Abgeltung für Kustodiate und Nebenleistungen (EDV-Kustos, Schulbibliothek, Schülerberater)

Kustodiate Schulbibliothek
IT-Kustos Schülerberater

Rechtsgrundlage: § 61b GG, § 22 VBG, § 9 BLVG, §59 Abs. 1 PG

Alle genannten Bestimmungen gelten für Beamte und Vertragslehrer in gleicher Weise.

Kustodiate:

Einem Lehrer, der für ein Schuljahr eine der angeführten organisationsmäßig vorgesehenen und tatsächlich bestehenden Lehrmittelsammlungen (Kustodiate) verwaltet oder eine der angeführten Nebenleistungen erbringt, gebührt in den Monaten September bis Juni des betreffenden Schuljahres (also zehnmal jährlich) eine monatliche Vergütung in folgender Höhe (Werte für 2019):

Wenn das Kustodiat oder die Nebenleistung von der Schulleitung mit einer Wochenstunde der Lehrverpflichtungsgruppe II bewertet ist:

a) für Lehrer der Verwendungsgruppen L1 und LPA 164,0 €,
b) für Lehrer der übrigen Verwendungsgruppen 139,2 €.

Wenn das Kustodiat oder die Nebenleistung von der Schulleitung mit einer Wochenstunde der Lehrverpflichtungsgruppe II bewertet ist:

a) für Lehrer der Verwendungsgruppen L1 und LPA 82,0 €
b) für Lehrer der übrigen Verwendungsgruppe 69,6 €.

Wird während eines Monats ein anderer Lehrer mit den oben genannten Tätigkeiten betraut, ist die Vergütung für diesen Monat unter den betreffenden Lehrern entsprechend der Dauer der Betrauung aufzuteilen. Für Kalendermonate, in denen diese Tätigkeit nicht ausgeübt wird, entfällt die Vergütung zur Gänze.

Zusätzlich zu diesen Vergütungen für Nebenleistungen und Kustodiate kann der Schulleiter für besondere Nebenleistungen an mittleren und höheren Schulen mit mindestens 11 Klassen Tätigkeiten im Ausmaß von einer Wochenstunde, mit mindestens 20 Klassen Tätigkeiten im Ausmaß von zwei Wochenstunden, mit mindestens 30 Klassen Tätigkeiten im Ausmaß von drei Wochenstunden, mit mindestens 40 Klassen Tätigkeiten im Ausmaß von vier Wochenstunden der Lehrverpflichtungsgruppe II einem Lehrer oder mehreren Lehrern zuweisen. Für diese Tätigkeit gebührt die oben genannte Vergütung. Diese dem Schulleiter als besondere Vergütung für Nebenleistungen wie z.B. Öffentlichkeitsarbeit und Public Relation etc. zur Verfügung stehenden Werteinheiten können auf mehrere Lehrer beliebig aufgeteilt werden und gebühren als Zulage im aliquoten Ausmaß.

Beispiel: An einer Schule mit mindestens 20 Klassen erhält ein Lehrer für Öffentlichkeitsarbeit (Presse, Jahresbericht, Festschriften, Website etc.) 1 Stunde zugeordnet, ein weiterer Lehrer erhält als Aufwertung des IKT-Kustodiats eine halbe Stunde ein weiterer Lehrer erhält als Aufwertung des AV-Kustodiats eine halbe Stunde aus diesem besonderen „Werteinheitenpool“ des Schulleiters. Eine Einrechnung in die Lehrverpflichtung ist aus diesem Titel nicht möglich. Es gebührt jedenfalls ausschließlich eine (aliquotierte) Zulage in der genannten Höhe.

