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Karenzurlaub

Rechtsgrundlage:  Beamten-Dienstrechtsgesetz (BDG), Vertragsbedienstetengesetz  (VBG), Gehaltsgesetz (GG), Bundesbediensteten-Sozialplangesetz (BB-SozPG), Mutterschutzgesetz (MSchG), Väterkarenzgesetz (VKG)

Für Lehrer/innen gilt: Hauptferien sind Erholungsurlaub (BDG § 219). Karenzurlaube können daher während dieser (gesetzlich festgelegten) Urlaubszeit nicht beginnen (man kann  nicht gewissermaßen doppelt beurlaubt werden).

1. Karenzurlaub nach BDG § 75 / VBG § 29 b (gegen Entfall der Bezüge)

  • Kann Beamten / Vertragsbediensteten gewährt werden (kein Rechtsanspruch), wenn nicht zwingende dienstliche Gründe entgegenstehen;
  • es gilt eine Höchstdauer von insgesamt 10 Jahren;
  • für Beamte: der Karenzurlaub endet spätestens mit Ablauf des Jahres, in dem er/sie das 64.Lebensjahr vollendet.
  • Nach der Beendigung kehr amn praktisch immer an die bisherige Schule zurück.
  • Keine Anrechnung dieses Karenzurlaubes für zeitabhängige Rechte (Vorrückung, ruhegenussfähige Gesamtdienstzeit, Jubiläum), es besteht keine Krankenversicherung!
  • Anschlussurlaube zur Betreuung v9on Kindern werden bei Wiederantritt des Dienstes zur Hälfte für die Vorrückung wirksam.

2. Karenzurlaub zur Betreuung eines Kindes (BDG § 75 (4) / VBG § 29 b (4))

Karenzurlaube, die zur Betreuung

  • eines eigenen Kindes,
  • eines Wahl- oder Pflegekindes,
  • eines sonstigen Kindes, das dem Haushalt des Beamten angehört und für dessen Unterhalt überwiegend er und (oder) sein Ehegatte aufkommen,

längstens bis zum Beginn der Schulpflicht des betreffenden Kindes gewährt worden sind, werden nicht in die Gesamtdauer von 10 Jahren eingerechnet. Für sie gilt auch die zeitliche Einschränkung nicht, dass sie spätestens mit Ablauf des Jahres enden, in dem der Beamte das 64.Lebensjahr vollendet.

Diese Karenzjahre zählen nicht als ruhegenussfähige Zeit (für die Pensionsberechnung), werden aber bei Dienstantritt halb für die Vorrückung angerechnet.

3. Karenzurlaub zur Betreuung eines behinderten Kindes oder eines pflegebedürftigen Angehörigen (BDG § 75 c/VBG § 29 c)

Dieser Karenzurlaub ist auf Ansuchen zu gewähren, wenn

  • das Kind im gemeinsamen Haushalt lebt,
  • für das Kind erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird,
  • die Arbeitskraft des Bediensteten gänzlich beansprucht wird, längstens jedoch bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres. des Kindes.

Ebenso ist dieser Karenzurlaub zu gewähren, wenn man sich der Pflege

  • eines nahen Angehörigen mit Anspruch auf Pflegegeld zumindest der Stufe 3 unter gänzlicher Beanspruchung seiner Arbeitskraft in häuslicher Umgebung widmet oder
  • eines demenziell erkrankten oder minderjährigen Angehörigen mit Anspruch auf Pflegegeld ab der Stufe 1 widmet.

Gänzliche Beanspruchung der Arbeitskraft liegt vor, solange das Kind

  • noch nicht schulpflichtig ist und ständiger persönlicher Hilfe und Pflege bedarf,
  • entweder von der allgemeinen Schulpflicht befreit ist oder ständiger Hilfe und Pflege bedarf,
  • nach Vollendung der allgemeinen Schulpflicht und vor Vollendung des 40. Lebensjahres dauernd bettlägerig ist oder ständiger persönlicher Hilfe und Pflege bedarf.

