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Mutterschutz und Karenzurlaub

Rechtsgrundlage: Mutterschutzgesetz, Väterkarenzgesetz, Kinderbetreuungsgeldgesetz, Allgemeines Sozialversicherungsgesetz

Schwangerschaft und Schutzfrist

1. Meldung der Schwangerschaft

Meldung der Schwangerschaft, sobald diese bekannt, ist auf dem Dienstweg mit Angabe des voraussichtlichen Geburtstermins (ärztliche Schwangerschaftsbestätigung).

Der Dienstgeber erstattet dem Arbeitsinspektorat Meldung. Arbeit mit für Schwangere riskanten Inhalten ist zu meiden, die Beschäftigung eventuell zu ändern. (Überstundenverbot!)

Spätestens 4 Wochen vor dem errechneten Beginn der 8- Wochen Mutterschutzfrist ist der Dienstgeber auf den Beginn der Schutzfrist aufmerksam zu machen.

2. Beschäftigungsverbote:

a: Absolutes Beschäftigungsverbot- Mutterschutzfrist

Beginnt 8 Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin, und dauert 8 Wochen (bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Kaiserschnittgeburten mindestens 12 Wochen) nach der Geburt.

Erfolgt die Geburt früher als vorgesehen, so verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt um dieses Ausmaß, jedoch maximal auf 16 Wochen.

b: individuelles Beschäftigungsverbot

Sofortiges individuelles Beschäftigungsverbot kann jederzeit eintreten, wenn lt. ärztlichem Zeugnis (Amtsarzt!) Gefahr für Mutter oder Kind besteht. (ab Ende der 15. Schwangerschaftswoche, Ausnahme: besondere Begründung)

Die Schutzfrist zählt voll für Vorrückung und Pension.

3. Finanzielle Leistungen während der Schutzfrist

Pragmatisierte Lehrerinnen: Weiterlaufen der Bezüge.

Vertragslehrerinnen: erhalten über Antrag von der Krankenkasse Wochengeld in der Höhe des durchschnittlichen Nettoverdienstes der letzten 3 Monate vor Beginn der Schutzfrist (plus anteilige Sonderzahlungen) Bei IIL-LehrerInnen besteht der Anspruch auf Wochengeld, wenn das Dienstverhältnis mindestens 3 Monate gedauert hat.

4. Kündigungs- und Entlassungsschutz

Während der Schwangerschaft und bis Ablauf von 4 Monaten nach der Entbindung besteht grundsätzlich Kündigungs- und Entlassungsschutz. Wenn bei Vertragslehrerinnen der befristete Vertrag während dieser Zeit ausläuft, stellt dies keine Kündigung oder Entlassung dar, fällt also nicht unter diese Bestimmung! Seit 1.1.2016 gilt, dass auch eine Kündigung bis zum Ablauf von 4 Wochen nach einer Fehlgeburt rechtsunwirksam ist. Allenfalls kann der Dienstgeber eine ärztliche Bescheinigung verlangen. (Bei befristeten Verträgen ist der Fristablauf keine Kündigung!)

Karenzurlaub - Teilzeit

1. Karenzurlaub

Wahlweise Karenz der Eltern mindestens 3 Monate, längstens bis zum 2. Geburtstag des Kindes. Karenzbeginn:

Für die Mutter:

  • im Anschluss an die Schutzfrist,
  • im Anschluss an einen Krankenstand, der über die Schutzfrist hinaus dauert,
  • im Anschluss an die Hauptferien, wenn die Schutzfrist in den Hauptferien endet (volle Bezüge während der Ferien!),
  • im Anschluss an einen Karenzurlaub des Vaters.

Für den Vater (wenn er im gemeinsamen Haushalt mit dem Kind lebt und dieses überwiegend selbst betreut):

  • wenn die Mutter auf ihren Anspruch verzichtet,
  • wenn die Mutter keinen Anspruch auf Karenzurlaub hat,
  • im Anschluss an die Schutzfrist der Mutter,
  • im Anschluss an die Karenz der Mutter.

