, die ersten fünf Unterrichtstage im Dezember und die erste Woche des zweiten Semesters.
  • In allen Fällen hat die Abgabe sowohl in digitaler Form (in jeder technisch möglichen Form, nicht jedoch mit E-Mail) als auch in zweifach ausgedruckter Form (bei Einbeziehung praktischer und/oder grafischer Arbeitsformen auch unter physischer Beigabe der praktischen und/oder grafischen Arbeiten) zu erfolgen. (zur Übersicht)

d) Klausuren (§§ 11 bis 26 Prüfungsordnung AHS):

aa) Prüfungsgebiete der Klausurprüfung:

  • Die Klausurprüfung umfasst bei vier Klausurarbeiten neben den gerade genannten Prüfungsgebieten eine weitere schriftliche Klausurarbeit nach Wahl des Prüfungskandidaten aus folgenden Prüfungsgebieten (in den Sprachen Latein und Griechisch ZRP), wenn lehrplanmäßig Schularbeiten vorgesehen sind:
    1. Prüfungsgebiet gemäß Abs. 1 Z 2, sofern noch nicht gewählt,
    2. „Latein (sechsjährig)", sofern in der Oberstufe mit insgesamt mindestens zehn Wochenstunden besucht,
      2a.,,Latein (vierjährig)", sofern in der Oberstufe mit insgesamt mindestens zehn Wochenstunden besucht,
    3. „Griechisch", sofern in der Oberstufe mit insgesamt mindestens zehn Wochenstunden besucht,
    4. „Darstellende Geometrie",
    5. „Physik" (am Realgymnasium und am Oberstufenrealgymnasium, wenn lehrplanmäßig Schularbeiten vorgesehen sind),
    6. „Biologie und Umweltkunde" (am Realgymnasium und am Oberstufenrealgymnasium, wenn lehrplanmäßig Schularbeiten vorgesehen sind),
    7. „Musikkunde", nur wählbar am Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung für Studierende der Musik,
    8. „Musikerziehung", nur wählbar am Gymnasium, Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung,
    9. „Bildnerische Erziehung", nur wählbar am Gymnasium, Realgymnasium und Oberstufenrealgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung,
    10. „Sportkunde", nur wählbar am Realgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung und am Oberstufenrealgymnasium unter besonderer Berücksichtigung der sportlichen Ausbildung
    11. Prüfungsgebiet gemäß einem besuchten (schulautonomen) Unterrichtsgegenstand (in den in Abs. 1 Z 2 genannten Fremdsprachen ZRP), sofern dieser in der Oberstufe mit zumindest zehn Gesamtwochenstunden geführt wurde und im Lehrplan zumindest in den letzten beiden Schulstufen Schularbeiten vorgesehen sind.
  • Die Klausurprüfung umfasst bei drei Klausurarbeiten je eine schriftliche Klausurarbeit aus folgenden Prüfungsgebieten:
    1. „Deutsch" (Zentralmatura; ZRP),
    2. nach Wahl des Prüfungskandidaten, sofern in der Oberstufe mit insgesamt mindestens zehn Wochenstunden besucht (in den Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch ZRP):
      1. „Lebende Fremdsprache (achtjährig)" oder
      2. „Lebende Fremdsprache (sechsjährig)" oder
      3. „Lebende Fremdsprache (vierjährig)" oder
      4. „Lebende Fremdsprache (dreijährig)" und
    3. „Mathematik" (ZRP).
  • Die Wahl der Prüfungsgebiete sowie deren Bekanntgabe durch den Prüfungskandidaten hat bis 15. Jänner der letzten Schulstufe zu erfolgen.
  • Im Fall der negativen Beurteilung einer Klausurarbeit umfasst die Klausurprüfung auch die allenfalls vom Prüfungskandidaten beantragte mündliche Kompensationsprüfung im betreffenden Prüfungsgebiet

bb) Aufgabenstellungen der Prüfungsgebiete:

  • Die Aufgabenstellungen für standardisierte Prüfungsgebiete (ZRP) sowie die korrespondierenden Korrektur- und Beurteilungsanleitungen sind an eine oder mehrere vom Schulleiter namhaft zu machende Person oder Personen elektronisch zu übermitteln oder physisch zu übergeben. Die Übermittlung oder die Übergabe haben in einer die Geheimhaltung gewährleistenden Weise möglichst zeitnah zur Prüfung und dennoch so zeitgerecht zu erfolgen, dass für die Durchführung notwendige Vorkehrungen getroffen werden können. Die Aufgabenstellungen sind sodann in der Schule bis unmittelbar vor Beginn der betreffenden Klausurarbeit in einer die Geheimhaltung gewährleistenden Weise aufzubewahren. Die Korrekturund Beurteilungsanleitungen sind bis zum Ende der betreffenden Klausurarbeit in einer die Geheimhaltung gewährleistenden Weise aufzubewahren und sodann dem Prüfer auszuhändigen.
  • Für die nicht standardisierten Prüfungsgebiete der Klausurprüfung haben die Prüfer eine Aufgabenstellung, die mindestens zwei voneinander unabhängige Aufgaben zu enthalten hat, auszuarbeiten und der zuständigen Schulbehörde als Vorschlag im Dienstweg zu übermitteln. Die vorgeschlagene Aufgabenstellung hat einen eindeutigen Arbeitsauftrag zu enthalten. Sie darf im Unterricht nicht so weit vorbereitet worden sein, dass ihre Bearbeitung keine selbstständige Leistung erfordert. In den Prüfungsgebieten „Lebende Fremdsprachen" sind die Aufgabenstellungen in der betreffenden Fremdsprache abzufassen.
  • Dem Vorschlag sind die für die Bearbeitung zur Verfügung zu stellenden Hilfen und Hilfsmittel oder ein Hinweis auf deren erlaubte Verwendung bei der Prüfung anzuschließen. Dabei dürfen nur solche Hilfen oder Hilfsmittel zum Einsatz kommen, die im Unterricht gebraucht wurden und die keine Beeinträchtigung der Eigenständigkeit in der Erfüllung der Aufgaben darstellen.
  • Dem Vorschlag sind darüber hinaus allfällige Texte, Übersetzungen, Beantwortungsdispositionen, Zusammenfassungen von Hörtexten, Ausarbeitungen usw. sowie die für die einzelnen Beurteilungsstufen relevanten Anforderungen und Erwartungen in der Bearbeitung und Lösung der Aufgaben anzuschließen.
  • Bei mangelnder Eignung der vorgeschlagenen Aufgabenstellung oder der vorgesehenen Hilfen oder Hilfsmittel hat die zuständige Schulbehörde die Vorlage eines neuen Vorschlages oder einer Ergänzung des Vorschlages einzuholen.
  • Die festgesetzte Aufgabenstellung ist dem Schulleiter unter Gewährleistung der Geheimhaltung bekannt zu geben. Nach Einlangen sind sie vom Schulleiter bis zur Prüfung auf eine die Geheimhaltung gewährleistende Weise aufzubewahren.