Der Antrag ist spätestens 2 Monate vor dem gewünschten Wirksamkeitstermin zu stellen.

Die Zeit dieses Karenzurlaubes gilt als ruhegenussfähige Bundesdienstzeit bzw. Ersatzzeit für ASVG-Pensionsversicherung und ist daher beitragsfrei. Bei Wiederantritt des Dienstes wird sie halb für die Vorrückung angerechnet.

4. Karenzurlaub nach Mutterschutzgesetz (MSchG) bzw. Väterkarenzgesetz (VKG)

5. Familienhospizkarenz nach BDG § 78 d

Hier gibt es ein Rückkehrrecht auf den alten Arbeitsplatz.

Voraussetzung für die Gewährung ist die Sterbebegleitung eines nahen Angehörigen oder die Betreuung eines im gemeinsamen Haushalt lebenden schwerst erkrankten Kindes.

  • Es besteht Rechtsanspruch auf Dienstplanerleichterung (z.B. Diensttausch), Herabsetzung der regelmäßigen Wochendienstzeit (Teilzeit, bei Kürzung der Bezüge) oder gänzliche Dienstfreistellung gegen Entfall der Bezüge.
  • Dauer ist grundsätzlich 3 Monate (die Behörde entscheidet innerhalb von 5 Tagen ab Einlangen des Antrags). Verlängerung möglich (Entscheidung der Behörde innerhalb von 10 Tagen ab Einlangen des Antrags). Dauer insgesamt maximal 6 Monate.
    Bei im gemeinsamen Haushalt lebenden schwerst erkrankten Kindern gilt eine Obergrenze von 5 bzw. bei Verlängerung von 9 Monaten.
  • Zeitabhängige Rechte (Vorrückung, Pension), Kranken- und Unfallschutz bleiben aufrecht (auch ohne Beitrag).

Siehe auch: Frühkarenzurlaub - "Babymonat", Karenz

(Letzte Aktualisierung Oktober 2015)

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Aktuelle Zitate

 

 

 Rapider Anstieg:

„Österreichweit geben 24 % der Kinder Deutsch nicht als ihre Erstsprache an, was einen Anstieg dieses Anteils von 7 Prozentpunkten im Vergleich mit 2013 darstellt. Im Vergleich der Bundesländer steigt dieser Anteil in Wien mit 12 Prozentpunkten (auf 50 %) am deutlichsten.“
BIFIE (Hrsg.), „Standardüberprüfung 2018. Mathematik, 4. Schulstufe. Bundesergebnisbericht“ (2019), S. 56

Das US-amerikanische „Gesamtschulsystem“:

„Der Stanford Soziologe Sean F. Reardon zeigt auf Basis von Millionen Leistungstests aus allen US-Schulbezirken, wie ungleich Schulbildung nach Region und ethnischer Herkunft verteilt ist. Die Studierenden der besten Schulen, die nicht zufällig im Silicon Valley und bei Boston liegen, sind den schlechtesten um sechs Jahre voraus.“
Der Standard online am 4. März 2019

„Bildungspolitik“ im Fahrwasser der OECD:

„Einigen dürfte nicht einmal bewusst sein, in welchem Fahrwasser sie sich bewegen. Das trifft auch und gerade auf Teile der Reformpädagogik oder vielmehr der unentwegten Reformer zu, die die Schulen in einem bis zur Jahrtausendwende nie gekannten Eifer mit immer neuen Kursänderungen an den Rand der Verzweiflung getrieben haben.“
Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Klein, Junge Welt online am 2. März 2019

Durchbruch nach zwei Jahrzehnten!