Meldung der Karenz (mit Vorlage der Geburtsurkunde): Die Mutter meldet innerhalb der Schutzfrist, der Vater - wenn er die Karenz unmittelbar nach der Schutzfrist der Mutter nehmen will – spätestens 8 Wochen nach der Geburt.

Verlängerung der Karenz ist bis spätestens 3 Monate vor Ablauf des Karenzurlaubs zu melden.

Teilung der Karenz: Der Karenzurlaub kann zweimal geteilt werden. Jeder Teil muss mindestens 3 Monate dauern. Beim ersten Wechsel können die Eltern 1 Monat gleichzeitig in Karenz gehen (allerdings verkürzt sich dann die Gesamtdauer auf 23 Monate). Bei geteilter Karenz müssen Beginn und Dauer spätestens 3 Monate vor dem Ende des Karenzurlaubs des anderen Elternteils gemeldet werden.

Verhinderungskarenz: Fällt ein Elternteil als Betreuungsperson durch Tod, lange Krankheit, Aufgabe des gemeinsamen Haushaltes aus, kann der andere Elternteil für die Dauer der Verhinderung die Karenz von seinem Dienstgeber verlangen.

Aufgeschobene Karenz (kann mit dem Dienstgeber vereinbart werden): Beide Elternteile können jeweils 3 Monate ihrer Karenz aufschieben und erst bis zum 7. Geburtstag des Kindes verbrauchen.
Wenn nur 1 Elternteil aufgeschobene Karenz in Anspruch nehmen will, endet seine ursprüngliche Karenz spätestens mit Ablauf des 21.Lebensmonats des Kindes; wenn
beide Elternteile aufschieben wollen, endet sie spätestens mit Ablauf des 18.Lebensmonat des Kindes.
Meldefristen bei aufgeschobener Karenz sind zu beachten: Wenn nur 1 Elternteil aufschieben will, ist die gewünschte Aufschiebung bis zum 18.Lebensmonat zu melden, wollen beide aufschieben muss Meldung bis zum 15.Lebensmonat des Kindes erfolgen.
Beginn und Dauer des aufgeschobenen Karenzteils ist dem Dienstgeber spätestens 3 Monate vor Antritt dieses Teils zu melden.
Ist die Zeit zwischen dem Schuleintritt und dem 7.Geburtstag des Kindes kürzer als der aufgeschobene Karenzurlaub oder erfolgt der Schuleintritt des Kindes erst nach dem 7.Geburtstag, kann der Verbrauch des Karenzurlaubs auch aus Anlass des Schuleintritts mit dem Dienstgeber vereinbart werden.

ACHTUNG: gem. § 23 kann aufgeschobene Karenz von Lehrer/innen nicht in den letzten 4 Monaten des Schuljahres in Anspruch genommen werden.
ACHTUNG: Bei einer neuerlichen Schwangerschaft während des Karenzurlaubs ist eine sofortige Meldung mit entsprechendem Formblatt durchzuführen, da die neuerliche Schutzfrist den Karenzurlaub beendet.

2. Teilzeit

Teilzeit zur Betreuung eines Kindes

§§ 50b und 213 BDG, §§ 20, 37 VBG
Auf diese Art von Teilzeitbeschäftigung haben Beamte einen Rechtsanspruch. Die Herabsetzung der regelmäßigen Wochendienstzeit zur Betreuung eines Kindes (§ 50b BDG) ist für jedes Kind zu gewähren, das dem Haushalt des Beamten angehört und noch nicht schulpflichtig ist. Der Antrag ist spätestens 2 Monate vor dem gewünschten Wirksamkeitstermin zu stellen.

Seit dem 1. September 2013 gilt diese Regelung auch für Inhaber von Leitungsfunktionen und mit einer Schulaufsichtsfunktion betraute Lehrer.

Eine Herabsetzung der Wochendienstzeit zur Pflege oder Betreuung eines im gemeinsamen Haushalt lebenden behinderten Kindes, für das erhöhte Familienbeihilfe bezogen wird, ist auch nach dem Schuleintritt oder über den Schuleintritt des Kindes hinaus zu gewähren
Der gemeinsame Haushalt besteht dabei weiter, wenn sich das behinderte Kind nur zeitweilig wegen Heilbehandlung außerhalb der Hausgemeinschaft aufhält.