Das zuständige Bundesministerium kann entweder allgemein durch Verordnung oder im Einzelfall bestimmen, inwieweit für die nachstehend angeführten Nebenleistungen, die durch die obigen Bestimmungen nicht erfasst sind und vom Lehrer außerhalb der mit dem Unterricht verbundenen Pflichten erbracht werden, monatliche Vergütungen vorgesehen werden. Dabei kann es sich um folgende Nebenleistungen handeln:

  • Nebenleistungen, die in keinem inhaltlichen Zusammenhang mit den nach dem Bundeslehrer- Lehrverpflichtungsgesetz durch Einrechnungen in die Lehrverpflichtung abzugeltenden Nebenleistungen stehen;
  • Nebenleistungen, die in der Verwaltung einer Schüler-, Lehrer- oder Fachbücherei bestehen;
  • sonstigen Nebenleistungen, die in einem Ausmaß bemessen sind, das höchstens einer Einrechnung von 2 Wochenstunden der Lehrverpflichtungsgruppe II in die Lehrverpflichtung entspricht (zum Beispiel Bildungsberatung).

Maßgebend für die Bestimmung ist die aus der Nebenleistung erwachsende zusätzliche Belastung des Lehrers im Vergleich zu den durch Vergütung abgegoltenen Leistungen im Sinne des §61 b/1 des Gehaltgesetzes.

Auf die Vergütungen nach GehG 61 b sind die für die nebengebührenzulagenrechtliche Behandlung maßgebenden Bestimmungen des Pensionsgesetzes (PG 59/1) anzuwenden. Das heißt, die Zulagen für Kustodiate und Nebenleistungen werden als „Nebengebühren" (ebenso wie Mehrdienstleistungen) behandelt, mit denen man Nebengebührenwerte für die Nebengebührenzulage zum Ruhegenuss sammelt. Die Vergütung für Kustodiate begründet mithin einen Anspruch auf eine Nebengebührenzulage zum Ruhegenuss.

Bei Schularten mit einem gemäß Schulzeitgesetz abweichenden Verlauf des Unterrichtsjahres (Saisonunterricht, Berufsschulen etc.) gebührt die Vergütung für Nebenleistungen und Kustodiate beginnend mit dem ersten Monat des betreffenden Unterrichtsjahres, höchstens aber zehnmal pro Schuljahr (GehG 61 b/6).

Die Betreuung einer nach dem Modell „Schulbibliothek an höheren Schulen unter Mitarbeit von Schülern" eingerichteten Schulbibliothek an AHS (Bundeslehrer-Lehrverpflichtungsgesetz, BLVG 9/2 a) wird durch eine Einrechnung in die Lehrverpflichtung abgegolten. Hiebei gelten je nach Größe der Schule und der Bibliothek folgende Einrechnungen:

  • 6 Wochenstunden der Lehrverpflichtungsgruppe II für die Betreuung einer Schulbibliothek der Größenklasse 1 (bis 600 Schüler, rund 5.000 Bände, wöchentliche Öffnungszeit: 9 Stunden);
  • siebeneinhalb Wochenstunden der Lehrverpflichtungsgruppe II für die Betreuung einer Schulbibliothek der Größenklasse II (über 600 Schüler, rund 7.500 Bände, wöchentliche Öffnungszeit: 11 Stunden);
  • 9 Wochenstunden der Lehrverpflichtungsgruppe II für die Betreuung einer Schulbibliothek der Größenklasse III (über 1.000 Schüler, rund 10.000 Bände, wöchentliche Öffnungszeit: 13,5 Stunden).

Das IT-Kustodiat wird gleichfalls durch eine Einrechnung in die Lehrverpflichtung abgegolten (je nach Zahl der SchülerInnen bzw. PC-Rechner).

Gemäß § 6 der „Verordnung des BMU vom 15. Dezember 2004, BGBI. 11 481/04 (= MVBI. 14/05), zuletzt geändert mit 1.9.2014, über die Einrechnung von Nebenleistungen in die Lehrverpflichtung der Bundeslehrer" ist die pädagogisch-fachliche Betreuung von Informationstechnologie-Arbeitsplätzen (IT-Arbeitsplätzen) an AHS in dem in Abs. 2 angeführten Ausmaß in die Lehrverpflichtung einzurechnen.. Diese Betreuung umfasst im pädagogisch-fachlichen Bereich insbesondere:

  • diedie Betreuung von IT-Anlagen für alle Unterrichtsbereiche und pädagogische Maßnahmen am Schulstandort, vor allem auch hinsichtlich wichtiger und abschließender Prüfungen, und die Durchführung einer standortbezogenen Internetpolicy einschließlich einem Ausbildungsübereinkommen für die Schülerinnen und Schüler,
  • die unterrichtsorganisatorische Betreuung des IT-Unterrichts und die Umsetzung einer zeitgemäßen Medienpädagogik,
  • die Betreuung der Lehrkräfte sowie der Schülerinnen und Schüler im e-learning-, Web- und ITBetrieb der Schule unter besonderer Beachtung von Sicherheitsmaßnahmen inventarisierter ITArbeitsplätze,
  • die Mitwirkung am facheinschlägigen Beschaffungswesen sowie
  • die organisatorische Betreuung von Notebook- und Netbookklassen.

Das Ausmaß der Einrechnung in die Lehrverpflichtung beträgt für

Schulen mit
SchülerInnen
Werteinheiten
bis 200 2,5
201 bis 400 3,3
401 bis 500 3,75
501 bis 600 4,2
601 bis 700 4,65
701 bis 800 5,1
801 bis 900 5,55
901 bis 1000 6
1001 bis 1100 6,45
1101 bis 1200 6,9
1201 bis 1300 7,35
1301 bis 1400 7,8
1401 bis 1500 8,25
1501 bis 1600 8,7
1601 bis 1700 9,15
1701 bis 1800 9,6
1801 bis 1900 10,05
1901 bis 2000 10,5
2001 bis 2100 10,95
2101 bis 2200 11,4
2201 bis 2300 11,85
2301 bis 2400 12,3
2401 bis 2500 12,75
2501 bis 2600 13,2
2601 bis 2700 13,65
2701 bis 2800 14,1
2801 bis 2900 14,55
2901 bis 3000 15
3001 bis 3100 15,45
mehr als 3100 17

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler bemisst sich für das jeweilige Schuljahr auf Grund der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler zum Stichtag der österreichischen Schulstatistik zum vorangegangenen Schuljahr für die betreffende Schulart. Mit den oben angeführten sich an der Anzahl der Schülerinnen und Schüler bemessenden Werteinheiten gelten die gleichfalls mitzubetreuenden Lehrkräfte als berücksichtigt.(VO 6/2).

Für die pädagogisch-fachliche Betreuung von IT-Arbeitsplätzen an einem Schulstandort mit einer IT-Fachrichtung oder einem IT-Ausbildungsschwerpunkt oder für Schulen mit einem IT-Schwerpunkt im Umfang von insgesamt mindestens zusätzlichen sechs Wochenstunden gebührt eine (zusätzliche) Einrechnung in die Lehrverpflichtung von 1,105 Werteinheiten. (VO 6/3)

Für die pädagogisch-fachliche Betreuung von im Unterricht verwendeten Lernplattformen (LMSSystemen) wie beispielsweise Moodle oder dotLRN, wenn mindestens die Hälfte der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte eines Schulstandortes mit LMS-Systemen verwaltet werden, gebührt eine (zusätzliche) Einrechnung in die Lehrverpflichtung von 1,105 Werteinheiten. (VO 6/4)