„Damit findet eine seit Langem erhobene Forderung der VCL endlich Einzug ins Regelschulwesen. […] Die Erfahrungen der Schulversuche lassen keinen Zweifel daran bestehen, dass ein verpflichtender Ethikunterricht für alle, die keinen Religionsunterricht besuchen, einen wesentlichen Beitrag zur Wertevermittlung sowie zu gegenseitiger Toleranz und Respekt bringt und eine spürbare Verbesserung des Schulklimas bewirkt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der Vereinigung Christlicher Lehrerinnen und Lehrer an den höheren Schulen (VCL), Presseaussendung vom 6. März 2019

Bildungsminister teilt ÖPU-Anliegen:

„Ethikunterricht ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Gerade in einer religionspluralen Gesellschaft mit wachsendem Anteil an Nichtgläubigen. Wir brauchen so etwas wie ein gemeinsames Wertefundament im Umgang miteinander und mit der Umwelt. Wir müssen uns darauf einigen, was ethisch falsch und was richtig ist.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Oberösterreichische Nachrichten online am 28. Februar 2019

Pflicht der Eltern:

„Für mich sind Eltern keine Erziehungsberechtigten, sondern Erziehungsverpflichtete. Wenn Eltern gegen die Interessen ihrer Kinder handeln und ihnen Chancen nehmen, dann hat der Staat die Pflicht, im Sinne dieser Kinder einzuschreiten.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Mut zur Korrektur!

„Um einen erfolgreichen Schritt in die Zukunft zu setzen, ist es wichtig, statt ‚Kompetenzorientierung‘ wieder Inhalte, Wissen und Leistung in den Vordergrund zu stellen.“
Mag. Werner Hittenberger, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Oberösterreich, ÖPU-Nachrichten vom März 2019, S. 17

Wie wahr!

„Wir haben wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Gab es früher eine zu starre Hierarchie, haben wir jetzt oft das andere Extrem. […] In der Schule müssen wir Regeln vereinbaren, wie wir kommunizieren, einander zuhören, mit anderen Meinungen umgehen. Es muss auch akzeptiert werden, dass die Lehrkraft Anforderungen an die Schüler stellt.“
Univ.-Prof. DDr. Christiane Spiel, Kurier online am 12. Februar 2019

Von den Erfahrungen von Gesamtschulländern lernen!

„‚Wenn man auf alle Schulen entweder AHS oder NMS schreibt, dann gibt es trotzdem Schulen, die als ,gute Gesamtschule’ gelten, und Schulen, die als ,weniger gute Gesamtschule’ gelten. Den Elternwillen kann man nicht steuern.‘ Zudem würden die Privatschulen noch mehr ausgebaut werden: ‚Wir sehen das in Gesamtschulländern. Dort ist der Privatschulsektor sehr stark, weil die Eltern dann diesen Weg wählen.‘“
MMag. Dr. Corinna Geppert, ORF online am 18. Februar 2019

Politisches Gaukeln beenden!

„Von Schulen zu verlangen, an einem sehr belasteten Standort Chancengerechtigkeit herzustellen, ist illusorisch. Das wäre, als würde man von einem Arzt in einem Armenviertel verlangen, die Lebenserwartung der Patienten auf das Niveau einer Luxuswohngegend zu bringen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kurier online am 14. Februar 2019

Die Würfel fallen vor dem Schuleintritt:

„Schon beim Eintritt in die Volksschule betrage der Leistungsunterschied zwischen den Kindern zwei bis drei Jahre. ‚Das ist auch mit den besten didaktischen und pädagogischen Konzepten nur schwer auszugleichen. […] Es macht einen massiven Unterschied, ob man mit einem Kind viel spricht und ihm vorliest, oder ob man es nur vor Fernseher und Computer setzt.‘“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Die Presse online am 15. Februar 2019

Kinder und Familie in den Mittelpunkt:

„Wir müssen unsere Gesellschaft neu aufbauen, mit einem fokussierten Blick auf die Kinder und die Familie. Anders können wir uns nicht mehr weiterentwickeln. Dann schafft der Mensch sich schon sehr bald selbst ab.“
Mag. Michael Hüter, Focus online am 15. Jänner 2019