Seit 1. Jänner 2004 besteht für die Dauer des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld ein Rechtsanspruch auf unterhälftige Beschäftigung – also längstens bis zur Vollendung des 36. Lebensmonates des Kindes. Diese Regelung ist nur auf Kinder anzuwenden, die nach dem 31. Dezember 2001 geboren sind.

Diese Regelung ist insofern wichtig, als ein Beamter der Verwendungsgruppe L 1 ev. schon ab der 6. Gehaltsstufe nur bei unterhälftiger Beschäftigung die Zuverdienstgrenze für den Bezug von Kinderbetreuungsgeld unterschreiten kann.

Teilzeit nach Mutterschutz- bzw. Väter-Karenzgesetz

§§ 15h-o MSchG und §§ 8-8f VKG
Der Dienstnehmer hat einen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung längstens bis zum Ablauf des siebenten Lebensjahres oder einem späteren Schuleintritt des Kindes, wenn das Dienstverhältnis zum Zeitpunkt des Antritts der Teilzeitbeschäftigung ununterbrochen drei Jahre gedauert hat.

Anmerkung: Für Vertragslehrer gibt es dabei keine Höchst- oder Mindestgrenzen der Teilbeschäftigung. Für Beamte ist hingegen die unterhälftige Beschäftigung nur während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld zulässig.

Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung sind mit dem Dienstgeber zu vereinbaren, wobei die betrieblichen Interessen und die Interessen des Dienstnehmers zu berücksichtigen sind. Seit 1.1.2016 gilt für VertragslehrerInnen, dass die Reduktion innerhalb einer "Bandbreite" erfolgen muss: Reduktion mindestens 20 vH, maximal 70vH. Das ist für VertragslehrerInnen im alten Dienstrecht zwischen 6 und 16 Werteinheiten, für solche im neuen Dienstrecht zwischen 6,6 und 17,6 Stunden. Im Einvernehmen mit dem Dienstgeber ist auch eine andere Regelung möglich.

Alle Zeiten, die die Dienstnehmerin in unmittelbar vorausgegangenen Dienstverhältnissen zum selben Dienstgeber zurückgelegt hat, sind bei der Berechnung der Mindestdauer des Dienstverhältnisses zu berücksichtigen. Ebenso zählen Zeiten von unterbrochenen Dienstverhältnissen, die auf Grund von Wiedereinstellungszusagen oder Wiedereinstellungsvereinbarungen beim selben Dienstgeber fortgesetzt werden, für die Mindestdauer des Dienstverhältnisses. Zeiten einer Karenz nach dem MSchG oder VKG werden auf die Mindestdauer des Dienstverhältnisses angerechnet.

Dienstnehmer, die keinen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung haben, können mit dem Dienstgeber eine Teilzeitbeschäftigung einschließlich Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage längstens bis zum Ablauf des vierten Lebensjahres des Kindes vereinbaren. (Das gilt nur für Vertragsbedienstete. Beamtete Lehrer können die anderen Möglichkeiten der Teilzeitbeschäftigung nutzen.)

Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Teilzeitbeschäftigung ist, dass der Dienstnehmer mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt lebt oder die Obsorge nach dem ABGB gegeben ist und sich der andere Elternteil nicht gleichzeitig in Karenz befindet.

Der Dienstnehmer kann die Teilzeitbeschäftigung für jedes Kind nur einmal in Anspruch nehmen. Die Teilzeitbeschäftigung muss mindestens drei Monate dauern.

Meldefristen:

Für Mütter gilt: Die Teilzeitbeschäftigung kann frühestens im Anschluss an das Beschäftigungsverbot nach MSchG, einen daran anschließenden Gebührenurlaub oder eine Dienstverhinderung wegen Krankheit (Unglücksfall) angetreten werden. In diesem Fall hat die Dienstnehmerin dies dem Dienstgeber einschließlich Dauer, Ausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung schriftlich bis zum Ende der Schutzfrist nach der Entbindung bekannt zu geben.