cc) Inhalt und Umfang der Klausurarbeiten:

  • Deutsch (Gilt auch für „Slowenisch", „Kroatisch" und „Ungarisch" als Unterrichtssprache): Im Rahmen der Klausurarbeit im Prüfungsgebiet „Deutsch" ist den Prüfungskandidaten eineAufgabenstellung mit drei Aufgaben, von denen eine Aufgabe eine literarische Themenstellung zu beinhalten hat, schriftlich vorzulegen. Eine der Aufgaben ist zu wählen und vollständig zu bearbeiten.
  • Jede der drei Aufgaben ist in zwei voneinander unabhängige schriftlich zu bearbeitende Teilaufgaben zu unterteilen. Beide Teilaufgaben haben die Kompetenzbereiche „Inhaltsdimension", „Textstruktur", „Stil und Ausdruck" sowie „normative Sprachrichtigkeit" zu betreffen.
  • Der Arbeitsumfang der beiden Teilaufgaben hat zirka 900 Wörter (im Prüfungsgebiet „Deutsch") bzw. zirka 800 Wörter (in den Prüfungsgebieten „Slowenisch", „Kroatisch" und „Ungarisch") und die Arbeitszeit hat 300 Minuten zu betragen.
  • Die Verwendung eines (elektronischen) Wörterbuches ist zulässig. Der Einsatz von Lexika oder elektronischen Informationsmedien ist nicht zulässig.
  • Lebende Fremdsprache: Im Rahmen der Klausurarbeit in den Prüfungsgebieten „Lebende Fremdsprache (achtjährig)", „Lebende Fremdsprache (sechsjährig)", „Lebende Fremdsprache (vierjährig)" und „Lebende Fremdsprache (dreijährig)" istdenPrüfungskandidateneineAufgabenstellung mit vier voneinander unabhängigen Aufgabenbereichen in der betreffenden Sprache schriftlich vorzulegen, wobei Hörtexte zwei Mal abzuspielen sind.
  • Die Aufgabenbereiche, die in voneinander unabhängige Aufgaben gegliedert sein können, haben die rezeptiven Kompetenzen „Lese- und Hörverstehen" sowie die produktiven Kompetenzen „Sprachverwendung im Kontext und Schreiben" zu betreffen.
  • Der Aufgabenbereich „Schreiben" ist in mindestens zwei voneinander unabhängige schriftlich zu bearbeitende Teilaufgaben zu unterteilen.
  • Die Vorlage und Bearbeitung der Aufgabenbereiche hat in der genannten Reihenfolge und in zeitlicher Abfolge voneinander getrennt zu erfolgen.
  • Gern. den lehrplanmäßigen Anforderungen haben im Prüfungsgebiet „Lebende Fremdsprache (achtjährig)" der Arbeitsumfang des Aufgabenbereiches „Schreibkompetenz" zirka 650 Wörter (in den nicht standardisierten Fremdsprachen „Kroatisch", „Slowenisch", „Ungarisch" und „Russisch" zirka 550 Wörter) und die Arbeitszeit 270 Minuten zu betragen, wobei 60 Minuten auf den Aufgabenbereich „Leseverstehen", 45 Minuten auf den Aufgabenbereich „Hörverstehen", 45 Minuten auf den Aufgabenbereich „Sprachverwendung im Kontext" und 120 Minuten auf den Aufgabenbereich „Schreibkompetenz" zu entfallen haben.
  • Gem. den lehrplanmäßigen Anforderungen haben in den Prüfungsgebieten „Lebende Fremdsprache (sechsjährig)", „Lebende Fremdsprache (vierjährig)" und „Lebende Fremdsprache (dreijährig)" der Arbeitsumfang des Aufgabenbereiches „Schreibkompetenz" zirka 400 Wörter (in den nicht standardisierten Fremdsprachen „Kroatisch", „Slowenisch", „Ungarisch" und „Russisch" zirka 350 Wörter) und die Arbeitszeit 270 Minuten zu betragen, wobei 60 Minuten auf den Aufgabenbereich „Leseverstehen", 40 Minuten auf den Aufgabenbereich „Hörverstehen", 45 Minuten auf den Aufgabenbereich „Sprachverwendung im Kontext" und 125 Minuten auf den Aufgabenbereich „Schreibkompetenz" zu entfallen haben.
  • Die Verwendung von Hilfsmitteln (Wörterbücher, Lexika, elektronische Informationsmedien) ist nicht zulässig; lediglich in nicht standardisierten Fremdsprachen ist im Aufgabenbereich „Schreiben" die Verwendung eines (elektronischen) Wörterbuches zulässig.
  • Latein und Griechisch: Im Rahmen der Klausurarbeit in den Prüfungsgebieten „Latein (sechsjährig)", „Latein (vierjährig)" und „Griechisch" ist den Prüfungskandidaten eine Aufgabenstellung mit zwei voneinander unabhängigen Aufgaben, die in Teilaufgaben gegliedert sein können, schriftlich vorzulegen. Eine der beiden Aufgaben hat den Kompetenzbereich „Übersetzung", die andere den Kompetenzbereich „Interpretation" zu betreffen.
  • Der Kompetenzbereich „Übersetzung" hat eine Übersetzung aus einem lateinischen bzw. griechischen Originaltext zu beinhalten (Produktion eines in Inhalt, Sinn und Funktion äquivalenten Textes, der die Textnormen der Zielsprache berücksichtigt).
  • Der Kompetenzbereich „Interpretation" hat eine von einem lateinischen bzw. griechischen Originaltext ausgehende, zehn Teilaufgaben umfassende Analyse und Interpretation (mit Bezug auf Vergleichsmaterialien sowie unter Einbeziehung des textbezogenen Umfeldes) zu beinhalten.
  • In den Prüfungsgebieten „Latein (sechsjährig)" und „Latein (vierjährig)" sind bei der Erstellung der Aufgaben und der Auswahl der Texte die unterschiedlichen Anforderungsprofile von sechs- bzw. vierjährigem Latein zu berücksichtigen.
  • Der Arbeitsumfang beider Aufgaben hat in den Prüfungsgebieten „Latein (sechsjährig)" und „Griechisch" bis zu 220 Wörter, davon mindestens 120 Wörter im Übersetzungsteil und mindestens 80 Wörter im Interpretationsteil, zu betragen.
  • Der Arbeitsumfang beider Aufgaben hat im Prüfungsgebiet „Latein (vierjährig)" bis zu 210 Wörter, davon mindestens 110 Wörter im Übersetzungsteil und mindestens 80 Wörter im Interpretationsteil, zu betragen. Die Arbeitszeit hat 270 Minuten zu betragen.
  • Die Verwendung eines (elektronischen) Wörterbuches ist zulässig. Der Einsatz von Lexika oder elektronischen Informationsmedien ist nicht zulässig.
  • Mathematik: Im Rahmen der Klausurarbeit im Prüfungsgebiet „Mathematik" ist den Prüfungskandidaten eine Aufgabenstellung mit zwei voneinander unabhängigen Aufgabenbereichen schriftlich vorzulegen. Ein Aufgabenbereich hat mehrere voneinander unabhängig
  • Aufgaben in grundlegenden Kompetenzbereichen zu betreffen (Grundkompetenzen). Der zweite Aufgabenbereich hat voneinander unabhängige Aufgaben, die in Teilaufgaben gegliedert sein können, in vertieften Kompetenzbereichen mit kontextbezogenen oder innermathematischen Problemstellungen zur Vernetzung und eigenständigen Anwendung von Grundkompetenzen sowie deren weitergehenden Reflexionen zu beinhalten (Vernetzung von Grundkompetenzen). Die beiden Aufgabenbereiche sind in zeitlicher Abfolge voneinander getrennt vorzulegen und zu bearbeiten.
  • Die Arbeitszeit hat 270 Minuten zu betragen, wobei 120 Minuten auf den Aufgabenbereich „Grundkompetenzen" und 150 Minuten auf den Aufgabenbereich „Vernetzung von Grundkompetenzen" zu entfallen haben.
  • Bei der Bearbeitung beider Aufgabenbereiche sind der Einsatz von herkömmlichen Schreibgeräten, Bleistiften, Lineal, Geo-Dreieck und Zirkel sowie die Verwendung von Formelsammlungen, die vom zuständigen Regierungsmitglied für die Klausurarbeit freigegeben oder zur Verfügung gestellt werden, und elektronischen Hilfsmitteln zulässig. Die Minimalanforderungen an elektronische Hilfsmittel sind grundlegende Funktionen zur Darstellung von Funktionsgraphen, zum numerischen Lösen von Gleichungen und Gleichungssystemen, zur Ermittlung von Ableitungsbzw. Stammfunktionen, zur numerischen Integration sowie zur Unterstützung bei Methoden und Verfahren in der StochastikDarstellende Geometrie: Im Rahmen der Klausurarbeit im Prüfungsgebiet „Darstellende Geometrie" ist den Prüfungskandidaten eine Aufgabenstellung mit drei bis fünf voneinander unabhängigen Aufgaben, die in Teilaufgaben gegliedert sein können, aus unterschiedlichen Handlungsdimensionen mit ausgewogenen Anforderungen an den Einsatz klassisch-konstruktiver und computerunterstützter Methoden schriftlich vorzulegen. Mindestens eine Aufgabe hat anwendungsorientiert zu sein. Die Arbeitszeit hat 270 Minuten zu betragen.
  • Physik: Im Rahmen der Klausurarbeit im Prüfungsgebiet „Physik" ist den Prüfungskandidaten eine Aufgabenstellung mit drei oder vier voneinander unabhängigen Aufgaben aus unterschiedlichen Themenbereichen und Handlungsdimensionen schriftlich vorzulegen. Aufgaben, die in Teilaufgaben gegliedert sein können, mit praxisorientierten oder experimentellen Komponenten haben fiktive Messergebnisse zu beinhalten, die eine Lösung des theoretischen Teils der betreffenden Aufgabe auch bei fehlerhafter oder ungelöster praktischer oder experimenteller Teilaufgabe ermöglichen. Die Arbeitszeit hat 270 Minuten zu betragen.
  • Biologie und Umweltkunde: Im Rahmen der Klausurarbeit im Prüfungsgebiet „Biologie und Umweltkunde" ist den Prüfungskandidaten eine Aufgabenstellung mit drei oder vier voneinander unabhängigen Aufgaben, die in Teilaufgaben gegliedert sein können, aus unterschiedlichen Themenbereichen und Handlungsdimensionen schriftlich vorzulegen. Aufgaben mit praxisorientierten oder experimentellen Komponenten haben fiktive Messergebnisse zu beinhalten, die eine Lösung des theoretischen Teils der betreffenden Aufgabe auch bei fehlerhafter oder ungelöster praktischer oder experimenteller Teilaufgabe ermöglichen. Die Arbeitszeit hat 270 Minuten zu betragen.
  • MusikerziehungundMusikkunde:ImRahmenderKlausurarbeit in den Prüfungsgebieten „Musikerziehung" und „Musikkunde" ist den Prüfungskandidaten eine Aufgabenstellung mit vier Aufgaben aus Kompetenzbereichen „Tonsatz", „Formenlehre", „Musikgeschichte" und „Gehörbildung" schriftlich vorzulegen. Sofern es zur Bearbeitung der Aufgaben notwendig ist, können ein Keyboard/Klavier mit Kopfhörern, ein Tonträger mit Wiedergabegerät und Kopfhörern oder Computer mit Notations- und Klangverarbeitungsprogrammen eingesetzt werden. Die Arbeitszeit hat 300 Minuten zu betragen.
  • Bildnerische Erziehung: Im Rahmen der Klausurarbeit im Prüfungsgebiet „Bildnerische Erziehung" ist den Prüfungskandidaten eine Aufgabenstellung mit einer praktischen und einer theoretischen Aufgabe schriftlich vorzulegen. Die Arbeitszeit hat 420 Minuten zu betragen. Sie ist für eine Pause in angemessener Dauer zu unterbrechen.
  • Sportkunde: Im Rahmen der Klausurarbeit im Prüfungsgebiet „Sportkunde" ist den Prüfungskandidaten eine Aufgabenstellung mit drei verschiedenen Aufgaben, die in Teilaufgaben gegliedert sein können, schriftlich vorzulegen. Die Arbeitszeit hat 270 Minuten zu betragen.