Unter IT-Arbeitsplätzen im Sinne der voranstehenden Absätze sind sowohl nicht vernetzte als auch vernetzte inventarisierte IT-Arbeitsplätze (einschließlich Intranet) zu verstehen, sofern sie dauernd für den Unterricht verwendet werden. Als IT-Arbeitsplätze zählen unter den Voraussetzungen, dass alle Schülerinnen und Schüler der betreffenden Klasse einen NotebookPC oder NetbookPC im Unterricht verwenden und das Unterrichtsprogramm dieser Klasse in der Mehrzahl der Unterrichtsgegenstände auf diese Unterrichtstechnologie abgestimmt ist, weiters schulnetzexterne PC-analoge mobile Endgeräte wie NotebookPCs oder NetbookPCs der Schülerinnen und Schüler. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler gemäß Abs. 2 bemisst sich für das jeweilige Schuljahr auf Grund der Schülerzahl zum Stichtag der österreichischen Schulstatistik zum vorangegangenen Schuljahr für die betreffende Schulart. Die Anzahl der Lehrkräfte bemisst sich an der Zahl der jeweils am 1. Oktober des vorangegangenen Schuljahres am betreffenden Schulstandort unterrichtenden Lehrkräfte und die Anzahl der IT-Arbeitsplätze bestimmt sich nach den für den betreffenden Schulstandort im vorangegangenen Schuljahr inventarisierten ITArbeitsplätzen. Die Anzahl der zu berücksichtigenden NotebookPCs oder NetbookPCs der Schülerinnen und Schüler richtet sich nach der Anzahl der von allen Schülerinnen und Schülern der betreffenden
Klasse im vorangegangenen Schuljahr im Unterricht verwendeten NotebookPCs oder NetbookPCs, sofern das Unterrichtsprogramm dieser Klasse in der Mehrzahl der Unterrichtsgegenstände auf diese Unterrichtstechnologie abgestimmt war. (VO 6a/3)

Für die pädagogisch-fachliche Betreuung von IT-Arbeitsplätzen an einem Schulstandort mit einer IT-Fachrichtung oder einem IT-Ausbildungsschwerpunkt oder für Schulen mit einem IT-Schwerpunkt im Umfang von insgesamt mindestens zusätzlichen acht Wochenstunden gebührt eine Einrechnung in die Lehrverpflichtung von 1,105 Werteinheiten. (VO 6a/4)

Für die pädagogisch-fachliche Betreuung von im Unterricht verwendeten Lernplattformen (LMSSystemen) wie beispielsweise Moodle oder dotLRN, wenn mindestens die Hälfte der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte eines Schulstandortes mit LMS-Systemen verwaltet werden, gebührt eine Einrechnung in die Lehrverpflichtung von 1,105 Werteinheiten. (VO 6a/5)

Zur Ausübung der IT-Betreuung ist eine entsprechende fachliche Eignung durch einen
facheinschlägigen Studienabschluss, durch den Nachweis einer mindestens dreijährigen
facheinschlägigen Tätigkeit in der Schule oder Wirtschaft oder entsprechende IT-Zertifikate, die sich auf eine Betreuung von komplexen IT-Anlagen beziehen, nachzuweisen. Überdies ist je Schuljahr eine facheinschlägige Weiterbildung im Ausmaß von 15 Stunden zu absolvieren. (VO 6a/6)

Die Einrechnungen in die Lehrverpflichtung gemäß Abs. 4 und 5 gebühren zusätzlich zu den sich gemäß den Abs. 1 und 2 für die genannten Schulen ergebenden Einrechnungen. (VO 6a/7)

Werden dieselben IT-Arbeitsplätze von mehreren Schulen gemeinsam benutzt, so darf die Gesamteinrechnung nur einmal erfolgen, wobei die Schülerinnen und Schüler der betreffenden Schulen zusammenzuzählen sind. (VO 10)

Abgeltung für Schülerberater

Die Vergütung für Bildungs- bzw. Schülerberater begründet (wie die Abgeltung für Kustodiate oder jene für die Klassenvorstandsfunktion) einen Anspruch auf eine Nebengebührenzulage zum Ruhegenuss.

Auf Vertragslehrer des Entlohnungsschemas 1 L sind gemäß Vertragsbedienstetengesetz (VBG) 41/4 die Vergütung für die Führung der Klassenvorstandsgeschäfte und die Vergütung für Kustodiate und Nebenleistungen in gleicher Höhe wie für pragmatisierte Lehrer analog anzuwenden.

Ebenso gebühren den Vertragslehrern des Entlohnungsschemas 11 L die Vergütungen für die Führung der Klassenvorstandsgeschäfte und die Vergütungen für Kustodiate und Nebenleistungen in gleicher Höhe wie den pragmatisierten Lehrern (VBG 44 e).

Siehe auch "Abgeltung Kustodiat und Ordinariat" (PDF-Datei)

Zuletzt aktualisiert: August 2019