Für Väter gilt: Die Teilzeitbeschäftigung kann frühestens mit dem Ablauf eines Beschäftigungsverbotes der Mutter nach der Geburt eines Kindes oder mit dem Ablauf von acht bzw. bei Früh-, Mehrlings- oder Kaiserschnittgeburten zwölf Wochen nach der Geburt, wenn die Mutter nicht Arbeitnehmerin ist, angetreten werden. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer dies dem Arbeitgeber einschließlich Dauer, Ausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung schriftlich spätestens acht Wochen nach der Geburt des Kindes bekannt zu geben.

Für Mütter und Väter gilt: Beabsichtigt der Dienstnehmer die Teilzeitbeschäftigung zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten, hat er dies dem Dienstgeber einschließlich Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage der Teilzeitbeschäftigung schriftlich spätestens drei Monate vor dem beabsichtigten Beginn bekannt zu geben. Beträgt jedoch der Zeitraum zwischen dem Ende der in den vorigen beiden Absätzen genannten Frist und dem Beginn der beabsichtigten Teilzeitbeschäftigung weniger als drei Monate, so hat die Mutter bis zum Ende der Schutzfrist nach der Geburt bzw. der Vater bis spätestens acht Wochen nach der Geburt die Teilzeitbeschäftigung schriftlich bekannt zu geben.

Der Dienstnehmer kann sowohl eine Änderung der Teilzeitbeschäftigung (Verlängerung, Änderung des Ausmaßes oder der Lage) als auch eine vorzeitige Beendigung jeweils nur einmal verlangen. Er hat dies dem Dienstgeber schriftlich spätestens drei Monate vor der beabsichtigten Änderung oder Beendigung bekannt zu geben.

Der Dienstgeber kann sowohl eine Änderung der Teilzeitbeschäftigung (Änderung des Ausmaßes oder der Lage) als auch eine vorzeitige Beendigung jeweils nur einmal verlangen. Er hat dies der Dienstnehmerin schriftlich spätestens drei Monate vor der beabsichtigten Änderung oder Beendigung bekannt zu geben.

Die Teilzeitbeschäftigung des Dienstnehmers endet vorzeitig mit der Inanspruchnahme einer Karenz oder Teilzeitbeschäftigung nach MSchG bzw. VKG für ein weiteres Kind.

Der Kündigungs- und Entlassungsschutz beginnt grundsätzlich mit der Bekanntgabe, frühestens jedoch vier Monate vor dem beabsichtigten Antritt der Teilzeitbeschäftigung (beim Vater jedoch keinesfalls vor der Geburt des Kindes). Er dauert bis vier Wochen nach dem Ende der Teilzeitbeschäftigung, längstens jedoch bis vier Wochen nach dem Ablauf des vierten Lebensjahres des Kindes.

Dauert die Teilzeitbeschäftigung länger als bis zum Ablauf des vierten Lebensjahres des Kindes oder beginnt sie nach dem Ablauf des vierten Lebensjahres des Kindes, kann eine Kündigung wegen einer beabsichtigten oder tatsächlich in Anspruch genommenen Teilzeitbeschäftigung bei Gericht angefochten werden. Wird während der Teilzeitbeschäftigung ohne Zustimmung des Dienstgebers eine weitere Erwerbstätigkeit aufgenommen, kann jedoch der
Dienstgeber binnen acht Wochen ab Kenntnis entgegen eine Kündigung wegen dieser Erwerbstätigkeit aussprechen.

Die oben genannten Bestimmungen gelten auch für eine Adoptiv- oder Pflegemutter mit der Maßgabe, dass die Teilzeitbeschäftigung frühestens mit der Annahme oder der Übernahme des Kindes beginnen kann. Beabsichtigt die Dienstnehmerin die Teilzeitbeschäftigung zum frühest möglichen Zeitpunkt, hat sie dies dem Dienstgeber einschließlich Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage unverzüglich bekannt zu geben.