dd) Durchführung der Klausurprüfung:

  • Der Schulleiter hat die für die ordnungsgemäße Durchführung der Klausurarbeiten notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Im Rahmen der Aufsichtsführung sind insbesondere auch Maßnahmen gegen die Verwendung unerlaubter Hilfsmittel zu setzen.
  • Prüfungskandidaten, die den ordnungsgemäßen Ablauf der Prüfung stören und Anordnungen der aufsichtsführenden Person nicht Folge leisten, sind von der (weiteren) Ablegung der Prüfung auszuschließen.
  • Der genaue Zeitpunkt von Klausurarbeiten ist den Prüfungskandidaten spätestens eine Woche vor deren Beginn bekannt zu geben.
  • Klausurarbeiten in den Prüfungsgebieten „Lebende Fremdsprache" sind in der betreffenden Fremdsprache abzulegen. Darüber hinaus können im Einvernehmen zwischen dem Prüfer sowie dem Prüfungskandidaten Klausurarbeiten in anderen, nicht standardisierten Prüfungsgebieten zur Gänze oder in wesentlichen Teilen in einer lebenden Fremdsprache abgelegtwerden; in diesem Fall haben mangelnde Kenntnisse in der lebenden Fremdsprache bei der Beurteilung der Leistungen außer Betracht zu bleiben und ist die Verwendung der lebenden Fremdsprache (ohne Beurteilungsrelevanz) im Zeugnis über die Reifeprüfung beim betreffenden Prüfungsgebiet zu vermerken.
  • Sofern eine Teilbeurteilung der Klausurprüfung mit „Nicht genügend" festgesetzt wird, ist diese Entscheidung dem Prüfungskandidaten frühestmöglich, spätestens jedoch eine Woche vor dem festgesetzten Termin für die mündliche Kompensationsprüfung nachweislich bekannt zu geben.
  • Über den Verlauf der Prüfung ist von der aufsichtsführenden Person ein Protokoll zu führen, in welchem jedenfalls der Beginn und das Ende der Prüfung, Abwesenheiten vom Prüfungsraum, die Zeitpunkte der Abgabe der Arbeiten und allfällige besondere Vorkommnisse zu verzeichnen sind.