Jahrzehntelanges politisches Versagen:

„Die größte und von Jahr zu Jahr größer werdende Herausforderung des österreichischen Schulwesens ergibt sich aus der Tatsache, dass Österreich ein Einwanderungsland ist, das sich leider jahrzehntelang nicht als Einwanderungsland verstanden und dementsprechend integrationspolitische Maßnahmen gröblichst vernachlässigt hat.“
Mag. Gerhard Riegler, „gymnasium“ (Printmedium der AHS-Gewerkschaft) vom März/April 2018, S. 18

Hohe Dunkelziffer:

„Es sei dringend notwendig etwas zu tun. Und das bedeute auch, dass ‚man Geld in die Hand nehmen wird müssen‘. Denn an den Schulen passiere viel und es werde viel erst gar nicht zur Anzeige gebracht.“
Thomas Krebs, Vorsitzender Wiener der Pflichtschullehrer, ORF Wien online am 7. Jänner 2019

Schulpolitik kann Wohnpolitik nicht ersetzen:

„Gerade die Frage der Segregation in der Schule ist letztlich immer nur eine Folge von Segregation im Wohnviertel. Da langfristige Maßnahmen zu setzen, wäre sehr wichtig.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

Österreichs Privileg:

„Wir haben ein kostenfreies Schulsystem, das mit gut qualifizierten Lehrkräften operiert. Das ist ein Privileg, verglichen mit den USA oder Großbritannien. Es ist ein offenes Schulsystem, das Chancen generiert, aber sie müssen auch wahrgenommen werden, und die Verantwortung kann man den Eltern auch nicht abnehmen.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Der Standard online am 29. Dezember 2018

20 Jahre, nachdem die VCL diese Forderung erstmals aufgestellt hat:

„Ethik aus dem Schulversuch herauszuholen und als systematisches Fach zu platzieren, ist eine Intention unseres Hauses. Ein guter Einstieg wäre in der Sekundarstufe 2, also in der AHS-Oberstufe. Von dort sollte es über die Sekundarstufe 1 schrittweise hinuntergehen, letztlich bis in die Volksschule.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Tiroler Tageszeitung online am 10. Jänner 2019


Schule „kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren“:

„Schule kann nicht alles kompensieren, was Gesellschafts-, Familien-, Sozial- oder Sicherheitspolitik versäumen. Die Schule ist ohnehin eine der wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in diesem Land. Aber Chancengleichheit herstellen kann sie nicht allein, sie kann nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Wir brauchen jedenfalls mehr Unterstützung und mehr Ressourcen, wenn wir uns wirklich bestmöglich um alle Kinder kümmern sollen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Der Standard online am 26. Dezember 2018

Bildung beginnt mit der Geburt:

„Die gelingende Einbeziehung und Aktivierung von Eltern in die frühkindliche und schulische Bildung ist der Schlüssel, denn in der Tat beginnt die Bildungsbiografie mit der Geburt des Kindes!“
Univ.-Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, „Profil“ (Zeitung des dphv) vom Dezember 2018, S. 5

Finnlands Politik hat „etwas“ schneller reagiert:

„Für Kinder, die zu Hause kein Finnisch oder Schwedisch sprechen, gibt es die Möglichkeit, Extra-Unterricht zu bekommen, eine Art Intensivkurs, bevor sie in die ‚richtige‘ Schule kommen. Dem Weltbildungsbericht zufolge besuchten 2012 fast 80 Prozent der Migrantenkinder (erste Migrantengeneration) mit wenig Finnischkenntnissen solche Kurse.“
Focus online am 10. Dezember 2018

In Summe erfreulich, die Differenz wird aber immer größer:

„Im Dezember gab es erneut weniger Arbeitslose. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 413.936 Personen auf Arbeitssuche, ein Rückgang von 6,7 Prozent gegenüber 2017. […] Bei Inländern ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück, bei Ausländern um ein Prozent.“
ORF online am 1. Jänner 2019