3. Geldleistungen

1. Geburtenbeihilfe:

Gewerkschaftsmitglieder haben die Möglichkeit, beim jeweiligen Landesvorstand um eine Geburtenbeihilfe anzusuchen. Voraussetzung: einjährige Mitgliedschaft.

2. Familienbeihilfe, Kinderabsetzbetrag und Mehrkindzuschlag

3. Kinderzuschuss

4. Geldaushilfe aus Anlass der Geburt eines Kindes:

Anlässlich der Geburt eines Kindes eines(r) Bediensteten wird ohne einen weiteren Kostennachweis eine Geldaushilfe in der Höhe von bis zu € 200,-- gewährt.

Diese Regelung gilt auch für Bundeslehrer und für an ausgegliederten Einrichtungen in Verwendung stehende Bundesbeamte/innen.

5. Kinderbetreuungsgeld (KBG) (siehe auch KBG-Broschüre des Ministeriums, Stand Mai 2014)

Siehe auch: Frühkarenzurlaub - "Babymonat"; Karenzurlaub

(Letzte Aktualisierung: September 2015)

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Aktuelle Zitate

 

 

 

„Nicht gerade das Edelste“:

„Das Teaching to the test, das Lehren mit dem Fokus auf Prüfung, ist nicht gerade das Edelste.“
NR-Abg. Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, Bildungssprecher der ÖVP, Die Presse online am 2. November 2018

Kontinuität statt Reformitis:

„Bildung braucht Kontinuität und die zerstört man mit dem Reformfuror mutwillig.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Die Kleine Zeitung vom 1. Oktober 2017

Langfristige Perspektiven statt Reformitis:

„Ich plädiere für Entschleunigung und Relaxtheit. Es muss nicht jeden Tag eine neue Nachricht geben. Politiker müssten sagen: Ich habe eine langfristige Perspektive und da muss nicht gleich morgen alles realisiert sein. Da braucht es eine vernünftige Analyse und eine breite Diskussion mit Tiefgang. Wir lassen die Dinge reifen und brechen sie nicht übers Knie.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Die Presse vom 11. November 2018

Eltern Schlüsselpersonen für Bildungserfolg

„Ziel muss es sein, die Wertschätzung der Eltern für eine gute Bildung und Ausbildung ihrer Kinder zu steigern und sie viel stärker als Partner der Schulen in die Verantwortung zu nehmen.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Am Ende der Volksschule fast zwei Jahre (!) Rückstand:

„Warum zeigen alle internationalen Studien, dass Kinder, die eine andere Umgangssprache als die Unterrichtssprache sprechen, in Österreich in der vierten Klasse Volksschule fast zwei Lernjahre im Rückstand sind, während dieser Abstand in fast allen anderen Ländern nicht einmal halb so hoch ist? […] In den letzten Jahren wurden Ungleichheiten oder mögliche Defizite allzu oft kaschiert, im Sinne der Betroffenen nicht gelöst und somit unter den Teppich gekehrt.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Profil online am 11. Oktober 2018

Österreichs Schule dramatisch gefordert:

„Das Beherrschen der Unterrichtssprache ist unverzichtbar für den schulischen Erfolg eines Kindes. Umso dramatischer ist es, wenn der Anteil der Kinder, die eine andere Umgangssprache als Deutsch haben, in Wien bei über 50 % und in Österreich bei mehr als 25 % liegt.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Oktober 2018, S. 4

Wertschätzung und Vertrauen Basis für Erfolg:

„Die Wertschätzung für LehrerInnen und das, was sie leisten, ist nicht nur hochverdient, sondern auch von eminenter Bedeutung für das Gelingen von Schule. Denn unser Wirken hat ungleich größere Chancen auf Erfolg, wenn uns die Eltern der jungen Menschen, die wir fördern und fordern und dadurch zu ihrer größtmöglichen Entfaltung bringen wollen, VERTRAUEN. Wie aber soll dieses Vertrauen gegeben sein, wenn unsere Arbeit von der Politik via Medien systematisch schlechtgeredet wird, wie wir es leider allzu lang erleben mussten?“
Mag. Gerhard Riegler, ÖPU-Vorsitzender, ÖPU-Nachrichten vom September 2018, S. 4

„Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus“:

„In der Erziehung und in der Bildung kommt man ohne liebevolle Konsequenz und auch spürbare Konsequenzen nicht aus. In Erziehungsfragen gibt hier zum Beispiel Haim Omer mit der neuen Autorität eine eindeutige Antwort: Ob man es Wiedergutmachung, Konsequenz oder Nachholen von versäumter Arbeit nennt ist letztlich egal, am Ende ist es ein anderes Wort für Strafe. Erziehung kommt ohne Strafen nicht aus.“
Christian Klar, Direktor einer NMS in Wien Floridsdorf, VCLnews vom Oktober 2018, S. 7

Kompetenzorientierung auf Kosten der Bildung:

„Viele Lehrerinnen und Lehrer bedauern, dass die Kompetenzorientierung die konkreten Inhalte verdrängt hat.“
Dir. Mag. Isabella Zins, Bundesvorsitzende der AHS-DirektorInnen und stv. Vorsitzende der Bildungsplattform „Leistung & Vielfalt“,
Die Furche vom 6. September 2018

Pädagogik braucht Freiheit:

„Es wäre ein Fehler, würde die heutige Bildungspolitik dazu führen, dass Schulen und Lehrkräfte das eigenständige Denken, Erkennen und Urteilen nicht mehr schulen und fördern könnten – zum Beispiel, weil sie immer weniger Freiheiten geniessen, mit sogenannten ‚Bildungsreformen‘ überhäuft werden und von bürokratischem Unsinn zugedeckt werden.“
Neue Zürcher Zeitung online am 8. Juni 2018

Wie wahr!

„Sonderproblem des heimischen Schulwesens ist ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund. Bis 40 Prozent sind bewältigbar, sagt der OECD-Experte Andreas Schleicher im KURIER. Darüber wird es schwierig. Doch in Österreich gibt es nicht wenige Klassen, in denen 100 Prozent der Schüler eine andere Umgangssprache haben als Deutsch.“
Dr. Martina Salomon, Chefredakteurin, Kurier online am 6. Oktober 2018

Mehr Investitionen, mehr Miteinander, mehr Ernsthaftigkeit:

„Wir müssen mehr in die Qualität investieren. Und es müssen Eltern und Schule an einem Strang ziehen, um die Bedeutung von Bildung in der Gesellschaft klarzumachen. Die Ernsthaftigkeit dem Schulsystem gegenüber möchte ich schon einmahnen. Das ist woanders viel klarer. In Singapur ist die Meinung: Bildung ist das einzig Entscheidende.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Niederösterreichische Nachrichten online am 2. Oktober 2018

Vertauschte Rollen:

„Die moderne Didaktik betont, Unterricht müsse vor allem anregend sein, Spaß machen. Die Eigenanstrengung beim Lernen blendet sie gerne aus. Wenn Spaß die höchste pädagogische Kategorie ist, drängt man die Lehrkraft in die Rolle des Entertainers und gibt letztlich ihm die Schuld, wenn der Schüler bei der Klassenarbeit oder Prüfung versagt.“
guteschuleblog.wordpress.com am 4. September 2018

Auf das Interesse der SchülerInnen fokussieren!

„Es macht wenig Sinn, Schüler mitzunehmen, die die Bildungsziele nicht erreicht haben. Es vergrößern sich eher die Unterschiede zwischen jenen, die es können, und jenen, die es nicht können.“
BM Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann, Österreich online am 2. Oktober 2018

„Da muss man gegensteuern“:

„Wenn nur Kinder von Arbeitern und Immigranten im Gymnasium – das dann auch noch Gesamtschule heißt – sitzen, und die Kinder der Generaldirektoren vom Kindergarten bis zur Uni durch Privatinstitutionen laufen, ist dieses gemeinschaftliche Element verloren gegangen. Das ist ein zu hoher Preis für eine gemeinsame Schule, die dann eben keine gemeinsame Schule mehr ist. Da muss man gegensteuern.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Durchschnittsniveau über- und unterfordert:

„Studien zeigen, dass für einen überdurchschnittlich intelligenten Schüler Unterricht, in dem die Lehrkraft sich am Durchschnittsniveau orientiert, nicht fördernd und anregend genug ist. Je heterogener die Schüler sind, umso schwieriger wird es, die einzelnen möglichst gut zu fördern.“
MMMag. Gertraud Salzmann, Bundesobfrau der VCL und Dienstrechtsreferentin der AHS-Gewerkschaft, VCLnews vom Juni 2018, S. 5

Schule allein kann nicht alles lösen:

„Es brauche jetzt dringend ein ganzes Bündel an Maßnahmen – aber dabei dürfe man die Schule auf keinen Fall alleine lassen. Denn die Schule allein könne nicht alles lösen. Es gehe auch um die Wohn-, Sicherheits- und Familienpolitik. […] Man sei jetzt an einem Punkt angelangt, wo man nur mit pädagogischen Mitteln nichts mehr ausrichten könne.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 17. September 2018

Überforderung:

„Kinder sind heute nicht durch schulische Inhalte, sondern durch die außerschulischen überfordert! Feststellungen, dass es vielen jungen Menschen von heute an sozialen Grundfertigkeiten und Benehmen fehlt und diese Kulturtechniken in den Familien zu wenig vermittelt werden, müssen endlich dazu führen, die Ursachen ‚an der Wurzel zu packen‘. Nicht die Schule und wir Lehrerinnen und Lehrer versagen, wenn immer mehr Eltern an der Entwicklung ihrer Kinder nicht mehr teilnehmen.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, „Das Schulblatt“ (Zeitschrift des CLV Oberösterreich) vom September 2018, S. 3

Mut zur Wahrheit:

„Manchmal ist sanfter Zwang nötig. Gerade in schwierigen Lebensphasen kann man nicht davon ausgehen, dass Menschen immer für sich selbst wissen, was sie tun sollen.“
Univ.-Prof. Mag. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kurier online am 4. September 2018

Ergebnis einer Erhebung im Auftrag des Familienbunds:

„Für 80 Prozent der Befragten stellt die Familie die erste Bildungseinrichtung dar. Mit Elternbildung soll das Bewusstsein hierfür auch noch gestärkt werden, erklärte Baier (Anm.: Mag. Bernhard Baier, Präsident des Österreichischen Familienbunds). Er fordert daher, dass Elternbildung im Mutter-Kind-Pass verankert wird.“
Kurier online am 28. August 2

PISA auf den zweiten Blick:

„Während knapp drei Viertel aller SchülerInnen ohne Migrationshintergrund Grundkenntnisse in den drei PISA-Kategorien (Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften) vorweisen können (Anm.: in Wirklichkeit mit 76,3 % knapp mehr als drei Viertel; OECD-Schnitt: 72,0 %), sind es bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund nur etwas weniger als die Hälfte (Anm.: 47,3 %).“
Expertenrat für Integration (Hrsg.), „Integrationsbericht 2018“ (2018), S. 37

Weitere Maßnahmen notwendig:

„Der Bedarf betrifft nicht nur Kinder, die als Flüchtlinge kommen, sondern auch viele aus Familien, die schon in zweiter, dritter Generation hier leben. Man müsste da schon früher ansetzen, zum Beispiel im Vorschul-Bereich.“
Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen, Kronen Zeitung online am 3. September 2018

„Ohne Deutschkenntnisse gibt es definitiv keine gleichen Chancen für alle“:

„Die bisherigen Maßnahmen dieser Stadtregierung haben nicht dazu geführt, dass die Kinder ordentlich und ausreichend Deutsch lernen. Ganz im Gegenteil, alle Tests zeigen, die bisherigen Maßnahmen versagen. Andere und wirksamere Maßnahmen sind deshalb jetzt gefordert, um tatsächlich allen Kindern einen gleichen Start in der Bildungslaufbahn zu ermöglichen.“
LT-Abg. Sabine Schwarz, Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Presseaussendung vom 29. August 2018