ee) Mündliche Kompensationsprüfung:

  • Im Falle der negativen Beurteilung von Klausurarbeiten durch die Prüfungskommission kann der Prüfungskandidat bis spätestens drei Tage nach der Bekanntgabe der negativen Beurteilung beantragen, eine mündliche Kompensationsprüfung abzulegen.
  • Für die Aufgabenstellungen gelten die Bestimmungen der Klausurprüfung sinngemäß.
  • Für die Durchführung gelten die Bestimmungen für die mündlichen Prüfungen mit der Maßgabe, dass zur Vorbereitung eine angemessene, mindestens 30 Minuten umfassende Frist einzuräumen ist und die Prüfungsdauer 25 Minuten nicht überschreiten darf.
  • Sofern im Rahmen der Klausurprüfung bei negativer Beurteilung einer Klausurarbeit eine zusätzliche mündliche Kompensationsprüfung abgelegt wurde, hat die Prüfungskommission der Hauptprüfung gem. § 38 Abs. 5 SchUG auf Grund der Teilbeurteilung der Klausurarbeit mit „Nicht genügend" und der Teilbeurteilung der mündlichen Kompensationsprüfung die Beurteilung der Leistungen des Prüfungskandidaten im betreffenden Prüfungsgebiet mit „Befriedigend", „Genügend" oder „Nicht genügend" festzusetzen. (zur Übersicht)

e) Mündliche Prüfungen (§§ 27 bis 30 Prüfungsordnung AHS):

aa) Prüfungsgebiete der mündlichen Prüfung:

  • Im Rahmen der mündlichen Prüfung können nach Maßgabe der unten angeführten Bestimmungen mündliche Teilprüfungen aus folgenden Prüfungsgebieten gewählt werden:
  1. „Religion",
  2. „Deutsch",
  3. „Slowenisch",
  4. „Kroatisch",
  5. „Ungarisch",
  6. „Lebende Fremdsprache (achtjährig)",
  7. „Lebende Fremdsprache (sechsjährig)",
  8. „Lebende Fremdsprache (vierjährig)",
  9. „Lebende Fremdsprache (dreijährig)",
  10. „Wahlpflichtgegenstand lebende Fremdsprache" im Ausmaß von mindestens sechs Wochenstunden in der Oberstufe,
  11. „Latein (sechsjährig)",
    11a. „Latein (vierjährig)",
  12. „Griechisch",
  13. „Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung",
  14. „Geographie und Wirtschaftskunde", 15. „Mathematik",
  15. „Darstellende Geometrie",
  16. „Biologie und Umweltkunde", 18. „Chemie",
  17. „Physik",
  18. „Psychologie und Philosophie",
  19. „Musikerziehung" (vierjährig in der Oberstufe, auch in Verbindung mit dem eigenständigen Wahlpflichtgegenstand),
  20. „Bildnerische Erziehung" (vierjährig in der Oberstufe, auch in Verbindung mit dem eigenständigen Wahlpflichtgegenstand),
  21. „Sportkunde",
  22. Prüfungsgebiet entsprechend einem (schulautonomen) Pflicht-, Frei- oder Wahlpflichtgegenstand, welcher in der Oberstufe im Ausmaß von mindestens vier Stunden bis mindestens zur vorletzten Schulstufe besucht wurde,
  23. „Musikkunde",
  24. „Instrumentalmusik und Gesang",
  25. „Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung".
  • Die mündliche Prüfung hat je nach gewählter Prüfungsform nach Wahl des Prüfungskandidaten drei oder zwei mündliche Teilprüfungen aus inhaltlich und fachlich unterschiedlichen Prüfungsgebieten gemäß Z 1 bis 27 zu umfassen.
  • Es können nur solche Prüfungsgebiete gewählt werden, deren entsprechende Unterrichtsgegenstände bei drei mündlichen Teilprüfungen in der Oberstufe im Ausmaß von insgesamt mindestens fünfzehn Wochenstunden und bei zwei mündlichen Teilprüfungen in der Oberstufe im Ausmaß von insgesamt mindestens zehn Wochenstunden besucht wurden. Dabei kann der einem Prüfungsgebiet entsprechende Unterrichtsgegenstand um einen vom Prüfungskandidaten besuchten „Wahlpflichtgegenstand zur Vertiefung und Erweiterung vom Schüler besuchter Pflichtgegenstände" ergänzt werden.
  • Das Prüfungsgebiet „Religion" oder ein einem Freigegenstand entsprechendes Prüfungsgebiet darf nur dann gewählt werden, wenn der dem Prüfungsgebiet entsprechende Unterrichtsgegenstand zumindest in der letzten lehrplanmäßig vorgesehenen Schulstufe besucht wurde und über allenfalls nicht besuchte Schulstufen die erfolgreiche Ablegung einer Externistenprüfung nachgewiesen wird.
  • Die Wahl der Prüfungsgebiete sowie deren Bekanntgabe durch den Prüfungskandidaten hat bis 15. Jänner der letzten Schulstufe zu erfolgen.

bb) Themenbereiche der mündlichen Teilprüfungen:

  • Der Schulleiter hat für jedes Prüfungsgebiet der mündlichen Prüfung die jeweiligen Fachlehrer und erforderlichenfalls weitere fachkundige Lehrer zu einer Konferenz einzuberufen. Diese Lehrerkonferenz hat für jede Abschlussklasse oder -gruppe für jedes Prüfungsgebiet pro Wochenstunde in der Oberstufe mindestens zwei und höchstens drei, jedoch insgesamt höchstens achtzehn Themenbereiche festzulegen und bis spätestens Ende November der letzten Schulstufe kundzumachen.
  • Die Kundmachung erfolgt einen Monat lang durch Anschlag in der Schule, dann durch Hinterlegung bei der Schulleitung. Die Schüler müssen in geeigneter Weise auf diese Kundmachungen hingewiesen werden.
  • Die Wortgruppe „mindestens zwei und höchstens drei" bedeutet z. B., dass bei einem Gegenstand mit vier Wochenstunden in der Oberstufe acht, neun, zehn, elf oder zwölf Themenbereiche festgelegt werden können.
  • Zahl und/oder Inhalt der Themenbereiche für parallele Abschlussklassen oder -gruppen einer Schule können ident sein, müssen es aber nicht. Die Entscheidung darüber liegt ausschließlich bei der Fachlehrerkonferenz.
  • Unter Fachlehrern werden die Lehrpersonen verstanden, die entweder die Lehrbefähigung für einen bestimmten Unterrichtsgegenstand besitzen (unabhängig davon, ob sie diesen Unterrichtsgegenstand auch unterrichten) oder - ohne Lehrbefähigung - diesen Unterrichtsgegenstand im entsprechenden Schuljahr (z. B. mit Sondervertrag) unterrichten. Alle Fachlehrer sind Mitglieder der Fachlehrerkonferenz zur Festlegung der Themenbereiche.
  • Abweichend von Abs. 1 ist durch die Lehrerkonferenz für die angeführten Prüfungsgebiete folgende Anzahl an Themenbereichen festzulegen:
    • für „Instrumentalmusik und Gesang" (Pflicht- oder Wahlpflichtgegenstand) sowie „Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung" sechs Themenbereiche,
    • für „Lebende Fremdsprache (dreijährig)" und den (schulautonomen) Pflicht-, Frei- oder Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache im Ausmaß von sechs bis neun Wochenstunden je acht bis zwölf Themenbereiche,
    • für „Religion" je nach Lehrplan acht bis achtzehn Themenbereiche und
    • für „Lebende Fremdsprache (vierjährig)", „Latein (vierjährig)" sowie „Griechisch" je vierzehn Themenbereiche.
  • Wird ein einem Prüfungsgebiet entsprechender Unterrichtsgegenstand um einen vom Prüfungskandidaten besuchten „Wahlpflichtgegenstand zur Vertiefung und Erweiterung vom Schüler besuchter Pflichtgegenstände" ergänzt, so ist die Anzahl der Themenbereiche aliquot zu den Stunden des Unterrichtsgegenstandes und des Wahlpflichtgegenstandes festzulegen.
  • Die Vorlage aller Themenbereiche zur Ziehung von zwei Themenbereichen durch den Prüfungskandidaten hat durch den Vorsitzenden der Prüfungskommission so zu erfolgen, dass dem Prüfungskandidaten bei der Ziehung nicht bekannt ist, welche beiden Themenbereiche er zieht. Einer der beiden gezogenen Themenbereiche ist vom Prüfungskandidaten für die mündliche Teilprüfung zu wählen.

cc) Aufgabenstellungen der mündlichen Teilprüfungen:

  • Im Rahmen der mündlichen Teilprüfung ist jedem Prüfungskandidaten im gewählten Themenbereich eine kompetenzorientierte Aufgabenstellung, welche in voneinander unabhängige Aufgaben mit Anforderungen in den Bereichen der Reproduktions- und Transferleistungen sowie der Reflexion und Problemlösung gegliedert sein kann, schriftlich vorzulegen. Gleichzeitig mit der Aufgabenstellung sind die allenfalls zur Bearbeitung der Aufgaben erforderlichen Hilfsmittel vorzulegen.
  • Jeder Prüfer hat zu jedem Themenbereich bei mehr als einem Prüfungskandidaten mindestens zwei kompetenzorientierte Aufgabenstellungen auszuarbeiten.
  • In den Prüfungsgebieten „Deutsch", „Slowenisch", „Ungarisch", „Kroatisch", „Latein (sechsjährig)", „Latein (vierjährig)" und „Griechisch" haben die Aufgabenstellungen von einem Text auszugehen.
  • In den Prüfungsgebieten „Lebende Fremdsprache (achtjährig)", „Lebende Fremdsprache (sechsjährig)", „Lebende Fremdsprache (vierjährig)", „Lebende Fremdsprache (dreijährig)" und „Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache" haben die Aufgabenstellungen je eine monologische und eine dialogische Aufgabe zu enthalten.
  • In den Prüfungsgebieten „Instrumentalmusik und Gesang" und „Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung" ist im Zusammenhang mit der Aufgabenstellung eine Probe des praktischen Könnens abzulegen.

dd) Durchführung der mündlichen Prüfung:

  • In der unterrichtsfreien Zeit vor dem Prüfungstermin der mündlichen Prüfung gemäß § 36 Abs. 2 Z 2 SchUG (= Haupttermin) sowie außerhalb des lehrplanmäßigen Unterrichts vor dem Prüfungstermin der mündlichen Prüfung gemäß § 36 Abs. 2 Z 3 lit. a SchUG in Verbindung mit § 36 Abs. 3 SchUG (= vorgezogene Teilprüfungen im Rahmen des Herbsttermins) können für erstmalig zur Hauptprüfung antretende Prüfungskandidaten Arbeitsgruppen zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung eingerichtet werden. Dies gilt nicht für vorgezogene Teilprüfungen auf der Grundlage des § 23b SchUG (= Abschluss eines Gegenstandes durch Semesterprüfungen über noch nicht besuchte Unterrichtsgegenstände im Rahmen der „neuen Oberstufe").
  • Die Vorbereitung in den Arbeitsgruppen hat bis zu vier Unterrichtseinheiten pro Prüfungsgebiet zu umfassen. In den Arbeitsgruppen sind die prüfungsrelevanten Kompetenzanforderungen im jeweiligen Prüfungsgebiet zu behandeln, Prüfungssituationen zu analysieren und lerntechnische Hinweise zur Bewältigung der Lerninhalte zu geben.
  • Der Schulleiter hat die für die ordnungsgemäße Durchführung der mündlichen Prüfung notwendigen Vorkehrungen zu treffen. Über den Verlauf der mündlichen Prüfung ist ein Prüfungsprotokoll zu führen.
  • Der Vorsitzende hat für einen rechtskonformen Ablauf der Prüfung zu sorgen.
  • Zur Vorbereitung auf jede mündliche Teilprüfung ist eine im Hinblick auf das Prüfungsgebiet und die Aufgabenstellung angemessene Frist von mindestens zwanzig Minuten, in den Prüfungsgebieten „Lebende Fremdsprache (achtjährig)", „Lebende Fremdsprache (sechsjährig)", „Lebende Fremdsprache (vierjährig)", „Lebende Fremdsprache (dreijährig)" und „Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache" jedoch mindestens fünfzehn Minuten, einzuräumen.
  • Für jede mündliche Teilprüfung ist nicht mehr Zeit zu verwenden, als für die Gewinnung einer sicheren Beurteilung erforderlich ist. Die Prüfungsdauer darf dabei zehn Minuten nicht unterschreiten und zwanzig Minuten nicht überschreiten.
  • Mündliche Teilprüfungen in den Prüfungsgebieten „Slowenisch", „Kroatisch", „Ungarisch" und „Lebende Fremdsprache" (drei-, vier-, sechs-, achtjährig oder Wahlpflichtgegenstand)sind in der betreffenden Fremdsprache abzulegen. Darüber hinaus können im Einvernehmen zwischen dem Prüfer sowie dem Prüfungskandidaten mündliche Teilprüfungen in den anderen Prüfungsgebieten mit Ausnahme von „Religion", „Deutsch", „Latein" (sechs- oder vierjährig) und „Griechisch" zur Gänze oder in wesentlichen Teilen in einer lebenden Fremdsprache abgelegt werden; in diesem Fall haben mangelnde Kenntnisse in der lebenden Fremdsprache bei der Beurteilung der Leistungen außer Betracht zu bleiben und ist die Verwendung der lebenden Fremdsprache (ohne Beurteilungsrelevanz) im Zeugnis über die Reifeprüfung beim betreffenden Prüfungsgebiet zu vermerken.  (zur Übersicht)

f) Beurteilung und Wiederholung der Reifeprüfung (§§ 38 und 40 SchUG):

  • Die Leistungen des Prüfungskandidaten bei den einzelnen Teilprüfungen sowie der Prüfungsgebiete der Vorprüfung sind auf Grund von begründeten Anträgen der Prüfer von der jeweiligen Prüfungskommission der Vorprüfung zu beurteilen.
  • Die Leistungen des Prüfungskandidaten bei VWA (einschließlich der Präsentation und Diskussion) sind auf Grund eines begründeten Antrages des Prüfers der VWA von der jeweiligen Prüfungskommission der Hauptprüfung zu beurteilen.
  • Die Leistungen des Prüfungskandidaten bei den einzelnen Klausurarbeiten im Rahmen der Klausurprüfung sind auf Grund von begründeten Anträgen der Prüfer der Klausurarbeiten von der jeweiligen Prüfungskommission der Hauptprüfung zu beurteilen, wobei eine positive Beurteilung einer Klausurarbeit jedenfalls als Beurteilung im Prüfungsgebiet der Klausurprüfung gilt. Eine negative Beurteilung einer Klausurarbeit gilt dann als Beurteilung im Prüfungsgebiet, wenn der Prüfungskandidat nicht im selben Prüfungstermin eine zusätzliche mündliche Kompensationsprüfung ablegt. Bei standardisierten Prüfungsgebieten der Klausurprüfung (ZRP), deren Aufgabenstellungen durch den zuständigen Bundesminister bestimmt werden, haben die Beurteilungsanträge der Prüfer sowie die Beurteilung durch die Prüfungskommission nach Maßgabe von zentralen Korrektur- und Beurteilungsanleitungen des zuständigen Bundesministers zu erfolgen.
  • Die Leistungen des Prüfungskandidaten bei den einzelnen Prüfungsgebieten der mündlichen Prüfung der Hauptprüfung sowie von mündlichen Kompensationsprüfungen der Klausurprüfung sind auf Grund von begründeten einvernehmlichen Anträgen der Prüfer bzw. der Prüfer und Beisitzer von der jeweiligen Prüfungskommission der Hauptprüfung zu beurteilen. Bei mündlichen Kompensationsprüfungen zu standardisierten Prüfungsgebieten der Klausurprüfung (ZRP), deren Aufgabenstellungen durch das zuständige Regierungsmitglied bestimmt werden, haben die Beurteilungsanträge der Prüfer bzw. der Prüfer und Beisitzer sowie die Beurteilung durch die Prüfungskommission nach Maßgabe von zentralen Korrektur- und Beurteilungsanleitungen des zuständigeRegierungsmitglieds zu erfolgen.
  • Sofern im Rahmen einer Vorprüfung Teilprüfungen abgelegt wurden, hat die Prüfungskommission der Vorprüfung auf Grund der festgesetzten Teilbeurteilungen die Beurteilung der Leistungen des Prüfungskandidaten in diesen Prüfungsgebieten festzusetzen.
  • Sofern im Rahmen der Klausurprüfung bei negativer Beurteilung einer Klausurarbeit eine zusätzliche mündliche Kompensationsprüfung abgelegt wurde, hat die Prüfungskommission der Hauptprüfung auf Grund der Teilbeurteilung der Klausurarbeit mit „Nicht genügend" und der Teilbeurteilung der mündlichen Kompensationsprüfung die Beurteilung der Leistungen des Prüfungskandidaten im betreffenden Prüfungsgebiet mit „Befriedigend", „Genügend" oder „Nicht genügend" festzusetzen.
  • Die Beurteilungen haben unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu erfolgen. Auf Grund der festgesetzten Beurteilungen der Leistungen in den Prüfungsgebieten der Vorprüfung und der Hauptprüfung hat der Vorsitzende der Prüfungskommissionen der Hauptprüfung über die Gesamtbeurteilung der abschließenden Prüfung zu entscheiden. Die abschließende Prüfung ist
    1. „mit ausgezeichnetem Erfolg bestanden", wenn mindestens die Hälfte der Prüfungsgebiete mit „Sehr gut" und die übrigen Prüfungsgebiete mit „Gut" beurteilt werden; Beurteilungen mit„Befriedigend" hindern diese Feststellung nicht, wenn dafür mindestens gleich viele Beurteilungen mit „Sehr gut" über die Hälfte der Prüfungsgebiete hinaus vorliegen;
    2. „mit gutem Erfolg bestanden", wenn keines der Prüfungsgebiete schlechter als mit „Befriedigend" beurteilt wird und im Übrigen mindestens gleich viele Prüfungsgebiete mit „Sehr gut" wie mit „Befriedigend" beurteilt werden;
    3. „bestanden", wenn kein Prüfungsgebiet mit „Nicht genügend" beurteilt wird und die Voraussetzungen nach Z 1 und 2 nicht gegeben sind
    4. „nicht bestanden", wenn die Leistungen in einem oder mehreren Prüfungsgebieten nicht oder mit „Nicht genügend" beurteilt werden.
  • Wurden Teilprüfungen bzw. Prüfungsgebiete wegen vorgetäuschter Leistungen nicht beurteilt oder mit „Nicht genügend" beurteilt, so ist der Prüfungskandidat höchstens drei Mal zur Wiederholung dieser Teilprüfungen der Vorprüfung bzw. Prüfungsgebiete der Hauptprüfung zuzulassen.
  • Der Schulleiter hat auf Antrag des Prüfungskandidaten diesem unter Bedachtnahme auf die festgelegten Termine einen konkreten Prüfungstermin für die Wiederholung der Prüfung zuzuweisen.
  • Im Falle der Nichtbeurteilung oder der negativen Beurteilung des Prüfungsgebietes „vorwissenschaftliche Arbeit" durch die Prüfungskommission ist innerhalb von längstens vier Wochen ein neues Thema festzulegen. Die zuständige Schulbehörde hat dem Thema innerhalb von zwei Wochen zuzustimmen oder unter Setzung einer Nachfrist die Vorlage eines neuen Themas zu verlangen. Die Wiederholung der übrigen Teilprüfungen der Vorprüfung bzw. Prüfungsgebiete der Klausurprüfung und der mündlichen Prüfung hat in der gleichen Art wie die ursprüngliche Prüfung zu erfolgen.
  • Die Wiederholung von Teilprüfungen der Vorprüfung bzw. von Prüfungsgebieten der Hauptprüfung ist innerhalb von drei Jahren, gerechnet vom Zeitpunkt des erstmaligen Antretens, nach den zu diesem Zeitpunkt geltenden Prüfungsvorschriften durchzuführen. Ab diesem Zeitpunkt ist die abschließende Prüfung nach den jeweils geltenden Prüfungsvorschriften durchzuführen, wobei erfolgreich abgelegte Prüfungen vergleichbaren Umfangs und Inhalts nicht zu wiederholen sind.
  • Jede Zulassung zu einer Wiederholung von Teilprüfungen der Vorprüfung oder von Prüfungsgebieten der Hauptprüfung erfolgt gem. § 36a Abs. 2 SchUG auf Antrag des Prüfungskandidaten, wobei ein nicht gerechtfertigtes Fernbleiben von der Prüfung (ohne eine innerhalb der Anmeldefrist zulässige Zurücknahme des Antrages) zu einem Verlust der betreffenden Wiederholungsmöglichkeit bzw. der mündlichen Kompensationsmöglichkeit führt.
    (zur Übersicht)
  • Auf Grund der exzeptionellen Wichtigkeit der Thematik „Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung für Schüler" wurde diesem Stichwort auf vielfachen Wunsch breiterer Raum gewidmet.
  • Der Problemkreis „Leistungsfeststellung, Leistungsbeurteilung und Reifeprüfung" sowie alle Prüfungsformen sind natürlich auch an anderer Stelle in diesem Lexikon behandelt. Siehe hiezu im Besonderen folgende Stichwörter im „Lexikon des Dienst-, Besoldungs- und Schulrechts":

Aufnahme,
Aufnahmsprüfung,
Ausgezeichneter Erfolg,
Äußere Form,
Berufung,
Betragen,
Entscheidung,
Entscheidungspflicht,
Externistenprüfung,
Feststellungsprüfung,
Formblätter,
Information der Erziehungsberechtigten,
Leistungsabfall,
Nachtragsprüfung,
Prüfungstermine
Reifeprüfung,
Übertritt (Einstufungsprüfung),
Vorprüfung zur Reifeprüfung,
Wiederholungsprüfung.

7. Das Wichtigste über die Leistungsfeststellung (Übersicht und Zusammenfassung)

a) Übersicht: siehe grafische Darstellung

b) Für alle Leistungsfeststellungen gilt.

  • Rechtsquelle: SchUG 18, Leistungsbeurteilungsverordnung (= LBVO).
  • Grundlage: Lehrplan, Bildungs- und Lehraufgaben und Lehrstoffe bis zum Zeitpunkt der Leistungsfeststellung.
  • Verteilung: Möglichst gleichmäßig über den Beurteilungszeitraum.
  • Form: Abhängig vom Alter und Bildungsstand der Schüler, den Erfordernissen des Unterrichtsgegenstandes und dem jeweiligen Stand des Unterrichtes angepasst.
  • Verbot: Bei körperlicher Behinderung oder gesundheitlicher Gefährdung des Schülers.
  • Ziel: Grundlage für Leistungsbeurteilung.
  • Durchführung: Während des Unterrichtes, mit Nutzen für die ganze Klasse (Ausnahme: Wiederholungsprüfungen, Nachtragsprüfungen, Nachholschularbeit für einzelne Schüler).
  • Beschränkung: An den letzten Tagen vor der Beurteilungskonferenz ist die Zustimmung des Schulleiters erforderlich.
  • Zahl: Außer den Schularbeiten und der Beobachtung der Mitarbeit nur so viele mündliche und schriftliche Leistungsfeststellungen, wie für eine sichere Leistungsbeurteilung für ein Semester bzw. die Schulstufe unbedingt notwendig sind.
  • Wertigkeit: Alle Leistungsfeststellungen sind als gleichwertig anzusehen, doch sind Anzahl, Stoffumfang und Schwierigkeitsgrad zu berücksichtigen. Allein auf Grund schriftlicher Leistungsfeststellungen darf keine Semester- oder Jahresbeurteilung erfolgen.

c) Für die einzelnen Leistungsfeststellungen gilt: Siehe Übersicht über sämtliche Formen der Leistungsfeststellung (pdf-Datei)

(Zuletzt aktualisiert Juli 2018)

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Aktuelle Zitate

 

 

 

„Nicht gerade das Edelste“:

„Das Teaching to the test, das Lehren mit dem Fokus auf Prüfung, ist nicht gerade das Edelste.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 2. November 2018

Kontinuität statt Reformitis:

„Bildung braucht Kontinuität und die zerstört man mit dem Reformfuror mutwillig.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Langfristige Perspektiven statt Reformitis:

„Ich plädiere für Entschleunigung und Relaxtheit. Es muss nicht jeden Tag eine neue Nachricht geben. Politiker müssten sagen: Ich habe eine langfristige Perspektive und da muss nicht gleich morgen alles realisiert sein. Da braucht es eine vernünftige Analyse und eine breite Diskussion mit Tiefgang. Wir lassen die Dinge reifen und brechen sie nicht übers Knie.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Die Presse vom 11. November 2018

Eltern Schlüsselpersonen für Bildungserfolg

„Ziel muss es sein, die Wertschätzung der Eltern für eine gute Bildung und Ausbildung ihrer Kinder zu steigern und sie viel stärker als Partner der Schulen in die Verantwortung zu nehmen.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Am Ende der Volksschule fast zwei Jahre (!) Rückstand:

„Warum zeigen alle internationalen Studien, dass Kinder, die eine andere Umgangssprache als die Unterrichtssprache sprechen, in Österreich in der vierten Klasse Volksschule fast zwei Lernjahre im Rückstand sind, während dieser Abstand in fast allen anderen Ländern nicht einmal halb so hoch ist? […] In den letzten Jahren wurden Ungleichheiten oder mögliche Defizite allzu oft kaschiert, im Sinne der Betroffenen nicht gelöst und somit unter den Teppich gekehrt.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Profil online am 11. Oktober 2018

Österreichs Schule dramatisch gefordert:

„Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg eines Kindes. Umso dramatischer ist es, wenn der Anteil der Kinder, die eine andere Umgangssprache als Deutsch haben, in Wien bei über 50 % und in Österreich bei mehr als 25 % liegt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Wertschätzung und Vertrauen Basis für Erfolg:

„Die Wertschätzung für LehrerInnen und das, was sie leisten, ist nicht nur hochverdient, sondern auch von eminenter Bedeutung für das Gelingen von Schule. Denn unser Wirken hat ungleich größere Chancen auf Erfolg, wenn uns die Eltern der jungen Menschen, die wir fördern und fordern und dadurch zu ihrer größtmöglichen Entfaltung bringen wollen, VERTRAUEN. Wie aber soll dieses Vertrauen gegeben sein, wenn unsere Arbeit von der Politik via Medien systematisch schlechtgeredet wird, wie wir es leider allzu lang erleben mussten?“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 4

„Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus“:

„In der Erziehung und in der Bildung kommt man ohne liebevolle Konsequenz und auch spürbare Konsequenzen nicht aus. In Erziehungsfragen gibt hier zum Beispiel Haim Omer mit der neuen Autorität eine eindeutige Antwort: Ob man es Wiedergutmachung, Konsequenz oder Nachholen von versäumter Arbeit nennt ist letztlich egal, am Ende ist es ein anderes Wort für Strafe. Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 7

Kompetenzorientierung auf Kosten der Bildung:

„Viele Lehrerinnen und Lehrer bedauern, dass die Kompetenzorientierung die konkreten Inhalte verdrängt hat.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Die Furche vom 6. September 2018

Pädagogik braucht Freiheit:

„Es wäre ein Fehler, würde die heutige Bildungspolitik dazu führen, dass Schulen und Lehrkräfte das eigenständige Denken, Erkennen und Urteilen nicht mehr schulen und fördern könnten – zum Beispiel, weil sie immer weniger Freiheiten geniessen, mit sogenannten ‚Bildungsreformen‘ überhäuft werden und von bürokratischem Unsinn zugedeckt werden.“
Neue Zürcher Zeitung online am 8. Juni 2018

Wie wahr!

„Sonderproblem des heimischen Schulwesens ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Bis 40 Prozent sind bewältigbar, sagt der OECD-Experte Andreas Schleicher im KURIER. Darüber wird es schwierig. Doch in Österreich gibt es nicht wenige Klassen, in denen 100 Prozent der Schüler eine andere Umgangssprache haben als Deutsch.“
Dr. Martina Salomon, Chefredakteurin, Kurier online am 6. Oktober 2018

Mehr Investitionen, mehr Miteinander, mehr Ernsthaftigkeit:

„Wir müssen mehr in die Qualität investieren. Und es müssen Eltern und Schule an einem Strang ziehen, um die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft klarzumachen. Die Ernsthaftigkeit dem Schulsystem gegenüber möchte ich schon einmahnen. Das ist woanders viel klarer. In Singapur ist die Meinung: Bildung ist das einzig Entscheidende.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Niederösterreichische Nachrichten online am 2. Oktober 2018

Vertauschte Rollen:

„Die moderne Didaktik betont, Unterricht müsse vor allem anregend sein, Spaß machen. Die Eigenanstrengung beim Lernen blendet sie gerne aus. Wenn Spaß die höchste pädagogische Kategorie ist, drängt man die Lehrkraft in die Rolle des Entertainers und gibt letztlich ihm die Schuld, wenn der Schüler bei der Klassenarbeit oder Prüfung versagt.“
guteschuleblog.wordpress.com am 4. September 2018

Auf das Interesse der SchülerInnen fokussieren!

„Es macht wenig Sinn, Schüler mitzunehmen, die die Bildungsziele nicht erreicht haben. Es vergrößern sich eher die Unterschiede zwischen jenen, die es können, und jenen, die es nicht können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Österreich online am 2. Oktober 2018

„Da muss man gegensteuern“:

„Wenn nur Kinder von Arbeitern und Immigranten im Gymnasium – das dann auch noch Gesamtschule heißt – sitzen, und die Kinder der Generaldirektoren vom Kindergarten bis zur Uni durch Privatinstitutionen laufen, ist dieses gemeinschaftliche Element verloren gegangen. Das ist ein zu hoher Preis für eine gemeinsame Schule, die dann eben keine gemeinsame Schule mehr ist. Da muss man gegensteuern.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Durchschnittsniveau über- und unterfordert:

„Studien zeigen, dass für einen überdurchschnittlich intelligenten Schüler Unterricht, in dem die Lehrkraft sich am Durchschnittsniveau orientiert, nicht fördernd und anregend genug ist. Je heterogener die Schüler sind, umso schwieriger wird es, die einzelnen möglichst gut zu fördern.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2018, S. 5

Schule allein kann nicht alles lösen:

„Es brauche jetzt dringend ein ganzes Bündel an Maßnahmen – aber dabei dürfe man die Schule auf keinen Fall alleine lassen. Denn die Schule allein könne nicht alles lösen. Es gehe auch um die Wohn-, Sicherheits- und Familienpolitik. […] Man sei jetzt an einem Punkt angelangt, wo man nur mit pädagogischen Mitteln nichts mehr ausrichten könne.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 17. September 2018

Überforderung:

„Kinder sind heute nicht durch schulische Inhalte, sondern durch die außerschulischen überfordert! Feststellungen, dass es vielen jungen Menschen von heute an sozialen Grundfertigkeiten und Benehmen fehlt und diese Kulturtechniken in den Familien zu wenig vermittelt werden, müssen endlich dazu führen, die Ursachen ‚an der Wurzel zu packen‘. Nicht die Schule und wir Lehrerinnen und Lehrer versagen, wenn immer mehr Eltern an der Entwicklung ihrer Kinder nicht mehr teilnehmen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom September 2018, S. 3

Mut zur Wahrheit:

„Manchmal ist sanfter Zwang nötig. Gerade in schwierigen Lebensphasen kann man nicht davon ausgehen, dass Menschen immer für sich selbst wissen, was sie tun sollen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Ergebnis einer Erhebung im Auftrag des Familienbunds:

„Für 80 Prozent der Befragten stellt die Familie die erste Bildungseinrichtung dar. Mit Elternbildung soll das Bewusstsein hierfür auch noch gestärkt werden, erklärte Baier (Anm.: Mag. Bernhard Baier, Präsident des Österreichischen Familienbunds). Er fordert daher, dass Elternbildung im Mutter-Kind-Pass verankert wird.“
Kurier online am 28. August 2

PISA auf den zweiten Blick:

„Während knapp drei Viertel aller SchülerInnen ohne Migrationshintergrund Grundkenntnisse in den drei PISA-Kategorien (Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften) vorweisen können (Anm.: in Wirklichkeit mit 76,3 % knapp mehr als drei Viertel; OECD-Schnitt: 72,0 %), sind es bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund nur etwas weniger als die Hälfte (Anm.: 47,3 %).“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 37

Weitere Maßnahmen notwendig:

„Der Bedarf betrifft nicht nur Kinder, die als Flüchtlinge kommen, sondern auch viele aus Familien, die schon in zweiter, dritter Generation hier leben. Man müsste da schon früher ansetzen, zum Beispiel im Vorschul-Bereich.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 3. September 2018

„Ohne Deutschkenntnisse gibt es definitiv keine gleichen Chancen für alle“:

„Die bisherigen Maßnahmen dieser Stadtregierung haben nicht dazu geführt, dass die Kinder ordentlich und ausreichend Deutsch lernen. Ganz im Gegenteil, alle Tests zeigen, die bisherigen Maßnahmen versagen. Andere und wirksamere Maßnahmen sind deshalb jetzt gefordert, um tatsächlich allen Kindern einen gleichen Start in der Bildungslaufbahn zu ermöglichen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 29. August 2018